Löwen Frankfurt – Ravensburg Tower Stars – 05.11.2017

Vor der Deutschland-Cup-Pause gab es noch ein Heimspiel für die Löwen Frankfurt, bei dem die Tower Stars aus Ravensburg zu Gast waren.

Insgesamt waren an diesem Abend 4.100 Zuschauer in der Frankfurter Eissporthalle, die ein recht anstrengendes und wenig spektakuläres Spiel beider Mannschaften sahen.LFRTS051117 (3 von 58)

Zum ersten Drittel:

Insgesamt war dieses Drittel ruhig. Es passierte nicht wirklich viel. Ob das Spiel ausgeglichen war, lässt sich nur schwer sagen, da die Frankfurter vier Mal in Unterzahl spielen mussten. Zwar boten sich den Ravensburgern in den Überzahlsituationen gute Chancen, aber die Verteidigung der Frankfurter und insbesondere der Goalie waren höchst konzentriert und konnten hochkarätige Chancen verhindern.

Erst in der vierten Unterzahl Frankfurts, gelang es selbiger Offensive Akzente zu setzen. Dabei hatten sie, weiterhin in Unterzahl, die größte Möglichkeit ein Tor zu erzielen. Doch der über Umwege gelupfte Puck landete nur wenige Zentimeter hinter der Querlatte auf dem Tor.LFRTS051117 (13 von 58)

Auffallend war in diesem Drittel jedoch schon, dass die Schiedsrichter eine recht kleinliche Linie verfolgten, die aber nur zu Strafen gegen Frankfurt führte. Es hatte fast den Anschein, als wollten sie ein körperloses Spiel pfeifen wollen. So ist fast jede Strafe gegen Frankfurt mit einem großen Fragezeichen versehen. Checks und normale Zweikämpfe, auch an der Bande, sind in einem Eishockeyspiel nicht ungewöhnlich, wurden aber sofort per Strafzeit unterbunden.

 

Zum zweiten Drittel:

Auch in diesem Drittel kam kein wirklicher Spielfluss auf; dafür sorgten die Schiedsrichter mit ihrem Tun. Die fünfte Strafe in Folge gegen Frankfurt nach noch nicht einmal einer gespielten Minute in diesem Drittel, war abermals fragwürdig. Insbesondere, da diese vom Schiedsrichter angezeigt wurde, der gute 30 Meter von der Situation entfernt stand, während der direkt danebenstehende Schiedsrichter nicht einmal Anstalten machte, seinen Arm zu heben.

Aber die defensiv starken Löwen überstanden auch diese Unterzahl und durften kurz darauf, oh Wunder, selbst in Überzahl agieren. Da der Mannschaft jedoch die Bindung zum Spiel, auch aufgrund dieser vielen Strafzeiten, fehlte, mühten sie sich überwiegend in der Offensive, aber konnten keine größeren Chancen herausspielen und so war es nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Strafe gegen Frankfurt gegeben wurde.

In der nun sechsten Überzahl gelang es den Ravensburgern daraus Kapital zu schlagen und gingen mit 0:1 in Führung. Im Anschluss zeigten auch die Linienrichter, dass sie der „Linie“ der beiden Hauptschiedsrichter folgten, denn während ein klares Icing gegen Ravensburg nicht abgepfiffen wurde, wurde ein Icing gegen Frankfurt gepfiffen, bei dem, wenn man die Hybrid-Icing-Regelung genauer betrachtet, kein Pfiff hätte erfolgen dürfen.LFRTS051117 (20 von 58)

Trotz dieser Umstände versuchten die Frankfurter endlich ein vernünftiges Spiel auf das Eis zu bringen. Es gelang nicht wirklich. Zumal ein klares Foulspiel an einem Frankfurter, insbesondere, wenn man die körperlose Linie der Schiedsrichter als Maßstab nimmt, zu einer Strafzeit hätte führen müssen, einfach ignoriert wurde.

Die Zuschauer in der Eissporthalle hatten jedenfalls spätestens zu diesem Zeitpunkt ihren Unmut gegenüber der Schiedsrichterleistung lautstark betont.

Immerhin fiel das 1:1 kurz darauf. Das kam sehr überraschend nach einem Bullygewinn rechts vor dem Ravensburger Tor. Schnörkellos gespielt und den Puck versenkt.LFRTS051117 (22 von 58)

Erstaunlicherweise gab es keine weiteren Strafzeiten gegen die Frankfurter in diesem Drittel, wobei es aber welche gegen Ravensburg hätte geben müssen. (Und das sage ich nicht, weil ich Fan der Löwen bin. So viel Ahnung von Eishockey habe ich schon, dass ich die Szenen auch objektiv betrachten kann.) Aber weder ein Schläger im Gesicht eines Frankfurter Spielers, welcher dadurch eine kleine blutende Wunde davontrug, noch die wesentlich klarere Szene als ein Alleingang vor dem Tor mit einem Beinstellen beendet wurde, wollten die Schiedsrichter nicht als regelwidrig anerkennen.

Zu diesem Zeitpunkt war es auch mir mit der Objektivität vergangen. Mir ist schon klar, dass es für Schiedsrichter nicht leicht ist, ein schnelles Spiel zu pfeifen. Ich habe durchaus Respekt davor, denn die Entscheidungen müssen binnen Sekundenbruchteile getroffen werden.  Aber die Bezeichnung der „Unparteiischen“ kann ich dem Schiedsrichtergespann des Abends nicht geben, denn es war doch sehr offensichtlich, dass mit zweierlei Maß gemessen wurde.

Das Spiel war nämlich zu keiner Zeit übertrieben hart geführt worden. Es war auch deutlich zu erkennen, dass die Frankfurter, die gerne körperbetont und meistens auch im Rahmen der Regeln spielen, durch die Art und Weise der Schiedsrichter, die keine klare Linie in das Spiel bringen konnten, verunsichert waren. Man musste befürchten, dass eine zu direkte Berührung mit einer Strafzeit hätte geahndet werden können.LFRTS051117 (23 von 58)

Kurz vor Ende des zweiten Drittels gab es dann noch einen Videobeweis, denn der Puck landete im Frankfurter Tor. Zwar zeigte einer der beiden Parteiischen zwar an, dass es kein Tor ist, aber ließ sich zum Videoschauen überreden. Aber die Entscheidung wurde nicht verändert und so blieb es beim 1:1, das auch gleichzeitig der Zwischenstand nach dem zweiten Drittel war.

 

Zum dritten Drittel:

Zwar kamen die Schiedsrichter in diesem Drittel beinahe ohne Strafen aus, zumindest aus ihrer subjektiven Perspektive, aber die Löwen versuchten es weiter und begannen dem Spiel ihre Signatur aufzuzwingen. Die Verunsicherung war aber immer noch zu sehen. Sie zeigte sich bei manch einem Abspiel und insbesondere in der Defensive, wenn die Gegenspieler eher abgelaufen als gecheckt wurden.

Nach etwas mehr als zehn Minuten in diesem Drittel konnten die Frankfurter einen schönen Angriff ausspielen, der mit einem Pass in den Slot und schlussendlich mit dem Tor zur 2:1 Führung abgeschlossen wurde.LFRTS051117 (31 von 58)

Nun war es auch endlich mal ein Eishockeyspiel mit Chancen auf beiden Seiten und guten Aktionen. Tatsächlich konnten die Ravensburger einen ihrer Angriffe zum 2:2 Ausgleich im Löwengehäuse versenken. Es sah zwar mehr danach aus, als wäre der Puck durch Arbeit in das Tor bugsiert worden, aber Tor ist Tor und es wurde gegeben.LFRTS051117 (35 von 58)

Während die Frankfurter weiterhin ihr Heil in der Offensive suchten und weiterhin in der Körpersprache und beim Körperspiel verunsichert wirkten, waren es erneut die Schiedsrichter, die abermals ein klares Foulspiel gegen einen Frankfurter ignorierten.

So ging es zunächst mit guten Angriffen der Frankfurter und ebenfalls guter Gegenoffensive der Ravensburger weiter. Insbesondere der Frankfurter Torhüter zeigte heute eine überragende Leistung und konnte mit seinen Paraden den Rückstand verhindern.

Gut dreieinhalb Minuten vor Ende gab es mal wieder eine, aus meiner Sicht, sehr merkwürdige Strafzeit, aber dieses Mal gegen Ravensburg. Erneut war es nicht der Schiedsrichter, der näher an der Situation und somit den besseren Blick hatte, sondern der Schiedsrichter, der die Aktion eigentlich nicht hatte sehen können, da Spieler in seinem Sichtfeld waren.

Die daraus entstandene Überzahlsituation konnten die Frankfurter zur 3:2 Führung ausnutzen. Zwar versuchten die Ravensburger noch den Ausgleich zu erzielen und wechselten den Torhüter für einen weiteren Feldspieler, jedoch ohne Erfolg.LFRTS051117 (57 von 58)

 

Unter dem Strich stand nun der 3:2 Sieg der Frankfurter fest. Auch wenn es kein schönes Spiel war und insbesondere durch die unterklassige Leistung der Schiedsrichter geprägt wurde.

Löwen Frankfurt – Ravensburg Tower Stars 3:2 (0:0 1:1 2:1)

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