Football Deutschland – Beleuchtung

Der letzte Beitrag hatte ein paar Wellen geschlagen. Verständlich – auch nach meinen neuen Erkenntnissen. Es gab hierzu unterschiedliche Kommentare und Nachrichten, welche sich von Verständnislosigkeit bis zu teilweisem Nachvollziehen (zu einzelnen Punkten) erstreckten.

Es gab aber auch einige wenige Menschen, die von sich angeboten haben, Licht ins Dunkel zu bringen, bzw. für Richtigstellungen zu sorgen.

Mir ist aber auch aufgefallen, dass eine Stelle, die ich als Ironie verpackt hatte, gar nicht als Ironie erkannt wurde. War sie so schlecht verpackt? Anscheinend.

Bevor ich die Beleuchtung beginne, nehme ich mal den Part der Ironie heraus, der aus dem Zusammenhang gezogen worden ist und nur für sich selbststehend betrachtet wurde, was nicht dem Kontext entspricht, in dem ich diesen gestellt hatte.

Zitat: „…dass es in Frankfurt eine Mannschaft gibt.

Mittlerweile weiß ich, dass es zwei Mannschaften gibt (warum gibt es eigentlich kein Frauenteam? Zieren sich die Cheerleader noch – oder woran liegt das?)

Dieser Passus war nur und ausschließlich auf Frankfurt bezogen und nicht verallgemeinert auf das ganze Land. Das was in Klammern steht, war, bzw. ist die angesprochene Ironie. Mir ist schon bewusst, dass Cheerleading und Football Spielen durchaus zwei verschiedene Paar Schuhe sind.

Woran oder worin lag das Missverständnis an diesem Passus? War es nicht aus dem Kontext zu entnehmen (der vorangehende Satz, sowie die folgenden Sätze), dass ich diese Aussage auf mein regionales Umfeld (Frankfurt am Main) bezog? Oder wurde der Kontext des in Klammern stehenden Satzes auf die Überschrift des Beitrages gelegt? Gegebenenfalls selektive Wahrnehmung? Ich hätte dies gerne von den Personen, die sich explizit auch auf diesen Passus bezogen haben, gewusst, damit ich das nachvollziehen kann.

 

Nun aber zur eigentlichen Beleuchtung, denn die erhaltenen Informationen möchte ich nicht für mich behalten. Insbesondere drei Personen waren sehr hilfsbereit und ich danke ihnen hierfür. Auch aus vielen Kommentaren heraus ließen sich hilfreiche Informationen gewinnen.

Die drei Personen sind: Anne (Berlin Rebels), Daniel (Sauerland Mustangs) und Ruud (SVC Castellaun Rams). Vielen lieben Dank euch.

Es gibt jedenfalls nicht das eine spezielle Problem, sondern vielmehr eine lange Liste an Faktoren, die den Football und somit die Organisation betreffen. Fast kein Verband, Liga oder Mannschaft bleibt davon nicht betroffen. Die GFL Mannschaften haben es da wahrscheinlich noch am Einfachsten; wobei „einfach“ nicht so einfach ist, wie es klingen mag.

Dass die meisten Organisatoren, ob Verbände oder Vereine usw., überwiegend im Ehrenamt tätig sind, wurde von mehreren Seiten bestätigt. Dies war aber auch ohne die Bestätigungen offenkundig, unterstreicht es aber jedoch.

Bei den Ligeneinteilungen, die prinzipiell schon unter Vorbehalt fertig erstellt sind, konnte ich mit den Informationen, die ich nun habe, mit einem ganz anderen Blick darauf schauen. Dass viele Verbände diese selbst noch nicht veröffentlicht haben, ist nun durchaus verständlich. Dass es Vereine gibt, die es aber schon gemacht haben, obwohl die dazugehörigen Verbände es noch nicht getan haben, scheint vor Allem daran zu liegen, dass die betreffenden Vereine eine relativ solide Planungssicherheit für die kommende Spielzeit haben.

Es könnte durchaus möglich sein, dass insbesondere in den unteren Ligen Vereine nicht genügend spielberechtigte Spieler zusammenbekommen oder die finanzielle Lage mehr schlecht als recht ist, so dass die Lizenzgebühren nicht bezahlt werden können.

Das wären dann schon zwei der Gründe, weswegen Terminierungen, vorwiegend in den unteren Ligensystemen, sehr lange dauern.

Ein weitaus größeres Problem, das ich selbst gar nicht als solches gesehen hatte, sind tatsächlich die verfügbaren Spielorte. Sicher gibt es hier auch Ausnahmen, wie es bei den Ingolstadt Dukes der Fall ist, die über ein Stadion frei verfügen und deshalb schnelle Terminierungen ermöglichen können. Diese Ausnahmen gibt es durchaus von Liga 1 bis Liga 7 – stellen aber leider wirklich eine Ausnahme dar. Die meisten Vereine teilen sich den Spielort mit weiteren Vereinen aus anderen Sportarten. Vorwiegend natürlich dem Fußball. Und sehr häufig steht Football an letzter Position, was sehr schade ist. Wer nicht gerade einen Kontakt in den städtischen Ämtern besitzt, muss hoffen und bangen, dass die Zuteilung eines vernünftigen Spielortes zügig von Statten geht. Mit diesem Umstand habe ich wahrlich nicht gerechnet, wenn man bedenkt, wie viele Sportplätze es überall gibt.

Schiedsrichter. Sie fehlen an allen Ecken und Enden. Es gibt einfach zu wenige und auch sie müssen schließlich Zeit und Wege für die Spiele aufbringen. Während es im Fußball zur Not auch ausreicht mit einem einzigen Hauptschiedsrichter zu spielen, ist es im Football schon wünschenswert im Optimalfall mit deren sechs das Spiel zu beginnen. Man sagte mir zu diesem Punkt, dass es relativ wenig Freiwillige gibt, die überhaupt Schiedsrichter sein möchten / werden wollen. Nun gut, kann ich verstehen. Selber spielen ist auch interessanter, als sich unbeliebt zu machen. Apropos unbeliebt machen: wie wäre es, wenn ich einen Schiedsrichterlehrgang…? Ich glaube, wenn ich an manch einen Kommentar denke, sollte ich dort nicht als Streifenhörnchen auftauchen. (Achtung Ironie und Sarkasmus)

Ein weiteres Thema sind Sponsoren. Nun gut, die GFL Teams dürften an sich weniger Probleme haben hier welche zu finden, dafür sind es natürlich die kleineren Vereine in den unteren Ligen, die hier selten größere Beachtung erhalten. Bei den ganz kleinen Vereinen, bzw. in den untersten Ligen, sind es am Ehesten noch Vergünstigungen, die als Sponsoring angeboten werden. Ich weiß noch aus meiner aktiven Zeit im Kreisligafußball, dass auch dort Vereine durchaus einen eigenen Sponsor haben, die finanzielle Unterstützung anbieten und nicht reine Vergünstigungen.

Das macht es den Verantwortlichen häufig schwer den finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Seien es Lizenzgebühren, Reisekosten oder die Bezahlung der Schiedsrichteraufwendungen oder aber auch die Miete für den Sportplatz.

Auch die komplette Ausrüstung für einen Spieler ist nicht gerade günstig. Eine qualitativ gute Ausrüstung kann durchaus 500 € oder mehr kosten. Und diese Kosten werden von den Spielern selbst getragen. Ein teurer Spaß.

Aber es gibt auch noch andere, eher kleine Dinge, die sich in der Summe aber auch ansammeln und für einen reibungslosen Spielablauf notwendig sind. Manchmal fehlt es auch an Freiwilligen, die die First-Down-Marker bedienen und herumtragen und andere Helfer, die kleine Dinge übernehmen, wie die Downanzeige zum Beispiel.

Summa Summarum fehlt es gerade in den unteren Bereichen an Menschen. An Menschen, die sich für den Sport interessieren und ihre Zeit dafür aufbringen möchten.

Als letzten Punkt für diesen Beitrag habe ich dann noch die öffentliche Wahrnehmung des Sports an sich. Natürlich wäre es im TV der Idealfall, zweifelsohne. Das GFL Finale aus Berlin wurde auf Eurosport übertragen; das hatte ich im vorhergehenden Artikel dezent, aber nicht gewollt, unterschlagen. Die finanzielle Rentabilität für den Sender ist wohl das entscheidende Kriterium, das wohl ausschlaggebend dafür ist, dass sich nicht viel über ein GFL-TV hinaus realisieren lässt.

Aber es ist nicht nur die Präsenz in bewegten Bildern. Es mangelt auch im regionalen Bereich am Interesse der Printmedien was teilweise auch gleichbedeutend ist mit Artikeln und Beiträgen im Internet. Abgesehen natürlich von den Beiträgen, die die Vereine selbst in den sozialen Medien anbieten. Das aber wiederum ist dann mehr an Kenner und Interessierte gerichtet, die bereits ihr Interesse bekundet haben. Wirklich öffentlich, so dass auch Menschen damit in Kontakt kommen, die damit wenig zu tun haben, ist es leider nicht.

Wie lässt sich diese Präsenz in der Aussendarstellung und Öffentlichkeit verbessern? Wie lassen sich Menschen und potentielle Geldgeber mit dem Sport in Kontakt bringen? Ich bin kein Marketingexperte, aber denke, dass sich auch kleine und einfache Dinge realisieren lassen, die nicht gleich mit Kosten verbunden sind. Bestimmt hat jeder eine Idee, was man machen könnte, wie zum Beispiel das Mitlaufen bei einem Karnevals- oder Fastnachtsumzug. Wobei das aber Kosten verursachen kann, was aber von Stadt zu Stadt und Gemeinde sehr unterschiedlich ist. Zumindest wäre das eine optische Aussenwirkung. Die Realisierungsfrage ist, wie gesagt, regional abhängig, bezugnehmend auf die Kosten.

Euch fällt bestimmt etwas ein, das deutlich besser ist als meine Idee; aber Ideen kosten noch nichts. Also zumindest so lange Politiker noch keine Ideensteuer verabschieden. Schreibt doch einfach eure Ideen in die Kommentare und wer weiß, vielleicht gibt es etwas, das einfach und gut ist.

Bis zum nächsten Mal. Euer Pat

Und zum Abschluss nochmals mein persönlicher Dank an Anne, Daniel und Ruud.

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Football Deutschland – Willkommen zum Chaos

Da die Partnerseite All-About-Football.de seit heute mit einem neuen Logo und im neuen Look erstrahlt, gibt es auch zum Jahreseinstand den ersten Beitrag über Football.

Warum ist der Titel des Beitrages so, wie er ist?

Nun, in den letzten Wochen haben Marc Junge und ich versucht an Informationen zu kommen, die für die neue „AAF“ Seite wichtig sind. Dazu gehören insbesondere Ligeneinteilungen und Spielpläne der Ligen. Von der GFL bis in die unterste Liga möchten wir dort gerne informieren – zumindest mit Ergebnissen.

Man merkt bei der Suche nach diesen Informationen aber sehr schnell, dass American Football und deren Organisatoren (Verbände usw.) doch noch sehr amateurhaft gestaltet und besetzt ist.

Von der GFL gab es bereits schon vor Längerem einen Rahmenterminkalender, den jeder einsehen konnte. Wenngleich es gar nicht so einfach war diesen zu finden. Jedenfalls gab es vor einigen Tagen dann den tatsächlichen Plan für die GFL als auch für die GFL2. Wobei Plan vielleicht nicht das richtige Wort ist, denn die Spiele sind noch nicht zu 100% terminiert. Die Spielansetzungen sehen daher so aus:

25. / 26. 08. 2018 – Team A vs. Team B

Es ist zwar schön zu wissen, dass ein Team an besagtem Wochenende ein Heim- oder Auswärtsspiel hat; doch wann genau ist noch offen.

Es gibt aber Vereine, die dann recht schnell sind. So, wie die Ingolstadt Dukes, die praktisch wenige Minuten nach Veröffentlichung dieses Plans direkt ihren Spielplan für die Spielzeit 2018 öffentlich machten. Faszinierend dabei war, dass die Ingolstädter bereits feste Termine, Tage und Uhrzeiten für ihre Heimspiele aufführen konnten. Wie geht das? Und warum sind andere Mannschaften nicht genauso schnell?

War diese Planung bei den Vereinen schon vorher bekannt? Vermutlich ja. Anhand des Rahmenterminkalenders war es eigentlich nicht möglich Heimspiele fest zu planen. Es sei denn der Verein würde auf eigene Faust handeln und der GFL dann mitteilen, wann die eigenen Heimspiele stattfinden. Wenn das aber wiederum alle machen würden -> Willkommen im Chaos. Also was genau funktioniert und was funktioniert nicht? Weswegen kann eine Mannschaft so schnell mit festen Terminen glänzen, während andere anscheinend bis dahin noch gar nicht im Bilde waren. Zumindest ist das der Eindruck, der sich mir als Außenstehender bietet.

Selbstverständlich ist noch viel Zeit, bis die Saison 2018 beginnen wird, aber es erscheint mir doch irgendwie komisch, bzw. seltsam. Natürlich gibt es durchaus Gründe, warum manche Vereine noch keine Planung bei den Spielen machen konnten, aber das dürfte nicht die Regel sein. Oder haben so viele Vereine finanzielle oder anderweitige Sorgen, dass eine langfristige Planung gar nicht möglich ist?

Diese Frage wird wohl offenbleiben. Zumindest von der höchsten Spielklasse in diesem Land erwarte ich, dass ein veröffentlicher Spielplan zu 99% final ist. Oder ist diese Erwartung an die GFL bereits zu hoch?

Apropos Erwartung(en) an die GFL: Wurde schon mal darüber nachgedacht mit Pro7 / Pro7maxx in Verbindung zu treten, um vielleicht ein GFL Magazin auf den TV zu bringen? Es müssen keine Spiele live übertragen werden. Aber ein Magazin, das während der Saison Spielberichte und Zusammenfassungen zeigt, das wäre doch die perfekte Werbung für den Sport, denn das Zuschauerpotenzial ist vorhanden und definitiv größer, als die Zuschauerzahlen bei den Spielen in der GFL.

Ich nehme mich als Beispiel:

Bis vor Kurzem hatte ich mit American Football wenig am Hut. Aber ich wusste, dass es in Frankfurt eine Mannschaft gibt.

Mittlerweile weiß ich, dass es zwei Mannschaften gibt (warum gibt es eigentlich kein Frauenteam? Zieren sich die Cheerleader noch – oder woran liegt das?) und in meinem Umkreis derart viele Vereine, die im Ligabetrieb spielen, dass mich diese Masse beinahe erschlagen würde. Ich vermute, dass viele Menschen gar nicht wissen, dass sie praktisch einen American Football Verein vor der Haustür haben.

Dieses GFL-TV wird zwar eine schöne Sache sein, aber dafür muss man schon wissen, dass es die GFL überhaupt gibt. Es ist praktisch so, dass dieses Angebot nur an Insider gerichtet ist, was nicht wirklich viel an neuen Zuschauern und Fans einbringen wird.

Das bringt mich wieder zurück zu Pro7maxx. Die Zuschauerzahlen und Quoten sind dort ordentlich, warum also nicht im Sommer ebenfalls American Football an den Mann und die Frau bringen? Mich erinnert das an Politiker, die nicht über den Tellerrand hinaussehen können oder wollen. Der Blick auf das Wesentliche scheint manchmal ausgeblendet zu werden, was sehr schade ist.

 

Aber mal zurück zu Ligeneinteilungen und Spielplänen. Denn ab dieser Saison soll definitiv an den Ligeneinteilungen gearbeitet werden, damit diese angenehmer sind. so weit ich es verstanden hatte, soll es bis in die unterste Spielklasse im Optimalfall jeweils 8 Teams pro Liga geben. Ähnlich dem GFL-Modell. Zumindest aber eine gerade Anzahl an Mannschaften.

Das führt dann aber zu den nächsten chaotisch wirkenden Umständen, die von Landesverbänden verursacht werden. Okay, ich kann verstehen, dass das alles keine einfache Arbeit ist und viele Dinge berücksichtigt werden müssen. Ebenfalls kann ich nachvollziehen, dass viele – oder fast alle – Menschen, die diese Dinge bearbeiten, ehrenamtlich tätig sind. Wo soll auch das Geld herkommen?

Dennoch sollten sich so manche Verbände darüber Gedanken machen, ob ihr Webauftritt wirklich transparent und nachvollziehbar ist, denn eigentlich ist es keiner so wirklich. Wobei sich hier insbesondere der bayerische Verband (AFVB) positiv hervortut, denn dort kann man Tabellen, Spielpläne und damit auch Ergebnisse, recht einfach finden.

Jedenfalls sind Ligeneinteilungen oder Spielpläne Dinge, die man grundsätzlich nicht so einfach findet. nun kommt aber das Chaos und die Vorgehensweise, die ich nicht so ganz nachvollziehen kann:

Es gibt tatsächlich Verbände, die zumindest die Einteilungen schon fertig haben. Das ist super, das ist fantastisch. Damit kann man schon mal arbeiten. Natürlich fehlen noch die exakten Spieltermine, aber das ist okay. (Schöne Grüße in den Osten des Landes – ihr seid gemeint)

Dann wiederum gibt es Verbände, bei denen anscheinend auch schon so gut, wie alles fertig zu sein scheint, aber noch gar nichts veröffentlicht wurde. Woher ich das weiß? Nun, es gibt Vereine, die die Ligeneinteilungen und Spielansetzungen ihrer Liga bereits in einem Nachrichtenartikel oder auf Facebook veröffentlicht haben. Damit kann man auch schon etwas anfangen, selbstverständlich. Aber wenn auf Nachfrage der Verweis auf den Landesverband gegeben wird, dann schaut man wieder nur in die Röhre.

Ich persönlich kann diese Vorgehensweisen nicht wirklich nachvollziehen. Wenn schon alles halbwegs fertig ist, warum werden die Verbandsseiten nicht zuerst aktualisiert und die Saison 2017 ins Archiv verschoben? Mir ist durchaus bewusst, dass das Arbeit ist, die wahrscheinlich nich bezahlt wird, aber gemacht werden muss sie so oder so.

Ach und die Auf- und Abstiegsregelungen sind auch ein Rätsel. Wie genau läuft das eigentlich ab der 3. Liga ab? Wo bekommt man Informationen? Wie werden diese Spiele ausgetragen? Gibt es Gruppen? Gibt es direkte Spiele gegeneinander?

Fragen über Fragen und Umstände, die ich nicht wirklich verstehen kann. Vielleicht liegt es aber auch an meinem Perfektionismus, denn ich würde gerne schon vorplanen, wann ich wohin zu welchem Spiel gehe. Hoffentlich tauchen bald neue Informationen auf.

Und wer mich bei einem Spiel findet, darf mich – nein, nicht behalten – gerne grüßen und mit mir sprechen.

Bis dahin – Euer Pat

Playoff-Halbfinale in Braunschweig Teil 2

Da stand ich nun also in der Nähe der Seitenlinie, nahe der Teamzone von Frankfurt. Etwas verunsichert, ob dessen, was ich da eigentlich nun tun sollte, wirkte ich wahrscheinlich auf andere Menschen wie bestellt und nicht abgeholt. Also fing ich an mit sicherem Abstand ein paar Bilder zu machen. Nach und nach wagte ich mich auch ein wenig näher an die Seitenlinie heran, dorthin wo auch die anderen Fotografen standen. Eine bessere Sicht auf das Spiel hatte ich jedenfalls von dieser Position und ich wirkte nicht mehr so ganz verloren mit meiner knallgelben Sicherheitsweste. Während andere Fotografen nach rechts und wieder zurück nach links und um die Teamzone der Frankfurter herum auf die andere Seite zur anderen Endzone liefen, blieb ich erstmal rechts neben der Frankfurter Teamzone und hielt mich dort auf. Natürlich wollte ich das Spiel schließlich auch sehen.NYLSFUHF (12 von 120)

In der Frankfurter Teamzone sah ich dann auch Randie Agnew. Bis dahin hatte ich ihn anscheinend übersehen. Also schnell mal hin und begrüßen. Er fragte mich tatsächlich wie es mir geht. Dabei ist er doch verletzt und nicht ich.

Die meiste Zeit stand ich vor den Fans der Frankfurter, die durchaus sehr laut waren. Lauter als zuletzt die Dresdner in Frankfurt. Das dürfte aber auch daran gelegen haben, dass ziemlich viele Fans der Universe den Weg von Frankfurt nach Braunschweig auf sich genommen haben. Apropos laut: wenn man selbst auf der Tribüne ist, kann man das gar nicht wirklich einschätzen, wie laut die Anfeuerungen bei den Spielern ankommen. Ich sage euch: sehr laut. Natürlich waren nicht nur die Gästefans aus Frankfurt sehr laut, nein auch die Fans der Braunschweiger machten deutlich bemerkbar, dass sie hier das Sagen haben.NYLSFUHF (93 von 120)

Während es als Fan auf der Tribüne schon recht emotional ist, ist es doch kein Vergleich, wenn man so nah an den Spielern ist. Diese fiebern mit ihren Teamkollegen mit, feuern sie an, jubeln und rufen sich gegenseitig etwas zu. Das ist sogar noch emotionaler. Hat man diese beiden Emotionswelten; also eine vor sich, bzw. neben sich und die andere hinter sich, dann wächst die Anspannung um ein Vielfaches. So war es zumindest bei mir. Da gibt es doch so einen schönen Slogan eines TV-Senders: „Mittendrin statt nur dabei“. Treffender kann ich das wirklich nicht formulieren. Diese ganzen Eindrücke, Emotionen, die Fotografen und Spieler, die Sicht auf das Spiel – es ist beim ersten Mal da unten, als würde man erschlagen werden von alledem.

Beim Fotografieren von Spielzügen ist mir aufgefallen, dass es gar nicht mal so leicht ist das richtige im richtigen Moment zu erwischen. So kam ich bei diesem Spiel zu derart vielen Bildern, dass es mich davor gegraust hat, die alle zu selektieren und ggf. zu bearbeiten. Aber nichts desto trotz war es interessant sich mal als Fotograf zu üben. Wenn auch eher amateurhaft; aber das mit der Fotografie habe ich gerade erst begonnen, sodass ich mein Hauptaugenmerk weiterhin bei diesen Berichten belassen werde.

Apropos Fotografen: ich habe nun einen sehr großen Respekt vor dem was die ganzen Fotografen während dem Spiel leisten. Sie sind ständig in Bewegung und ebenfalls sehr konzentriert. Ich war selbst nach dem Spiel ziemlich erschöpft von dem hin und her Laufen und der ständigen Konzentriertheit. Ich ziehe meinen Hut vor euch Fotografen. Naja okay, meine Kappe.

CHiBS (25 von 67)Aber nicht nur die Spieler, Fotografen und Zuschauer waren interessant zu beobachten, auch die Cheerleader beider Seiten leisteten eine Knochenarbeit. Es mag tatsächlich nicht besonders auffallen, aber wenn ich schon erschöpft bin von ein wenig Laufen, wie geht es dann den Damen, die fast während dem ganzen Spiel tänzerisch in Bewegung sind? Dazu muss ich auch sagen, dass das Training, welches ich gesehen habe, durchaus harter Tobak ist. Das sind schon tänzerische Hochleistungen, die die Mädels darbieten. Auch mal einen besonderen Dank für euren Einsatz. Auch vor euch und eurem Engagement ziehe ich meine Kappe.

Je länger das Spiel dauerte umso spannender wurde es, da die Frankfurter dabei waren den Rückstand aufzuholen und beinahe auch in eine Führung umzuwandeln. Es wurde lauter und intensiver. In der Teamzone und auch auf den Tribünen. Die Spieler Frankfurts forderten durch Gesten noch mehr Unterstützung, die sie auch bekamen. Anspannung, Aufregung, Nervosität. Alles war nun stärker denn je da. Definitiv viel ausgeprägter als auf einem Tribünenplatz. Ich habe sogar, und das ist wirklich besonders erwähnenswert, vergessen zu dampfen (E-Zigarette). Während ich bei Spielen von der Tribüne aus immer genug Zeit und Luft für ein paar Züge habe, vergaß ich es einfach. Nicht mal das Verlangen überkam mich, da es so aufregend war. Zeitweise habe ich auch das Fotografieren eingestellt, da ich sowas von „drin“ war. Selten habe ich dermaßen innerlich mit einer so faszinierenden Gefühlsmischung mitgefiebert.

NYLSFUHF (76 von 120)Ich wäre am Liebsten in die Teamzone gesprungen und hätte jedem Spieler persönlich gesagt, dass sie es schaffen können. Natürlich ist das nicht erlaubt; aber getan hätte ich es. Durch diese Euphorie hatte sich nach und nach auch Energie angesammelt, die raus wollte. Aber die musste ich dann natürlich anderweitig loswerden. Wie zum Beispiel beim lautstarken Bejubeln eines wunderschönen Touchdowns der Frankfurter oder beim erneuten Herumlaufen. Natürlich habe ich auch in eurem Interesse ein Objektivauge auf die Cheerleader beider Seiten geworfen und von ihnen Bilder gemacht. Das hat mich immer wieder etwas abgelenkt und wieder ein klein bisschen runtergefahren.

Diese Eindrücke und Erlebnisse sind einfach nur der pure Wahnsinn, wenn ich das mal so schreiben darf. Gefühlt kam es mir so vor, als würden diese für ein ganzes Leben ausreichen.

Frankfurt hatte das Spiel noch einmal spannend gemacht aber dennoch mit 21:23 verloren. Gewiss ließen sie nach Abpfiff die Köpfe hängen, was auch verständlich ist. Aber mit dieser Leistung und diesem Ergebnis können sie hoch erhobenen Hauptes zurück nach Frankfurt reisen und positiv auf die nächste Saison schauen.

Nach dem Spiel gab es noch den ein oder anderen Schulterklopfer für ein paar Spieler und auch das faire Abklatschen mit einigen Braunschweigern gehörte für mich selbstverständlich dazu.NYLSFUHF (104 von 120)

Bei all diesen Erlebnissen und Emotionen, die am Ende kraftraubender waren, als ich es jemals vermutet hätte, wäre ich am Liebsten einfach in den Tiefschlaf gefallen. Das musste aber noch ein wenig warten. Zunächst hieß es runterfahren und langsam den Weg ins Hotel angehen. Nach der Verabschiedung von Peter, Marc und Christian wartete ich an der Straßenbahnhaltestelle und kam mit ein paar sehr freundlichen Braunschweiger Fans ins Gespräch. In dem Gespräch ging es um das tolle Spiel und generelle Dinge um und über Football. Dies zeigte und bestätigte mir, dass Footballfans insgesamt sehr sympathische und freundliche Menschen zu sein scheinen.

Die Saison mag für Frankfurt nun zu Ende sein, aber ich hoffe doch noch auf eine Saisonabschlussfeier oder etwas Vergleichbares. Fehlen wird mir dieser Sport und die Universe schon jetzt. Aber die nächste Saison kommt bestimmt und bis dahin kann ich ja noch NFL schauen oder Madden NFL spielen.

Den Braunschweigern wünsche ich viel Glück bei der Titelverteidigung. Ausser ihr wollt das zerbeulte Ding loswerden, dann dabei viel Erfolg. (Spaß muss sein)

Wir lesen uns!

Playoff-Halbfinale in Braunschweig Teil 1

Nachdem ich bereits von mehreren Spielen und meinen Erlebnissen in Frankfurt berichtet hatte, bot sich mit dem Halbfinale der Playoffs in Braunschweig eine Möglichkeit das erste Auswärtsspiel der Frankfurter zu begleiten und von meinen Erlebnissen dort zu berichten.

Aufgrund meiner Erkrankung war ich mir nicht sicher, ob ich dies bereits zu diesem Zeitpunkt schaffen würde, aber den Versuch wollte ich unbedingt wagen. Und wie man feststellen kann, war ich in Braunschweig und kann mit diesem Artikel mein fast unbeschreibliches Erlebnis in Braunschweig doch irgendwie beschreiben.

Eigentlich weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll, da mir gerade zu Beginn des Schreibens bei diesem Erlebnisbericht so viele Dinge und Eindrücke vom Spiel und dem Drumherum durch den Kopf gehen, dass ich mich tatsächlich ein weiteres Mal sortieren musste.

Wo fange ich denn an? Am Besten ganz vorne! In der Nacht vor dem Spiel war ich schon etwas aufgeregt und konnte erstmal nicht einschlafen. Am Morgen war es nicht anders. Und die Aufregung wurde sogar noch größer, als es endlich mit der Straßenbahn in Richtung Hauptbahnhof ging. Die Fahrt nach Braunschweig war sehr entspannt und als ich ankam bezog ich Residenz im Intercity Hotel, in dem auch die Mannschaft der Samsung Frankfurt Universe untergebracht war. Übrigens ein sehr schönes und sauberes Hotel.

Nun aber los mit der Straßenbahn in Richtung Stadion. Einige Stationen saß ich noch alleine auf einem von vier Plätzen. Doch dann, welch eine Überraschung, wurden die restlichen drei Plätze dieser Sitzgruppe von hübschen, sehr jungen Damen in Beschlag genommen, die ganz offensichtlich zur Cheerleadergruppe der New Yorker Lions Braunschweig gehörten. Sehr freundlich und sympathisch wurde einander gegrüßt.

Am Stadion wäre ich beinahe an Marc Junge (http://all-about-football.de) vorbeigelaufen, wurde aber gerade noch rechtzeitig abgefangen. Wir begrüßten uns und trafen kurz darauf auch auf Christian Roth und Peter Koch (beide von http://american-sports.info) und begaben uns in den Innenbereich des Stadions. Dass ich dies auch durfte verdanke ich Herrn Holger Fricke, der mir damit etwas ermöglicht hat, was ich absolut nicht für möglich gehalten und schon gar nicht erwartet hatte. Vielen lieben Dank Herr Fricke!

VdSiBS (1 von 60)Aber der Reihe nach, sonst bringe ich noch etwas durch einander. Das Stadion hatte ich nun von innen bewundert; mich interessierte nun aber was vor dem Stadion passiert, da eine Party zwei Stunden vor Spielbeginn begonnen hatte. Dort gab es lecker duftende Pizza und noch etwas vom Grill. Natürlich gab es auch Getränke und sogar die Pokale waren zu bewundern. Wobei ich sagen muss, dass der GFL Meisterpokal schon etwas arg zerbeult und geschunden aussieht. Kann man hier nicht mal einen neuen und schöneren machen lassen, liebe GFL? Jedenfalls standen da noch ein paar schicke Autos und auf der Bühne gab es eine Ansprache zum Spiel. Des Weiteren gab es natürlich auch Merchandise, das faszinierend günstig war. Zwei oder drei kleine Spielereien, an denen vor Allem Kinder ihren Spaß hatten, gab es auch. Was aber durchaus zu merken war, ist das familiäre Flair, das ich aus Frankfurt sehr gut kenne. Gewiss fühlte ich mich in Braunschweig nicht wie zu Hause, aber das ganze Ambiente und die positive Stimmung insgesamt erscheinen mir so, als ob es diese Art Familienfeier auch in Braunschweig gibt.

Mit Christian, Peter und etwas später auch Marc, gingen wir eine Runde auf der blauen Laufbahn um das Stadion herum. Ein durchaus interessanter Anblick. Einige Spieler warfen sich bereits Bälle zu oder machten sich anderweitig warm und auch sämtliche Cheerleader beider Teams waren sich ebenfalls am Aufwärmen.

VdSiBS (21 von 60)Zusammen mit Peter ging es über das Spielfeld quer hinüber zum Eingangsbereich. Es ist schon ein merkwürdiges, schönes und aufregendes Gefühl nicht nur im Stadion zu sein, sondern auch an der Stelle zu stehen oder zu gehen, an der auch die Teams später ihr Spiel absolvieren würden. Während Christian zu einem persönlichen Termin verschwunden ist, beobachteten wir nun das tatsächliche Aufwärmprogramm beider Mannschaften im Stadion. In Braunschweig gibt es also keine Aussenplätze hierfür. Die Spannung des Halbfinals war doch schon irgendwie zu spüren.

Pat mit WesteAls Christian wieder zurückkam, hatte er auch noch eine ganz besondere Neuigkeit für mich: ich durfte mir ein Leibchen besorgen – so eine knallgelbe Sicherheitsweste – und damit den Einlauf beider Teams auf dem Feld beiwohnen und auch fotografieren. Himmel, dachte ich, das ist mehr als abgefahren und aufregender als alles was bisher gewesen ist. Darauf musste ich mir zunächst eine Cola und ein Snickers besorgen. Nervennahrung eben.

Dann wurde es allmählich ernst, denn die Stadionuhr tickte unaufhörlich herunter und es waren nur noch gut 15 Minuten bis zum Spielbeginn. Zeit für den Einlauf beider Mannschaften. Ich stand bereits in der Nähe des Mittelkreises und sah die Frankfurter Spieler mit ihren Cheerleadern bereits in den Startlöchern stehen. Auch auf der anderen Seite standen zumindest schon Cheerleader der New Yorker Lions bereit.

VdSiBS (35 von 60)Leicht zittrig vor Aufregung hielt ich meine Kamera fester als sonst in meinen Händen und dann kamen sie heraus und beinahe direkt auf mich zu. Bloß nicht bewegen, bloß keinen Fehler machen, dachte ich mir. Aber es lief gut und ich stand immer noch auf meinen Beinen. Nach dem Einlaufen der Frankfurter war eine kurze Aufführung einer Musik- und Tanzgruppe dran. Eine interessante Darbietung für die ich gerade gar nicht den Kopf hatte und dennoch musste ich sie einfach fotografieren. Alles ging so schnell hintereinander weg, dass ich beinahe das Einlaufen der Braunschweiger ein wenig verpasst hätte. Aber ich eilte schnell zu den anderen Fotografen und konnte doch noch alles von Beginn an miterleben. Ganz viele Cheerleader standen schon Spalier als zunächst ein paar Jugendteams einliefen, bevor dann die eigentliche Mannschaft auf das Feld stürmte. Nachdem alles überstanden war, wollte ich nur schnell runter vom Feld. So eilte ich an die Seitenlinie, an der auch die Frankfurter Mannschaft ihre Teamzone hatte.VdSiBS (53 von 60)

Eigentlich hätte ich zu diesem Zeitpunkt einen Sitzplatz auf der Tribüne aufsuchen können. Doch das war alles so faszinierend und überwältigend, dass ich es einfach nicht konnte. Diese unmittelbare Nähe zu Allem. Fast wie festgewurzelt und mit einem leichten Gefühl einer Trance blickte ich in die Mitte des Spielfelds, auf die Teamzone, die Spieler und auf die mittlerweile gut gefüllten Tribünen. Beinahe unwirklich und doch real. Kurzerhand entschloss ich mich, in einem sicheren Abstand zu alles und jedem in der Nähe des Spielfeldrands zu bleiben. Nachdem mir auch meine drei Bekannten gut zugesprochen hatten, dass ich durchaus auch dort bleiben durfte, konnte ich einfach nicht widerstehen, dies auch zu tun.

Wie es weitergeht, erfahrt ihr im zweiten Teil dieses Berichts, der morgen hier erscheint. Dann wird es auch die Bilder von mir in meiner Galerie geben.

Playoffs und das letzte Heimspiel des Jahres

Dieses Mal eine Mischung aus Erlebnis- und Spielbericht.

Wer lieber nur Bilder gucken möchte, klickt >> HIER <<

Anspannung, Aufregung, Nervosität und der Wermutstropfen, dass das kommende Spiel der Frankfurt Universe gegen die Dresden Monarchs das letzte Heimspiel der Saison sein sollte. Also hieß es für mich ganz klar: das Beste aus diesem Tag machen.

Trikot angezogen, Kamera eingepackt und dieses Mal den Haaren einen feinen Ton lila untergemischt. Perfekt! Leider hat sich bei der Hinfahrt zum Stadiongelände mit der Straßenbahn herausgestellt, dass sich nicht alle Umstände beeinflussen lassen. Einen Anschluss verpasst und dann eine halbe Stunde auf den nächsten warten müssen. So kam ich natürlich viel zu spät für den Hauptteil der Power-Party an, die im Prinzip, was das Bühnenprogramm betraf, schon so gut wie vorbei war. Sehr schade, da ich gerne vorab schon ein paar Eindrücke vom Bühnenprogramm aufgenommen hätte. Also gut, positiv sehen, denn zum Spiel war ich selbstverständlich noch überpünktlich. Zunächst hieß es Bekannte begrüßen, also Marc, Christian und Peter und das dieses Mal im Presseraum.

Richtig gelesen: im Presseraum. An dieser Stelle ist als aller Erstes mein Dank an Herrn Uwe Lange gerichtet, der mich bei diesem Spiel in den Pressebereich eingeladen hat. Aber nicht nur den Pressebereich durfte ich mir ansehen, nein, ich hatte auch die Möglichkeit das Spiel von einem der Presseplätze aus zu verfolgen. Dazu gleich mehr.

So ein Presseraum ist schon gemütlich. Für das leibliche Wohl der Fotografen wird gesorgt. Schon mal sehr vorbildlich. Und was gab es da noch großartig zu sehen? Menschen mit Kameras, Fotoequipment, Laptops und auch eine Art Podium, auf dem nach dem Spiel die Pressekonferenz abgehalten wird.

Aber bevor einem noch langweilig wurde in diesem Raum, haben wir uns noch ein wenig unter das Volk gemischt und siehe da, wen haben wir getroffen? Randie Agnew! Sofort gegenseitig erkannt, gegrüßt und leider festgestellt, dass er gar nicht spielen wird können. Eine Verletzung hinderte ihn daran. Wirklich sehr schade für den sehr sympathischen Spieler der Universe. Nachdem wir uns kurz unterhalten haben, musste er auch schon zur moralischen Unterstützung zur Mannschaft. Wir nahmen ebenfalls den gleichen Weg, wenn auch etwas langsamer, und ich sah mir das Aufwärmprogramm beider Teams an. Aber auf einem Nebenplatz war noch etwas zu sehen: die Gäste haben nicht nur Spieler, sondern auch ein paar ihrer eigenen hübschen Cheerleader mitgebracht. Hier und da war auch ein Fan der Monarchs zu sehen, aber die größere Gruppe, die sich angekündigt hatte, konnte ich nicht finden. Wahrscheinlich war ich dafür tatsächlich insgesamt etwas zu spät, wie sich auf der Tribüne bestätigen sollte. Apropos Tribüne und Presseplatz: anstatt ganz unten im Block C, befinden sich diese Plätze im Block D am oberen Rand der Tribüne. Zwar ist der Platz nicht ganz so luxuriös wie im Block C, dafür gibt es aber ein kleines Tischlein, auf dem man seine Utensilien ablegen kann. Zu meiner Rechten saßen anscheinend die Herren vom GFL Radio. Oder doch vom eigenen Livestream? Jedenfalls hatten sie einiges zu erzählen.

Ich muss sagen, dass man von diesem Platz aus eine sehr gute Übersicht auf das Spielfeld hat, sogar deutlich besser als auf einem der Plätze ganz unten. Darf ich diesen Platz für die kommende Saison abonnieren, Herr Lange?20170917-IMG_5594

Immerhin konnte ich mir an diesem Tag die Aufführung der Cheerleader von Beginn an ansehen. Durch den Besuch am davorliegenden Mittwoch beim Training der jungen Damen, wusste ich schon welche Choreographie auf der Tagesordnung stand, aber in ihrer Arbeitskleidung und mit dem dazugehörigen Equipment sah das noch um einiges besser aus. Zu den Cheerleadern gesellte sich noch eine Stepptanzgruppe aus Nürnberg, die wirklich eine laute Sohle auf ihr mitgebrachtes Parkett gelegt haben. Wirklich eine sehr schöne Darbietung von allen. Ach ja, an diesem Spieltag habe ich besonders viele Bilder der Cheerleader gemacht. Eine eigene Galerie gibt es auch als kleine Wiedergutmachung für die eher schwachen Bilder vom Trainingstag. (Anfänger hinter der Kamera)

Zur Galerie der Cheerleader bitte >>HIER<< klicken.

20170917-IMG_5530Nach den hübschen Ladies gab es noch ein paar Takte schöne Punkrockmusik von der Gruppe elfmorgen. Das ging schon mal in die Richtung meines Musikgeschmacks, sehr schön – mehr davon bitte! Den drei Jungs an den Instrumenten hat es ziemlich viel Spaß gemacht vor der gut gefüllten Haupttribüne zu spielen.

Nur noch wenige Minuten, dann sollte es losgehen. Da war sie auch wieder, die Aufregung, die wieder größer wurde. Also ein bisschen ablenken und durch das Stadionrund schauen. Siehe da, quer gegenüber waren sie, die vielen Dresdner Fans. Es waren doch mehr da, als ich dachte. Wenn man bedenkt, dass sie für das Spiel eine Anreise von 5 Stunden oder gar mehr in Kauf genommen haben, gibt es von mir großen Respekt dafür. Das würden nicht viele machen. Schön euch zumindest aus der Ferne gesehen und natürlich auch gehört zu haben.20170917-IMG_5543

Das Einlaufen der Gäste wurde mit einem euphorischen Jubel vom Gästeblock zelebriert. Selbstverständlich gab es auch von den Rängen der Frankfurter Applaus, wenngleich etwas weniger euphorisch. Aber dann wurde es auch hier laut, denn die Spieler der Universe liefen geschlossen aufs Feld. Es ging also los. „Do or die“ – gewinnen oder Saison vorbei. Das galt nun für beide Mannschaften und auch der Takt meines Pulses war höher.

An dieser Stelle überspringe ich mal meine Eindrücke vom Spiel selbst. Schließlich möchte ich dem Presseplatz gerecht werden und so dachte ich mir: „Versuch doch mal einen eigenen, individuell subjektiven Spielbericht zu schreiben.“ Und genau das gibt es weiter unten zu lesen.

Nach dem Spiel stand ich vor dem Presseraum und habe die Spieler beider Teams in die Kabinengänge verschwinden sehen. Einige von ihnen mit enttäuschten Gesichtsausdrücken und andere trugen ihren Schnauzbart mit Stolz. Wobei Letzteres auf so ziemlich alle Spieler der Frankfurter zutraf. Eine kleine Abwandlung des allseits beliebten Playoffbarts in Form eines Schnurrbarts. Steht übrigens nicht jedem. Aber der Zweck heiligt die Mittel, nicht wahr? Und wer weiß wie lang diese Bärtchen noch werden.

20170917-IMG_5939Im Anschluss habe ich mir noch die Pressekonferenz angesehen, in welcher es um das Spiel des Tages ging aber auch schon eine Vorschau auf das nächste Spiel der Frankfurter in Braunschweig gemacht wurde. Einigkeit herrschte bei der Aussage, dass Frankfurt im Spiel gegen Braunschweig nichts zu verlieren hat und das Spiel natürlich gewinnen will, auch wenn es ungemein schwierig wird. An dieser Stelle mal ein kleines Wortspiel für Braunschweig: es wird lila-laut am Samstag – versprochen. (Hoffentlich reiße ich meine schriftliche Klappe nun nicht zu weit auf) Aber ich freue mich schon auf das Spiel in Braunschweig und natürlich auch auf die Veranstaltung und das Drumherum an sich. Drückt mir die Daumen, dass meine Gesundheit mitspielt und ich dort auch ankomme, damit der erste Bericht aus einer anderen Spielstätte geschrieben werden kann.

Zum Abschluss des Tages gab es noch ein weiteres Gespräch mit Randie Agnew, dem ich auf diesem Weg die besten Wünsche zur Genesung ausrichte, damit er vielleicht doch am Samstag einsatzbereit ist. In Braunschweig wird jeder gebraucht.

Mit einem Glücksgefühl ging es dann für mich nach Hause. Nun muss ich herausfinden, wie ich am besten nach Braunschweig und vor Allem wieder zurück von dort nach Hause komme.

 

Mein Spielbericht zum Spiel der Frankfurt Universe gegen die Dresden Monarchs:

Vor dem Spiel war für Dresden die Favoritenrolle schnell geklärt, denn diese wurde nach Frankfurt geschoben, wenngleich die Statistiken durchaus ein recht ausgeglichenes Spiel zweier spielstarker Mannschaften versprach.

Erstes Viertel:

20170917-IMG_5619Dresden durfte den ersten Drive (Bezeichnung für das Angriffsspiel) fahren. Dieser dauerte recht lange und kam nur schleppend voran, da die Defensive der Frankfurter auf der Höhe war und keine großen Raumgewinne zuließ. Die Angriffsbemühungen der Dresdner wurden bei diesem Versuch gänzlich gestoppt, so dass der Ball an die Frankfurter abgegeben werden musste, welche nun ihrerseits den ersten Angriff des Spiels ausführen durften. Die ersten zwei Versuche waren erfolglos. Hatte Jaleel Awini, Quarterback (Bezeichnung des Spielmachers einer Mannschaft) der Frankfurter einen schlechten Tag erwischt? Anscheinend doch nicht, denn im dritten Versuch gelang der Frankfurter Offensive der benötigte Raumgewinn zu einem neuen ersten Versuch. Insgesamt dauerte auch dieser Angriffszug sehr lange, da auch die Defensivabteilung der Dresdner nicht besonders viel zulassen wollte. Dennoch gelang der Frankfurter Offensive der Touchdown in diesem Drive und den Extrapunkt mit dem Schuss durch die „Stimmgabel“ ließ man sich auch nicht nehmen. Somit 7:0 für Frankfurt durch David Giron (Touchdown) und André Feuerherdt (Extrapunkt) und nur noch weniger als zwei Minuten verbleibend in diesem Viertel. Nun bekam natürlich Dresden den Ball und der Return (Ball wird von einem Spieler gefangen, der in Richtung Endzone des Gegners läuft) war hervorragend und brachte die Dresdner Offensive schon recht nah an die Frankfurter Endzone heran. Eine Strafe gegen Frankfurt, die Dresden noch näher an die Endzone brachte, konnte die Dresdner Offensive ausnutzen und ihrerseits mit dem Lauf in die Endzone (Touchdown), sowie dem Extrapunkt abschließen. Da stand es nun 7:7 durch Mike Schallo (Touchdown) und Florian Finke (Extrapunkt) – das erwartet ausgeglichene Spiel war zu diesem Zeitpunkt eingetreten. Da es nur noch wenige Sekunden waren, bekam Frankfurt den Ball für den Return und schon waren die ersten 12 Spielminuten vorüber.

 

Zweites Viertel:

20170917-IMG_5710Mit einem Angriff der Frankfurter Offensive begann dieses Viertel. Dieser lief wesentlich besser als der erste Drive und konnte recht zügig mit einem Touchdown abgeschlossen werden. 14:7 für Frankfurt durch Silas Nacita (Touchdown) und André Feuerherdt (Extrapunkt). Nun konnten die Dresdner ihrerseits den Angriff starten um den Rückstand zu egalisieren. Und dieser Angriff lief gut, sehr gut, viel zu gut aus Sicht der Frankfurter, die den Offensivdrang der Gäste nicht eindämmen konnten. So gab es die Auszeit der Frankfurter. Neue taktische Anweisungen oder Umstellungen? Jedenfalls half dies nicht und beinahe wäre Dresden auch der Touchdown gelungen. Nur wenige Zentimeter vor der Endzone konnte der angreifende Spieler Dresdens gestoppt werden. Aber jetzt zeigte sich die Stärke der Frankfurter Defensive, die nicht nur den möglichen Touchdown verhinderten, sondern im zweiten Versuch Dresdens sogar deren Quarterback Garrett Safron am Pass oder Lauf hinderten und ihn zu Boden brachten. (Quarterback Sack). Raumverlust für Dresden und der dritte Versuch bei diesem Angriffsversuch blieb ebenfalls erfolglos. So entschieden sich die Dresdner für ein Field Goal Versuch (3 mögliche Punkte) durch die „Stimmgabel“ und waren damit auch erfolgreich. Spielstand 14:10 durch Florian Finke. Erneut durfte sich die Frankfurter Offensivabteilung beweisen. Aber dieser Drive stotterte ganz schön, denn es gab viele Unterbrechungen und Strafen gegen Frankfurt, die unnötiger nicht hätten sein können. Viele Raumverluste, die den Weg zu einem neuen ersten Versuch nach Raumgewinn erschwerten. Aber auch die Dresdner zogen Strafen, wie zum Beispiel durch Abseits (Spieler startet zu früh in seiner Bewegung). Dadurch gab es wiederum Raumgewinne für Frankfurt. Jedoch gab es mehr Strafen gegen Frankfurt als gegen Dresden. Dennoch konnte Jaleel Awini, der Quarterback Frankfurts, mit seinen Läufen sehr häufig große Raumgewinne erzielen. Dennoch machten es die Strafen für Frankfurt nicht leicht und sogar ein schön herausgelaufener Touchdown wurde durch eine solche unnötige Strafe zu Nichte gemacht. Keine weiteren Punkte und nur noch wenige Sekunden auf der Uhr. Passend zu dieser Situation war auch der Field Goal Versuch erfolglos. Somit stand es zur Halbzeit 14:10 für Frankfurt.

 

Zum dritten Viertel:

In diesem Viertel waren beide Defensivreihen sehr stark und ließen nur sehr wenig zu. Das Spiel fand überwiegend im mittleren Bereich des Spielfelds statt. Während der erste Angriff der Frankfurter bereits an der Mittellinie zum Erliegen kam, endete der gute Angriff der Dresdner mit einer Interception (Der Ball wird vom Gegenspieler gefangen und nicht vom eigenen Spieler) an der 21 Yard Linie der Frankfurter. Diese konnten jedoch abermals ihren Angriff nicht erfolgreich ausspielen. Die Verteidigung der Dresdner ließ wenig zu und die unnötigen Strafen gegen Frankfurt halfen der eigenen Offensive ebenfalls nicht weiter. Dieses Viertel ging schnell vorbei und brachte keinem Team Punkte ein. Somit hielt sich der Halbzeitstand von 14:10 für Frankfurt weiter.

 

Zum vierten Viertel:

20170917-IMG_5782Die letzten 12 Minuten des Spiels. In diesem Viertel sollte sich nun entscheiden, wer ins Halbfinale nach Braunschweig fahren darf (oder muss). Die Frankfurter haben sich wohl einiges vorgenommen und konnten in Form von Jaleel Awini durch einen grandiosen langen Lauf große Raumgewinne erzielen. Da sah die Verteidigung der Dresdner nicht besonders gut aus. Mit diesem Drive holten sich die Frankfurter ihre nächsten Punkte, obgleich die Verteidigung Dresdens alles versuchte dies zu verhindern. Zwar war es fraglich gewesen, ob es überhaupt ein Touchdown war, da die Situation unübersichtlich wurde. Die Schiedsrichter hatten viel zu besprechen wo sich nun Spieler und Ball unter dem Haufen Menschen befanden. Hauptschiedsrichter Sauer bestätigte aber das, was die Spieler Frankfurts schon gesehen haben wollen: Touchdown und ein neuer Spielstand von 21:10 für Frankfurt durch Jaleel Awini (Touchdwon) und André Feuerherdt (Extrapunkt). Jetzt hieß es für Dresden unbedingt punkten, da sonst Gegner und Spielzeit davonlaufen würden. Aber die Offensive der Dresdner schien ob des Drucks punkten zu müssen gehemmt und der Angriff lief in die falsche Richtung, die eigene Endzone. Die Defensive der Frankfurter war ein Bollwerk, dass die Dresdner bis kurz vor die eigene Endzone drängte. Es gelang sogar den ballträger der Dresdner in ihrer Endzone samt Ball zu Boden zu bringen. Dies war eine hervorragende Safety und brachte Frankfurt zwei weitere Punkte und den nächsten Angriffsversuch ein. Spielstand 23:10 für Frankfurt durch die Safety von Tyler Stoddard. Der Druck auf Dresden wurde nun knapp acht Minuten vor Ende größer während sich die Frankfurter bei ihren eigenen Angriffsbemühungen recht viel Zeit ließen um die Uhr runterlaufen zu lassen. Aber die Dresdner Verteidigung stemmte sich leidenschaftlich gegen weitere mögliche Punkte Frankfurts und drängte die sehr weit Offensive zurück. 20170917-IMG_5904Aber eine unglückliche Aktion, die vielleicht durch fehlende Konzentration oder Frust zu erklären ist, brachte Frankfurt zurück ins Spiel und durch die Strafe gegen Dresden für das zu späte Angehen des Quarterbacks zu einem neuen ersten Versuch. Kurz darauf wurden der Frankfurter Offensive weitere Yards und Raumgewinne geschenkt. Straftatbestand: unsportliches Verhalten. Hier war nun definitiv Frust im Spiel. Weitere Zeit verstrich und Frankfurt entschied sich dafür ein Field Goal zu erzielen um weitere drei Punkte auf die Anzeigetafel zu bringen. Dieser Versuch war erfolgreich und erhöhte den Spielstand auf 26:10 durch André Feuerherdt. Lediglich vier Minuten und elf Sekunden blieben den Dresdnern um das Spiel zu drehen. Eine kolossale Aufgabe bei der Frankfurter Defensive. Diese lud die Dresdner aber geradezu zum Punkten ein und zog erneut mehrere unnötige Strafen. Den Touchdown zum 26:16 erzielte Joseph Bergeron. Aber mehr war nicht drin. Nun durfte Frankfurt wieder und hatte erneut alle Zeit der Welt bei gerade einmal noch 1:31 zu spielen. Ball halten, Uhr runterlaufen lassen und selbst nichts mehr zulassen. So lief die Uhr auf Null runter und Frankfurt steht das erste Mal in seiner Vereinsgeschichte im Halbfinale und trifft dort auf Braunschweig in Braunschweig.

Spiel drei – von zu Hause hin zu nach Hause

Liebe Leserin, lieber Leser,

Ihnen kommt es auch so vor, als wäre diese Überschrift seltsam oder komisch oder grammatikalisch nicht korrekt? Ich muss zugeben, dass ich ähnliche Gedanken hatte, aber besser kann ich es kaum in so kurzen Worten beschreiben.

Aber bevor ich mich dem eigentlichen Artikel widme, werde ich insgesamt drei kurze Danksagungen los, damit diese nicht untergehen:

  1. Vielen Dank im Namen mehrerer Frankfurter Bürger für das besondere Angebot der Frankfurt Universe (2 Karten zum Preis von 1er), für Bürger aus Frankfurt, die direkt von der Evakuierung durch die Bombenentschärfung betroffen waren (und dies nachweisen konnten).
  2. Vielen Dank von mir an Herrn Uwe Lange für die Möglichkeit Sie persönlich kennen lernen zu dürfen; wenn auch nur kurz.
  3. Ein besonderes Dankeschön an Randie Agnew (Frankfurts Nummer 30) für ein kurzes Gespräch mit Ihnen vor dem Spiel.

 

Nun mal der Reihe nach: der Morgen am Sonntag des 03.09.2017 war nicht besonders schön, eher grau und bedeckt. Sollte es etwa zu Regen kommen? Nun, als ich mich mit Kappe und Trikot bekleidet und mit meiner Kamera „bewaffnet“ auf dem Weg zum Stadion gemacht habe, strahlte die Sonne. Das war just gegen Mittag, als der Einlass öffnete und die Power-Party begann. Hey Petrus, cooles Timing!

So kam ich dann auf dem Stadiongelände an, dieses Mal vorerst ohne Begleiter, aber sofort stellte sich wieder dieses Gefühl von angekommen sein, zu „Hause“ sein, ein. Es war tatsächlich noch intensiver als beim Spiel davor.

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Miracle Four

Die Musik lief bereits und viele Menschen tummelten sich schon vor der Bühne, den Essens- und Getränkeständen und natürlich auch im Fan-Zelt. Erstmal etwas trinken und die vier jungen Damen aus der Schweiz anschauen, bzw. anhören, die sich just kurz nach meiner Ankunft zum Singen auf der Bühne aufstellten. Sie nennen sich „Miracle Four“. Meinen persönlichen Musikgeschmack treffen sie zwar nicht, aber singen und eine Show auf der Bühne liefern, ja das können sie. So ein Auftritt ist auf jeden Fall schöner, als eine relativ leere Bühne mit Musik vom PC.

Danach schlenderte ich ein wenig durch die Gegend, zum Fan-Zelt, zum Samsung-Zelt; einfach mal schauen, was es da so gibt. Auf meinen Wegen sah ich dann eine kleine Gruppe Münchener Spieler; und zu meinem Entsetzen stellte ich fest: die sehen ja gar nicht aus wie Cowboys. Nein, natürlich ganz normale Menschen, die sich auch die Bühnenshow ansehen, bevor es zum Aufwärmen geht. Aber natürlich sind auch wieder viele Spieler der Frankfurter herumgelaufen. Ich muss an dieser Stelle nochmals sagen, dass mich dies immer noch sehr fasziniert, dass sowas überhaupt möglich ist. Sie laufen herum, machen Bilder oder Videos – wie Silas Nacita, dessen Kamera bald wie angewachsen aussah.

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Randie Agnew

Es gibt aber einen Spieler, der mir bereits bei meinem ersten Besuch aufgefallen ist, da er eine große Ähnlichkeit zu einem Wrestler der WWE hat. Oh und siehe da, er lief hier auch herum. Also dachte ich mir, sprich ihn doch einfach mal darauf an. Gesagt, getan. Zum Glück spricht Randie Agnew (Nr. 30 – Running Back) fließendes Deutsch, so war eine kurze Unterhaltung natürlich schön und einfach. Gewiss habe ich ihn darauf angesprochen, ob er in irgendeiner Form mit „Xavier Woods“ (Wrestler aus der WWE) verwandt sei, da er ihm so ähnlichsieht. Er versicherte mir, dass keine Verwandtschaft besteht, er aber wisse, wer gemeint ist, da ich nicht die erste Person war, die ihn darauf angesprochen hatte. Wie gesagt, war das Gespräch verständlicherweise kurz, aber er nahm sich Zeit, war sehr freundlich und sympathisch und wir beide konnten uns bei der Eingangsthematik ein Lächeln, gar Lachen, nicht verkneifen. Wow, ein sehr netter und sympathischer Kerl. Ach und schaut mal bei Google nach „Xavier Woods“ – ihr werdet eine gewisse Ähnlichkeit feststellen. Jedenfalls war bis hier hin und darüber hinaus mein Tag schon gerettet. Wieder etwas Neues, Tolles und Schönes erlebt. Hoffentlich bleibt er der Universe auch nächstes Jahr erhalten, denn ich wüsste schon jetzt welche Nummer mein Fantrikot bekommen würde.

Kurz nach diesem schönen Erlebnis kamen dann auch Marc Junge (All-About-Football), sowie Christian Roth und Peter Koch (beide von American-Sports.Info). Kurze Begrüßung und Vorstellung und dann hieß es auch schon „Essen fassen“. Wir entscheiden uns dafür das Pulled Pork zu probieren, um euch anschließend sagen zu können, ob es sich lohnt, dafür 6 € auszugeben. Warum haben alle vier das gleiche gegessen? Nun, meine persönliche Meinung wäre an dieser Stelle subjektiv und wäre demnach keine Referenz. Also, was bekommt man für die 6 €: Fleisch im Pulled Pork Stil mit Kraut und Sauce in einem Brötchen. Die Brötchen könnten einen Tick knuspriger sein; es ist weder zu viel, noch zu wenig Fleisch vorhanden und die Menge an beigelegtem Kraut überwiegt nicht. Es schmeckt würzig und nicht zu scharf; ist also nicht überwürzt, so dass der natürliche Geschmack noch vorhanden ist. Je nach Vorliebe kann es aber sein, dass zu wenig Sauce dabei ist. Das lässt sich aber sicherlich bei der Bestellung anmerken. Es sättigt jedenfalls recht gut. Das Preis-Leistungs-und Geschmacksverhältnis sind unserer Auffassung nach also gut. Es braucht niemand zu befürchten zu scharfes Essen zu bekommen, das nicht satt macht. Ob jung ob alt, ob Männlein oder Weiblein: das kann jeder essen – außer Vegetarier oder Veganer; aber keine Sorge, ihr werdet sicherlich auch etwas finden, das euch satt machen wird.

Gesättigt und mit allerbester Laune wanderten wir Richtung Haupttribüne, denn in wenigen Minuten sollten sich die Mannschaften aufwärmen. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Während Marc und ich über Dies und Das redeten, kamen auch langsam die Spieler heraus und liefen aufs Feld. Ach und siehe da, Xavier ähm nein Randie natürlich, kam auch. Mit einem Lächeln und Augenzwinkern rief ich ihm zu „Hey, da ist ja Xavier“ (oder so ähnlich) – kurz mit einem Lachen abgeklatscht und viel Erfolg gewünscht. Nachdem alle Spieler auf dem Trainingsfeld waren, sah ich mir die Aufwärmprogramme beider Mannschaften an. Ist schon interessant, denn irgendwie machen beide Teams in etwa das gleiche, aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Und dann war es auch schon so langsam Zeit meinem liebgewonnenen „Stammplatz“ auf der Tribüne zu beziehen.

Platz bezogen und den Auftritt der Cheerleader verpasst. Okay passiert, nächstes Mal etwas früher zum Sitzplatz. An diesem Tag waren die Cheerleader aber nicht die einzigen Damen mit einem Auftritt vor dem Spiel. Die vier Hübschen von Miracle Four sangen und tanzten vor der Haupttribüne ein weiteres Mal. Ja doch, sie können sich wirklich sehen und hören lassen die vier Schweizerinnen.

Zunächst wurden die Gäste aus München mit Applaus empfangen und danach wurde es endlich Zeit die Heimmannschaft aufs Feld zu lassen. Doch dieses Mal gab es eine Besonderheit: das Team hinter dem Team lief ebenfalls ein und wurde vorgestellt. Eine, wie ich finde, sehr tolle Geste für die Mühen und die Bereitschaft, die jeder Einzelne aufbringen muss. Ob Trainer, Physiotherapeut usw. Das war wirklich toll.

Ach ja, ein Spiel gab es natürlich auch noch, wenngleich dies für die Frankfurter mehr ein Training unter Wettkampfbedingungen war, da der zweite Platz nach dem Sieg in Marburg bereits endgültig gefestigt war. Für die Münchener jedoch ging es noch darum, das Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz zu verhindern. Dann ging es auch endlich los.

Am Anfang wirkte es auf beiden Seiten etwas komisch, denn Ballverluste (sogenannte Fumbles) kamen bei beiden Mannschaften vor. Da hatte wohl ein Spaßvogel den Ball eingeölt?! Nein, Spaß bei Seite, das kann unter Druck natürlich passieren. Apropos Druck: zu Beginn schien München das stärkere bzw. wachere Team zu sein, denn sie schafften es zuerst auf die Anzeigetafel mit drei Punkten durch ein verwandeltes Field Goal. Na sowas, da sehe ich die Universe zu Hause zum ersten Mal im Rückstand. Bis zur Halbzeit stand es dann aber 21:3 für die Frankfurter, die dann doch mal Ernst gemacht und gezeigt haben wer hier Herr im Haus ist.

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Da liegen Flaggen ohne Ende herum

Im ersten Viertel gab es noch eine recht unüberschaubare Szene am Spielfeldrand auf der Seite der Gegentribüne: ein Münchener lag angeschlagen auf dem Boden, aber ohne Helm. Schiedsrichter und Spieler beider Mannschaften bildeten eine große Spielertraube. Die Referees schmissen gefühlt alle ihre Fähnchen durch die Gegend. Es lagen gut 8 oder 9 davon auf dem Feld herum. Was war denn eigentlich passiert? Das konnte ich kaum erkennen. Es hieß also warten bis die Schiedsrichter sich besprochen haben. Was dann dabei rauskam ließ die Frankfurter Zuschauer zu Buh-Rufen und auspfeifen hinreißen. Letztlich gab es wohl ein regelwidriges „Abräumen“ des Münchener Spielers ohne Helm durch einen Frankfurter. Die Strafe traf Frankfurts Nummer 77 (David Beale), der ejected wurde. Anders gesagt hat er die rote Karte bekommen und musste unter die Dusche und fehlt somit auch im Viertelfinale gegen die Dresden Monarchs. Diesen Ausfall wird das Team kompensieren müssen.

Während der Halbzeitpause hatte ich dann die Ehre Herrn Uwe Lange persönlich kennen zu lernen und ein paar Worte zu wechseln. Marc Junge und Christian Roth standen auch dabei und so schön auch dieser Moment war, so schnell war er vorüber als die Teams aus den Kabinen kamen und das Feld betraten.

20170903-IMG_5265Die zweite Hälfte des Spiels verlief insgesamt etwas ruhiger. Mir kam es so vor, als würden die Frankfurter ein paar andere Spielzüge und Formationen unter Wettkampfbedingungen ausprobieren. Das war sicherlich nicht verkehrt im Hinblick auf das kommende Viertelfinale gegen Dresden. Die Münchener hingegen versuchten weiterhin alles um zumindest zu Punkten. Ihr Einsatz wurde auch im dritten Viertel mit einem schön gelaufenen Touchdown mit Extrapunkt belohnt. Aber zu mehr punkten sollten sie bis Spielende auch nicht mehr kommen. Zwei weitere Touchdowns und ein Field Goal drei Sekunden vor Schluss besiegelten den 38:10 Erfolg der Universe gegen die Cowboys.

Erwähnenswert ist dabei noch der Touchdown von Silas Nacita, der nach der Ballübergabe mindestens 50 Yards, also das halbe Spielfeld, überbrückte und ungehindert bis in die Endzone zum Punkten gelaufen war.

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Abklatschen auch mit den Münchnern

Zum Schluss gab es natürlich noch das Händeschütteln beider Teams und was danach kam fand ich wieder einmal so grandios und faszinierend, dass ich aus dem Staunen nicht rauskam. Denn nicht nur die Frankfurter Spieler und Cheerleader sind einmal an allen Tribünen und Fans vorbeigelaufen um sich mit selbigen abzuklatschen, nein auch die Spieler aus München machten spontan mit. Störte dies jemanden? Aber selbstverständlich nicht! Es wurde freudig aufgenommen, so mein Eindruck und zumindest in meiner näheren Umgebung wagte es keiner seine Hand zurückzuziehen, nur weil ein Spieler ein anderes als das lila Trikot trug. Sehr großen Respekt hierfür.

Und dann war auch dieser Spieltag zu Ende. Viel erlebt – wie jedes Mal. Und erneut zwei Wochen auf das nächste Heimspiel warten und die Daumen kaputtdrücken, dass dieses Spiel nicht das letzte Saisonspiel sein wird. In der Zwischenzeit werde ich ein weiteres Mal den Fanshop plündern.

Rückblickend möchte ich noch festhalten, dass es mich selbst nicht mehr wundert, dass ich so schnell zu einem Fan dieser Sportart und dieser Mannschaft geworden bin. Je mehr Hintergrundwissen man sich über diese Sportart aneignet umso klarer wird, dass da so viel drinsteckt, dass einen diese Informationen, Regeln etc. wirklich erschlagen können. Aber es ist fantastisch jedes Mal mehr zu verstehen. Und die Art wie Mannschaft, Spieler und auch Fans miteinander umgehen, fasziniert mich jedes Mal aufs Neue. Es ist ganz einfach gesagt die Nähe zu Allem, das ein dermaßen intensives „Wir-Gefühl“ erzeugt, dass man gar nicht anders kann als wieder zu kommen.

Kurzer Eindruck zu den unterklassigen Ligen (Football)

Heute möchte ich etwas über unterklassige Ligen erzählen, die mir Zeit und Nerven geraubt haben.

Es ist nämlich so, dass ich mich im Speziellen für die Landesliga Mitte und deren Aufstiegsrunde interessiert habe. Die Hauptrunde ist abgeschlossen und die Tabelle der Verbandsseite zeigt, dass ich diese auch schon nicht nachvollziehen kann. Warum hat Bad Homburg 9 Spiele, Offenbach nur 7 und der Rest 8? Zudem steht unter der Tabelle, dass dies nicht die offizielle Tabelle sei […] Da frage ich mich: „Wer außer dem Verband soll die offizielle Tabelle denn sonst haben?“ Es ist ja okay, dass die Tabelle erstmal automatisch erstellt wird. Aber wo, wenn nicht genau hier, soll man denn offizielle Informationen erhalten? Nichts desto trotz habe ich mich auf die Suche nach Informationen über die Aufstiegsrunde gemacht. Zwar existiert ein Spielplan, der aber nicht über die reguläre Saison hinausgeht. Nun, wer spielt gegen wen, warum und wieso und überhaupt?

Das war mal so überhaupt nicht klar. Erst nachdem ich den Ligaobmann der Landesliga Mitte angeschrieben habe, konnte ich etwas mehr erfahren: Koblenz hat sich zurückgezogen. Dadurch rückt Offenbach auf und spielt um den Aufstieg in die nächst höhere Klasse (Oberliga) gegen Bad Homburg. Eigentlich, so zu entnehmen auf der nicht wirklich aktuell gehaltenen Website der Offenbacher, müsste es dabei ein Hin- und ein Rückspiel geben. Aber auch dies korrigierte der Ligaobmann, denn Bad Homburg sei nicht gewillt zwei Spiele Start bei 0 zu spielen. (O-Ton) Also findet nur noch das „Rückspiel“ statt, was vermutlich am 17.09.2017 in Bad Homburg sein wird. Klingt alles in Allem doch sehr merkwürdig.

Jedenfalls ist dieser Termin auf der Seite des AFC Bad Homburg zu finden, während man sich fragen muss, ob diese Information auch bereits in Offenbach angekommen ist, denn dort vermisst man diese Information im News-Bereich der Seite.

Aber das ist nicht die einzige Seite, die an Aktualität vermissen lässt. Selbst die Seite des Verbandes geizt mit Informationen, so meine persönliche Meinung. Es ist ungemein schwierig über den regulären Saisonspielplan auch die weiteren Spiele zu finden, die sich mit der Auf- und Abstiegsthematik befassen. Man kann sich durch den Kalender klicken und wird teilweise fündig. Aber diese Art und Weise der Informationsbeschaffung finde ich etwas sehr umständlich.

Dies führt mich zu einer weiteren Beobachtung, die ich nicht nur bei den Teams der Landesliga Mitte gemacht habe: Es scheint sehr häufig der Fall zu sein, dass der eigene Webauftritt nicht auf dem aktuellsten Stand gehalten wird. Ebenso verhält es sich beim Facebook Account. Das finde ich persönlich sehr schade, denn wie man aus dem oberen Bereich meines heutigen Artikels entnehmen kann, führt dies deutlich zu Irritationen und Verwirrungen. Insbesondere dadurch, dass auch der Verband, bzw. Verbände an Aktualität zu wünschen übriglassen.

Bei den Vereinen kann ich das noch irgendwo nachvollziehen. (Es betrifft übrigens Vereine ab der GFL 2 abwärts) Die meisten Webmaster dürften dies in erster Linie ehrenamtlich machen und haben sicherlich nicht immer die Zeit dafür. Aber genau hier, an dieser Stelle, müsste es nach meinem Ermessen in den Händen des Verbandes liegen mit aktuellen Informationen zum Spielbetrieb mit Spielplänen etc. Abhilfe zu schaffen. Ich hoffe sehr, dass dies in Zukunft vielleicht besser wird. Bis dahin braucht man anscheinend jemanden aus dem Verein oder auch vom Verband, der mit Insiderinformationen dienen kann.