Zu spät zur Form gefunden. Die Löwen Frankfurt verlieren das Derby gegen Bad Nauheim mit 3:4

Bei keinem anderen Spiel sind so viele Einsatzkräfte von der Polizei anwesend, wie bei den Derbys gegen Bad Nauheim. Aber bislang ist meines Wissens nach noch nichts Schlimmeres passiert, abgesehen davon, dass vor einigen Jahren mal das Auto eines Löwen Spielers, der in Bad Nauheim wohnte, demoliert wurde. Lange her und hat mit diesem Spiel wenig zu tun.

Voll war es in der Eissporthalle mit 6.015 Zuschauern. Und sie sollten auch ein interessantes Spiel zu sehen bekommen, das mit einem Paukenschlag begann.

Direkt zu den Bildern des Spiels

Zum ersten Drittel:

Das Spiel hatte gerade erst begonnen und war noch keine Minute alt, nicht mal eine halbe, nicht mal 20 Sekunden und da hatte es bereits zum ersten Mal im Gehäuse der Löwen geklingelt.

Der Puck wurde in die Rundung gespielt und Felix Bick ging hinter das Tor um den Puck aufzuhalten, was aber nicht gelang. Dieser erreichte einen Nauheimer, der den Puck vor das Tor spielte und dort von Dustin Sylvester im Tor untergebracht werden konnte. Man muss auch dazu sagen, dass er es sehr einfach hatte, denn so behäbig, wie Bick in seinen Kasten zurückschlenderte, hatte er sozusagen das ganze Tor für seine alten Teamkollegen offengelassen.

Die Löwen wollten natürlich zurückschlagen, doch es gelang ihnen überraschend wenig und so kamen die Gäste stets besser ins Spiel und bestimmten dieses auch. In einer Überzahlsituation markierten sie zudem noch den zweiten Treffer in der neunten Spielminute. Diesmal war es Cody Sylvester, der aus mittlerer Position im Slot treffen konnte.

Das Frankfurter Spiel wirkte zerfahren, als hätte man die Spieler nach dem Sieg gegen Bad Tölz einmal ausgetauscht. Zwar war ein gewisser Offensivdrang zu sehen, aber die Vielzahl an Fehlpässen und generellen Ungenauigkeiten war erschreckend hoch.

Dies hatte auch den dritten Treffer für die Gäste in der 13. Spielminute zur Folge. Ein leicht abgefälschter Pass erreichte Marvin Ratmann im Zentrum, der nur noch in den Slot ziehen und einnetzen musste, während drei Löwen keine Anstalten machten ihn daran zu hindern.

Für Felix Bick war dies gleichzeitig das Ende seines Arbeitstages. Er machte eine unglückliche Figur in diesem Spiel und war maßgebend am 0:1 beteiligt. Für ihn war ab diesem Zeitpunkt Bastian Kucis im Tor, der bereits eine ordentliche Leistung gegen Bad Tölz zeigte.

Zwar versuchten es die Löwen immer wieder ihrerseits Akzente zu setzen, doch die Zerfahren- und Unentschlossenheit machte sich in den schwachen Abschlüssen weiterhin bemerkbar, mit denen Hendrik Hane im Gästetor keine Mühen hatte.

Zum zweiten Drittel:

Während sich die Gäste aus Bad Nauheim nun etwas zurückzogen und auf Konterspiel setzten, versuchten die Löwen weiterhin ihr Glück in der Offensive. Chancen für Tore gab es durchaus und bei einer doppelten Überzahl war die Möglichkeit da, selbst auf die Anzeigetafel zu kommen, doch zu der komplizierten Spielweise kam erstmals auch Pech dazu, ein guter Schuss von der blauen Linie knallte an die Latte. Insgesamt blieb das Überzahlspiel aber weitgehend ungefährlich.

Überzahlspiele gab es auf beiden Seiten. Auch die Gäste durften mal ran, wurden aber insbesondere vom guten Kucis von weiteren Treffern abgehalten.

Es schlich sich dann bei den Schiedsrichtern eine Phase ein, in der sie offensichtliche Vergehen einfach nicht ahndeten. Übrigens gilt dies für beide Seiten. Dass das irgendwann zu einer Eskalation führen musste, war irgendwie abzusehen. Frankfurts Erk hatte die Faxen dicke und revanchierte sich bei Nauheims Brandl für etwas. Dies in einer Form, die ich so auch noch nicht gesehen habe: er kam von hinten angerast, sprang fast auf den Rücken seines Gegenspielers und machte deutlich, dass er sich diese Sperenzchen nicht gefallen lässt.

So schnell, wie ein Linienrichter mit von der Partie war, hätte man meinen können, dass er mitmischen wollte. Jedenfalls hatte er große Probleme die beiden im Zaun zu halten. Eigentlich gelang es ihm gar nicht, erst als er Unterstützung bekam, konnten beide Spieler voneinander getrennt werden.

Wenige Minuten später hatten die Löwen ein erneutes Überzahlspiel, erst doppelt, dann einfach und schließlich fiel auch mal das Tor. Daniel Spang brach den Bann.

Doch mehr wollte in diesem Drittel nicht passieren.

Zum dritten Drittel:

Der Wille bei den Löwen war vorhanden, doch waren es weiter schlechte Abspiele, Fehlpässe und schwache Abschlüsse, die die Offensivbemühungen einschränkten.

Es dauerte bis zur 50. Spielminute, in der der extrem schmale Grat zwischen einem möglichen Jubel und Verdrossenheit erkennbar war: ein guter Schuss aus der Halbdistanz knallte abermals an die Latte. Der Puck sprang nach rechts und wurde auf die linke Seite gepasst. Dort an der Bande versprang der Puck aufgrund einer Unebenheit und wurde damit zum Spielstück eines Konters der Gäste, der zum 1:4 führte. Zwischen dem Lattenknaller und dem Tor lagen wahrlich nur wenige Sekunden.

Zwar sahen sich die Schiedsrichter die Szene nochmal auf Video an, aber sie entschieden korrekt und das 1:4 blieb auch so bestehen.

Kurz darauf waren beide Mannschaften mit jeweils einer Strafe belegt. Die Löwen nahmen eine Auszeit und nahmen sogar beim nächsten Angriff schon den Torwart heraus und konnten daraus Kapital schlagen und das 2:4 erzielen.

Nun klappte auch wieder mehr und es wurde einfacher gespielt, was sich gleich bezahlt machte.

Zu diesem Zeitpunkt war auch das Feuer bei den Fans entfacht, die nun stetig lautstärker wurden.

Die Löwen blieben offensiv und rannten weiter das Tor der Gäste an. Diese verteidigten so gut sie konnten und auch ihr Torwart hatte einen sehr guten Tag erwischt und konnte viele der guten Chancen, die mittlerweile besser herausgespielt wurden, entschärfen.

Es waren noch mehr als vier Minuten zu spielen, als Frankfurts Torhüter ein weiteres Mal das Eis verließ und die Löwen mit sechs Mann agierten. Der Druck auf Hane im Tor der Gäste wurde größer. Knapp zwei Minuten vor Ende war es Max Faber, der zum 3:4 einschob und die große Hoffnung auf eine unerwartete Wendung in diesem Spiel herbeiführte.

Aber bei dem Spielstand sollte es auch bleiben, denn zum Schluss verteidigten die Gäste so gut, dass ein geordneter Angriff für die Löwen nicht mehr zustande kam.

So gewannen die Gäste an diesem Abend verdient mit 4:3 und entführten die drei Punkte aus der Eissporthalle.

Löwen Frankfurt – EC Bad Nauheim 3:4 (0:3 1:0 2:1)

0:1 Dustin Sylvester ( James Livingston , Nicklas Mannes ) EQ 00:18
0:2 Cody Sylvester ( Dustin Sylvester , Radek Krestan ) PP1 08:04
0:3 Marvin Ratmann ( Steve Slaton , Garret Pruden ) EQ 12:07
1:3 Daniel Spang ( Eduard Lewandowski , Adam Mitchell ) PP1 36:39
1:4 Dennis Reimer EQ 49:31
2:4 Eduard Lewandowski ( Mathieu Tousignant , Adam Mitchell ) EQ 50:53
3:4 Maximilian Faber ( Eduard Lewandowski , Matthew Pistilli ) EQ 58:13

Zuschauer: 6.015

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Frankfurts Überzahlspiel maßgebend für den 5:2 Erfolg im ersten Derby der Löwen im Spiel gegen die Kassel Huskies

Die Saison ist gerade erst ein paar Tage jung, da stand schon das erste Derby auf dem Plan. Für Kassel sogar schon das zweite Hessenderby in Folge.

Dementsprechend war die Stimmung auf den Rängen bereits vor dem Spiel sehr gut. Auch die Gästefans waren zahlreich erschienen, um ihre Farben zu unterstützen.

Es war also alles für ein Derby angerichtet. Die insgesamt 5.675 Zuschauer konnten das Eröffnungsbully kaum abwarten.

Einige Bilder zum Spiel gibt es hier

Zum ersten Drittel:

Das Spiel begann mit zwei Mannschaften auf einem Level, bei dem die heimischen Löwen erste Akzente setzen konnten. Doch auf beiden Seiten endeten jegliche Offensivaktionen bei den Defensivreihen oder spätestens bei den Torhütern. Es dauerte etwas mehr als 11 Minuten, ehe ein Fehler im Spielaufbau der Löwen zu einem Fehlpass führte, der mit einem Konter Kassels aus dem eigenen Drittel heraus, zum ersten Tor und der Führung für die Gäste aus Nordhessen führte.

Bis dahin vermieden es beide Teams auch Strafen zu ziehen, jedoch war es kurz nach dem Führungstreffer der Gäste auch damit vorbei. Aber noch war das Überzahlspiel der Löwen nicht zwingend genug und Kassel konnte sich mehrmals befreien.

Das Drittel war auch schon fast vorbei, ehe Lukas Koziol den Ausgleich für die Löwen erzielen konnte. 11 Sekunden waren noch zu spielen, als die Frankfurter ein Bully links vor dem Kasseler Tor gewannen und Lukas Koziol einfach mal abzog und den Puck ins Tor hämmerte. Das sogar bei eigener Unterzahl. Mit dem Unentschieden ging es auch in die erste Pause.

 

Zum zweiten Drittel:

Druckvoll und mit viel Offensivdrang begannen die Löwen das zweite Drittel, doch erneut waren es die Gäste, die das Tor machten. Die zweite Führung an diesem Abend für die Schlittenhunde, die mit einem schönen Pass auf die linke Seite vor dem Tor aufgelegt und vollendet wurde.

Aber keine Minute nach dieser Führung fand sich Kassel in einer 5minütigen Unterzahl wieder. Was war passiert?

Andre Reiß (Kassel) zeigte sich völlig übermotiviert und checkte Frankfurts Cornett zu Boden. Dieser konnte gar nicht sehen, was da auf ihn zugekommen war und folgerichtig gaben die Schiedsrichter hierfür die Spieldauerdisziplinarstrafe. Diese Aktion brachte die Eissporthalle zum Kochen. Emotionen auf und neben dem Eis. Dass es dabei ebenfalls zu einer größeren Rangelei kam, bei der einige fauststarke Argumente verteilt wurden, blieb nicht aus. Damit war aus dem eher ruhigen Spiel ein Derby geworden und hätte Reiß gewusst, dass er mit dieser Aktion einen Bärendienst für seine Farben erweist, hätte er sich womöglich zurückgehalten.

Die anschließende lange Überzahlsituation war für die Löwen wichtig und wurde spielentscheidend. Sie ließen den Gegnern wenig Freiräume und übten großen Druck auf das Gästetor aus. Zu großen, wie es aus Sicht der Gäste schien, denn innerhalb dieser fünf Minuten kassierten sie drei Tore, bei denen sich Frankfurts Überzahlspieler nicht zwei Mal bitten ließen. Zwei Mal netzte Lewandowski ein und einmal legte er auf. Der Name Lewandowski steht also nicht nur im Fußball für Tore.

So machten die Hausherren unter dem immer lauter werden Jubel der Fans aus einem 1:2 ein 4:2.

Nach dieser Unterzahlsituation der Gäste, konnten sie sich nur kurz an ihrer Vollzähligkeit erfreuen, ehe erneut ein Spieler seine Zeit auf der Strafbank absitzen musste. Wieder Überzahl für die Löwen und wieder ein Tor. Tousignant wollte vor dem Tor noch einen Querpass spielen, der aber von einem Verteidiger unhaltbar ins Tor abgefälscht wurde.

Nun brannte die Eissporthalle förmlich ob dieser starken Offensivleistung und Tore im Überzahlspiel.

Die Stimmung war nun am Siedepunkt und Kassel stehend KO. Ob es die Ermüdung oder Kopfsache war, kann man nur mutmaßen. Es lief in diesem Drittel bei Kassel nichts mehr zusammen. In der Offensive waren sie förmlich abgemeldet und da half selbst ein eigenes Überzahlspiel nicht. Hier zeigte auch die Defensive der Löwen, dass auch sie ihre Qualität hat.

Es waren vielmehr die Löwen, die den Spielstand noch weiter nach oben hätten schrauben können. So ging es aber mit dem 5.2 in die zweite Pause.

 

Zum dritten Drittel:

Die Gäste kamen mit dem Willen auf das Eis, das Ergebnis zu verbessern, doch wenn es nicht die gute Defensivarbeit der Hausherren war, dann hatte Torwart Bick etwas dagegen. Er hielt die Schlittenhunde ein ums andere Mal davon ab jubeln zu dürfen.

Insgesamt wirkte das Spiel um einige Gänge zurückgefahren. Zwar gab es Chancen auf beiden Seiten, doch nach dem zweiten Drittel schien das Spiel bereits entschieden gewesen zu sein.

Viel passierte also nicht, abgesehen von einer kleinen Rauferei nach Spielende, bei der sich der Frust der Gäste nochmal entlud.

Löwen Frankfurt – Kassel Huskies 5:2 (1:1 4:1 0:0)

0:1  Adriano Carciola ( Richard Mueller , Marco Müller ) – EQ 11:24
1:1 Lukas Koziol – SH1 19:51
1:2 Matthew Neal ( Nick Walters , Richard Mueller ) – EQ 23:56
2:2 Eduard Lewandowski ( Adam Mitchell , Mathieu Tousignant ) – PP1 25:28
3:2 Eduard Lewandowski ( Maximilian Faber , Adam Mitchell ) – PP1 26.12
4:2 Maximilian Faber ( Eduard Lewandowski , Mathieu Tousignant ) – PP1 29:04
5:2 Mathieu Tousignant ( Adam Mitchell , Daniel Spang ) – PP1 31:13

Zuschauer: 5.675

Die Klingenstädter und das Derby zum letzten Heimspieltag. Bericht zum GFL 2 Nord Spiel zwischen den Solingen Paladins und den Langenfeld Longhorns vom 25.08.2018.

Was hat mich denn nach Solingen getrieben? Nun natürlich war es Football, aber auch die Heavenly Force Cheerleader haben ihren Teil dazu beigetragen, dass mich der Ort doppelt interessiert hatte.

Also war es mal an der Zeit einen weiteren Weg auf mich zu nehmen und nach Solingen zu fahren. Und ich muss sagen, dass ich sehr positiv überrascht worden bin. Aber eins nach dem anderen.

Bilder: Umgebung, Aufwärmen, EinlaufSolingen Paladins vs. Langenfeld Longhorns

Bilder: Heavenly Force Cheerleader Solingen

Die erste Aufgabe war nämlich das Ankommen in Solingen, was die Bahn mit Verspätung erledigte. Dort aber erwartete mich bereits Marc und gemeinsam ging es zur Jahnkampfbahn, dem Spielort der Paladine. Kaum dort angekommen erwartete uns eine schmucke Sportstätte, in welcher sich bereits die ersten Zuschauer versammelten.

SolingenLangenfeld-vds-1Wir sahen uns ein wenig um und fühlten uns von Beginn an sehr wohl. Das war schon ein gutes Zeichen. Direkt am Eingang war auch der Fanartikelstand, bei dem es „Ritterbrause“ in der Dose gab. Ein isotonisches Getränk mit Grapefruit und Zitronengeschmack. Auf der Dose selbst das Logo der Paladine. Sieht gut aus und schmeckt auch noch. Was es nicht alles gibt.

Den Fanartikelstand steuerte ich etwas später erneut an, denn da wurde es Zeit auch mal die Umgebung zu fotografieren. Ich kam nicht umher mir eine Kappe der Paladine zuzulegen, da diese lediglich 15 € kostete und durchaus eine solide Qualität aufwies. Aber es gab nicht nur das Getränk und die Kappe, sondern viel mehr. Praktisch alles, was das Fanherz begehrt: Vom Trikot bis hin zu einer Einkaufstasche ist alles dabei. Und die Preise sind sehr fair. Dafür mal ein Lob an dieser Stelle.

Ich unterhielt mich auch mit einem sehr freundlichen und sympathischen Verkäufer, der sich um die Fanartikel kümmerte. Er berichtete davon, dass gerade die günstigen und kleinen Fanartikel am häufigsten über die Ladentheke wanderten. Das Gespräch handelte aber nicht nur von Fanartikeln, sondern allgemein vom Football im Norden und Süden und von der Fankultur. Ein tolles Gespräch.

SolingenLangenfeld-vds-5Aber nicht nur schöne Fanartikel gab es, nein auch gutes und leckeres Essen. Selbstverständlich Burger, wie es sich bei dieser Sportart nun mal gehört. Wie gut, dass bereits jemand einen Burger hatte und eindeutig zeigte, dass sie ebenfalls von guter Qualität sind.

Langsam wärmten sich beide Mannschaften auf, während es einen kurzen Schauer gab, der keinen so wirklich zu stören schien. Die Tribüne füllte sich und auch auf der Gegenseite wurden es immer mehr Gästefans. Man konnte sehr gut erkennen, dass es ein Spiel zweier nicht weit auseinander liegenden Mannschaften war. Es werden gut und gerne, nach meinem Schätzungsgefühl und der Aussage eines langjährigen Fans, um die 1.500 Menschen da gewesen sein, die sich das Spiel ansehen wollten.

Während sich so langsam wieder die Sonne zeigte, kamen auch die Ladys auf das Spielfeld, die eine kleine Pre-Game Show zeigten, die sich wirklich sehen lassen konnte. Oder war die Sonne extra für sie wieder hervorgekommen? Fliegende Haare, ganz viele strahlend lächelnde Gesichter und viele Tanzbewegungen, die von den Zuschauern mit dem verdienten Applaus honoriert wurden.HeavenlyForce250818-8

Zeit für die Hauptakteure des Tages: die Spieler. Zunächst durften Gäste auf das Feld laufen. Natürlich jubelten die Fans aus Langenfeld ihrer Mannschaft zu, doch im Vergleich zum Einlauf der heimischen Paladine, war das ein zartes Pflänzchen, das noch wachsen muss. -> Solingen Paladins Umgebung, Aufwärmen, Einlauf 25.08.2018

Nach dem Münzwurf konnte es auch schon losgehen.

Zunächst bekamen die Solinger auch gleich den Ball. Aber beide Seiten konnten sich nicht so wirklich entscheiden, wer nun den Vorteil für sich beanspruchen wollte und so ging zu Beginn erstmal das muntere Punten auf beiden Seiten los.

So wie der Ballbesitz wechselte, wechselten sich auch die Fanlager auf beiden Seiten ab. Und das sehr lautstark. An Unterstützung von den Rängen fehlte es also auf beiden Seiten nicht.

Die Zeit verstrich daher zunächst ohne besondere Vorkommnisse. Doch dann gelang den Gästen ein sehenswerter Angriff, der beinahe zum Erfolg geführt hätte. Doch der Abwehrchef der Paladine wusste dies zu verhindern. Aber in einem weiteren Versuch war es dann doch der gewünschte Erfolg, also ein Touchdown, den die Gäste verbuchen konnten. Den Extrapunkt ließen sie sich nicht nehmen.SolingenLangenfeld25082018-13

Nun verstrich die Zeit erstmal wieder, bis das erste Viertel zu Ende war. Kurz vorher konnten sich jedoch die Paladine das Angriffsrecht sichern. Dieses nahmen sie in das zweite Viertel mit und starteten fulminant mit den ersten eigenen Punkten und dem Ausgleich zum 7:7.

Nun kamen die Klingenstädter besser in das Spiel hinein, zeigten sich defensiv und offensiv von einer hervorragenden Seite. Sie ließen erstmal keine weiteren Punkte zu und stoppten die Angriffsversuche der Gäste recht schnell. Dafür konnten sie selbst in der Offensive glänzen und sogar mit einem weiteren Touchdown nach einem schönen Pass auf 13:7 erhöhen. Den Extrapunkt konnten sie in der Situation nicht mitnehmen.SolingenLangenfeld25082018-27

Den Offensivdrang der Hausherren konnten die Gäste aus Langenfeld in dieser Phase des Spiels nicht aufhalten. Sie hatten sogar ein weiteres Mal das Nachsehen, als die Paladine auf 20:7 erhöhten. Nun schienen sich die Klingenstädter ihrer Sache sicher zu sein, aber für den Moment wohl ein wenig zu sicher, denn es dauerte nicht lange, ehe sich die Gäste wieder auf der Punktetafel eintragen konnten und auf 20:14 verkürzten.

Währenddessen machte ich von beiden Seiten des Spielfelds meine Bilder und hörte auf jeder davon die Unterstützung der jeweiligen Fans. Insbesondere vor der vollen Haupttribüne war es relativ laut, denn von dort gab es Anfeuerungen ohne Unterbrechung. Selbst die Cheerdamen tanzten nicht nur, sie sahen sich auch das Spiel an und fieberten absolut mit. Das konnte man an ihren Gesten und Gesichtsausdrücken immer wieder gut erkennen.HeavenlyForce250818-28

Ich habe aber auch in einem Gespräch mit einem langjährigen Paladin Fan erfahren, dass die Stimmung nicht nur bei einem Derby so gut ist. Bei jedem Spiel wird die Mannschaft euphorisch unterstützt und die Spieler dankten es häufig mit Applaus in Richtung der Fans. Ein tolles Bild, eine tolle Stimmung. In Solingen weiß man also sehr gut, wie man American Football zelebriert.

Im dritten Viertel waren es die Solinger, die ihre Punktzahl erneut erhöhen konnten. Leider ein weiteres Mal ohne den Zusatzpunkt, denn der Football knallte an den Pfosten der Stimmgabel. 26:14

SolingenLangenfeld25082018-40Aber in einem Derby lässt man sich auch davon nicht unterkriegen und so erkämpften sich die Gäste aus Langenfeld im letzten Viertel die nächsten Punkte und es stand 26:21.

Mittlerweile wurde es dunkler und erneut begann es zu regnen. Die Lichtverhältnisse eigneten sich kaum noch zum Fotografieren und so suchten Marc und ich einen Platz auf der Tribüne um nicht durchgenässt zu werden.

Kurz zuvor hatte ich aber noch das Vergnügen mit dem bereits angesprochenen langjährigen Fan der Solinger zu sprechen. Es ging dabei um die NFL, die GFL Nord und ein bisschen auch um die GFL Süd. Unter anderem auch um die Situation in Frankfurt und ich war froh, dass ich ein bisschen Licht ins Dunkel bringen konnte. Aber was nun genau in Frankfurt mit der Universe los ist, möchte ich so im Detail gar nicht sagen. Das obliegt den Verantwortlichen des Vereins. Ich möchte einfach nur zu bedenken geben, dass die Stadt Frankfurt und der FSV Frankfurt auch darin involviert sind und eigentlich alles nur im Trio funktionieren kann. So viel dazu.

Es war ein tolles Gespräch, muss ich sagen, denn die Offenheit und auch die Einfachheit des Gesprächs führten zu einer weiteren Sympathiestufe und auch dem Bewusstsein, dass Football auch in Solingen eine Familie ist, die sich über Neuzugänge freut.

Das Gespräch wurde aber immer wieder kurzfristig unterbrochen, denn die Solinger Fans wurden lauter und lauter. Eine Interception wurde so euphorisch bejubelt, dass man es durchaus mit einem Tor bei einem Fussballspiel vergleichen kann von der Lautstärke.HeavenlyForce250818-36

Liebe Solinger: es ist absolut beeindruckend gewesen, wie sehr ihr mit dem Herzen und eurer Stimme dabei seid. Ich war in diesem Jahr bei sehr vielen Footballspielen und von der Stimmung her, die ihr bei einem Spiel macht, seid ihr absolut GFL 1(!) tauglich.

Das kam natürlich auch bei der Mannschaft an, die die letzten Minuten zur Entscheidung nutzen wollte und dies auch mit einem weiteren Touchdown und einer gelungenen 2-Point-Conversion tat. 34:21 hieß es und im leichten Regen des Solinger abends konnten sich die Klingenstädter auch den zweiten Derbysieg in dieser Saison holen.

Paladine, bleibt eurer Mannschaft weiterhin so treu und ergeben und ich bin überzeugt, dass euch der Weg in die GFL 1 auch sportlich gelingen kann und wird.

Schade, dass diese Saison kein weiteres Heimspiel mehr bei euch stattfindet. Aber wir sehen uns nächste Saison ganz bestimmt wieder, denn bei euch hat es Spaß gemacht. Das Spiel war klasse und qualitativ (von beiden Seiten) auf einem hohen Niveau geführt. Dazu die sympathische Umgebung und die tolle Stimmung. Was will man mehr? Nun, vielleicht eines: dass sich andere Mannschaften und insbesondere Zuschauer / Fanlager an eurem Herzblut ein Beispiel nehmen.

Unerwartete Spannung beim hessischen Duell in der GFL Süd. Bericht zum Spiel der Marburg Mercenaries gegen die Frankfurt Universe vom 12.08.2018

Nach Marburg mit der Bahn. So hatte ich es vor. Dass dies eine Tour wird, die deutlich länger dauern sollte, als erwartet, hatte ich nicht gedacht. Aber an manchen Tagen ist man, wenn man sich auf die Bahn verlassen will, verlassen. Da sitzt man schön in einer Bahn, die Fahrt bis zum Hauptbahnhof sollte knapp 15 Minuten dauern, dauert dann aber gute 40 Minuten und man fragt sich, ob laufen nicht eine Alternative an diesem Tag gewesen wäre. So musste ich eine Bahn später nehmen und kam dadurch leider erst ungefähr 20 Minuten nach Spielbeginn im Stadion in Marburg an. Das erste Viertel lief aber noch.

Auf dem Weg zum Stadion konnte ich durch die Bäume leichte Blicke auf das Spiel erhaschen. Doch viel interessanter war aus der Ferne die Lautstärke der heimischen Fans. Diese jubelten nicht nur einmal. Da dachte ich mir schon, dass irgendetwas Positives aus Marburger Sicht passiert sein musste. Doch was genau, das konnte ich natürlich so nicht mitbekommen.

Bilder: Marburg Mascots und Universe Cheerleader 12.08.2018

Bilder: Marburg Mercenaries vs. Frankfurt Universe 12.08.2018

Dass es tatsächlich sogar Punkte waren, die Marburg gemacht hatte, sah ich dann auf der Anzeigetafel, nachdem ich endlich im Stadion war. Nanu? 9:0 die Führung für die heimischen Mercenaries? Okay?! Ich habe also doch etwas Interessantes verpasst.

Wenn man sich an das erste Spiel in Frankfurt zurückerinnert, bei dem die Marburger chancenlos waren und dominiert wurden, war das schon eine erste Überraschung. Das erste Viertel war dann auch schon so gut wie vorbei, nachdem ich mich platzieren und die üblichen Verdächtigen, ehm ich meine Bekannten, begrüßt hatte. Außerdem konnte ich sehen, dass sehr viele Fans der Universe angereist waren, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Doch nicht nur Fans waren da, nein, auch eine kleine Gruppe der Universe Cheerleader war vor Ort und tanzte auf der Gegenseite vor und für die Frankfurter Fans.

MMCuUC12082018-20Unter ihnen, an diesem Tag aber als Betreuerin für die tanzenden Mädels, auch eine recht neue junge Dame, die seit kurzem zum Cheerleaderteam dazugehört. Ich spreche hier von Julia, die einen ungewöhnlichen, bzw. interessanten Werdegang zur Cheerleaderin gemacht hat. Sie hat zuvor schon Sport betrieben, aber nicht Tanzsport. Bodybuilding war ihr Gebiet und das erkennt man teilweise auch noch. Zwar hatte ich ein wenig Angst ihr die Hand zu geben und nach dem Händeschütteln eine zerdrückte Hand zu haben, aber ich habe mich dann doch getraut. (Ja, ich übertreibe ein bisschen) Nur noch hierzu kurz: ihr Händedruck ist durchaus kräftig, aber dafür hat sie durchaus weiche Hände.

Sie ist freundlich, sympathisch und offen. Im Prinzip auch so, wie die anderen Damen der Universe Cheerleader. Sie war übrigens auch beim letzten Heimspiel im Cheerleader Outfit und hat getanzt. Mir ist sie erst auf den Bildern aufgefallen. Oh, ein neues Gesicht. Tänzerisch scheint sie schon sehr gut integriert zu sein. Zumindest stach sie, so mein Eindruck, nicht negativ aus der Gruppe hervor – und das ist gut. Weiter so Julia.

Das Spiel ging natürlich weiter in das zweite Viertel hinein und nun mussten sich die Frankfurter etwas einfallen lassen, denn der Rückstand musste schließlich irgendwie aufgeholt werden. Und daran arbeiteten sie auch.

Die Marburger, die in dieser Saison durchaus heimstark sind, hielten aber sehr gut dagegen. So dauerte es etwas, bis sich die Mannen von Brian Caler in die Endzone durchtanken und für Punkte sorgen konnten. Durchtanken passt wirklich sehr gut, denn Andreas Betza wäre wahrscheinlich auch durch meterdicke Wände gesprungen, um diese Punkte zu machen.MMSFU120818-5

Den Extrapunkt ließ man sich nicht nehmen und kam damit auf 9:7 heran. So langsam fand auch die Frankfurter Defensive besser ins Spiel und konnte sich in der Folge auszeichnen. Aber auch auf der Gegenseite blieb die Defensive der Hausherren durchaus standhaft und hielt die Offensive der Frankfurter sehr gut fern von der eigenen Endzone. So durfte Frankfurts Kicker, Marius Duis, den Versuch wagen ein Field Goal aus gut 50 Yards zu erzielen. Ein gewagter Versuch, aber das Ding war drin! Wow, meinen Respekt dafür. Und damit lag die Universe mit 9:10 in Front.MMSFU120818-32

Das war dann auch der Halbzeitstand, denn die Defensivreihen zeigten wieder gute Arbeit auf beiden Seiten.

Ein ähnliches Bild zeigte sich auch zu Beginn des dritten Viertels, denn die Marburger konnten sich zurecht Chancen in diesem Spiel ausrechnen und das zeigten sie auch auf dem Feld. Zwar kamen sie selbst nicht zu weiteren Punkten, ließen aber wiederum kaum Raumgewinne für die Frankfurter zu, die erneut in Form von Marius Duis ein weiteres Field Goal erzielen mussten. Auch dieses aus knapp 35 Yards war gut gekickt, so dass der Spielstand auf 9:13 erhöht wurde.

Das Ende des dritten Viertels war nicht mehr weit, aber es wurde nochmal sehr interessant. Zunächst konnte Frankfurts Defensive einen Pass abfangen und einen Touchdown dadurch erzielen. Kweishi Brown hatte abermals in einem Spiel mit seinem Gespür und seiner Aufmerksamkeit dafür sorgen können. Die angepeilten weiteren zwei Punkte gab es aber nicht. 9:19 und nun sah es eigentlich etwas sicherer für Frankfurt aus.MMSFU120818-36

MMSFU120818-41Doch im direkten Gegenzug hatten alle Frankfurter das Nachsehen, als Silas Nacita den Turbo anschmiss, die Frankfurter Verteidiger um kurvte und ungehindert, fast aus der eigenen Endzone heraus, für einen Touchdown auf der anderen Seite sorgen konnte. Da auch der Extrapunkt genutzt wurde, stand es nur wenige Momente später 16:19.

Zwischendurch bin ich immer wieder auch mal an den Cheerleadern Marburgs vorbeigeschlendert. Nicht nur, um das ein oder andere schöne Bildchen der jungen Damen zu machen, nein ich wollte auch mal schauen, ob ich diese Text vor dem „Defense go“ mal besser verstehen kann. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere Leser daran, dass mir dies bereits bei einem der vorherigen Spiele aufgefallen ist, dass da etwas von den Mädels angesagt wird, ich aber nicht verstehen konnte. Was ich heraushören und mir merken konnte ist, dass es definitiv ein ganzer Satz ist, der wie folgt zu Ende geht: „stand up, shout it out: Defense Go – Defense Go“ Und genau das ist Cheerleading. Gefällt mir durchaus.MMCuUC12082018-4

Nun wurde es aber auf dem Feld nochmal spannend im letzten Viertel. Ein knapper Spielstand, eine Marburger Mannschaft, die ihre Chance wittert und eine Mannschaft aus Frankfurt, die nicht den allerbesten Tag erwischt hat. Ja, das versprach Spannung; wenn auch unerwartet (das Ergebnis des Hinspiels noch im Kopf).

MMSFU120818-45Zunächst konnte aber Frankfurt glänzen und zwar mit einem wundervollen langen Pass in die Endzone, den George Robinson fing und in einen Touchdown verwandeln konnte. Der Extrapunkt war Formsache für Marius Duis. Also ich meine ja nur; wer aus 50 Yards treffen kann, der macht so einen Extrapunkt mit geschlossenen Augen auf einem Bein rückwärts – mit Salto. Damit stand es 16:26 und für den Moment schien es wieder etwas sicherer für die Men in Pu…, nein, in Orange.

In der Folge zeigten sich aber wieder die Defensivreihen in sehr guter Form und so wechselte der Ballbesitz einige Male, ohne, dass Punkte gemacht werden konnten. Erst ein Field Goal Marburgs beendete die punktlose Zeit und damit konnten sie auf 19:26 verkürzen.

Die letzten Minuten waren also nochmal spannend. Ich hätte den Mercenaries durchaus zugetraut, dass sie ein Touchdown und eine 2pt-Conversion versuchen würden, wenn es denn dazu käme. Das würde zu ihnen passen, ein Spiel so zu gewinnen. Gegen München, da waren es nur wenige Sekunden auf der Uhr, als sie das Spiel zu ihren Gunsten gedreht haben. Warum also nicht auch gegen Frankfurt? Die Chance war jedenfalls da.

Und sie war auch deswegen da, weil die Frankfurter bei ihrer eigenen Offensive nicht weit kamen. Vielleicht die Sensation vor Augen; vielleicht noch einmal etwas Überraschendes; aber das sollet nicht passieren, denn ein eigentlich gut geworfener Passversuch des Marburger Quarterbacks landete in den Händen von Joshua Poznanski, der diesen festhielt und die Interception kurz vor Schluss machte. Dadurch war der Kuchen gegessen, der Drops gelutscht. Erleichterung bei den Fans und der Universe selbst. Das hätte auch schiefgehen können.MMSFU120818-58

Die Mercenaries haben ihrerseits gezeigt, dass mit ihnen vor allem in Marburg zu rechnen ist. Respekt und Lob von mir für diese sehr starke Leistung.

Football, wo es am schönsten ist. Bericht zum Spiel der Frankfurt Universe gegen die Marburg Mercenaries vom 13.05.2018

Sonntag. Heimspiel der Samsung Frankfurt Universe. Die Vorfreude auf Football und die Menschen, die ich mit der Zeit kennenlernen durfte, war schon groß. Marc Junge (all-about-football) und ich machten uns auf den Weg zur PSD Bank Arena. Es ist schön, dass die Heimspiele weiterhin an altbekannter und gewohnter Spielstätte stattfinden können, auch wenn es verständlicherweise ein paar Abstriche gibt. Keine Power-Party mit Bühne und Gästen zum Beispiel. Schön war dies natürlich, aber gebraucht wird es nicht. Essen und Getränke gibt es aber selbstverständlich. Auch das Feuerwerk nach jedem Touchdown entfällt. Das braucht es auch nicht unbedingt. Dafür könnte man doch nun auch diesen Stehplatzbereich für den Kartenverkauf freigeben, oder nicht?

Hier geht es zu den Bildern des Spiels: -klick-

Hier geht es zu den Bildern der Cheerleader: -klick-

Apropos Zuschauer: es fällt schon sehr auf, dass weniger Menschen auf dem Vorplatz zu finden sind, wenn ich das mit den Spielen der letzten Saison vergleiche. Das spiegelte auch die gestrige Besucherzahl wieder, die mit 1.672 für Frankfurter Verhältnisse eher gering ausfiel. Aber ich kann die Besitzer einer ungültigen Dauerkarte verstehen. Manche wollen und manche können nicht nochmals bezahlen. Ich hoffe sehr, dass es für jene Menschen noch eine adäquate Lösung geben wird, denn jeder Zuschauer, jeder Fan ist wichtig bei einem Heimspiel und das Catering freut sich bestimmt auch über mehr potentielle Einnahmen.

Ich bin zufällig auf die Seite eines Fußballvereins gestoßen, der vor Jahren auch mal in Insolvenz war. Dort gab es das gleiche Problem mit den Dauerkarten, die ihre Gültigkeit verloren haben. Die Lösung des Vereins war so simpel wie einfach. […] Um den Schaden der Fans gering zu halten, dürfen Dauerkarten-Inhaber selber bestimmen, wieviel sie für eine neue Dauerkarte zahlen möchten. […] Die Quelle ist die Webseite von Alemannia Aachen. Die Nachricht vom 12.12.2012. Ob so eine Vorgehensweise auch bei der Universe möglich ist und rechtlich überhauptumgesetzt werden darf, wird wohl der Insolvenzverwalter noch am besten wissen.

Jedenfalls habe ich an diesem Tag auf Bilder vom Umfeld und vom Aufwärmen verzichtet, denn ich hatte etwas vor, das mit Randie Agnew zu tun hatte. Ihr kennt ihn schon aus vorherigen Berichten von mir und da hatte ich auch erwähnt, dass er Xavier Woods, einem Wrestler der WWE, doch etwas ähnlichsieht. Da er schon beim Aufwärmen war, begrüßte ich viele andere lila Menschen, einige Spieler und Fotografen. Mit Gesprächen verging die Zeit sehr schnell und zwischendurch sah ich mir das Aufwärmprogramm beider Teams an, bis dieses vorbei war. Nun hieß es Randie abfangen und ihm die Kleinigkeit übergeben, die ich für ihn dabeihatte.

Randie und Pat mit Xavier Woods Actionfigur
Randie Agnew und PadmanPL (Pat) mit der Xavier Woods Actionfigur. Fotocredits by Chris Haas von C-Sportpics

Natürlich eine Actionfigur von Xavier Woods. Dieses kleine Geschenk kam gut an und Randie hatte sich durchaus darüber gefreut. Und wie man sehen kann, habe auch mich darüber gefreut, dass er sich darüber gefreut hat. Ein bisschen Spaß darf und muss eben auch sein. Das war für mich schon ein toller Moment an diesem Tag und Randie verschwand mit einem Lächeln in die Mannschaftskabine.

Cheerleader13052018 (12 von 24)

Nun hieß es auch für mich langsam auf die Tribüne zu gehen und dort meinen Platz mit Tischchen einzunehmen. Schließlich waren schon die Cheerleader in Formation, um ihre Choreographie vorzuführen. Wieder einmal waren die jungen Damen schick gekleidet und zeigten bei sonnigem Wetter eine schön einstudierte Choreographie, ehe sie sich zum Einlauf der Frankfurter Spieler aufstellten. Doch wie gewohnt, kam die Gastmannschaft zuerst auf den Platz und ebenfalls sehr gewohnt, unter dem Applaus der Zuschauer.

Wenige Momente später begann das Spiel mit Marburg im Angriff und von Unwetter war weit und breit keine Spur. Nun, okay, aus Marburger Sicht könnte man vielleicht sagen, dass das Unwetter in Lila auf dem Platz stand, aber das meinte ich jetzt nicht. Wobei sich das gesamte Spiel in vier wichtigen Punkten zusammenfassen lässt:

  1. Frankfurts Offensive funktionierte tadellos und beinahe jeder Angriff sorgte für Punkte
  2. Die Frankfurter Defensive räumte Gegenspieler sehr schnell ab, so dass es kaum nennenswerte Offensivaktionen der Gäste gab
  3. Marburgs Offensive war abgemeldet. Ihr bester Mann, der noch am meisten versuchte, war der Ex-Frankfurter Silas Nacita, der im Verlauf des Spiels fast jede Position spielte.
  4. Die Marburger Defensive war zu langsam und zu unaufmerksam und ließ Gegenspieler freistehen oder lief nur hinterher.

SFUMM13052018 (48 von 82)Ob Pass- oder Laufspiel, Frankfurts Offensive kam stets vorwärts und machte im gesamten Spiel sage und schreibe 9 Touchdowns. Dabei war das Angriffsspiel sehr variabel. Würfe in die Endzone, Läufe in die Endzone – es funktionierte so einfach, wie im Training.

Das allergrößte Highlight im Spiel war der Lauf von Andreas Betza über das gesamte Feld zu einem Touchdown. Zuvor missglückte das Anspiel, der Snap, weil dieser zu hoch geworfen wurde. Nur wenige Yards vor der eigenen Endzone konnte der Ball aber noch gesichert werden. Beim nächsten Anspiel stand Frankfurts Quarterback schon in der eigenen Endzone, in welcher er Andreas Betza den Ball für einen Lauf übergab. Dieser fand einen Weg durch die Marburger Verteidigung und lief und lief und war gar nicht mehr aufzuhalten. Erst in der gegnerischen Endzone machte er Halt und ließ sich für den grandiosen Touchdownlauf feiern.SFUMM13052018 (77 von 82)

Kurz vor Schluss erlief Andreas Betza noch einen weiteren Touchdown und stellte damit den Endstand von 63:7 her. Oh, ach ja: Marburg fand tatsächlich einmal den Weg in die Frankfurter Endzone. Dies war im dritten Viertel. Da gelang mal ein Pass auf einen freistehenden Spieler, der erst kurz vor der Endzone aufgehalten werden konnte. Der folgende Touchdown war reine Formsache, wenngleich die Defensive von Frankfurt auch nicht mehr auf Teufel komm raus verteidigte.

So endete das Spiel im leichten Regen mit einem Ergebnis, das ich in dieser Höhe nicht erwartet hatte. Aber fertig war der Tag damit noch nicht, denn ich hatte die Gelegenheit an der Pressekonferenz nach dem Spiel teilzunehmen. Mit kurzen Gesprächen ließ sich die Wartezeit vertreiben und dann begann auch schon die kurz gehaltene Pressekonferenz mit beiden Trainern.

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Der Trainer der Gäste, Dale Heffron, begann und fand lobende Worte für seinen Kollegen aus Frankfurt. Für ihn seien Frankfurt und Schwäbisch Hall in einer anderen Liga, dann irgendwann käme der Rest. Zudem sei er beeindruckt von dem, was die Frankfurter geleistet haben und leisten. Dass er mit seiner Mannschaft viel aufzuarbeiten hat und hierbei einigen Spielern auf die Füße treten wird, klang nachvollziehbar.

Brian Caler, Trainer der Frankfurter, hatte deutlich weniger zu sagen. Er bedankte sich vor allem bei seinen Spielern und dem Umfeld der Universe mit seinen Mitarbeitern für das sehr gute Arbeitsklima und dem was hier geleistet wird. Mit seiner Mannschaft war er ebenfalls äußerst zufrieden und war sogar vom Zusammenspiel seiner Mannschaft sehr beeindruckt.

Das war gewiss nicht nur er. Auch ich war beeindruckt und bin durchaus sehr guter Dinge, dass Spiele gegen Schwäbisch Hall und auch Braunschweig enger gestaltet werden und möglicherweise auch gewonnen werden können. Die Zeit wird kommen, dies unter Beweis zu stellen und darauf freue ich mich schon sehr.

Rückblick zum DEL 2 Viertelfinale der Löwen Frankfurt gegen die Kassel Huskies – Spannung, Stimmung und mehr und das in sechs Spielen

Anstelle einzelner Spielberichte hatte ich mich bereits vor Beginn dieser Serie dazu entschieden einen gesamten Rückblick zu schreiben. Als Fan mit den entsprechenden Emotionen könnte es nämlich passieren, dass die Berichte während der Serie vielleicht doch nicht so neutral (wie es einem Fan möglich ist) zu betrachten. Ein gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn man seine Objektivität als Berichterstatter verliert, ist der Artikel der HNA vom 17.03.2018 zum zweiten Spiel der Serie. Man muss einen Spieler der gegnerischen Mannschaft nicht unbedingt als „widerlichsten Provokateur“ bezeichnen. Meine Meinung.

Es war also die dritte Auflage dieser Begegnung in den DEL 2 Play-Offs. Die erste Serie gewann Kassel mit 4:0 und wurde in der Folge Meister. Die zweite gewann Frankfurt 4:0 und wurde in der Folge ebenfalls Meister. Dieses Duell bot also genügend Spielraum für Omen und Vorhersagen.

Spiel 1: Zu diesem Spiel an einem Dienstagabend kamen über 5.000 Zuschauer in die Halle, um sich den Auftakt dieser Serie anzusehen. Beide Mannschaften zeigten sich geordnet offensiv und waren auf Sicherheit bedacht. Der Führung in Überzahl folgte das 2:0 für die Löwen. Doch im zweiten Drittel boten die Offensivreihen beider Mannschaften ein kleines Spektakel und wechselten sich brav beim Tore schießen ab. Kassel, Frankfurt, Kassel, Frankfurt und nochmal Kassel. Doch im letzten Drittel war nur noch die Offensive der Gäste aus Kassel erfolgreich, welche ausglichen, in Führung gingen und kurz vor Schluss mit dem Treffer ins leere Tor das erste Spiel für sich entschieden. Die Defensive der Löwen und auch der Goalie waren in dieser Phase leider nicht immer auf der Höhe und das wussten die Stürmer der Huskies auszunutzen.

Serienstand Frankfurt – Kassel 0:1

 

Vor dem zweiten Spiel tauchte ein Artikel in einer Tageszeitung auf, die von Unzufriedenheit in der Frankfurter Mannschaft berichtete. Zudem auch davon, dass Trainer Gardner gehen und durch den neuen Sportdirektor Fritzmeier als Trainer ersetzt werden sollte. Gerüchte? Wahrheiten? Jedenfalls ein ziemlich ungünstiger Zeitpunkt für solche Dinge.

Spiel 2: Das Spiel in Kassel war lange Zeit recht ausgeglichen. Nach den ersten beiden Dritteln stand es 5:4 für Kassel. Die Offensivreihen zeigten erneut ihre Stärken und ließen die Netze zappeln. Man konnte aber erkennen, dass die Körpersprache der Spieler beider Teams nicht unterschiedlicher hätte sein können. Während man den Huskies ansah, dass sie das Spiel gewinnen wollten, fragte man sich bei den Löwen, insbesondere im letzten Drittel, ob sie sich bereits abgeschrieben hatten. Dazu passten die beiden weiteren Treffer Kassels, die das Ergebnis auf 7:4 schraubten. Gegenwehr? Kaum noch vorhanden. In den letzten Minuten waren auch die Reihen experimentell aufgestellt und nur der eingewechselte Goalie, Brett Jäger, konnte ein noch größeres Debakel verhindern. Kassel gewann auch das zweite Spiel verdient.

Serienstand Frankfurt – Kassel 0:2

Dass es direkt nach diesem Spiel enttäuschte und auch wütende Kommentare zu diesem Spiel von Löwenfans gab, war nicht weiter verwunderlich, eher sogar verständlich. Und noch in derselben Nacht nach dem Spiel wurde Gardner entlassen und durch Fritzmeier, dem Sportdirektor, auf der Trainerbank ersetzt. Wie würde sich das auf die Mannschaft und auf das Spiel, die Serie, auswirken?

 

Spiel 3: Oder Spiel 1 unter Fritzmeier. Eine volle Eissporthalle erwartete eine Reaktion der Löwen oder den unsäglichen Untergang. Doch was die Zuschauer zu Beginn sehen konnten, waren defensiv eingestellte Löwen. Kein kopfloser Sturmlauf, keine Konter des Gegners. Zumindest nicht mehr in der Häufigkeit der Hauptrunde. Auch der Gegner aus Kassel musste sich an diese taktisch neu auf und eingestellten Löwen gewöhnen. Das frühe Löwen Tor durch Bindels machte es für den Gegner aus Kassel sicher nicht leichter, die sich immer wieder mit der neuen Defensiveinstellung der Frankfurter auseinandersetzen mussten. Doch der Ausgleich gelang ihnen dann doch, ehe die Frankfurter kurz vor Ende des ersten Drittels in Überzahl mit 2:1 erneut in Führung gingen. Dass dies auch der Endstand des Spiels sein sollte, konnte man eigentlich nicht erwarten nach den ersten beiden Spielen, doch war es tatsächlich nach zwei torlosen Dritteln, in denen sich beide Torhüter auszeichnen konnten, das Ergebnis des Spiels Nummer 3.

Serienstand Frankfurt – Kassel 1:2

 

Spiel 4: Die Huskies schienen immer noch so ihre Probleme mit den neuen Defensivlöwen zu haben, welche sich auf fremden Eis mit einer sehr soliden (neuen) Defensivstärke zeigten und Schüsse auf das Tor zu verhindern wussten. Chancen gab es im ersten Drittel dieses Spiels aber kaum, sodass auch das dritte Drittel in Folge (spielübergreifend) torlos blieb. Moment?! Ein ganzes Spiel ohne Tor zwischen diesen beiden Mannschaften? Tatsächlich war es so. Im zweiten Drittel gelang den heimischen Huskies aber die Führung, welche kurz vor Ende des Drittels egalisiert wurde. Die doppelte Überzahl der Löwen war in diesem Fall ausschlaggebend. Insgesamt gab es nun mehr Schüsse auf beide Tore, wenngleich es nicht unbedingt Großchancen waren. Doch im letzten Drittel wurde es wieder defensiver, obwohl fünf Tore fielen. Frankfurt x2, Kassel und erneut Frankfurt x2 sorgten für den 2:5 Endstand und den Ausgleich in der Serie.

Serienstand Frankfurt – Kassel 2:2

 

Spiel 5: Erneut ein volles Haus in Frankfurt. Nun waren die Frankfurter Fans euphorisiert und die Serie begann wieder bei Null. Nun war es ein Best of Three. Die taktische Grundordnung der Löwen wurde beibehalten und so standen sie, wie zuletzt, solide in der Defensive und setzten mit Nadelstichen in der Offensive ihre Zeichen, die sie zur 2:0 Führung im ersten Drittel nutzen konnten. Kassel fand aber besser ins Spiel und konnte im zweiten Drittel erst den Anschluss und kurz vor Ende in Überzahl sogar den Ausgleich erzielen. So war das letzte Drittel an Spannung, trotz der defensiven Einstellung der Hausherren, nicht zu überbieten. Derbyfeeling pur und als dann das 3:2 direkt nach einem Bully fiel, stand die Eissporthalle Kopf. Kurz vor Ende des Spiels dufte man kein schwaches Herz haben, als die Gäste aus Kassel mit Großchancen an das Tor der Löwen anklopften, welche aber vom immer stärker werdenden Löwen Goalie Karjalainen vereitelt wurden. Das 4:2 eine Sekunde vor Ende sorgte nicht nur für Erleichterung, sondern auch für großen Jubel. Nicht nur das Spiel wurde gewonnen, auch waren die Löwen erstmalig in der Serie in Führung.

Serienstand Frankfurt – Kassel 3:2

 

Spiel 6: Do or die. So war das Motto für die Huskies in diesem Spiel. Oder zu Deutsch: siegen oder fliegen. Aber noch eine kleine Randnotiz zu den Schiedsrichtern bei diesem Spiel: mit Nicole Hertrich war eine Frau dabei, die bereits bei den diesjährigen olympischen Winterspielen Spiele bei den Damen geleitet hatte. Sie und ihr Kollege Marcus Brill spielten aber keine entscheidende Rolle in diesem Spiel, in welchem die Huskies einen richtigen Sturmlauf im ersten Drittel hinlegten. Chancen satt, aber nur ein Tor stand nach dem ersten Drittel auf der Anzeigetafel. Das lag nicht nur an den sehr defensiv eingestellten Löwen, sondern auch am überragenden Torwart, der Schuss um Schuss halten konnte. Aber im zweiten Drittel schalteten die Löwen auf Angriff und schnürten die Hausherren in der Defensive ein, was den Ausgleich zur Folge hatte. Weiterhin auf die Defensive bedacht, nutzten die Frankfurter eine Überzahl zur Führung und gingen mit dieser in den letzten Spielabschnitt. Ein weiterer Sturmlauf der Hausherren blieb aus. Dabei stand die solide Frankfurter Defensive mit ihrem starken Goalie weiterhin sicher und ließ nicht viel zu. Bei eigenen Angriffen waren sie sogar zielstrebiger. Die Zeit verstrich und lief gegen die Huskies, welche das dritte Tor hinnehmen mussten, als dieses bereits verwaist war. Das 1:3 war die Entscheidung in diesem Spiel und dieser Serie.

Serienstand Frankfurt – Kassel 4:2 | Serienstand „Fritzmeier“ Löwen – Kassel 4:0

Der Begriff „Fritzmeier-Sweep“ macht aktuell die Runde. Auf wen die Löwen im Halbfinale treffen werden ist noch offen. Das wird sich erst am späten Dienstagabend entscheiden, wenn der Sieger der Serie SC Riessersee gegen die Eispiraten Crimmitschau feststeht.