Löwen Frankfurt – Kassel Huskies – 20.10.2017

Das erste Hessenderby in dieser Spielzeit stand bevor. Wie es bei einem Derby üblich ist, spielt es keine Rolle, wie die Statistiken beider Mannschaften vor dem Spiel waren, denn diese Spiele können durchaus ihre eigenen Regeln schreiben.
Etwas spät kam ich zur Eissporthalle, die an diesem Abend mit 6.770 Zuschauern ausverkauft war. Dementsprechend war es bereits so voll auf den Stehplätzen, dass ich mich da nicht unbedingt durchkämpfen wollte. Also schaute ich mich überall einmal um und bin schließlich in knieender Position unter der Videoleinwand hinter Block B zum Schauen des ersten Drittels gekommen. Es ist zwar für die Knie etwas schmerzhaft, aber ansonsten hatte ich eine perfekte Sicht auf das Spiel. Erst nach der ersten Drittelpause bin ich zu meinem gewohnten Stehplatz.
Zum ersten Drittel:
Zwischen beiden Mannschaften war zunächst eine Art des Abtastens zu bemerken. Keines der beiden Teams wollte zu früh in die Offensive gehen aber auch sicher in der Verteidigung stehen. Natürlich steht die Heimmannschaft in der Pflicht und dem wurden die Löwen auch gerecht, in dem sie die ersten Akzente und Offensivaktionen des Spiels zeigten. LFKH201017 (7 von 47)
Für ein Derby war es auf dem Eis aber noch sehr ruhig. Die Frankfurter machten das Spiel und standen in der Defensive gut, so dass Kassels Offensivbemühungen zunächst hängen blieben. Aber auch die Frankfurter bissen sich noch an der starken Defensiver der Huskies die Zähne aus.
Während also Frankfurt das Spiel machte, gelang es Kassel sich zu befreien und einen Angriff zu fahren, der auch gleich das 0:1 aus Frankfurter Sicht bedeutete. Frankfurt machte das Spiel und Kassel das Tor. Der Gästeblock war natürlich aus dem Häuschen. Nur kurze Zeit später ergab sich durch eine Überzahl für Frankfurt die Chance zum Ausgleich. Aber ein Fehler beim Abspiel innerhalb des Angriffsdrittels brachte nicht nur einen schnellen Konter für Kassel, sondern auch das 0:2 in Unterzahl. Die Frankfurter Fans waren zum Schweigen gebracht, während der Anhang aus Kassel feierte.
Die restliche Zeit des Überzahlspiels, als auch ein weiteres konnten die Frankfurter nicht in ein Tor verarbeiten und so ging es mit einem 0:2 aus Frankfurter Sicht in die erste Drittelpause.

Zum zweiten Drittel:
Im zweiten Drittel wurde das Spiel ruppiger und emotionaler. Endlich hatte es den Derbycharakter, den es haben sollte. Viele Strafzeiten und sogar eine kleine Boxeinlage, sowie eine Fulminante Frankfurter Offensive bestimmten das Bild des Spiels in diesem Drittel.
Dass die Angriffsbemühungen der Frankfurter nun zunahmen und ernster wurden, konnte auch die Hintermannschaft der Huskies deutlich spüren. Doch zunächst blieb ein Torerfolg noch aus. Eine schöne Einzelaktion brachte den Löwen endlich den Anschlusstreffer zum 1:2, der frenetisch gefeiert wurde.
Kurz darauf gab es die erwähnte Boxeinlage, die viel zu früh von den Schiedsrichtern unterbrochen wurde. Einen Sieger konnte man also nicht ausmachen, wenngleich beide Spieler auf die Strafbank mussten. Nur wenige Sekunden später gesellte sich ein weiterer Spieler Frankfurts hinzu und Kassel durfte in Überzahl spielen. Aber die Unterzahlformation der Löwen hielt stark dagegen und eroberten sogar den Puck für einen Konter, der mit dem 2:2 in Unterzahl eingenetzt werden konnte. Jedoch sahen sich die Schiedsrichter diesen Treffer nochmal per Videobeweis an, kamen aber zu keiner anderen Entscheidung.LFKH201017 (17 von 47)
Nun war Leben in der Eissporthalle. Die Fans wurden wach und unterstützten ihre Mannschaft nach Kräften. Nach diesem Ausgleich war der Gästeblock zum Schweigen gebracht worden. Frankfurt überstand diese Unterzahl und durfte wenige Minuten später bei doppelter Überzahl agieren. Zwar hielten die drei Kasseler nach Kräfte dagegen, konnten aber die 3:2 Führung für Frankfurt nicht verhindern. Spiel gedreht und die Frankfurter Fans waren kaum zu bändigen.
Den Huskies gelang in diesem Drittel nicht viel. Sie schienen schockiert zu sein. Nur wenige Angriffe kamen auch bis zum Tor der Löwen, welches aber sauber blieb. Dafür hatten die Frankfurter eine weitere Chance in Überzahl, die sie auch dieses Mal nutzen konnten und den Spielstand auf 4:2 erhöhen konnten. Großer Jubel auf dem Eis und bei den Fans der Löwen, welche aber eine Unterzahl ihrer Mannschaft kurz vor Drittelende mit ansehen mussten. Diese wurde mit in der letzte Drittel mitgenommen. So ging es mit dem Zwischenstand von 4:2 in die Drittelpause.

Zum dritten Drittel:
Kassel kam sichtlich motiviert und mit dem Vorteil einer Überzahl in dieses Drittel hinein. Gerade als diese Auslief konnte Kassel eine Großchance erarbeiten und diese auch zum 4:3 Anschluss im Netz unterbringen. Nun war das Finale des Spiels eröffnet. Beide Mannschaften spielten stark und erarbeiteten sich viele Chancen. Aber auch Strafen gab es und eine davon gegen die Löwen.

Die Special Teams waren an diesem Abend auf beiden Seiten gut eingestellt und dieses Mal konnte erneut die Unterzahlformation der Löwen einen abgefangenen Pass in einen Konter umwandeln, der zum 5:3 führte. Dieses Hin und Her in diesem Drittel setzte sich fort als Kassel einige Minuten später erneut in Überzahl agieren durfte und dieses Mal keinen Konter zuließ, sondern das 5:4 erzielte. Das Spiel war nun an Spannung nicht mehr zu überbieten. Die Offensive beider Seiten wollten entweder das Spiel endgültig entscheiden oder den Ausgleich erzielen. LFKH201017 (47 von 47)

So gab es vor beiden Toren tolle Chancen, die aber vergeben wurden. Dies hielt bis kurz vor Ende, als sich Kassel dafür entschied das Tor leer zu lassen und mit sechs Feldspielern zu agieren. Doch auch das brachte nicht mehr als ein oder zwei gute Chancen. Der Torwart musste wieder zurück, als das Bully vor dem Kasseler Tor gespielt wurde. Zwar hatte auch Frankfurt noch zwei Großchancen zur Entscheidung, aber auch die blieben ungenutzt. So lief die Spielzeit runter und am Ende blieb es beim 5:4 für Frankfurt, die einen starken Gegner aus Kassel bezwungen haben.
Löwen Frankfurt – Kassel Huskies 5:4 (0:2 4:0 1:2)

 

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