Hessenderby in der DEL2 zwischen den Löwen Frankfurt und den Kassel Huskies vom 19.01.2018

Vor diesem Derby war nicht klar, was die Zuschauer sehen werden würden, denn beide Teams hatten eine Negativphase in den letzten Wochen und siegten zuletzt vergangenen Sonntag. Die Formkurve zeigte bei beiden also nach oben, zumindest, wenn man die reinen Ergebnisse betrachtet.

Dennoch fanden sich 6.706 Zuschauer in der Eissporthalle ein, um sich dieses Spiel nicht entgehen zu lassen. Dabei war zu sehen, dass weniger Fans aus Kassel angereist waren, als sonst üblich.

Zum ersten Drittel:

Die Löwen begannen druckvoll und generierten mit ihrer Offensive, die zielstrebiger und wacher erschien als in den letzten Wochen, einige gute Chancen. Doch das erste Tor an diesem Abend machten die Gäste aus Kassel nach einem schönen Konter, dessen Abschluss von halblinker Position im Tor einschlug.LFKH190118 (11 von 51)

Anscheinend haben die Huskies die letzten Löwenspiele sehr gut analysiert, denn solche Gegentore sind viel zu oft gefallen.

Die kurz darauffolgende Überzahl der Löwen sah zwar gut aus, ergab Chancen, blieb aber ohne Erfolg. Bis zur Mitte des ersten Drittels kam es mir gefühlt so vor, als würden die Löwen einen Sturmlauf auf das Gästetor ausüben, sich Chance um Chance erspielen, aber das Tor nicht machten während die Schlittenhunde eine Chance hatten und diese eiskalt nutzten. Die Crux ist, dass es nicht nur gefühlt so war, denn die Schussstatistik des ersten Drittels steht mit einem Schussverhältnis 16 zu 5 für Frankfurt.

Die folgende Überzahl für Frankfurt sah gar nicht aus wie eine überzahl für Frankfurt. Das hat selbst die Linienrichter irritiert, die einfach mal auf Icing entschieden haben, als Kassel eine lange Befreiung aus dem eigenen Drittel schoss. Die Situation war irgendwie amüsant, schien der Linienrichter doch selbst irritiert.

Was folgte war zunächst aus Frankfurter Sicht nicht so amüsant. Die überzahl lief nicht. Dafür funktionierte Kassels Unterzahl in der Offensive so gut, dass das 0:2 ohne Bedrängnis fiel.

LFKH190118 (21 von 51)Immer noch in der gleichen Phase des Spiels, in derselben Überzahlsituation. Jetzt funktionierte sie besser und der Druck nahm auch zu, welcher mit dem 1:2 aus Frankfurter Sicht (endlich) belohnt wurde. Bis zum Ende des Drittels wirkte Frankfurt überlegen und ließ auch in der Defensive nicht mehr viel zu. Aber der Ausgleich fiel nicht und so ging es mit dem 1:2 in die Drittelpause.

Zum zweiten Drittel:

Es waren keine zwei Minuten in diesem Drittel gespielt, als sich Frankfurts Torwart vor Schmerzen auf dem Eis wandte. Es gab hierbei kein vorangehendes Foul, gänzlich keine Fremdeinwirkung. Dieser Anblick war nicht schön. Brett Jaeger, der in dieser Saison bereits eine lange Verletzungspause überstanden hatte, brauchte lange, bis er wieder auf den Beinen stand und weiterspielen konnte. Er wäre aktuell der dritte Torwart der Löwen, der mit einer Verletzung ausfallen würde. Vorsichtshalber machte sich der Ersatztorhüter, der 18jährige Jascha Strobel, neben dem Eis warm.LFKH190118 (30 von 51)

Apropos junges Gemüse. Auch neu auf dem Eis, mit der Rückennummer 77, war Dani Bindels. Der gebürtige Niederländer mit deutschen Pass spielte zuletzt für die DNL Mannschaft der Kölner Haie. Mit seinem Geburtsdatum hatte er eigentlich auch keine andere Wahl als bei den Kölner Haien unterzukommen. (11.11.1998).

Es dauerte nur wenige Sekunden ehe Kassel aus der sich bietenden Chance Kapital schlug und das 1:3 erzielte. Frankfurts Goalie sah nicht gut bei dem Gegentreffer aus und wirkte auch nicht so beweglich wie sonst. Man sah ihm an, dass er noch Schmerzen hatte. Doch er hat auf die Zähne gebissen und blieb im Tor, zeigte im späteren Verlauf sogar tolle Paraden und Saves. Den Schmerz schluckte er scheinbar herunter.

Es dauerte lange bis sich die Löwen aus ihrer Verunsicherung lösten, aber dann richtig. Es waren 34:22 Minuten gespielt als das 2:3 fiel und die Halle jubelte. Die Zuschauer bejubelten noch diesen Treffer, als nur wenige Sekunden, genauer gesagt 38 Sekunden, der Ausgleich erarbeitet wurde und fiel. Die Mannschaft der Löwen zeigte nun ein Feuer, das sie lange Zeit vermissen ließen. Kassel hingegen mühte sich in Defensivarbeit und kam nur noch selten aus dem eigenen Drittel.LFKH190118 (37 von 51)

Kurz vor Ende des Drittels nahmen sich die Huskies gleich zwei Strafzeiten, die zweite davon bei einer kleinen Meinungsverschiedenheit vor dem Tor. Die Zeit reichte aber nicht aus für Frankfurt um daraus noch in diesem Drittel Kapital zu schlagen. So ging es mit dem 3:3 in die zweite Pause.LFKH190118 (41 von 51)

Zum dritten Drittel:

Kassel verteidigte zu dritt mit Herz und sehr aufopferungsvoll. Den Löwen gelang es nicht aus den vielen sehr guten Chancen ein Tor zu erzielen. So verstrich die doppelte Überzahl ohne Torerfolge.

Ansonsten blieb dieses Drittel sehr ausgeglichen. Beide Mannschaften waren darauf bedacht keinen Fehler zu machen und ich hatte den Eindruck, dass auch das nächste Tor das Spiel entscheiden würde. Es gab jeweils eine weitere Überzahlsituation für beide Mannschaften, doch auch diese wurden sehr gut verteidigt, sodass es mit dem 3:3 in die Overtime gehen musste. Immerhin der erste Punkt auf heimischem Eis in diesem Kalenderjahr.

Zur Overtime:

Die Löwen kamen in dieser Overtime nicht wirklich zum Zug. Dafür aber Kassel. Und die Huskies nutzten auch den zweiten Schuss auf das Löwentor und beendeten das Spiel mit 3:4 nach Verlängerung.  LFKH190118 (51 von 51)

Löwen Frankfurt – Kassel Huskies 3:4 n.V. (1:2 2:1 0:0 0:1)

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