Löwen Frankfurt verlieren das DEL2 Spitzenspiel gegen Ravensburg und die Schiedsrichter mit 4:7

Was hätte das für ein schönes Spitzenspiel werden können. Zwei Mannschaften, die derzeit auf einem Niveau spielen und offensiv, als auch defensiv überzeugen können.

Leider passten die Schiedsrichter absolut nicht zu dieser Spielansetzung, was sich im Fortlauf des Spiels leider sehr deutlich zeigte.

Dabei schlief ich erst noch eine Nacht darüber, um es trotz meines Fan Daseins neutraler zu betrachten, jedoch geht das einfach nicht, wenn Schiedsrichter so deutlich in das Spiel eingreifen und auf gewisse Dinge permanent hereinfallen. Dabei sah es anfangs noch gar nicht so sehr danach aus.

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Zum ersten Drittel:

Von Beginn an spielten beide Teams offensiv und das war auch über das gesamte erste Drittel hinweg schön anzusehen. Niemand, der sich nur hinten reinstellt und auf Konterspiel setzt. Nein, die Gäste haben ihrerseits den Hebel nach vorne gelegt und konnten aus einem schnell ausgespielten Konter das 0:1 erzielen. Da gab es nichts zu halten für Kucis im Tor der Löwen.

Aber es dauerte nicht lange, bis die Hausherren zurückschlugen. Nach nicht einmal fünf Minuten stand es 1:1 in diesem schnellen Spiel. Köhler war frei im Slot und zog einfach mit voller Wucht ab, nachdem der vorhergehende Schuss von der blauen Linie an einem Verteidiger hängen geblieben war.

Das Spiel war nicht nur schnell und offensiv, sondern auch in einem gesunden Rahmen für Eishockey körperlich. Das war insoweit okay und wurde auch von beiden Mannschaften so ausgeführt und angenommen.

Ähnlich war die Situation bei der erneuten Führung der Gäste, die in Überzahl zustande gekommen war. Ein Schuss von der blauen Linie blieb an einem eigenen Spieler hängen, der gedankenschnell handelte und den Puck ins Netz hämmerte. Das war schnell reagiert und gut umgesetzt.

Die Löwen waren kurz geschockt. So hatte es den Anschein und das bot den Gästen weitere Chancen und auch ein weiteres Tor zum 1:3. Sie blieben hartnäckig im Drittel der Löwen und beim Anspiel von hinter dem Tor war auf der linken Seite Pawel Dronia frei, der den Puck ins linke obere Eck drosch.

Während die Gäste etwas zurückschalteten und die Löwen kommen ließen, dabei jedoch gut verteidigten, wäre ihnen fast per Konter das vierte Tor gelungen. Doch Kucis bekam die Beine schnell genug zusammen, so dass der Puck nicht durch selbige hindurch rutschen konnte.

Nur wenige Momente später waren die Frankfurter in der Überzahl und trafen zunächst nur den Pfosten. Der Puck blieb aber im Drittel und bei den Löwen. Schüle durfte ein weiteres Mal Maß nehmen und dieses Mal traf er zum 2:3. Das war dann auch der Stand nach dem ersten Drittel. Und bis hierhin sah alles nach einem recht guten Eishockeyspiel aus, an dem beide Teams teilnahmen.

 

Zum zweiten Drittel:

Der Sturmlauf der Löwen war eröffnet und sie waren nicht nur optisch überlegen. Schuss um Schuss ging auf das Ravensburger Tor und sie wurden in ihrem Drittel festgenagelt. Aber den Löwen gelang der Treffer einfach nicht. Entweder hielt der Torhüter ganz gut, oder es wurde zu genau gezielt und der Puck traf erneut nur den Pfosten.

Es zeigte sich aber hierbei auch schon, dass die Gäste nun auch andere Mittel nutzten, um irgendwie wieder ins Spiel zu kommen. Schubsen, Cross-Checks, und noch andere Dinge vor dem Tor, die nach Abpfiff geschahen. Gute Schiedsrichter hätten an dieser Stelle schon vorgesorgt und irgendetwas davon mal geahndet. Häufig war es nämlich so, dass der Frankfurter Spieler nicht mal daran zu denken schien nach dem Abschluss auf den Torwart zu gehen.

Aber nun, die guten Schiedsrichter waren ausverkauft und so musste die Frankfurter Mannschaft damit leben.

Kurios und wirklich unverständlich wurde es ab der Mitte des Spiels. Frankfurt war bereits in Unterzahl. Die Strafe wegen Beinstellens kann man geben aber es sah auch sehr danach aus, dass der Ravensburger Spieler zu einfach das Gleichgewicht verlor.

Die Löwen spielten eine gute Unterzahl und kamen auch zu einem Konter, der aber deutlich behindert wurde, denn der Schläger des Frankfurter Spielers wurde sichtbar festgehalten. Es blieb ungeahndet. Jedoch nur wenige Sekunden später gab es die gleiche Szene, nur andersrum. Das wurde geahndet und so waren die Löwen nur noch zu dritt. Die doppelte Unterzahl überstanden sie, jedoch brachte diese Ungleichbehandlung die Gäste wieder ins Spiel, die aus der einfachen Überzahl Kapital schlagen konnten. So stand es 2:4.

Warum ein Ravensburger auf die Strafbank musste, war recht unklar. Es wurde Zeitspiel angezeigt, wobei ich ehrlich gesagt kein solches erkennen konnte. Natürlich ließ er sich ein wenig Zeit beim Wechsel in der Unterbrechung. Aber gleich eine Strafzeit? Das sah schon nach einer Art Konzessionsentscheidung aus.

Die Ärgernisse auf Seiten der Frankfurter wirkten sich sehr auf ihr Spiel aus. Trotz Überzahl lief einfach nichts mehr zusammen. Der Rhythmus war weg. Pässe klappten nicht mehr, die Zuordnung bei Puckverlust stimmte nicht und schon stand es per Konter 2:5.

Und im Anschluss wurde es wieder lustig in Schwarz-Weiß, denn es gab Strafen gegen die Löwen, die nicht nur mein Unverständnis hervorriefen. Zwei Zweikämpfe, zwei Ravensburger, die dabei an Altersschwäche oder Müdigkeit umfielen und zwei Mal wurde es geahndet. Erfahrene Schiedsrichter würden bei diesen Szenen ob der Versuche, eine Strafe zu schinden, eher nur Grinsen, aber mit diesem Schiedsrichterduo hatten die Ravensburger für ihre Fallobsttaktik Freunde gefunden. Auch ein erfahrener Spieler, wie Lewandowski, hatte davon irgendwann genug und gab seinem Gegenspieler einen richtigen Grund liegen zu bleiben. Ganz ehrlich? Richtig so.

Dennoch mehr als ärgerlich, dass aufgrund von Unerfahrenheit und fehlendem Blick für das Spiel, Seitens der Schiedsrichter, solche Strafen überhaupt erst entstehen können.

Die Strafen wurden ins letzte Drittel mitgenommen.

 

Zum dritten Drittel:

Die mitgenommenen Strafen führten zu einer langen Unterzahlsequenz, aus der die Gäste erneut ein Tor machen konnten. 2:6 stand es und bei dieser Gegner-Schiedsrichter-Kombination war an einen Umschwung aus meiner Sicht gewiss nicht zu denken.

Aber aufgeben kommt für Löwen nicht in Frage und so spielten sie weiter und kamen knapp eine Minute später zurück und erzielten das 3:6. In der folgenden Überzahlsituation waren die Löwen zwar druckvoll aber ohne weiteren Torerfolg. Dafür gab es nur etwas später Strafen gegen Frankfurt und auch eine gegen die Gäste. Letztere wurde schon fast höhnisch von den Fans beklatscht.

Der Versuch der Frankfurter Trainer, frühzeitig ohne Torwart mit mehr Angriffsdruck zu spielen, sah auch längere Zeit gut aus, jedoch konnten die Gäste einmal vernünftig kontern und das siebte Tor erzielen.

Und damit die Frankfurter auf keinen Fall noch eine Chance bekommen konnten, wurde ein Open-Ice-Check mit einer 5 Minuten Spieldauerdisziplinarstrafe belegt, da dieser angeblich gegen Kopf oder Nacken ging. Ich habe mir den Check mehrere Male auf Video angesehen und kam zum Schluss, dass der Check gegen die Schulter ging. Denn bei dem Tempo hätte der Ravensburger bei einem Kopftreffer nicht sofort wieder aufstehen können. Vielleicht mag ich mich da auch irren, aber es passt einfach zur unterdurchschnittlichen Leistung der Schiedsrichter, dass dieses Detail nicht beachtet wurde. (Ich sah mir das Video übrigens stark verlangsamt an, kann jeder, YouTube bietet diese Möglichkeiten an)

Interessanter war vielmehr, was danach passierte, denn die Frankfurter checkten ihre Gegner nun deutlich aggressiver und bei der Linie der Schiedsrichter bis hierhin, wäre das jedes Mal ein Vergehen gewesen, schließlich lagen Ravensburger auf dem Eis. Wie auch immer.

Die Löwen bewiesen jedenfalls, trotz Unterzahl, Kampfgeist und kamen sogar zum vierten Treffer, aber mehr wurde es auch nicht mehr. Den Schlusspunkt setzte Brett Breitkreuz mit einer Kampfeinlage gegen Pawel Dronia.

Und zum Abschluss:

Es wäre übrigens angebracht die „Divingliste“, welche zur letzten Saison in der DEL eingeführt wurde, auch in der DEL2 einzuführen. Ich habe in diesem Spiel so einige „Dives“ gesehen und musste leider feststellen, dass den Schiedsrichtern in diesem Spiel „Schwalben“ nicht bekannt zu sein scheinen. Ich sehe hier sehr großen Nachholbedarf beim DEB, dass auch solche Situationen gezeigt, geschult und umgesetzt werden. Es handelt sich schließlich um ein unsportliches Verhalten, auf die die Schiedsrichtergruppe in diesem Spiel sehr häufig reingefallen ist.

Oh und vielleicht mag mir ein Ravensburger diese Frage noch beantworten: Wie viele Schwalben machen eigentlich einen Winter?

Löwen Frankfurt – Ravensburg Towerstars 4:7 (2:3 0:2 2:2)

0:1 Mathieu Pompei ( Andreas Driendl , Sören Sturm ) EQ 01:15
1:1 Mick Köhler ( Maximilian Faber , Daniel Spang ) EQ 04:42
1:2 David Zucker ( Sören Sturm , Robin Just ) PP1 08:34
1:3 Pawel Dronia ( Daniel Pfaffengut , Daniel Schwamberger ) EQ 09:46
2:3 Tim Schüle ( Adam Mitchell , Maximilian Faber ) PP1 19:32
2:4 Mathieu Pompei ( David Zucker , Ondrej Pozivil ) PP1 35:15
2:5 Robbie Czarnik ( Thomas Supis , Olivier Hinse ) SH1 36:24
2:6 Sören Sturm ( Robin Just , Andreas Driendl ) – PP1 42:34
3:6 Matthew Pistilli ( Mathieu Tousignant , Lukas Koziol ) EQ 43:26
3:7 Sören Sturm ( Robin Just , Andreas Driendl )EQ EN 53:13
4:7 Lukas Koziol SH1 55:15

Zuschauer: 4.564

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