Serien Review: Doctor Who

Handelt es sich hierbei um eine Arztserie? Nein, ganz und gar nicht – oder doch? In gewisser Weise vielleicht schon, aber dann nicht mit einem Arzt in einer Praxis oder einem Krankenhaus.

Aber erstmal ein paar grundsätzliche Dinge. Die Serie um diesen „Doctor“ gibt es seit 1963 mit einigen Jahren der Unterbrechung, ehe sie im Jahr 2005 durch die BBC wiederaufgenommen und fortgesetzt wurde. Mit den alten Folgen aus den 60er bis 80er Jahren kommt man auf aktuell insgesamt 840 Folgen in 36 Staffeln. Ziemlich viel. Aber in meiner Review beziehe ich mich auf die Serie, die 2005 wieder regelmäßig zu sehen ist.

Wer ist nun also dieser Doctor und was macht er so?

Das ist so nicht ganz einfach zu erklären, denn die Frage nach dem „Wer“ endet stets mit der Antwort „Doctor“ oder eben „Doctor Who“. Zwar hat er einen Namen, nennt diesen aber nicht und möchte auch selbst nur „Doctor“ genannt werden. Dafür ist er aber unter diesem Namen, bzw. dieser Bezeichnung bis an die Grenzen des Universums hinaus bekannt.

Das mit dem Universum stimmt auch, denn der Doctor ist ein zeitreisender Außerirdischer, der es sich im Laufe der Serie zur Aufgabe gemacht hat, die Erde vor allen möglichen Bedrohungen zu beschützen. Er stammt vom Planeten Gallifrey, ist dort auch aufgewachsen und gehört einer Spezies an, dies ich „Timelords“ nennt. Timelord und Zeitreisender passt wunderbar zueinander.

Doctors
Die Doctoren seit 2005 – Bild stammt von http://www.scififantasynetwork.com/

Eine große Besonderheit bei dieser Spezies und somit auch beim Doctor ist seine Fähigkeit sich regenerieren zu können. Sollte er tödlich verwundet werden, so regeneriert er sich. In diesem für den Doctor unangenehmen Prozess kommt es immer wieder mal zu Verwirrungen bei ihm selbst, sowie auch Gedächtnisverlust. Zudem kann sich das Aussehen, die Charaktereigenschaften und sogar das Geschlecht des Doctors gewechselt werden.  Letzteres ist jedoch bislang erst einmal passiert. Grundlegend hat der Doctor in seinem Verlauf 12 Regenerationen verfügbar. In der Serie jedoch kam es durch einen Zeit-Raum-Riss dazu, dass er weitere 12 hinzubekam.

Tardis
Bild von BBC

Für einen Zeitreisenden benötigt es natürlich auch ein ultramodernes und futuristisches „Fahrzeug“, mit dem er durch Raum und Zeit reisen kann. Der grundlegende Gedanke eines Raumschiffs ist zwar schon richtig, aber das Aussehen fasziniert mich auch nach über so vielen Jahren noch immer. Insbesondere der Tarnung wegen, ist es eine blaue Polizeinotruf Telefonzelle. Diese ist natürlich im Inneren viel größer als von außen erkennbar.

Dieses „Gefährt“ hat auch einen Namen: „TARDIS“. Klingt erstmal seltsam, aber dahinter steckt eigentlich nur eine Abkürzung für „Time And Relative Dimensions In Space“. Es gab auch mal eine deutsche Bezeichnung dafür, dies ich jedoch nicht durchgesetzt hat in der deutschen Synchronisation. Der Name TARDIS blieb dabei unverändert, jedoch war die ausgeschriebene Bezeichnung nicht mehr so ganz zutreffend. „Trips aufgrund relativer Dimensionen im Sternenzelt“ – klingt irgendwie nicht ganz so spannend.

Die TARDIS kann aber noch mehr, denn sie besteht aus mechanischen, biologischen und unbekannten Bauteilen. Sie kann sich tarnen, unsichtbar machen und ist für den Doctor und auch seine Begleiter ein sicherer Zufluchtsort. Zudem kann sie auch eigenständig agieren und übersetzt automatisch. Das sind nur einige der Funktionen, die diese schicke blaue Telefonzelle anbietet.

Doch was wäre ein Doctor ohne Werkzeug? Nun, ein Stethoskop ist es nicht, dafür hat er einen ganz besonderen Schraubenschlüssel. Genauer gesagt ein Schall-Schraubenzieher. Damit kann er wirklich alles Mögliche untersuchen und auch bedienen, sofern es technische Komponenten besitzt. Es ist sozusagen ein Allround-Werkzeug, das er immer mit sich führt.

Eigentlich reist er alleine, aber diese Einstellung ändert sich bei ihm, wodurch es im Verlauf der Serie immer wieder neue Wegbegleiter für seine Reisen und Abenteuer gibt. Die Reisebegleiter halten sich für gewöhnlich für zwei Staffeln beim Doctor auf, ehe sie aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr mitkommen. Sie beeinflussen den Doctor insbesondere auf emotionaler Ebene, denn für gewöhnlich denkt und handelt dieser eher rational und frei von emotionalen Aspekten.

Aber was wäre so eine Serie ohne Bösewichte? Auch solche fehlen in der Serie nicht. Die permanentesten und immer wiederkehrenden Bösewichte sind dabei die Spezies der Daleks. Kurz erklärt sind sie der Erzfeind der Timelords und wollen alles und jeden, der ihnen in die Quere kommt „eliminieren“. Insbesondere der Doctor selbst löst bei ihnen Feindseligkeit von allergrößtem Maße aus. Die Daleks selbst sind in den meisten Fällen nur in ihrem kleinen Kampfpanzer zu sehen.

Daleks
Szene aus der Serie – Daleks in ihrem Panzer

Auch ein anderer Timelord macht ihm häufig das Leben schwer. Dieser bezeichnet sich einfach nur als „Master“ und erscheint im späteren Verlauf als weibliche Reinkarnation, was zunächst beim Doctor für Irritationen sorgt.

Weitere Widersacher sind zumeist der Folge entsprechende Personen, die sich nicht durch eine Staffel oder darüber hinaus an den Doctor heften.

Doc Who
Jodie Whittaker – 13. Doctor – Bild von https://www.moviepilot.de/

Seien Reisen und Abenteuer führen ihn tatsächlich durch Raum und Zeit. Mal in die Vergangenheit, Mal in die Zukunft, Mal in die Gegenwart. Zu anderen Planeten und sogar auch in parallele Universen.

Selten ist eine Reise wirklich geplant, denn häufig landet er eher zufällig an einem Ort in einer Zeit. Nicht immer, aber die TARDIS hat nun manchmal so ihre Eigenarten. An sich gibt es dort dann auch immer ein Problem oder einen Konflikt, den es zu lösen gilt.

Durch die verschiedenen Umgebungen, Zeiten und Spezies sind die Folgen stets abwechslungsreich und unterhaltsam. Hinzu kommen die Reinkarnationen des Doctors, die auch seine Handlungsweisen verändern. Schließlich hat jede Regeneration des Doctors die Veränderung von Charaktereigenschaften in sich, die praktisch ein und dieselbe Situation völlig anders erscheinen lassen.

Gerade zu Beginn der Serie mit der ersten neuen Staffel (2005) ist es erstmal schwierig zu verstehen, worum es dabei überhaupt geht. Als Zuschauer ist man erstmal genauso durcheinander, wie die erste Begleiterin. Sobald man aber mit den Basics der Serie vertraut ist, ist das Einlassen auf selbige und die verrückten, dramatischen und auch manchmal traurigen und ernsten Geschichten, sehr gut möglich.

Dann lässt sich diese Science-Fiction Serie wunderbar genießen. Sie beinhaltet so viele verschiedene Genres in sich, dass man von Dramatik, Humor, Sarkasmus, Spannung und Emotion gar nicht genug bekommt. Die sich verändern Persönlichkeiten des Doctors tun ihr Übriges dazu, denn dadurch verlagern sich die Arten des Humors etc., was immer wieder erfrischend ist.

Lässt man sich von der Serie treiben und aufnehmen, werden die Grenzen der eigenen Fantasie gelöst und häufig endet das Schauen einer Folge mit dem Weiterschauen der nächsten Folgen. Nur mal eben eine Folge schauen ist schlichtweg unmöglich.

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