American Football Without Barriers Camp in Oberhausen – das war ein grandioses Erlebnis mit vielen NFL Stars

Das frühe Aufstehen und die Reise nach Oberhausen haben sich wirklich gelohnt. Und früh am CentrO in Oberhausen zu sein war nicht verkehrt. Diesen Gedanken hatten noch viele andere Football Fans und so war es nicht weiter überraschend, dass noch vor Anwesenheit der ersten NFL Spieler und Öffnung des Zeltes schon eine Schlange vor dem Eingang wartete.

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Es war irgendwann nach 11, als die Spieler aufschlugen. Etwas müde wirkten sie noch, aber das sollte wohl verständlich sein. Marc (all-about-football.de) und ich folgten ihnen nach kurzer Zeit, denn wir waren im Auftrag für das Print-Magazin „Touchdown24“ vor Ort, für welches wir mit einem Spieler ein Interview machen sollten.

Das war unsere beste Chance und wir hatten Glück, dass wir meinen Wunschspieler für das Interview bekommen konnten. Es war Cameron Meredith von den New Orleans Saints. Für mich als Saints Fan also doppelt und dreifach genial. Das Interview werdet ihr hier nicht auf meinem Blog finden, aber es wird demnächst in der Touchdown24 abgedruckt werden. Freut euch drauf, denn Cam hatte viel zu erzählen.

Nach diesem, für mich absoluten Megaerlebnis, gingen wir hinaus und konnten auch schon das Zelt betreten, das mittlerweile geöffnet war und in welchem sich schon viele Menschen tummelten. Besser gesagt standen sie an und warteten geduldig, bis sie auf die Empore durften, um sich ihre Autogramme abzuholen.

Folgende Spieler waren beim Camp in Oberhausen:

Brett Hundley, Seattle Seahawks
Roosevelt Nix, Pittsburgh Steelers
Jabaal Sheard, Indianapolis Colts
Ben Garland, Atlanta Falcons
Alex Mack, Atlanta Falcons
Austin Hooper, Atlanta Falcons
Barkevious Mingo, Seattle Seahawks
Chris Milton, Indianapolis Colts
Matthias Farley, Indianapolis Colts
Kenny Moore, Indianapolis Colts
Kevin Hogan, Denver Broncos
Cam Meredith, New Orleans Saints
Nate Hairston, Indianapolis Colts
Gerhard de Beer, Green Bay Packers

NFL Alumni:

Gary Barnidge, Cleveland Browns / Carolina Panthers
DeAngelo Williams, Carolina Panthers / Pittsburgh Steelers
Jordan Cameron, Cleveland Browns / Miami Dolphins

Jan Stecker, der sich zuvor beinahe in das CentrO in Oberhausen verirrt hatte, moderierte gekonnt – wie man es von ihm kennt – diesen Event. Insbesondere bei den Wechseln der Spielergruppen war er es, der sie vorstellte und mit kleinen Karriereinfos das Allgemeinwissen der Fans aufpolierte. Aber auch kurze Fragen an die Spieler selbst wurden nicht ausgelassen.

Geduldig und mit einem Lächeln für jeden Fan zeigten sich alle Spieler an diesem Tag von ihrer professionellsten Seite. Darunter DeAngelo Williams, der auch mal das Mikrofon zur Hand nahm und ein paar lustige Sprüche vom Stapel riss. Er machte zudem auch keinen Hehl daraus, dass er ein bestimmtes Team nicht besonders mochte.

So verging dieser Tag, Stunde um Stunde, recht zügig und es wurden, je später der Nachmittag wurde, immer mehr Fans auf dem Gelände und im Zelt. Auch draußen konnte man sich die Zeit vertreiben, in dem man versuchen konnte den Football zu kicken oder zu werfen. Bei manchen sah es sehr gut, andere hingegen verwechselten das Ei mit einem Fußball. So sah dann das Ergebnis beim Kicken auch aus.

Selbst die anwesenden Maskottchen versuchten ihr Glück bei diesem Zeitvertreib oder standen auch mal mit den Cheerleadern der Cologne Cheerdance auf der Bühne. Die jungen Damen hatten aber auch viel zu tun und zu tanzen. Mal im CentrO und dann wieder im Zelt. Das war der Freitag.

Am Samstag wurde es dann Zeit für Action auf dem Feld. In der König-Pilsener Arena war bereits alles angerichtet und die erste Trainingseinheit der NFL Spieler mit Kindern und Jugendlichen war bereits in vollem Gange.

Neben Ernsthaftigkeit in den Übungen war auch immer wieder zu sehen, dass Spieler und die Kids Spaß hatten, selbst wenn es mal anstrengend wurde oder Liegestützen gemacht werden mussten.

Es hatte den Eindruck, dass das dem Training ähnelt, wie es in den USA schon im Jugendbereich durchgeführt wird. Häufig gaben die Spieler den Kids noch Tipps und Ratschläge, welche oftmals dann noch für die Kleinen übersetzt werden mussten. Aber sie alle waren äußerst aufmerksam und strengten sich an. Das honorierten die Stars der NFL mit Abklatschen und Anfeuerungen.

Richtig geil wurde es, nachdem das Zirkeltraining vorbei war. Dann gab es Duelle zwischen Verteidigern und Receivern. Wurde ein Ball gefangen, so jubelten die NFL Receiver, bzw. Offensivspieler und feierten die Kids, als hätten sie den alles entscheidenden Touchdown erzielt.

War es jedoch eine Interception oder sehr gute Verteidigung, so waren es natürlich die Defensivspieler, die jubelnd zu den Kids gelaufen sind und mit ihnen zelebrierten. Es war wirklich ein Anblick für die Götter. Spaß an allen Ecken und Enden.

Zwischendurch fand man einige Spieler auch bei den Cheerleadern, nicht nur um für Fotos zu posieren. Eine junge Dame machte ein paar Tanzschritte und Bewegungen vor, doch die skeptische Blicke von Kenny Moore verrieten, dass ihm das nicht so ganz Geheuer erschien.

Nachdem sich die vielen jungen Nachwuchstalente noch zu einem Gruppenbild aufstellten war der erste Teil des Tages schon vorbei. Viele zufriedene, wenn auch teilweise müde Gesichter, waren zu sehen. Aber überwiegend strahlten doch alle die Freude darüber aus mit waschechten NFL Profis trainiert zu haben.

Während der Pause zeigten sich mehrere Cheerleadergruppen auf dem Feld, die wirklich lange aktiv waren. Ungefähr eine Stunde lang boten sie eine tolle tänzerische Darbietung mit vielen Choreographien und auch Stunt-Elementen. Vor einer jungen Dame in blauem Gewand ziehe ich alle meine Hüte, die ich habe. Nicht nur, dass sie gekonnte Rückwärtssaltos machte, nein sie landete auch noch im Spagat dazu. Meinen Respekt vor dieser turnerischen Leistung.

Anschließend kamen so langsam die Herren aufs Feld für das nächste Training. Wo bei den Kids noch eine großzügige Mischung aus Spaß und Ernst vorhanden war, überwog eindeutig die Konzentration und der Ernst der Trainingseinheiten bei allen Teilnehmern. So kam es mir jedenfalls von außen betrachtet vor.

Nach einigen Trainingsstationen schien der ein oder andere Teilnehmer schon an oder sogar über seine Grenzen hinauszugehen. Einer meinte sogar, dass es eindeutig härter sei, als bei ihm im Verein.

Apropos Vereine: viele Trikots mit unterschiedlichen Farben mit Spielern aus den unterschiedlichsten Städten waren zu sehen. Die wohl größte Gruppe stellten die Lumberjacks aus Brilon, aber auch aus Gelsenkirchen waren viele da. Überhaupt war es nachvollziehbar, dass insbesondere aus der Region um Oberhausen viele Spieler zugegen waren. Zu meiner Freude entdeckte ich irgendwann auch einmal jemanden aus meiner Gegend von den Hanau Ravens. Aber auch ein Sentinel aus Bad Homburg, ich hätte ihn fast übersehen, wenn Marc mich nicht darauf hingewiesen hätte, war vor Ort.

Ebenfalls war es interessant zu sehen, dass auch Spieler aus dem Ausland, präziser gesagt aus Polen, am Camp teilnahmen. Wenn ich es richtig erkennen und herausfinden konnte, dürfte es sich um vier Spieler + Trainer aus Kąty Wrocławskie, einer kleinen Stadt in der Nähe von Breslau, handeln. Aber auch jemanden aus Grevenmacher (Luxemburg) konnte ich ausfindig machen.

Wie auch schon bei den Kids war nach dem Zirkeltraining das Duell zwischen Receivern und Defensivspielern auf dem Plan und da kam dann auch wieder mehr Spaß bei allen Teilnehmern ans Tageslicht. Es wurde gejubelt, gefeiert, abgeklatscht und Tipps gegeben.

Zum Abschluss wurde noch ein sehr kleines Scrimmage zwischen Offensive und Defensive gespielt, bei dem Running Backs im Vordergrund standen. Die teilnehmenden Spieler sahen erschöpft, aber glücklich zugleich aus.

Insgesamt waren es zwei tolle Tage, an denen sich die NFL Spieler äußerst gelassen und professionell, aber irgendwie auch wie Jungs verhalten haben, die das Spiel mit dem Ball – wenn auch in Eierform – einfach lieben.

Schade war nur, dass ich nicht mehr an der Fanparty und dem Sonntag teilnehmen konnte, denn da wurden noch die Damen trainiert und das Finale des Madden NFL Turniers gespielt. Doch alles in Allem kann ich mich nicht beschweren; warum auch? Viele Menschen, mich eingeschlossen, haben in Oberhausen etwas Wunderbares erlebt, das sich so schnell wohl nicht wiederholen wird.

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Nicht vergessen: das Interview mit Cameron Meredith wird in der Printausgabe der Touchdown24 erscheinen.

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