Löwen Frankfurt – Adler Mannheim Vorbereitungsspiel 19.08.2017

Ein sonnig warmer Samstag, ein wolkenloser Himmel und Temperaturen, die zum Eis essen oder gar zum Grillen einladen.

Aber ein richtiger Eishockeyfan würde auch bei 40 Grad im Schatten in die Eishalle gehen, um sich dort ein Spiel anzusehen. Kurzum: Endlich wieder Eishockey!

Die Vorzeichen, als auch die Rollen, waren bereits vor Beginn des Spiels verteilt: die Adler, bereits seit ca. drei Wochen im Training, DEL Mannschaft und finanzielle Mittel, von denen andere Vereine nur träumen können, waren der klare Favorit gegenüber den Löwen, die erst seit ca. einer Woche im Training standen.

Viele Zuschauer strömten dennoch in die Eissporthalle, so dass es tatsächlich eine mit ca. 6.000 Zuschauern ausverkaufte Eissporthalle wurde. Derzeit ist die Kapazität um gut 1.000 Plätze reduziert, da es Renovierungsbedarf gibt.

Der erste Weg in der IMG_20170819_185447Halle führte mich zum vollen Fanartikelstand, an dem ich mir einen schicken neuen Schal und eine Kappe gegönnt habe. Das muss einfach sein. Im Anschluss gab es eine leckere Knusperstange und eine Cola zum Runterspülen. Mit vollen Händen konnte ich mir so dann das Aufwärmen beider Mannschaften ansehen.

Die Fans aus Mannheim sangen und feierten bereits lautstark, was die Stehkurve der Frankfurter aber erwidern konnte. An Stimmung fehlte es schon vor dem Spiel nicht.

Zur Soundanlage in der Halle sagen wir einfach mal: sie funktioniert.

Die Verging schnell und so wurde der erste Einlauf der Heimmannschaft gefeiert. Natürlich kamen kurz darauf auch die Mannheimer aufs Eis, welche standesgemäß mit Pfiffen und Buh-Rufen begrüßt wurden.

Was die Verteilung der Zuschauer / Fans betraf, würde ich sagen, dass es ca 60 zu 40 (Frankfurt zu Mannheim) gewesen sein müsste. Wenn nicht sogar noch näher beieinander.

Das Spiel begann und die Adler nahmen direkt das Zepter in die Hand. Das machte sich dann sogleich auf der Anzeigetafel bemerkbar. Gerade einmal 1:46 gespielt und da stand es schon 0:2 aus Frankfurter Sicht. Zwei individuelle Fehler und im Gegenzug zwei schön herausgespielte Tore durch David Wolf und Chad Kolarik für die Adler.

Zwar war damit zu rechnen, dass die Adler das stärkere Team sein würden; aber so schnell so deutliche Zeichen? Mir war schon etwas Bange, wenn das so weitergehen würde. Die Gästefans standen jedenfalls Kopf und feierten bereits lautstark.

Aber nach diesem Doppelschlag fanden auch die Löwen endlich ins Spiel und wehrten sich nach Leibeskräften. Beide Mannschaften hatten indes gute Chancen auf weitere Tore, doch die Torhüter konnten auf beiden Seiten weitere Einschläge verhindern. So ging es, begleitet von guter Stimmung beider Fanlager, in die erste Drittelpause.

Natürlich war die Stimmung im Lager der Mannheimer etwas besser, aber das sollte sich im Verlauf des zweiten Drittels ändern.

Dieses begann wie das erste aufgehört hatte: kämpfende Löwen und Adler, die scheinbar den Faden verloren hatten und etwas unkoordiniert wirkten. Daraus resultierend musste ein Mannheimer auf die Strafbank. Es waren bis dahin knapp drei Minuten in diesem Drittel gespielt und die Löwen hatten nun die Chance ihrerseits Kapital aus diesem Vorteil zu schlagen. Die Halle wurde lauter, jeder wollte jetzt dieses Tor und dann passierte es: CJ Stretch überwand Dennis Endras im Tor der Adler und es stand nur noch 1:2 aus Sicht der Löwen. Die Halle bebte.

Jetzt war es richtige Derbystimmung. Getragen von diesem Erfolgserlebnis stürmte die Mannschaft weiter und auch die Fans der Löwen standen lautstark hinter dem Team. Gut drei Minuten später war es wieder CJ Stretch, der vor Dennis Endras auftauchte und ihn erneut bezwang. 2:2 – da kochte die Halle und die Fans aus Mannheim wurden auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Teilweise schienen sie auch überrascht über diesen Zwischenstand.

Ab diesem Zeitpunkt wurde das Spiel hitziger. Chancen und Strafen auf beiden Seiten, die aus Nicklichkeiten resultierten. Ein Derby nun auch auf dem Eis. Und obwohl es bei diesem Spiel „nur“ um die so genannte goldene Ananas ging, gaben sich beide Mannschaften keine Blöße und wollten unbedingt das nächste Tor erzielen. Doch hatten beide Torhüter etwas dagegen bis zur 38. Spielminute. Einen abgefangenen Pass bei eigener Überzahl der Löwen im Angriffsdrittel, konnte Matthias Plachta im Alleingang zum 2:3 für die Adler einnetzen. Da waren auch die Fans aus Mannheim wieder hellwach und feierten dieses Unterzahltor. Dennoch wollten die Löwen das Spiel wieder ausgleichen, was in den letzten beiden Spielminuten des zweiten Drittels nicht gelingen sollte. Das Drittel war vorbei und auch dieses Mal begleiteten beide Fanlager ihre Mannschaften in die Kabine.

Das letzte Drittel ähnelte dem zweiten Drittel sehr. Vor allem die Löwen stemmten sich gegen die drohende Niederlage und erspielten sich gute Chancen. Doch jeder versuch fand seinen Meister bei Dennis Endras, der fantastische Paraden zeigte. Aber auch die Adler wollten das Spiel frühzeitig entscheiden. Dies gelang ihnen jedoch auch nicht, da sich oftmals Spieler der Löwen in die Schüsse warfen, um es dem eigenen Torhüter nicht so schwer zu machen. Kampfbetont und mit vollem Einsatz auf beiden Seiten verstrich die Zeit. Kurz vor Ende gab es schließlich noch eine Überzahlsituation für die Löwen, welche sie nicht nutzen konnten. in dieser hatten sie sogar den Torwart für einen weiteren Feldspieler ausgetauscht, was kurz vor Schluss mit einem Gegentor durch Christoph Ullmann bestraft wurde.

Am Ende hieß es 4:2 für die Adler aus Mannheim.

Die Zuschauer sahen ein kampfbetontes, tolles Spiel beider Mannschaften, welche aufopferungsvoll für ihre jeweiligen Farben kämpften. Es fühlte sich an wie zu DEL Zeiten, als beide Teams noch in der selben Liga um Punkte kämpften.

Ob beide Teams, insbesondere die Adler, wirklich schon auf 100 % waren, wird sich zum jeweiligen Saisonstart zeigen. Sicherlich haben beide Mannschaften noch Schwächen auszumerzen, aber es is noch Zeit bis die Saison beginnt.

Ich denke aber sehr, dass beide Mannschaften in ihrer jeweiligen Liga eine bedeutende Rolle spielen und mindestens den Einzug in die Playoffs schaffen werden.

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