Zu spät zur Form gefunden. Die Löwen Frankfurt verlieren das Derby gegen Bad Nauheim mit 3:4

Bei keinem anderen Spiel sind so viele Einsatzkräfte von der Polizei anwesend, wie bei den Derbys gegen Bad Nauheim. Aber bislang ist meines Wissens nach noch nichts Schlimmeres passiert, abgesehen davon, dass vor einigen Jahren mal das Auto eines Löwen Spielers, der in Bad Nauheim wohnte, demoliert wurde. Lange her und hat mit diesem Spiel wenig zu tun.

Voll war es in der Eissporthalle mit 6.015 Zuschauern. Und sie sollten auch ein interessantes Spiel zu sehen bekommen, das mit einem Paukenschlag begann.

Direkt zu den Bildern des Spiels

Zum ersten Drittel:

Das Spiel hatte gerade erst begonnen und war noch keine Minute alt, nicht mal eine halbe, nicht mal 20 Sekunden und da hatte es bereits zum ersten Mal im Gehäuse der Löwen geklingelt.

Der Puck wurde in die Rundung gespielt und Felix Bick ging hinter das Tor um den Puck aufzuhalten, was aber nicht gelang. Dieser erreichte einen Nauheimer, der den Puck vor das Tor spielte und dort von Dustin Sylvester im Tor untergebracht werden konnte. Man muss auch dazu sagen, dass er es sehr einfach hatte, denn so behäbig, wie Bick in seinen Kasten zurückschlenderte, hatte er sozusagen das ganze Tor für seine alten Teamkollegen offengelassen.

Die Löwen wollten natürlich zurückschlagen, doch es gelang ihnen überraschend wenig und so kamen die Gäste stets besser ins Spiel und bestimmten dieses auch. In einer Überzahlsituation markierten sie zudem noch den zweiten Treffer in der neunten Spielminute. Diesmal war es Cody Sylvester, der aus mittlerer Position im Slot treffen konnte.

Das Frankfurter Spiel wirkte zerfahren, als hätte man die Spieler nach dem Sieg gegen Bad Tölz einmal ausgetauscht. Zwar war ein gewisser Offensivdrang zu sehen, aber die Vielzahl an Fehlpässen und generellen Ungenauigkeiten war erschreckend hoch.

Dies hatte auch den dritten Treffer für die Gäste in der 13. Spielminute zur Folge. Ein leicht abgefälschter Pass erreichte Marvin Ratmann im Zentrum, der nur noch in den Slot ziehen und einnetzen musste, während drei Löwen keine Anstalten machten ihn daran zu hindern.

Für Felix Bick war dies gleichzeitig das Ende seines Arbeitstages. Er machte eine unglückliche Figur in diesem Spiel und war maßgebend am 0:1 beteiligt. Für ihn war ab diesem Zeitpunkt Bastian Kucis im Tor, der bereits eine ordentliche Leistung gegen Bad Tölz zeigte.

Zwar versuchten es die Löwen immer wieder ihrerseits Akzente zu setzen, doch die Zerfahren- und Unentschlossenheit machte sich in den schwachen Abschlüssen weiterhin bemerkbar, mit denen Hendrik Hane im Gästetor keine Mühen hatte.

Zum zweiten Drittel:

Während sich die Gäste aus Bad Nauheim nun etwas zurückzogen und auf Konterspiel setzten, versuchten die Löwen weiterhin ihr Glück in der Offensive. Chancen für Tore gab es durchaus und bei einer doppelten Überzahl war die Möglichkeit da, selbst auf die Anzeigetafel zu kommen, doch zu der komplizierten Spielweise kam erstmals auch Pech dazu, ein guter Schuss von der blauen Linie knallte an die Latte. Insgesamt blieb das Überzahlspiel aber weitgehend ungefährlich.

Überzahlspiele gab es auf beiden Seiten. Auch die Gäste durften mal ran, wurden aber insbesondere vom guten Kucis von weiteren Treffern abgehalten.

Es schlich sich dann bei den Schiedsrichtern eine Phase ein, in der sie offensichtliche Vergehen einfach nicht ahndeten. Übrigens gilt dies für beide Seiten. Dass das irgendwann zu einer Eskalation führen musste, war irgendwie abzusehen. Frankfurts Erk hatte die Faxen dicke und revanchierte sich bei Nauheims Brandl für etwas. Dies in einer Form, die ich so auch noch nicht gesehen habe: er kam von hinten angerast, sprang fast auf den Rücken seines Gegenspielers und machte deutlich, dass er sich diese Sperenzchen nicht gefallen lässt.

So schnell, wie ein Linienrichter mit von der Partie war, hätte man meinen können, dass er mitmischen wollte. Jedenfalls hatte er große Probleme die beiden im Zaun zu halten. Eigentlich gelang es ihm gar nicht, erst als er Unterstützung bekam, konnten beide Spieler voneinander getrennt werden.

Wenige Minuten später hatten die Löwen ein erneutes Überzahlspiel, erst doppelt, dann einfach und schließlich fiel auch mal das Tor. Daniel Spang brach den Bann.

Doch mehr wollte in diesem Drittel nicht passieren.

Zum dritten Drittel:

Der Wille bei den Löwen war vorhanden, doch waren es weiter schlechte Abspiele, Fehlpässe und schwache Abschlüsse, die die Offensivbemühungen einschränkten.

Es dauerte bis zur 50. Spielminute, in der der extrem schmale Grat zwischen einem möglichen Jubel und Verdrossenheit erkennbar war: ein guter Schuss aus der Halbdistanz knallte abermals an die Latte. Der Puck sprang nach rechts und wurde auf die linke Seite gepasst. Dort an der Bande versprang der Puck aufgrund einer Unebenheit und wurde damit zum Spielstück eines Konters der Gäste, der zum 1:4 führte. Zwischen dem Lattenknaller und dem Tor lagen wahrlich nur wenige Sekunden.

Zwar sahen sich die Schiedsrichter die Szene nochmal auf Video an, aber sie entschieden korrekt und das 1:4 blieb auch so bestehen.

Kurz darauf waren beide Mannschaften mit jeweils einer Strafe belegt. Die Löwen nahmen eine Auszeit und nahmen sogar beim nächsten Angriff schon den Torwart heraus und konnten daraus Kapital schlagen und das 2:4 erzielen.

Nun klappte auch wieder mehr und es wurde einfacher gespielt, was sich gleich bezahlt machte.

Zu diesem Zeitpunkt war auch das Feuer bei den Fans entfacht, die nun stetig lautstärker wurden.

Die Löwen blieben offensiv und rannten weiter das Tor der Gäste an. Diese verteidigten so gut sie konnten und auch ihr Torwart hatte einen sehr guten Tag erwischt und konnte viele der guten Chancen, die mittlerweile besser herausgespielt wurden, entschärfen.

Es waren noch mehr als vier Minuten zu spielen, als Frankfurts Torhüter ein weiteres Mal das Eis verließ und die Löwen mit sechs Mann agierten. Der Druck auf Hane im Tor der Gäste wurde größer. Knapp zwei Minuten vor Ende war es Max Faber, der zum 3:4 einschob und die große Hoffnung auf eine unerwartete Wendung in diesem Spiel herbeiführte.

Aber bei dem Spielstand sollte es auch bleiben, denn zum Schluss verteidigten die Gäste so gut, dass ein geordneter Angriff für die Löwen nicht mehr zustande kam.

So gewannen die Gäste an diesem Abend verdient mit 4:3 und entführten die drei Punkte aus der Eissporthalle.

Löwen Frankfurt – EC Bad Nauheim 3:4 (0:3 1:0 2:1)

0:1 Dustin Sylvester ( James Livingston , Nicklas Mannes ) EQ 00:18
0:2 Cody Sylvester ( Dustin Sylvester , Radek Krestan ) PP1 08:04
0:3 Marvin Ratmann ( Steve Slaton , Garret Pruden ) EQ 12:07
1:3 Daniel Spang ( Eduard Lewandowski , Adam Mitchell ) PP1 36:39
1:4 Dennis Reimer EQ 49:31
2:4 Eduard Lewandowski ( Mathieu Tousignant , Adam Mitchell ) EQ 50:53
3:4 Maximilian Faber ( Eduard Lewandowski , Matthew Pistilli ) EQ 58:13

Zuschauer: 6.015

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Löwen gegen Löwen. Frankfurt gegen Bad Tölz. Der letzte Spieltag der Hauptrunde. Ein Spiel ohne großen Wert. Spielbericht vom 04.03.2018

Der 52. Spieltag ist der letzte Spieltag in der Hauptrunde und war somit das letzte Heimspiel vor den PlayOffs. Da die Frankfurter fest auf dem dritten und die Gäste aus Bad Tölz fest auf dem 13. Platz waren, hatte das Spiel für beide Mannschaften keinen besonders großen Stellenwert mehr. Vielmehr ging es darum, die Weichen in Richtung der PlayOffs, bzw. der PlayDowns, zu stellen und mit einer guten Form in diese gehen zu können. Bestenfalls mit einem Sieg.

Frankfurt verlor zwar die letzten vier Spiele, doch der dritte Platz ist schon seit Längerem gesichert. So konnte man vom Spiel keine besondere Spannung erwarten. Viel interessanter waren dagegen die Zwischenstände und Ergebnisse aus anderen Stadien, denn der Gegner für das PlayOff Viertelfinale wurde noch gesucht. Und da boten sich noch viele Mannschaften an, die den sechsten Tabellenplatz einnehmen konnten.

Zum ersten Drittel:

Die heimischen Löwen dominierten von Beginn an das Spiel. Aber im Vergleich zu den meisten anderen Spielen in der Hauptrunde mit angezogener Handbremse. Aber dies genügte auch, denn keine der beiden Mannschaften schien heute auf 100% zu spielen, was aber durchaus verständlich war.

Das 1:0 für die heimischen Löwen fiel in einer frühen Überzahlsituation. Der erste Schuss und auch der erste Nachschuss konnten noch abgewehrt werden, aber aller guten Dinge sind deren drei und so ging der dritte Schuss in dieser Situation ins Tor.LFECT04032018 (12 von 42)

Danach plätscherte das Spiel so ein wenig vor sich hin, ohne dabei ganz große Chancen auf beiden Seiten zu haben. Zwar gab es Schüsse, aber die waren eher etwas für die Statistik. Dem 2:0 für Frankfurt ging ein Fehler der Tölzer Hintermannschaft voraus. Der Pass in Richtung eigener Spielerbank war unglücklich getimt, denn in diesem Moment wollte ein Spieler wechseln. Das hätte unter Umständen zu einer Strafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis geführt. Doch die Frankfurter schalteten schnell und nutzten dieses Fehler mit einem schönen Pass vor das Tor aus, welcher im zweiten Versuch ins Tor ging, nachdem der erste noch den Pfosten grüßte.

Beim 3:0, nur kurze Zeit später, wurde ein Frankfurter Spieler im Slot vor dem Tor einfach vergessen, der völlig frei nach einem Pass von der Seite einnetzen konnte. Man konnte so langsam erkennen, dass sich bei den Gästen Frustration breitmachte, denn schließlich waren gerade einmal zehn Minuten gespielt.LFECT04032018 (18 von 42)

Das merkte man sehr gut beim 4. Tor der Frankfurter, bei dem der Tölzer Verteidiger nicht besonders gut aussah. Wieder einmal konnte ein Tor aus dem Slot erzielt werden, bei dem der Frankfurter Stürmer deutlich hartnäckiger zu Werke ging und damit erfolgreich war.

Kurz vor Schluss des ersten Drittels, also wirklich sehr kurz vor Schluss, nämlich nur drei Sekunden, konnten die Gäste auf 4:1 verkürzen. Sie waren in Überzahl und zogen die Box der Frankfurter in Richtung Bande heraus, was den Slot freimachte. Dort wartete bereits ein Tölzer, der den Puck entgegennahm und sich die Ecke praktisch aussuchen konnte. Das war dann auch der Pausenstand.LFECT04032018 (21 von 42)

Interessanter waren aber, wie bereits erwähnt, die Ergebnisse aus den anderen Stadien. Und nach dem Stand zur ersten Pause wäre der Gegner Bad Nauheim gewesen.

Zum zweiten Drittel:

Das Drittel begann für die Gäste denkbar schlecht mit zwei kurz aufeinander gezogenen Strafzeiten. So mussten die Gäste mit 3 gegen 5 in Unterzahl spielen. Die Gastgeber wirkten aber noch nicht so ganz wach, denn das Überzahlspiel wirkte behäbig. Dennoch gelang das 5:1 bei dieser doppelten Überzahl.

Im Anschluss schienen die Gäste an ihrer Ehre gepackt worden zu sein und generierten gute Chancen. Viele davon unter Mithilfe der Hausherren, die das Verteidigungsspiel vernachlässigten. Das 5:2 war schon eine recht kuriose Szene, denn das Tor wurde bei dem Konter der Gäste unabsichtlich verschoben. Normalerweise dürfte das unter diesen Umständen zu keinem Tor führen, wobei es die Möglichkeit gibt, auf ein technisches Tor zu entscheiden, wenn der Puck theoretisch, wenn das Tor nicht verschoben worden wäre, in das Tor gegangen wäre. So viele Konjunktive. Das technische Tor dürfte aber auch nur dann gegeben werden, wenn es sich um ein absichtliches Verschieben des Tores gehandelt hätte. Noch mehr Konjunktive. Sagen wir es mal so: Der Puck wäre reingegangen, das steht fest, nachdem ich die Bilder von Sprade.TV gesehen hatte. Die Schiedsrichter haben das Tor gegeben, also muss es ein technisches Tor gewesen sein. Letztlich aber war das absolut nicht spielentscheidend, sodass man diese Szene als kurios abhaken kann.LFECT04032018 (32 von 42)

Das Spiel verlief recht normal weiter. Die Frankfurter machten keinen schockierten Eindruck, aber hatten anscheinend auch nicht unbedingt vor mehr Kräfte als nötig zu investieren. So kamen die Gäste immer wieder zu Chancen und in Überzahl sogar zum 5:3, welches im Nachschuss nach einem Abpraller gefallen war.

Aber auf der anderen Seite gab es dann auch ein weiteres Überzahlspiel, bei dem eine schöne Einzelaktion, nach einem abgefangenen Pass, das 6:3 einbrachte. Keine Minute später fiel dann auch das 7:3, das ebenfalls durch eine sehr schöne Einzelaktion gefallen ist. Und mit diesem Spielstand ging es in die zweite Pause.LFECT04032018 (35 von 42)

Viele Tore in Frankfurt, doch weiterhin war es in den anderen Stadien spannender. Ein einziges Tor konnte den möglichen Gegner verändern. Nach dem Stand zur zweiten Pause wäre es Kassel gewesen, die im Viertelfinale auf die Frankfurter treffen würden. Doch es waren noch weitere 20 Minuten, oder auch mehr, zu gehen.

Zum dritten Drittel:

Im letzten Drittel passierte nicht mehr besonders viel. Es gab noch zwei weitere Tore in Überzahl. Einmal zum 8:3 und das zweite zum 8:4. Deutlich schöner und ansehnlicher war die Fanwanderung aus dem Gästeblock durch die Eissporthalle. Mit Fahnen und Gesängen ging es durch die Halle. Mit einem größeren und längeren Zwischenstopp in der Stehkurve der Frankfurter wurde sogar einmal ein einfacher Fangesang angestimmt, der von fast allen Zuschauern in der Eissporthalle angenommen wurde. Ein sehr schöner Anblick, dass sich zwei Fanlager ohne Streit und Anfeindungen begegnen können. So soll es sein. Das ist unser Sport. Das ist Eishockey.LFECT04032018 (40 von 42)

Löwen Frankfurt – Tölzer Löwen 8:4 (4:1 3:2 1:1)

Oh ach ja, da waren noch die anderen Spiele, die den Gegner für das Viertelfinale ausspielten. Kaufbeuren, Bad Nauheim, Kassel und Ravensburg standen in der Verlosung. Den sechsten Platz machten die Kassel Huskies klar, sodass sie der Viertelfinalgegner der Löwen Frankfurt sind. Wie es in diesem Jahr wohl ausgeht? Wir werden es erfahren. Bald. In den PlayOffs!

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Nachbarschaftsduell aka Hessenderby zwischen den Löwen Frankfurt und dem EC Bad Nauheim. Spielbericht vom 25.02.2018

Ganze drei Heimspiele musste ich aufgrund einer Blessur am Fuß ausfallen lassen. Zum Glück gibt es da noch Sprade.tv, aber eine Fernsehübertragung ersetzt die Stadionatmosphäre nicht. So war ich froh, dass ich pünktlich zu einem weiteren Derby fit sein konnte. Zumindest so weit, dass ich den Fuß wieder belasten und etwas länger stehen konnte.LFECN250218 (4 von 52)

Die Hauptrunde neigt sich dem Ende entgegen und der dritte Platz ist schon vor dem Spiel so sicher gewesen, wie das Amen in der Kirche. Vielleicht könnte der zweite Platz noch erreicht werden, aber da müsste sich der SC Riessersee eine spielerische Auszeit genehmigen, von der nicht auszugehen ist.

Dagegen steht der EC Bad Nauheim als momentan stärkstes Team gegenüber, das sich mit vielen Siegen in den letzten Spielen auf einen Tabellenplatz eingereiht hat, der die direkte PlayOff-Teilnahme sichert. Nämlich Rang sechs und das würde ein Derby im Viertelfinale bedeuten.

Doch so weit waren wir noch nicht, denn der 50. Spieltag musste erst noch gespielt werden.

Zum ersten Drittel:

Eine ausverkaufte Eissporthalle mit 6.770 Zuschauern, wovon doch sehr viele aus der Kurstadt Bad Nauheim kamen, erwarteten ein spannendes Derby.

Von Beginn an waren es die Gäste, die mit großem Einsatz und Willen das Spiel bestimmten und auch die ersten guten Akzente in der Offensive setzten. Die Löwen wirkten überrascht und nahmen recht schnell eine Strafe gegen sich, welche die Gäste mit ihrem starken Auftritt direkt zum 0:1 für sich nutzen konnten. Ein paar schöne und schnelle Pässe, sowie der Abschluss von halbrechter Position brachten die frühe Führung und großen Jubel bei den Anhängern aus der Kurstadt.

Diese waren von diesem Treffer beflügelt und spielten nun, wie es eigentlich die Frankfurter zu Beginn eines Spiels machen. Es dauerte auch nicht lange, bis das 0:2 für die Gäste aus identischer Position fiel. Den ersten Schuss konnte Löwen Goalie Karjalainen noch nach vorne abwehren, aber gegen den Nachschuss war er machtlos. Es waren gerade einmal etwas mehr als vier Minuten im ersten Drittel gespielt und die Gäste führten bereits mit 2:0. Durchaus verdient zu diesem frühen Zeitpunkt. Sie machten das Spiel, schnürten die Löwen in der Verteidigung ein und nutzen ihre Chancen.LFECN250218 (14 von 52)

Die Löwen waren nun gefragt, aber zunächst schien es nicht so, als würden sie den Weg zurück ins Spiel finden. Doch dann ein Schuss von halblinker Position, der abgewehrt wurde. Es gab einen Nachschuss und dieser war – war er im Tor? Oder doch nicht? Es gab großen Jubel und einen Videobeweis. Ich muss gestehen, dass ich von meiner Stehplatzposition nicht wirklich gesehen habe, ob der Puck drin war oder nicht. Erst als ich die Wiederholung auf Sprade.tv gesehen habe, war klar, dass die Entscheidung der Schiedsrichter, kein Tor zu geben, absolut korrekt war. Der Puck ging von Pfosten zu Pfosten und befand sich zu keinem Zeitpunkt hinter der Torlinie. Dass das die heimischen Fans anders gesehen haben, ist nachvollziehbar. Der Mannschaft aus Frankfurt tat diese Entscheidung jedoch überhaupt nicht gut. Sie wirkten nun gänzlich von der Rolle. Abstimmungs- und Absprachenprobleme, so wie Fehlpässe und unvollendete Angriffsversuche prägten das Spiel der Löwen in den folgenden Minuten. Die Nauheimer waren eindeutig näher am dritten Treffer als die Frankfurter am Anschlusstor.LFECN250218 (17 von 52)

Dass der Anschlusstreffer dann doch fiel, war mehr ein Zufallsprodukt, das „aus dem Nichts“ kam. Ein einfacher Schuss auf das Tor der Gäste wurde abgefälscht und fand den Weg ins Tor. Nur noch 1:2. Dieser Treffer gab ein wenig Auftrieb und die Löwen spielten nun wieder etwas stärker. Wenngleich noch nicht auf Augenhöhe mit den Gästen, das muss man dazu sagen. Es gab bis zum Ende des Drittels Chancen auf beiden Seiten, die aber ohne Torerfolge blieben. So ging es auch mit dem 1:2 in die erste Drittelpause.LFECN250218 (26 von 52)

Zum zweiten Drittel:

Die Frankfurter durften mit einem Überzahlspiel starten, doch dieses war an diesem Abend schwach. Die gewohnte Stärke bei mehr Spielern auf dem Eis verblasste mit jeder weiteren Überzahl an diesem Abend. Passend dazu wirkte es nicht wie ein Derby. Weder auf dem Eis, noch auf den Rängen. Ist das die Ruhe vor dem Sturm der Playoffs? Möglicherweise.

Jedenfalls zeigten die Gäste weiterhin, dass sie eher gewillt sind, dieses Spiel für sich zu entscheiden. Sie waren weiterhin die stärkere Mannschaft, verteidigten aufopferungsvoll, fuhren Checks zu Ende und kämpften um jeden Puck. Das schmeckte den Löwen überhaupt nicht. Durch das Forechecking der Gäste ließen sich die Frankfurter immer wieder zu Fehlpässen verleiten.

Zwar spielten die Nauheimer nicht mehr ganz so offensiv, wie noch zu Beginn des Spiels, dafür war die Verteidigung stabil und die Qualität der wenigen Chancen deutlich größer. Der Nachteil bei dieser Spielweise sind die Strafen, die sich die Gäste immer wieder nahmen. Aber da die Löwen nicht besonders kreativ waren, konnten sie sich die Unterzahlspiele durchaus leisten.

LFECN250218 (35 von 52)Einer der bereits angesprochenen Fehlpässe führte schlussendlich auch zum 1:3 für die Gäste aus Bad Nauheim. Der Pass in den Slot, in welchem ein Bad Nauheimer völlig frei war, wurde perfekt gespielt und zum dritten Tor eingenetzt. Das war das Ergebnis des guten Spiels der Gäste.  Aber der Anschluss fiel nicht mal eine Minute später. Erneut ein Schuss, der nach vorne abgewehrt worden ist, Verkehr vor dem Tor produzierte und ein Spieler der Löwen schaltete am schnellsten und brachte den Puck ins Tor. 2:3 nur noch. Die Chancen in der Folge waren aber wiederum schwächer, so dass der Ausgleich nicht fiel. Mit dem Zwischenstand von 2:3 ging es in die zweite Pause.LFECN250218 (37 von 52)

Zum dritten Drittel:

Es war fast nur noch ein Spiel auf das Tor der Gäste, bei dem die Löwen viele wirklich gute Chancen herausspielten. Das Glück bei den Abschlüssen vor dem Tor fehlte jedoch. Die Gäste konzentrierten sich darauf zu verteidigen und eventuell mit einem Konter die Entscheidung zu finden.

LFECN250218 (49 von 52)Es reichte aber für keine der beiden Mannschaften in diesem Drittel noch ein weiteres Tor zu erzielen, womit das Spiel auch 2:3 endete. Der Jubel bei den Fans aus der Kurstadt war natürlich groß an diesem Abend. Aber in den PlayOffs werden die Karten neu gemischt. Und noch steht nicht fest, wer der Gegner für die Löwen sein wird.

Löwen Frankfurt – EC Bad Nauheim 2:3 (1:2 1:1 0:0)

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Eine Sache hat mich aber nach dem Spiel noch interessiert. Welche der drei hessischen Teams ist eigentlich das erfolgreichste in den vielen Derbys gewesen?

Löwen Frankfurt – EC Bad Nauheim: 1:2 n.V – 4:5 n.P. – 6:2 – 2:3

Frankfurt: 13:12 Tore 5 Punkte

Bad Nauheim: 12:13 Tore 7 Punkte

Kassel Huskies – Löwen Frankfurt: 4:5 – 4:3 n.V. – 4:3 n.V. – 5:1

Kassel: 17:12 Tore 7 Punkte

Frankfurt: 12:17 Tore 5 Punkte

Bad Nauheim – Kassel Huskies: 5:3 – 1:6 – 4:3 n.V. – 2:5

Bad Nauheim: 12:17 Tore 5 Punkte

Kassel: 17:12 Tore 7 Punkte

  1. Kassel Huskies 34:24 Tore 14 Punkte
  2. EC Bad Nauheim 24:30 Tore 12 Punkte
  3. Löwen Frankfurt 25:29 Tore 10 Punkte

Hier besteht definitiv Verbesserungsbedarf in Frankfurt in der nächsten Saison.

Buch-Rezension zu „Sonntags Tod“

Schon wieder ein Buch, das im Titel „Sonntag“ trägt. Das kann schon einmal vorkommen. Aber zunächst selbstverständlich vielen lieben Dank an den Heyne Verlag aus der Random House Verlagsgruppe für das Rezensionsexemplar.

Sonntags Tod“ von Carla Berling aus dem Heyne Verlag.

Genre: Krimi

Es ist ein Kriminalroman auf 269 Seiten, der mit einer Geschichte aufwartet, mit der man so nicht rechnet. Aufgelöst werden die Zusammenhänge von der Reporterin Ira Wittekind. Meine Lesedauer betrug ca. 6 Stunden. Das Buch erschien bereits am 13.11.2017. Die Erstveröffentlichung war jedoch schon am 27.09.2013.

Klappentext:

Lokalreporterin Ira Wittekind ist gerade erst in ihre westfälische Heimat zurückgekehrt, als eine schreckliche Nachricht sie erreicht: Ihre Schulfreundin Verena ist tot, ermordet von ihrem Mann Richard. Direkt nach dem Mord hat der angesehene Hotelier sich selbst das Leben genommen. Kurz darauf ist Ira Zeugin, als ein Toter in einer verwahrlosten Wohnung gefunden wird. Durch ein kleines Detail wird sie auf einen möglichen Zusammenhang zwischen den Todesfällen aufmerksam. Und ihr wird klar, dass hinter der idyllischen Fassade der Provinz ungeahnte Abgründe lauern…

Das erste Drittel in diesem Buch hat sich für mich als etwas schwierig dargestellt, da noch nicht viel passiert, aber sehr viele Menschen vorkommen. Die Hauptfigur Ira Wittekind ist bei der Beerdigung ihrer alten Schulfreundin, welche mitsamt ihrem Ehemann, begraben wird. Dass dieser erst seiner Frau und anschließend sich das Leben nahm ist weitläufig schon bekannt. Auf dieser Beerdigung begegnet sie alten Bekannten und Freunden aus ihrer Jugendzeit wieder.

Bis hierhin insgesamt tragisch, aber nicht ungewöhnlich. Erst als sie bei einer Reportage auf einen Toten, dessen Nachname Sonntag ist, stößt und sich dieser als der verschwundene Sohn einer ihr bestens bekannten Familie entpuppt, beginnen die verworrenen Zusammenhänge. Diese sind zu Beginn ihrer Recherchen noch lange nicht klar und lösen sich im Verlauf der folgenden Geschichte durch viele Ecken und Kanten auf. Dabei verläuft die Recherche und Suche bis zum Schluss der Geschichte, in welcher ungeahnte dunkle Geheimnisse schlummern und ans Licht gebracht werden.

Vielleicht mag es ein wenig gekünstelt wirken, aber könnte es diese dunklen Geheimnisse und eine Familie in dieser Form geben? Das ist durchaus denkbar. Jedenfalls beginnt dieser Krimi ab diesem Zeitpunkt spannender und interessanter zu werden. Dabei entstehen immer wieder Atempausen, die das ganze wieder abflachen lassen. Ein richtiges Spannungshoch gab es aus meiner Sicht jedoch nicht. Dafür ist die Verworrenheit so interessant, dass man selbst beim Lesen durchaus mal den Überblick verlieren kann. Wer hat da noch mit wem zu tun und was sind die Beweggründe und wie war das nochmal in der Vergangenheit? Alles das spielt mit rein und entwickelt sich zu einem interessanten Familienportrait.

Das Ganze spielt sich in Bad Oeynhausen ab. Eine kleine Stadt in der Nähe von Bielefeld. Die Autorin nutzt ihre Ortskenntnisse und auch den westfälischen Dialekt, was durchaus die Örtlichkeit des Geschehens noch ein kleineres Stück näher an den Leser bringt. Wobei ich hin und wieder eines der Dialektwörter googlen musste. Eine andere Sache, die sehr auffällig ist, ist der Punkt, dass häufig Alkohol konsumiert wird. Da habe ich mich schon gefragt, ob das nicht schon ein wenig zu viel des Guten sein könnte – oder die Beteiligten einfach nur trinkfest sind?!

Insgesamt ist es dadurch interessant, dass eine einfache Reporterin die Recherchen durchführt. Sie nutzt ihre Berufserfahrung aus, um an Informationen heranzukommen, obgleich sie natürlich den Vorteil hat, dass sie viele Personen befragen kann, die sie bereits seit Jahrzehnten kennt.

Auch der Schreibstil und die Wortwahl sind angenehm einfach, sodass man gut durch die Story geleitet wird. Das ist gerade im ersten Drittel des Buches ungemein wichtig, da es, wie bereits erwähnt, der ruhigste Teil in diesem Krimi ist.

Es mag mich zwar nicht vom Hocker gehauen haben, aber eingeschlafen bin ich auch nicht. Für mich war nicht das Spannungselement entscheidend, sondern die Verworrenheit und die Puzzlestücke, welche nach und nach zusammengefügt werden, das Element, was mein Interesse an dieser Story aufrecht hielt.

Der klassische Krimifan wird hier wohl nicht so glücklich werden. Wenn man sich jedoch für die etwas andere Art der Ermittlungen, bzw. Recherchen, mit dem Aufdecken von dunklen Geheimnissen innerhalb einer Familie interessiert, kann sehr wohl mit diesem Buch eine sehr gute Story lesen.

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Löwen Frankfurt – EC Bad Nauheim – 10.12.2017

Das zweite Spiel an diesem Wochenende mit der Bezeichnung „Derby“ stand in Frankfurt an. Bereits am Freitag gastierte das Löwenrudel bei den Kassel Huskies und nahm einen Punkt mit nach Frankfurt. (Niederlage in der Overtime).

Nun kam mit Bad Nauheim ein weiterer Konkurrent aus Hessen in die Frankfurter Eissporthalle und die zahlreich mitgereisten Fans aus der Kurstadt machten die Derbystimmung um das Eis perfekt. Insgesamt waren an diesem Abend 6.770 Zuschauer in der Eissporthalle, was ausverkauft bedeutete.

Das Spiel musste 30 Minuten später beginnen, da das überraschende Einsetzen von Schneefall Mitte Dezember für ein kleines Verkehrschaos sorgte. So hatte ich noch genügend Zeit mit Christian Roth von American-Sports.info, der wieder auf Bilderjagd ging, zu sprechen, ehe ich mich auf meinen kuschligen Stehplatz begab und auf den Beginn des Spiels wartete.

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Quelle: american-sports.info

Zum ersten Drittel:

Dass das Spiel durchaus interessant werden sollte, zeigte sich bereits in der ersten Spielminute. Die Löwen wollten druckvoll beginnen und sich die ersten Chancen erspielen. Daraus wurde jedoch nicht viel, denn der erste Angriff endete mit einem Befreiungsschlag, der auf halblinker Position von einem Angreifer der Nauheimer aufgenommen und zum 0:1 im Netz der Löwen untergebracht wurde. Ganze 47 Sekunden dauerte es also bis zum ersten Tor in dieser Partie.LFECN101217 (7 von 39)

Während die Löwen fast im direkten Gegenzug den Ausgleich hätten erzielen können, es aber verpassten, zeigten beide Mannschaften gute Szenen in der Offensive. Eine Strafe gegen die Frankfurter bremste die Bemühungen ihrerseits jedoch aus und so mussten sie in Unterzahl agieren. Diese spielten die Nauheimer sehr gut aus und kamen schlussendlich auch zum schnellen Torerfolg. So hieß es nach noch nicht einmal fünf Minuten 0:2 aus Frankfurter Sicht.

Während sich die roten Teufel nun etwas zurückzogen, versuchten die Löwen nun mit ihrer Offensive den Spielstand zu ändern. Doch, wie bereits in den letzten Spielen schon gesehen, wurde zu kompliziert gespielt, sodass viele Chancen gar keinen Abschluss fanden oder einfache Beute für den Torhüter waren. Zudem arbeitete die Nauheimer Verteidigung sehr solide und hielt die Löwen von Großchancen ab. Doch bei einem kleinen Chaos und gutem Passspiel der Frankfurter, rutschte der Schuss durch die Beine des Nauheimer Torwarts und da stand es nur noch 1:2. Ein etwas glückliches Tor, aber der Puck war drin.LFECN101217 (12 von 39)

Die folgenden Minuten waren geprägt von Frankfurter Angriffsversuchen und guten Nauheimer Angriffen und Kontern. Das änderte sich knapp fünf Minuten vor Drittelende, als ein Spieler von Bad Nauheim mit großem Tempo in die Bande krachte. Was genau passiert ist, konnte ich nicht sehen, aber allein der dumpfe Knall und wie der Spieler auf dem Eis lag, weckte in mir Besorgnis. Bei aller Rivalität wünscht oder erhofft man sich keine schwerwiegende Verletzung bei einem Menschen. Glücklicherweise konnte er wieder aufstehen und das Eis selbst verlassen. Bis zum Drittelende mussten die Frankfurter nun in Unterzahl agieren, konnten diese Phase aber unbeschadet überstehen und hätten beinahe sogar noch den Ausgleich geschafft. Bad Nauheim spielte diese Überzahl etwas behäbig und kam nicht zu größeren Chancen. Nach Ablauf der Strafe war dann auch das erste Drittel zu Ende.

Zum zweiten Drittel:

Während sich die Frankfurter weiter in der Offensive übten und Chance um Chance auf den Ausgleich vergaben, entstanden in der Defensive Löcher wie in einem Schweizer Käse. Dass die Nauheimer diese Einladungen nicht annehmen, lag auch mit am Torwart der Löwen, aber womöglich eher am Überraschungsmoment der Chancen, die sich boten.

In einer Überzahlsituation sah man bei den Frankfurtern Licht und Schatten, aber sie kamen zum Ausgleich, welcher gefeiert wurde. Aber dieser Ausgleich hatte lediglich 9(!) Sekunden Bestand.  Die Löwen vergaßen anscheinend, dass das Spiel weitergeht und boten dem Angreifer aus Nauheim nur sporadischen Geleitschutz, der mit einem wuchtigen Schuss in den Winkel die 3:2 Führung für Bad Nauheim und somit den vorherigen Spielstand wiederherstellte. Das was sich die Löwen im Angriff mühsam erarbeiteten, wurde hinten durch Gedankenlosigkeit und der mittlerweile gewohnten Lethargie wieder zu Nichte gemacht.LFECN101217 (23 von 39)

Weiter ging es mit dem selben Bild: Frankfurt im Angriff und Nauheim beim Kontern. Wobei sich die Frankfurter im Vergeben von Chancen aufgrund der teilweise zu komplexen Spielweise selbst Steine in den Weg legen. Das wäre nicht ganz so dramatisch, wenn die Defensive und der aufgestellte Torwart auf der Höhe wären, aber das ist in den letzten Heimspielen immer wieder als ein großes Defizit aufgefallen.

Kurz vor Ende des Drittels gab es noch eine Strafzeit gegen die Löwen, in welcher das 2:4 fiel. Dabei wurde das Tor mit freundlicher Mithilfe eines Verteidigers der Löwen erzielt, der ungewollt eine mustergültige Vorlage auf den Nauheimer Stürmer spielte, welcher sich die Ecke des Tores nahezu aussuchen konnte.

Mit diesem Zwischenstand ging es dann in die zweite Pause und viele Löwenfans hatten fragende Gesichter, was denn aus den offensivstarken Löwen geworden ist, die man noch vor einigen Wochen bejubeln konnte.

Zum dritten Drittel:

Der Torwart bei den Frankfurtern wurde gewechselt. Dies ist seit ein paar Wochen schon eine feste Tradition. In diesem Drittel hatte Frankfurt das Heft in der Hand während Bad Nauheim, nach dem Verlust von zwei Spielern, auf dem Zahnfleisch lief. Zumindest hatte es diesen Anschein. Die Löwen agierten nun konzentrierter und zeigten in diesem Drittel eine geschlossen gute Leistung.LFECN101217 (27 von 39)

Warum sie damit erst im letzten Drittel angefangen haben, bleibt ein Rätsel. Offensive und Defensive zeigten sich nun von ihrer Paradeseite, während die sich bietenden Chancen erneut versiebt wurden. Zwar fielen die Tore zum 3:4 und zum 4:4 binnen der ersten zehn Minuten dieses Drittels, aber danach ließ der Offensivdrang etwas nach und die Chancen wurden abermals liegen gelassen. Wenige Sekunden vor Schluss hätte sogar noch das 5:4 fallen können, aber auch diese Großchance blieb ungenutzt. So endete die reguläre Spielzeit mit 4:4. Die Overtime musste also her, um einen Sieger zu finden.

Zur Overtime:

Viel ist da nicht passiert. Beide Mannschaften agierten bei 3vs3 mit äußerster Vorsicht aus der Defensive heraus und neutralisierten sich häufig. Die Minuten verstrichen ohne größere Ereignisse und damit brachten auch die zusätzlichen fünf Minuten keine Entscheidung. Das letzte Mittel, um einen Sieger zu finden, musste nun durchgeführt werden.LFECN101217 (32 von 39)

Zum Penalty-Schießen:

Das Ganze ist ein bisschen Können und ein bisschen Glücksspiel. Letztlich trafen zwei Bad Nauheimer, während die Frankfurter bei drei Möglichkeiten nur einmal trafen. Somit ging der dritte Punkt an Bad Nauheim.LFECN101217 (37 von 39)

Letztlich war das Unentschieden nach der regulären Spielzeit völlig in Ordnung. Bad Nauheim hat die sich bietenden Chancen besser genutzt und Kapital daraus geschlagen, während Frankfurt momentan bis zu 40 Minuten braucht um in ein Spiel zu finden.

Löwen Frankfurt – EC Bad Nauheim 4:5 n.P (1:2, 1:2, 2:0, 0:0, 0:1)

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Löwen Frankfurt – Tölzer Löwen – 28.11.2017

An diesem Dienstagabend kam es zum Duell der Löwen. Die einen aus Frankfurt und die anderen aus Bad Tölz. Dabei waren die Vorzeichen aber eigentlich schon festgelegt, denn der zweite der DEL empfing den Aufsteiger und Tabellenletzten aus Bad Tölz. So gesehen waren die Rollen verteilt.

Zum ersten Drittel:

Das erste Drittel ist eigentlich sehr schnell erzählt, denn die Frankfurter machten das Spiel, zogen stellenweise das Tempo an und Bad Tölz schien mit dieser Spielweise überfordert zu sein. Die sichtliche Überlegenheit der Frankfurter machte sich dann auch auf der Anzeigetafel bemerkbar. Bereits nach vier Minuten stand es 1:0. Im Anschluss wurden mehrere hochkarätige Chancen ausgelassen, so dass das 1:0 für den Spielverlauf zunächst zu wenig schien. Zwar kamen die Tölzer auch zu Chancen, aber diese waren weniger zwingend und zumeist Schüsse aus der Ferne, die aber rigoros abgefangen wurden.LFTL28112017 (17 von 29)

Zwei Überzahlsituationen wurden von den Frankfurtern eiskalt ausgenutzt, so dass es kurz vor Ende des Drittels 3:0 stand. Aber es gab noch einen Konter, der 13 Sekunden vor Ende des Drittels mit dem 4:0 abgeschlossen wurde. Mit diesem Spielstand ging es dann auch in die Drittelpause. Die 3.575 Zuschauer sahen also das erwartete Spiel und ich hatte schon Sorge um die armen Bad Tölzer, dass es ein böses Ergebnis für sie werden könnte.

Zum zweiten Drittel:

War das erste Drittel noch von Dominanz und klarer Überlegenheit der Frankfurter gekennzeichnet, haben selbige scheinbar vergessen, dass ein Eishockeyspiel mindestens 60 Minuten dauert. Vielleicht wurde auch eine Runde Valium verteilt, denn genauso müde und lustlos präsentierten sie sich in diesem Drittel. Unmotiviert, unkonzentriert, gefühlte zehn Gänge runtergeschaltet, die Verteidigungsarbeit beinahe eingestellt und ein Torwart, dem die Spielpraxis nach seiner Verletzung fehlte. Ihm kann man noch nicht mal einen Vorwurf machen. Es häuften sich Abspielfehler und auch die Puckkontrolle sah hier und da so aus, als wäre das Eishockeyspielen spontan verlernt worden.

So kamen die Bad Tölzer zum 4:1 Anschlusstreffer, wenngleich dieser noch etwas glücklich fiel. Aber es sah auch so aus, als hätten diese die Angst oder den Respekt vor dem amtierenden DEL2 Meister abgeschüttelt. Sie begannen nun schönes Eishockey zu spielen, was natürlich durch die miserable Vorstellung der Frankfurter in diesem Drittel begünstigt wurde. Bad Tölz spielte nun so, als hätten sie so oder so nichts zu verlieren. Und siehe da, das 4:2 ließ nicht lange auf sich warten und war zudem auch schön herausgespielt.LFTL28112017 (22 von 29)

Langsam begannen auch die Frankfurter Fans ihren Unmut zu äußern, denn es waren gerade einmal sechs Minuten in diesem Drittel gespielt. Bei der nächsten Überzahlsituation der Bad Tölzer, konnten sich die Frankfurter mit einem Konter befreien und das 5:2 erzielen. Das war auch gleichzeitig die beste Offensivaktion der Frankfurter in diesem Drittel.

Wer gedacht hatte, dass die zwei Gegentore für ein Aufwachen sorgen könnten, sah sich getäuscht. Denn das 5:3 und auch das 5:4 folgten nur wenige Minuten später. Das Spiel war auf einmal spannend geworden. Und das nicht, weil die die Mannschaften auf Augenhöhe spielten, sondern die Frankfurter den Gegner nach der 4:0 Führung aus dem ersten Drittel einfach unterschätzten und das Eishockeyspielen fast gänzlich einstellten. Mit dem 5:4 ging es in die zweite Pause und es lag eine Überraschung in der Luft.

Zum dritten Drittel:

Nachdem sich die ersten beiden Drittel mit Licht und Schatten im Frankfurter Spiel am besten beschreiben ließen, waren alle gespannt, wie das Spiel nun weitergehen würde. Den eingekehrten Schlendrian konnten die Frankfurter nicht mehr ganz ablegen. Aber sie zeigten nun wieder den fast gewohnten Offensivdrang, gegen den sich die Bad Tölzer vehement stemmten. Dabei waren die Frankfurter zunächst in Unterzahl, was sich auf dem Eis aber kaum wiederspiegelte.

Doch auch Bad Tölz musste eine Strafe nehmen, da sie wieder etwas überforderter waren. Somit kamen die Frankfurter zur dritten Überzahl in diesem Spiel, welche auch zum dritten Mal genutzt wurde. 6:4. Aber dieses Tor brachte die Ruhe ins Frankfurter Spiel nicht zurück. Wieder dauerte es nicht lange, bis Bad Tölz mehrere gute Chancen herausspielen und das 6:5 erzielen konnte. Aus der Ferne sah es so aus, als wäre der Puck ins Tor gearbeitet worden. Aber Tor ist Tor. Somit hatte auch der Torwartwechsel der Frankfurter zu Drittelbeginn nicht unbedingt das gewünschte Ergebnis gebracht, wobei man auch sagen muss, dass die Defensivleistung der Frankfurter ab dem zweiten Drittel nicht einmal mehr zweitligawürdig gewesen war.

In der Folge war das Spiel recht ausgeglichen und es gab Chancen auf beiden Seiten. Doch keine der beiden Mannschaften konnte aus den sich bietenden Gelegenheiten Kapital schlagen. Auch nicht in Überzahlsituationen. Die letzten Chancen hatten die Bad Tölzer, die kurz vor Ende noch ohne Torwart spielten. Aber die Uhr lief gegen sie und so konnten die Frankfurter den unerwartet knappen Sieg über die Zeit retten.LFTL28112017 (29 von 29)

Nichts desto trotz stehen am Ende des Abends drei Punkte auf der Habenseite der Frankfurter und am Ende fragt keiner mehr danach, wie diese geholt wurden. Doch ist es immer wieder erschreckend zu sehen, dass die Schwachstelle Frankfurts die Defensive ist. Sollte hier noch einmal nachgebessert werden? Diese Frage würde ich mit einem deutlichen „Ja“ beantworten.

Löwen Frankfurt – Tölzer Löwen 6:5 (4:0 1:4 1:1)

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