Konzertbericht zu Megaherz aus der Batschkapp Frankfurt vom 08.03.2018 – ein kometenhafter Auftritt lässt Fans der Neuen Deutschen Härte feiern

Völlig durchnässt kam ich kurz nach halb acht an der Batschkapp an. Wo kam eigentlich dieser Sturm mit dem ganzen Regen so spontan her? Hatte es vielleicht etwas mit dem Kometen zu tun, der an diesem Abend in der Batschkapp gelandet war? Wer weiß das schon. Jedenfalls war ich sehr froh im Trockenen zu sein, wo eine hübsche junge Dame meine trocken gebliebene Eintrittskarte prüfte und mich hereinließ. Raus der nassen Jacke und hinein in halbe Batschkapp.

Irgendwie muss ich das Timing bei der Batschkapp wieder besser hinbekommen, denn bei den letzten Malen war bereits etwas los auf der Bühne, so auch an diesem Abend. Ich folgte der schönen Stimme und sucht mir einen Weg nahe an die Bühne um das Trio mit dem Namen „AnnA Lux“ anzusehen.AnnALux08032018 (1 von 3)

Das Trio zählt zwar auch zum Genre Neue Deutsche Härte, aber überwiegend ist es doch mehr Dark Rock, was sie spielen. Dabei finden immer wieder Elemente des New Wave in den Liedern. Dazu kommen aber immer wieder schöne Gitarrenriffs, die durchaus auch hart sein können und fast gar nicht zu der Optik der Gitarristin Lara Lumière passen. Der Gesang von Anna ist sehr klar und deutlich, so wie die Texte durchdacht und durchaus einprägsam sind. Ihre Stimme ist dazu weiblich sanft aber mit der nötigen Energie unterlegt, so dass sich das Gesamte sehr melodisch anhört.

Es ist meines Erachtens weniger der Musikstil um Party machen zu können, dafür eignet sie sich wunderbar um auch mal die Augen zu schließen und mit der Musik und dem Gesang der Welt für einen Moment zu entsagen. Dementsprechend gab es eher wenige Momente, bei denen das Publikum mitklatschte, aber das hätte auch nicht so wirklich gepasst, finde ich. Dafür gab es den Applaus nach jedem Song und den haben sich die drei auch wahrlich verdient.AnnALux08032018 (2 von 3)

Zu den beiden noch folgenden Bands war das schon ein ziemlicher Kontrast und dennoch ein schöner Start in den Abend. Es gab auch einen ruhigen Song, der nur von der Akustikgitarre begleitet wurde. Fragt mich bitte nicht nach dem Titel des Songs, ich weiß nur noch, dass dieser etwas mit Lichtern zu tun hatte, denn der Wunsch von Anna war, dass sie einige Lichter von den Gästen sehen möchte und einige erfüllten ihr diesen Wunsch auch.

Kurz darauf war der Auftritt auch leider zu Ende und ich muss gestehen, dass mir dieses Trio und ihre Musik sehr gut gefallen. Es mag wohl die besagte Mischung aus schönem Gesang und dem melodischen Konzept gewesen sein, das mich eingenommen hat. So nutzte ich auch die kurze Umbaupause auf der Bühne um mich mal am Merchstand der Band umzusehen und sicherte mir spontan eine von den beiden Damen signierte CD mit dem Titel „Luxus“ auf der sich auch die kürzlich erschienene Single „Zuhause“ befindet. Hach schön, signiert von Lara und Anna…

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Kurze Informationen zu AnnA Lux:

Genre(s):  Dark Rock, Neue Deutsche Härte

Gründung:  2016

Herkunft:  Schweiz

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Anna Lux

Gitarre:  Lara Lumière

Schlagzeug:  Rico H

Das Päuschen ging zügig vorbei und dann kamen sie aus dem Schatten auf die Bühne und ließen das Schwarzlicht für sich sprechen. Schattenmann standen nun in voller Montur auf der Bühne und zeigten von Beginn an wohin es für den restlichen Abend musikalisch gehen sollte: Neue Deutsche Härte und zwar die deutlich härtere Variante. Teilweise war es sogar der Fall, dass die Stimmung insgesamt besser zu sein schien als später bei Megaherz.Schattenmann08032018 (1 von 2)

Auffallend war bei Schattenmann vor allem die Show auf der Bühne, die immer wieder vom Schwarzlicht untermalt wurde. Aber nicht nur das, denn die Band zeigte sich sehr einfallsreich. Mit einem Mal standen sie alle mit Guy Fawkes Masken auf der Bühne, welche ebenfalls vom Schwarzlicht angestrahlt wurden und einen besonderen Lichteffekt erzeugten. Nein, das war noch nicht alles, denn bei diesem Song durfte eine Dame aus dem Publikum die Bühne betreten und erhielt ebenfalls eine Maske, welche ihr schon fast zeremoniell aufgesetzt wurde. Diese durfte sie übrigens behalten, soweit ich das richtig erkennen konnte. Später gab es dann noch mein persönliches Highlight: beim Song Amok würde eine Motorsäge überreicht, wohl ohne Sägeblatt, aber der Effekt war schon wirklich genial.

Insgesamt war auch wirklich viel Leben auf der Bühne neben diesen zusätzlichen Darbietungen. Die Musiker liefen viel herum, spornten das Publikum zusätzlich an und forderten häufig zum Mitklatschen auf und gelegentlich auch zum allseits bekannten „Hey“ mit Fauststoß. Teilweise war es gar nicht nötig die Fans dazu aufzufordern, denn häufig machten sie schon von sich aus mit und machten aus dem Auftritt von Schattenmann schon eine richtige Party. Insbesondere in den vorderen Reihen war dies der Fall.

Schattenmann08032018 (2 von 2)Die Bühnenshow ist schon mal sehr gut, keine Frage, aber musikalisch haben Schattenmann natürlich auch einiges zu bieten. Es finden sich mehrere Elemente wieder, die natürlich dem Überbegriff der Neuen Deutschen Härte unterliegen. Darunter fällt Industrial, Gothic und Metal. Mit dieser Mischung sind sie stilistisch schon nahe an Megaherz und dennoch ein Stück weit anders. Das mag an eben diesen Einflüssen liegen, die sich in unterschiedlicher Gewichtung bei den Bands vermischen. Es finden sich immer wiederharte Gitarrenklänge und melodische Einlagen, die vom typischen Gesang dieses Genres unterlegt werden. Es gab auch das ein oder andere schöne, wenn auch kurze, Gitarrensolo. Ja, das ist was für mich.

Mein Eindruck war an dem Abend, dass die Texte weniger politisch geprägt sind, als es bei Megaherz häufig der Fall ist. Vielleicht war mitunter deswegen das Feiern und Party machen so hoch im Kurs. Aber das könnte auch getäuscht haben, schließlich bin ich in diesem Genre kein Experte und werde es vermutlich auch nie sein.

Von dieser Art der Bühnenshow mit den Interaktionen des Publikums sollte es durchaus mehr geben.

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Kurze Informationen zu Schattenmann:

Genre(s):  NDH, Industrial, Gothic, Metal

Gründung:  2016

Herkunft:  Nürnberg, Deutschland (Info auf https://www.schattenmann.net/)

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Frank Herzig

Gitarre:  Jan Suk

Bass:  Luke Shook

Schlagzeug:  Nils Kinzig

Nun gab es selbstverständlich eine etwas längere Pause, damit für den Hauptakt des Abends alles vorbereitet werden konnte. Wie gewohnt nutzte ich die Zeit, um ein wenig an meiner E-Zigarette zu nuckeln (selbstverständlich Draußen) und mir ein wenig die Beine zu vertreten. Wieder hinein, ein bisschen warten und um 21:20 Uhr betraten Megaherz und großem Applaus und Jubel die Bühne.

Megaherz08032018 (1 von 4)Die Fans zeigten sich auch hier, besonders in den vorderen Reihen, sehr feierfreudig und mit guter Laune. Der Auftritt von Megaherz selbst trug seinen Teil dazu bei, denn es wurde schon recht schnell zum Mitklatschen aufgefordert. Und das immer wieder. Aber die Fans waren manchmal schneller und stimmten schon das Mitklatschen an, ehe die Songs richtig begannen. Ein schöner Anblick und das hat auch die Band sichtlich erfreut. Insbesondere Alexander Wohnhaas, dem Sänger, fiel das sehr gut zu gefallen, denn er honorierte dies.

Von den ersten Songs haben sich die meisten mitreißen lassen und auch für mich vergingen die ersten Lieder und damit die Zeit ziemlich schnell. Ein kleines Malheur von Alexander beim Song Horrorclown brachte ihn nicht aus dem Konzept. Was war passiert? Er hatte zu diesem Song eine USA Flagge bei sich, die irgendwann vor dem Schlagzeug landete. Als er sich dann über die Bühne bewegte, sah er sie wohl nicht so ganz und rutschte auf ihr weg. Zum Glück ist ihm nichts passiert und witzelte nach dem Song über das Geschehene. Das war durchaus sympathisch, schließlich wird er kaum der erste gewesen sein, dem das passiert ist.Megaherz08032018 (2 von 4)

Es ging dann auch direkt weiter mit dem Titelsong des gleichnamigen Albums „Komet“. Etwas später gab es noch einen speziellen Song, der sich inhaltlich gegen Rassismus widmet. Das kam bei den Gästen und Fans sehr gut an. Dafür gab es sozusagen Sonderapplaus. Bei diesem Song fiel mir erst so richtig auf, dass die Bildschirme auf der Bühne wohl das entsprechende Musikvideo dazu zeigten. Zwar konnte ich vorher schon etwas Derartiges erahnen, aber da stand ich noch sehr weit links und habe das weniger beachtet. Später stand ich etwas weiter hinten mittig, und so konnte ich das Geschehen auf der Bühne in ganzer Breite besser bewundern, auch die besagten Bildschirme.

Insgesamt konnte man auch sehen, dass die Band Spaß an ihren Live Auftritten hat. Nicht nur, dass sie musikalisch die harte Gangart der Neuen Deutschen Härte pflegen und mit dem kraftvollen Gesang von Alex eine sehr markante Marke haben, nein sie mögen es auch das Publikum anzusprechen und sich ebenfalls bei ihnen zu bedanken.

Megaherz08032018 (3 von 4)Das Stimmungshoch erreichte die Band beim Song „Miststück“. Wohl einer der bekanntesten Songs der Band und wenn das Mitsingen bisher noch eher leiser gewesen war, so konnte man die ganze Batschkapp immer wieder „Miststück“ rufen, gar grölen hören. Passend dazu forderten die Fans natürlich eine Zugabe, denn das eigentliche Set mit 16 Songs war nun vorbei. Aber die Stimmung blieb erhalten und fachte nochmal neu auf und es wurden vier weitere Songs gespielt. Glückliche Gesichter konnte ich sehen. Und so schlich ich langsam hinaus, um noch meinen Bus zu bekommen.

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Kurze Informationen zu Megaherz:

Genre(s):  NDH

Gründung:  1993

Herkunft:  München, Deutschland

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Alexander „Lex“ Wohnhaas

Gitarre:  Christian „X-ti“ Bystron

Gitarre:  Christoph „Chris“ Klinke

Bass:  Werner „Wenz“ Weninger

Schlagzeug:  Tobias Derer

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Lacuna Coil – 24.11.2017 – Colos-Saal Aschaffenburg

Direkt vorne weg: der Abend war super! Beide Bands haben die Aschaffenburger City richtig gerockt und auch das Publikum war begeistert. Aber der Reihe nach.

Um exakt 20 Uhr betrat die Vorband des Abends die Bühne. Cellar Darling aus der Schweiz waren, es die unter Applaus des Publikums, den musikalischen Abend eröffneten. Die Band mag zwar namentlich noch relativ unbekannt sein, dafür sind die Mitglieder aber durchaus bekannt.

Alle drei waren lange Zeit bei Eluveitie aktiv, ehe sie gemeinsam Eluveitie verließen und ein eigenes Projekt unter dem Namen „Cellar Darling“ starteten.

Mit ihrem eigenen Musikstil, der zwar immer noch in das Genre des Folk Rock einzuordnen, aber deutlich moderner und abwechslungsreicher ist, wussten sie das Publikum sehr zu begeistern. Nach jedem Song gab es lang anhaltenden Applaus und Jubel für die Musiker.

Eigentlich sollte man denken, dass sie so etwas durch ihre Zeit bei Eluveitie gewohnt sein müssten, doch Anna schien davon sehr gerührt und beeindruckt gewesen zu sein, dass das Aschaffenburger Publikum mit solchen Reaktionen auf die Musik reagierte.

Insgesamt waren es, aus meiner Sicht, beeindruckende 40 Minuten. Anna kann wundervoll singen. Mal lauter und kraftvoller aber auch leiser und gefühlvoller. Ich meine doch tatsächlich den ein oder anderen Jodler gehört zu haben?! Was mich auch sehr fasziniert hat, war die Tatsache, dass ich zum ersten Mal sehen konnte, wie eine Drehleier gespielt wird. Das ist schon etwas Besonderes.

Doch auch die Musik im Gesamten war sehr schön und ergänzte sich prima mit dem Gesang. Auch die Tonabstimmung war sehr gut, so dass die rund 500 begeisterten Zuschauer ihre Freude an diesem doch zu kurzen Auftritt hatten. Selten hört man das Publikum bei einer Vorband nach einer Zugabe rufen. Aber das war hier der Fall – und das zurecht!

Kurze Informationen zu Cellar Darling:

Genre(s): New Wave of Folk Rock

Herkunft: Schweiz

Gründung: 2016

Aktuelle Besetzung:

Gesang, Drehleier:  Anna Murphy

Gitarre, Bass:  Ivo Henzi

Schlagzeug:  Merlin Sutter

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Die Umbaupause war lediglich 20 Minuten. Das reichte um ein wenig zu dampfen und mir ein Karamalz besorgen. Erstaunlicherweise erntete ich an diesem Abend keine fragenden, irritierten und mitleidigen Blicke. Dafür danke ich herzlichst.

Dann betraten auch schon Lacuna Coil die Bühne und viele überraschte Gesichter waren zu sehen, da das Bühnenoutfit der Italiener doch sehr mörderisch gut war.

Aber nicht nur diese Outfits waren großartig, sondern auch die Musik und der Gesang, den Lacuna Coil an diesem Abend präsentierte. Mitsingen und Mitklatschen waren durchaus Gang und Gebe, so wie es schon bei der Vorband der Fall war.

Es war schon sehr fantastisch zu beoachten wie Cristina Scabbia, die Sängerin, beim Gesang mit dem Mikrofon umgegangen ist, sodass bestimmte Nuancen noch deutlicher zur Geltung kamen. Auch der Kontrast zur gutturalen Gesangsstimme von Adrea Ferro (männlich) ist hervorragend.

Auch bei Lacuna Coil war die gesamte Tonabmischung perfekt, sodass es ohne Probleme möglich war, jedes Instrument zu hören und zu unterscheiden. Außerdem war es weder zu laut, noch zu leise. Es hat sehr viel Spaß gemacht den Musikern auf der Bühne zuzusehen. Ob es beide Sänger waren, oder der Bassist, der Drummer und der Gitarrist, alle hatten sichtlich Spaß und und das Publikum zahlte es ihnen mit großem Applaus und viel Jubel zurück.

Der musikalische Stil war insgesamt sehr abwechslungsreich gehalten. Neuere Songs, aber auch ältere Lieder der Band wurden aus dem Repertoire gezaubert. Zwischendurch wurde nicht unerwähnt gelassen, dass die band ein Buch veröffentlicht hat, das einen Blick auf die 20jährige Bandgeschichte wirft. Es trägt den Titel „Nothing stands in our way“ und enthält viele ungezeigte Bilder und Aufzeichnungen der Bandmitglieder. Für Fans bestimmt ein „Must-Have“.

Insgesamt ist der Abend so schnell vergangen, dass auch die ca. 80 Minuten des Auftritts von Lacuna Coil einfach verflogen sind. Nicht nur mir, sondern so ziemlich allen hat es sichtlich Spaß gemacht. Eine sehr tolle Kombination aus zwei Bands, die man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man die Möglichkeit dazu hat.

Kurze Informationen zu Lacuna Coil:

Genre(s): Rock, Metal, Alternative Metal

Herkunft: Mailand, Italien

Gründung: 1994 als Sleep of Right, seit 1996 Lacuna Coil

Aktuelle Besetzung:

Gesang: Cristina Scabbia

Gesang:  Andrea Ferro

Bass:  ???

Gitarre: ???

Schlagzeug:  Ryan Blake Folden

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