WWE Live – mit dem Smackdown Kader in der König Pilsener Arena in Oberhausen – 10.05.2018

Die Showstars der Wrestling Liga „WWE“ waren erneut in Deutschland für ein paar Shows. Dieses Mal wollte ich jedoch nicht erst am dritten oder vierten Tag zu einer Show gehen, sondern direkt am ersten Tag. Dieses hat durchaus seine Gründe, wie ich es bei meinem letzten Besuch in Mannheim bereits erleben durfte. Dort war die Show mehr eine Comedy-Veranstaltung als eine Wrestling Bühne.

Es sei den Akteuren aber verziehen, denn ihr Programm sieht prinzipiell an vier Tagen das gleiche Match Setup vor, was in der Kürze der Zeit sicherlich auch Langeweile bei den Wrestlern hervorruft.

Dennoch freute ich mich schon sehr auf diesen Tag und den Smackdown Kader, denn die Ankündigungen waren durchaus interessant.

Kaum in Oberhausen angekommen, traf ich einen guten Freund und gemeinsam begaben wir uns auf den Weg zur König Pilsener Arena, in welcher das Event stattfand.

Wir und viele andere Menschen mussten einige Zeit vor dem Eingang warten, bis der Einlass losging. Nach den üblichen Sicherheitskontrollen fanden wir schnell den Weg zu unseren Plätzen im Oberrang und sahen uns die interessanten Einspieler auf dem Videobildschirm beim Entrance an. Dort gab es einige Top 10 zu bewundern, auf die ich hier aber nicht näher eingehe.

Der Oberrang ist zwar schön steil und man kann auch gut auf den Ring schauen, dennoch empfehle ich, dass man sich einen Platz im Unterrang gönnen sollte, wenn man die Superstars besser sehen möchte. Von ganz oben ist das schon ein wenig schwierig. Das ist übrigens auch der Grund, warum es von mir nur das Titelbild zu diesem Beitrag gibt. Die Aufnahmen aus der Ferne sind einfach nicht besonders gut.

Die Preise für ein Menü waren erstaunlich hoch. Für 11,50 € hätte es einen Burger und Pommes mit Getränk gegeben. So entschied ich mich dem Haribostand einen Besuch abzustatten und ein paar der verschiedenen Leckereien mit an den Platz zu nehmen.

Nach gut 45 Minuten war es dann so weit: der Wrestling Abend konnte beginnen.

3 Way Tag Team Title Match: The New Day vs. The Usos vs. the Bludgeon Brothers

Zunächst kamen the New Day in den Ring und ließen sich gehörig feiern. Dass sie in Deutschland sehr beliebt sind, konnte man durchaus an den Reaktionen der Zuschauer entnehmen. Ihnen folgten die Usos, die trotz ihres Imagewechsels ebenfalls einen hohen Grad an Beliebtheit erfahren durften. Weniger beliebt sind die derzeitigen Titelträger „The Bludgeon Brothers“.

Das Match begann mit einigen Spielereien zwischen the New Day und den Usos, die sich auch gerne mit ein paar lustigen Aktionen im Ring zeigten. Dies honorierten die Zuschauer mit Applaus. Die Bludgeon Brothers hielten sich jedoch erst vornehm zurück und spielten dann sozusagen die Partycrasher und räumten den Ring auf. An ihrer Überlegenheit ließen sie auch im Verlaufe des Matches keinerlei Zweifel. Auch dann nicht, als die Usos oder the New Day mit guten Aktionen gegen die Bludgeon Brothers konterten. Letztlich verteidigten sie ihre Titel erfolgreich und gingen mehr unter Buh Rufen in den Backstage Bereich zurück.

Sin Cara vs. Shelton Benjamin

Der Auftakt war gelungen und es folgten Sin Cara und Shelton Benjamin. Es war zu Beginn ein eher langsam geführtes Match, in dem sich Sin Cara mit seiner Beweglichkeit zeigte und dafür Applaus vom Publikum erhielt. Während Shelton „nur“ mit einem mittelmäßigen Purzelbaum dagegenhalten konnte. Jedoch gab es auch hierfür Applaus. Das Match wurde in der Folge schneller und auch technischer, wobei deutlich wurde, dass es sich hierbei um eine Begegnung zwischen Technik und Kraft handelte. Sin Cara, der Techniker, der sich häufig mit seinen eingesprungenen Manövern zu wehren musste, konnte jedoch nicht jede kraftvolle Aktion von Benjamin abwehren, was am Ende auch den Sieg für Benjamin einbrachte. Dennoch gab es Applaus für beide und insbesondere Sin Cara bekam einen Extra Applaus.

Naomi / Becky Lynch / Asuka vs. The Iconics (Billie Kay & Peyton Royce) / Lana

Es folgten gleich sechs Damen, die in einem Tag Team Match gegeneinander antraten. Während insbesondere Becky Lynch und Asuka sehr viel Zuspruch vom Publikum erhielten, glänzten die Iconics in ihrer Rolle als eher böses Duo mit einem lauten Mundwerk sehr gut. Sie hatten sich auf Becky Lynch eingeschossen und machten daraus keinen Hehl. Beim Einlauf von Lana schien das Publikum ein wenig gespalten. Es gab einige Jubler aber auch das Gegenteil war zu vernehmen.

Im Ring selbst präsentierten sich alle Damen von einer sehr guten Seite. Technische Aktionen, schmutzige Aktionen, Sprünge und auch Aufgabegriffe waren an der Tagesordnung. Das Momentum wechselte hierbei oft und es entwickelte sich insgesamt ein sehr ansehnlicher Kampf, der mit der Aufgabe Lanas endete, die sich in einem Aufgabegriff Asukas befand. Die drei Siegerinnen ließen sich ausgiebig feiern.

Tag Team Match: The Miz & Big Cass vs. “Perfect Ten” Tye Dillinger & Daniel Bryan

Während The Miz einen eher unspektakulären Einlauf hatte, wurde bei Big Cass gebuht was das Zeug hielt. Seine Vorgeschichte hallt ihm auch in Deutschland noch nach. Es folgte Tye Dillinger, der vom Publikum schon freundlicher begrüßt wurde, ehe die Halle mit dem Entrance von Daniel Bryan den Siedepunkt in Sachen Stimmung erreichte. Fast jeder Anwesende jubelte, applaudierte und riss die Arme mit dem bekannten „Yes“ in die Höhe. Es war schon eine Art Gänsehautgefühl, das sich in diesem Moment einschlich. Die Jubelstürme für Daniel Bryan ließen kaum nach. Er selbst musste praktisch für Ruhe sorgen, nahm das Momentum aber für seinen Tag Team Partner noch einmal auf und aus der „Yes“ Bewegung wurde nun die „Ten“ Bewegung. Weiterhin machten alle mit. Es war, meines Erachtens, das absolute Highlight des Abends, ohne dass bisher gekämpft wurde. Es dauerte auch ein wenig bis der Kampf begann. The Miz und Daniel Bryan standen sich gegenüber. Aber begonnen haben Big Cass und Daniel Bryan, da es Miz vorzog, erst einmal in Ruhe zuzusehen.

Übrigens weigerte sich The Miz davor noch in den Ring zu steigen, bis Daniel Bryan ihm die Seile aufhielt, damit er besser hindurch in den Ring kommen konnte.

In diesem Match gab es wechselnde Höhen und Tiefen. Das Momentum wechselte oft und daraus ergab sich ein sehr interessanter Kampf, bei dem insbesondere Daniel Bryan immer wieder für ein neues Aufkochen der Stimmung sorgen konnte. Mal hatte Tye Dillinger die Oberhand gegen Miz, Mal Big Cass gegen Tye Dillinger und am Ende war es Daniel Bryan, der Big Cass mit seinem Yes-Lock zur Aufgabe zwang. Die Partystimmung ebbte nicht ab und Daniel Bryan wurde weiter gefeiert, als gäbe es kein Morgen mehr. Kurz darauf war erstmal Pause. Diese Dauerte ca. 15 bis 20 Minuten. Diese Zeit konnte ich wunderbar nutzen, um ein wenig zu dampfen und angenehme frische Luft zu schnappen.

United States Champion Titel Match: Jeff Hady vs. Rusev mit Aiden English

Nach der Pause ging es direkt weiter mit Aiden English, der in seiner bekannten Art Rusev ankündigte. Es ist interessant zu beobachten, dass Rusev im Laufe der Zeit immer mehr an Beliebtheit hinzugewinnt. Doch gegen die Jubelstürme für Jeff Hardy, war es dann doch nicht angekommen. Rusev war es auch, der zu Beginn das Heft in die Hand nahm und nur selten von Jeff Hardys Kontern aus dem Gleichgewicht gebracht wurde. Doch dann ging es schnell und Jeff Hardy zeigte seine tollen Sprung- und Flugkünste, bis auch die Swanton Bomb saß und er das Match erfolgreich für sich beenden konnte. Somit blieb auch dieser Titel bei seinem Träger.

Smackdown Womens Champion Titel Match: Carmella vs. Charlotte

Bei diesen beiden Damen waren die Sympathien von Beginn an klar verteilt: Charlotte bekam Applaus und die Fans schienen sich sehr auf sie zu freuen. Beinahe bedächtig still ging es hingegen bei Carmellas Entrance zu, den sie dennoch zelebrierte.

Der Beginn des Matches war schon recht amüsant. Eine weglaufende und schreiende Carmella, die eindeutig vor Charlotte flüchten wollte. Dennoch trafen sich beide im Ring und Carmella ging in die Offensive. Dies aber nur von kurzer Dauer, denn Charlotte konterte und zeigte stets, wer im Ring das Sagen hat. Jedoch blieben ihre Versuche den Figure 4 Leg Lock anzusetzen, erfolglos, da sich Carmella stets gut herauswinden konnte. Zwar zeigten die Aktionen von Charlotte mehr Wirkung, doch zum Schluss konnte Carmella den Vorteil der Ecke für sich nutzen und Charlotte, kopfüber in der Ringecke hängend, bearbeiten. Dabei ignorierte sie das Anzählen des Ringrichters und machte einfach weiter. Dies führte zur Disqualifikation von Carmella, was automatisch den Sieg von Charlotte bedeutete. Doch der Titel wechselt bei diesem Ausgang nicht. Carmella behielt ihn trotz Niederlage.

6 Man Tag Team Match: Shinsuke Nakamura & The Bar vs. AJ Styles & Luke Gallows & Karl Anderson

Der Main Event des Abends. Das vermutlich interessanteste und spektakulärste Match, das auf der Karte stand, wurde spontan geändert. Aus einem Titelmatch zwischen Shinsuke Nakamura und AJ Styles wurde ein 6 Mann Tag Team Match.

Lag das an der verbliebenen Zeit, die noch zur Verfügung stand? Lag es möglicherweise an den negativen Kritiken, die es zum Titelmatch zwischen Shinsuke und AJ bei Backlash gab? Ich persönlich weiß es nicht und war, wie auch viele andere Zuschauer, von dieser Ansetzung irritiert. Auf die Irritation folgte, bei mir zumindest, ein wenig Enttäuschung. Natürlich hätte ich gerne das angekündigte Tam Team Match zwischen The Bar und Luke Gallows und Karl Anderson als solches gerne gesehen, aber auch das Titelmatch zwischen Shinsuke und AJ hätte ich gerne gesehen. (Auch wenn klar ist, dass bei einer Houseshow keine gewollten Titelwechsel erfolgen).

Für einen Main Event war das Match in dieser Konstellation etwas zu schwach. Das ist meine subjektive Meinung zum Gesehenen. Zwar war es amüsant Herrn Sheamus in Lederhosen kämpfen zu sehen, doch die Qualität war im Verhältnis zum Match mit Daniel Bryan etc. deutlich darunter. Und ich meine wirklich nur die Qualität des Matches an sich. An die Stimmung konnte selbst der Main Event absolut nicht herankommen.

Es waren insbesondere die nominellen Tag Teams, die im Ring standen oder gegen Shinsuke oder AJ antraten. Ein direktes Aufeinandertreffen von Shinsuke und AJ war nur von kurzer Dauer und wurde eher von Shinsuke gemieden. Das fand ich besonders schade. Zwar konnten Cesaro, Sheamus, Luke und Karl gute Aktionen abliefern und auch damit ein wenig an Stimmung erzeugen, doch der Funke sprang erst gegen Ende des Matches über, als in kurzer Abfolge alle Teilnehmer des Matches im Ring waren und sich gegenseitig wieder hinausbeförderten. Dann war es AJ, der mit einem phenomenal Forearm gegen Sheamus die Entscheidung herbeiführte.

Insgesamt war es aber ein guter Wrestling Abend. Besser als beim letzten Mal, aber lange nicht der beste Abend, den ich bisher erleben durfte. Da ist also noch Luft nach oben. Was ich persönlich nicht so ganz verstehe, ist die Änderung des Main Events, der dadurch meines Erachtens an Qualität verloren hatte. Durch die Änderung hätten sie auch den Main Event mit dem Match um Daniel Bryan besetzen können. Das wäre ein besseres und deutlich genialeres Finale geworden. So wurde der Matchplan bis zur Pause sehr gut umgesetzt, ließ aber danach qualitativ doch sehr nach.

Meine Rangliste der Matches, sortiert nach deren Qualität und Stimmung. Selbstverständlich kann dies jeder, der dabei war, anders beurteilen. Aber so war mein persönlicher Eindruck.

  1. The Miz & Big Cass vs. “Perfect 10” Tye Dillinger & Daniel Bryan
  2. Naomi / Becky Lynch / Asuka vs. The Iconics & Lana
  3. The New Day vs-. The Usos vs. The Bludgeon Brothers
  4. Rusev vs. Jeff Hardy
  5. Shinsuke Nakamura & The Bar vs. AJ Styles & Luke Gallows & Karl Anderson
  6. Sin Cara vs. Shelton Benjamin
  7. Charlotte vs. Carmella

Im November wird die WWE wieder in Deutschland sein. Zwei Termine in Köln und Frankfurt, am 7. Und 8. November, wurden dabei verkündet.

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Wrestling in der Batschkapp Frankfurt: die wXw (westside Xtreme Wrestling) war am 21.04.2018 zu Gast mit der „We love Wrestling Tour“

Es ist nun schon über ein halbes Jahr her, als die wXw das letzte Mal zu Gast in Frankfurt war. Es war der 30.09.2017, und auch dort war ich vor Ort und habe davon berichtet. Hier geht es zum Artikel -> wXw Batschkapp 30.09.2017

Schon damals war ich begeistert und freute mich umso mehr auf diesen Abend, der mich auch nicht enttäuschen sollte. Die Batschkapp war ausverkauft und mein Sitzplatz in der ersten Reihe war ein klein wenig suboptimal, aber immer noch sehr gut. Ausverkauft bedeutet übrigens 450 Zuschauer.

Es gibt 72 Bilder von mir zu diesem Event – Klicke –>> H I E R <<–

Der Event aus Frankfurt wird ab dem 24.04.2018 auf dem offiziellen Videoportal der wXw zu sehen sein. Hier gelangt ihr dahin: Offizielle Video-Website: wXw now

IMAG1159Vielen ist die wXw vielleicht noch kein Begriff und ich erwähne es, so wie in meinem damaligen Bericht, gerne erneut: die deutsche Organisation „wXw“ also Westside Xtreme Wrestling, mit ihrem Sitz in Essen, ist die größte dieser Art Deutschlands. Aus dieser sind sogar bereits einige Wrestler hervorgetreten, die nun in der WWE ihre Brötchen und Hamburger verdienen.

Auch das hier erwähne ich sicherheitshalber auch nochmal: die Sitzreihen sind nicht durch eine Barriere vom Ringbereich getrennt. Dadurch ist man sehr nahe am Geschehen und wenn es passiert, auch Teil davon. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Wrestler in die Zuschauer geschubst wird oder vor ihnen liegt. Deswegen sollte man immer ein Auge auf das Geschehen haben, damit man weder sich noch einen Wrestler verletzten könnte.

Dann ging der Abend auch schon los und das mit einem sehr interessanten Match sogar. Gleich vier Wrestler durften sich in einem „Fatal4-Way“ Match messen. Gut, okay, in der wXw wird diese Matchart anders genannt, aber der Begriff aus der WWE dürfte hier gängiger sein. Eigentlich sollte es erst ein „Triple Threat Match“ sein, aber dies wurde kurzfristig geändert.

Der Erfurter Marius Al-Ani, besser bekannt als „Ninja Warrior“, Ivan Kiev und David Starr waren ohnehin für dieses Match angekündigt. Der vierte Mann im Ring wurde niemand Geringeres als Emil Sitoci, der dienstälteste Wrestler in der wXw.

IMAG1170Während zu Beginn noch alle im Ring standen und sich unkoordiniert prügelten, dauerte es auch nicht lange, bis die ersten aus dem Ring geworfen wurden. So ergaben sich sehr ansehnliche und technisch versierte Kämpfe, die oftmals von einem Rückkehrer unterbrochen wurden. Zwischenzeitlich gab es sogar eine „Headlock-Kette“ – ein sehr interessanter Anblick. Dieses Match der Vier kam sehr gut beim Frankfurter Publikum an. Die Wechsel der Ringhoheit waren schneller passiert, als man schauen konnte, bis ein weiteres Mal zwei der vier Akteure außerhalb des Rings waren. Es standen sich nun Ninja Warrior und Ivan Kiev gegenüber. Ein paar schöne Moves von beiden, doch dann packte Ninja einen Aufgabegriff aus, dem Ivan in der Mitte des Rings nichts entgegenzusetzen hatte und aufgeben musste. So gewann der Erfurter dieses aufregende erste Match und das Publikum jubelte.

Das war mal ein Auftakt nach Maß. Sehr wünschenswert. Das Publikum war da und wurde mitgerissen. So konnte und sollte es auch weitergehen.

Es folgte ein Match, das eine gewisse Ungleichheit in sich trug. „Dirty Dragan“ musste gegen den Adler der wXw „Absolute Andy“ antreten. Letzterer wird, bzw. wurde von Samoa Joe trainiert. Der Name kommt euch bekannt vor? Zurecht, er ist derzeit aktiver Wrestler der WWE.

IMAG1175Bevor dieses Match so richtig losging, war schon allein durch die Optik der beiden zu erkennen, wer die Vorteile auf seiner Seite haben sollte. So war es auch nicht verwunderlich, dass Andy in seiner dominanten Art und Weise Dragan aufforderte sich einfach hinzulegen und sich pinnen zu lassen. So käme dieser schmerzfrei davon. Doch weder Dragan noch das Publikum wollten das. Wenn auch Dragan so aussah, als wüsste er nicht so richtig, ob er nicht vielleicht doch darauf eingehen sollte. Letztlich begann dieses Match dann doch und Dragan musste sehr viel einstecken. Sowohl im Ring als auch außerhalb des Rings. Dabei bewies er aber Nehmerqualitäten und wehrte sich mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln. Nur hatten diese gegen die dominante Art von Andy kaum Wirkung. Dafür hatte er den Zuspruch und die Fans in Frankfurt hinter sich, die ihm zujubelten. Die Sympathien konnten nicht klarer verteilt sein. Doch am Ende musste er sich geschlagen geben und Andy gewann das Match nach einer Serie von kraftvollen Moves. Das Match war entschieden, aber Andy noch nicht fertig. Es gab somit also noch einen „Nachschlag“ für Dragan; im wahrsten Sinne des Wortes. Aber Emil Sitoci eilte seinem Zögling(?) zur Hilfe und musste selbst noch einstecken. Letztlich änderte dies aber nichts daran, dass es für Dragan vom Frankfurter Publikum Sonderapplaus gab.

Die Stimmung hielt sich also und das Publikum war weiterhin dabei. Der Spaß ging auch direkt weiter mit dem Match einer Veteranin gegen eine Dame, die von ihr als „Rookie“ betitelt wird. Melanie Gray gegen „Killer“ Kelly aus Portugal. Kelly ist erst rund ein halbes Jahr in der wXw, mischt aber schon gut auf.

IMAG1192War es vor rund einem halben Jahr noch mehr ein eher lustiges und spaßiges Match zwischen Melanie Gray und Session Moth Martina, wurde dieses Duell auf einem ganz anderen Level und Niveau ausgetragen. Beide Damen scheuten nicht davor, sich im Ring und außerhalb des Rings zu profilieren. Dabei war es insbesondere Melanie, die das Heft wutentbrannt in die Hand nahm und Kelly aufzeigen wollte, wer Chefin im Ring ist. Aber Kelly wusste sich zur Wehr zu setzen und es entwickelte sich ein sehr ansehnliches Match, das sehr viele technische und kraftvolle Elemente enthielt. Das Momentum wechselte sogar, aber Kelly hatte am Ende nicht das Glück auf ihrer Seite und musste sich Melanie an diesem Abend geschlagen geben.

Respekt an beide Damen, da ziehe ich meinen Hut vor der Leistung, die gezeigt wurde. Bitte zukünftig mehr davon.

IMAG1212Danach wurde es mal Zeit für einen Titelkampf an diesem Abend in Frankfurt. Es ging um die wXw Shotgun Championship. Titelverteidiger Bobby Gunns, der sogar dort raucht, wo es verboten ist, stellte sich seinem Herausforderer „Dunkzilla“ Mark Davis. Dieses Match hatte nicht so ganz das Flair der vorhergehenden gehabt. Das lag auch mitunter daran, dass Bobby so seine Schwierigkeiten mit dem bulligen Mark Davis hatte. Mehrere Clotheslines hintereinander weg und Dunkzilla stand immer noch recht unbeeindruckt auf den Beinen. Die körperlichen Vorteile machte sich Mark Davis des Öfteren zu Nutze und demonstrierte sie häufig. Um dem zu entgehen änderte Bobby seine Taktik und begann den linken Arm Dunkzillas zu bearbeiten. Vorwiegend mit Armbars und Aufgabegriffen. Diese zeigten auch Wirkung. Dennoch schien das Match lange offen, bis es Bobby gelang einen Superplex vom zweiten Ringseil zu zeigen, der dem Kampf das Ende setzte. So blieb und bleibt Bobby weiterhin der wXw Shotgun Champion.

Anschließend kam Alexander James in den Ring und redete, erzählte und sprach von der großen Gelegenheit, die ihm zustünde, gegen Ilja Dragunov um den wXw Unified World Wrestling Championship anzutreten. Dabei verhöhnte er Ilja mehrere Male und sagte, dass Ilja Angst vor ihm habe und deswegen nicht antreten kann oder will und aufgrund dessen eine „Verletzung“ vortäuscht. Dabei muss man sagen, dass Ilja anscheinend tatsächlich mit einer Verletzung zu tun hat, denn die wXw erlaubt es ihm nicht mit dieser Verletzung ein Match zu bestreiten.

IMAG1234Aber Ilja wäre nicht Ilja, wenn er das einfach auf sich sitzen lassen würde. Selbstverständlich kam er unter großem Jubel heraus und stellte sich Alexander. Dabei mussten ihn aber zwei Offizielle zurückhalten, denn wie erwähnt, wrestlen darf er nicht. Während ihn also zwei Offizielle zurückhielten, machte Alexander mit seinen Sticheleien weiter und kratzte an der Ehre des Russen. Dieser hatte schwer damit zu kämpfen, sich unter Kontrolle zu halten. Aber sein Temperament ging mit ihm durch, er schoss so schnell aus der Ringecke hervor, dass nicht nur die beiden Offiziellen, sondern auch Alexander überrascht waren und machte seinen bekannten „Torpedo“ – einen Shoulder block, der Alexander zu Boden warf. Dies feierten die Fans lautstark.

IMAG1259Ein weiterer Titelkampf stand an und da ging es um die wXw World Tag Team Championship. Die Titelträger „Monster Consulting“ bestehend aus Avalanche und Julian Nero trafen dabei auf die Arrows of Hungary. Beide Teams arbeiteten jeweils gut zusammen und hatten dadurch jeweils ihre Momente. Zu Beginn waren es Monster Consulting, die Oberwasser hatten. Nachdem außerhalb des Rings Avalanche gegen die Ringtreppe gedonnert worden war, konnten die Pfeile aus Ungarn Julian Nero bearbeiten und waren dem Titelgewinn schon sehr nahe. Aber Julian Nero wehrte sich, so gut er konnte. Doch die Tag Team Moves der Ungarn haben schon ihre Wirkung gezeigt. Nur gut, dass sich Avalanche wieder aufrappeln konnte und dann seinem Namen alle Ehre machte. Wie eine Lawine kam er über die Ungarn und begrub sie unter sich. Das war der Beginn vom Ende der Titelträume für die Ungarn, die sich im Anschluss an die Naturgewalt geschlagen geben mussten. Auch hier blieb der Titel bei seinen Besitzern und wechselte nicht.

Kurz vor dem Hauptkampf des Abends rief Pete Bouncer im Ring Da Mack aus, der sich weder zeigte, noch anderweitig darauf reagierte. Wer weiß, was da im Busch ist.

IMAG1288Jedenfalls kamen nun Zack Sabre Jr., der sein Comeback feierte, und Lucky Kid in den Ring, um das Hauptmatch zu bestreiten. Es war ein sehr technisch versierter Kampf zwischen beiden, der von den Fans auch entsprechend honoriert wurde. Kraftaktionen gab es wenige zu sehen, dafür interessante und lustige Einlagen von Lucky Kid, der damit seinem Gimmick und seiner Rolle absolut gerecht wurde und einigen abwechselnden Schlägen auf die Brust, bei dem einer so laut Klatschte, dass die Fans „Holy Shit“ riefen. Zu all diesen Spielereien und anderen technischen Aktionen wurden auch etliche Submissions gezeigt. Einige sahen irgendwie so aus, als würde es sich um eine Verknotung der beiden Kontrahenten handeln. In dieser Form schenkten sich beide wenig und ein normaler Pin schien unmöglich, da sich keiner die Blöße geben wollte. So war es am Ende ein Aufgabegriff von Zack, bei dem Lucky Kid nicht abklatschte, sondern so langsam verblasste; also drohte ohnmächtig zu werden. Das sah der Ringrichter und beendete das Match, welches Zack Sabre Jr. Somit für sich entschied.

Es war ein großartiger Wrestlingabend. Es wurde viel geboten und die Fans honorierten dies mit Jubel und Applaus. Es wird wohl keine Frage sein, dass ich das nächste Mal am 02.09.2018 wieder vor Ort sein werde.

Offizielle Website: wXw-Wrestling

Offizielle Video-Website: wXw now

WWE am 11.11.2017 in der SAP-Arena Mannheim

Die Vorfreude begann schon Monate zuvor, als die Karten für die Show in Mannheim bestellt wurden. Mit der gleichen Vorfreude ging es auch am Samstag zur SAP-Arena, um die Athleten der größten Wrestling-Liga wieder einmal live zu sehen.

Natürlich habe ich auch Bilder von diesem Abend. Zwar nur mit der Handykamera und aus ein wenig Entfernung, aber sie sind okay. Zur Galerie

Doch der Abend war im Nachhinein betrachtet ziemlich ernüchternd gewesen. Keines der angesetzten Matche konnte mich überdurchschnittlich begeistern oder in seinen Bann ziehen. Wenn ich diese Show mit anderen vergleiche, bei denen ich schon gewesen bin, dann war diese die schwächste von allen.

Rückblickend frage ich mich, woran das gelegen haben könnte:

  • Waren die Athleten an Tag 4 der Deutschland-Tour müde?
  • Ist die Luft an Tag 4 bei den exakt gleichen Matchansetzungen raus?
  • Hatte ich zu hohe Erwartungen an die Show?

Die Matches waren lange nicht so intensiv und spannend, wie ich es mir gewünscht hätte und wie diese im Vergleich zu anderen Shows gewesen waren. Oftmals hatte ich das Gefühl, dass versucht wurde mit lustigen und comedyartigen Elementen zu arbeiten, um die ständig gleichen Abläufe etwas attraktiver zu gestalten.

Dabei mag es durchaus lustig sein, wenn dies in zwei oder drei Matches vorkommt, aber muss es dann wirklich in jedem sein? Das war nicht, was ich mir von diesem Abend erhofft hatte.

Es war übrigens auch schwierig, sich in den Tagen zuvor nicht selbst mit den Matches und den Ausgängen selbiger zu spoilern. Dass es einen festgelegten Matchplan für die Tour gibt, ist nicht erst seit heute so. Aber anscheinend, so mein subjektiver Eindruck, ist das auch für die Athleten ermüdend, wenn sie mehrere Tage am Stück immer (fast) exakt das gleiche Programm abspielen müssen. Wäre es da nicht viel interessanter, aus dem vorhandenen Pool an verfügbaren Wrestlern verschiedene Matchpläne zu haben?

Durchaus sehr schade, denn an diesem Abend wäre mehr drin und möglich gewesen, als angeboten wurde. Vielleicht das nächste Mal, damit die Show dem Eintrittspreis wieder gerechter wird.

Dennoch möchte ich kurz die Matches beschreiben.

Match 1: Finn Balor vs. Bray Wyatt:

Nach dem tollen Einzug von Bray Wyatt hat dieser fürs Erste mehr Zeit ausserhalb des Rings verbracht als im Ring. Das kam natürlich nicht besonders gut beim Publikum an und als er sich anschickte das Match gänzlich zu verlassen, nahm Finn Balor das Mikrofon und forderte Bray Wyatt dazu auf seinen Mann zu stehen.

Das machte er dann auch und die beiden Athleten boten einen ansehnlichen Kampf, der ausgeglichen schien und keine größeren Vorteile für einen der beiden aufkommen ließ. Am Ende war es aber Finn Balor, der mit seinem Finishing Move und dem Pin das Match für sich entschied.

Match 2: Titus O’Neil und Apollo Crews vs. Curt Hawkins und Goldust:

Eine etwas ungerecht anmutende Ansetzung, wenn man sich die Wrestler so ansieht. Während Titus und Apollo im Prinzip nur aus Muskeln bestehen, sucht man diese Statur bei ihren Gegnern vergebens.

Sicher wird es schmerzhaft sein, wenn der hochgewachsene Titus O’Neil einem auf die Brust schlägt, aber muss man danach im Ring herumlaufen, als wäre man von einem Elektroschocker getroffen worden, lieber Goldust? Der Rest war hingegen recht amüsierend.

Es entwickelte sich ein schönes, recht intensiv aussehendes Match, als Apollo Crews der Aktive im Ring war und gegen Goldust und Curt Hawkins wirklich schöne Moves zeigte. Er schaffte es jedoch nicht zu einem schnellen Wechsel und das nutzten Goldust und Curt zunächst zu ihrem Vorteil aus. Doch als dann Titus O’Neil wieder an der Reihe war, räumte er einmal kurz auf und beendete das Match. Sieg für die sympathischen Muskelmänner.

Match 3: Enzo Amore vs. Kalisto (Cruiserweight Title Match):

Die beste Figur machte Enzo Amore bei seinem Einzug. Während des Matches selbst hatte er nur selten die Oberhand. Kalisto hingegen zeigte seine Beweglichkeit und schönen Sprungkicks, jedoch nur ganz selten einen seiner typischen Sprünge oder Flüge, für die man ihn kennt. Mit etwas Glück undseinem Größenvorteil gegenüber Kalisto konnte er diesen jedoch einmal richtig auf die Matte schicken und seinen Titel verteidigen. Schade für den armen Kalisto, der aber im Anschluss noch von den Fans gefeiert wurde.

Match 4: Samoa Joe vs. Jason Jordan:

Vermutlich war dies das ansehnlichste Match des Abends, wenn auch die spektakulären Szenen fehlten. Samoa Joe hatte zumeist die Vorteile auf seiner Seite, während das Talent und die Ringbeweglichkeit von Jason Jordan ab und an durchblitzten. Aber am Ende verzettelte er sich bei einem Pinversuch und da nahm in Samoa Joe in seinen gefürchteten Aufgabegriff, der auch zur Aufgabe führte.

Match 5: Braun Strowman vs. Kane:

Das hätte ein toller Kampf werden können. Wenn sich zwei kräftige Riesen gegenüberstehen und beide für ihre ausdauernde und recht harte Art bekannt sind, könnte ein schönes Match entstehen, wäre da nicht momentan die Rolle Kanes, der alles zerstören will oder muss.

So kam es nur zu wenigen Aktionen im Ring, ehe Kane einen Stuhl auspackte und damit auf Braun Strowman einschlug. Selbstverständlich wurde er dafür disqualifiziert, was ihn aber nicht weiter zu stören schien. Übrigens hatte er noch einen Tisch vorbereitet, durch welchen er Braun Strowman schicken wollte. Doch dieser befreite sich aus dem Griff und schmiss stattdessen Kane mit einem Powerslam hindurch. Das fanden die Fans toll und applaudierten hierfür.

Match 6: Bayley, Sasha Banks und Asuka vs. Nia Jax, Dana Brooke und Alexa Bliss:

Für dieses Match gab es eine Gastringrichterin aus den Reihen der Athletinnen, nämlich Alicia Fox. Sie hat ihre Aufgabe recht gut gemacht und war teilweise ein bisschen zu sehr motiviert. Als es mehrere Pinversuche hintereinander gab, hat sie einfach auch mal einen gemacht und erntete dafür fragende Blicke und Gesten, die sie mit einer beantwortete, die nach „Was denn, ich möchte auch?!“ aussah.

Es wirkte aber so, als hielten sich die Damen etwas zurück in ihren Aktionen. Erst Asuka nahm Fahrt auf und zeigte ihr Können gegen Nia Jax und Dana Brooke. Zurückhaltung kennt die Frau as Japan nicht und sorgte auch dafür, dass sie mit ihrem Hintern Alexa Bliss vom Ringrand schmiss. Letztlich sorgte sie damit für die freie Bahn zum Pin und somit auch zum Sieg für ihr Team.

Match 7: The Miz vs. Matt Hardy (Intercontinental Title Match):

The Miz übte sich in der deutschen Sprache und machte sich nicht unbedingt beliebt dabei. Die Fans forderten in den nächsten Minuten stets, dass Curtis Axel, der zur Miztourage gehört, anstelle von The Miz im Ring antreten sollte. Zwischendurch kam auch Matt Hardy in den Ring und es dauerte eine Weile, bis das Match starten konnte. Vorher musste Miz nochmals nachhaken, ob die Fans wirklich gegen ihn sind.

Es fehlte irgendwie der letzte Biss in diesem Match, wenn auch beide gute Aktionen im Ring zeigten. Bo Dallas, der zweite Mitläufer in der Miztourage, wurde vom Ringrichter zwischendurch sogar des Rings verwiesen. Dabei schien es als würden dem Referee die Pferde durchgehen. Nicht nur, dass es dramatisch aussah, als er auf Bo Dallas zeigte, nein er machte auch noch einen Purzelbaum im Ring, um dann in Richtung des Ausgangs zu deuten.

Jedenfalls kontne The Miz am Ende das Match für sich entscheiden, nachdem Curtis Axel den Ringrichter ablenkte und Bo Dallas, der eigentlich nicht mehr hätte da sein dürfen, Matt Hardy eine überzog.

Match 8: The Bar vs. The New Day vs The Shield – 3 Way Tag Team Title Match:

Eigentlich gehören The New Day zu SmackDown, aber sie waren tatsächlich da um beim Titelkampf um den RAW Tag Team Titel mitzumischen. Dieser wird aktuell von Cesaro und Sheamus (The Bar) gehalten. Einwechseln konnte jeder jeden, also es musste nicht zwangsläufig der eigene Tag-Team-Partner sein. Das passierte im Lauf des Matches auch immer wieder mal.

Jedes, der drei Teams, hatte zwischendurch mal Oberwasser und wurde kurz darauf vom nächsten abgelöst. Seth Rollins hatte dabei die längste Zeit im Ring, ehe er zu einem Wechsel kommen konnte. Zuvor wehrte er sich tapfer gegen Cesaro und Sheamus als auch gegen kofi Kingston und Xavier Woods (The New Day).

Kurz nachdem Dean Ambrose im Ring war, gab es ein kleines Durcheinander und es sah fast so aus, als könnte sich The Shield den Titel wieder zurückholen. Aber durch die Wechselregularien war es Cesaro, der sich raffiniert einwechselte und damit die Titelverteidigung einläutete.

Während The Bar nun eigentlich auf dem Weg in die Kabine waren, sprach Seth Rollins über Mikrofon, dass The New Day mit ihrer Einmischung bei diesem Titelkampf die Chancen für The Shield gründlich vermiesten, er aber dennoch Respekt vor ihrer Leistung hat. Daraufhin streckte er seine Hand aus, um das Zeichen des Respekts zu untermauern. Die Antwort war kein Handschlag, sondern ein Angriff auf The Shield.

Die Raw Superstars waren davon nicht angetan, sodass sich The New Day bald The Bar, die wieder zurückkamen, The Shield, Finn Balor und Samoa Joe gegenüber sahen. Fliehen war nicht mehr möglich und so kam es, wie es kommen musste: The New Day wurde nach Herzenslust vermöbelt. Selbst Braun Strowman kam noch einmal heraus, nachdem die Fans seinen Namen skandierten, um ebenfalls ein paar harte Fakten an The New Day zu verteilen. WWE111117 (120 von 120)

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wXw – Fight Forever Tour – 30.09.2017 – Batschkapp Frankfurt

Wrestling in der Batschkapp? Ja, auch das gibt es! Es muss nicht immer die weltweit größte Organisation WWE sein, um gute Showkämpfe zu sehen. Die deutsche Organisation „wXw“ also Westside Xtreme Wrestling, mit ihrem Sitz in Essen, ist die größte dieser Art Deutschlands. Aus dieser sind sogar bereits einige Wrestler hervorgetreten, die nun in der WWE ihre Brötchen und Hamburger verdienen.

Die Batschkapp an sich sah noch ungewohnter aus als sonst. Ein Ring, Stühle, eine Rampe auf die Bühne. Das war auch für mich mal etwas Neues. Aber gut, hinein in die mir gut bekannte Stube und meinen Platz in der vordersten Reihe beziehen. Wenn schon, denn schon, hatte ich mir bei der Kartenbestellung gedacht. Das erste Mal live bei der wXw und in der ersten Reihe. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Wer nicht so viel lesen möchte, kann sich in der Galerie 199 Bilder vom Event ansehen. Einfach >> HIER << klicken.

Mal ganz wichtig vorab: die Sitzreihen sind nicht durch eine Barriere vom Ringbereich getrennt. Dadurch ist man sehr nahe am Geschehen und wenn es passiert, auch Teil davon. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Wrestler in die Zuschauer geschubst wird oder vor ihnen liegt. Deswegen sollte man immer ein Auge auf das Geschehen haben, damit man weder sich noch einen Wrestler verletzten könnte.

Die Aufregung wurde größer als die Lichter ausgingen und der Ringsprecher in den Ring stieg um das erste Match des Abends anzukündigen. Es wurde also Zeit für Ringaction mit Jay Skillet aus Deutschland, der gegen den wXw Veteran Emil Sitoci aus den Niederlanden antrat. Die Sympathien waren dabei ganz klar auf der Seite von Jay zu finden, welchem das Publikum während des Kampfes stets mit Sprechchören und Klatschen Unterstützung zuwendete.

Beim Einlauf kamen sie schon nahe am Publikum vorbei. Jeder mit seinem nominellen Tag-Team-Partner, die sich zumeist ausserhalb des Rings aufhielten. Diese hatten zwischendurch ebenfalls eine kleine Meinungsverschiedenheit, bei der selbst ich aufpassen musste, dass von beiden keiner auf mir landete oder Ähnliches. Näher als nah am Geschehen sage ich mal dazu. Aber es hat auch seine Reize. Im Ring war die Action klasse. Schöne Aktionen und Moves, sogar von den Seilen, waren zu sehen. Interaktionen mit dem Publikum gab es von beiden Wrestlern, wenngleich sich Emil über die Unterstützung für Jay etwas brüskierte. Beide Kontrahenten zeigten einen sehr guten Showkampf, bei dem durchaus jeder die Chance auf den Sieg hatte. Aber Emil war am Ende doch etwas erfahrener um den Kampf für sich zu entscheiden.20170930_181951

Dieser erste Kampf war schon mal sehr gut und machte mir Lust auf mehr davon. Mein Eindruck war jedenfalls, dass das Können der Wrestler aus der wXw dem Können der WWEler in nicht viel nachsteht. So hoffte ich, dass sich dieser Eindruck auch bei den restlichen Kämpfen weiter bestätigen sollte.

Weiter ging es schon direkt mit dem nächsten Kampf, den zwei Herren aus den USA bestritten. Alexander James gegen Timothy Thatcher. Dass gerade diese beiden Wrestler noch etwas mehr zu bieten hatten als reine Kraft, wurde im Verlauf des Kampfes deutlich sichtbar. Viele technisch geprägte Moves und Aufgabegriffe waren an der Tagesordnung. Beide schenkten sich nichts und so ging es immer wieder hin und her. Ein wahrlich spannendes Match, bei dem sich keiner der beiden so richtig profilieren konnte. Dennoch gelang es am Ende Timothy das Match für sich zu entscheiden.20170930_183300(0)

Zu diesem Zeitpunkt war ich schon sehr begeistert ob dessen, was im Ring angeboten wurde. Es ist definitiv keine Amateurliga, sondern ein professioneller Ablauf. Das gefiel mir sehr gut. Weiter, weiter und mehr davon.

Der folgende Kampf sollte schon von Beginn an mit einem gewissen Ungleichgewicht starten. Während „The Avalanche“, ein Österreicher, mit Masse und Kraft daherkam, war sein Gegner eher ein Leichtgewicht. Der Luswigshafener „Da Mack“ musste sich ihm gegenüberstellen. Doch war es nicht nur ein Kampf des Kampfes wegen, nein es ging auch darum, wer Herausforderer Nummer 1 um den wXw Shotgun Title werden sollte. Nach einem kurzen Abtasten zu Beginn zeigte The Avalanche seine Kraftvorteile und konnte Da Mack bei Sprungtrittversuchen abfangen. Sogar ausserhalb des Rings war dies der Fall. Zwar konnte sich Da Mack sehr häufig  aufgrund seiner Geschwindigkeit und Wendigkeit beweisen, aber am Ende war er leider doch der Kraft seines Gegners unterlegen. Da Mack landete übrigens einmal in den Zuschauern, als er vom Ringrand geschubst wurde. Seine technische Basis ist sehr solide und ich glaube, wenn er darauf weiter aufbaut, wird er noch sehr weit kommen.20170930_184454

Das Match war jedenfalls sehr spannend durch die gegensätzlichen Charaktere und brachte viele Elemente in den Kampf hinein. Es war sehr schön anzuschauen und bei manch einer Aktion war mitfühlen für Da Mack unausweichlich. Er hat mit mir definitiv einen neuen Fan gewonnen.

Vor der Pause gab es noch einen Kampf, bei dem schon im Vorfeld die Sympathien erneut eindeutig verteilt waren. Der „Ring-General“ Walter aus Österreich traf auf Bobby Gunns, der trotz Rauchverbots in der Batschkapp mit einer angezündeten Zigarette, rauchend, den Ring betrat. So einem Frevel musste mal gezeigt worden, wo der Hammer hängt. Während sich Bobby zu Beginn des Kampfes überwiegend mit weglaufen beschäftigte, wartete Walter nur darauf ihn packen zu können. Und wenn er ihn hatte, dann klatschte es meist ziemlich laut durch die Batschkapp, denn die Schläge oder Chops auf die Brust von Bobby waren mehr als nur deutlich zu hören. Sehr zur Freude der Zuschauer in der Batschkapp, die fast jeden dieser Schläge bejubelten. Aber auch die Missgunst gegenüber Bobbys flüchtende Art war durch Schmährufe und entsprechende Betitelungen zu hören. Man muss ihm aber eingestehen, dass seine Idee, sich auf den rechten Arm und die rechte Hand von Walter zu fixieren nicht verkehrt war. Jedoch gelang es ihm nicht den entscheidenden Vorteil daraus zu erzielen. Zum Ende hin war Walters Ringerfahrung und Kraft siegriech. Walter bot Bobby nach dem Kampf noch den Handschlag an, welcher von Bobby mit dem Zeigen seiner Mittelfinger verwehrt wurde.20170930_190339

Dann hieß es erst einmal Pause und durchatmen. Während dieser Pause sah ich mich ein wenig bei dem zahlreichen Merchandise um, das nicht nur von der wXw, sondern auch von der WWE war. Viele tolle Artikel von T-Shirts über Figuren bis hin zu Champions-Titeln. Leider gab es das T-Shirt mi der Aufschrift „Suplex City“, das Brock Lesnar zuzuordnen ist, nicht mehr in meiner Größe. Schade, aber na gut, das Internet wird schon weiterhelfen.

Nach der Pause standen noch zwei weitere Kämpfe auf dem Programm. Und den ersten davon durften zwei Ladies bestreiten. Bei diesem Match ging es um Punkte für das in Kürze anstehende wXw Women’s Title Tournament. Melanie Gray, gekleidet als Schneewittchen, trat dabei gegen die aus Irland stammende Martina an. Letztere feierte ihren Einzug so sehr, dass sie zu Kampfbeginn schon ein wenig erschöpft wirkte. Oder vielleicht auch schon zu sehr angetrunken. Ihr enormer Drang nach Bier wurde aber vom Publikum unterstützt. Die Anfeuerungsrufe für Martina waren schlicht und ergreifend „Beer, Beer, Beer…“ Jedenfalls war das Match sehr unterhaltsam und bot neben dem Unterhaltungswert durch das Bier auch tolle Szenen im Ring mit interessanten Moves und Aufgabegriffen an. Melanie hätte sich aber vielleicht doch nicht am Bier von Martina vergreifen sollen. Dies weckte bei der erschöpften Irin ungeahnte Kräfte, die mit dem Sieg einhergingen. Danach wurde wieder wild gefeiert und Bier getrunken.20170930_195645

Das war mal etwas Anderes, aber Spaß hat es definitiv gemacht. Die beiden Damen haben gezeigt, dass ihr Unterhaltungswert auch im Ring zu finden ist. Eine sehr gute Sache, da Frauenwrestling doch sehr oft zu kurz kommt und viel zu oft unterschätzt wird.

Dann war es endlich so weit. Der Hauptkampf des Abends stand an und es war ein 5 gegen 5 Eliminierungsmatch. Auf der einen Seite stand die Truppe des Teams „Rise“ während sich auf der anderen Seite das „Team wXw“ befand. Wie es bei solchen Ansetzungen üblich ist, gab es erstmal ein riesen Chaos, ein riesengroßes Durcheinander. Es wurde einfach überall gekämpft. Ob im Ring, oder Ausserhalb oder sogar bis hin zur Bühne. Ich wusste gar nicht wo ich hingucken soll. Wobei es doch am Besten war das Geschehen vor mir zu beachten, denn hier hätte es auch für die Zuschauer der ersten Reihe ein wenig gefährlich werden können. Bis sich dieses Chaos einigermaßen auflöste, dauerte es doch sehr lange. Zwischendurch wurde schon mal ein Tisch aufgebaut, mit dem Titelgürtel zugeschlagen, eine Rohrzange und ein Klappstuhl hervorgeholt, mit denen auch schon eingedroschen wurde. Der Ringrichter hatte in der Folge einiges zu tun und sprach vier Disqualifizierungen wegen der Verwendung dieser Gegenstände aus. Irgendwann fiel dann auch jemand von Rise durch den Tisch und war minutenlang mit träumen beschäftigt. Nach und nach wurden weitere Wrestler eliminiert bis sich am Ende beide Anführer der jeweiligen Gruppierung gegenüberstanden. Von Rise war es „Bad Bones“ John Klinger und vom Team wXw der bisher ungeschlagene Ilja Dragunov. Beide boten ein hart umkämpftes Match, bei dem John mehrere erfolglose Pin-Versuche nach großartigen Moves zeigte. Während er fassungslos wirkte, forderte Ilja permanent weitere Schläge, die er auch bekam. Aber dies schien ihm irgendwie Energie zu geben, die er dazu nutzen konnte den Kampf für sich und sein Team zu entscheiden.20170930_201512

Das war ein fantastisches Hauptmatch. Ich kann jedem Wrestlingfan nur empfehlen sich dieses am dem 03.10.2017 auf der offiziellen Website der wXw anzusehen. Es lohnt sich auf jeden Fall. Ich war definitiv so sehr von diesem ganzen Event begeistert, dass ich mir zukünftig mit Sicherheit noch mehrere Shows dieser Liga ansehen werde.

Offizielle Website: wXw-Wrestling

Offizielle Video-Website: wXw now