Five Finger Death Punch & In Flames – 06.12.2017 – Festhalle Frankfurt

Lange ist es her, als ich das letzte Mal zu einem Konzert in der Frankfurter Festhalle gewesen bin. Einige Jahre mittlerweile als Billy Talent die Festhalle rockten.

Auf dem Weg zur Festhalle strömten immer mehr Menschen zum südlichen Eingang der Festhalle. Es war kurz vor 19 Uhr, als ich mich dann in die lange und breite Schlange am Einlass stellen konnte. Der Einlass begann übrigens bereits um 17:45. Nach einem langsamen Vorwärtskommen und der abschließenden Sicherheitskontrolle, verzichtete ich darauf meine Jacke bei der Garderobe abzugeben und ging direkt in den Innenraum, denn man konnte schon hören, dass da etwas los ist.

Die Vorband an diesem Abend stand bereits auf der Bühne. Diese hatte wohl bereits um 19 Uhr begonnen und insgesamt etwas mehr als 30 Minuten auf der Bühne verbracht und ihre Musik präsentiert. Es waren „Of Mice & Men“, die bereits die ersten härteren Metalklänge unter die zahlreichen Gäste in der Festhalle brachten.

Während die Band also ihren Metalcore spielte, ging ich langsam durch die Halle und an Menschen vorbei, um eine bessere Sicht auf die Bühne zu bekommen. Also besser gesagt auf die Menschen, die Musiker, die sich auf der Bühne befanden. Die Bühne selbst konnte man auch von ganz hinten sehen, aber dann wirkten die Musiker doch mehr wie große Ameisen.FFDPIF061217 (1 von 28)

Jedenfalls waren die Akustik und der Ton sehr gut, so dass ich während meiner Wanderung durch die Halle die Songs und die Musik sehr gut hören könnte. Auch der Gesang war zu erkennen, wenngleich dieser zumeist in schreiender Form stattfand, was das Verstehen des Textes eher erschwerte. Die Musik an sich aber gefiel mir und war wirklich in der ganzen Festhalle gut zu hören.

Mitklatschen oder Anderes wurde von der Band nicht eingefordert und anhand des musikalischen Stils hätte ich mich sowieso gefragt, wie das überhaupt hätte funktionieren sollen. Aber insbesondere bei den Gästen im vorderen Bereich schien die Band gut anzukommen.FFDPIF061217 (2 von 28)

Viel konnte ich von der band leider nicht sehen und hören. Lediglich 15 Minuten blieben mir nach meiner Ankunft, so dass eine bessere Einschätzung des Live-Auftritts nicht möglich ist.

Kurze Informationen zu Of Mice & Men:

Genre(s):  Metalcore, Nu Metal, Post Hardcore

Herkunft:  Costa Mesa, USA

Gründung:  2009

Aktuelle Besetzung:

Schreigesang, Bass, Klargesang:  Aaron Pauley

E-Gitarre:  Alan Ashby

E-Gitarre:  Phil Manansala

Schlagzeug:   Valentino Arteaga

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Die erste Umbauphase der Bühne begann und dauerte gute 30 Minuten. In der Zwischenzeit habe ich mich noch ein wenig weiter in der Festhalle umgesehen und dabei entdeckt, dass niemand in dieser verhungern oder verdursten muss. Auch die Auswahl an Getränken und Essen ist groß, so dass wohl jeder sitt und satt werden kann.

Im mittleren Bereich der Festhalle wurde es voller. Immer mehr Menschen kamen herein und befüllten die Festhalle. Es gab sogar einen abgegrenzten Bereich vor der Bühne, der sich als „Golden Circle“ erwies. Die Karten hierfür waren etwas teurer und dementsprechend war dort noch einiges an Platz übrig. Ausverkauft hätte wohl anders ausgesehen. Der Vorteil für mich war dadurch, dass ich auf halblinker Position eine sehr gute Sicht hatte, da kaum Menschen direkt vor mir standen.

Und dann ging es auch schon los: Das Logo von In Flames erstrahlte rötlich, denn es war auf einem durchsichtigen Vorhang bedruckt. Der Effekt war jedenfalls genial. Den ersten Song spielten In Flames sozusagen hinter diesem Vorhang, ehe er zum zweiten Song fiel und die Sicht gänzlich frei machte auf die Band.FFDPIF061217 (5 von 28)

Der Jubel und Applaus waren nach jedem Song groß und laut. Immer wieder kamen auch gut hörbare Sprechchöre auf, die „In Flames“ skandierten. Bei ihren insgesamt 80 Minuten auf der Bühne konnte die Band mit ihrem Melodic Death Metal überzeugen und begeistern. Die Schweden boten aber nicht nur tolle, harte Songs, sondern auch eine Bühnenshow mit Lichteffekten, die Epileptiker wahrscheinlich nicht überstanden hätten. Aber nicht nur Lichter schmückten den auftritt aus, sondern auch die Leinwände, auf denen wohl die entsprechenden Musikvideos zu den Songs abgespielt wurden. Das war schon sehr beeindruckend.

Der Drummer saß auf einem Hochsitz und thronte mittig über dem Rest der Band. Etwas weiter neben ihm stand noch der Keyboarder, ebenfalls auf seiner eigenen Empore. Leider erkennt man das auf meinen Bildern nicht besonders gut; man kann es allenfalls erahnen. Dennoch war es sehr gut in Szene gesetzt.

Häufig wurde durch die Band zum Mitklatschen und zum Fauststoß mit „Hey!“ aufgefordert, was sehr viele auch umgesetzt haben. Die Sprechchöre kamen immer wieder von selbst auf und auch auf die Aufforderung Lärm zu machen, kamen die Anwesenden immer wieder gerne nach.

Die kraftvolle Musik mit dem vielen gutturalen Gesang war übrigens auch von meiner Position aus sehr gut zu hören. Zwar stand ich noch etwas unter der ersten Etage, aber da ich nicht die „volle Dröhnung“ abbekam, war es sogar recht angenehm von der Lautstärke. Von der Tonqualität konnte ich aber keinerlei Einbußen erkennen. Auch die unterschiedlichen Instrumente waren gut zu hören, so dass das ein oder andere Solo, ob Gitarre oder Drums, wirklich gut war.

Fans und Musiker hatten sichtlich Spaß während des ganzen Auftritts und auch ich schloss mich immer wieder dem Headbangen und Mitklatschen an. Nach ungefähr einer Stunde dachte ich mir, dass ich mir das Ganze mal aus einer anderen Perspektive ansehe und anhöre. So wanderte ich bis ans andere Ende der Festhalle und stellte fest, dass die Musik und die Tonqualität auch im hinteren Bereich wirklich optimal sind. Nur die Sicht ist natürlich eingeschränkt. Für mich war das jedenfalls nicht so dramatisch, da ich bereits lange Zeit von einer recht guten Sicht auf Bühne und Band profitieren konnte.

Kurze Informationen zu In Flames:

Genre(s):  Melodic Death Metal

Herkunft:  Göteborg, Schweden

Gründung:  1990

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Anders Friden

Gitarre:  Björn Gelotte

Gitarre:  Niclas Engelin

Bass:  Bryce Paul

Schlagzeug:  Joe Rickard

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Die folgende Umbauphase dauerte gute 40 Minuten und die geschätzt 5.000 Gäste verteilten sich an die Getränke- und Essensstände, Toiletten, Fanartikelstände und auch nach Draußen zum Rauchen.

Das Warten auf den Beginn von Five Finger Death Punch zog sich irgendwie in die Länge und machte die Spannung auf das, was kommen würde, ungemein größer.

Und schließlich war es dann so weit: die Band war auf der Bühne, der Vorhang fiel und erneut gab es großen Jubel und noch mehr Applaus. Es war sogar lauter als noch bei In Flames, woraus ich schließen konnte, dass mehr Fans wegen FFDP da waren, als für In Flames selbst. Wieder stand ich Linksaußen und hatte eine sehr gute Sicht auf die Bühne und die Musiker. Zwar hinter der Absperrung für den halbvollen Golden Circle, aber immer noch sehr gut.FFDPIF061217 (17 von 28)

Vor mir stand übrigens ein richtiger „Metalhead“. Mit langen Haaren und dem entsprechenden Outfit. Bei ihm hatte ich schon vorher die Sorge, dass er sich bei dem ganzen Headbangen nicht ein Schleudertrauma einfangen würde, aber er wirkte weiterhin fit und für das Headbangen bereit. Er schien wohl sehr viel Übung darin zu haben.

Jedenfalls präsentierten sich FFDP voller Energie und mit Lust auf ihren Auftritt. Schöner starker Heavy Metal ließ die Festhalle beinahe erbeben und auch sie hatten eine bemerkenswerte Lichtershow bei ihrem Auftritt. Allerspätestens hier wäre auch der letzte Epileptiker umgefallen. Die Lightshow beinhaltete übrigens auch Laserstrahlen, die bis ans andere Ende der Festhalle reichten; so als würden sie die Luft durchschneiden.FFDPIF061217 (22 von 28)

Der überdimensionierte Totenkopf, der mittig den Hintergrund der Bühne zierte, passte perfekt zu dieser Band. Wie auch bei der vorherigen Band war der Sound so klasse, dass ich mich insbesondere bei dieser Band richtig wohl fühlte. Genau meine musikalische Welt.

Der Auftritt war fesselnd; insbesondere dadurch, dass die Band ihre bekanntesten Songs zum Besten gab. Dies lud förmlich zum Mitklatschen und Mitsingen ein, was auch immer wieder eingefordert und angenommen wurde. Ein großes Highlight für einige Fans war wohl, dass sie vor dem Song Burn Mo…. Auf die Bühne geholt wurden und sich das Spektakel von dort aus ansehen konnten. Bei diesem Song hat sich der Festhallenchor beinahe überschlagen, als der Titel nur durch sie mitgegrölt wurde.FFDPIF061217 (28 von 28)

Bei einem der ersten Songs wurde auch der Sänger von Of Mice & Men mit auf die Bühne geholt um einige Parts mitzusingen. Das kam sehr gut an.

Die Qualität des Tons und der Musik im Allgemeinen war weiterhin sehr hoch, so dass auch bei FFDP alles wunderbar zu hören war. Was also die Tonanlage betraf, war dieser Abend wirklich perfekt.

Natürlich gab es auch die etwas ruhigeren Stücke zu hören, die aber genauso energiegeladen aufgeführt wurden wie der Rest. Die Zeit raste förmlich davon, und ich entschied mich, die letzten Songs des ca. 65minütigen Auftritts weiter hinten im offenen Bereich anzusehen, bzw. anzuhören, um mich von dem lauteren Sound nochmal richtig beschallen zu lassen.

Es war wirklich ein Fest, das leider viel zu schnell zu Ende war und gerade bei FFDP nach einer Wiederholung schreit.

Kurze Informationen zu Five Finger Death Punch:

Genre(s):  Heavy Metal, Nu Metal, Alternativer Metal, Groove Metal

Herkunft:  Sacramento, USA

Gründung:  2005

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Ivan Moody

Gitarre:  Zoltan Bathory

Gitarre:  Jason Hook

Bass:  Chris Kael

Schlagzeug:  Jeremy Spencer

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Lacuna Coil – 24.11.2017 – Colos-Saal Aschaffenburg

Direkt vorne weg: der Abend war super! Beide Bands haben die Aschaffenburger City richtig gerockt und auch das Publikum war begeistert. Aber der Reihe nach.

Um exakt 20 Uhr betrat die Vorband des Abends die Bühne. Cellar Darling aus der Schweiz waren, es die unter Applaus des Publikums, den musikalischen Abend eröffneten. Die Band mag zwar namentlich noch relativ unbekannt sein, dafür sind die Mitglieder aber durchaus bekannt.

Alle drei waren lange Zeit bei Eluveitie aktiv, ehe sie gemeinsam Eluveitie verließen und ein eigenes Projekt unter dem Namen „Cellar Darling“ starteten.

Mit ihrem eigenen Musikstil, der zwar immer noch in das Genre des Folk Rock einzuordnen, aber deutlich moderner und abwechslungsreicher ist, wussten sie das Publikum sehr zu begeistern. Nach jedem Song gab es lang anhaltenden Applaus und Jubel für die Musiker.

Eigentlich sollte man denken, dass sie so etwas durch ihre Zeit bei Eluveitie gewohnt sein müssten, doch Anna schien davon sehr gerührt und beeindruckt gewesen zu sein, dass das Aschaffenburger Publikum mit solchen Reaktionen auf die Musik reagierte.

Insgesamt waren es, aus meiner Sicht, beeindruckende 40 Minuten. Anna kann wundervoll singen. Mal lauter und kraftvoller aber auch leiser und gefühlvoller. Ich meine doch tatsächlich den ein oder anderen Jodler gehört zu haben?! Was mich auch sehr fasziniert hat, war die Tatsache, dass ich zum ersten Mal sehen konnte, wie eine Drehleier gespielt wird. Das ist schon etwas Besonderes.

Doch auch die Musik im Gesamten war sehr schön und ergänzte sich prima mit dem Gesang. Auch die Tonabstimmung war sehr gut, so dass die rund 500 begeisterten Zuschauer ihre Freude an diesem doch zu kurzen Auftritt hatten. Selten hört man das Publikum bei einer Vorband nach einer Zugabe rufen. Aber das war hier der Fall – und das zurecht!

Kurze Informationen zu Cellar Darling:

Genre(s): New Wave of Folk Rock

Herkunft: Schweiz

Gründung: 2016

Aktuelle Besetzung:

Gesang, Drehleier:  Anna Murphy

Gitarre, Bass:  Ivo Henzi

Schlagzeug:  Merlin Sutter

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Die Umbaupause war lediglich 20 Minuten. Das reichte um ein wenig zu dampfen und mir ein Karamalz besorgen. Erstaunlicherweise erntete ich an diesem Abend keine fragenden, irritierten und mitleidigen Blicke. Dafür danke ich herzlichst.

Dann betraten auch schon Lacuna Coil die Bühne und viele überraschte Gesichter waren zu sehen, da das Bühnenoutfit der Italiener doch sehr mörderisch gut war.

Aber nicht nur diese Outfits waren großartig, sondern auch die Musik und der Gesang, den Lacuna Coil an diesem Abend präsentierte. Mitsingen und Mitklatschen waren durchaus Gang und Gebe, so wie es schon bei der Vorband der Fall war.

Es war schon sehr fantastisch zu beoachten wie Cristina Scabbia, die Sängerin, beim Gesang mit dem Mikrofon umgegangen ist, sodass bestimmte Nuancen noch deutlicher zur Geltung kamen. Auch der Kontrast zur gutturalen Gesangsstimme von Adrea Ferro (männlich) ist hervorragend.

Auch bei Lacuna Coil war die gesamte Tonabmischung perfekt, sodass es ohne Probleme möglich war, jedes Instrument zu hören und zu unterscheiden. Außerdem war es weder zu laut, noch zu leise. Es hat sehr viel Spaß gemacht den Musikern auf der Bühne zuzusehen. Ob es beide Sänger waren, oder der Bassist, der Drummer und der Gitarrist, alle hatten sichtlich Spaß und und das Publikum zahlte es ihnen mit großem Applaus und viel Jubel zurück.

Der musikalische Stil war insgesamt sehr abwechslungsreich gehalten. Neuere Songs, aber auch ältere Lieder der Band wurden aus dem Repertoire gezaubert. Zwischendurch wurde nicht unerwähnt gelassen, dass die band ein Buch veröffentlicht hat, das einen Blick auf die 20jährige Bandgeschichte wirft. Es trägt den Titel „Nothing stands in our way“ und enthält viele ungezeigte Bilder und Aufzeichnungen der Bandmitglieder. Für Fans bestimmt ein „Must-Have“.

Insgesamt ist der Abend so schnell vergangen, dass auch die ca. 80 Minuten des Auftritts von Lacuna Coil einfach verflogen sind. Nicht nur mir, sondern so ziemlich allen hat es sichtlich Spaß gemacht. Eine sehr tolle Kombination aus zwei Bands, die man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man die Möglichkeit dazu hat.

Kurze Informationen zu Lacuna Coil:

Genre(s): Rock, Metal, Alternative Metal

Herkunft: Mailand, Italien

Gründung: 1994 als Sleep of Right, seit 1996 Lacuna Coil

Aktuelle Besetzung:

Gesang: Cristina Scabbia

Gesang:  Andrea Ferro

Bass:  ???

Gitarre: ???

Schlagzeug:  Ryan Blake Folden

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