Flogging Molly – 06.09.2017 – Batschkapp Frankfurt

Schon vor dem Auftritt der irisch US-amerikanischen Band war klar, dass es etwas Großes werden sollte, denn bereits mehrere Tage zuvor hieß es „ausverkauft“. Und das bedeutet im Falle der Batschkapp, dass rund 1.500 Menschen da sein sollten.

20170906-IMG-20170906-WA0015Bereits gut gefüllt startete das Abendprogramm mit der ersten Band „The Krusty Moors“. Nein, da standen keine unlustigen Clowns aus Springfield auf der Bühne, sondern waschechte (jetzt kommt’s) Karlsruher! Auch für mich war diese Information überraschend, denn die Musik und der Sound, der von der Bühne kam, war purer Irish Folk Rock. Und zwar vom Feinsten. Direkt vorweg sei gesagt, dass man diese Band unbedingt anhören muss, wenn man auf Irish Folk Rock steht. Die Party begann also ab 20 Uhr und die zahlreichen Gäste hatten sichtlichen Spaß bei dem Auftritt dieser Band.

20170906-IMG-20170906-WA0018Mal etwas lauter und schneller, mal etwas langsamer und ruhiger aber stets eine gelungene Melodie, ein gelungenes Zusammenspiel der Instrumente, bei der man gar nicht anders kann als sich in irgendeiner Form zu bewegen. Die Herren wussten mit dem Publikum umzugehen: mal mitklatschen im Takt, mal mitsingen, mal grölen – alles dabei. Diese Band hat meiner Meinung nach das Zeug und Potential zum Hauptakt eines Abends zu werden. Sie haben die Zuschauer und Gäste, auch auf der Empore, bereits heiß auf die Hauptband des Abends gemacht. Die richtige Stimmung, die richtige Musik, die sehr gute Tontechnik, die richtige Party. Leider – und das meine ich wirklich so – hatten sie nur begrenzt Zeit auf der Bühne; zu wenig für meinen persönlichen Geschmack. Am besten wäre es gewesen, wenn dieser Stil nahtlos zu Flogging Molly übergegangen wäre. Leider war dem nicht so. Nach gut 30 Minuten endete das Aufwärmprogramm zu Irish Folk und die Bühne wurde für den nächsten Akt vorbereitet.

Kurze Informationen zu The Krusty Moors:

Genre(s): (Irish) Folk Rock

Herkunft:  Karlsruhe, Deutschland

Gründung:  2001

Aktuelle Besetzung:

Gesang, Gitarre:  Paul (Scruffy) Burke

Schlagzeug: Oliver Hofmann

Bass: George Grimm

Geige:  Danny Stöckel

Die kurze Umbau- bzw. Umräumphase dauerte nicht einmal 15 Minuten und dann kamen auch schon die Berliner Jungs von Val Sinestra auf die Bühne, um ihren Hardcore Rock’n‘ Roll zu präsentieren. Genau an diesem Punkt stellen sich ein paar Schwierigkeiten ein, die es mir persönlich nicht so einfach machen den Auftritt zu beschreiben. Daher möchte ich es in diesem Artikel mit zwei Sichtweisen versuchen.

Sichtweise 1 – der Gesamteindruck (Vorbands mit Hauptakt):

Als die Jungs angefangen haben ihre Musik mit voller Energie zu präsentieren, waren meine ersten Gedanken: „das passt heute nicht so ganz“ und „die Tontechnik ist mehr auf den Irish Folk ausgelegt“. Eine Band, die im Sandwich zweier Irish Folk Gruppen steht und selbst Hardcore Rock’n‘ Roll spielt, passt meiner Ansicht nach wirklich nicht in das Gesamtkonzept des Abends. Die Tontechniker haben mit Sicherheit akribisch daran gearbeitet auch dieser Band eine vernünftige Basis zu geben, aber das Hauptaugenmerk lag nun einmal bei Irish Folk. Ich mache keinem hier an der Stelle einen Vorwurf, das möchte ich mir nicht anmaßen. Dennoch kam es mir insgesamt so vor, als sei die bereits angefachte Partystimmung eher verflogen als weiter angefeuert.

Sichtweise 2 – nur die Band ohne das Aussenrum:

Da ich die Band vorher nicht kannte, hörte ich mir über YouTube mehrere Songs an. Dort waren sie kraftvoll, energiegeladen laut und von mehreren Genres beeinflusst. Und genau das haben sie in ihrer Zeit auch auf die Bühne übertragen. Ich möchte behaupten, dass insbesondere der Drummer, der mich irgendwie an Olaf Schubert den Comedian erinnert hat, mit seiner Glitzerhose, seinen Skills und seinen Bewegungen, vollen Einsatz gezeigt hat. Aber auch jeder Andere aus der Gruppierung hat sich über die vielen Zuhörer gefreut und drehte auf. Es scheint mir, dass sie gerne auf der Bühne stehen und dies auch voll auskosten wollen. Jedoch waren die Reaktionen der meisten Gäste eher etwas verhalten, was Christoper Koch (Gesang) leider nicht kitten konnte.

Kurze Informationen zu Val Sinestra:

Genre(s):  Hardcore Rock’n‘ Roll, weitere Einflüsse aus mehreren Genres

Herkunft:  Berlin, Deutschland

Gründung:  2011

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Christopher Koch

Gitarre, Hintergrundgesang:  Sören Diedrich

Bass, Hintergrundgesang:  Max Rogall

Schlagzeug, Hintergrundgesang:  Sascha Höltge

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20170906-IMG-20170906-WA0027Die nächste und letzte Umbauphase dauerte ca. zwischen 30 und 40 Minuten. Ich habe nicht so genau auf die Uhr geschaut, da mich der Hunger zum Essensstand führte. Dort gibt es übrigens eine recht große Auswahl an warmen Essen, wie zum Beispiel Pommes, Brat- und Currywurst; aber auch Flammkuchen, kleine Pizzas, Chicken Nuggets und das für was ich mich entschieden hatte: 20170906-IMG-20170906-WA0029ein Sesambaguette belegt mit Putenbrust und Käse. Dieses wird übrigens, wie andere Speisen auch, im Ofen aufgewärmt. Sehr lecker kann ich euch sagen. Und der Preis ist mit 4,50 € angemessen. Satt und frisch gestärkt musste ich natürlich erstmal meine E-Zigarette auspacken und dampfen, dampfen, dampfen.

Ich stand hinter einer Personengruppe und hätte beinahe einen Arm vor die Nase bekommen. Nichts passiert, keine Sorge. Der Arm wäre auch das kleinere Übel gewesen, denn so eine kleine Brandwunde durch eine Zigarette schmerzt bedeutend mehr.

Aber so kommt man mit freundlichen und sympathischen Menschen ins Gespräch. Warum sympathisch? Sie gehen auf das gleiche Konzert, haben also einen ähnlichen Musikgeschmack – Fazit: sie müssen sympathisch sein!

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Lukas und Niko

In diesem Fall traf das auch zu und so entwickelte sich mit Niko ein längeres Gespräch über die Bands des Abends und über den generellen Musikgeschmack von uns. Hier und da Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede. Lukas kam etwas später ebenfalls hinzu, ein guter Freund von Niko, wie ich feststellen durfte. Sie beide kommen aus Fulda – ein recht beachtlicher Weg von ca. 100 km, wie ich finde. Da wir noch etwas Zeit hatten erzählten sie mir auch, dass sie zur Reisegruppe „Unangenehm“, ebenfalls aus Fulda, angehören. Ihr kommt aus der Gegend um Fulda und möchtet mehr über diese Reisegruppe erfahren, oder euch anschließen? Hier der Link zu Facebook: Reisegruppe Unangenehm

Übrigens gab mir Niko noch einen, ich sage mal, Insidertipp für eine Bar mit schickem Ambiente und guter Musik in Fulda: Doppeldecker. Wer also mal in Fulda ist, sollte hier unbedingt mal reinschauen und vielleicht lernt ihr Niko dort auch kennen. Infos zur Doppeldecker-Bar in Fulda hier: Doppeldecker Fulda

20170906-IMG-20170906-WA0035Die Zeit verging schnell, da waren es nur noch wenige Minuten bis zum Auftritt von Flogging Molly. Nun hieß es: Sardinenfeeling! Viel Platz hatte nun keiner mehr im Saal. Eng an eng, Körper an Körper, kuscheln leichtgemacht. Ich weiß gar nicht, wie viele Menschen sich während des Auftritts von Flogging Molly an mir vorbei „gerieben“ und gedrängt haben, aber es waren sehr viele. Jedenfalls betraten die Herren die Bühne begleitet vom tosenden Applaus der Fans und Gäste. Die Stimmung war schon jetzt perfekt, obwohl noch nicht wirklich etwas passierte. Aber dann ging es los: die Instrumente wurden gespielt, es wurde gesungen und die Fans applaudierten weiter, tobten förmlich und wieder konnte kaum wer stillhalten. Auch wenn der Platz, der einem zur Verfügung stand, sehr spärlich war, irgendwie war es doch möglich verschiedene Körperteile in Schwung zu werfen. Irish Folk ist meiner Meinung nach die reine und perfekte Partymusik. Bei all der Bewegung und Partystimmung vergaß ich sehr schnell die Zeit. Zwar habe ich aufgrund meiner doch eher geringen Körpergröße (172 cm) immer wieder mal Probleme gehabt etwas zu sehen, aber ganz ehrlich: bei so einer Party, die von der Bühne aus fabriziert wurde, war das sch***egal.

Die Bühnenerfahrung dieser Band machte sich über die ganzen 90! Minuten mehr als bemerkbar. Immer wieder wurde das Mitklatschen gefordert und bei manchen Liedern auch zum Mitsingen. Die Fans haben sich, insbesondere im mittleren Teil des Saals, zum Mitspringen und Hüpfen und zum Pogen hinreißen lassen. Das bekam man sogar an den äußeren Bereichen des Saals mit, man konnte gar nicht anders. Das war eine sich automatisierende fließende Bewegung. Aber je länger der Auftritt dauerte umso wärmer wurde es in der Batschkapp. Bei so vielen Menschen, so viel Bewegung, nicht weiter verwunderlich. Ich stand zwar in der Nähe des Ein- und Ausgangs und hatte immer wieder mal einen erfrischenden Luftzug abbekommen, aber das reichte bei weitem nicht um abzukühlen.

20170906-IMG-20170906-WA0037Ein paar kleine Anekdoten über Deutschland, die deutschen Fans und auch Fußball gab Dave King (Gesang und Gitarre) von sich und untermalte diese mit einem Lachen. Das kam sehr gut bei den Gästen an, denn sie applaudierten und jubelten ihm daraufhin jedes Mal zu. Aber auch nach jedem Song stieg die Partystimmung immer wieder an. In etwa 15 Minuten vor Schluss musste ich aber mal raus aus dem Raum. Es war mir einfach zu warm und der aufkommende Durst musste unbedingt gelöscht werden. So habe ich leider die letzten Minuten nur noch hören können, aber das war nicht so schlimm.

So eine heftige, klasse Party mit dieser Art von Stimmung und Eigendynamik habe ich in der Batschkapp bisher noch nicht erlebt. Das war einmalig und spitzenmäßig. Auch die Musik, also der kalibrierte Sound durch die Tontechnik, war optimal.

Kurze Informationen zu Flogging Molly:

Genre(s):  Irish Folk, Folk-Punk

Herkunft:  Los Angeles, USA

Gründung:  1997

Aktuelle Besetzung:

Gesang, Gitarre:  Dave King

Banjo, Mandoline:  Robert Schmidt

E-Bass:  Nathan Maxwell

E-Gitarre:  Dennis Casey

Geige, A-Gitarre, Blechflöte, Uilleann Pipes (irischer Dudelsack): Bridget Regan

Schlagzeug:  Mike Alonso

Akkordeon:  Matthew Hensley

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Amorphis – 31.08.2017 – Batschkapp Frankfurt

20:00 Uhr: Licht aus, Spot an und die Bühne frei! Auf die Minute genau machten sich die Herren von „All will know“ auf die Bühne und binnen weniger Sekunden wurde es laut. Die bereits zu diesem Zeitpunkt gut gefüllte Batschkapp nahm es sehr gerne an und honorierten den Beginn des musikalischen abends mit Applaus und leichtem Jubel.

Wirklich gekannt habe ich diese Band nicht, obwohl sie scheinbar eine regionale Bekanntheit inne hat. All Will Know ist eine Zusammensetzung aus Darmstadt und Mainz.

AWK1Die Musik ist ihrem Genre entsprechend hart, aber melodisch. Während ihres Auftritts gab es laut vermischte Töne und Klänge, so wie ruhigre Passagen in den Liedern und auch hier und da ein schönes Gitarrensolo. Von den gespielten Songs konnte ich mir insbesronere „Counting Stars“ merken. Dieser gefiel und stach insbesondere dadurch hervor, dass alle besagten Elemente vorhanden waren.

Frank Richter, der für den Gessang gesorgt hat, ist definitiv ein Lob auszusprechen. Er beherrscht den gutturalen aber auch den normalen Gesang sehr gut. Zumindest nach dem zu urteilen, was die Tontechnik an diesem Abend angeboten hat. Diese war zwar nicht perfekt, aber sehr gut, so dass die unterschiedlichen Gitarren und der Gesang stets gut zu hören und zu unterscheiden waren.

AWK2Wirklich viel Interaktion Seitens der Band gab es nicht; aber das war auch nicht nötig, da das Publikum entsprechend positiv auf die Herren auf der Bühne reagiert hat. Es war sogar sehr gut zu erkennen, dass sich die Bandmitglieder durch die Reihe weg über das zahlreiche Publikum und die Resonanzen zu den Songs gefreut haben. Gerade Frank schien teilweise zu grinsen wie ein Honigkuchenpferd.

Zum Abschluss des 30 minütigen Auftrittes gab es noch das obligatorische Gruppenfoto, welches davor und danach mit Applaus begleitet wurde.

Kurze Informationen zu All Will Know:

Genre(s): Melodic Death Metal, Metalcore

Herkunft: Darmstadt und Mainz, Deutschland

Gründung: 2010

Aktuelle Besetzung:

Gesang, gutturaler Gesang:  Frank Richter

Gitarre, Hintergrundgesang:  Steffen Henneberger

Gitarre:  Jan Jansohn

Bass, gutturaler Hintergrundgesang:  Max Jänsch

Keyboard:  Felix Ü. Walzer

Schlagzeug, Hintergrundgesang:  Lukas Gröhl

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Nur eine kurze Umbau- bzw. Umräumphase begann, die gerade einmal 15 Minuten dauerte. Denn es stand noch eine weitere Band an, bevor es dann mit Amorphis zur Sache gehen sollte.

Mart1Nach und nach betraten die Mitglier der Band „Martyrion“ die Bühne. Die „kölsche Jungs“ bezeichnen ihre Musik selbst als postapokalyptischen melodic death metal. Als der Sänger oder besser gesagt „Growler“ David Schäfer dies über die Band erklärte, hoffte ich doch, dass Gesang und Musik wie zuvor in einem ähnlichen Stil bei All Will Know ausfallen würde. Aber leider ist dies nicht ganz der Fall gewesen.

Zwar ist die musikalische Ebene abwechslungsreich, schnell, langsamer und mit teils schönen ruhigeren Parts und dem ein oder anderen Solo geschmückt, doch der permanente gutturale Gesang erschwert es mir persönlich bei einer Dauerbeschallung dieses Genres Spaß zu empfinden.

Mart2Aus meiner Perspektive schien es so, als wäre ich nicht alleine mit dieser Empfindung. Die gesamte Stimmung schien etwas abzufallen. Selbstverständlich gab es nach jedem Song Applaus, aber auch der schien gedämpfter auszufallen als bei der Band zuvor. Wahrscheinlich lag es mitunter auch daran, dass David versuchte das Publikum zum Mitmachen zu animieren. Ob dies nun gelang oder nicht, kann ich nur schwer sagen und daher lasse ich es an dieser Stelle offen. Vielleicht hat es bei den Zuschauern weiter vorne an der Bühne gefruchtet.

Dennoch ist zu sagen, dass auch hier die Tontechniker eine sehr gute Arbeit geleistet haben. Melodien der unterschiedlichen Gitarren waren eindeutig zu erkennen. Auch die Musiker haben ihr Bestes gegeben. Jedenfalls sah es sehr danach aus.

Wirklich nichts gegen diese Band oder der Musikrichtung im Generellen, jedoch bleibt für mich persönlich festzuhalten, dass mir diese Art nicht so gut gefällt. Aber das ist Geschmackssache und kann nur subjektiv von jedem Einzelnen beurteilt werden.

Kurze Informationen zu Martyrion:

Genre(s): Melodic Death Metal

Herkunft: Köln, Deutschland

Gründung: 2006

Aktuelle Besetzung:

Gesang, gutturaler Gesang:  David Schäfer

Gitarre:  Felix Lüpke

Gitarre:  Marian Freye

Bass:  Hendrik Franke

Schlagzeug:  Jannik Baur

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Eine erneute Umbauphase begann, welche nun eine gute halbe Stunde in Anspruch nahm. Zeit genug um nochmal frische Luft draußen zu schnappen, das WC aufzusuchen und ein Getränk zu holen. In meinem Fall eine Cola mit Eiswürfeln ohne Ende.

Frisch und aufgeregt hieß es nun noch ein paar Minuten warten und dann sollte es mit Amorphis endlich losgehen. Mit mir warteten gut und gerne insgesamt 800 Menschen. (Ein geschätzter Wert)

Amo1Dann sollte das Spektakel beginnen und die Batschkapp erwachte zum Leben. Noch bevor überhaupt der erste Musiker auf der Bühne Stand gab es tosenden Applaus und Jubel und schließlich kamen sie nach der Reihe auf die Bühne, bis sie vollzählig waren. A-M-O-R-P-H-I-S | Da waren sie nun und schon ging es auch lautstark los. Frontmann Tomi Joutsen, der den gutturalen Gesang und natürlich auch normalen Gesang beherrscht, stand mit seinem faszinierend aussehendem Mikrofon auf der Bühne. Wobei „stand“? Der Gute war auf der Bühne viel unterwegs, gab das Headbangen vor, machte selbst mit und motivierte das Publikum ein ums andere Mal zum Mitmachen. Sei es das Klatschen, der Fauststoß oder zu einem späteren Zeitpunkt des Auftritts auch zum Mitsingen.

Das Faszinierende an und bei Amorphis ist die stete Abwechslung. Trotz der teilweise harten musikalischen Gangart und dem perfekten gutturalen Gesang, mischen sich immer wieder sehr klangvolle, melodische Parts mit ein. Die Klänge durch das Keyboard entschärfen meines Erachtens diese Härte wieder und bei ruhigeren Passagen in Songs lädt es förmlich dazu ein die Augen zu schließen und einfach nur zu genießen.

Der ganze Auftritt, das ganze Konzert, das Amorphis gegeben haben, war voller Energie und einfach nur eine riesengroße Party mit sehr guter Stimmung. Jeder Song wurde euphorisch gefeiert. Es ging nicht anders, man musste sich einfach mitbewegen, so es der Platz zuließ. Headbangen, mit den Beinen oder Füßen wippen, vollkommen durchdrehen; das alles habe ich in meiner näheren Umgebung beobachten können und habe selbst auch mitgemacht.

Amo2Rein vom Gefühl her würde ich sagen, dass sich Band und Publikum gegenseitig gepusht haben. Jeder hatte Spaß und Gefallen an dem was Amorphis angeboten hat. Nachdem Tomi auch noch sagte, dass es ihm bzw ihnen, mehr gefiele in so einer Lokalität Konzerte zu geben als auf großen Festivals war die Stimmung sogar für einen Moment so großartig, dass man beinahe das Dach der Batschkapp hätte wegfliegen sehen können. Zum Glück ist es aber fest verbaut.

Die Band fasziniert. Sie das erste Mal live zu sehen war grandios. Ich kann Amo3wirklich jedem, der Amorphis oder den Musikstil gut findet, nur empfehlen zu einem Konzert zu gehen. Die Zeit verflog nämlich wie im Fluge. Kaum, dass das Konzert begann, blickte ich einmal kurz auf die Uhr und stellte mit Schrecken fest, dass schon über eine Stunde vergangen war. Und es war nicht festzustellen, dass weder die Band noch das Publikum an Energie eingebüßt hätten. Während nun also die letzten Songs begannen, genoss ich einfach nur noch. Und um ca. 23:20 Uhr war dieser tolle Abend, dieses wunderbare Konzert, dann auch leider schon vorbei.

Man merkt, dass Amorphis auf eine lange Bühnenerfahrung zurückgreifen kann. Der Einsatz auf der Bühne, das „Spiel“ mit dem Publikum. Es passt perfekt zusammen. Die Tontechnik hat hier perfekte Arbeit geleistet. Wenn es mir möglich wäre Sterne zu vergeben, dann wären es deren 5 von 5 möglichen.

Kurze Informationen zu Amorphis:

Genre(s): Metal (mit vielen Sprüngen zu Subgenres)

Herkunft:  Helsinki, Finnland

Gründung:  1990

Aktuelle Besetzung:

Gesang, Gutturaler Gesang:  Tomi Joutsen

Gitarre:  Tomi Koivusaari

Gitarre:  Esa Holopainen

Bass, Hintergrundgesang:  Niclas Etelävuori

Keyboard:  Santeri Kallio

Schlagzeug:  Jan „Snoopy“ Rechberger

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Trivium – 17.08.2017 – Batschkapp Frankfurt

Pünktlich um 20 Uhr betraten die Jungs von „Bury Tomorrow“ die Bühne und legten direkt mit voller Kraft los.

Die gut etwas mehr als zur Hälfte gefüllte Batschkapp (bedeutet ca. zwischen 500 und 600 Personen) war durch das Lichtspiel zu Beginn beeindruckt. Ebenso fiel es dem Sänger (gutturaler Gesang) Daniel Winter-Bates leicht das Publikum in den ersten Reihen zum Mitmachen zu bewegen.

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Innerhalb des 30-Minütigen Auftritts der Metalcore-Band gelang es ihm somit direkt während des 2. Songs eine so genannte „Wall of Death“ zu dirigieren. Etwas später gab es dann noch den allseits beliebten „Circle Pit“, sowie weitere Anweisungen zu springen.

Leider war die Soundqualität der Musik eher mäßig. Die Vermutung liegt sehr nahe, dass die Einstellungen, welche die Technik machte, sehr suboptimal waren.

Während in Aufnahmen der Band auf YouTube die Gitarren und der Gesang deutlich zu unterscheiden und zu erkennen sind, war dies hier einfach nicht möglich. Vielleicht konnten es Kenner und Fans der Band noch am Ehesten erahnen. Mir persönlich bleibt nur die Hoffnung, dass die Tonqualität bei einem weiteren Konzert unter anderen Bedingungen (und vielleicht auch an einem anderen Ort) besser sein wird.

Nichts desto trotz haben sie sehr viel Energie in ihren Auftritt gesteckt um das Bestmögliche aus ihrer Zeit heraus zu holen. Das verdient großen Respekt.

Kurze Informationen zu Bury Tomorrow:

Genre(s): Metalcore, Post-Hardcore

Herkunft: Southampton, England

Gründung: 2006

Aktuelle Besetzung:

E-Gitarre, Gesang           Jason Cameron

Gutturaler Gesang          Daniel Winter-Bates

Lead-Gitarre                      Kristan Dawson (seit 2013)

E-Bass                                  Davyd Winter-Bates

Schlagzeug                         Adam Jackson

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Die Belichtung des Raumes wurde gedimmt und es erklang über die Boxen ein sehr bekannter Song von Iron Maiden, nämlich: Run to the Hills. Dies war das Zeichen, dass es gleich losgehen sollte und wie auf Bestellung kamen auch die Personen in den Saal, die noch draußen waren. Es wurde also voller. Grob geschätzt haben sich während des Auftritts von Trivium zwischen 700 und 800 Personen in der Batschkapp befunden. Der größere Teil in der vorderen Hälfte bis zur Bühne.

Ich war gespannt auf das, was nun folgen sollte. Waren der Klang und der Sound nun besser? Wie ist die Live-Performance der Band?

Direkt vorne weg: Die Ton- und Soundqualität waren bei Trivium deutlich besser. Gesang und Gitarren waren zu unterscheiden. Halleluja!

Bisher kannte ich persönlich noch nicht so viel von Trivium. Hin und wieder mal gehört, ein paar Songs über YouTube angehört und angesehen, aber mehr auch nicht.

Umso beeindruckender war die Darbietung, die Energie, das Gitarrenspiel und der Gesang von allen Musikern auf der Bühne.

Das bewegte Fans und Zuschauer zum Mitmachen.  Insbesondere Matthew Heafy heizte zwischen den Songs immer wieder an, in dem er zu den Fans sinngemäß sagte: Egal, wenn ihr die Songs nicht kennt. Hauptsache bewegen und headbangen!

Gesagt, getan. Und je mehr Songs wie Strife oder The sin and the sentence gespielt wurden, desto mehr bewegte sich auch der Zuschauerpulk vor der Bühne. Es wurde herumgesprungen, Pogo getanzt und auch ein weiterer Circle Pit wurde, nach Anweisung von Matthew, ausgeführt. Einige Passagen der Songs durften (oder mussten) die Fans mitsingen. Nächstes Mal kann ich das auch.

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Der Auftritt insgesamt war sehr abwechslungsreich. Mal sehr laut und ganz viel Krach, mal etwas weniger und für die Verhältnisse dieser Band eher ruhiger. Aber dabei verflog die Zeit wie im Fluge. Auf der einen Seite natürlich toll, denn das belegt, dass dieses Konzert sehr viel Spaß gemacht hat. Aber auf der anderen Seite hieß es auch, dass sich dieses tolle Konzert dem Ende nähern sollte. Ein Cover noch und eine Zugabe, dann war auch leider schon Feierabend.

Subjektives Fazit: Wer auf Trivium oder generell auf die etwas härtere und lautere Gangart mit sehr gutem Gesang und fantastischem Gitarrensound steht, wird sich bei Trivium wohl fühlen.

Im Anschluss an das Konzert musste ich einfach zum Merchandise-Stand um mir dort ein schickes Trivium T-Shirt zu holen. Aber nicht nur das. Am nächsten Tag orderte ich mir direkt die zwei zuletzt erschienenen Alben „Vengeance Falls“ und „Silence in the Snow“.

 

 

Kurze Informationen zu Trivium:

Genre(s): Metal, Metalcore, Thrash Metal

Herkunft: Orlando, Florida (USA)

Gründung: 1999

Aktuelle Besetzung:

Gesang, Gitarre          Matthew Heafy

Gitarre, Gesang          Corey Beaulieu (seit 2003)

Bass, Gesang              Paolo Gregoletto (seit 2004)

Schlagzeug                  Alex Bent

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