Football, wo es am schönsten ist. Bericht zum Spiel der Frankfurt Universe gegen die Marburg Mercenaries vom 13.05.2018

Sonntag. Heimspiel der Samsung Frankfurt Universe. Die Vorfreude auf Football und die Menschen, die ich mit der Zeit kennenlernen durfte, war schon groß. Marc Junge (all-about-football) und ich machten uns auf den Weg zur PSD Bank Arena. Es ist schön, dass die Heimspiele weiterhin an altbekannter und gewohnter Spielstätte stattfinden können, auch wenn es verständlicherweise ein paar Abstriche gibt. Keine Power-Party mit Bühne und Gästen zum Beispiel. Schön war dies natürlich, aber gebraucht wird es nicht. Essen und Getränke gibt es aber selbstverständlich. Auch das Feuerwerk nach jedem Touchdown entfällt. Das braucht es auch nicht unbedingt. Dafür könnte man doch nun auch diesen Stehplatzbereich für den Kartenverkauf freigeben, oder nicht?

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Apropos Zuschauer: es fällt schon sehr auf, dass weniger Menschen auf dem Vorplatz zu finden sind, wenn ich das mit den Spielen der letzten Saison vergleiche. Das spiegelte auch die gestrige Besucherzahl wieder, die mit 1.672 für Frankfurter Verhältnisse eher gering ausfiel. Aber ich kann die Besitzer einer ungültigen Dauerkarte verstehen. Manche wollen und manche können nicht nochmals bezahlen. Ich hoffe sehr, dass es für jene Menschen noch eine adäquate Lösung geben wird, denn jeder Zuschauer, jeder Fan ist wichtig bei einem Heimspiel und das Catering freut sich bestimmt auch über mehr potentielle Einnahmen.

Ich bin zufällig auf die Seite eines Fußballvereins gestoßen, der vor Jahren auch mal in Insolvenz war. Dort gab es das gleiche Problem mit den Dauerkarten, die ihre Gültigkeit verloren haben. Die Lösung des Vereins war so simpel wie einfach. […] Um den Schaden der Fans gering zu halten, dürfen Dauerkarten-Inhaber selber bestimmen, wieviel sie für eine neue Dauerkarte zahlen möchten. […] Die Quelle ist die Webseite von Alemannia Aachen. Die Nachricht vom 12.12.2012. Ob so eine Vorgehensweise auch bei der Universe möglich ist und rechtlich überhauptumgesetzt werden darf, wird wohl der Insolvenzverwalter noch am besten wissen.

Jedenfalls habe ich an diesem Tag auf Bilder vom Umfeld und vom Aufwärmen verzichtet, denn ich hatte etwas vor, das mit Randie Agnew zu tun hatte. Ihr kennt ihn schon aus vorherigen Berichten von mir und da hatte ich auch erwähnt, dass er Xavier Woods, einem Wrestler der WWE, doch etwas ähnlichsieht. Da er schon beim Aufwärmen war, begrüßte ich viele andere lila Menschen, einige Spieler und Fotografen. Mit Gesprächen verging die Zeit sehr schnell und zwischendurch sah ich mir das Aufwärmprogramm beider Teams an, bis dieses vorbei war. Nun hieß es Randie abfangen und ihm die Kleinigkeit übergeben, die ich für ihn dabeihatte.

Randie und Pat mit Xavier Woods Actionfigur
Randie Agnew und PadmanPL (Pat) mit der Xavier Woods Actionfigur. Fotocredits by Chris Haas von C-Sportpics

Natürlich eine Actionfigur von Xavier Woods. Dieses kleine Geschenk kam gut an und Randie hatte sich durchaus darüber gefreut. Und wie man sehen kann, habe auch mich darüber gefreut, dass er sich darüber gefreut hat. Ein bisschen Spaß darf und muss eben auch sein. Das war für mich schon ein toller Moment an diesem Tag und Randie verschwand mit einem Lächeln in die Mannschaftskabine.

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Nun hieß es auch für mich langsam auf die Tribüne zu gehen und dort meinen Platz mit Tischchen einzunehmen. Schließlich waren schon die Cheerleader in Formation, um ihre Choreographie vorzuführen. Wieder einmal waren die jungen Damen schick gekleidet und zeigten bei sonnigem Wetter eine schön einstudierte Choreographie, ehe sie sich zum Einlauf der Frankfurter Spieler aufstellten. Doch wie gewohnt, kam die Gastmannschaft zuerst auf den Platz und ebenfalls sehr gewohnt, unter dem Applaus der Zuschauer.

Wenige Momente später begann das Spiel mit Marburg im Angriff und von Unwetter war weit und breit keine Spur. Nun, okay, aus Marburger Sicht könnte man vielleicht sagen, dass das Unwetter in Lila auf dem Platz stand, aber das meinte ich jetzt nicht. Wobei sich das gesamte Spiel in vier wichtigen Punkten zusammenfassen lässt:

  1. Frankfurts Offensive funktionierte tadellos und beinahe jeder Angriff sorgte für Punkte
  2. Die Frankfurter Defensive räumte Gegenspieler sehr schnell ab, so dass es kaum nennenswerte Offensivaktionen der Gäste gab
  3. Marburgs Offensive war abgemeldet. Ihr bester Mann, der noch am meisten versuchte, war der Ex-Frankfurter Silas Nacita, der im Verlauf des Spiels fast jede Position spielte.
  4. Die Marburger Defensive war zu langsam und zu unaufmerksam und ließ Gegenspieler freistehen oder lief nur hinterher.

SFUMM13052018 (48 von 82)Ob Pass- oder Laufspiel, Frankfurts Offensive kam stets vorwärts und machte im gesamten Spiel sage und schreibe 9 Touchdowns. Dabei war das Angriffsspiel sehr variabel. Würfe in die Endzone, Läufe in die Endzone – es funktionierte so einfach, wie im Training.

Das allergrößte Highlight im Spiel war der Lauf von Andreas Betza über das gesamte Feld zu einem Touchdown. Zuvor missglückte das Anspiel, der Snap, weil dieser zu hoch geworfen wurde. Nur wenige Yards vor der eigenen Endzone konnte der Ball aber noch gesichert werden. Beim nächsten Anspiel stand Frankfurts Quarterback schon in der eigenen Endzone, in welcher er Andreas Betza den Ball für einen Lauf übergab. Dieser fand einen Weg durch die Marburger Verteidigung und lief und lief und war gar nicht mehr aufzuhalten. Erst in der gegnerischen Endzone machte er Halt und ließ sich für den grandiosen Touchdownlauf feiern.SFUMM13052018 (77 von 82)

Kurz vor Schluss erlief Andreas Betza noch einen weiteren Touchdown und stellte damit den Endstand von 63:7 her. Oh, ach ja: Marburg fand tatsächlich einmal den Weg in die Frankfurter Endzone. Dies war im dritten Viertel. Da gelang mal ein Pass auf einen freistehenden Spieler, der erst kurz vor der Endzone aufgehalten werden konnte. Der folgende Touchdown war reine Formsache, wenngleich die Defensive von Frankfurt auch nicht mehr auf Teufel komm raus verteidigte.

So endete das Spiel im leichten Regen mit einem Ergebnis, das ich in dieser Höhe nicht erwartet hatte. Aber fertig war der Tag damit noch nicht, denn ich hatte die Gelegenheit an der Pressekonferenz nach dem Spiel teilzunehmen. Mit kurzen Gesprächen ließ sich die Wartezeit vertreiben und dann begann auch schon die kurz gehaltene Pressekonferenz mit beiden Trainern.

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Der Trainer der Gäste, Dale Heffron, begann und fand lobende Worte für seinen Kollegen aus Frankfurt. Für ihn seien Frankfurt und Schwäbisch Hall in einer anderen Liga, dann irgendwann käme der Rest. Zudem sei er beeindruckt von dem, was die Frankfurter geleistet haben und leisten. Dass er mit seiner Mannschaft viel aufzuarbeiten hat und hierbei einigen Spielern auf die Füße treten wird, klang nachvollziehbar.

Brian Caler, Trainer der Frankfurter, hatte deutlich weniger zu sagen. Er bedankte sich vor allem bei seinen Spielern und dem Umfeld der Universe mit seinen Mitarbeitern für das sehr gute Arbeitsklima und dem was hier geleistet wird. Mit seiner Mannschaft war er ebenfalls äußerst zufrieden und war sogar vom Zusammenspiel seiner Mannschaft sehr beeindruckt.

Das war gewiss nicht nur er. Auch ich war beeindruckt und bin durchaus sehr guter Dinge, dass Spiele gegen Schwäbisch Hall und auch Braunschweig enger gestaltet werden und möglicherweise auch gewonnen werden können. Die Zeit wird kommen, dies unter Beweis zu stellen und darauf freue ich mich schon sehr.

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Löwen Frankfurt – Kassel Huskies – 20.10.2017

Das erste Hessenderby in dieser Spielzeit stand bevor. Wie es bei einem Derby üblich ist, spielt es keine Rolle, wie die Statistiken beider Mannschaften vor dem Spiel waren, denn diese Spiele können durchaus ihre eigenen Regeln schreiben.
Etwas spät kam ich zur Eissporthalle, die an diesem Abend mit 6.770 Zuschauern ausverkauft war. Dementsprechend war es bereits so voll auf den Stehplätzen, dass ich mich da nicht unbedingt durchkämpfen wollte. Also schaute ich mich überall einmal um und bin schließlich in knieender Position unter der Videoleinwand hinter Block B zum Schauen des ersten Drittels gekommen. Es ist zwar für die Knie etwas schmerzhaft, aber ansonsten hatte ich eine perfekte Sicht auf das Spiel. Erst nach der ersten Drittelpause bin ich zu meinem gewohnten Stehplatz.
Zum ersten Drittel:
Zwischen beiden Mannschaften war zunächst eine Art des Abtastens zu bemerken. Keines der beiden Teams wollte zu früh in die Offensive gehen aber auch sicher in der Verteidigung stehen. Natürlich steht die Heimmannschaft in der Pflicht und dem wurden die Löwen auch gerecht, in dem sie die ersten Akzente und Offensivaktionen des Spiels zeigten. LFKH201017 (7 von 47)
Für ein Derby war es auf dem Eis aber noch sehr ruhig. Die Frankfurter machten das Spiel und standen in der Defensive gut, so dass Kassels Offensivbemühungen zunächst hängen blieben. Aber auch die Frankfurter bissen sich noch an der starken Defensiver der Huskies die Zähne aus.
Während also Frankfurt das Spiel machte, gelang es Kassel sich zu befreien und einen Angriff zu fahren, der auch gleich das 0:1 aus Frankfurter Sicht bedeutete. Frankfurt machte das Spiel und Kassel das Tor. Der Gästeblock war natürlich aus dem Häuschen. Nur kurze Zeit später ergab sich durch eine Überzahl für Frankfurt die Chance zum Ausgleich. Aber ein Fehler beim Abspiel innerhalb des Angriffsdrittels brachte nicht nur einen schnellen Konter für Kassel, sondern auch das 0:2 in Unterzahl. Die Frankfurter Fans waren zum Schweigen gebracht, während der Anhang aus Kassel feierte.
Die restliche Zeit des Überzahlspiels, als auch ein weiteres konnten die Frankfurter nicht in ein Tor verarbeiten und so ging es mit einem 0:2 aus Frankfurter Sicht in die erste Drittelpause.

Zum zweiten Drittel:
Im zweiten Drittel wurde das Spiel ruppiger und emotionaler. Endlich hatte es den Derbycharakter, den es haben sollte. Viele Strafzeiten und sogar eine kleine Boxeinlage, sowie eine Fulminante Frankfurter Offensive bestimmten das Bild des Spiels in diesem Drittel.
Dass die Angriffsbemühungen der Frankfurter nun zunahmen und ernster wurden, konnte auch die Hintermannschaft der Huskies deutlich spüren. Doch zunächst blieb ein Torerfolg noch aus. Eine schöne Einzelaktion brachte den Löwen endlich den Anschlusstreffer zum 1:2, der frenetisch gefeiert wurde.
Kurz darauf gab es die erwähnte Boxeinlage, die viel zu früh von den Schiedsrichtern unterbrochen wurde. Einen Sieger konnte man also nicht ausmachen, wenngleich beide Spieler auf die Strafbank mussten. Nur wenige Sekunden später gesellte sich ein weiterer Spieler Frankfurts hinzu und Kassel durfte in Überzahl spielen. Aber die Unterzahlformation der Löwen hielt stark dagegen und eroberten sogar den Puck für einen Konter, der mit dem 2:2 in Unterzahl eingenetzt werden konnte. Jedoch sahen sich die Schiedsrichter diesen Treffer nochmal per Videobeweis an, kamen aber zu keiner anderen Entscheidung.LFKH201017 (17 von 47)
Nun war Leben in der Eissporthalle. Die Fans wurden wach und unterstützten ihre Mannschaft nach Kräften. Nach diesem Ausgleich war der Gästeblock zum Schweigen gebracht worden. Frankfurt überstand diese Unterzahl und durfte wenige Minuten später bei doppelter Überzahl agieren. Zwar hielten die drei Kasseler nach Kräfte dagegen, konnten aber die 3:2 Führung für Frankfurt nicht verhindern. Spiel gedreht und die Frankfurter Fans waren kaum zu bändigen.
Den Huskies gelang in diesem Drittel nicht viel. Sie schienen schockiert zu sein. Nur wenige Angriffe kamen auch bis zum Tor der Löwen, welches aber sauber blieb. Dafür hatten die Frankfurter eine weitere Chance in Überzahl, die sie auch dieses Mal nutzen konnten und den Spielstand auf 4:2 erhöhen konnten. Großer Jubel auf dem Eis und bei den Fans der Löwen, welche aber eine Unterzahl ihrer Mannschaft kurz vor Drittelende mit ansehen mussten. Diese wurde mit in der letzte Drittel mitgenommen. So ging es mit dem Zwischenstand von 4:2 in die Drittelpause.

Zum dritten Drittel:
Kassel kam sichtlich motiviert und mit dem Vorteil einer Überzahl in dieses Drittel hinein. Gerade als diese Auslief konnte Kassel eine Großchance erarbeiten und diese auch zum 4:3 Anschluss im Netz unterbringen. Nun war das Finale des Spiels eröffnet. Beide Mannschaften spielten stark und erarbeiteten sich viele Chancen. Aber auch Strafen gab es und eine davon gegen die Löwen.

Die Special Teams waren an diesem Abend auf beiden Seiten gut eingestellt und dieses Mal konnte erneut die Unterzahlformation der Löwen einen abgefangenen Pass in einen Konter umwandeln, der zum 5:3 führte. Dieses Hin und Her in diesem Drittel setzte sich fort als Kassel einige Minuten später erneut in Überzahl agieren durfte und dieses Mal keinen Konter zuließ, sondern das 5:4 erzielte. Das Spiel war nun an Spannung nicht mehr zu überbieten. Die Offensive beider Seiten wollten entweder das Spiel endgültig entscheiden oder den Ausgleich erzielen. LFKH201017 (47 von 47)

So gab es vor beiden Toren tolle Chancen, die aber vergeben wurden. Dies hielt bis kurz vor Ende, als sich Kassel dafür entschied das Tor leer zu lassen und mit sechs Feldspielern zu agieren. Doch auch das brachte nicht mehr als ein oder zwei gute Chancen. Der Torwart musste wieder zurück, als das Bully vor dem Kasseler Tor gespielt wurde. Zwar hatte auch Frankfurt noch zwei Großchancen zur Entscheidung, aber auch die blieben ungenutzt. So lief die Spielzeit runter und am Ende blieb es beim 5:4 für Frankfurt, die einen starken Gegner aus Kassel bezwungen haben.
Löwen Frankfurt – Kassel Huskies 5:4 (0:2 4:0 1:2)

 

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