Mr. Big und Fozzy machen aus dem ausverkauften Colos-Saal einen gut gelaunten Sauna Club bei hervorragender Musik. Konzertbericht vom 07.08.2018

Vielen Dank an Jan Heesch und das Rock Genuine Magazin für die Erlaubnis der Bildernutzung

Eigentlich meide ich an den heißen tagen Clubbesuche aber bei Fozzy und Mr. Big kann auch ich mal eine Ausnahme machen. Schließlich ist das eine Kombination, die definitiv etwas für die Ohren ist. So ging es nach vorheriger Stärkung ab zum Colos-Saal in Aschaffenburg und nach kurzer Wartezeit auch hinein.

Drinnen war es zunächst noch recht angenehm und kühl, aber das sollte nicht von langer Dauer sein. Nach und nach strömten die Menschen hinein und ich genoss mein erstes kühles Malz an diesem Abend. Da aber noch genügend Zeit war, sah ich mir den Merchandise Stand im Nebenraum an und wurde auch fündig. Was auch sonst, als eine Kappe der Band Fozzy hätte ich mir nehmen sollen? So las Kappensammler, meine ich.

Nachdem der erste Andrang vorbei war, ging ich nochmal vor die Tür um ein wenig zu dampfen und habe dort auch ein kurzes Fachgespräch über E-Zigaretten geführt. Die Zeit verging und bald hieß es auch schon Bühne frei für Fozzy.

Es ist gar nicht so lange her, als ich Fozzy das erste Mal im Colos-Saal gesehen habe. Es war am 08.11.2017 und auch von diesem Konzert habe ich bereits berichtet. Hardcore Superstar + Fozzy – 08.11.2017 – Colos-Saal Aschaffenburg

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Singen kann er immer noch hervorragend und er zeigte sich häufig sehr nahe an den Fans. Doch sein Gitarrist machte es direkt beim zweiten Song noch etwas besser und sprang einfach mal hinab in die Zuschauer. Dort spielte er weiter, drehte sich im Kreis, lehnte am ein oder anderen Fan und genoss das Bad in der Menge.

Kaum war er wieder oben, wurde der Spieß umgedreht und ein paar Fans auf die Bühne geholt, die ihr Glück kaum fassen konnten – so sah es zumindest aus. Eine Dame hatte besonderen Spaß dabei, denn sie stand auf einmal Arm in Arm mit Chris auf der Bühne. Das Strahlen hättet ihr mal sehen sollen.

Fozzy

Musikalisch war der Auftritt aber so ziemlich exakt derselbe, wie im November. Es waren nur weniger Songs, die Fozzy spielen durften. Ich meine es waren lediglich neun, die die Band präsentierte. Ob es auch noch die gleiche Reihenfolge war, kann ich so nicht sagen. Aber im Endeffekt spielte das für mich auch keine Rolle, denn die Band hatte Spaß an der Musik, Spaß am Entertainen und gute Laune verbreiten. Das machte den Fans natürlich besonders Spaß und auch die Aktion mit einem. Selbstverständlich gab es erneut den kühlen Dampf, der in die Menge geblasen wurde. Eine kurze Wohltat, denn so langsam wurde es wärmer und wärmer im Colos-Saal.

Kurz darauf war aber leider schon Schluss mit Fozzy und ich stelle erneut fest, dass die Band live wirklich sehr gut ist und demnächst mal eine eigene Headliner Tour machen sollte.

Eine halbe Stunde Pause gab es im Anschluss an Fozzy. So konnte sich jeder mit frischer Luft und Getränken versorgen. Das wurde auch immer nötiger, denn die Wärme im Saal wurde spürbar mehr.

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Dabei blieben jedoch die klangvollen Riffs der Gitarre und die einprägsame Stimme des Sängers in den Ohren hängen. Doch auch die ein oder andere Ballade war im Set dieses abends und kam genauso gut bei den Fans an, wie auch die rockigeren Songs.

Die Wechsel zwischen schnelleren und kraftvolleren Songs und den eher ruhigeren fand ich sehr gelungen. Nicht nur deswegen sind Mr. Big durchaus ein Klassiker in ihrem Genre und darüber hinaus. Man muss dabei auch bedenken, dass sie – mit einer kleinen Auszeit – nun gut knapp 30 Jahre Bandbestehen hinter sich haben.

Doch davon merkt man bei ihrem Auftritt nicht viel. Sie spielen mit dem Publikum, haben Spaß an ihrer Musik und lieben es förmlich zu unterhalten. Dabei ließen sie es sich auch nicht nehmen sowohl ein ausführliches Gitarren- als auch Bass Solo zu spielen.

Mr. Big

Dass es dabei schon saunaähnliche Zustände im Colos-Saal hatte, war schlichtweg Nebensache. Die Zeit rannte einfach nur dahin und das angesprochene Bass Solo läutete die letzten drei Lieder des Sets an diesem Abend ein.

Mit Addicted to that Rush, To be with you und Colorado Bulldog präsentierten sie nochmals Klassiker, die kraft- und gefühlvoll waren und den Fans in der Sauna wohlbekannt waren und euphorisch mitgesungen wurden.

Dass insgesamt 90 Minuten des heißen Auftritts vergangen waren, konnte ich fast gar nicht glauben, aber es war tatsächlich der Fall. Es war ein toller Auftritt einer Band, die genau meinem Geschmack in Sachen Hard-Rock entspricht.

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Konzertbericht zum Folk Metal Quartett vom 27.02.2018 aus dem Colos-Saal Aschaffenburg. Korpiklaani, Arkona, Heidevolk und Trollfest gaben den Gästen ordentlich Grund zum Feiern

Es ist schon irgendwie kurios, dass ein Konzert an einem Dienstagabend um 18 Uhr beginnt. Ist das nicht viel zu früh, damit auch genügend Gäste kommen? Definitiv nicht, denn bereits zu Beginn war das Colos-Saal sehr gut gefüllt. Das überraschte nicht nur mich, sondern auch andere Gäste, Fotografen und sogar die Bands. Mich hat es gefreut, dass schon rund 300 Menschen den Weg zum Folk-Metal an diesem frühen Abend gefunden hatten.

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Kurz noch eine Randnotiz, die irgendwie amüsant war, denn zuvor war ich noch eine Kleinigkeit essen gewesen. Ein türkisches Restaurant hat in der Nähe durchaus leckeres Essen und da fielen mir zwei Gäste auf, die sich etwas mitgenommen haben. Sie sahen so gar nicht aus, wie der Standardgast in einer Dönerbude und mein Bekannter, als auch ich, lagen mit der Vermutung richtig, dass es sich um zwei Bandmitglieder von Korpiklaani gehandelt hat, wie wir später anhand der Kleidung und Haarprachten bestätigen konnten.  

Trollfest270218 (7 von 27)Aber zurück zum Geschehen im Colos-Saal, denn es ging pünktlich um 18 Uhr los. Die Norweger Trollfest läuteten den Abend auf der Bühne mit vielen bunten Luftballons und lustigen Hüten ein. Trollfest270218 (22 von 27)Dass es bei ihren Songs um Spaß, um Feiern und um Trinken geht, kann man nur erahnen, sofern man die bunt gemischte Trollsprache denn versteht. Es ist eine Mischung aus skandinavischen Sprachen und sogar Teilen der deutschen Sprache.

Sie versprühen auf der Bühne Lust und Freude an ihrer Musik und machen auch absolut nicht davor Halt direkt mit dem Publikum zu interagieren. Nicht nur das Mitklatschen, der Fauststoß und das einfache Mitsingen einiger Textpassagen wurde gefordert, nein es gab auch die frühe Aufforderung zu einem Circle / Moshpit, sowie zu einer Polonaise, die vom Bassisten angeführt wurde.

Trollfest270218 (5 von 27)Musikalisch bewegen sie sich im klassischen Folk Metal, gespickt mit Akkordeon und Saxophon, sowie einer zusätzlichen Trommel, die vom Sänger Jostein Austvik ausgiebig genutzt wurde. Dass diese Art der Musik in Verbindung mit den vielen Interaktionen mit den Fans richtig gut ankam, war deutlich bei den Anwesenden zu erkennen. Es wurde viel mitgemacht und ich sah sehr viele fröhliche Gesichter, denn die Art und Weise, wie zum Mitmachen aufgefordert wurde, war durchaus lustig.

So war es kein Wunder, dass die 45 Minuten des Auftritts von Trollfest einfach verflogen sind und man sich wundern musste, dass die Zeit dieser Band schon rum gewesen sein sollte. Aber so war es leider. Mit ihrem Auftritt haben sie die Messlatte noch vor 19 Uhr in Sachen Spaß und Party sehr hoch gelegt.

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Kurze Informationen zu Trollfest:

Genre(s):  Folk Metal

Herkunft:  Oslo, Norwegen

Gründung:  2003

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Jostein „Trollmannen“ Austvik

Gitarre:  John Espen „Mr.Seidel“ Sagstad

Gitarre:  Leif „Dr. Leif Kjønnsfleis“ Kjønnsfleis

Bass:  Øyvind Bolt Strönen „Lodd Bolt“ Johannesen

Akkordeon:  Øyvind „Manskow“ Manskow

Saxophon:  Dag „DrekkaDag“ Stiberg

Schlagzeug:  Eirik „TrollBank“ Renton

Die Pause war nicht besonders lang, was auch kaum verwunderlich ist bei vier Bands an einem Abend. Die Mitglieder der niederländischen Band Heidevolk kamen auch zügig auf die Bühne und mussten sich der Messlatte, die von Trollfest gesetzt wurde, stellen. Ihr Musikstil gehört zwar auch zum Folk Metal, beinhaltet aber große Einflüsse des Pagan Metals, welcher eine besondere Note in die Musik einbringt. Auch beim Gesang gibt es einen großen Unterschied zu Trollfest, denn Heidevolk haben gleich zwei Sänger. Man kann sie sehr gut voneinander unterscheiden, obwohl beide eine kraftvolle Stimme besitzen.

Heidevolk270218 (19 von 32)Dass der Pagan Metal im Vergleich zum klassischen Folk Metal eine etwas härtere musikalische Gangart hat, wird bei der Interpretation durch Heidevolk klar. An die Party- und Feierstimmung von Trollfest kamen sie zwar nicht heran, aber auch sie wissen, wie man mit dem Publikum umgehen muss, damit dieses mitmacht. Heidevolk270218 (8 von 32)Und genau das haben sie auch geschafft. Mitklatschen und den Fauststoß konnten sie sehr leicht aus den mitmachfreudigen Fans herauskitzeln. Aber es wurde auch gepogt und eine weitere Pit entstand in den Reihen der Gäste. Das Verlangen zum Headbangen war überall gegeben: ob auf der Bühne, oder bei den Gästen und Fans, überall waren sie zu sehen, die herumwirbelnden Haare. Im Colos-Saal muss ich wenigstens nicht so viel Sorge haben, dass ich hiervon erschlagen werden könnte.

Die Band hatte rund eine Stunde Zeit den Gästen weiter einzuheizen und ihre Lust an der Musik zu zeigen. Dabei war auffallend, dass die älteren Songs, welche eher gegen Ende ihres Sets gespielt wurden, für mehr Stimmung sorgten. Mit Saksenland und Vulgaris Magistralis ging der Stimmungspegel wieder nach oben und bescherte der Gruppe einen wirklich gelungenen Abschluss ihres Auftritts.

Wichtig ist auch zu sagen, dass über den ganzen Abend hinweg die Akustik und Tonabstimmung sehr gelungen war, was die Auftritte aller Bands um ein Vielfaches schöner machte. Daumen hoch hierfür!

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Kurze Informationen zu Heidevolk:

Genre(s):  Folk Metal, Pagan Metal

Herkunft:  Arnheim, Niederlande

Gründung:  2002

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Lars Nachtbraecker

Gesang:  Jacco de Wijs

Gitarre:  Kevin Storm

Gitarre:  Kevin Vruchtbaard

Bass:  Rowan Roodbaert

Schlagzeug:  Joost den Vellenknotscher

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Erneut eine kurze Pause, die mit schnellen Arbeiten auf der Bühne einherging. Für Arkona mussten ein paar Besonderheiten aufgebaut werden. Kaum war dies geschafft, dauerte es nicht lange, bis die russische Band auf die Bühne kam. Wobei das nicht ganz der Wahrheit entspricht, denn zuerst kam lediglich Sängerin Maria Archipova auf die Bühne, um den Auftritt ihrer Gruppe einzuläuten.Arkona270218 (1 von 25)

Es wurde nun anders mit Arkona. Zwar spielen auch sie Folk Metal, ebenfalls mit großen Einflüssen des Pagan Metals, aber durch den überwiegend gutturalen Gesang von Maria und der stellenweisen noch härteren musikalischen Gangart ist auch eine Anlehnung an den Black Metal gegeben. Mal ruhiger, mal schneller, mal härter und mal sanfter. So lässt sich der Auftritt der Band gut beschreiben. Maria beherrscht die unterschiedlichen Gesangslagen sehr gut und ich fand es sehr beeindruckend wie schnell sie zwischen sanftem Gesang in den gutturalen wechseln konnte.

Arkona270218 (13 von 25)Mir persönlich haben Arkona durchaus gut gefallen, kannte ich den Musikstil bereits vorher sehr gut. Es war aber zu bemerken, dass die gesamte Stimmung während des Auftritts unter den Gästen etwas verhaltener geworden war. Es ist natürlich die sprachliche Barriere, die zwischen der Band und den Gästen stand. Schließlich spricht nicht jeder fließend Russisch. Zugegeben, das gleiche gilt auch für niederländisch oder jede skandinavische Sprache. Jedoch ist die Musik, welche sich nun mal nahe am Black Metal aufhalten kann, eher nur schwierig als Party- bzw. Feiermusik zu verkaufen.

Dennoch war es interessant zu beobachten, dass bei Arkona auch sehr klassische Instrumente zu finden gewesen sind. Flöten, Dudelsack und auch eine Balaleika fehlten nicht. Arkona270218 (14 von 25)Diese Instrumente konnten die Härte der Musik, und des Gesangs, immer wieder etwas abfangen und entkräften.

Das wiederum schien beim Publikum gut anzukommen und es gab viel Applaus für die Band, schließlich war der Auftritt keineswegs schlecht, im Gegenteil. Nur eben weniger für Partystimmung geeignet. Dennoch gab es häufig das Mitklatschen und den Fauststoß mit „Hey“, der von Maria häufig eingefordert wurde. Das fand durchaus Anklang bei den Fans, die sichtlich froh darüber waren, dass sie aktiv mitmachen konnten. So vergingen die rund 75 Minuten des Auftritts ebenso schnell, wie bei den Bands zuvor.

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Kurze Informationen zu Arkona:

Genre(s):  Folk Metal, Pagan Metal, Black Metal

Herkunft:  Moskau, Russland

Gründung:  2002

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Maria („Mascha“) ‚Scream‘ Archipowa

Gitarre:  Sergei ‚Lazar‘

Bass:  Ruslan ‚Knjas‘

Flöten:  Wladimir ‚Volk‘

Schlagzeug:  Andrej Ischtschenko

 

Nach Arkona gab es eine etwas längere Pause, da nun auch das Schlagzeug, welches von allen drei Bands zuvor genutzt wurde, ausgewechselt wurde. Der Auftritt der Finnen stand nun auf dem Programm und die vielen Gäste freuten sich schon sehr darauf. Bereits am Einlass hatte ich ein paar Finnisch sprechende Menschen gesehen und gehört und natürlich nicht verstanden. Was soll‘s?! Geht es nicht darum Musik zu hören und Spaß zu haben? Genau darum geht es.

Korpiklaani270218 (19 von 26)Applaus und Jubel, denn der „Klan der Wildnis“, was „Korpiklaani“ sinngemäß übersetzt bedeutet, betraten die Bühne und begannen ihr spätabendliches Feierprogramm aufzuführen. Warum Feierprogramm? Nun, bei Korpiklaani ist es so, dass ihre Texte von der Natur, vom Feiern und auch vom Alkohol handeln. Deswegen gibt es manche Songs, die Vodka oder Tequila heißen.

Korpiklaani270218 (2 von 26)Die meisten Texte sind Finnisch, aber es gibt auch zahlreiche Songs auf Englisch, was das Mitsingen und Verstehen doch sehr vereinfacht. Wobei, ganz ehrlich, durch den musikalischen Stil, der vorwiegend dem klassischen Folk Metal gewidmet ist, braucht man meines Erachtens nach nicht wirklich etwas verstehen, um ausgelassen mitfeiern zu können. Die Band versprüht von der Bühne aus Spaß und Freude, was insbesondere durch Jonne Järvelä perfekt zur Geltung kommt.

Die Musik wird zum großen Teil auch vom Humppa beeinflusst, was auf den ersten Blick irritierend sein kann, denn viele Songs klingen ähnlich dadurch. Dennoch sind sie unterschiedlich und erwecken auch zu keinem Zeitpunkt Langeweile. Dafür sorgen die Musiker auf der Bühne, die zum Mitmachen und Mitsingen animieren, was bei den einfacheren Songs problemfrei funktioniert. Korpiklaani270218 (25 von 26)Insbesondere beim Song „Vodka“ war das Mitsingen bei exakt diesem Wort wirklich laut, aber auch bei „man with a plan“ zuvor, konnte man sehen, dass die Fans auf der Höhe waren.

So rannte die Zeit von Song zu Song davon. Die gute Stimmung vom Beginn des Abends war wieder ganz da und durchaus noch präsenter, da ausgelassener gefeiert wurde. Das mag mitunter auch an der späten Stunde und vielen Litern Bier gelegen haben, aber dennoch ging es ganz gesittet zu. Es wurde auch gepogt und eine Pit gab es auch wieder. Diese Dinge sind doch immer wieder schön anzusehen, auch wenn ich mich selbst nicht daran beteilige.

Fast 90 Minuten, inklusive der geforderten Zugabe, die Korpiklaani auch gaben, waren sie auf der Bühne und bildeten den absolut gelungenen Abschluss eines Abends, der mit Partystimmung begann und so auch wieder endete.

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Kurze Informationen zu Korpiklaani:

Genre(s):  Folk Metal, Humppa

Herkunft:  Lahti, Finnland

Gründung:  2003

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Jonne Järvelä

Gitarre:  Kalle „Cane“ Savijärvi

Bass:  Jarkko Aaltonen

Akkordeon: Sami Perttula

Violine:  Tuomas Rounakari

Schlagzeug:  Matti „Matson“ Johansson

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Konzertbericht zu Enemy Inside und Concept Insomnia vom 17.02.2018 aus dem Nachtleben Frankfurt – das erste Konzert von Enemy Inside im vollen Frankfurter Kellerclub

Schon wieder im Nachtleben und erneut gab es wunderbare Musik für die zahlreichen Ohren, die sich an diesem Samstagabend dort versammelt hatten. Es war so voll, wie lange nicht mehr. Aber das war auch verständlich, denn den allerersten Live-Auftritt in der Bandgeschichte von Enemy Inside aus Aschaffenburg, wollten sich viele nicht entgehen lassen. Auch ich nicht, schließlich klang die Beschreibung der Band und deren Musik sehr interessant.

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Doch begonnen hatte der Abend mit einer einheimischen Band aus Frankfurt, die es schon seit 2005 gibt. Bei ihnen ist der Name „Concept Insomnia“ wirklich Programm, denn bei dem Musikstil, den sie spielen, ist schlafen wohl kaum möglich. ConceptInsomnia170218 (6 von 9)Sie spielen Modern Progressive Metal, der sehr melodisch aber auch hart klingt. Starke Riffs, ein tiefer Bass, Solos und guter Gesang mit teils wechselnder Stimmlage sind bei ihnen an der Tagesordnung.

Die gut 40 Minuten ihres Auftritts waren durchaus sehens- und hörenswert. Ein leichter Nebel lag permanent in der Luft und auch das Spiel mit den Lichtern wirkte gut und passend zur Musik, auch wenn es das Fotografieren etwas erschwerte. Spaß hatten die vier Herren jedenfalls und Sänger Luke war auch zwischen den Songs für den ein oder anderen lustigen Kommentar aufgelegt. Ob er wirklich einen Kanal auf YouP**n hat, müsst ihr selbst herausfinden.

Besonders auffallend war für mich Gitarrist Dave, der mit schnellen und gut gespielten Solos an seinem Arbeitsgerät aufwarten konnte. Sowohl er als auch Bassist Phil unterstützen mit gutturalem Gesang bei den Songs, um die Härte, die sie präsentierten, in die Songs mit einzubauen. ConceptInsomnia170218 (5 von 9)Dazu passend ist Drummer Tobi mit seinen Rhythmuswechseln am Schlagzeug immer auf der Höhe.

Die Songs sind eher selten langsamer oder ruhiger, sondern spiegeln den Progressive Metal sehr gut wieder. Dass man dies doch recht gut erkennen, bzw. raushören konnte, lag an der guten Tonabstimmung. Man konnte den Gesang sehr gut hören, was meiner Ansicht nach viel ausmachen kann. Ebenfalls war der Klang der Gitarre schön und mir machte es Spaß zuzuhören. Doch auch anderen Gästen, sogar vielen, machte es sichtlich Spaß und so wurde brav applaudiert, mitgeklatscht und auch das „Hey“ mit Fauststoß war schon zu sehen.

Kurze Informationen zu Concept Insomnia:

Genre(s):  Progressive Metal, Modern Progressive Metal, Melodic Death Metal

Herkunft:  Frankfurt am Main / Altenstadt – Hessen, Deutschland

Gründung:  2005

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Luke

Gitarre:  Dave

Bass:  Phil

Schlagzeug:  Tobi

 

Schnell musste der Umbau auf der Bühne gehen, denn kaum waren Concept Insomnia von der Bühne, schwirrten die Bühnenarbeiter aus, um alles für den allerersten Live-Auftritt von Enemy Inside herzurichten. Es wurde währenddessen sogar noch ein wenig voller im Keller des Nachtlebens, weswegen ich gut und gerne von mehr als 200 Gästen an diesem Abend ausgehen kann. Damit hatte ich nicht gerechnet, muss aber sagen, dass die Resonanz, ob es nun Freunde, Familie, Bekannte oder Interessierte waren, sehr hoch war. Gruppenkuscheln war also inklusive, sozusagen.

EnemyInside170218 (17 von 21)Es dauerte nicht lange, bis die Aschaffenburger auf die Bühne kamen und loslegten. Von Nervosität oder Lampenfieber keine Spur. Oder es wurde gut kaschiert. Von Beginn an fiel Sängerin Nastassja Giulia deutlich auf. Sie ist kleiner als ihre männlichen Bandkollegen, aber bringt ihre Energie durch den Gesang hervorragend unter das Volk. Auch das gewählte Outfit und ihre Optik im Generellen lassen Vergleiche zu einer jungen Doro Pesch durchaus zu. Sie weiß sehr genau, wie sie mit dem Publikum umgehen muss, damit diese ihren Aufforderungen zum Mitklatschen, oder auch zum „Hey“ mit Fauststoß nachkommen.

EnemyInside170218 (10 von 21)Vielleicht war bei allen doch noch ein bisschen Aufregung zu bemerken, doch je länger die Musiker auf der Bühne standen, umso routinierter und befreiter wirkten alle. Das kann aber auch ein rein subjektiver Eindruck von mir sein, der nicht unbedingt stimmen muss, aber die Körpersprache könnte so zu deuten sein.

An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass ich für gewöhnlich die Songs einer Band nebenbei höre, wenn ich diese Berichte schreibe; doch das geht hier leider nicht. Eine CD ist zwar in Arbeit, aber noch nicht veröffentlicht und YouTube Videos gibt es leider auch noch nicht.

Der musikalische Stil bewegt sich zwischen Hard Rock und Modern Metal. EnemyInside170218 (5 von 21)Wobei die Band ihren Stil als Dark Rock bezeichnet. Ich finde, dass durchaus mehrere Elemente Einfluss nehmen und eine Kategorisierung in ein ganz spezifisches Genre schwerfällt, gar unmöglich ist. Aber es ist gut, wenn sich eine Gruppe aus mehreren Genres und Elementen bedient, denn dadurch wird, je nach Stärke der Einflüsse, ein eigener Stil geprägt. Dadurch fällt es mir schwer, Vergleiche zu anderen Bands zu ziehen. Was nicht negativ ist.

In erster Linie ist es natürlich der Gesang der Frontfrau Nastassja, die mit ihrer kraftvollen und zugleich weiblich sanften Stimme eine ganz besondere Note in die Lieder bringt. Sie kann sowohl weichen als auch harten Gesang abrufen und schafft dies auch im schnellen Wechsel.

EnemyInside170218 (12 von 21)Melodisch ist das Konzept von Enemy Inside durch und durch. Es gab keinen Song, der nicht mit sehr gutem Gitarrenspiel, Riffs und Solos, sowie schönem, dazu passendem Gesang, glänzen konnte.

Was an dem Auftritt der Aschaffenburger nur sehr schade gewesen ist, war, dass dieser aus organisatorischen Gründen, ebenfalls nur 40 bis 45 Minuten dauerte. Doch der Stimmung unter den Gästen tat dies keinen Abbruch, denn sie waren stets mit Stimme, Händen und Haaren da. Wieder einmal musste ich aufpassen, dass ich nicht aus irgendeiner Richtung von wehenden Haaren erschlagen werde. Aber so soll es doch sein. Es hat den Anwesenden so viel Spaß gemacht, dass die Band wenigstens noch eine Zugabe spielen konnte. Das war dann sogar ein Cover, das fast jeder kennen durfte. Und mit „Summer Son“ brachten sie noch einmal so richtig Stimmung in den Keller.

EnemyInside170218 (13 von 21)Es ist wirklich sehr schade, dass sie nicht länger spielen konnten, denn es machte wirklich Freude und Spaß zuzuhören und zuzusehen und, sofern man ein bisschen Platz hatte, mitzumachen.

Ich hoffe sehr, dass die Band bald erneut auftreten wird. Vielleicht in Aschaffenburg? Vielleicht eine CD Release Party? Da möchte ich doch dann bitte sehr früh Bescheid wissen, dass ich dabei sein kann. Enemy Inside haben an diesem Abend gewiss nicht nur mich als neuen Fan hinzugewonnen. Und das T-Shirt, das ich mir gekauft habe, werde ich selbstverständlich mit stolz geschwellter Brust zum nächsten Auftritt von Enemy Inside tragen.

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Foto by Eric van Reem

Kurze Informationen zu Enemy Inside:

Genre(s):  Hard Rock, Dark Rock, Metal, Modern Metal

Herkunft:  Aschaffenburg, Deutschland

Gründung:  2017

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Nastassja Giulia

Gitarre:  Evan K

Gitarre:  Dave Hadarik

Bass:  Dominik Stotzem

Schlagzeug:  Erik Frischkorn

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Lacuna Coil – 24.11.2017 – Colos-Saal Aschaffenburg

Direkt vorne weg: der Abend war super! Beide Bands haben die Aschaffenburger City richtig gerockt und auch das Publikum war begeistert. Aber der Reihe nach.

Um exakt 20 Uhr betrat die Vorband des Abends die Bühne. Cellar Darling aus der Schweiz waren, es die unter Applaus des Publikums, den musikalischen Abend eröffneten. Die Band mag zwar namentlich noch relativ unbekannt sein, dafür sind die Mitglieder aber durchaus bekannt.

Alle drei waren lange Zeit bei Eluveitie aktiv, ehe sie gemeinsam Eluveitie verließen und ein eigenes Projekt unter dem Namen „Cellar Darling“ starteten.

Mit ihrem eigenen Musikstil, der zwar immer noch in das Genre des Folk Rock einzuordnen, aber deutlich moderner und abwechslungsreicher ist, wussten sie das Publikum sehr zu begeistern. Nach jedem Song gab es lang anhaltenden Applaus und Jubel für die Musiker.

Eigentlich sollte man denken, dass sie so etwas durch ihre Zeit bei Eluveitie gewohnt sein müssten, doch Anna schien davon sehr gerührt und beeindruckt gewesen zu sein, dass das Aschaffenburger Publikum mit solchen Reaktionen auf die Musik reagierte.

Insgesamt waren es, aus meiner Sicht, beeindruckende 40 Minuten. Anna kann wundervoll singen. Mal lauter und kraftvoller aber auch leiser und gefühlvoller. Ich meine doch tatsächlich den ein oder anderen Jodler gehört zu haben?! Was mich auch sehr fasziniert hat, war die Tatsache, dass ich zum ersten Mal sehen konnte, wie eine Drehleier gespielt wird. Das ist schon etwas Besonderes.

Doch auch die Musik im Gesamten war sehr schön und ergänzte sich prima mit dem Gesang. Auch die Tonabstimmung war sehr gut, so dass die rund 500 begeisterten Zuschauer ihre Freude an diesem doch zu kurzen Auftritt hatten. Selten hört man das Publikum bei einer Vorband nach einer Zugabe rufen. Aber das war hier der Fall – und das zurecht!

Kurze Informationen zu Cellar Darling:

Genre(s): New Wave of Folk Rock

Herkunft: Schweiz

Gründung: 2016

Aktuelle Besetzung:

Gesang, Drehleier:  Anna Murphy

Gitarre, Bass:  Ivo Henzi

Schlagzeug:  Merlin Sutter

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Die Umbaupause war lediglich 20 Minuten. Das reichte um ein wenig zu dampfen und mir ein Karamalz besorgen. Erstaunlicherweise erntete ich an diesem Abend keine fragenden, irritierten und mitleidigen Blicke. Dafür danke ich herzlichst.

Dann betraten auch schon Lacuna Coil die Bühne und viele überraschte Gesichter waren zu sehen, da das Bühnenoutfit der Italiener doch sehr mörderisch gut war.

Aber nicht nur diese Outfits waren großartig, sondern auch die Musik und der Gesang, den Lacuna Coil an diesem Abend präsentierte. Mitsingen und Mitklatschen waren durchaus Gang und Gebe, so wie es schon bei der Vorband der Fall war.

Es war schon sehr fantastisch zu beoachten wie Cristina Scabbia, die Sängerin, beim Gesang mit dem Mikrofon umgegangen ist, sodass bestimmte Nuancen noch deutlicher zur Geltung kamen. Auch der Kontrast zur gutturalen Gesangsstimme von Adrea Ferro (männlich) ist hervorragend.

Auch bei Lacuna Coil war die gesamte Tonabmischung perfekt, sodass es ohne Probleme möglich war, jedes Instrument zu hören und zu unterscheiden. Außerdem war es weder zu laut, noch zu leise. Es hat sehr viel Spaß gemacht den Musikern auf der Bühne zuzusehen. Ob es beide Sänger waren, oder der Bassist, der Drummer und der Gitarrist, alle hatten sichtlich Spaß und und das Publikum zahlte es ihnen mit großem Applaus und viel Jubel zurück.

Der musikalische Stil war insgesamt sehr abwechslungsreich gehalten. Neuere Songs, aber auch ältere Lieder der Band wurden aus dem Repertoire gezaubert. Zwischendurch wurde nicht unerwähnt gelassen, dass die band ein Buch veröffentlicht hat, das einen Blick auf die 20jährige Bandgeschichte wirft. Es trägt den Titel „Nothing stands in our way“ und enthält viele ungezeigte Bilder und Aufzeichnungen der Bandmitglieder. Für Fans bestimmt ein „Must-Have“.

Insgesamt ist der Abend so schnell vergangen, dass auch die ca. 80 Minuten des Auftritts von Lacuna Coil einfach verflogen sind. Nicht nur mir, sondern so ziemlich allen hat es sichtlich Spaß gemacht. Eine sehr tolle Kombination aus zwei Bands, die man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man die Möglichkeit dazu hat.

Kurze Informationen zu Lacuna Coil:

Genre(s): Rock, Metal, Alternative Metal

Herkunft: Mailand, Italien

Gründung: 1994 als Sleep of Right, seit 1996 Lacuna Coil

Aktuelle Besetzung:

Gesang: Cristina Scabbia

Gesang:  Andrea Ferro

Bass:  ???

Gitarre: ???

Schlagzeug:  Ryan Blake Folden

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Hardcore Superstar + Fozzy – 08.11.2017 – Colos-Saal Aschaffenburg

Ich war zum ersten Mal im Colos-Saal in Aschaffenburg. Ein schöner, recht gemütlicher Club für Live-Konzerte, der nicht zu klein und nicht zu groß ist und eine angenehme Atmosphäre hat. Ich habe mir sagen lassen, dass bis zu 700 Menschen Platz finden können, aber dann wird es sehr kuschelig für alle Anwesenden.

An diesem Abend gab es im Colos-Saal gleich vier Bands zu hören und zu bestaunen und weil ich ungewohnter Weise in der ersten Reihe an der Bühne stand, gibt es auch sehr viele Bilder von diesem Abend und deshalb die erste Galerie von einem Konzert auf meinem Blog. Die Bilder kann man sich hier ansehen -> Galerie Colos-Saal 08.11.2017 (Madame Mayhem, The Last Band, Fozzy und Hardcore Superstar)

Begonnen hat der Abend um 18:45 mit der Band „Madame Mayhem“. Der Name dieser Band aus den USA ist gleichermaßen der Künstlername der Sängerin. Im Heimatland ist die Gruppe durchaus bekannt, aber in Europa ist der Durchbruch noch nicht gelungen. Noch nicht; ich bin mir aber sicher, dass das noch kommen wird, denn das musikalische Angebot, das die Band mitgebracht hat ist wundervoll und super.

Sie spielen eine Mischung aus Rock, Hard Rock und Alternative Rock. Die Musik ist geradlinig und sehr melodisch und vor Allem durch die zarte, hohe Stimme der Sängerin und kraftvollen Gitarrenriffs geprägt. Die Songs sind mal härter und schneller, aber es gibt auch langsamere und ruhigere, bei der die sanfte Stimme der Sängerin sehr besticht.

HSFTLBMM081117 (63 von 78)Zwar war die Lautstärke etwas zu hoch beim Auftritt eingestellt, jedoch war die Abmischung der Instrumente und Mikrofone sehr gut, so dass der Stil dieser Band hervorragend zu hören war.

Es war übrigens der erste Auftritt von Madame Mayhem in Deutschland und diese Premiere ist wirklich gelungen. Mir hat die Band sehr gut gefallen und es machte nicht nur Spaß zuzuhören, sondern auch zuzusehen. Gerade die Frontfrau überträgt Kraft und Energie in ihre Stimme und Bewegungen, dass man ihr ansehen kann, dass sie mit ihren 27 Jahren durchaus Bühnenerfahrung hat und weiß, wie man eine gute Show abliefert. Aber auch die Jungs an den Instrumenten stehen ihr in nichts nach.

HSFTLBMM081117 (65 von 78)Madame Mayhem ist eine Live-Band durch und durch. Die Musiker haben Spaß an ihrer Arbeit, was man ihnen auch ansehen kann und lieferten einen tollen Auftritt ab. Es mag durchaus mehrere Bands in diesem Genre geben die stilistisch ähnlich sind, jedoch finde ich persönlich, dass es gerade durch die Sängerin einen ganz besonderen und eigenen Charme mit Wiedererkennungswert hat. Die 30 Minuten waren leider etwas wenig, aber haben doch einen tollen Eindruck von dieser Band geschaffen. Ich hoffe, dass sie sehr bald erneut auf einer Tour in Deutschland sind – schon wieder eine Band, die ich unbedingt nochmal sehen möchte.

Fange ich gerade an zu schwärmen? Irgendwie schon, denn die Bandmitglieder machen nicht nur tolle Musik, sondern sind auch noch sehr sympathisch. Das habe ich am Merchandise-Stand feststellen dürfen. Gerade die Sängerin freut sich wirklich und ehrlich über jeden, der sich für die Gruppe und die angebotenen Artikel interessiert. Meine Güte, was sie lächeln und strahlen kann. Hinreißend. Jedenfalls habe ich mir ihr neuestes Album “Ready for more“ gekauft. Dieses kostet auf der Tour nur 10 €. Doch nicht nur der Preis für ein neues Album mit 13 Songs ist beinahe unschlagbar, noch viel besser ist es, dass das Heftchen der CD von ihr und zwei weiteren Bandmitgliedern signiert wurde. Diese CD ist für mich nun etwas Besonderes, da es die erste signierte CD überhaupt ist, die ich im Besitz habe.

Kurze Informationen zu Madame Mayhem:

Genre(s):  Rock, Hard Rock, Alternativ Rock

Herkunft:  New York, USA

Gründung:  2012 (?)

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Madame Mayhem (Bürgerlich: Natalie Ann Cohen)

E-Gitarre:  Clint Lowery

E-Gitarre:  Troy McLawhorn

E-Bass:  Corey Lowery

Schlagzeug:  Ryan Bennett oder Beavan Davies

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Die Pause dauerte gerade einmal 20 Minuten und wäre wohl noch etwas kürzer ausgefallen, wenn es nicht Schwierigkeiten mit der Feineinstellung einer Gitarre gegeben hätte. Zwei Zwischenrufe von einem Gast waren dabei doch sehr amüsant. Der erste war „Also, ich hör die Gitarre“. Ja, wir haben sie alle gehört, aber wenn die Einstellung nicht stimmt, dann ist es eben nicht perfekt. Der nächste war etwas später, wahrscheinlich von der gleichen Person „Sagt mal, kennt ihr euch überhaupt?!“. Das hatte zwar nichts mit der Gitarre direkt zu tun, aber die Vorstellung, dass sich wildfremde Menschen erst auf der Bühne zusammenfinden, ist schon recht lustig.

Es hatte dann aber doch geklappt die Gitarreneinstellung zu perfektionieren und schon konnte die Gruppe aus Schweden mit dem Namen „The Last Band“ auch mit ihrem Auftritt loslegen.HSFTLBMM081117 (12 von 78)

Was direkt zu hören war, war, dass die Soundeinstellung nicht mehr so laut war, wie noch bei Madame Mayhem. Selbstverständlich war es noch laut, aber nicht mehr so übertrieben. Weiterhin waren die Instrumente und der Gesang gut zu hören und zu unterscheiden, so dass es auch bei dieser Band Spaß machte zuzuhören und zuzusehen. Wenngleich man sich an den Stil dieser Band erstmal gewöhnen muss.

Die noch sehr unbekannte Gruppierung spielt eine Mischung aus Hard Rock, Hardcore und Punk. Ich muss sagen, dass ich diese Mischung bisher noch nicht gehört oder live in Aktion gesehen habe. Der Sänger hat einen Hang zum Schreigesang, der aber noch Vergleichsweise angenehm zum Hören ist.

HSFTLBMM081117 (15 von 78)Insgesamt wirken die Instrumente dabei sehr kraftvoll und dunkel. Tiefe Töne bestimmen den Sound überwiegend. So kam es mir zumindest vor. Es ist aber gleichermaßen festzustellen, dass die melodischen Parts und auch die Solos an der Gitarre hervorragend sind. Sowas mag ich sehr. Insbesondere der Gitarrist, vor dem ich stand, hatte sichtlich Spaß daran. Zudem sind die Gitarristen auch für die guturral gesungenen Hintergründe verantwortlich. Und das kommt in Verbindung mit der Musik ganz dazu ganz gut.

Das Publikum hat sich sichtlich schwer getan mit dieser Band auf eine Wellenlänge zu kommen. Zwar wurde versucht zum Mitklatschen zu animieren, aber das hat nur durchwachsen Anklang gefunden. Applaus gab es dennoch für die Jungs.

Mir persönlich hat insbesondere die Leistung des Gitarristen sehr gefallen, wenngleich ich mich an diese Art der Musik doch noch gewöhnen muss. Hardcore ist in dem Fall nicht wirklich meine Musikrichtung und insgesamt betrachtet war eine halbe Stunde Programm auch in Ordnung.

Kurze Informationen zu The Last Band:

Genre(s):  Hard Rock, Hardcore, Punk

Herkunft:  Göteborg, Schweden

Gründung:  2011

Aktuelle Besetzung:

Normalerweise würde ich gerne an dieser Stelle Namen auflisten, aber die einzige Information, die ich finden konnte, war folgende:

People with instruments (Leute mit Instrumenten)

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Die folgende Pause war dann eine etwas länge von knapp 30 Minuten. Die Vorbereitungen für den ersten Hauptakt des Abends liefen auf Hochtouren. Während ich mir ein weiteres Karamalz zum Trinken geholt und dafür mitleidige und verständnislose Blicke abgeholt habe (Willkommen in Bayern), freute ich mich schon sehr darauf Fozzy mit dem Frontmann Chris Jericho (bekannt aus der WWE als Wrestler) live zu sehen.

Und dann kamen sie auch auf die Bühne unter großem Jubel und Applaus. Als Letzter kam Chris jericho, der Sänger, auf die Bühne und der Applaus wurde noch ein Stück lauter. Dass gerade er zu entertainen weiß, dürfte Wrestlinginteressierten durchaus bekannt sein. Aber es ging nicht um Wrestling an diesem Abend, sondern um Musik. Und ich war doch sehr überrascht, wie gut Chris Jericho singen kann. Die Kombination aus starkem Entertainment und Gesang von seiner Seite zogen sich durch den ganzen Auftritt und machten daraus ein kleines Spektakel.HSFTLBMM081117 (20 von 78)

Wie man es von ihm kennt, trug er einen Schal und seine „Glitzer-Glitzer-Jacke“, die er im Verlauf des Abends aber ablegte. Die anderen Mitglieder der Band sahen im Vergleich dazu recht normal aus; bis auf den Drummer, der mit schwarzem Hemd und weißer Krawatte seiner Arbeit nachging.

Dass der Großteil der Gäste wegen Fozzy da war, machte sich doch sehr deutlich bemerkbar, denn der Applaus und Jubel nach jedem Song war großartig. Zudem wurde sehr häufig zum Mitklatschen und Mitsingen aufgefordert, was das begeisterte Publikum im Colos-Saal mehr als gerne angenommen hat.

HSFTLBMM081117 (70 von 78)Auch bei Fozzy waren die Toneinstellungen gelungen, sodass der Gesang und die Instrumente sehr gut zu unterscheiden und rauszuhören waren. Die musikalischen Aspekte und Parts waren sehr gelungen und auch das ein oder andere Solo an der Gitarre sah nicht nur hervorragend aus, sondern hörte sich genauso an.

Wie schnell die Zeit doch vergeht, wenn man bei allem, was gefordert wird, mitmacht und fast permanent am Headbangen ist, dass man sich im Anschluss fühlt, als hätte man ein Schleudertrauma. Aber es war nun mal großartig. Auch als eine Nebelkanone von Chris in die Luft gehalten wurde und er damit ein wenig Nebel frabrizierte, der schnell verflog, war es ein angenehmes Erlebnis. Das war ganz kühl und eine kleine Erfrischung, die sehr gut getan hat.

Toll war auch die Aktion eines Gitarristen, der sich spontan dazu entschied in die Menge der Fans hinunter zu springen und dort ein kleines Bad in der Menge zu nehmen und dabei weiter Gitarre zu spielen. Eine sehr sympathische Aktion und zum Glück ließ man ihm genug Platz um das zu tun und den Weg zur Bühne zurückzugehen.

HSFTLBMM081117 (71 von 78)Insgesamt war ich von Fozzy sehr positiv überrascht und begeistert. Ich hatte nicht erwartet, dass Musik und insbesondere der Gesang live auch so gut, wenn nicht sogar besser, als auf den CDs sind. Rock und Metal, weder zu soft noch zu hart. Der ideale Mittelweg mit Melodie und tollem Gesang. So kann ich das in Kürze beschreiben. Sie sind eine Band, die definitiv und absolut Hauptakt und Headliner-Charakter haben.

Es gab sogar noch eine Zugabe, da die Fans lautstark nach mehr von Fozzy skandierten. Während sich Chris jericho das Handtuch übers Gesicht legte, wartete er nur darauf, dass die Lautstärke noch ein wenig höher wird. Als das geschah nahm er es herunter und warf es in die Menge. Das war der Zeitpunk, als Jubel und Beifall am größten waren.

Die Extraportion Fozzy, die den Gesamtauftritt auf eine knappe Stunde erhöhte, hat noch einmal gut getan. Es war einfach viel zu schnell rum.

Kurze Informationen zu Fozzy:

Genre(s):  Rock, Metal, Heavy Metal

Herkunft:  Atlanta, USA

Gründung:  1999

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Chris Jericho

Gitarre:  Rich Ward

Gitarre:  Billy Grey

Bass:  Jeff Rouse

Schlagzeug:  Frank Fontsere

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Ein letztes Mal ein Päuschen und das war auch nötig. Ich bin hinaus und musste etwas dampfen und mir erneut ein Karamalz holen, bei dem mir abermals mitleidige und Blicke des vollsten Unverständnisses zugeworfen wurden. Leider verließen schon recht viele Menschen das Konzert, was ich nicht verstehen konnte, denn es gab noch eine weitere Band an diesem Abend. Die Pause war dieses Mal ca. 25 Minuten lang und währenddessen wurde die Bühne für Hardcore Superstar vorbereitet.

Wer jetzt vermutet, dass diese schwedische Band Hardcore spielt, der täuscht sich. Sie spielen nämlich eine Mischung aus Hard Rock und Sleaze Rock. Von der Optik der Musiker könnte man auch auf Glam Rock schließen, wenngleich natürlich Sleaze die eher ungepflegt wirkende Variante darstellt. Zerrissene Kleidung, lange unsortierte Haare usw.

HSFTLBMM081117 (53 von 78)Als die Schweden auf die Bühne kamen, gab es Applaus und vereinzelte laute Jubler. Auch das Publikum hatte sich etwas gewandelt. Von jungen, zumeist Damen, zu älteren Herren in Kutte, bzw. Weste.

Das entspricht dem musikalischen Stil der Band, der durchaus abwechslungsreich aber geradlinig ist. Ein wenig hat es mich auch an Rock’n roll erinnert.

HSFTLBMM081117 (68 von 78)Der Sänger Joakim Berg konnte keine Minute stillstehen. Er wanderte auf der Bühne stets von links nach rechts und zurück, vor die Fans und spulte bestimmt viele Kilometer während des Auftritts ab. Zudem versuchte er oft das Publikum vor allem zum Mitklatschen zu animieren, was auch recht gut funktionierte.

Gesang und Musik waren weiterhin sehr gut aufeinander abgestimmt, so dass man den Sänger gut verstehen und den Instrumenten lauschen konnte. Dieser musikalische Stil war irgendwie neu für mich und irgendwie auch nicht. Ich weiß, dass das komisch klingt, aber so war es nun mal.

Die Musik schien mir sehr basslastig, was mir durchaus gefiel. Auch der klang der Gitarre war sehr auf tiefe Töne ausgelegt und dennoch sehr einprägsam. Es war interessant und gut, lebhaft und meiner Meinung nach mal etwas Anderes. Melodie und Solos gefielen mir sehr gut. Auch auf das Publikum wurde eingegangen.

Was ich persönlich sehr schön fand, war, dass Sänger und Gitarrist die beiden kleinen Mädels, die mittlerweile mit ihrer Mutter ganz vorne standen, häufig einbezogen haben. Sei es, dass der Sänger mal zu ihnen kam, sie drückte oder als der Gitarrist den beiden jeweils eines seiner Plektren gegeben hatte. Die zwei waren wirklich happy zu der späten Stunde.

Apropos Plektren. Eines wurde in die erste Reihe geworfen und verschwand auf kuriose Art und Weise. Zwei Menschen haben danach gesucht, es aber nicht gefunden. Auf dem Boden war es nicht und ich hatte da eine Vermutung, die sich bestätigen sollte: es lag in einem meiner leeren Karamalzbecher. Tatsächlich hat es dann jemand bemerkt und gesehen und sich genommen. Ein zweites wurde einige Zeit später ebenfalls unter die Leute geworfen. Insbesondere die Gruppe neben mir war an einem interessiert. Und wo landete es? Auf meinem linken Arm. Ich stand nämlich für eine Weile mit verschränkten Armen da. Da ich diese Plektren aber nicht sammle, habe ich dieses meinem Kollegen gegeben, da er sowas sehr gerne sammelt.

So viel Energie hatte ich während dem Auftritt dieser Band leider nicht mehr. Fozzy hatte schon sehr viel davon für sich beansprucht. Dennoch waren das Mitklatschen und Headbangen noch drin. So verging eine weitere Stunde Live-Musik einer interessanten Band.

Kurze Informationen zu Hardcore Superstar

Genre(s):  Hard Rock, Sleaze Metal

Herkunft:  Göteborg, Schweden

Gründung:  1997

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Joakim „Jocke“ Berg

Gitarre:  Vic Zino

Bass:  Martin Sandvick

Schlagzeug:  Magnus „Adde“ Andreasson

Summa Summarum war ich von dem gesamten Abend sehr begeistert und sehr zufrieden, wenn auch erschöpft. Aber das ist okay, denn es hat sehr viel Spaß gemacht. Madame Mayhem und Fozzy kommen auf meine Wiedersehensliste. Das war großartig.

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