Löwen Frankfurt – Bietigheim Steelers – 19.12.2017

Das Topspiel zwischen dem Zweiten und dem Ersten fand an einem Dienstagabend statt. Eigentlich sehr unvorteilhaft, aber das ließ sich anderweitig nicht lösen, da am Freitag und Samstag zuvor die Deutsche Meisterschaft im Eiskunstlaufen stattfand. Dennoch waren insgesamt 4.584 Zuschauer gekommen, die sich das Spitzenspiel der DEL2 ansehen wollten.LFBS191217 (1 von 31)

Wobei ich schon einige Bedenken hatte, was das Spiel betraf, denn die zuletzt gezeigten Leistungen der Löwen in den letzten Wochen waren doch sehr unterdurchschnittlich.

Doch bevor das Spiel losgehen konnte, mussten erstmal die Tore ausgewechselt werden. Ein paar Minuten stand der Gästetorwart zwar in seinem Arbeitsbereich, aber ohne Gehäuse hinter sich. Da bekam der Spruch „Dem Spiel würde ein Tor gut tun“ direkt eine neue Bedeutung.LFBS191217 (6 von 31)

Zum ersten Drittel:

Die Löwen können es doch noch: von Beginn an konzentriert spielen. Dementsprechend zeigten sich die Frankfurter offensiv und angriffslustig. Auch die Defensive wirkte deutlich stabiler. Zugegeben: es gab keine Experimente auf der Torhüterposition, denn mit Hannibal Weitzmann stand der derzeit formstärkste Torhüter im Kasten der Löwen.

Es entwickelte sich ein sehr ansehnliches spiel zweier Topmannschaften, die auf Augenhöhe agierten. Es gab Chancen auf beiden Seiten, die jedoch ungenutzt blieben. Die Löwen wollten unbedingt in Führung gehen und so spielten sie druckvoll und zielgerichtet nach vorne. Sogar neue Spielzüge sah man, die nicht mehr an das zuletzt eher behäbige Spiel erinnerten. Selbst in Überzahl agierten sie mit frischen Wind und wirbelten in der Offensive, doch ohne Torerfolg.

Das Spiel war schnell und auf beiden Seiten von Intensität und kleinen Nicklichkeiten geprägt. Die erste Strafe gegen die Frankfurter war aus einer dieser Nicklichkeit heraus passiert. Übertrieben Härte wurde durch die Schiedsrichter angegeben. Das war auch in Ordnung aber irgendwie auch unnötig. Sicher muss man sich nicht alle Provokationen, die in so einem Spiel vorkommen, gefallen lassen; aber man muss nicht die Hutschnur verlieren und seine Mannschaft unnötig schwächen. Die Quittung gab es lediglich sechs Sekunden später, als Bietigheim mit dem ersten Schuss in Überzahl das 1:0 erzielte. Das war effektiv.LFBS191217 (15 von 31)

Kurz darauf gab es eine weitere Strafe gegen die Frankfurter, welche sich aber in die Drittelpause retten konnten.

 

Zum zweiten Drittel:

Kaum war die mitgenommene Strafe vorüber, gab es auch schon die nächste. Und das Spiel wurde nun insgesamt von beiden Seiten härter geführt. In diesem Drittel gerieten immer wieder Spieler aneinander und die Schiedsrichter hatten ihre liebe Mühe das alles unter Kontrolle zu halten. Das gelang ihnen aber nicht wirklich gut. Während die eine Szene noch mit einer Strafe bewertet wurde, so war die andere Szene keine zwei Minuten wert. Diese, nun, „Linie“, zogen sie bis Spielende durch. Gleichermaßen auf beiden Seiten, wobei aber auffällig war, dass Unsportlichkeiten überhaupt keine Bewertung fanden.

Zurück zum Spiel an sich. Durch die Strafen und die nicht geahndeten Vorfälle wurde das Spiel etwas zäher und auch die Stimmung in der Halle richtete sich durchaus gegen die Herren in Streifenhemden. Dennoch kamen die Frankfurter nun ihrerseits zu den nächsten Überzahlspielen, welche sie auch nutzen konnten. Zunächst bei 5auf3 und später bei 5auf4 erzielten sie Tore, so dass sie das Spiel drehen konnten. Und auch das 3:1 bei numerischer Gleichheit ließ nicht lange auf sich warten. Binnen sechs Minuten wurde aus einem 0:1 ein 3:1.LFBS191217 (19 von 31)

Dennoch hätten die Schiedsrichter bei den vielen Situationen etwas besseres Fingerspitzengefühl zeigen können, wenn nicht sogar müssen. Manchmal wäre es einfach besser, wenn man zwei Spielern die Chance gibt, ihre Meinungsverschiedenheiten mit den Fäusten zu klären. Dann bekommt jeder seine 2+2 Strafminuten, von mir aus noch 10 weitere als Disziplinarstrafe, aber dann ist es auch gut. Einmal geklärt, hören diese Sticheleien usw., erfahrungsgemäß auch auf.

Während sich die Löwen in der Defensive sehr häufig bei ihrem Schlussmann bedanken konnte, gab es kurz vor Ende des Drittels noch eine recht unübersichtliche Szene vor dem Frankfurter Tor. Dort gab es ein wildes Herumgestochere, bis der Puck zum vermeintlichen 3:2 im Netz lag. Zunächst entschieden die Schiedsrichter sofort auf Tor, doch nach vehementen Protesten der Löwen, wurde der Videobeweis zur Aufklärung herangezogen.LFBS191217 (23 von 31)

Das Tor wurde gegeben und so stand es dann auch tatsächlich 3:2 und die Spieler Frankfurts schien das doch mehr zu beschäftigen, als gut für sie war. Bietigheim zog nochmal das Tempo an und die Löwen schwammen in der Defensive. Die Sirene zur Drittelpause rettete das 3:2.

Zum dritten Drittel:

Den Schwung aus den letzten Minuten des zweiten Drittels nahmen die Steelers mit und waren nun ihrerseits in der Offensive. Es dauerte auch nur eine knappe Minute ehe der Ausgleich fiel. Schnörkellos und geradlinig wurde gespielt und mit einem schönen Schuss abgeschlossen, dem auch der Löwen Torhüter nicht abwehren konnte. So gesehen war das Spiel auf Anfang zurückgesetzt. Die Sticheleien, versteckten Fouls usw. waren wieder sehr an der Tagesordnung und das Spiel fast ausgeglichen, wenngleich die Bietigheimer immer wieder in die Offensive gingen.

Während sich die Löwen eine weitere sehr unnötige Strafzeit einhandelten, spielten die Steelers nun mit vollem Druck. Zwar konnten sie während der Überzahlsituation nicht treffen, dafür nur wenige Sekunden später, als die Strafzeit bereits abgelaufen war. Erneut war das Spiel gedreht worden, denn es stand nun 3:4.

Danach wurde es etwas hektischer, denn nach dem Bully lag auf einmal ein Bietigheimer Spieler auf dem Eis. Was passiert war, hatte ich nicht gesehen, denn ich selbst achtete noch auf die beiden Spieler in der Mitte des Eises, die Zärtlichkeiten austauschten. Ich weiß also selbst nicht was da eigentlich passierte, jedoch musste ein Frankfurter Spieler mit Spieldauerdisziplinarstrafe vom Eis und das bedeutete, die Frankfurter musste nun fünf Minuten in Unterzahl überstehen.LFBS191217 (29 von 31)

Das taten sie auch und hatten sogar ein oder zwei gute Chancen den Ausgleich zu erzielen. In diesen fünf Minuten war der Offensivdruck durch die Steelers nicht ganz so stark, aber sie hatten einige Chancen, die sie jedoch nicht nutzten.

Nun lief die Zeit gegen die Löwen, welche aber nochmal die Kräfte sammelten und sogar zu einer weiteren Überzahlsituation kamen. Diese wurde auch prompt genutzt, obwohl das Tor leicht verschoben war. Ein weiterer Videobeweis musste her und dieser war schnell erledigt. Das 4:4 war nun offiziell. Und dies war auch das Ergebnis nach 60 Minuten.

Zur Overtime:

Wie in fast jeder Verlängerung zeigten sich beide Mannschaften vorsichtig. Doch die Löwen hatten durchaus die Chance das Spiel siegreich zu beenden, scheiterten jedoch am Gästetorwart. Es folgte eine Strafzeit gegen die Löwen, welche den Steelers eine Überzahlsituation bescherte. Diese 4auf3 Situation konnten die Bietigheimer ausnutzen und das entscheidende Tor zum Sieg erzielen.LFBS191217 (31 von 31)

Es war ein sehr ansehnliches Spiel zweier Topmannschaften der DEL2, welches leider von überfordert wirkenden Schiedsrichtern etwas an Klasse verlor. Schön war natürlich auch zu sehen, dass die Löwen auch wieder mehr als nur ein gutes Drittel spielen konnten. Bietigheim hat sich mit diesem Sieg auf dem ersten Tabellenplatz festgesetzt.

Löwen Frankfurt – Bietigheim Steelers 4:5 n.V. (0:1 3:1 1:2 0:1)

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