Befreiungsschlag aus der Krise (?) – Löwen Frankfurt schicken Gäste aus Crimmitschau mit 9:1 nach Hause

Ein Familientag in der Eissporthalle Frankfurt. Spielbeginn um 16 Uhr. Wie erwartet kamen viele Zuschauer, um sich das Spiel anzusehen. Doch was würde man sehen? Das war vor dem Spiel so offen, dass man eine Prognose auch mit einer Wahrsagerkugel hätte versuchen können.

Hier geht es zu den Bildern des Spiels

Auf die Frage vom Indianerhäuptling (ein Bekannter aus der Eissporthalle, seines Zeichens Fotograf. Man kennt ihn als „Mapache“ – zu finden hier: https://eishockey.mapache-photo.de/) meinte ich nur, dass das Ergebnis sozusagen in alle Richtungen offen ist.

Nach den letzten Ergebnissen und Eindrücken, von einem 8:1 gegen Ravensburg bis hin zu völlig glanzlosen und unmotivierten Auftritten, war wirklich rein gar nichts vorherzusehen.

Die über 5.000 Zuschauer sahen zu Beginn des Spiels eine Frankfurter Mannschaft, die zwar offensiv agierte, aber sichtlich verunsichert schien. Es passte, wie zuletzt, noch nicht alles; dennoch suchten sie ihr Heil im Angriffsdrittel. Dabei machten es ihnen die Gäste aus Crimmitschau aber auch relativ einfach, waren sie selbst auch nicht besonders gefährlich.

Nach knapp 11 Minuten landete ein Schuss vom linken Bullypunkt zur 1:0 Führung im Kasten der Gäste. Dan Spang, eigentlich Verteidiger, suchte den Schuss aufs Tor, fand ihn und hatte gewiss auch ein bisschen Glück bei diesem Tor. Dieses gab den Löwen merklich Sicherheit und so spielten sie offensiv weiter.

Wenige Minuten später fiel sogleich auch das zweite Tor für die Hausherren. Der Jubel von Kerälä belegte, wie gut das Tor tat. Als wäre eine schwere Last von den Schultern genommen.

Doch kurz vor Ende des ersten Drittels konnten die Gäste einen Break in Unterzahl fahren, der wohl die beste Chance im ganzen Spiel für die Gäste war. Aber der Treffer fiel nicht, denn Ilya Andryukhov im Frankfurter Tor konnte sich mit einer guten Reaktion auszeichnen. So ging es mit dem 2:0 in die Pause.

Kaum hatte das Mitteldrittel begonnen, klingelte es erneut. 3:0 in Überzahl. Die Erleichterung über erfolgreiche Offensivaktionen und Tore machte sich immer weiter bemerkbar. Und bei einer weiteren Überzahl konnte erneut getroffen werden. Lukas Koziol hatte das leere Tor vor sich, nachdem eine kleine Passstafette Verteidigung und Torwart verlud.

Nur Momente später hätte es 5:0 gestanden, aber die Schiedsrichter hatten eine Torwartbehinderung gesehen, welche stattdessen mit einer Zeitstrafe belegt wurde. Also hieß es weiter 4:0, jedoch mit Unterzahl für die Löwen. Diese spielten sie aber konsequent und großem Einsatz, so dass die Gäste fast gar nicht zum Zug kamen, vielmehr sogar aufpassen mussten, dass den Löwen nicht noch ein Treffer in Unterzahl gelang.

Aber aufgeschoben war nicht aufgehoben. Das fünfte Tor fiel dann doch, wenngleich sich die Schiedsrichter dem Videobeweis bedienen mussten. Wirklich gesehen hatte ich den Treffer auch nicht. Aber ein Hoch auf SpradeTV und LöwenTV für den Zusammenschnitt, denn da wurde ersichtlich, dass die harte Arbeit von Breitkreuz, beinahe schon fast im Tor, regelkonform war.

Der Drops war damit schon nach dem zweiten Drittel ausgelutscht und so sah das Spiel der Gäste im letzten Drittel dann auch aus. Sie fanden nicht mehr statt. So gesehen ein passender Aufbaugegner, an dem sich die Löwen auch im letzten Drittel austoben wollten. Es schien so, als spielten sie sich nochmal in einen kleinen Rausch, um die letzten Ergebnisse und den daraus entstandenen Frust mit Toren loszuwerden.

Bei doppelter Überzahl traf Koziol, kurz danach gelang Breitkreuz ein weiterer Treffer mit einem emotionslosen Schuss ins Netz und dem folgte ein weiterer Überzahltreffer von Adam Mitchell.

Beim Stand von 8:0 kann man den Gegner auch mal laufen lassen. Der Ehrentreffer gelang ihnen damit und die vielen mitgereisten Gästefans bejubelten diesen lautstark. Doch nur 24 Sekunden später stellte erneut Lukas Koziol den alten Abstand wieder her.

Es gab also Tore für die ganze Familie an diesem Tag. Doch wie dieses Ergebnis zu bewerten sein wird, zeigt sich wohl erst in den kommenden Spielen. Der letzte Kantersieg führte zu eher nicht so schönen Spielen und Ergebnissen.

Wir müssen uns überraschen lassen, aber werden auf das Beste hoffen.

Löwen Frankfurt – Eispiraten Crimmitschau 9:1 (2:0 3:0 4:1)

1:0 Daniel Spang ( Adam Mitchell , Antti Kerälä ) EQ 10:45
2:0 Antti Kerälä ( Adam Mitchell ) EQ 13:39
3:0 Maximilian Faber ( Mathieu Tousignant , Adam Mitchell ) PP1 21:05
4:0 Lukas Koziol ( Matthew Pistilli , Antti Kerälä ) PP1 27:34
5:0 Brett Breitkreuz ( Matthew Pistilli ) EQ 31:32
6:0 Lukas Koziol ( Matthew Pistilli , Daniel Spang ) PP2 47:28
7:0 Brett Breitkreuz ( Matthew Pistilli , Leon Hüttl ) EQ 50:05
8:0 Adam Mitchell ( Maximilian Faber , Eduard Lewandowski ) PP1 53:38
8:1 Patrick McNally ( Rob Flick , Patrick Klöpper ) EQ 57:23
9:1 Lukas Koziol ( Eduard Lewandowski , Dalton Yorke ) EQ 57:47

Zuschauer: 5.122

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Löwen Frankfurt – Eispiraten Crimmitschau – 05.01.2018 + Führung durch die Eissporthalle

Kein Spiel, wie jedes andere. Jedenfalls nicht für mich und ein paar andere Menschen, die an der Führung durch die Eissporthalle, unter der Leitung von Herrn Matthias Scholze, teilgenommen haben.

Wer sich direkt die 80 Bilder des Abends ansehen möchte, kann das hier tun:

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Lasst sie brüllen – Fans4Club Crowdfunding Aktion

Die Führung, zu der es eine Sitzplatzkarte im Block K gab, habe ich mir über die Aktion „Lasst sie brüllen“ des Löwen Frankfurt e.V. ergaunert. Nein, natürlich ordnungsgemäß gekauft. Es handelt sich um eine Crowdfunding Aktion, die noch bis zum 05.02.2018 läuft und als Ziel 25.000 € hat. Unter https://fans4club.com/de-loewen gibt es viele Prämien und Artikel, die auch für den kleinen Geldbeutel geeignet sind, welche man sich gönnen kann.

Das eingenommene Geld soll der Startschuss zur Verbesserung der Jugendeinrichtungen des Löwen Frankfurt e.V. sein. Kabinen für die Spieler und Besprechungsräume für die Trainer sollen errichtet werden.

Als Fan des Frankfurter Eishockeys hatte ich mich dazu entschlossen ein paar Sachen zu erwerben. Darunter die Führung durch die Eissporthalle. Übrigens ist diese für Fans, so wie mich, eine wundervolle Erfahrung. Derzeit sind 8.437 € eingenommen, was 33% vom Ziel 25.000 € entspricht. Details dazu findet ihr auf https://fans4club.com/de-loewen. Vielleicht gibt es noch einige von euch, die von dieser Aktion gar nicht wissen, oder sich bisher nicht näher informiert haben. Für jene möchte ich diese Aktion ans Herz legen, denn es geht schließlich um die jungen Menschen, die wir in ein paar Jahren als Eigengewächse auf dem Eis sehen könnten. Und wenn wir als Fans dazu etwas beitragen können, dass dies auch eintrifft, dann hilft jeder Beitrag und bei dieser Aktion erhält man sogar noch schöne Gegenleistungen.

 

Führung durch die Eissporthalle Frankfurt

So früh war ich schon lange nicht mehr an der Eissporthalle zu einem Saisonspiel. Kurz vor 18 Uhr kam ich an der Eissporthalle an und habe mein hinterlegtes Ticket, welches es zur Stadionführung dazu gab, abgeholt. Zwar hätte ich diese nicht wirklich gebraucht, da ich nun mal Stehplatz Dauerkartenbesitzer bin, aber ich habe dafür bezahlt, also her damit. Dass da „Ehrenkarte“ anstelle eines Preises draufstand, habe ich nicht erwartet. Diese Eintrittskarte werde ich definitiv in Ehren halten. Sie ist schließlich etwas Besonderes.

Pünktlich um 18 Uhr war auch Herr Scholze da, der die Führung leitete, hat sich vorgestellt und dann begann auch die Runde mit der Gruppe. Ich glaube es waren um die 20 Menschen, die daran teilnahmen. Nachgezählt hatte ich nicht.

LFRTC05012018 (2 von 80)Der erste Halt war beim VIP Zelt der Löwen. Dort berichtete Herr Scholze davon, dass dies eine Lösung, aber nicht die optimale Lösung ist. Viel lieber hätten die Löwen (und auch viele Fans) die neue Arena, die schon seit gefühlten Ewigkeiten im Gespräch ist. Die neueste Information ist, dass es zu den interessierten Mietern und auch Unternehmen, die die Halle bauen würden, erneut weitere Verzögerungen gibt. Es war von der Stadt angedacht die Ausschreibung Ende 2017 zu starten. Dies passierte nicht und soll nun im Sommer 2018 der Fall sein. Warum, wieso und weshalb, können sich die Beteiligten, bzw. Interessenten, nicht erklären.

Weiter ging es über den P1, auf welchem die Wagen der Spieler, Schiedsrichter und des Rettungsdienstes, als auch die Busse der Gästemannschaften, stehen. Es ist verständlich, dass dies ein Sicherheitsbereich ist, gerade wenn ich an das letzte Heimspiel und dann an Schiedsrichter denke.  Auf Nachfrage wurde auch ein kurzer Überblick zu den Gehältern und Leistungen gegeben, welche die Spieler von den Löwen erhalten. Eine Wohnung, ein Auto und ein Gehalt sind für jeden dabei. Das Gehaltsgefüge reicht von einem Lehrlingsgehalt bis zu einem Saisongehalt von bis zu 50.000 €. Dieser Betrag ist aber eher auf die DEL gemünzt. Jedenfalls kamen wir über den Parkplatz zu einem Eingang, den wir betraten und kurz auf den Hallenmeister, Herrn Henning, warteten. (Ich hoffe den Namen habe ich mir richtig gemerkt – wenn nein, bitte darauf hinweisen)

LFRTC05012018 (3 von 80)Er führte die Gruppe durch die Technikräume, in welchen es durchaus sehr warm werden kann und auch ziemlich warm gewesen ist. Es wurden Details zur Stromversorgung und zum Notstromaggregat gegeben. Letzterer reicht nicht dafür aus, dass ein Eishockeyspiel stattfinden kann, jedoch aber dafür, dass die Notbeleuchtung erhalten wird, damit die Gäste auf sicherem Weg aus der Eissporthalle hinauskönnen. Darüber hinaus wurde das Kühl- und Belüftungssystem erklärt und welche Kosten insgesamt dabei entstehen. Ein teurer Spaß kann ich da nur sagen. Auch ein genauer Blick auf eine der Eisbearbeitungsmaschinen, auch Zamboni genannt, durfte nicht fehlen. Zum Abschluss dieser technischen Führung konnten wir noch einen Blick in die Werkstatt werfen.

Im Anschluss ging es an der Spielerbank der Gäste entlang, vor der Stehkurve vorbei bis hin zum Kabinenausgang. Dort standen wir als Gruppe Spalier für die Spieler der Löwen, die sich zum Aufwärmen auf das Eis begaben. Definitiv ein absolutes Highlight. Das war schon fantastisch als die Spieler der Reihe nach an uns vorbei auf das Eis liefen und man sie dabei abklatschen konnte. Gut okay, das kann man zwar auch machen, wenn man nicht an so einer Führung teilnimmt, aber dann steht man auch nicht in diesem Gang, der auf das Eis führt.

Kaum waren die Spieler auf dem Eis, begaben wir uns dorthin, wo sie herkamen, in die Kabine der Spieler. Was da so alles auf engstem Raum herumsteht. Die Schläger der Spieler, die ganze Ausrüstung und auch Sportgeräte, die im Gang ihren Platz haben. Was mich überrascht hatte war, dass die Kabine an sich sehr klein und beengend wirkt, wenn man bedenkt, wie viel die Spieler an sich tragen.

Zum Abschluss der Blick ins Lager, das auch so aussieht. Dort gab es für jeden der Teilnehmer noch eine Tüte mit ein paar Goodies der Löwen Frankfurt. Darunter zum Beispiel ein Puck, Aufkleber usw. Diese Goodietasche habe ich aber später an den Vater eines kleinen Mädels weitergegeben, da ich mir sicher war, dass sie insgesamt mehr damit anfangen kann als ich.

Vielen Dank Herr Scholze für die interessante Führung und die noch interessanteren Einblicke hinter die Kulissen der Löwen Frankfurt und der Eissporthalle.

Bekanntermaßen soll man aufhören, wenn es am Schönsten ist. Nun, das müsste ich an dieser Stelle eigentlich tun, aber da gab es im Anschluss dann doch noch das Spiel gegen die Eispiraten aus Crimmitschau.

Zum ersten Drittel:

4.562 Zuschauer konnten sofort sehen, dass sich die Löwen aus Frankfurt etwas vorgenommen hatten. Die Löwen übernahmen den Puck, kamen in die Offensive und der erste Schuss aufs Tor wurde abgefälscht und war im Netz. Gerade einmal 32 Sekunden waren gespielt und da stand es schon 1:0.LFRTC05012018 (31 von 80)

Crimmitschau fand über weite Strecken im ersten Drittel einfach nicht statt. Selbst bei einer 5 auf 3 Situation wirkten sie eher harmlos. Die Frankfurter hatten das Spiel und den Gegner unter Kontrolle, versäumten es aber aus den vielen Chancen den Spielstand zu ihren Gunsten zu erhöhen. Das lag insbesondere am Torwart der Gäste, der im ersten Drittel zum besten Spieler Crimmitschaus avancierte. Man muss aber dazu sagen, dass ihm die Frankfurter dabei halfen, denn häufig endeten die Angriffe mit Schüssen neben das Tor oder auf den Torwart. Nur selten musste er eine starke Parade zeigen.

So ging es mit dem 1:0 in die Drittelpause.

Zum zweiten Drittel:

Während des zweiten Drittels saß ich im Block „K“ und habe mir das Spiel von dort angesehen, in der Hoffnung, dass ich mal Löwentore in diesem Drittel sehen könnte.

Was ich sah war zunächst das gleiche Spiel wie im ersten Drittel auch. Frankfurt hatte das Spiel im Griff, aber vor dem Tor klappte auch weiterhin nicht viel. Die besten Chancen wurden der Reihe nach vergeben. Am Tor vorbei, auf den Torwart oder zu gut gezielt und die Latte oder der Pfosten standen im Weg.

Man kann also sagen, dass die Frankfurter aus ganz viel ganz wenig gemacht haben. Anders die Eispiraten aus Crimmitschau, die nach und nach in das Spiel kamen. Vermutlich auch begünstigt durch verzweifelnde Frankfurter, die immer öfter den Puck verloren.

LFRTC05012018 (59 von 80)Crimmitschau machte aus relativ wenig sehr viel. Insgesamt sogar drei Tore und alle bei numerischer Gleichheit auf dem Eis. Sie zeigten wie einfach es sein kann Tore zu schießen.

So hatte ich mir mein Block K Sitzplatzerlebnis nicht vorgestellt und bin nach Drittelende wieder zurück zu meinem gewohnten Stehplatz gewandert. 1:3 stand es also nach dem 2. Drittel.

Zum dritten Drittel:

Die Löwen wirkten rat- und lustlos. Das 1:4 nach nur wenigen Minuten in diesem Drittel war die Folge. Es bedurfte einiger Minuten ehe die Löwen sich wieder fingen. Es bedurfte einer 5 auf 3 Überzahlsituation für die Frankfurter um das zweite Tor des Abends zu erzielen. Zwar stand es nun 2:4 und es war noch genügend Zeit das Spiel auszugleichen, aber die Problematik vor dem Tor bei den vielen sich bietenden Chancen blieb erhalten.

So wunderten sich viele Zuschauer um mich herum, als kurz vor Ende der Frankfurter Torwart für einen weiteren Feldspieler das Eis verlassen musste. Optimismus sieht anders aus und auch ich war skeptisch, ob es einen Unterschied macht, wenn die Chancenverwertung derzeit eher unterirdisch ist. Quittiert wurde diese Maßnahme von den Eispiraten, die ihr 5. Tor an diesem Abend erzielen und somit das Spiel für sich entscheiden konnten. Gratulation nach Crimmitschau.LFRTC05012018 (80 von 80)

Löwen Frankfurt – Eispiraten Crimmitschau 2:5 (1:0 0:3 1:2)

Dass die Defensive der Löwen nicht erst seit diesem Spiel nicht das Prunkstück ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Der Unterschied war, insbesondere zu Saisonbeginn, dass die Offensive das sehr häufig mit vielen Toren ausgleichen konnte. Aber das ist derzeit auch nicht mehr der Fall. Was ist da passiert? Was ist da los? Fehlt ein Knipser vor dem Tor? Eigentlich nicht, denn die Stürmer können es an sich. Aber nur die Spieler selbst könnten die Fragen beantworten, sofern sie selbst eine Antwort darauf haben sollten.

Es sieht so aus als hätten wir in Frankfurt nun die Phase in der Saison, in der es nicht so gut läuft. Lieber jetzt als in der entscheidenden Phase der Saison. Also Kopf hoch und weitermachen.

Zur Erinnerung: Die Bilder des Spiels sind dieses Mal in einer eigenen Galerie zu finden. Bitte hier klicken.