Buch-Rezension zu „Jamil – Zerrissene Seele“

 

Dieses Buch und diese Geschichte haben es in sich. Nicht nur, dass mir eine Nacht mit Schlaf geraubt wurde, nein die Story ist so toll und einnehmend, dass ich dieses Buch nicht weglegen konnte.

Neugierig geworden?

Erstmal ein paar Fakten:

Jamil – Zerrissene Seele“ von Farina De Waard aus dem Fanowa Verlag in Bosau.

Genre: Fantasy

Eine vorerst abgeschlossene Handlung auf insgesamt 468 Seiten. Das Buch erschien bereits am 05.03.2016. Meine Lesezeit betrug ca. 9 Stunden (so gut wie durchgehend).

Klappentext:

„Es heißt, vor vielen hundert Wintern erleuchteten unzählige Sterne den Nachthimmel taghell“, begann Ashanee und deutete hinauf in die Dunkelheit. „Doch etliche Sterne sehnten sich danach, der Welt Wärme und Wandel zu schenken und lösten sich daher vom Himmel. Begierig nach Macht, wollten manche so viel Einfluss wie die strahlende Sonne und vergaßen sich darüber selbst. Sie verglühten als Feuerregen und entstiegen den Flammen als Dämonen. Erfüllt von Hass, brachten sie Krieg und Mord über die Menschen. Die ruhigeren Sterne aber hüllten sich bei ihrer Ankunft in Wasser und Nebel. Sie verglühten nicht, sondern kühlten ab und wurden so zu Geistern des Mondes, die uns Schutz und Heilung gewähren, wenn wir ihrer würdig sind.“

Jamil starrte hinaus aufs Meer, während er der Legende lauschte. Er spürte die prickelnde Kraft des Mondes auf seiner Haut doch in seinem Inneren tobte ein fremdes, brodelndes Feuer.“

Bevor es an den Inhalt geht, zunächst ein paar Worte zum besonderen Cover. Denn es handelt sich um ein Wechselbild. Je nachdem, wie man das Buch hält, sieht man entweder einen bläulichen friedlichen jungen Mann oder aber einen feurigen, düster dreinschauenden jungen Mann. Beides die Hauptfigur Jamil.

Der Anfang ist etwas schwierig, da relativ hektisch. Es fallen viele Namen, denen eine Zuordnung noch etwas schwer fällt.

Die spätmittelalterliche Stadt, in der Jamil und seine Familie leben, wird angegriffen und sie müssen fliehen. Gerade so schaffen sie es auf eines der letzten verbliebenen Schiffe, die noch seetauglich sind, und stechen in See. Die lange Fahrt führt sie zu einem weit entfernten Land und einer Küste, die sie notgedrungen besiedeln.

Dort ist Jamil nach weniger Zeit auf einer kleinen Erkundungstour und begegnet einer fremden jungen Frau. Er möchte sich ihr nähern, aber wird von Pfeilen getroffen und stürzt eine Klippe hinunter. Eigentlich dürfte er diesen Sturz nicht überleben, wird aber an der Küste vor den Klippen gefunden. Lebend!

Eine Seherin, die ebenfalls mit Jamils Leuten auf dem Schiff war, macht ihn als Dämon aus und brandmarkt ihn metaphorisch. Seine Familie und alle anderen wenden sich von ihm ab und ihm wird nicht geholfen.

Ashanee, die bereits im Klappentext erwähnt wird, ist die einzige Person, die ihm hilft. Sie gehört nicht zu den Geflohenen vom Schiff, sondern stammt aus einer kleinen Siedlung, welche bereits schon lange an diesem Ort existiert. Sie hilft ihm heimlich über einen längeren Zeitraum hinweg.

Ab diesem Punkt beginnt die Geschichte, die in drei Handlungssträngen parallel verläuft. Natürlich ist eine davon die von Jamil, der mit seiner neuen Identität als Dämon zurechtkommen muss. Eine weitere handelt von Ashanee und den Siedlern des Landes während die dritte von Jamils Bruder, Balor, und den Geflohenen handelt.

Gewiss überschneiden sich die Handlungsstränge immer wieder, liefern aber sehr tiefgründige Einblicke in die Zustände und Weltanschauung aller Beteiligten.

Die Geschichte ist sehr durchdacht und überrascht häufiger mit unerwarteten Ereignissen oder Wendungen. Auch der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und durchaus wortgewandt. Es ist nicht wirklich ermüdend oder anstrengend auch über eine längere Zeit hinaus zu lesen.

Menschen mit einer blühenden und lebhaften Fantasie, so wie ich einer bin, werden es sehr schwer haben das Buch für einen längeren Zeitraum aus der Hand zu legen. Dabei ist es sehr hilfreich, dass Situationen recht detailliert beschrieben werden.

Mir erging es tatsächlich so, dass ich in der Nacht vor dieser Rezension, als ich das Buch las, kein Auge zumachen konnte. Das Buch und die Geschichte hielten mich wach. Ich war so sehr vertieft und gebannt, dass ich sogar ungewollt meine Katze ignorierte.

Wäre ich Regiesseur, würde ich sofort damit beginnen, eine Verfilmung dieses Meisterstücks aus der Feder von Farina De Waard zu planen.

Aus den oben benannten Gründen, kann ich dieses tolle Buch für Fantasy-Fans absolut empfehlen.

Quelle des Beitragsbildes: Jamil Demon within

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