Im Test und gespielt: Railway Empire für die Playstation 4 (PS4) – Aufbruchsstimmung in Amerika mit vielen historisch interessanten Elementen und durchdachten Aufgaben

Zunächst möchte ich kurz erläutern, weswegen ich mich für die PS4 Variante und nicht für die PC Variante entschieden habe, denn die PC Variante ist günstiger und vermutlich bleibt diese schneller aktuell.

Zum einen habe ich mich auf meinem Blog auf PS4 Spiele festgelegt, was nicht bedeutet, dass ich keine PC-Spiele habe, aber die Fixierung ist nun mal bei dieser Konsole.

Als Eisenbahnfan war mir bereits von Vornherein klar, dass ich viele Stunden mit diesem Spiel verbringen würde, was auch schon passiert ist. Es ist einfach angenehmer vor einem größeren Bildschirm zu sein und sich bequem auf der Couch niederzulassen.

Abgesehen davon ist es natürlich auf Dauer gesünder für die Augen, was man mit zunehmendem Alter definitiv in Betracht ziehen muss. Außerdem finde ich persönlich, dass das Streamen über Twitch viel angenehmer ist.

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Nun aber zum Spiel: es ist selbstverständlich ein Spiel, das vor Allem für Eisenbahnfans, Eisenbahnnostalgiker und Fans von Managementsimulationen gemacht ist, wenngleich der letzte Part dann doch eher geringer ausfällt. Der Fokus liegt eindeutig auf der Eisenbahn. Die früheste Lokomotive ist der altbekannte Grasshopper, der kaum schneller war als ein Langstreckenläufer. Dennoch beginnt hier das Zeitalter der Eisenbahn und da setzt das Spiel auch an.

Es gibt ein paar unterschiedliche Spielmodi. Dazu gehören der Modellbaumodus, das freie Spiel, Szenarien und das Hauptelement mit der Kampagne.

Keine Lust zu lesen? Dann schau Dir eines meiner Lets Plays auf YouTube an:

Kampagne:

Kurz nach Release des Spiels gibt es fünf Kampagnen, die auf einen warten. Die erste Kampagne beinhaltet gleichermaßen das Tutorial, das Einen in das Spiel einführt. Selbst für Personen, die bis dato nicht so viel mit dieser Art Spiel zu tun hatten, dürfte der Einstieg leichtfallen. Nicht nur, dass audiovisuelle Erklärungen stattfinden, es gibt auch Informationen und Filme, die man abrufen kann. Diese „Pop-Ups“ auf der Karte lassen sich aber in den Optionen ausschalten, da sie ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr notwendig sind.

In den Kampagnen geht es darum Aufgaben auf Zeit zu erfüllen. Nur, wenn die Kampagne erfolgreich abgeschlossen wurde, kann man zur nächsten. In den folgenden Kampagnen lernt man durchaus noch mehr: Wirtschaft, Forschung, Personal und natürlich auch den Umgang mit Konkurrenz, die einem schon mal gerne das Leben schwermachen möchte.

Szenarien:

Hier gibt es sieben Stück, die aber bereits alle freigeschaltet sind und gespielt werden können. Im Gegensatz zur Kampagne, gibt es hier ein direktes Ziel, eine direkte Vorgabe, die man erfüllen muss, damit man das Szenario erfolgreich gestalten kann.

Es gibt bei einigen davon auch die Möglichkeit das Startjahr auszuwählen. Dabei kann es passieren, dass der Schwierigkeitsgrad steigt oder fällt durch eben die Wahl des Startjahres.

Ich selbst habe diese nur angespielt, da ich vorwiegend mit den interessanten Kampagnen beschäftigt bin. Werde dies aber in Kürze noch genauer unter die Lupe nehmen.

Freies Spiel:

Wie der Name von diesem Modus verrät, ist man hier relativ frei in seiner Handlung. Es gibt aber dennoch Aufgaben, damit einem selbst nicht zu langweilig wird. Im Vorfeld lassen sich einige Parameter, wie zum Beispiel die Anzahl und Stärke der Konkurrenz einstellen, sowie die Wahl der Startstadt innerhalb von sieben verschiedenen Karten Amerikas. Hier kann man sich im Wettbewerbsmodus austoben.

Modellbaumodus:

Dieser eignet sich insbesondere dazu, die Karten näher kennen zu lernen und einige Verbindungen auszuprobieren. Auf Geld und Forschung muss man hier nicht achten, da diese beiden Punkte rausfallen.

Wie erwähnt, ist dieser Modus für mich vorwiegend zum Kennenlernen der Karten geeignet. Man kann sich hier aber auch in Puncto Strecken- und Schienenbau üben, denn das birgt immer wieder so manche Gefahr.

Hier gibt es die zweite Kampagne zu sehen:

Weitere Aspekte des Spiels, wie Grafik, Bedienbarkeit etc.:

Grafik:

Über die kann man sich nicht beschweren oder sich beklagen. Wie es bereits auf dem Cover des Spiels steht, sind die Lokomotiven und auch die Karten mit ihren Städten liebevoll und schön gestaltet. Man kann sogar Menschen und Postkutschen von Nahem betrachten, wenn man heranzoomt.

Insgesamt ergibt sich ein schönes Ambiente mit vielen kleinen Details, die nicht zu streng ausfallen und dem Spiel durchaus einen freundlichen Charakter geben.

Bedienbarkeit:

Ich hatte zwar meine Bedenken, was diesen Punkt in Bezug auf die Konsole betrifft, jedoch wurde ich positiv überrascht. Im Handbuch ist eine Tastenbelegung beigefügt und auch das Kampagnentutorial hilft einem sehr gut. Die wichtigsten Handgriffe wie das Bauen, das Verlegen von Schienen und das Erstellen von Zügen sind schnell erlernt und können nach kurzer Zeit bereits blind erfolgen. In die weiteren Elemente des Spiels mit Fabriken, Unternehmen, Zulieferungen etc. klärt das Spiel selbst auf, so dass man sich auch hier schnell einfindet.

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Gameplay und Zugverhalten:

Das Gameplay an sich ist kurz zusammengefasst: lasst die Bahnen fahren und scheffelt Kohle. In der Kampagne ist ein Schlendrian nicht unbedingt vorteilhaft, führt aber auch nicht zwangsläufig zum Misserfolg. Viel entscheidender ist hierbei das Verhalten der Züge auf den Schienen.  An diesem Punkt kann man nämlich die größten Fehler begehen.

Warum ist das so? Die Züge suchen sich stets den schnellsten Weg von A nach B. Das kann schon mal dazu führen, dass man versehentlich Züge in entgegengesetzter Richtung auf den Gleisen hat und diese sich einfach nicht einig werden können.

Manchmal stehen sie auch herum, weil nicht wirklich klar ist, welches Gleis befahrbar ist.

Idealerweise nutzt man in den Städten jeweils den größten Bahnhof, während die Landbetriebe einen kleinen benötigen. Sind mehrere kleine Landbetriebe in der Nähe, lassen sie sich mit etwas Glück durch einen großen Bahnhof erschließen. Meistens jedoch nicht. Dafür gibt es aber Warendepots, die man einsetzen kann. Als zentrale Anlieferstelle für die Landbetriebe hat es vier Gleise aus jeder Richtung verfügbar. So kann man den Weg in die Stadt mit einem – Paralellgleis befahren und spart sich aufwendige Signal- und Weichenbauten.

Paralellstrecken sollte man auf hoch frequentierten Verbindungen ohnehin nutzen, da mit ihnen auch wesentlich mehr als zwei Züge pro Strecke möglich sind. Sehr wichtig ist hierbei das Setzen der Signale und das Festlegen, welches Gleis für welche Fahrtrichtung gedacht ist, da ansonsten die Eigenwilligkeit der Züge ins Spiel kommt.

Personen, Post, Waren – was muss man hier beachten? Eigentlich nichts, denn die Züge nehmen das mit, was verfügbar ist und zwar automatisch. Man kann aber festlegen, ob Züge Personen / Post oder Waren fahren sollen. Spezielle Waggons muss man aber nicht kaufen. Dieser Punkt macht es durchaus angenehm, da es – abgesehen von den Rückfahrten zu den Landbetrieben – eher selten zu Leerfahrten kommt.

Kampagne Nummer 3 gibt es hier:

Die Konkurrenten:

Sie sind amüsant, nervig und können einem das Leben äußerst schwermachen. Aber so wirklich durchdacht ist deren Gleisplanung nicht immer. Also eigentlich nie, um ehrlich zu sein. Nun gut, ich gehöre in den meisten Fällen zu den Personen, die gerne schön bauen, aber da ist die KI nicht mal im Ansatz dran.

Man sollte, in welchem Spielmodus auch immer, darauf achten, die Konkurrenten möglichst klein zu halten. Das kann man insbesondere damit machen, in dem man sich Anteile von ihrem Unternehmen kauft und gleichermaßen bei ihnen mitverdient.

Ein paar kleine Mäkel:

Nach einer Fusion sind die Züge des Konkurrenten weg. Also muss man notgedrungen die kuriosen Strecken ansehen und dann Züge einsetzen. Hier wäre Verbesserungsbedarf, wie zum Beispiel die Entscheidungsmöglichkeit, ob ich alles 1 zu 1 übernehmen möchte oder alles abreißen lassen will. Vielleicht noch das Zwischenstück, das mir erlaubt nur jene Bahnhöfe entfernen zu lassen, die sich dann doppelt in einer Stadt befinden.

Das Mitfahren bei den Zügen ist schön, aber effektiv gesehen kann man nur als Zuschauer agieren. Hey man kann aber noch Pfeifen. Das war es dann aber auch schon mit der Aktivität. Eine mögliche Sicht aus dem Führerstand wäre noch toll und vielleicht auch das selber Fahren. Aber so weit muss es nicht unbedingt gehen.

Eine „Megakarte“ wäre doch etwas sehr Schönes. Einmal Amerika komplett von Ost bis West.

Es sind relativ wenige Kampagnen zu Beginn, was ich persönlich sehr schade finde, denn diese sind wirklich gut durchdacht, aber…

Diese kleinen Mäkel mindern den Spielspaß aber nicht, schließlich kann nicht immer alles perfekt sein.

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Wie geht es weiter?

Kalypso hat vor kostenlose Updates und DLCs anzubieten, aber auch kostenpflichtige Add-Ons. Das Spiel soll also weiterentwickelt werden. Diese Information gilt natürlich für alle Plattformen. Das finde ich sehr gut. Bis dahin kann man sich definitiv lange mit Kampagnen und Szenarien beschäftigen.

Dieses Spiel kann ich also wirklich jedem ans Herz legen, der sich für Eisenbahnen und Spiele dieser Art interessiert. Da wird noch so einiges auf das Eisenbahnerherz zukommen.

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Zum Abschluss Kampagne 4 – bei der ich zum Ende gescheitert bin:

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