Batman was coming home. Ein seltener Besuch einer Fledermaus, die mir ein besonderes Erlebnis bescherte.

Manchmal passieren Dinge, von denen man nie erwartet, dass sie passieren könnten. So war es auch in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli, als ich gerade bequem auf der Couch saß und auf das Beenden der Uploads einiger Bilder vom Footballspiel aus Rüsselsheim wartete.

Alle Bilder „meiner“ Fledermaus „Neymar“ 15.07.2018

Ich schaue irgendeine Verbrechensdokumentation, als auf einmal ein relativ großes Etwas durch mein Wohnzimmer kreiste. Zunächst hatte ich keine Ahnung, was sich da in meine Wohnung geschlichen hatte und rätselte, leicht schockiert, was es sein könnte. Für eine überdimensionierte Motte war der Körper aber zu groß, so viel konnte ich erkennen.

Doch was war es dann? Ich rätselte und meine Katze hatte ihren Jagdtrieb bereits gefunden und saß hochkonzentriert auf ihrem Kratzbaum. Aber das fliegende Etwas war clever genug, um genügend Abstand zwischen sich und dem Feind zu halten. So sah meine Katze nur hinterher und hatte keine Chance, das unbekannte Flugobjekt zu erwischen.

Okay, dann passierte etwas, das die Lage aufklärte, denn das fliegende Etwas wurde müde und wollte sich wohl ausruhen und setzte sich kopfüber an meine Lampe und kurz darauf ebenfalls kopfüber an meine Gardinenstange.

Da ging mir ein Licht auf. Welche Tiere setzen sich freiwillig kopfüber zum Abhängen hin? Richtig! Fledermäuse. Ich hatte also eine Fledermaus in meinem Wohnzimmer. Ich fragte mich, wie sie hereinkam und noch wichtiger: wie ich sie wieder unverletzt in die Freiheit bekomme.

Fledermaus-15

Nun bin ich auch kein Fledermausexperte und wusste mir zunächst nicht zu helfen. Aber eine Bekannte konnte mir eine Hilfe sein und so rief ich sie an. Mein Glück, dass sie noch wach war und mir ein paar gute Ratschläge geben konnte.

Die Katze musste raus, die Tür des Wohnzimmers geschlossen werden. Das war relativ einfach. Abgesehen davon, dass es meiner Katze nicht so sehr gefiel, gerade wo es spannend wurde, das Zimmer verlassen zu müssen. Aber die Fledermaus sollte schließlich kein Snack werden.

Es hieß dann erstmal zu schauen, wo sich die Fledermaus befindet, nicht dass sie vielleicht doch irgendwo leicht verletzt auf dem Boden lag. So habe ich Gardinen und Vorhänge hin und her geschoben, bis sie irgendwann, zu meinem Schreck, über mich hinweg flog. Heiliger…, dachte ich. Aber gut, sie fliegt und scheint unverletzt. So öffnete ich das Fenster und hoffte, dass sie schnell den Weg in die Freiheit findet.

Wenn das mal so einfach wäre. Gekonnt kreiste sie im Wohnzimmer herum, immer wieder knapp über mich hinweg, aber mied das geöffnete Fenster. Nicht ganz so gut. Geduld wurde mir gesagt. Kurz darauf wurde sie erneut etwas müde und fand ein Versteck hinter dem Bild der Frankfurter Skyline. Fledermaus-23

Das war mal ein richtig gutes Versteck, denn sie zeigte sich nur wenig. Meistens war sie kaum zu sehen. Auf dem Bild hier hat sie gerade geprüft, ob die Lage für sie sicher ist. Zunächst versuchte ich sie dazu zu bewegen auf meinen handschuh zu krabbeln, damit ich sie ans Fenster bringen konnte, doch sie zog es vor rückwärts zu krabbeln und so hinter dem Bild zu verschwinden. Auch das Angebot auf einen Stock zu krabbeln, von dem sie hätte abhängen können, lehnte sie dezent ab.

So hieß es warten. Und ganz nebenbei zu hoffen, dass das geöffnete Fenster keine Einladung für weiteres Fliegevieh bedeutet.

Aber es kamen keine weiteren Tiere herein. Dafür aber flog die (oder der) kleine Flatter wieder muner durch die Wohnung. Gutes zureden half auch nicht. Das schien auch ignoriert zu werden. Aber ich glaube, dass diese kleine Fledermaus noch relativ jung und mit der Situation total überfordert gewesen war.

Ich öffnete zusätzlich zum Fenster noch die Balkontür und ging auch auf die andere Seite des Zimmers. Vielleicht stand ich ihr einfach im Weg. Zunächst schien das auch zu helfen, aber sie zog es vor, den Vorhang als möglichen Erholungsplatz zu benutzen, nachdem ihr die Gardine nicht besonders gefiel.

Irgendwie war ich schon dabei mich damit abzufinden, dass ich ein neues Haustier habe, aber da war schließlich noch meine Leah, die davon nicht besonders viel halten würde. Okay, also den Vorhang leicht bewegen, damit sie dort nicht einschläft und siehe da, nun kam sie tatsächlich in die Nähe der geöffneten Fenster. Fledermaus-18

Aber hindurch wollte sie noch nicht. Wieder suchte sie eher einen Platz zum Erholen, krabbelte erneut auf der Gardine herum, ehe sie am Fensterrahmen des geöffneten Fensters Halt machte und… wieder in der Wohnung kreiste.

Plötzlich, ganz unerwartet, nahm sie den direkten Weg hinaus in die Freiheit. Ich dachte erst, dass ich nicht richtig gesehen habe und schloss zuerst die Balkontür. Das wäre ja noch was gewesen: auf der einen Seite raus und auf der anderen wieder herein. Aber nein, sie war tatsächlich hinaus in die Freiheit geflogen.

Ich prüfte noch, ob sie sich nicht irgendwo am Fensterrahmen befand, aber da war keine Feldermaus mehr. Fenster zu und nach guten zwei Stunden war dieses Erlebnis, dieses kleine Spektakel vorbei.

Neymar habe ich sie im Nachhinein getauft. Besser als „Flattermann“, oder? ich hoffe, dass sie den Weg nach Hause gefunden hat und nun recht stressfrei ihre Runden dreht.

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