Defensiv-, Wind-, Regen- und Wasserschlacht. Frankfurt Universe gewinnt das GFL Playoff Viertelfinale gegen die Berlin Rebels in letzter Minute

Was war das nur für ein denkwürdiger Tag?! Und das meine ich in vielerlei Hinsicht, denn so extrem früh, wie an diesem Tag, war ich auch noch nicht an einem Spieltag vor Ort gewesen. Gute drei Stunden vor Spielbeginn waren Marc Junge und ich schon an der PSD Bank Arena.

Es gab viele Leute zu begrüßen und Hände zu schütteln. Schon erstaunlich, wie viele Menschen mir mittlerweile bekannt sind. Nicht unbedingt immer mit vollem Namen, aber in der Großfamilie „Universe“ kennt man sich, bzw. lernt man sich mit der Zeit eben kennen.

Viertelfinale also und nach den Ergebnissen des Vortags, an dem es absolut keine Überraschung gab, stand auch fest, dass es das letzte Heimspiel in dieser Saison sein würde.

Zu den Bildern der Cheerleader

Zu den Bildern des Spiels

Möglicherweise waren deshalb so viele Wolken am Himmel, die immer wieder tränen weinten. Oder hatte das Unternehmen „Rosbacher“ schon seine Finger im Spiel? Mit ihrer tollen Aktion, die geprellten Dauerkartenbesitzer zu diesem Spiel kostenfrei einzuladen, war es ohnehin das Playoff Spiel von Rosbacher, wenn man so will. Nun ja, wenn man weiß, dass Rosbacher überwiegend für den Verkauf von Mineralwasser bekannt ist, dann könnte man wohl sagen, dass das Wasser von oben auch irgendwie passend dazu war.

Während sich der Vorplatz auch so langsam füllte und die ersten Gästefans ebenfalls eintrafen, gab es auf der LKW Bühne neben der Musik auch schon die ersten Interviews. Eine Cheerleaderin von den Stunt Cheers, Fernando Lowery und der Präsident der Berlin Rebels beantworteten die ihnen gestellten Fragen.

Nach einem kleinen Snack, einer Currywurst, liefen auch schon einige Spieler der Universe auf dem Vorplatz herum und auch ein lange Verschollener war dabei. Niemand geringeres als der zukünftige Profi-Wrestler (hehe) Randie! Einmal vorsichtig herzen, man möchte ihn schließlich nicht vor so einem wichtigen Spiel kaputtmachen, und darüber freuen, dass er zu seinem letzten Heimspiel für die Universe dabei sein konnte. Wohin seine Reise führen wird ist wohl noch offen. Aber ich vermute, dass er dem Football nicht fernbleiben wird.

SFUCheers230918-10Kurz darauf wurde es auch schon Zeit für die erste Darbietung der Cheerleader. Wieder einmal waren ganz viele da, die sich zunächst vor und dann teilweise auf der Ladefläche des LKW aufreihten, um ihre einstudierten Choreographien vorzuführen. Fast wäre ich den Damen noch im Weg gestanden, als sie sich auf ihre Positionen machten. Schnell weg, dachte ich mir, bevor mich noch eine von ihnen umrennt. Nun gut, auf der anderen Seite hätte ich dann wohl sagen können, dass ich von einer Cheerleaderin „flachgelegt“ wurde – kann auch nicht jeder behaupten – aber nein, das ist nicht passiert und ich konnte anschließend auch schon die ersten schönen Bilder des Tages machen.

SFUCheers230918-15Es gab sogar eine Tanzeinlage der Trainerin mit Wolf, die sich wirklich sehen lassen konnte. Wäre jemand so nett die beiden für „Let’s Dance“ anzumelden? Wäre mal ein Grund sich das anzusehen.

Während die Zeit schneller verstrich, als man vermuten konnte, wurde es auch allmählich ernst. Zum letzten Spiel der Saison durfte ich noch einmal Bilder am Spielfeldrand machen. Dafür musste ich natürlich ein schickes und total modisches Presseleibchen ausleihen und anziehen.

Bei weiteren Gesprächen rannte die Zeit weiter und der Wind machte sich deutlich bemerkbar, als dieser die Werbebanner von Rosbacher herumschob. Vermutlich würde jemand aus dem Norden sagen, dass es nur ein leichtes Lüftchen war, aber für die hiesigen geografischen Verhältnisse wurde es dann doch stets stürmischer.

Hatte ich übrigens schon erwähnt, wie toll die Aktion von Rosbacher war, den geprellten Dauerkartenbesitzern freien Eintritt zu diesem Spiel zu ermöglichen? Wirklich eine tolle Aktion!

Nach dem ersten Auftritt der Cheerleader vor der LKW Ladefläche haben sie sich bestimmt mit einem Glas frischem Mineralwasser von (natürlich) Rosbacher gestärkt und sich auch umgezogen. Im Militärlook kamen sie aufs Feld und haben im Anschluss mit dem Stadionsprecher Christian, der ebenfalls als Elite-Soldat gekleidet war und gleichzeitig den „Drill Instructor“ spielte, eine erneut sehr schöne und fein säuberlich einstudierte Pre Game Show.SFUCheers230918-42

Das übliche Prozedere ging von Statten und die Gäste aus Berlin rebellierten auf das Feld. Anschließend die lila Mannen. Anspannung stand in der stark wehenden Luft und es waren die Berliner, die zuerst den Ball bekamen.

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Aber vor dem Kickoff hatte ich noch eine Entdeckung auf der Tribüne gemacht. Ein Banner mit einem Slogan, der in den letzten Wochen immer öfter in den Sozialen Medien zu lesen war. #backtothefansSFUBR230918-4

Ich habe mir sagen lassen, dass eigentlich viele davon und andere, die auch als Danksagung für den Trainer Brian Caler gelten sollten, hochgehalten werden würden. Das wäre sicherlich eine schöne und sichtbare Geste für die Arbeit des Trainers und des Trainerteams gewesen. So beim letzten Saisonheimspiel. Aber es war wohl unnötigerweise gänzlich verboten worden. Warum auch immer. Persönlich finde ich es einfach nur schade, dass den Fans diese Möglichkeit rigoros genommen wurde.

Wie dem auch sei. Die Berliner hatten den Ball und nicht nur sprichwörtlich Rückenwind. Und der erste Drive der Gäste sah auch richtig gut aus, wenngleich die Defensive der Universe kurz vor der eigenen Endzone den Riegel zumachte und das Erzielen von Punkten verhinderte. Im Gegenzug zeigten aber die Gäste, dass auch sie verteidigen können und sehr gut auf das Spiel der Frankfurter eingestellt waren.SFUBR230918-15

Bei ihrem erneuten Angriffsversuch entschieden sich die Rebellen ein Field Goal zu erzielen, was auch gelang. Erneut verhinderte die Frankfurter Defensivabteilung ein besseres Ergebnis, dennoch lag Frankfurt zunächst 0:3 zurück. Kurz nach dem Field Goal war auch schon das erste Viertel vorbei. Das war mal flott, aber auch nicht besonders verwunderlich, denn beide Mannschaften versuchten überwiegend das Laufspiel in Gang zu bringen, denn Passwürfe waren ein kleines Lotteriespiel bei den Windstößen, die immer wieder ganz plötzlich in großer Stärke aufkamen.SFUBR230918-17

Ein paar Strafen hier, ein paar Strafen da. Dies auf beiden Seiten und in einem Rahmen, den man durchaus noch als normal bezeichnen konnte. Auch im zweiten Viertel änderte sich das Spiel nicht großartig. Doch in diesem waren es die Hausherren, die ein Field Goal erzielen konnten. Dieser Ausgleich wurde selbstverständlich gefeiert. Nur wenige Momente später war auch schon Halbzeit. Bei einem Spielstand von 3:3 klang es irgendwie mehr nach einem Fußball Ergebnis, als nach einem Football Halbzeitstand.

In der Halbzeitpause konnte man erkennen, dass es neben dem starken Wind auch immer dunklere Wolken am Himmel waren, die es Minute um Minute dunkler werden ließen. Eine Wetter App versprach ein nahendes Unwetter, das auch pünktlich, kurz nach Wiederbeginn ankam.

Das Spiel hatte kaum fortgesetzt, da öffnete der dunkle Wolkenhimmel seine Pforten und es kamen Wassermengen hinunter, die aus dem kompletten Spielfeld beinahe eine Seenlandschaft machten.SFUBR230918-36

Für mich war es dann mit der Fotografie vorbei gewesen. Mit meiner Anfängerkamera kann man da kaum mehr als Regenfäden fotografieren. Außerdem hatte ich keine Taucherausrüstung für Unterwasserfotografie dabei, die man zu diesem Zeitpunkt durchaus gut hätte gebrauchen können.

Irgendwo musste ich mich unterstellen und da entschied ich mich, die aufgestellten Zelte von Rosbacher zu nutzen. Immerhin war es dort nicht ganz so nass, aber dafür wurde es schon fast kuschlig, denn viele suchten ein Dach über dem Kopf. Abgesehen von dem medizinischen Personal, das dort untergebracht war, fanden sich viele Fotografen und auch Spieler unter diesem Notdach.

Das machte es ein wenig schwierig das Spiel zu verfolgen, aber viel passierte auch im dritten Viertel nicht. Dies war natürlich den Platzverhältnissen zuzuschreiben, die im Prinzip jede Sekunde schlechter wurden.

Vor allem sah man hochspritzendes Wasser und Spielertrauben, die gemeinsam badeten, wenn man so will. Geworfen wurde indes kaum noch und wenn, dann wurde nur selten mal ein Ball gefangen. Häufig flutschte das Bällchen durch die Hände oder wieder heraus. Es fehlte nur noch, dass der Ball dann jedes Mal sowas wie „Ätsch“ gesagt hätte.

Ein qualitativ hochwertiges Footballspiel, bei dem beide Mannschaften hätten brillieren können, war einfach nicht mehr möglich. Es gab nur noch Kampf, Wille und Schwimm- sowie Rutschkünste. Da war auch klar, dass jeder noch so kleine Fehler oder Ausrutscher entscheidend sein konnte.

Während das dritte Viertel ohne Punkte zu Ende ging, wuchs die Spannung im letzten Viertel. Wer würde den entscheidenden Fehler machen? Wer hat noch einen Geistesblitz in der Hinterhand?

Der Regen ließ allmählich nach, aber der Boden war nicht mehr zu retten. Es fühlte sich so an als würde man im Boden einsinken. Ob dies auch der Grund dafür war, dass ein Punt der Frankfurter völlig in die Hose ging und den Berlinern die Möglichkeit gab, kurz vor Frankfurts Endzone zu starten und punkten, kann man nicht so genau sagen.

Aber Frankfurts Verteidigung blieb standfest. Ein Pass wurde sogar abgefangen. Die Gefahr war also zunächst abgewendet. Doch im Gegenzug, als die Offensivabteilung Frankfurts an der Reihe war, funktionierte nicht viel. Überhaupt kein Raumgewinn und ein aus der Ferne betrachtetes klares Foulspiel durch die Berliner blieb ungeahndet. Letztlich musste gepuntet werden und das ging mal wieder nach hinten los. Der Snap zu hoch, der Ball flutscht über die Fingerspitzen und verlässt das Spielfeld. Da waren sie, die möglicherweise spielentscheidenden Punkte. Aber für die Gäste aus Berlin, die mit den zwei Punkten für die Safety kurz vor Schluss mit 5:3 in Führung gingen. Ganz bitter und sehr vermeidbar.

Wer nun dachte, dass die Spieler vielleicht die Köpfe hängen lassen würden, lag falsch. In der Teamzone wurde sich gegenseitig motiviert, die Defense wieder aufgebaut. Und vielleicht kam es auch bei einigen automatisiert in Köpfe, dass Playoffs sind. Nochmal alles geben. Nochmal die letzten Reserven aktivieren und aufs Feld bringen. Was es auch war, es funktionierte.

Während sich die Berliner bei ihrem Drive Zeit ließen und diese runterlaufen ließen, schienen sie in einem recht abgeklärten Modus zu spielen. Doch das, was sie brauchten, konnten sie nicht erreichen. Nämlich ein neues First Down. Das gewährte ihnen Frankfurts Defensive nicht. Dass die Rebellen den Punt auch gründlich vermasselten ließ die Fans im Stadion lautstark jubeln. Auch den Spielern Frankfurts konnte man den erhöhten Adrenalinpegel ansehen.SFUBR230918-38

Eine gute Feldposition nahe der Berliner Endzone und gute zwei Minuten Zeit für die Entscheidung. Um bloß nicht den Ball zu verlieren wurde nur gelaufen. Jedes Yard näher an der Endzone war wichtig. Ebenso wichtig, dass die Spielzeit so weit wie möglich herunterlief.

Einen Touchdown gab es nicht. Dafür war die Berliner Defensive zu gut auf das Laufspiel Frankfurts eingestellt. Es gab also nur magere Raumgewinne und so musste der junge Kicker Marius Duis aufs Feld und versuchen das benötigte Field Goal für drei Punkte zu erzielen.

Nervenflattern? Nervosität? Vielleicht innerlich, aber nach außen machte er einen ruhigen Eindruck. Anspannung pur vor diesem Schuss. Sie ließen sich Zeit, dann lief er an, der Snap war gut, der Ball stand senkrecht, wurde in Richtung der Stimmgabel gekickt. Exakt in diesem Moment hätte man auf der Haupttribüne eine Stecknadel fallen hören, die Fans hielten den Atem an. Nur ganz wenige Sekundenbruchteile später brach riesiger Jubel aus. Jeder konnte sehen, dass der Ball zwischen die Stangen ging und der Universe drei Punkte zur 6:5 Führung einbrachte. Und das 26 Sekunden vor Schluss.SFUBR230918-41

Aber noch war es nicht vorbei. Berlin durfte nochmal, auch wenn sie keine Auszeiten mehr übrighatten. Aber es lief nicht mehr viel zusammen. Zu einem Return kam es nicht, denn der Returner ließ den glitschigen Ballfallen und wurde umgenietet. So blieben den Berlinern nur 12 Sekunden um vom einen bis ans andere Ende des Spielfelds zu kommen. Der erste Passversuch war nicht komplett und so standen für das Vorhaben nur noch vier Sekunden auf der Uhr.

SFUBR230918-48Diese letzten vier Sekunden wurden von den Schiedsrichtern aber nochmal so richtig zelebriert. Zuerst wurde ein False Start für die Offense gegeben. Also wurde es nochmal wiederholt. Direkt im Anschluss gab es Gesprächsbedarf unter den Schiedsrichtern und die Berliner standen mit 12 Mann auf dem Platz und das änderte sich auch nicht. Anscheinend wurde die Uhr auf Ballfreigabe gestartet, das hat aber auch keiner so wirklich mitbekommen. Dann nahm der Hauptschiedsrichter den Ball in die Hand und zeigte das Spielende an. Und mit dieser Aussage brachen Jubelstürme los. Auf dem Spielfeld bei den Universe Spielern und natürlich auch auf den Rängen.

Diese letzten Sekunden seit dem Field Goal Kick zogen sich gefühlt Ewigkeiten in die Länge und ich muss gestehen, dass ich bei den Versuchen Bilder zu machen gezittert habe. Nervosität und Anspannung. Alles war da und fiel mit dem Spielende auch ab. Puh, meine Güte. Ich glaube ich bin am Ende ganz schnell gealtert.

Respekt und Lob an Marius Duis von meiner Seite, der mit seinen zwei sicheren Kicks den Sieg eingefahren hat.

Damit hat genau das funktioniert, was in anderen entscheidenden Spielen nicht so gut funktionierte, gerade wenn man an das Spiel gegen Braunschweig und Extrapunkte oder Field Goals denkt.

Doch an diesem Nachmittag klappte es und die Frankfurt Universe konnte den zweifachen Braunschweigbesieger besiegen. Apropos Braunschweig. Durch den Sieg sind die Frankfurter im Halbfinale und treffen am kommenden Samstag auf Braunschweig. Es wird Zeit für die Revanche und ob diese gelingt, wird sich ab 18 Uhr im Braunschweiger Eintrachtstadion zeigen.

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Interview mit Football Spieler Eric Mühle von den Berlin Rebels aus der GFL Nord. Vom Try-Out in die Mannschaft

Dieses Interview entstand in Zusammenarbeit mit der Partnerseite All-About-Football.de. Die Fotorechte des Titelbilds liegen bei Mario Horto – Nutzungserlaubnis durch Eric Mühle.

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Mit Eric Mühle haben die Berlin Rebels für die kommende Saison einen Neuzugang, den sie im Try-Out entdeckt haben. Eric, der sich kurz vor knapp für die Teilnahme am Try-Out entschieden hatte, kann sein Glück kaum fassen. Wir haben mit ihm sprechen dürfen.

AAF / padmanpl.blog: Wie kamst Du zum American Football?

Eric: Football Fan bin ich schon seit meinem 7. Lebensjahr, aber angefangen zu spielen habe ich erst mit 15 Jahren. Ein Freund von mir hat mich mit zum Training genommen und meinte, ich solle es mal ausprobieren.

AAF / padmanpl.blog: Welche position spielst Du und ist es tatsächlich Deine Lieblingsposition?

Eric: Ich spiele Wide Receiver und es ist auch meine absolute Lieblingsposition.

AAF / padmanpl.blog: Dein persönliches Saisonziel für 2018?

Eric: Mein Ziel für 2018 ist es mich in der GFL zu etablieren, da es meine erste Saison in der Liga ist. Ich möchte natürlich dem Team, so gut es geht, helfen und unterstützen.

AAF / padmanpl.blog: Deine Lieblingsmannschaft in der NFL?

Eric: Die Seattle Seahawks, da meine Tante seit 22 Jahren dort lebt.

AAF / padmanpl.blog: Dein Lieblingsspieler in der NFL?

Eric: Russell Wilson

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Die Fotorechte liegen bei Christian Goßlar – Nutzungserlaubnis durch Eric Mühle

AAF / padmanpl.blog: Du hast am Tryout der Berlin Rebels teilgenommen und wurdest verpflichtet. War die Teilnahme an diesem Tryout spontaner Natur oder hattest Du es schon länger geplant?

Eric: Ich habe zufällig auf Facebook die Veranstaltung zum Tryout 2 Wochen bevor es stattfand gesehen und habe gedacht ich probiere es einfach, da ich in Berlin auf jeden Fall nicht aufhören wollte zu spielen.

AAF / padmanpl.blog: Wie hast Du erfahren, dass Dich die Rebels in den Kader aufnehmen möchten und wie war Deine Reaktion darauf?

Eric: Während des Tryouts kamen schon mehrere Coaches auf mich zu, hatten mir Ihre Begeisterung ausgesprochen, aber als dann Dogan Özdincer zu mir kam und mir den Platz angeboten hat, war ich aus dem Häuschen und habe nicht lange darüber nachgedacht und den Platz angenommen, da ich niemals damit gerechnet hätte, solche Reaktionen bei den Coaches hervorzurufen.

AAF / padmanpl.blog: Welche Qualitäten sind aus Deiner Sicht wichtig für die Position des Wide Receivers?

Eric: Für mich persönlich muss ein Wide Receiver immer fokussiert sein, darf nicht davor zurückschrecken auch mal einen harten Hit einstecken zu müssen. Athletisch und leichtfüßig sollte man auch sein. Eine gute Hand- Augenkoordination ist, denke ich, wichtig.

AAF / padmanpl.blog: Wurdest Du schon einmal so hart getacklet, dass Du Sterne gesehen hast und liegen bleiben musstest? Fürchtest Du so eine Situation?

Eric: Ich wurde schon des Öfteren so hart getacklet, dass ich liegen geblieben bin und auch schon Sterne gesehen habe. Ich fürchte solche Situationen nicht. Natürlich habe ich einen gesunden Respekt davor, aber das gehört natürlich bei diesem Sport dazu und gerade auf der Position des Wide Receivers passiert sowas natürlich das ein oder andere Mal.

AAF / padmanpl.blog: Auf was freust Du Dich in der GFL und bei den Berlin Rebels am meisten?

Eric: Ich freue mich auf die Herausforderung in der Liga zu spielen und möchte mir selbst beweisen, dass ich auf diesem Niveau mithalten kann. Ich habe schnell gemerkt, dass die Rebels eine Familie sind und jeder sehr schnell dort aufgenommen wird.

AAF / padmanpl.blog: Vielen Dank an Eric Mühle für die Zeit und Mühen unsere Fragen zu beantworten. Wir wünschen eine erfolgreiche und ganz besonders verletzungsfreie Saison.

Football Deutschland – Beleuchtung

Der letzte Beitrag hatte ein paar Wellen geschlagen. Verständlich – auch nach meinen neuen Erkenntnissen. Es gab hierzu unterschiedliche Kommentare und Nachrichten, welche sich von Verständnislosigkeit bis zu teilweisem Nachvollziehen (zu einzelnen Punkten) erstreckten.

Es gab aber auch einige wenige Menschen, die von sich angeboten haben, Licht ins Dunkel zu bringen, bzw. für Richtigstellungen zu sorgen.

Mir ist aber auch aufgefallen, dass eine Stelle, die ich als Ironie verpackt hatte, gar nicht als Ironie erkannt wurde. War sie so schlecht verpackt? Anscheinend.

Bevor ich die Beleuchtung beginne, nehme ich mal den Part der Ironie heraus, der aus dem Zusammenhang gezogen worden ist und nur für sich selbststehend betrachtet wurde, was nicht dem Kontext entspricht, in dem ich diesen gestellt hatte.

Zitat: „…dass es in Frankfurt eine Mannschaft gibt.

Mittlerweile weiß ich, dass es zwei Mannschaften gibt (warum gibt es eigentlich kein Frauenteam? Zieren sich die Cheerleader noch – oder woran liegt das?)

Dieser Passus war nur und ausschließlich auf Frankfurt bezogen und nicht verallgemeinert auf das ganze Land. Das was in Klammern steht, war, bzw. ist die angesprochene Ironie. Mir ist schon bewusst, dass Cheerleading und Football Spielen durchaus zwei verschiedene Paar Schuhe sind.

Woran oder worin lag das Missverständnis an diesem Passus? War es nicht aus dem Kontext zu entnehmen (der vorangehende Satz, sowie die folgenden Sätze), dass ich diese Aussage auf mein regionales Umfeld (Frankfurt am Main) bezog? Oder wurde der Kontext des in Klammern stehenden Satzes auf die Überschrift des Beitrages gelegt? Gegebenenfalls selektive Wahrnehmung? Ich hätte dies gerne von den Personen, die sich explizit auch auf diesen Passus bezogen haben, gewusst, damit ich das nachvollziehen kann.

 

Nun aber zur eigentlichen Beleuchtung, denn die erhaltenen Informationen möchte ich nicht für mich behalten. Insbesondere drei Personen waren sehr hilfsbereit und ich danke ihnen hierfür. Auch aus vielen Kommentaren heraus ließen sich hilfreiche Informationen gewinnen.

Die drei Personen sind: Anne (Berlin Rebels), Daniel (Sauerland Mustangs) und Ruud (SVC Castellaun Rams). Vielen lieben Dank euch.

Es gibt jedenfalls nicht das eine spezielle Problem, sondern vielmehr eine lange Liste an Faktoren, die den Football und somit die Organisation betreffen. Fast kein Verband, Liga oder Mannschaft bleibt davon nicht betroffen. Die GFL Mannschaften haben es da wahrscheinlich noch am Einfachsten; wobei „einfach“ nicht so einfach ist, wie es klingen mag.

Dass die meisten Organisatoren, ob Verbände oder Vereine usw., überwiegend im Ehrenamt tätig sind, wurde von mehreren Seiten bestätigt. Dies war aber auch ohne die Bestätigungen offenkundig, unterstreicht es aber jedoch.

Bei den Ligeneinteilungen, die prinzipiell schon unter Vorbehalt fertig erstellt sind, konnte ich mit den Informationen, die ich nun habe, mit einem ganz anderen Blick darauf schauen. Dass viele Verbände diese selbst noch nicht veröffentlicht haben, ist nun durchaus verständlich. Dass es Vereine gibt, die es aber schon gemacht haben, obwohl die dazugehörigen Verbände es noch nicht getan haben, scheint vor Allem daran zu liegen, dass die betreffenden Vereine eine relativ solide Planungssicherheit für die kommende Spielzeit haben.

Es könnte durchaus möglich sein, dass insbesondere in den unteren Ligen Vereine nicht genügend spielberechtigte Spieler zusammenbekommen oder die finanzielle Lage mehr schlecht als recht ist, so dass die Lizenzgebühren nicht bezahlt werden können.

Das wären dann schon zwei der Gründe, weswegen Terminierungen, vorwiegend in den unteren Ligensystemen, sehr lange dauern.

Ein weitaus größeres Problem, das ich selbst gar nicht als solches gesehen hatte, sind tatsächlich die verfügbaren Spielorte. Sicher gibt es hier auch Ausnahmen, wie es bei den Ingolstadt Dukes der Fall ist, die über ein Stadion frei verfügen und deshalb schnelle Terminierungen ermöglichen können. Diese Ausnahmen gibt es durchaus von Liga 1 bis Liga 7 – stellen aber leider wirklich eine Ausnahme dar. Die meisten Vereine teilen sich den Spielort mit weiteren Vereinen aus anderen Sportarten. Vorwiegend natürlich dem Fußball. Und sehr häufig steht Football an letzter Position, was sehr schade ist. Wer nicht gerade einen Kontakt in den städtischen Ämtern besitzt, muss hoffen und bangen, dass die Zuteilung eines vernünftigen Spielortes zügig von Statten geht. Mit diesem Umstand habe ich wahrlich nicht gerechnet, wenn man bedenkt, wie viele Sportplätze es überall gibt.

Schiedsrichter. Sie fehlen an allen Ecken und Enden. Es gibt einfach zu wenige und auch sie müssen schließlich Zeit und Wege für die Spiele aufbringen. Während es im Fußball zur Not auch ausreicht mit einem einzigen Hauptschiedsrichter zu spielen, ist es im Football schon wünschenswert im Optimalfall mit deren sechs das Spiel zu beginnen. Man sagte mir zu diesem Punkt, dass es relativ wenig Freiwillige gibt, die überhaupt Schiedsrichter sein möchten / werden wollen. Nun gut, kann ich verstehen. Selber spielen ist auch interessanter, als sich unbeliebt zu machen. Apropos unbeliebt machen: wie wäre es, wenn ich einen Schiedsrichterlehrgang…? Ich glaube, wenn ich an manch einen Kommentar denke, sollte ich dort nicht als Streifenhörnchen auftauchen. (Achtung Ironie und Sarkasmus)

Ein weiteres Thema sind Sponsoren. Nun gut, die GFL Teams dürften an sich weniger Probleme haben hier welche zu finden, dafür sind es natürlich die kleineren Vereine in den unteren Ligen, die hier selten größere Beachtung erhalten. Bei den ganz kleinen Vereinen, bzw. in den untersten Ligen, sind es am Ehesten noch Vergünstigungen, die als Sponsoring angeboten werden. Ich weiß noch aus meiner aktiven Zeit im Kreisligafußball, dass auch dort Vereine durchaus einen eigenen Sponsor haben, die finanzielle Unterstützung anbieten und nicht reine Vergünstigungen.

Das macht es den Verantwortlichen häufig schwer den finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Seien es Lizenzgebühren, Reisekosten oder die Bezahlung der Schiedsrichteraufwendungen oder aber auch die Miete für den Sportplatz.

Auch die komplette Ausrüstung für einen Spieler ist nicht gerade günstig. Eine qualitativ gute Ausrüstung kann durchaus 500 € oder mehr kosten. Und diese Kosten werden von den Spielern selbst getragen. Ein teurer Spaß.

Aber es gibt auch noch andere, eher kleine Dinge, die sich in der Summe aber auch ansammeln und für einen reibungslosen Spielablauf notwendig sind. Manchmal fehlt es auch an Freiwilligen, die die First-Down-Marker bedienen und herumtragen und andere Helfer, die kleine Dinge übernehmen, wie die Downanzeige zum Beispiel.

Summa Summarum fehlt es gerade in den unteren Bereichen an Menschen. An Menschen, die sich für den Sport interessieren und ihre Zeit dafür aufbringen möchten.

Als letzten Punkt für diesen Beitrag habe ich dann noch die öffentliche Wahrnehmung des Sports an sich. Natürlich wäre es im TV der Idealfall, zweifelsohne. Das GFL Finale aus Berlin wurde auf Eurosport übertragen; das hatte ich im vorhergehenden Artikel dezent, aber nicht gewollt, unterschlagen. Die finanzielle Rentabilität für den Sender ist wohl das entscheidende Kriterium, das wohl ausschlaggebend dafür ist, dass sich nicht viel über ein GFL-TV hinaus realisieren lässt.

Aber es ist nicht nur die Präsenz in bewegten Bildern. Es mangelt auch im regionalen Bereich am Interesse der Printmedien was teilweise auch gleichbedeutend ist mit Artikeln und Beiträgen im Internet. Abgesehen natürlich von den Beiträgen, die die Vereine selbst in den sozialen Medien anbieten. Das aber wiederum ist dann mehr an Kenner und Interessierte gerichtet, die bereits ihr Interesse bekundet haben. Wirklich öffentlich, so dass auch Menschen damit in Kontakt kommen, die damit wenig zu tun haben, ist es leider nicht.

Wie lässt sich diese Präsenz in der Aussendarstellung und Öffentlichkeit verbessern? Wie lassen sich Menschen und potentielle Geldgeber mit dem Sport in Kontakt bringen? Ich bin kein Marketingexperte, aber denke, dass sich auch kleine und einfache Dinge realisieren lassen, die nicht gleich mit Kosten verbunden sind. Bestimmt hat jeder eine Idee, was man machen könnte, wie zum Beispiel das Mitlaufen bei einem Karnevals- oder Fastnachtsumzug. Wobei das aber Kosten verursachen kann, was aber von Stadt zu Stadt und Gemeinde sehr unterschiedlich ist. Zumindest wäre das eine optische Aussenwirkung. Die Realisierungsfrage ist, wie gesagt, regional abhängig, bezugnehmend auf die Kosten.

Euch fällt bestimmt etwas ein, das deutlich besser ist als meine Idee; aber Ideen kosten noch nichts. Also zumindest so lange Politiker noch keine Ideensteuer verabschieden. Schreibt doch einfach eure Ideen in die Kommentare und wer weiß, vielleicht gibt es etwas, das einfach und gut ist.

Bis zum nächsten Mal. Euer Pat

Und zum Abschluss nochmals mein persönlicher Dank an Anne, Daniel und Ruud.