Löwen Frankfurt – EC Bad Nauheim – 10.12.2017

Das zweite Spiel an diesem Wochenende mit der Bezeichnung „Derby“ stand in Frankfurt an. Bereits am Freitag gastierte das Löwenrudel bei den Kassel Huskies und nahm einen Punkt mit nach Frankfurt. (Niederlage in der Overtime).

Nun kam mit Bad Nauheim ein weiterer Konkurrent aus Hessen in die Frankfurter Eissporthalle und die zahlreich mitgereisten Fans aus der Kurstadt machten die Derbystimmung um das Eis perfekt. Insgesamt waren an diesem Abend 6.770 Zuschauer in der Eissporthalle, was ausverkauft bedeutete.

Das Spiel musste 30 Minuten später beginnen, da das überraschende Einsetzen von Schneefall Mitte Dezember für ein kleines Verkehrschaos sorgte. So hatte ich noch genügend Zeit mit Christian Roth von American-Sports.info, der wieder auf Bilderjagd ging, zu sprechen, ehe ich mich auf meinen kuschligen Stehplatz begab und auf den Beginn des Spiels wartete.

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Quelle: american-sports.info

Zum ersten Drittel:

Dass das Spiel durchaus interessant werden sollte, zeigte sich bereits in der ersten Spielminute. Die Löwen wollten druckvoll beginnen und sich die ersten Chancen erspielen. Daraus wurde jedoch nicht viel, denn der erste Angriff endete mit einem Befreiungsschlag, der auf halblinker Position von einem Angreifer der Nauheimer aufgenommen und zum 0:1 im Netz der Löwen untergebracht wurde. Ganze 47 Sekunden dauerte es also bis zum ersten Tor in dieser Partie.LFECN101217 (7 von 39)

Während die Löwen fast im direkten Gegenzug den Ausgleich hätten erzielen können, es aber verpassten, zeigten beide Mannschaften gute Szenen in der Offensive. Eine Strafe gegen die Frankfurter bremste die Bemühungen ihrerseits jedoch aus und so mussten sie in Unterzahl agieren. Diese spielten die Nauheimer sehr gut aus und kamen schlussendlich auch zum schnellen Torerfolg. So hieß es nach noch nicht einmal fünf Minuten 0:2 aus Frankfurter Sicht.

Während sich die roten Teufel nun etwas zurückzogen, versuchten die Löwen nun mit ihrer Offensive den Spielstand zu ändern. Doch, wie bereits in den letzten Spielen schon gesehen, wurde zu kompliziert gespielt, sodass viele Chancen gar keinen Abschluss fanden oder einfache Beute für den Torhüter waren. Zudem arbeitete die Nauheimer Verteidigung sehr solide und hielt die Löwen von Großchancen ab. Doch bei einem kleinen Chaos und gutem Passspiel der Frankfurter, rutschte der Schuss durch die Beine des Nauheimer Torwarts und da stand es nur noch 1:2. Ein etwas glückliches Tor, aber der Puck war drin.LFECN101217 (12 von 39)

Die folgenden Minuten waren geprägt von Frankfurter Angriffsversuchen und guten Nauheimer Angriffen und Kontern. Das änderte sich knapp fünf Minuten vor Drittelende, als ein Spieler von Bad Nauheim mit großem Tempo in die Bande krachte. Was genau passiert ist, konnte ich nicht sehen, aber allein der dumpfe Knall und wie der Spieler auf dem Eis lag, weckte in mir Besorgnis. Bei aller Rivalität wünscht oder erhofft man sich keine schwerwiegende Verletzung bei einem Menschen. Glücklicherweise konnte er wieder aufstehen und das Eis selbst verlassen. Bis zum Drittelende mussten die Frankfurter nun in Unterzahl agieren, konnten diese Phase aber unbeschadet überstehen und hätten beinahe sogar noch den Ausgleich geschafft. Bad Nauheim spielte diese Überzahl etwas behäbig und kam nicht zu größeren Chancen. Nach Ablauf der Strafe war dann auch das erste Drittel zu Ende.

Zum zweiten Drittel:

Während sich die Frankfurter weiter in der Offensive übten und Chance um Chance auf den Ausgleich vergaben, entstanden in der Defensive Löcher wie in einem Schweizer Käse. Dass die Nauheimer diese Einladungen nicht annehmen, lag auch mit am Torwart der Löwen, aber womöglich eher am Überraschungsmoment der Chancen, die sich boten.

In einer Überzahlsituation sah man bei den Frankfurtern Licht und Schatten, aber sie kamen zum Ausgleich, welcher gefeiert wurde. Aber dieser Ausgleich hatte lediglich 9(!) Sekunden Bestand.  Die Löwen vergaßen anscheinend, dass das Spiel weitergeht und boten dem Angreifer aus Nauheim nur sporadischen Geleitschutz, der mit einem wuchtigen Schuss in den Winkel die 3:2 Führung für Bad Nauheim und somit den vorherigen Spielstand wiederherstellte. Das was sich die Löwen im Angriff mühsam erarbeiteten, wurde hinten durch Gedankenlosigkeit und der mittlerweile gewohnten Lethargie wieder zu Nichte gemacht.LFECN101217 (23 von 39)

Weiter ging es mit dem selben Bild: Frankfurt im Angriff und Nauheim beim Kontern. Wobei sich die Frankfurter im Vergeben von Chancen aufgrund der teilweise zu komplexen Spielweise selbst Steine in den Weg legen. Das wäre nicht ganz so dramatisch, wenn die Defensive und der aufgestellte Torwart auf der Höhe wären, aber das ist in den letzten Heimspielen immer wieder als ein großes Defizit aufgefallen.

Kurz vor Ende des Drittels gab es noch eine Strafzeit gegen die Löwen, in welcher das 2:4 fiel. Dabei wurde das Tor mit freundlicher Mithilfe eines Verteidigers der Löwen erzielt, der ungewollt eine mustergültige Vorlage auf den Nauheimer Stürmer spielte, welcher sich die Ecke des Tores nahezu aussuchen konnte.

Mit diesem Zwischenstand ging es dann in die zweite Pause und viele Löwenfans hatten fragende Gesichter, was denn aus den offensivstarken Löwen geworden ist, die man noch vor einigen Wochen bejubeln konnte.

Zum dritten Drittel:

Der Torwart bei den Frankfurtern wurde gewechselt. Dies ist seit ein paar Wochen schon eine feste Tradition. In diesem Drittel hatte Frankfurt das Heft in der Hand während Bad Nauheim, nach dem Verlust von zwei Spielern, auf dem Zahnfleisch lief. Zumindest hatte es diesen Anschein. Die Löwen agierten nun konzentrierter und zeigten in diesem Drittel eine geschlossen gute Leistung.LFECN101217 (27 von 39)

Warum sie damit erst im letzten Drittel angefangen haben, bleibt ein Rätsel. Offensive und Defensive zeigten sich nun von ihrer Paradeseite, während die sich bietenden Chancen erneut versiebt wurden. Zwar fielen die Tore zum 3:4 und zum 4:4 binnen der ersten zehn Minuten dieses Drittels, aber danach ließ der Offensivdrang etwas nach und die Chancen wurden abermals liegen gelassen. Wenige Sekunden vor Schluss hätte sogar noch das 5:4 fallen können, aber auch diese Großchance blieb ungenutzt. So endete die reguläre Spielzeit mit 4:4. Die Overtime musste also her, um einen Sieger zu finden.

Zur Overtime:

Viel ist da nicht passiert. Beide Mannschaften agierten bei 3vs3 mit äußerster Vorsicht aus der Defensive heraus und neutralisierten sich häufig. Die Minuten verstrichen ohne größere Ereignisse und damit brachten auch die zusätzlichen fünf Minuten keine Entscheidung. Das letzte Mittel, um einen Sieger zu finden, musste nun durchgeführt werden.LFECN101217 (32 von 39)

Zum Penalty-Schießen:

Das Ganze ist ein bisschen Können und ein bisschen Glücksspiel. Letztlich trafen zwei Bad Nauheimer, während die Frankfurter bei drei Möglichkeiten nur einmal trafen. Somit ging der dritte Punkt an Bad Nauheim.LFECN101217 (37 von 39)

Letztlich war das Unentschieden nach der regulären Spielzeit völlig in Ordnung. Bad Nauheim hat die sich bietenden Chancen besser genutzt und Kapital daraus geschlagen, während Frankfurt momentan bis zu 40 Minuten braucht um in ein Spiel zu finden.

Löwen Frankfurt – EC Bad Nauheim 4:5 n.P (1:2, 1:2, 2:0, 0:0, 0:1)

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