Wrestling in der Batschkapp Frankfurt: die wXw (westside Xtreme Wrestling) war am 21.04.2018 zu Gast mit der „We love Wrestling Tour“

Es ist nun schon über ein halbes Jahr her, als die wXw das letzte Mal zu Gast in Frankfurt war. Es war der 30.09.2017, und auch dort war ich vor Ort und habe davon berichtet. Hier geht es zum Artikel -> wXw Batschkapp 30.09.2017

Schon damals war ich begeistert und freute mich umso mehr auf diesen Abend, der mich auch nicht enttäuschen sollte. Die Batschkapp war ausverkauft und mein Sitzplatz in der ersten Reihe war ein klein wenig suboptimal, aber immer noch sehr gut. Ausverkauft bedeutet übrigens 450 Zuschauer.

Es gibt 72 Bilder von mir zu diesem Event – Klicke –>> H I E R <<–

Der Event aus Frankfurt wird ab dem 24.04.2018 auf dem offiziellen Videoportal der wXw zu sehen sein. Hier gelangt ihr dahin: Offizielle Video-Website: wXw now

IMAG1159Vielen ist die wXw vielleicht noch kein Begriff und ich erwähne es, so wie in meinem damaligen Bericht, gerne erneut: die deutsche Organisation „wXw“ also Westside Xtreme Wrestling, mit ihrem Sitz in Essen, ist die größte dieser Art Deutschlands. Aus dieser sind sogar bereits einige Wrestler hervorgetreten, die nun in der WWE ihre Brötchen und Hamburger verdienen.

Auch das hier erwähne ich sicherheitshalber auch nochmal: die Sitzreihen sind nicht durch eine Barriere vom Ringbereich getrennt. Dadurch ist man sehr nahe am Geschehen und wenn es passiert, auch Teil davon. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Wrestler in die Zuschauer geschubst wird oder vor ihnen liegt. Deswegen sollte man immer ein Auge auf das Geschehen haben, damit man weder sich noch einen Wrestler verletzten könnte.

Dann ging der Abend auch schon los und das mit einem sehr interessanten Match sogar. Gleich vier Wrestler durften sich in einem „Fatal4-Way“ Match messen. Gut, okay, in der wXw wird diese Matchart anders genannt, aber der Begriff aus der WWE dürfte hier gängiger sein. Eigentlich sollte es erst ein „Triple Threat Match“ sein, aber dies wurde kurzfristig geändert.

Der Erfurter Marius Al-Ani, besser bekannt als „Ninja Warrior“, Ivan Kiev und David Starr waren ohnehin für dieses Match angekündigt. Der vierte Mann im Ring wurde niemand Geringeres als Emil Sitoci, der dienstälteste Wrestler in der wXw.

IMAG1170Während zu Beginn noch alle im Ring standen und sich unkoordiniert prügelten, dauerte es auch nicht lange, bis die ersten aus dem Ring geworfen wurden. So ergaben sich sehr ansehnliche und technisch versierte Kämpfe, die oftmals von einem Rückkehrer unterbrochen wurden. Zwischenzeitlich gab es sogar eine „Headlock-Kette“ – ein sehr interessanter Anblick. Dieses Match der Vier kam sehr gut beim Frankfurter Publikum an. Die Wechsel der Ringhoheit waren schneller passiert, als man schauen konnte, bis ein weiteres Mal zwei der vier Akteure außerhalb des Rings waren. Es standen sich nun Ninja Warrior und Ivan Kiev gegenüber. Ein paar schöne Moves von beiden, doch dann packte Ninja einen Aufgabegriff aus, dem Ivan in der Mitte des Rings nichts entgegenzusetzen hatte und aufgeben musste. So gewann der Erfurter dieses aufregende erste Match und das Publikum jubelte.

Das war mal ein Auftakt nach Maß. Sehr wünschenswert. Das Publikum war da und wurde mitgerissen. So konnte und sollte es auch weitergehen.

Es folgte ein Match, das eine gewisse Ungleichheit in sich trug. „Dirty Dragan“ musste gegen den Adler der wXw „Absolute Andy“ antreten. Letzterer wird, bzw. wurde von Samoa Joe trainiert. Der Name kommt euch bekannt vor? Zurecht, er ist derzeit aktiver Wrestler der WWE.

IMAG1175Bevor dieses Match so richtig losging, war schon allein durch die Optik der beiden zu erkennen, wer die Vorteile auf seiner Seite haben sollte. So war es auch nicht verwunderlich, dass Andy in seiner dominanten Art und Weise Dragan aufforderte sich einfach hinzulegen und sich pinnen zu lassen. So käme dieser schmerzfrei davon. Doch weder Dragan noch das Publikum wollten das. Wenn auch Dragan so aussah, als wüsste er nicht so richtig, ob er nicht vielleicht doch darauf eingehen sollte. Letztlich begann dieses Match dann doch und Dragan musste sehr viel einstecken. Sowohl im Ring als auch außerhalb des Rings. Dabei bewies er aber Nehmerqualitäten und wehrte sich mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln. Nur hatten diese gegen die dominante Art von Andy kaum Wirkung. Dafür hatte er den Zuspruch und die Fans in Frankfurt hinter sich, die ihm zujubelten. Die Sympathien konnten nicht klarer verteilt sein. Doch am Ende musste er sich geschlagen geben und Andy gewann das Match nach einer Serie von kraftvollen Moves. Das Match war entschieden, aber Andy noch nicht fertig. Es gab somit also noch einen „Nachschlag“ für Dragan; im wahrsten Sinne des Wortes. Aber Emil Sitoci eilte seinem Zögling(?) zur Hilfe und musste selbst noch einstecken. Letztlich änderte dies aber nichts daran, dass es für Dragan vom Frankfurter Publikum Sonderapplaus gab.

Die Stimmung hielt sich also und das Publikum war weiterhin dabei. Der Spaß ging auch direkt weiter mit dem Match einer Veteranin gegen eine Dame, die von ihr als „Rookie“ betitelt wird. Melanie Gray gegen „Killer“ Kelly aus Portugal. Kelly ist erst rund ein halbes Jahr in der wXw, mischt aber schon gut auf.

IMAG1192War es vor rund einem halben Jahr noch mehr ein eher lustiges und spaßiges Match zwischen Melanie Gray und Session Moth Martina, wurde dieses Duell auf einem ganz anderen Level und Niveau ausgetragen. Beide Damen scheuten nicht davor, sich im Ring und außerhalb des Rings zu profilieren. Dabei war es insbesondere Melanie, die das Heft wutentbrannt in die Hand nahm und Kelly aufzeigen wollte, wer Chefin im Ring ist. Aber Kelly wusste sich zur Wehr zu setzen und es entwickelte sich ein sehr ansehnliches Match, das sehr viele technische und kraftvolle Elemente enthielt. Das Momentum wechselte sogar, aber Kelly hatte am Ende nicht das Glück auf ihrer Seite und musste sich Melanie an diesem Abend geschlagen geben.

Respekt an beide Damen, da ziehe ich meinen Hut vor der Leistung, die gezeigt wurde. Bitte zukünftig mehr davon.

IMAG1212Danach wurde es mal Zeit für einen Titelkampf an diesem Abend in Frankfurt. Es ging um die wXw Shotgun Championship. Titelverteidiger Bobby Gunns, der sogar dort raucht, wo es verboten ist, stellte sich seinem Herausforderer „Dunkzilla“ Mark Davis. Dieses Match hatte nicht so ganz das Flair der vorhergehenden gehabt. Das lag auch mitunter daran, dass Bobby so seine Schwierigkeiten mit dem bulligen Mark Davis hatte. Mehrere Clotheslines hintereinander weg und Dunkzilla stand immer noch recht unbeeindruckt auf den Beinen. Die körperlichen Vorteile machte sich Mark Davis des Öfteren zu Nutze und demonstrierte sie häufig. Um dem zu entgehen änderte Bobby seine Taktik und begann den linken Arm Dunkzillas zu bearbeiten. Vorwiegend mit Armbars und Aufgabegriffen. Diese zeigten auch Wirkung. Dennoch schien das Match lange offen, bis es Bobby gelang einen Superplex vom zweiten Ringseil zu zeigen, der dem Kampf das Ende setzte. So blieb und bleibt Bobby weiterhin der wXw Shotgun Champion.

Anschließend kam Alexander James in den Ring und redete, erzählte und sprach von der großen Gelegenheit, die ihm zustünde, gegen Ilja Dragunov um den wXw Unified World Wrestling Championship anzutreten. Dabei verhöhnte er Ilja mehrere Male und sagte, dass Ilja Angst vor ihm habe und deswegen nicht antreten kann oder will und aufgrund dessen eine „Verletzung“ vortäuscht. Dabei muss man sagen, dass Ilja anscheinend tatsächlich mit einer Verletzung zu tun hat, denn die wXw erlaubt es ihm nicht mit dieser Verletzung ein Match zu bestreiten.

IMAG1234Aber Ilja wäre nicht Ilja, wenn er das einfach auf sich sitzen lassen würde. Selbstverständlich kam er unter großem Jubel heraus und stellte sich Alexander. Dabei mussten ihn aber zwei Offizielle zurückhalten, denn wie erwähnt, wrestlen darf er nicht. Während ihn also zwei Offizielle zurückhielten, machte Alexander mit seinen Sticheleien weiter und kratzte an der Ehre des Russen. Dieser hatte schwer damit zu kämpfen, sich unter Kontrolle zu halten. Aber sein Temperament ging mit ihm durch, er schoss so schnell aus der Ringecke hervor, dass nicht nur die beiden Offiziellen, sondern auch Alexander überrascht waren und machte seinen bekannten „Torpedo“ – einen Shoulder block, der Alexander zu Boden warf. Dies feierten die Fans lautstark.

IMAG1259Ein weiterer Titelkampf stand an und da ging es um die wXw World Tag Team Championship. Die Titelträger „Monster Consulting“ bestehend aus Avalanche und Julian Nero trafen dabei auf die Arrows of Hungary. Beide Teams arbeiteten jeweils gut zusammen und hatten dadurch jeweils ihre Momente. Zu Beginn waren es Monster Consulting, die Oberwasser hatten. Nachdem außerhalb des Rings Avalanche gegen die Ringtreppe gedonnert worden war, konnten die Pfeile aus Ungarn Julian Nero bearbeiten und waren dem Titelgewinn schon sehr nahe. Aber Julian Nero wehrte sich, so gut er konnte. Doch die Tag Team Moves der Ungarn haben schon ihre Wirkung gezeigt. Nur gut, dass sich Avalanche wieder aufrappeln konnte und dann seinem Namen alle Ehre machte. Wie eine Lawine kam er über die Ungarn und begrub sie unter sich. Das war der Beginn vom Ende der Titelträume für die Ungarn, die sich im Anschluss an die Naturgewalt geschlagen geben mussten. Auch hier blieb der Titel bei seinen Besitzern und wechselte nicht.

Kurz vor dem Hauptkampf des Abends rief Pete Bouncer im Ring Da Mack aus, der sich weder zeigte, noch anderweitig darauf reagierte. Wer weiß, was da im Busch ist.

IMAG1288Jedenfalls kamen nun Zack Sabre Jr., der sein Comeback feierte, und Lucky Kid in den Ring, um das Hauptmatch zu bestreiten. Es war ein sehr technisch versierter Kampf zwischen beiden, der von den Fans auch entsprechend honoriert wurde. Kraftaktionen gab es wenige zu sehen, dafür interessante und lustige Einlagen von Lucky Kid, der damit seinem Gimmick und seiner Rolle absolut gerecht wurde und einigen abwechselnden Schlägen auf die Brust, bei dem einer so laut Klatschte, dass die Fans „Holy Shit“ riefen. Zu all diesen Spielereien und anderen technischen Aktionen wurden auch etliche Submissions gezeigt. Einige sahen irgendwie so aus, als würde es sich um eine Verknotung der beiden Kontrahenten handeln. In dieser Form schenkten sich beide wenig und ein normaler Pin schien unmöglich, da sich keiner die Blöße geben wollte. So war es am Ende ein Aufgabegriff von Zack, bei dem Lucky Kid nicht abklatschte, sondern so langsam verblasste; also drohte ohnmächtig zu werden. Das sah der Ringrichter und beendete das Match, welches Zack Sabre Jr. Somit für sich entschied.

Es war ein großartiger Wrestlingabend. Es wurde viel geboten und die Fans honorierten dies mit Jubel und Applaus. Es wird wohl keine Frage sein, dass ich das nächste Mal am 02.09.2018 wieder vor Ort sein werde.

Offizielle Website: wXw-Wrestling

Offizielle Video-Website: wXw now

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Massendefekt und Killerpilze sorgen für Partystimmung in der Frankfurter Batschkapp. Konzertbericht vom 20.04.2018

So langsam wird es wieder Sommer und die möglichen Aktivitäten im Freien kann man nach Belieben wählen. Aber da gibt es noch die Konzerte, die Drinnen stattfinden. So auch an diesem Freitag in der gut klimatisierten Batschkapp.

Noch vor 19 Uhr begann der Spaß und da war die halbe Batschkapp bereits gut gefüllt, als die Killerpilze den Abend eröffneten. Killerpilze? Ja, Killerpilze! Mir war gar nicht bewusst, dass diese Band noch existiert, wobei sie über die Jahre hinweg nie wirklich inaktiv gewesen sind und sogar einen Kinofilm mit dem Titel „Wir sind immer noch jung“ gedreht und herausgebracht haben.IMAG1139

Was bei jedem Song und damit ununterbrochen zu erkennen war, war, dass die Band absolut Lust und Bock auf Musik haben und sich auch so präsentieren. Dabei haben sie die Interaktionen mit den Fans fast durchgehend aufrecht halten können. Es wurde viel geklatscht, applaudiert, getanzt und auch eine Pit und Pogo waren zu sehen. Das Mitsingen wurde auch angestimmt, wobei es auch häufig der Fall war, dass die Gäste von sich aus mitgesungen haben. Was bei deutschen Texten auch nicht besonders schwer fällt. Zumal insbesondere die Refrains schnell aufzugreifen sind.IMAG1147

Das war definitiv ein sehr guter Einstieg in den Abend, der etwas schnell vorbei war, da mir die Band durchaus gut gefallen hat. Auf der Bühne und mit der Stimmung, die sie in die Batschkapp brachten.

Kurze Informationen zu den Killerpilzen:

Genre(s):  Rock, Punkrock

Herkunft:  Dillingen an der Donau, Deutschland

Gründung:  2002

Aktuelle Besetzung:

Gitarre, Gesang:   Johannes ‚Jo‘ Halbig

Gitarre, Gesang:  Maximilian ‚Mäx‘ Schlichter

Schlagzeug, Gesang:  Fabian ‚Fabi‘ Halbig

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Nach einer Pause, die mir nicht besonders lange vorkam, vielleicht rund 20 Minuten, ging es auch schon mit Massendefekt weiter. Und da war die gut klimatisierte Batschkapp auch schon deutlich voller geworden.

Aufgrund der Tatsache, dass an diesem Abend noch eine andere Veranstaltung in der Batschkapp stattfand, hatte es die Band durchaus „eilig“, aber in einem gesunden Maß. Eilig insbesondere dabei, die gute Stimmung fortzuführen und von Beginn an zu toppen. Meiner Meinung nach ist das auch gelungen und die Partystimmung hielt sich von Beginn an bis zum Ende des Auftritts von Massendefekt.

Bereits beim zweiten Song von Massendefekt hieß es hinknien. Das ist eher ungewöhnlich, aber ungewöhnlich war auch die frühe Konzertzeit, also warum nicht mal ein bisschen anders? Bei den Fans kam es dennoch sehr gut an und sorgte dadurch bereits für ein Stimmungshoch. Auch hier wurde mitgeklatscht, applaudiert, gejubelt und auch mitgesungen. Die Fans hatten also durchweg ihren Spaß an diesem Konzert und so soll es doch auch sein.IMAG1152

Die Musik ist eingehend und hat ein gutes Tempo, sowie eine klare durchgängige Linie und Art. Ich persönlich finde das sehr gut, auch wenn es nicht zwingend das Genre ist, was im meisten höre. Dafür sind die Texte gut durchdacht und ebenfalls einfach einzuprägen.

Der Stimmung und der Musik tat auch eine ungestimmte Gitarre keinen Abbruch, dies wurde eher noch mit einem Lachen überspielt. Und ganz nebenbei hatte Schlagzeuger Alexander Wolfart an diesem Tag Geburtstag und die Gäste in der Batschkapp sangen ein Geburtstagsständchen für ihn.

Ein Song, der mir sehr gut gefiel und auch insgesamt sehr gut ankam war „Schlechter Optimist“. Bei diesem kommt die klare temporeiche musikalische Linie der Band sehr gut zum Vorschein. Auch eine etwas ruhigere Passage ist in diesem Song vorhanden. Gepaart mit der sehr guten Akustik und Tonmischung an diesem Abend und den partywütigen Fans in der Batschkapp war dieser Song ein kleines Fest und der ganze Abend eine Party.IMAG1154

Es gab Definitiv keinen Platz für Depressionen und schlechte Laune an diesem Abend in der Batschkapp, der sehr früh begann und etwas zu früh endete. Dafür aber zwei Bands aufbot, die sich das Wort „Partystimmung“ auf die Stirn schreiben können.

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Kurze Informationen zu Massendefekt:

Genre(s):  Rock, Punkrock

Herkunft: Meerbusch / Düsseldorf, Deutschland

Gründung:  2001

Aktuelle Besetzung:

Gitarre, Gesang:  Sebastian Beyer

Gitarre, Gesang:  Claus Pütz

Bass:  Mike Duda

Schlagzeug:  Alexander „Alex“ Wolfart

Konzertbericht zu Megaherz aus der Batschkapp Frankfurt vom 08.03.2018 – ein kometenhafter Auftritt lässt Fans der Neuen Deutschen Härte feiern

Völlig durchnässt kam ich kurz nach halb acht an der Batschkapp an. Wo kam eigentlich dieser Sturm mit dem ganzen Regen so spontan her? Hatte es vielleicht etwas mit dem Kometen zu tun, der an diesem Abend in der Batschkapp gelandet war? Wer weiß das schon. Jedenfalls war ich sehr froh im Trockenen zu sein, wo eine hübsche junge Dame meine trocken gebliebene Eintrittskarte prüfte und mich hereinließ. Raus der nassen Jacke und hinein in halbe Batschkapp.

Irgendwie muss ich das Timing bei der Batschkapp wieder besser hinbekommen, denn bei den letzten Malen war bereits etwas los auf der Bühne, so auch an diesem Abend. Ich folgte der schönen Stimme und sucht mir einen Weg nahe an die Bühne um das Trio mit dem Namen „AnnA Lux“ anzusehen.AnnALux08032018 (1 von 3)

Das Trio zählt zwar auch zum Genre Neue Deutsche Härte, aber überwiegend ist es doch mehr Dark Rock, was sie spielen. Dabei finden immer wieder Elemente des New Wave in den Liedern. Dazu kommen aber immer wieder schöne Gitarrenriffs, die durchaus auch hart sein können und fast gar nicht zu der Optik der Gitarristin Lara Lumière passen. Der Gesang von Anna ist sehr klar und deutlich, so wie die Texte durchdacht und durchaus einprägsam sind. Ihre Stimme ist dazu weiblich sanft aber mit der nötigen Energie unterlegt, so dass sich das Gesamte sehr melodisch anhört.

Es ist meines Erachtens weniger der Musikstil um Party machen zu können, dafür eignet sie sich wunderbar um auch mal die Augen zu schließen und mit der Musik und dem Gesang der Welt für einen Moment zu entsagen. Dementsprechend gab es eher wenige Momente, bei denen das Publikum mitklatschte, aber das hätte auch nicht so wirklich gepasst, finde ich. Dafür gab es den Applaus nach jedem Song und den haben sich die drei auch wahrlich verdient.AnnALux08032018 (2 von 3)

Zu den beiden noch folgenden Bands war das schon ein ziemlicher Kontrast und dennoch ein schöner Start in den Abend. Es gab auch einen ruhigen Song, der nur von der Akustikgitarre begleitet wurde. Fragt mich bitte nicht nach dem Titel des Songs, ich weiß nur noch, dass dieser etwas mit Lichtern zu tun hatte, denn der Wunsch von Anna war, dass sie einige Lichter von den Gästen sehen möchte und einige erfüllten ihr diesen Wunsch auch.

Kurz darauf war der Auftritt auch leider zu Ende und ich muss gestehen, dass mir dieses Trio und ihre Musik sehr gut gefallen. Es mag wohl die besagte Mischung aus schönem Gesang und dem melodischen Konzept gewesen sein, das mich eingenommen hat. So nutzte ich auch die kurze Umbaupause auf der Bühne um mich mal am Merchstand der Band umzusehen und sicherte mir spontan eine von den beiden Damen signierte CD mit dem Titel „Luxus“ auf der sich auch die kürzlich erschienene Single „Zuhause“ befindet. Hach schön, signiert von Lara und Anna…

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Kurze Informationen zu AnnA Lux:

Genre(s):  Dark Rock, Neue Deutsche Härte

Gründung:  2016

Herkunft:  Schweiz

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Anna Lux

Gitarre:  Lara Lumière

Schlagzeug:  Rico H

Das Päuschen ging zügig vorbei und dann kamen sie aus dem Schatten auf die Bühne und ließen das Schwarzlicht für sich sprechen. Schattenmann standen nun in voller Montur auf der Bühne und zeigten von Beginn an wohin es für den restlichen Abend musikalisch gehen sollte: Neue Deutsche Härte und zwar die deutlich härtere Variante. Teilweise war es sogar der Fall, dass die Stimmung insgesamt besser zu sein schien als später bei Megaherz.Schattenmann08032018 (1 von 2)

Auffallend war bei Schattenmann vor allem die Show auf der Bühne, die immer wieder vom Schwarzlicht untermalt wurde. Aber nicht nur das, denn die Band zeigte sich sehr einfallsreich. Mit einem Mal standen sie alle mit Guy Fawkes Masken auf der Bühne, welche ebenfalls vom Schwarzlicht angestrahlt wurden und einen besonderen Lichteffekt erzeugten. Nein, das war noch nicht alles, denn bei diesem Song durfte eine Dame aus dem Publikum die Bühne betreten und erhielt ebenfalls eine Maske, welche ihr schon fast zeremoniell aufgesetzt wurde. Diese durfte sie übrigens behalten, soweit ich das richtig erkennen konnte. Später gab es dann noch mein persönliches Highlight: beim Song Amok würde eine Motorsäge überreicht, wohl ohne Sägeblatt, aber der Effekt war schon wirklich genial.

Insgesamt war auch wirklich viel Leben auf der Bühne neben diesen zusätzlichen Darbietungen. Die Musiker liefen viel herum, spornten das Publikum zusätzlich an und forderten häufig zum Mitklatschen auf und gelegentlich auch zum allseits bekannten „Hey“ mit Fauststoß. Teilweise war es gar nicht nötig die Fans dazu aufzufordern, denn häufig machten sie schon von sich aus mit und machten aus dem Auftritt von Schattenmann schon eine richtige Party. Insbesondere in den vorderen Reihen war dies der Fall.

Schattenmann08032018 (2 von 2)Die Bühnenshow ist schon mal sehr gut, keine Frage, aber musikalisch haben Schattenmann natürlich auch einiges zu bieten. Es finden sich mehrere Elemente wieder, die natürlich dem Überbegriff der Neuen Deutschen Härte unterliegen. Darunter fällt Industrial, Gothic und Metal. Mit dieser Mischung sind sie stilistisch schon nahe an Megaherz und dennoch ein Stück weit anders. Das mag an eben diesen Einflüssen liegen, die sich in unterschiedlicher Gewichtung bei den Bands vermischen. Es finden sich immer wiederharte Gitarrenklänge und melodische Einlagen, die vom typischen Gesang dieses Genres unterlegt werden. Es gab auch das ein oder andere schöne, wenn auch kurze, Gitarrensolo. Ja, das ist was für mich.

Mein Eindruck war an dem Abend, dass die Texte weniger politisch geprägt sind, als es bei Megaherz häufig der Fall ist. Vielleicht war mitunter deswegen das Feiern und Party machen so hoch im Kurs. Aber das könnte auch getäuscht haben, schließlich bin ich in diesem Genre kein Experte und werde es vermutlich auch nie sein.

Von dieser Art der Bühnenshow mit den Interaktionen des Publikums sollte es durchaus mehr geben.

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Kurze Informationen zu Schattenmann:

Genre(s):  NDH, Industrial, Gothic, Metal

Gründung:  2016

Herkunft:  Nürnberg, Deutschland (Info auf https://www.schattenmann.net/)

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Frank Herzig

Gitarre:  Jan Suk

Bass:  Luke Shook

Schlagzeug:  Nils Kinzig

Nun gab es selbstverständlich eine etwas längere Pause, damit für den Hauptakt des Abends alles vorbereitet werden konnte. Wie gewohnt nutzte ich die Zeit, um ein wenig an meiner E-Zigarette zu nuckeln (selbstverständlich Draußen) und mir ein wenig die Beine zu vertreten. Wieder hinein, ein bisschen warten und um 21:20 Uhr betraten Megaherz und großem Applaus und Jubel die Bühne.

Megaherz08032018 (1 von 4)Die Fans zeigten sich auch hier, besonders in den vorderen Reihen, sehr feierfreudig und mit guter Laune. Der Auftritt von Megaherz selbst trug seinen Teil dazu bei, denn es wurde schon recht schnell zum Mitklatschen aufgefordert. Und das immer wieder. Aber die Fans waren manchmal schneller und stimmten schon das Mitklatschen an, ehe die Songs richtig begannen. Ein schöner Anblick und das hat auch die Band sichtlich erfreut. Insbesondere Alexander Wohnhaas, dem Sänger, fiel das sehr gut zu gefallen, denn er honorierte dies.

Von den ersten Songs haben sich die meisten mitreißen lassen und auch für mich vergingen die ersten Lieder und damit die Zeit ziemlich schnell. Ein kleines Malheur von Alexander beim Song Horrorclown brachte ihn nicht aus dem Konzept. Was war passiert? Er hatte zu diesem Song eine USA Flagge bei sich, die irgendwann vor dem Schlagzeug landete. Als er sich dann über die Bühne bewegte, sah er sie wohl nicht so ganz und rutschte auf ihr weg. Zum Glück ist ihm nichts passiert und witzelte nach dem Song über das Geschehene. Das war durchaus sympathisch, schließlich wird er kaum der erste gewesen sein, dem das passiert ist.Megaherz08032018 (2 von 4)

Es ging dann auch direkt weiter mit dem Titelsong des gleichnamigen Albums „Komet“. Etwas später gab es noch einen speziellen Song, der sich inhaltlich gegen Rassismus widmet. Das kam bei den Gästen und Fans sehr gut an. Dafür gab es sozusagen Sonderapplaus. Bei diesem Song fiel mir erst so richtig auf, dass die Bildschirme auf der Bühne wohl das entsprechende Musikvideo dazu zeigten. Zwar konnte ich vorher schon etwas Derartiges erahnen, aber da stand ich noch sehr weit links und habe das weniger beachtet. Später stand ich etwas weiter hinten mittig, und so konnte ich das Geschehen auf der Bühne in ganzer Breite besser bewundern, auch die besagten Bildschirme.

Insgesamt konnte man auch sehen, dass die Band Spaß an ihren Live Auftritten hat. Nicht nur, dass sie musikalisch die harte Gangart der Neuen Deutschen Härte pflegen und mit dem kraftvollen Gesang von Alex eine sehr markante Marke haben, nein sie mögen es auch das Publikum anzusprechen und sich ebenfalls bei ihnen zu bedanken.

Megaherz08032018 (3 von 4)Das Stimmungshoch erreichte die Band beim Song „Miststück“. Wohl einer der bekanntesten Songs der Band und wenn das Mitsingen bisher noch eher leiser gewesen war, so konnte man die ganze Batschkapp immer wieder „Miststück“ rufen, gar grölen hören. Passend dazu forderten die Fans natürlich eine Zugabe, denn das eigentliche Set mit 16 Songs war nun vorbei. Aber die Stimmung blieb erhalten und fachte nochmal neu auf und es wurden vier weitere Songs gespielt. Glückliche Gesichter konnte ich sehen. Und so schlich ich langsam hinaus, um noch meinen Bus zu bekommen.

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Kurze Informationen zu Megaherz:

Genre(s):  NDH

Gründung:  1993

Herkunft:  München, Deutschland

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Alexander „Lex“ Wohnhaas

Gitarre:  Christian „X-ti“ Bystron

Gitarre:  Christoph „Chris“ Klinke

Bass:  Werner „Wenz“ Weninger

Schlagzeug:  Tobias Derer

Wieder einmal Legenden in der Batschkapp Frankfurt. Konzertbericht zu Saxon. Sie begeistern nicht nur die ältere Generation.

Vorweg: leider war es mir nicht möglich eigene Bilder zu machen, bzw. diese sind völlig misslungen. Danke an Jan Heesch vom Rock Genuine Magazin, dass ich ein paar seiner Bilder für meinen Beitrag verwenden durfte.

Als ich gegen 19:30 ankam und durch die Pforten der Batschkapp schritt, war schon musikalische Action zu hören. Nanu? Hatte ich da etwa den Konzertbeginn verschlafen? Um ein paar Minuten, wie es aussah. Aber das war nicht so sehr dramatisch. Schnell die Jacke in die wachsamen Hände des Garderobenpersonals übergeben und hinein in den schon sehr vollen Konzertsaal.

Und tatsächlich standen da schon „Armored Dawn“ aus Brasilien auf der Bühne und eröffneten den Abend mit schönem Heavy Metal. Wie lange sie da schon auf der Bühne waren, kann ich nicht sagen, aber ich durfte noch einige Songs ansehen und anhören. Die Band um Eduardo Parras, dem Sänger, spielt modernen melodischen Heavy Metal mit einer guten Kombination aus starken Riffs, Gitarrensolos und einem markanten Gesang.

Armored Dawn Jan Heesch 01
Foto: Jan Heesch | https://www.rock-genuine.com/

Auch die Bühnenperformance der Band kann sich sehen lassen. Es ist immer wieder Bewegung zu sehen und auch die ersten Versuche dem Publikum einzuheizen waren da.

Armored Dawn Jan Heesch 02
Foto: Jan Heesch | https://www.rock-genuine.com/

Es war zwar noch etwas verhalten, aber die ersten Gäste machten schon beim „Hey“ mit Fauststoß mit. Den Applaus nach jedem Song haben sich die Brasilianer gewiss redlich verdient.

Auch wenn sie aus Brasilien kommen, konnte ich persönlich keine lateinamerikanischen Einflüsse bei der Musik heraushören. Dafür sind sie sehr geradlinig und spielen sowohl schnellere als auch etwas langsamere Songs. Dabei scheinen sich die Texte um Kampf, Tapferkeit und teilweise auch um Sehnsüchte zu drehen. Zumindest bei dem, was ich so heraushören konnte.

Jedenfalls passen sie genau in die musikalische Richtung, die mir persönlich am meisten gefällt. Von der Musik und den Texten her bringen sie ein sehr hörbares Gesamtpaket aus Brasilien mit.

Es war natürlich auch sehr gut, dass die Soundanlage bereits zu diesem frühen Zeitpunkt perfekt funktionierte. Ich konnte die Instrumente und den Gesang deutlich heraushören und genießen.

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Kurze Informationen zu Armored Dawn:

Genre(s):  Heavy Metal

Herkunft:  Sao Paulo, Brasilien

Gründung:  2011

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Eduardo Parras

Gitarre:  Timo Kaarkoski

Gitarre: Tiago de Moura

Bass:  Fernando Giovannetti

Keyboard:  Rafael Agostino

Schlagzeug:  Rodrigo Oliveira

Nach einer kurzen Umbaupause ging es auch schon weiter. Die Band „Diamond Head“, die man durchaus auch schon zu Legenden zählen kann, betraten die Bühne und legten stark nach. Das Einheizen des Publikums klappte besser und die mittlerweile sehr gut gefüllte Batschkapp wurde, insbesondere in den Reihen weiter vorne, zu einer Sauna. An der Tür gab es wenigstens noch etwas kühle Luft und weiter hinten drängten immer wieder Menschen, die eine Abkühlung in flüssiger Form brauchten.

Mir persönlich wurde es in der ausverkauften Batschkapp schon etwas eng. Ich stehe ungern so gequetscht herum. Der Nachteil als eher kleine Person ist dann noch, dass man außer Köpfen nicht viel mehr sehen kann. So bin ich immer hin und her gewandert, damit ich nicht nur hören, sondern auch etwas sehen kann. Abgesehen davon ist es auch interessant zu bemerken, wem man immer wieder begegnet.

Diamond Head Jan Heesch 01
Foto: Jan Heesch | https://www.rock-genuine.com/

Auf die Uhr habe ich wohl nicht geschaut, aber das war auch recht egal, denn die Musik war klasse. Diamond Head, die es auch schon seit über 40 Jahren gibt, waren zu seiner Zeit Vorreiter der „New Wave of British Heavy Metal“ (NWoBHM). Sie dienten auch vielen neueren Bands als Einfluss und so ist es kein Wunder, dass die Musik, die immer noch dem Genre entspricht, auch heutzutage noch sehr gut ankommt.

Diamond Head Jan Heesch 02
Foto: Jan Heesch | https://www.rock-genuine.com/

War die Stimmung bei Armored Dawn noch etwas verhalten, legte sie ab diesem Zeitpunkt zu. Viel mehr Applaus, viel mehr mitklatschen und auch mitsingen gab es. Das wurde zum Teil auch von der Band eingefordert und zum anderen Teil selbst initiiert.

Es ist einfach der klassische Heavy Metal, den sie spielen und dazu eine großartige Bühnenshow hinlegen. Viel Bewegung, viel Interaktion und auch die Lichter bringen dem Auftritt von Diamond Head den entsprechenden Rahmen. Kraftvoller Gesang, rhythmische Melodien und ganze Songs, die einfach nur zum Mitmachen und Headbangen einladen.

Und wenn man auch bei fast allem mitmacht, Spaß an dem Auftritt und der Musik hat, dann wundert man sich, wie schnell die Zeit vergeht. Genau das ist mir bei Diamond Head passiert. Ja wie? Schon fertig? Leider ja. Und was hörte ich einen älteren Herrn neben mir sagen? „Die Alten können es einfach immer noch am besten“. Da mag er wohl Recht haben.

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Kurze Informationen zu Diamond Head:

Genre(s):  Metal, Heavy Metal, NWoBHM

Herkunft:  Stourbridge, England

Gründung:  1976

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Rasmus Bom Andersen

Gitarre:  Brian Tatler

Gitarre:  Andy „Abbz“ Abberley

Bass:  Dean Ashton

Schlagzeug:  Karl Wilcox

Pause. Abkühlung. Trinken. Selbst wenn man kaum mitmacht, bzw. mitmachen kann, weil es aus Platzgründen kaum möglich ist, dann wird es wärmer und wärmer. Draußen einmal abkühlen und an der E-Zigarette nuckeln, und im Anschluss die lange Warteschlange an der Getränkeausgabe zum Totschlagen der Zeit nutzen. Eine bildhübsche junge Dame bediente mich und gab mir den sehnlichst erwarteten Maracujasaft. Kühl und fruchtig. Genau was ich brauchte.

Kaum hatte ich das Getränk in den Händen, sah ich nach vorne und musste feststellen, dass die ausverkaufte Batschkapp nun fast aus allen Nähten zu platzen drohte. Daran zu denken von ganz hinten nach ganz vorne zu wollen, war schon gar nicht mehr möglich. Es hätte mit Sicherheit funktioniert, aber so schlecht war die Sicht nun auch nicht. Und ich war auch keine Sardine. Alles gut.

Saxon Jan Heesch 02
Foto: Jan Heesch | https://www.rock-genuine.com/

Nur Augenblicke später um 21:30 war es dann auch schon so weit: die Lichter gingen aus und in der Batschkapp wurde ganz laut „Saxon“ skandiert. Unter großem Jubel gingen die Lichter auf der Bühne an und da standen sie: Saxon! Passend zum Tournamen und zum neuen Album begannen sie mit dem Song „Thunderbolt“. Was für ein fulminanter Start. Die Massen waren sofort Feuer und Flamme. Viel Applaus, viel Headbangen, noch mehr Mitklatschen und der Fauststoß waren während und zwischen den Songs zu sehen.

Je länger der Auftritt dauerte, umso älter wurden auch die Songs, die die Band spielte. Es war schon beeindruckend, wie gut sie das Publikum über so eine lange Zeit im Griff hatten, denn die wirklich gute Stimmung hielt sich tatsächlich bis zum Schluss.

Man merkt ihnen wirklich an, dass sie immer noch richtig Lust haben Live zu spielen und die Bühnen dieser Welt bereisen wollen. Die Energie, die Lust, die Kraft und natürlich die Musik, die von der Bühne kommen, reißen Jung und Alt einfach mit. Standard gibt es bei ihnen wohl nicht. Die Bühnenshow aus Lichtern und Nebel, so wie Interaktionen mit dem Publikum ist einfach nur großartig. Da können sich gewiss viele Bands noch eine Scheibe von abschneiden. Aber das ist wohl auch die langjährige Erfahrung, die Saxon zweifelsohne haben.

Saxon Jan Heesch 03
Foto: Jan Heesch | https://www.rock-genuine.com/

Auch sie spielen Heavy Metal, sowie NWoBHM und waren, wie auch Diamond Head, ein Vorreiter dieses Genres seiner Zeit. Melodisch, kraftvoll und mit viel Energie, sowie genialem Gesang bilden Saxon auch heute noch musikalische Perfektion in diesem Genre. Saxon sollte man auf jeden Fall gehört haben. Noch besser ist aber, sie auch mal live gesehen zu haben.

Insgesamt gab es 21 Songs, wovon drei davon Zugaben waren, die die Band auch gerne gegeben hatte. Princess oft he Night war einer davon. Ein Klassiker. Der Abend endete aber mit Denim and Leather.

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Kurze Informationen zu Saxon:

Genre(s):  Heavy Metal, NWoBHM

Herkunft:  Barnsley, England

Gründung:  1979 (Erstgründung 1976 als „Son of a bitch“)

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Peter „Biff“ Byford

Gitarre:  Doug Scarratt

Gitarre:  Paul Quinn

Bass:  Tim „Nibbs“ Carter

Schlagzeug:  Nigel Glockler

Konzertbericht zu Cradle of Filth und Moonspell – 07.02.2018 – Batschkapp Frankfurt

An diesem Abend war die Batschkapp leider nur zur Hälfte geöffnet und es waren zwischen 600 und 700 Gäste zum Auftritt der beiden Bands gekommen. Dabei wurde auch viel portugiesisch unter den Gästen gesprochen. Warum portugiesisch? Nun, Moonspell kommen aus der Nähe von Lissabon und haben durchaus sehr viele Songs im Repertoire, die in Landessprache gesungen werden.

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Und mit Moonspell ging es auch pünktlich um 20 Uhr los. Die Bezeichnung „Vorband“ lassen wir bei dieser Gruppe weg, denn sie haben durchaus das Zeug und den Bekanntheitsgrad in der „dunklen Szene“, um selbst als Headliner touren zu können. Sie sind einfach schon seit Jahren mit Cradle of Filth befreundet und touren nicht das erste Mal gemeinsam.

Moonspell070218 (22 von 26)So kamen sie unter Applaus und Jubel auf die Bühne und eröffneten den harten Abend mit den ersten Songs des aktuellen Albums „1755“, was durchaus sofort zu einer dunklen Atmosphäre führte. Bereits zu Beginn mit einer Mischung aus orchestrischem Gesang, der düsteren Atmosphäre und der kraftvollen, sehr starken Stimme von Fernando Ribeiro, gingen dieser Bühnenauftritt und die Musik sofort durch Mark und Bein.

Auch das Bühnenoutfit, mit dem die Musiker selbige betraten, erinnerte mich an etwas sehr Düsteres. Dies untermalte die mitgebrachte Laterne, die Fernando mitbrachte. Irgendwie ein bisschen Undertaker (Wrestling Legende) – mit dem Outfit und seinem Gesang, der häufig gutturaler Natur ist, hat er mich und viele andere Gäste in den Bann von Moonspell gezogen.

Moonspell070218 (21 von 26)Die Mischung aus Dark und Gothic Metal kommt bei Moonspell sehr gut durch und rüber. Auch die Gitarrenriffs setzen sich schnell im Gehörgang fest. Zudem haben die Songs schnelle und langsam gespielte Passagen, die sich aber stets in das düstere, atmosphärische Konzept einfügen. Dabei verlieren sie ihre eigene Note zu keinem Zeitpunkt. Insbesondere die Songs vom Album „1755“ wirken mit den klassischen Zügen und einem leichten Hauch von Folklore sehr angenehm. Zwar habe ich kein Wort, von dem was gesungen wurde, verstanden, aber das ist wirklich relativ zu betrachten, denn die Energie, die mit dem kraftvollen Gesang einhergeht, überträgt sich auch so auf die Gäste. Teilweise hatte ich das Gefühl zu verstehen, auch wenn das wohl mehr durch das Einlassen auf diese interessante musikalische Mischung zurückzuführen ist.

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Wichtig war natürlich auch, dass Ton und Sound gut aufeinander abgestimmt waren, sodass Gesang und Instrumente recht gut zu unterscheiden waren. Das ist bei einer Band, wie Moonspell nicht unwichtig, da immer wieder langsamere Passagen mit sehr markanten Riffs eingespielt werden. Ebenfalls kommt auch der Bass sehr gut zur Geltung bei manchen Liedern und da ist es sehr hilfreich, wenn man eben diesen gut heraushören kann.Moonspell070218 (13 von 26)

Der Auftritt auf der Bühne war sehr lebhaft und es wurde sehr häufig zum Mitklatschen und zum „Hey“ mit Fauststoß aufgefordert, was auch jedes Mal sehr gerne angenommen wurde. Die Fans waren ohnehin sehr angetan und haben sich mit Headbangen schon die Zeit vertrieben. Mitgeklatscht wurde auch, wenngleich es manchmal eher schwierig war. Doch da half die Anleitung von Fernando und schon machten viele mit. So hat sich der lebendige Auftritt von der Bühne auf die Fans übertragen, die es ihrerseits aktiv zurückgeben konnten.

Wen wundert es da, dass eine knappe Stunde so schnell vergeht, dass man sich verwundert umsieht, wo die Zeit schon wieder geblieben ist.

Kurze Informationen zu Moonspell:

Genre(s):  Dark Metal, Black Metal, Gothic Metal

Herkunft:  Brandoa (bei Lissabon), Portugal

Gründung:  1989 als Morbid God – 1992 Umbenennung in Moonspell

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Fernando Ribeiro

E-Gitarre:  Ricardo Amorim

E-Gitarre / Keyboard: Pedro Paixão

Bass:  Aires Pereira

Schlagzeug:  Miguel Gaspar

Nachdem Moonspell mit gebührendem Applaus verabschiedet wurden, begann der Umbau bzw. das Abräumen auf der Bühne und meine Wenigkeit ging ein wenig frische kalte Luft schnappen, bzw. etwas E-Zigarette im Zelt dampfen. Ich hätte mir ruhig etwas mehr Zeit lassen können, denn der Umbau dauerte gut 30 Minuten, ehe es mit dem Betreten der Bühne von Cradle of Filth noch ein Stück weit härter zugehen sollte. Musikalisch natürlich.

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CradleOfFilth070218 (11 von 47)Die erste Überraschung, die mir, abgesehen vom wirklich harten musikalischen Einstand, auffiel, war, dass Sänger Dani Filth kleiner war als ich dachte. Das macht für seine Gesangskünste jedoch keinen Unterschied. Von diesen war ich ohnehin stark beeindruckt, denn er beherrscht viele unterschiedliche Facetten und Gesangslagen. Wobei es auch manchmal mehr schreien ist. Aber er schafft auch sehr schnelle Wechsel zwischen tiefem gutturalen Gesang und dem sehr hohen Schreien, sowie normalem Gesang. Das fand ich über den Abend hinweg sehr beeindruckend. Vor allem deswegen, weil er auch nach über eineinhalb Stunden immer noch Stimme hatte.

Aber nicht nur die unterschiedlichen Gesangslagen, sondern auch der Umgang mit dem Mikrofon dabei waren sehr interessant zu beobachten. Je nach dem, welche Stimm- und Gesangslage er gerade darbietet, wechselt er die Position des Mikrofons. Beim gutturalen Gesang ist es teilweise neben dem Mund und bei den hohen Schreieinlagen eher etwas weiter weg und in Höhe der Nase.

CradleOfFilth070218 (29 von 47)Als deutlich sanfteren Ausgleich zu Danis harter und kraftvollen Stimme, gab es immer wieder Songs, in denen die Keyboarderin Lindsay Schoolcraft, Gesangsparts hatte. Diese waren beinahe etwas zu leise aber gut hörbar und stellten einen sehr angenehmen Gegensatz zu Dani dar.

Gut, dass ich bereits durch Moonspell wusste, dass die Tonanlage gut abgestimmt ist, denn es ist schwierig bei einer Band, wie Cradle of Filth, einzelne Instrumente, abgesehen vom Schlagzeug, wirklich gut herauszuhören. Insbesondere dann, wenn härtere und schnellere Songs und Passagen gespielt werden. Es ist zwar kein wildes Draufhauen, wie es bei Thrash Metal öfter mal der Fall ist, aber dennoch kaum eine Chance das eine Instrument wirklich herauszuhören. Dafür sind sie aber bei den langsameren Passagen in längeren Songs wirklich sehr gut hörbar und sogar sehr melodisch. Da erkennt man sogar, wie gut der Umgang mit den Instrumenten wirklich ist.

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Aber auch die Bühnenoutfits und Show an sich waren sehr passend für diese Band. Viele wechselnde Lichter, aber immer wieder rötlich und ganz viel Nebel waren schon an der Tagesordnung.CradleOfFilth070218 (26 von 47)

Was das Mitmachen der Gäste und Fans betraf, kann ich nicht wirklich viel sagen. Selbstverständlich wurde nach den Liedern applaudiert und gejubelt, aber Mitklatschen und Mitsingen waren kaum möglich. Auch für den Fauststoß mit „Hey“ dazu, war die Art der Musik einfach etwas zu schnell. Dafür habe ich aber viele Haare herumfliegen sehen, wodurch ich schließen kann, dass sehr viele dem Headbangen verfallen waren.

Ja, man muss dieses Genre „Dark Metal“ schon mögen, sonst hat man bei solchen Bands kaum einen Zugang. Aber wenn man ihn hat, dann kann man sich durchaus beeindrucken lassen und Spaß an dieser härteren musikalischen Gangart haben.

Kurze Informationen zu Cradle of Filth:

Genre(s):  Dark Metal, Extreme Metal

Herkunft:  Suffolk, England

Gründung:  1991

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Dani Filth (Daniel Lloyd Davey)

Gitarre:  Richard Shaw

Gitarre:  Ashok

Bass:  Daniel Firth

Keyboard / Gesang:  Lindsay Schoolcraft

Schlagzeug:  Martin Skaroupka

Extreme – 04.12.2017 – Batschkapp Frankfurt

Mal wieder gute Musik; mal wieder in der Batschkapp. Wie häufig war ich denn in den letzten Monaten hier gewesen? Okay, ich habe nachgezählt: inklusive diesem Konzert das 13te Mal. Davon auch einmal beim Wrestling – für jene, die auch nachzählen möchten und nur auf 12 kommen. So viel dazu.

Diesmal ging es pünktlich um 20 Uhr los. Die Vorband „The New Black“ war nicht spontan erkrankt und konnte demnach ihr musikalisches Talent auf der Bühne unter Beweis stellen.BaKa041217 (1 von 11)

Warum ich diese Gruppe aus Würzburg bisher nicht kannte, ist mir im Nachhinein schon ein kleines Rätsel gewesen, denn sie spielen guten und kraftvollen Hard Rock. Die Musik, die sie in den rund 35 Minuten auf der Bühne präsentierten, war dem Genre entsprechend und stellenweise härter als gedacht. Eventuell lag das aber auch an der Tonabmischung, die zwar gut, aber nicht perfekt war. Es fiel mir persönlich zum Beispiel schwer die beiden E-Gitarren rauszuhören, wenn diese gleichzeitig gespielt wurden. Ob das nun an der Band an sich, der Tonabmischung oder meinem Platz in der Batschkapp lag, kann ich nur schwer beurteilen. Vielleicht war es auch eine Mischung aus Allem davon.

Um mir persönlich einen besseren Eindruck der Musik zu verschaffen, habe ich während des Schreibens ein paar Songs auf YouTube gehört und angesehen. Dabei stellte ich dann fest, dass es durchaus eine leichte Übersteuerung beim Live-Auftritt in der Batschkapp gegeben haben muss. Mir gefällt der Stil, den diese Band spielt und auch das Video zum Song „Soon“. Ist zwar schon etwas älter, aber nun. Warum mir ausgerechnet dieses Video gefällt? Männer werden es beim Ansehen verstehen und Frauen die Augen verdrehen. Aber zurück zum Auftritt in der Batschkapp.BaKa041217 (3 von 11)

Sänger Markus Hammer versuchte immer wieder mal Stimmung unter die Gäste zu bringen und diese zum Mitmachen zu animieren. Mitsingen war etwas schwierig, da allem Anschein nach, nur wenige die Band kannten. Dementsprechend zurückhaltend reagierten die Anwesenden auf die Aufforderungen zum Mitklatschen und zum Fauststoß. Ich selbst kam mir auch etwas verloren vor, als ich bemerkte, dass um mich herum auch keiner so wirklich mitmachen wollte. Das war mir aber gleich, und so habe ich mitgemacht und siehe da, Mitklatschen konnten sie dann doch um mich herum – sehr schön.

Insgesamt war der Auftritt aber okay, auch wenn ich während des Auftritts nicht wusste, wer diese Band eigentlich war. Das hat sich erst mit den Schlussworten des Sängers herauskristallisiert, als er den Namen der Band nochmal erwähnte.

Kurze Informationen zu The New Black:

Genre(s):  Hard Rock

Herkunft:  Würzburg, Deutschland

Gründung:  2007

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Markus Hammer

Gitarre:  Christof Leim

Gitarre:  Fabian Schwarz

Bass:  Günter Auschrat

Schlagzeug:  Philipp Klinger

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Circa um 21:20 gingen die Lichter komplett aus und der Klang einer Gitarre auf der Bühne, der nicht zur Feineinstellung erklang, hallte durch die Batschkapp. Als dann endlich die Lichter die Bühne ausleuchteten, standen sie in voller Größe und Montur auf der Bühne: Extreme – die Funk Rocker aus Boston.

Es mag zwar sein, dass der bekannteste Song von Extreme eine Ballade mit dem Titel „More than Words“ ist, dennoch kann die Band ganz anders. Und das sogar sehr gut. Rockig, melodisch und mit gutem Gesang kombiniert, zeigten sie sich bereits während ihrer ersten Songs. Jubel und Applaus des buntgemischten Publikums gab es direkt dazu.

Bunt gemischt war das Publikum, denn ich habe von Kindern im Grundschulalter bis zum Rocker-Urgestein wirklich alle möglichen Menschen gesehen.BaKa041217 (10 von 11)

Sänger Gary Cherone versprühte, mit seinen mittlerweile 56 Jahren, die pure Lebensfreude und Energie auf der Bühne. Dass nicht nur er, sondern auch der Rest der Band, Spaß an ihrer Musik haben, war mehr als deutlich zu erkennen. Das sind sie die eingefleischten Rocker. So kamen die Lieder, die sie spielten, sehr gut beim Publikum an, welche von sich aus oftmals das Mitklatschen bei bestimmten Passagen anstimmten. Aber auch, wenn die Musiker zum Mitklatschen, zum Fauststoß und zum Mitsingen aufforderten, war das Publikum voll da.

Die Zeit rannte förmlich davon während des Auftritts, schließlich war bei Extreme die Tonabmischung, meiner Meinung nach, nahezu perfekt. Die Instrumente und der Gesang ließen sich wunderbar heraushören. Oftmals habe ich einfach nur die Augen geschlossen und die Musik genossen. Insbesondere die Solos, ob nun Gitarre oder Schlagzeug, waren hervorragend.BaKa041217 (6 von 11)

Bei den Songs haben sich die Musiker ihrem ganzen Repertoire bedient, so dass es mal schnellere und kraftvollere Songs gab, aber auch etwas ruhigere und melodischere Stücke wurden präsentiert. Dieser abwechslungsreiche Auftritt hat mir sehr gefallen und ich war doch überrascht, wie schnell die Zeit verflog. Es war wahrlich ein Abend zum Genießen und durch den Zeitflug weiß ich gar nicht mehr, wie lange Extreme auf der Bühne standen, wobei ich von rund 90 Minuten ausgehe.

Hier und da scherzte der Sänger auch mal zwischen den Songs und merkte mehrere Male an, dass an diesem Abend Lieder gespielt werden, die sie schon sehr lange nicht mehr gespielt haben. Aber auch ohne die eingeschobenen Scherze und besonderen Grüße an die auf den Schultern getragenen Kinder im Publikum war die Stimmung von Anfang bis Ende vorhanden und wirklich gut.BaKa041217 (8 von 11)

Kurze Informationen zu Extreme:

Genre(s):  Hard Rock, Funk Rock

Herkunft:  Boston, USA

Gründung:  1985 und 2008 (nach der Auflösung 1995)

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Gary Cherone

Gitarre:  Nuno Bettencourt

Bass:  Pat Badger

Schlagzeug:  Kevin Figueiredo

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Russkaja – 30.11.2017 – Batschkapp Frankfurt

Es war pünktlich um 20 Uhr, als… noch nichts losging. Die Lichter blieben an und es herrschte noch ein reges Treiben auf der Bühne. Was war da los? Nun, die eigentliche Vorband, von der ich leider nicht weiß, welche es gewesen wäre, war im Kollektiv erkrankt und konnte deswegen nicht als Vorband vor Russkaja fungieren.

Aber die Batschkapp wäre nicht die Batschkapp, wenn sie nicht eine Lösung parat hätte. Die Organisatoren riefen spontan jemanden an, der, bzw. die, auch tatsächlich ganz spontan Zeit hatten. Es handelte sich dabei um „Rumbacoustic“. Eine Coverband, die im spanischen Stil entweder bekannte Songs covern oder eben spanische Songs interpretieren.RBKF30112017 (4 von 24)

Die beiden Herren, die also spontan Zeit hatten, kamen wohl erst gegen 20 Uhr in der Batschkapp an. Schneller Aufbau und ein klein wenig Tonabmischung herrichten und schon ging es auch los. Zwar rund zehn Minuten später als angedacht, aber das war in Ordnung.

Die beiden Herren vom – ich glaube Quintett – Rumbacoustic passten perfekt in diesen Abend hinein. Sie sorgten für Stimmung. Und genau das war nun auch bei den rund 600 Gästen in der Batschkapp nötig, die sich schon wunderten, warum der Abend erst so spät begonnen hatte.

Während ihrer 30 Minuten brachten die beiden angenehm spanisch klingende Musik unter die Leute und animierten zum Mitklatschen und sogar zum Mitsingen. Die Beiden verstanden es sehr gut mit ihrer lustig charmanten Art einen schönen Auftritt abzuliefern. Die Gäste in der Batschkapp hatten definitiv ihren Spaß mit den beiden Herren und der Musik. Auch wenn sie nicht jeden Wunsch erfüllen konnten (oder wollten) sorgten sie für Erheiterung und ein gutes Aufwärmprogramm an diesem Abend.RBKF30112017 (1 von 24)

Ich selbst kannte die beiden Herren noch nicht, obwohl sie aus Frankfurt kommen. Sie sind jedoch definitiv ein super Act, wenn es darum geht, Partystimmung und gute Laune unter die Leute zu bringen. Irgendwie war es dann doch schade, dass sie nur 30 Minuten Auftritt hatten. Gerne hätte ich vielleicht noch den ein oder anderen Song gehört, denn die Melodien und der Rhythmus gingen definitiv unter die Haut.

Eine tolle Wahl der Organisatoren der Batschkapp für diesen Abend, so meine Meinung dazu. Mit hat es gefallen und es dürfte ruhig öfter so schöne Melodien geben. Da wäre ich total dafür.

Leider gibt es zu Rumbacoustic nicht besonders viele Informationen zu finden, sodass ich nur auf ihre Website und Facebook-Seite verweisen kann.

Website: Rumbacoustic

Facebook: Rumbacoustic

Die Pause zwischen den Bands dauerte gerade einmal 15 bis 20 Minuten. Und dann kamen sie schon auf die Bühne: Russkaja! Zwischen Applaus und Jubel betraten sie die Bühne und spielten ihr Intro, bis alle Mitglieder der Band da waren.

Russkaja mischen traditionelle russische Musik mit Polkabeats, Ska, Punk und Rock. Was dabei entsteht ist eine schnelle Melodie, die zwangsläufig und ganz automatisch zum Mitmachen bewegt, gar zwingt.

Ob man die Texte nun versteht oder nicht, spielt dabei keine wirkliche Rolle, denn der Rhythmus geht durch und ist bei jedem Song, so habe ich es zumindest erlebt, einzigartig. Zwar sind die Polkabeats doch sehr dominant, aber die vielen anderen Instrumente, welche mal mehr oder mal weniger eingesetzt werden, verändern den melodischen Klang auf ihre spezielle Weise. Dabei wird auch häufig auf Soli zurückgegriffen. Ob es nun ein Gitarren- oder Violinensolo oder auch ein Trompetensolo war, es passte jedes Mal sehr gut in den Takt. Zudem variieren Russkaja mit den verschiedenen Elementen, so dass auch mal der ein oder andere ruhigere Song dabei ist.

Dass die Musiker und insbesondere der Sänger, Georgij Alexandrowitsch Makazaria, Spaß an ihrem Tun haben, merkte man sofort. Es wird nicht nur auf der Bühne gestanden, sondern auch animiert. Und nicht nur zum Mitklatschen, Mitsingen und Mitspringen, sondern auch – und das war eine ganz lustige Aktion – zu einem Lauf im Kreis um eine vorher bestimmte Person. Der passende Song war „Psycho Traktor“ – und die Gäste in der Batschkapp hatten ihren Heidenspaß an dem Spiel, das dirigiert wurde. Aber auch bei allem Anderen hatten die Gäste definitiv Spaß.

RBKF30112017 (22 von 24)Manchmal muss aber auch der Sänger dem Folge leisten, was die Fans fordern und skandieren. Denn diese riefen im Chor „ausziehen, ausziehen“ – es dauerte ein wenig bis sich Georgij dazu überreden ließ einen Song oberkörperfrei zu singen; doch vorher mussten ein paar Gäste auch blankziehen, ehe er es ihnen gleichtat. Definitiv sehr sympathisch, dass er sich dafür nicht zu schade war.

Kurze Zeit später gab Mia Nova an der Violine noch ein Solo, welches dann aber von der Gitarre und dem Schlagzeug begleitet wurde. Es hörte sich nach einem Medley aus mehreren Stücken an und zeigte auf beeindruckende Art und Weise, wie gut sie dieses Instrument beherrscht.RBKF30112017 (15 von 24)

Alles in Allem waren die gut 90 Minuten des Auftritts so schnell verflogen, dass ich mich bei der Zugabe wunderte, dass es schon Zeit dafür war. Die Zugabe ließen sich die Künstler aber nicht nehmen und so klang der Abend genauso spaßig und laut aus, wie er begonnen hatte.

Kurze Informationen zu Russkaja

Genr(s):  Ska, Punk, Rock, Crossover, traditionelle russische Musik

Herkunft:  Wien, Österreich

Gründung:  2005

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Georgij Alexandrowitsch Makazaria

E-Gitarre:  Engel Mayr

Bass:  Dimitrij Miller

Potete:  Hans-Georg „H-G“ Gutternigg

Trompete:  Rainer Gutternigg

Violine:  Mia Nova

Schlagzeug:  Mario Stübler

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