Löwen Frankfurt – Dresdner Eislöwen – 22.09.2017

Vor dem Spiel waren die Rollen verteilt: die Löwen aus Frankfurt gingen als Favorit mit zwei Siegen aus zwei Spielen und 5 Punkten in den 3. Spieltag, während die Dresdner mit einer Auswärtsniederlage in Nordhessen und einem Heimsieg in die Saison gestartet sind. Aber am Anfang der Saison kann man gewiss noch nicht von „dem“ Favorit in so einem Spiel sprechen.

Die Frankfurter haben mit Sicherheit ihre Stärken in der Offensive, was bereits 11 geschossene Tore in zwei Spielen belegen. Die Defensive hingegen scheint jedoch noch nicht sehr stabil zu sein, worauf die bereits kassierten sieben Gegentore hindeuteten.

Bei den Dresdnern sind Offensive und Defensive, zumindest den Zahlen nach, ausgeglichen bei fünf geschossenen und fünf kassierten Toren.

Nun denn, auf ging es zur und in die Eissporthalle um zu sehen, ob meine grobe Einschätzung am heutigen Abend zutreffen würde. (Diashow am Ende des Beitrags)

Zum 1. Drittel:

Vor 3.810 Zuschauern ging es also los: Löwen gegen Löwen, oder anders gesagt; Frankfurt gegen Dresden.

Das Spiel war gerade einmal 22 Sekunden alt, da gab es schon die erste Strafe gegen Frankfurt. So etwas gab es doch schon letzte Woche gegen Bietigheim. Jedoch konnten die Dresdner aus der frühen Überzahlmöglichkeit kein Kapital schlagen. Im Anschluss, nach der Strafe, machte Frankfurt das Spiel. Streckenweise sah es dabei so aus, als hätten sie in Überzahl gespielt, da der Puck ungehindert gepasst werden konnte und die Dresdner Spieler nur hinterherliefen. Es ergaben sich gute Chancen, jedoch war oftmals der letzte Pass unpräzise. Die größte Chance war ein Schuss von der linken Seite, welcher kurz vor der Torlinie geklärt werden konnte. Aber auch Frankfurt konnte aus dem Offensivdrang nichts Zählbares auf die Anzeigetafel bringen und drosselte ein wenig das Tempo.

20170922-20170922_194032Während die Dresdner nun etwas besser ins Spiel kamen und nicht mehr nur auf den Konter warteten, ergaben sich mehrere gute Chancen und tatsächlich auch das 0:1 aus Frankfurter Sicht. Der Spielverlauf war bis hier hin praktisch auf den Kopf gestellt mit diesem Zwischenstand. Kurz darauf waren die Frankfurter aber in Überzahl und dieses lief sehr gut. Schnelle Pässe, freie Räume und ein Schuss aufs Tor, bei dem der Puck dieses Mal die Linie überquerte. Ausgleich 1:1 und die Zuschauer erwachten wieder zum Leben. Im Anschluss schien das Spiel insgesamt ausgeglichener mit Chancen auf beiden Seiten. Circa 2einhalb Minuten vor Ende des ersten Drittels verletzte sich ein Dresdner Spieler und blieb im eigenen Drittel liegen. Während fast jeder dachte, dass das Spiel durch die Schiedsrichter unterbrochen werden würde, spielten die Dresdner den Angriff zu Ende. Der Abpfiff zur Unterbrechung des Spiels erfolgte nicht, dafür landete der Puck im Tor der Frankfurter, die in dieser Situation irritiert schienen und es stand 1:2. Zwar bemühten sich die Frankfurter bis zum Ende des Drittels noch um den erneuten Ausgleich, dieser wollte aber nicht fallen. Somit blieb es beim 1:2 aus Frankfurter Sicht zur ersten Drittelpause.

Zum 2. Drittel:

Im zweiten Drittel bot sich ein ähnliches Bild wie bereits im ersten Drittel. Frankfurt erzeugte Druck und bestimmte das Spiel während Dresden auf Kontermöglichkeiten warteten. Es fehlte jedoch die zwingende Chance. In die Frankfurter Angriffsbemühungen kam eine Strafe gegen sie, die in der Folge von den Dresdnern aber nicht ausgenutzt werden konnte. Im Gegenzug gab es gleich zwei aufeinanderfolgende Strafen gegen Dresden, die Frankfurt zu einer 5 gegen 3 Überzahlmöglichkeit einlud. Doch diese konnte ebenfalls nicht genutzt werden, da die drei Dresdner Verteidiger ihre Arbeit sehr gut machten und direkte Schusswege zustellten. Stattdessen bekam Frankfurt eine Strafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis und so nahmen sie sich selbst den Vorteil. Weiter ging es mit 4 gegen 3, dann vier gegen vier bis schlussendlich Dresden in Überzahl spielen konnte. Aber das Spiel war nun von beiden Seiten eher zerfahren und beide Mannschaften konnten keine zwingenden Chancen herausarbeiten. Zwar war zu erkennen, dass die Spieler Frankfurts gewillt waren, jedoch an ihrer eigenen Komplexität im Spiel scheiterten. Somit blieb dieses Drittel torlos und der Spielstand von 1:2 hatte weiterhin Bestand.

Zum 3. Drittel:

Die Pausenansprache in der Frankfurter Kabine hatte anscheinend gewirkt. In den ersten Minuten des Drittels machten sie noch mehr Druck und strahlten bei ihren Angriffsbemühungen noch mehr Dominanz aus als vorher. Jedoch wollte der ersehnte Ausgleichstreffer noch nicht fallen. Viele gute Chancen und Schüsse verfehlten das Tor nur knapp. Dresden war zu diesem Zeitpunkt in die Defensive gedrängt. Dies führte zu einer weiteren Überzahl der Frankfurter, das sie sehr gut spielten, aber nicht mit einem Tor krönten. Die Spielweise des Überzahlspiels konnten sie auch dann noch weiter ausüben, als Dresden bereits wieder komplett war. Und auf einmal war der Puck im Tor. Großer Jubel in der Eissporthalle, welcher aber verebbte, als klar war, dass die Schiedsrichter den Videobeweis für diesen möglichen Treffer konsultieren wollten. Bange Momente im Hallenrund, die sich in Freude auflösten, als der Schiedsrichter wieder aufs Eis kam und das Tor anerkannte. Ausgleich zum 2:2.

Das Spiel lief nun genauso weiter. Frankfurt hatte mehr Spielanteile und Dresden wartete auf eine Kontermöglichkeit. 20170922-20170922_212310(0)Doch dann gab es für Dresden ein Überzahlspiel, das sie dieses Mal deutlich besser spielten und sich dabei gute Chancen erarbeiteten. Doch der Torerfolg blieb aus. Kurz nachdem die Frankfurter wieder vollzählig waren, machte sich einer von ihnen an der linken Bande entlang auf den Weg zum Dresdner Tor und packte einen satten Schuss aus, der auch im Gehäuse zappelte. Das überraschende 3:2 in dieser Situation. Nun musste Dresden mehr machen als nur auf einen Konter zu warten. Und die Frankfurter Defensive half tatkräftig bei den Offensivbemühungen der Dresdner mit. Häufig wurde sorglos und teilweise auch grob fahrlässig gespielt. Dies führte zu mehreren Chancen für Dresden und auch zu einem Alleingang auf das Tor der Frankfurter, welcher nur durch ein regelwidriges Eingreifen verhindert wurde. Der folgende Penalty wurde jedoch vom starken Torhüter der Frankfurter abgewehrt.

Weiter gab es Chancen auf beiden Seiten, die aber keine Erfolge brachten. Im Zuge der letzten Sekunden des Spiels wechselten die Dresdner ihren Torhüter für einen weiteren Feldspieler aus. Aber auch das half in der Folge nicht weiter. Frankfurt machte zwei Sekunden vor Schluss den Sack endgültig mit einem Treffer in das leere Tor zu. Somit stand es 4:2. Dies war dann auch der Endstand.

Löwen Frankfurt – Dresdner Eislöwen 4:2 (1:2 0:0 3:0)

 

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Die Offensive der Frankfurter scheint stark aber noch nicht konstant zu sein. Weiterhin fehlt, wie auch schon im ersten Spiel angemerkt, eine Art Knipser vor dem Tor. Es wird zudem auch wichtig sein, den Fokus auf eine gefestigte Verteidigung zu legen, da diese bei einem nominell stärkeren Gegner, solche Sorglosigkeiten nicht zeigen sollte. Dresden hingegen wird es schwer haben bei den Top Teams der Liga mitzuhalten, wenn sie nicht gerade zum Toreschießen eingeladen werden. Ein Platz im Mittelfeld sollte aber realistisch sein.

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