Flag Football mal anders und aus einer anderen Perspektive. Bericht zum Spiel der Frankfurt Universe gegen die Ingolstadt Dukes vom 16.06.2018

Nein, es war natürlich kein wirkliches Flag-Football, aber da es so viele auf dem Feld gab im Verlauf des Spiels, habe ich den Einfall von Christian Roth als Beitragstitel dann doch übernommen. Die Idee kam schon im dritten Viertel, aber da es mit den Flaggen kaum ein Ende nahm, steht das also tatsächlich für das Universe Spiel vom Samstag.

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Doch bevor es an das Spiel selbst geht, war es gestern vor dem Spiel doch ein wenig anders als sonst. Auf den Trainingsplätzen am Stadion fand zuvor ein Amateur Cup der vermutlich falschen Sportart statt und dort wurde noch fleißig gearbeitet und abgebaut. Somit war der Zugang zu Teilen der Haupttribüne nicht erreichbar. Zudem gab es ein paar organisatorische Problemchen, die aber sehr gut gelöst wurden. Da darf und muss man auch mal den Mitarbeitern der Security und allen anderen, die dazugehören, sowie den Betreuern der Mannschaft, ein großes Lob aussprechen. Auch wenn manches durch den Abbau des Amateur Cups anders lief, war doch alles easy.

Ansonsten war bis dahin noch alles wie gewohnt. Menschen hier, Gespräche da, gutes Wetter und eine leckere Currywurst. Eigentlich alles, wie immer. Mit der Ausnahme, dass ich an diesem Tag nicht auf der Tribüne sitzen, sondern mit einem kleidsamen orangenen Leibchen und Kamera am Spielfeldrand mein Unwesen treiben durfte. Ein bisschen aufgeregt war ich ob dieser Tatsache schon. Man mag zwar nun denken, dass das kaum noch der Fall sein dürfte und schon gar nicht mehr so extrem, wie damals beim Halbfinale in Braunschweig, aber es ist doch schon etwas ganz anderes, das erste Mal bei seiner Lieblingsmannschaft mit auf dem, bzw. am Feld zu stehen.CheersSFU16062018-3

Es war schon ein merkwürdiges Gefühl die Heimstätte, das Stadion, von innen zu sehen, zu fühlen. Da wirken die Tribünen und das Spielfeld schon anders. Die Mannschaften waren gerade dabei ihr Aufwärmprogramm zu beenden. Dieses fand tatsächlich auf dem Spielfeld statt, denn die Außenflächen waren noch weiter belegt. Ein Spielgerät, ein Football, verirrte sich in meine Nähe. Grundsätzlich hatte ich aus früheren Tagen, als ich noch aktiv im Vereinsfußball war (lange her), das Bedürfnis, diesen aufzunehmen und weg zu kicken. Aber nein, lieber dem Spieler zurückgeben, der auf diesen wartet. Joa, so kam es, dass ich meinen allerersten Football geworfen habe. 32,5 Lebensjahre habe ich dafür gebraucht, Wahnsinn, oder? Der „Pass“ auf Johannes Rübsamen war sogar vollständig, auch wenn er sich ein bisschen strecken musste. Es hätte peinlicher enden können.

Nach dem Aufwärmen war noch ein wenig Zeit, bis die Cheerleader, die an diesem Tag ihre schönsten Dirndl aus dem Schrank geholt hatten, und wirklich hinreißend darin aussahen, von der Tribüne herunter auf das Spielfeld kamen, um ihre Choreographie vorzuführen. Diese war, wie immer, wirklich hervorragend. Auch ihnen darf und muss man ein Lob aussprechen. Es sind immer so viele von ihnen da, die vor und während des Spiels mit ihren Auftritten, Choreos und Anfeuerungen nicht nur etwas fürs Auge bieten. Dass das kein Gehopse ist, was sie machen, konnte ich bereits im letzten Jahr bestaunen, als ich mir ein Training der Cheerleader angesehen hatte. Konzentration, Kondition und Ausdauer, Beweglichkeit und vor allem immer das schönste Lächeln zu zeigen, das ist bemerkenswerter und toller Tanzsport. Ich persönlich finde, dass Moni, Tinchen, Anna, Verena, Vanessa, Bianca, Astrik und all die anderen Damen definitiv eine Bereicherung bei jedem Spiel sind. Schließlich gehören Cheerleader einfach zum Football dazu. Meinen Respekt haben die Damen absolut.CheersSFU16062018-28

Nach den Damen stieg bei mir die Anspannung und auch die Aufregung. Zunächst liefen die Ingolstädter ein. Auch das war ein ganz anderes Gefühl. Obwohl es für mich gar nicht mehr so fremd ist, die Spieler so aufzunehmen, während sie an einem vorbeirennen, nahm ich das schon bei den Spielern der Gäste ganz anders wahr, als es zum Beispiel in Gießen der Fall war.SFUID16062018-3 Und wer kommt nach den Gästen? Richtig! Die Heimmannschaft. Die Mannen in lila der Universe. Glaubt ihr mir, dass ich innerlich noch aufgeregter war? Glaubt ihr mir, dass die Kamera in meiner Hand zu Beginn des Einlaufs leicht wackelte? Das könnt ihr ruhig, denn es war tatsächlich so.  Diese Aufregung ebbte zwar nach und nach ab, hielt sich aber noch eine Zeit lang.SFUID16062018-5

Das waren die schönen Dinge, nun komme ich zum Spiel des Abends. Ich weiß, wie das klingt und das ist auch bewusst so gewählt. Es dauerte etwas, bis das Spiel in die Gänge kam. Zunächst verloren die Frankfurter den Ball, stoppten im Gegenzug aber die Ingolstädter und konnten, nachdem schon einige Zeit verstrichen war, den ersten Touchdown im Spiel setzen. David Giron stand frei, fing und punktete. Der Extrapunkt wurde vergeben. Gut, kann passieren.

SFUID16062018-32Die Ingolstädter wollten den folgenden Kickoff zurücktragen, aber dann kam Randie. Randie schnappte sich den Ballträger und ich dachte schon, dass er zu einem German Suplex ansetzt, die Bewegung war dafür jedenfalls da. Vielleicht ist ihm dann eingefallen, dass er sich seine Wrestlingmoves für den Ring aufheben sollte. Aber er stoppte seinen Gegenspieler sehr gut und damit konnte die Defense aufs Feld kommen. Frankfurts Defensive war auf der Höhe und ließ die Ingolstädter nicht gewähren, so dass bei einem weiteren Angriff der Universe Andreas Betza (ich nenne ihn Mr. Running Back to Back seit dem marburg Spiel) in die Endzone für einen weiteren Touchdown laufen konnte. Aber erneut gab es keine Extrapunkte für Frankfurt. Das wollte noch nicht laufen, ob Kick oder Passversuch.SFUID16062018-38

Dafür zeigte sich Frankfurts Verteidigung erneut sehr stark zu Beginn des zweiten Viertels und konnte die fehlenden Punkte mit einer Safety reinholen. Ingolstadts Quarterback hatte auf einmal zwei große lila Mannen vor sich, die ihn nicht mehr aus der Endzone herausließen.

Im Anschluss begann das Flaggenspektakel. Frankfurts Offensive zeigte einige Unkonzentriertheiten und nahm sich ein ums andere Mal die Möglichkeit eine gute Offensive zu spielen. So endete der Angriffsversuch mit einem Punt. Immerhin funktionierte das Punten an diesem Abend sehr gut. Insgesamt kamen dadurch aber die Gäste aus Ingolstadt besser in dieses Spiel. Sie wurden praktisch durch die Fehler der Frankfurter aufgebaut. So war es fast eine logische Konsequenz, dass die Dukes ihrerseits zu einem Touchdown und damit auch zu den ersten Punkten des Spiels kamen. Dass hierbei Anthony Mella einmal das halbe Feld ablaufen konnte, war schon bezeichnend. Im Gegensatz zu Frankfurt gelang ihnen aber der Extrapunkt zum 14:7, was auch gleichzeitig der Halbzeitstand war, denn viel Erwähnenswertes passierte in der Folge nicht mehr. Höchstens noch ein paar Flaggen oder so.SFUID16062018-51

Für das dritte und vierte Viertel habe ich mir das Spiel nochmal in der Wiederholung angesehen, denn den offiziellen Spielberichtsbogen gab es noch nicht, oder ich bin zu doof diesen zu finden. Normalerweise konnte ich diesen bei vorherigen Spielen direkt auf der GFL Seite aufrufen. Alles halb so wild, ich habe schließlich Zeit.

Deswegen sieht das nun so in meinem Bericht aus (so lässt sich am besten darstellen, wie sich das ganze Spiel mit den Strafen verhalten hat):

  1. Viertel:

Kickoff Ingolstadt

Flagge 9 Sekunden: 15 Yards

23 Yards bis Endzone

– Toochdown – Flagge

Flagge bei 1:28 – 10 Yards – illegaler Receiver Downfield

  1. und 10 an der 13

Flagge bei 2:24

Halten 10 Yards

Flagge bei 3:36

Frühstart Offensive 5 Yards

Flagge bei 3:53

Frühstart Offensive 5 Yards

Pass in die Endzone – kein Touchdown

laut TV Bild wäre es aber okay gewesen – hatte ich auch am Feld so gesehen

Field Goal verpasst rechts vorbei

Ingolstadt durch Turnover an der eigenen 21 Yard Linie

Flagge bei 5:16 (Ingolstadt)

Block in den Rücken 10 Yards

Sack an der 10 Yard Linie Ingolstadt

Punt Ingolstadt – Return Touchdown Giron – FlaggeSFUID16062018-59

Flagge bei 6:29 Block in den Rücken? 10 Yards

  1. und 10 eigene 42 Yard Linie

Punt bis an Ingolstadts 11 Yard Linie

Safety Frankfurt SuleymanovSFUID16062018-61

16:7

Free Kick Ingolstadt

Frankfurt 1. und 10 eigene 43 Yard Linie

  1. und 10 Ingolstadts 38 Yard Linie
  2. und 10 ingolstadts 22 Yard Linie

Sack Ingolstadt – 32 Yard Linie

Flagge bei 9:22

Halten 10 Yards – abgelehnt

  1. und 20

Punt bis an Ingolstadts 4 Yard Linie

10:24 Boom – Spear! Suleymanov haut Ingolstadts QB mustergültig aus den Latschen. Ich stand bei dieser Situation ziemlich nahe dran und hörte, wie zwei Mal aus dem armen Ingolstädter Quarterback die Luft aus den Lungen gepresst wurde. Einmal beim Tackle selbst und das zweite Mal beim Aufprall auf den Boden. Gewiss hat er Sternchen gesehen und war kurz weggetreten. Positiv war aber, dass er nach kurzer Zeit schon wieder auf den Beinen stand und selbst hinauslaufen konnte.

Flagge bei 10:32

Horse Collar Tackle 15 Yards Strafe

  1. und 10 an der eigenen 30 Yard Linie Ingolstadt

Flagge bei 10:55

Face Mask 15 Yards

  1. und 10 an der eigenen 45 Yard Linie Ingolstadt
  2. und 10 an der gegnerischen 43 Yard Linie Frankfurt

Flagge bei 11:33

Halten 10 Yards Strafe (Ingolstadt)

  1. und 20 eigene 47 Yard Linie Ingolstadt

Trickspielzug mit Touchdown Ingolstadt, welcher aber nicht hätte gegeben werden dürfen. Da war schon ein Ingolstädter, der den Ball hatte, mit dem Knie am Boden.

Flagge bei 11:59

Auswechselfehler – Halbe Distanz Goal Line (5 Yards)

Kick gut

16:14

Frankfurt 3 Touchdowns verschenkt – insgesamt 21 Punkte

Strafen:

Frankfurt – 60 Yards

Ingolstadt – 20 Yards

  1. Viertel:

Free Kick Ingolstadt

Flagge bei 00:10

Face Mask 15 Yards (Ingolstadt)

Frankfurt startet an eigener 42 Yard Linie

  1. und 10 an Ingolstadts 45 Yard Linie
  2. und 10 an Ingolstadts 28 Yard Linie

Flagge bei 1:48

Intentional Grounding? wird von den Refs aber zurückgenommen

  1. und 10 an Ingolstadts 16 Yard Linie

Touchdown und dieses Mal zählt der auch. Hatte schon beinahe Seltenheitswert.SFUID16062018-64

Flagge bei 2:57

Frühstart 5 Yards

Snap zu hoch und die 2 Punkte wurden auch nichts.

22:14

Free Kick Frankfurt und Return an Ingolstadts 13 Yard Linie gestoppt. Randie will wrestlen, die Griffe sitzen schon sehr gut.

  1. und 10 an der eigenen 36 Yard Linie

Flagge bei 4:25

Persönliches Foul 15 Yards

  1. und 10 an der eigenen 47 Yard Linie

Flagge bei 5:11

Halten 10 Yards (Ingolstadt)

  1. und 18

Punt und Start Frankfurt an eigener 29 Yard Linie

  1. und 10 eigene 40 Yard Linie
  2. und 10 gegnerische 40 Yard Linie

Flagge bei 8:20

Face Mask 15 Yards

  1. und 16

Punt Frankfurt bis an Ingolstadts 18 Yard LinieSFUID16062018-68

Flagge bei 9:05

Halten (Ingolstadt) – Strafe abgelehnt

Flagge bei 9:26

Halten (Ingolstadt) – angenommen -> Safety

24:14

Free Kick Ingolstadt

Frankfurt startet an eigener 30 Yard Linie

Punt bis an Ingolstadts 42 Yard Linie

Ingolstadt kam nochmal heran mit Trickspielzügen, aber am Ende reichte es nicht mehr für Punkte.SFUID16062018-69

Strafen:

Frankfurt – 35 Yards

Ingolstadt – 25 Yards

Somit endete das Spiel 24:14 für Frankfurt. Wenn man die Strafen aus der ersten Halbzeit noch dazunimmt, dann wird deutlich, wie viel Raumverlust die Frankfurter an diesem Abend durch Unkonzentriertheiten und den daraus resultierenden Strafen produziert hat. Zwar hat Ingolstadt relativ gut und konstant gespielt, konnte sich aber gegen Frankfurts Defensive nicht durchsetzen, ansonsten wären mehr als die erzielten 14 Punkte möglich gewesen.

Für die Frankfurter heißt es in der nun folgenden Zeit, dass viel gearbeitet werden muss. Jeder Mannschaftsteil kann sich noch verbessern, sowie jeder einzelne Spieler. Vielleicht war die ein oder andere Strafe Seitens der Schiedsrichter unnötig gewesen, aber bei derart vielen persönlichen Fouls, muss einfach hinterfragt werden, woher dieses übermotivierte Verhalten kommt, dass alles andere als mannschaftsdienlich ist.

Auch letzte Woche beim Spiel gegen Braunschweig waren es solche Situationen, die die Gäste zum Punktemachen eingeladen haben. Ein spielstarker Gegner weiß das dann eben zu nutzen. Die Mannschaft kann in diesem Jahr gewiss sehr weit kommen und sich auch ohne Weiteres mit den Großen messen. Doch hierfür wird jeder einzelne Spieler in Bestform benötigt. Doch nicht nur die Bestform, sondern auch eine innere Ruhe und Beherrschtheit sind von Nöten, damit die Mannschaft nicht an oder durch das Fehlverhalten einzelner Spieler im Spiel zerbricht.

 

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3 comments

Miss Bluejay 18. Juni 2018 at 17:40

*-* Ein Blog über Football! Und dann auch noch GFL! Ich bin begeistert!

Und Cheerleader in Dirndln sind ja mal der Oberhammer! Endlich mal was anderes als maximal wenig am Leib um ja von der „sportlichen Leistung“ abzulenken, die bei vielen Cheearleadersquats vom FB-Mannschaften echt zum Haareraufen ist und die ja auch häufig leider überhaupt nicht anerkannt wird.

Liebe Grüße, Miss Bluejay

Reply
Pat Gawlik 18. Juni 2018 at 18:15

Dankeschön und es ist nicht nur die GFL 😉 Die Mädels be uns hier in Frankfurt sind schon sehr kreativ und einfallsreich

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Anonymous 27. Juni 2018 at 21:07

Well written and to the point.. Way to many yellow flags but thats football. The problem more or less comes from no finger feelings from Ref Crew and players discipline! In this game there was 299yards in fouls .!°! That is the biggest amount of yardage I have even seen and its gotta be a record in the GFL!!! To avoid a repeat of such a big amount of yards there needs to be something adjusted in the calling to prevent that many yards in fouls!! That being said lets hope we see improvement in game calling and players discipline. As a fan its pretty hard to accept a game being called like this game was….you pay for a ticket and eat and drink plus listen to the music and chat with other fans and want to enjoy a football and you get for your money a game with yellow flags flying all over the field and the fun is gone !!! Next time some fans will withdrawn from going to a game for this reason!!

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