Löwen Frankfurt – Tölzer Löwen – 28.11.2017

An diesem Dienstagabend kam es zum Duell der Löwen. Die einen aus Frankfurt und die anderen aus Bad Tölz. Dabei waren die Vorzeichen aber eigentlich schon festgelegt, denn der zweite der DEL empfing den Aufsteiger und Tabellenletzten aus Bad Tölz. So gesehen waren die Rollen verteilt.

Zum ersten Drittel:

Das erste Drittel ist eigentlich sehr schnell erzählt, denn die Frankfurter machten das Spiel, zogen stellenweise das Tempo an und Bad Tölz schien mit dieser Spielweise überfordert zu sein. Die sichtliche Überlegenheit der Frankfurter machte sich dann auch auf der Anzeigetafel bemerkbar. Bereits nach vier Minuten stand es 1:0. Im Anschluss wurden mehrere hochkarätige Chancen ausgelassen, so dass das 1:0 für den Spielverlauf zunächst zu wenig schien. Zwar kamen die Tölzer auch zu Chancen, aber diese waren weniger zwingend und zumeist Schüsse aus der Ferne, die aber rigoros abgefangen wurden.LFTL28112017 (17 von 29)

Zwei Überzahlsituationen wurden von den Frankfurtern eiskalt ausgenutzt, so dass es kurz vor Ende des Drittels 3:0 stand. Aber es gab noch einen Konter, der 13 Sekunden vor Ende des Drittels mit dem 4:0 abgeschlossen wurde. Mit diesem Spielstand ging es dann auch in die Drittelpause. Die 3.575 Zuschauer sahen also das erwartete Spiel und ich hatte schon Sorge um die armen Bad Tölzer, dass es ein böses Ergebnis für sie werden könnte.

Zum zweiten Drittel:

War das erste Drittel noch von Dominanz und klarer Überlegenheit der Frankfurter gekennzeichnet, haben selbige scheinbar vergessen, dass ein Eishockeyspiel mindestens 60 Minuten dauert. Vielleicht wurde auch eine Runde Valium verteilt, denn genauso müde und lustlos präsentierten sie sich in diesem Drittel. Unmotiviert, unkonzentriert, gefühlte zehn Gänge runtergeschaltet, die Verteidigungsarbeit beinahe eingestellt und ein Torwart, dem die Spielpraxis nach seiner Verletzung fehlte. Ihm kann man noch nicht mal einen Vorwurf machen. Es häuften sich Abspielfehler und auch die Puckkontrolle sah hier und da so aus, als wäre das Eishockeyspielen spontan verlernt worden.

So kamen die Bad Tölzer zum 4:1 Anschlusstreffer, wenngleich dieser noch etwas glücklich fiel. Aber es sah auch so aus, als hätten diese die Angst oder den Respekt vor dem amtierenden DEL2 Meister abgeschüttelt. Sie begannen nun schönes Eishockey zu spielen, was natürlich durch die miserable Vorstellung der Frankfurter in diesem Drittel begünstigt wurde. Bad Tölz spielte nun so, als hätten sie so oder so nichts zu verlieren. Und siehe da, das 4:2 ließ nicht lange auf sich warten und war zudem auch schön herausgespielt.LFTL28112017 (22 von 29)

Langsam begannen auch die Frankfurter Fans ihren Unmut zu äußern, denn es waren gerade einmal sechs Minuten in diesem Drittel gespielt. Bei der nächsten Überzahlsituation der Bad Tölzer, konnten sich die Frankfurter mit einem Konter befreien und das 5:2 erzielen. Das war auch gleichzeitig die beste Offensivaktion der Frankfurter in diesem Drittel.

Wer gedacht hatte, dass die zwei Gegentore für ein Aufwachen sorgen könnten, sah sich getäuscht. Denn das 5:3 und auch das 5:4 folgten nur wenige Minuten später. Das Spiel war auf einmal spannend geworden. Und das nicht, weil die die Mannschaften auf Augenhöhe spielten, sondern die Frankfurter den Gegner nach der 4:0 Führung aus dem ersten Drittel einfach unterschätzten und das Eishockeyspielen fast gänzlich einstellten. Mit dem 5:4 ging es in die zweite Pause und es lag eine Überraschung in der Luft.

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Zum dritten Drittel:

Nachdem sich die ersten beiden Drittel mit Licht und Schatten im Frankfurter Spiel am besten beschreiben ließen, waren alle gespannt, wie das Spiel nun weitergehen würde. Den eingekehrten Schlendrian konnten die Frankfurter nicht mehr ganz ablegen. Aber sie zeigten nun wieder den fast gewohnten Offensivdrang, gegen den sich die Bad Tölzer vehement stemmten. Dabei waren die Frankfurter zunächst in Unterzahl, was sich auf dem Eis aber kaum wiederspiegelte.

Doch auch Bad Tölz musste eine Strafe nehmen, da sie wieder etwas überforderter waren. Somit kamen die Frankfurter zur dritten Überzahl in diesem Spiel, welche auch zum dritten Mal genutzt wurde. 6:4. Aber dieses Tor brachte die Ruhe ins Frankfurter Spiel nicht zurück. Wieder dauerte es nicht lange, bis Bad Tölz mehrere gute Chancen herausspielen und das 6:5 erzielen konnte. Aus der Ferne sah es so aus, als wäre der Puck ins Tor gearbeitet worden. Aber Tor ist Tor. Somit hatte auch der Torwartwechsel der Frankfurter zu Drittelbeginn nicht unbedingt das gewünschte Ergebnis gebracht, wobei man auch sagen muss, dass die Defensivleistung der Frankfurter ab dem zweiten Drittel nicht einmal mehr zweitligawürdig gewesen war.

In der Folge war das Spiel recht ausgeglichen und es gab Chancen auf beiden Seiten. Doch keine der beiden Mannschaften konnte aus den sich bietenden Gelegenheiten Kapital schlagen. Auch nicht in Überzahlsituationen. Die letzten Chancen hatten die Bad Tölzer, die kurz vor Ende noch ohne Torwart spielten. Aber die Uhr lief gegen sie und so konnten die Frankfurter den unerwartet knappen Sieg über die Zeit retten.LFTL28112017 (29 von 29)

Nichts desto trotz stehen am Ende des Abends drei Punkte auf der Habenseite der Frankfurter und am Ende fragt keiner mehr danach, wie diese geholt wurden. Doch ist es immer wieder erschreckend zu sehen, dass die Schwachstelle Frankfurts die Defensive ist. Sollte hier noch einmal nachgebessert werden? Diese Frage würde ich mit einem deutlichen „Ja“ beantworten.

Löwen Frankfurt – Tölzer Löwen 6:5 (4:0 1:4 1:1)

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