Erstmalig beim Basketball – Hanau verliert knapp gegen Rostock mit 73:75

Da war ich also auch erstmalig beim Basketball und das in Hanau. Hanau? Ja, in Hanau gibt es auch Basketball und das sogar in der 2. Liga, die sich in dieser Sportart „Pro A“ bezeichnet. Bis vor wenigen Wochen wusste ich auch nicht, dass es in Hanau eine Basketballmannschaft gibt, die auch noch so hochklassig spielt.

Direkt zu den Bildern des Spiels

Glücklicherweise ist mir Basketball nicht so fremd, wie es damals beim American Football der Fall war. Das liegt auch mitunter daran, dass meine Freunde aus Kindheitstagen, und ich selbst natürlich, auf unserem Spielplatz die Möglichkeit hatten Basketball zu spielen. Aber auch unsere Schule hatte im Außenbereich gleich deren vier hängen.

Zudem war es damals die Zeit von Michael Jordan bei den Chicago Bulls, den man einfach kennen musste. Und so kam auch Basketball auf meine damalige Konsole. Auch wenn ich nicht unbedingt mit den Regeln vertraut war, war es irgendwie Pflicht irgendeine Form von Basketball auf der Konsole zu haben. Zudem habe ich in den letzten Jahren mit dem Basketballspiel „NBA 2K 18 und 19“ die Basics im Basketball wieder aufgefrischt. So war ich immerhin nicht ganz unvorbereitet als ich zum Spiel der Hebeisen White Wings Hanau gegen die Rostock Seawolves gegangen bin.

Natürlich weiß ich, dass es auch in Frankfurt Basketball gibt. Fraport Skyliners ist hier der Name. Hießen sie nicht mal anders? Die bekannten Vereine aus Berlin, Ulm, Bayreuth oder auch Bonn, sind wahrlich nicht unbekannt. Sogar mir nicht. Außerdem gibt es meistens vor Eishockey auf Sport1 ein Basketballspiel der BBL zu schauen.

Ich muss dazu sagen, dass ich hin und wieder versuchte mir ein Spiel anzusehen, es aber doch als langweilig empfunden hatte. Es geht hin und her, mal wirft einer und der trifft dann, oder auch nicht. Bis kurz vor Ende kann es doch gar nicht spannend sein; so mein Gedankengang.

So kam ich also an der main-Kinzig-Halle in Hanau an und war tatsächlich ein wenig skeptisch, ob dessen, was mich erwarten würde. Nun gut, ich wurde vorgewarnt, dass es nicht so eine Halle ist, wie in Frankfurt. Vielmehr handelt es sich in Hanau um eine Turnhalle einer Schule, die um aufgebaute Tribünen erweitert ist. Im Nachhinein musste ich ein wenig suchen, um eine Kapazität und die Zuschauerzahl herauszufinden, aber es hat geklappt. Laut offiziellen Angaben können bis zu 1.564 Zuschauer Platz finden. Im Schnitt sind es sogar 822 und beim Spiel gegen Rostock waren es 740. Ich hätte deutlich weniger geschätzt. Weswegen mich diese Zahlen doch überrascht haben.

Essen und Getränke, sowie Sanitäranlagen gibt es und die Preise sind auch human. Es wird auch an die Umwelt gedacht, denn die Plastikbecher müssen zurückgegeben werden. Und so wie es nach dem Spiel aussah, haben sich auch alle daran gehalten. Es hat einen gewissen Charme und die Personen, die dort an offiziellen Stellen arbeiten, sind durch die Reihe sehr freundlich. Apropos offizielle Stellen: der Stadionsprecher, bzw. Hallensprecher, ist mir kein Unbekannter gewesen, denn es ist der gleiche Herr, der sich als Stadionsprecher der Frankfurt Universe (American Football) und als Cheerleader in der vergangenen Saison einen Namen gemacht hat. Ihn treffe ich übrigens auch sehr häufig bei den Löwen Frankfurt, also beim Eishockey. Wenn ich nun also in Kürze an Verfolgungswahn erkranke – ihr kennt den Schuldigen nun.

Die Mannschaften machten sich warm, warfen ein paar Körbe, aber mehr als das war es auch nicht für mich. Ich besorgte mir etwas zu trinken und nahm mir ein paar Infomaterialien von einem Tisch weg, die es kostenlos für Interessierte gibt. So wartete ich auf den Beginn des Spiels und sah mir bis dahin das Treiben in der Halle ein wenig an. Ach ja: Fanartikel gibt es auch und sogar sehr schöne, sowie eine reichhaltige Auswahl.

Nach der Vorstellung der Gäste liefen auch die heimischen Hanauer ein und da war schon eine gute und laute Stimmung in der Halle. Das hatte ich so nicht erwartet. Bevor ich aber zum Spiel selbst komme, möchte ich durchaus noch ein paar Feststellungen niederschreiben, denn es gab durchaus einige Dinge, die mir in dieser Form gar nicht so bewusst gewesen sind.

Zunächst zur Fans und zur Stimmung, denn diese ist wirklich auf einem sehr hohen Level. Die Lautstärke der Trommler und der Zuschauer, sowie Fans, im Allgemeinen ist sehr hoch. Da ziehen wirklich (fast) alle mit. Das kam bei den Spielen, die ich im Fernsehen sah, nie so rüber. Klar gibt es auch da die Trommler und gejubelt wird auch. Aber meistens sieht es irgendwie so aus, als ob die Zuschauer eine ruhige Kugel schieben würden. Gerade den Trommlerinnen(!) und Trommlern muss ich an dieser Stelle ein Lob aussprechen, denn sie sind tatsächlich das ganze Spiel bei der Arbeit und sogar in den Unterbrechungen machen sie weiter. Sogar ein Stick eines Trommlers ging kaputt, als er voller Einsatz auf die kleine Snare Drum vor ihm einhämmerte.

Dass Basketball eher körperlos als körperbetont ist, gerade im Vergleich mit Eishockey oder American Football, war mir schon bekannt und auch klar. Das Spiel ist deutlich athletischer und hat einen anderen Fokus. Bisher bin ich aber jedoch davon ausgegangen, dass im Prinzip jede Berührung seines Gegenspielers untersagt ist und zu einem Foul und Freiwürfen führt.

Durch die Spiele von 2K (NBA 2K 18 und 19) wurde mir aber schon vorher klar, dass nicht jedes Foul zu Freiwürfen führt. Es gibt auch welche, die zu „Einwürfen“ vom Spielfeldrand aus führen. Wann da genau unterschieden wird, ist mir aber auch nach dem gesehenen Spiel noch nicht so ganz klar.

Dass aber auch nicht jeder Körperkontakt zu einem Foul führt, das war mir neu. Ich war sogar sehr überrascht davon, wie viel Körperkontakt doch erlaubt ist. Deutlich mehr, als ich bisher annahm.

Und nein, ich habe keinen der Spieler weinen gesehen, nachdem er von einem Gegenspieler berührt wurde. So „weich“ oder „soft“ ist der Sport dann wohl doch nicht. Dafür aber deutlich spannender, als es das Fernsehen rüberbringen kann. Womit ich nach der langen „Ersteinführung“ dann zum Spiel komme.

Aber noch eine Kleinigkeit, bevor ich diese wieder vergesse, denn beim Basketball gitb es auch Cheerleader. Wobei, besser gesagt, Danceteams, die in der ein oder anderen Unterbrechung für ein wenig Unterhaltung sorgen. So auch in Hanau. Ganz junge Damen von einer Tanzschule, wenn ich mich richtig erinnere. Sie kamen zum Einsatz und zeigten schick einstudierte Choreographien.

Mein Spielbericht

In den ersten Minuten gab es einfach mal gar keine Punkte, was mich ein wenig irritierte, denn ich dachte eigentlich, dass dieses Hin und Her für Punkte von Beginn bis Ende sorgen müsste. Also erstmal nicht. Es dauerte ein wenig bis tatsächlich Punkte gemacht wurden und dann ging das Hin und das Her auch mal los, wie ich es in etwa erwartet hatte.

Beide Mannschaften schienen einigermaßen gleichauf zu sein, insbesondere, was die verworfenen Versuche auf den Korb betraf.

Die Gäste aus Rostock waren aber etwas mehr auf der Höhe und konnten bis zum Ende des ersten Viertels eine 19:13 Führung verbuchen.

Zu Beginn des zweiten Viertels drehten die heimischen Hanauer auf und konnten den Punktestand zu ihren Gunsten drehen. Zwischenzeitlich stand es 35:28 und ich war durchaus davon beeindruckt, wie sich das Spiel entwickelte und die Fans ihre Mannschaft lautstark unterstützten. Dabei war es egal, ob sich die Mannschaft in der Offensive oder der Defensive befand.

Doch irgendwie gab es einen Knacks im Spiel und bis zur Pause konnte der Gast aus Rostock das Spiel wieder für sich gestalten und eine Führung für sich verzeichnen. Mit 37:41 ging es in die Pause.

Ich fand es zu dem Zeitpunkt echt schade, dass die Hanauer irgendwie den Faden verloren hatten und anstatt mit einer Führung den Rückstand in die Pause mitnehmen mussten.

Im dritten Viertel konnten die Rostocker sogar die Führung ausbauen, da sich die White Wings im Treffen des Korbs häufig sehr schwer taten. Dies war dann auch zeitweise bei den Rostockern der Fall, weshalb es für einige Momente gar keine Punkte gab. Mit 50:59 ging es in das letzte Viertel.

Dieses kontrollierten die Gäste aus Rostock, obgleich die Hanauer mit ihren lautstarken Fans im Rücken, den Spielstand stets knapp halten konnten. Doch am Ende wurden wieder Versuche vergeben. Bei zwei Sekunden vor Schluss kamen sie auf 73:75 heran und zogen das taktische Foul, das zu zwei Freiwürfen für Rostock führte.

Doch anstatt das Spiel mit diesen beiden Freiwürfen gänzlich zu entscheiden, wurden diese vergeben und so konnte Hanau mit einem Verzweiflungswurf aus der eigenen Hälfte noch auf die Siegchance hoffen. Der Ball flog weit und die Richtung stimmte, doch er landete nur auf dem Rand des Korbes. Keine drei Punkte, kein Sieg.

Es fehlte aus meiner Sicht die Konstanz vor dem Korb. Die Defensive schien so weit okay, aber gerade die vergebenen Punkte aus der ersten Hälfte, insbesondere nach dem Einnehmen der Führung, waren vermutlich ein großer Knackpunkt im Spiel, der sich am Ende zugunsten der Rostocker entwickelte.

Ich war jedenfalls sehr angetan von dem Spiel, das so knapp und so lautstark geführt wurde, dass ich sicherlich wiederkommen werde. Es ist wirklich ein ganz anderes Erlebnis, als das, was die TV Übertragung anbietet. Ein deutlich besseres Erlebnis.

Werbeanzeigen

Defensiv-, Wind-, Regen- und Wasserschlacht. Frankfurt Universe gewinnt das GFL Playoff Viertelfinale gegen die Berlin Rebels in letzter Minute

Was war das nur für ein denkwürdiger Tag?! Und das meine ich in vielerlei Hinsicht, denn so extrem früh, wie an diesem Tag, war ich auch noch nicht an einem Spieltag vor Ort gewesen. Gute drei Stunden vor Spielbeginn waren Marc Junge und ich schon an der PSD Bank Arena.

Es gab viele Leute zu begrüßen und Hände zu schütteln. Schon erstaunlich, wie viele Menschen mir mittlerweile bekannt sind. Nicht unbedingt immer mit vollem Namen, aber in der Großfamilie „Universe“ kennt man sich, bzw. lernt man sich mit der Zeit eben kennen.

Viertelfinale also und nach den Ergebnissen des Vortags, an dem es absolut keine Überraschung gab, stand auch fest, dass es das letzte Heimspiel in dieser Saison sein würde.

Zu den Bildern der Cheerleader

Zu den Bildern des Spiels

Möglicherweise waren deshalb so viele Wolken am Himmel, die immer wieder tränen weinten. Oder hatte das Unternehmen „Rosbacher“ schon seine Finger im Spiel? Mit ihrer tollen Aktion, die geprellten Dauerkartenbesitzer zu diesem Spiel kostenfrei einzuladen, war es ohnehin das Playoff Spiel von Rosbacher, wenn man so will. Nun ja, wenn man weiß, dass Rosbacher überwiegend für den Verkauf von Mineralwasser bekannt ist, dann könnte man wohl sagen, dass das Wasser von oben auch irgendwie passend dazu war.

Während sich der Vorplatz auch so langsam füllte und die ersten Gästefans ebenfalls eintrafen, gab es auf der LKW Bühne neben der Musik auch schon die ersten Interviews. Eine Cheerleaderin von den Stunt Cheers, Fernando Lowery und der Präsident der Berlin Rebels beantworteten die ihnen gestellten Fragen.

Nach einem kleinen Snack, einer Currywurst, liefen auch schon einige Spieler der Universe auf dem Vorplatz herum und auch ein lange Verschollener war dabei. Niemand geringeres als der zukünftige Profi-Wrestler (hehe) Randie! Einmal vorsichtig herzen, man möchte ihn schließlich nicht vor so einem wichtigen Spiel kaputtmachen, und darüber freuen, dass er zu seinem letzten Heimspiel für die Universe dabei sein konnte. Wohin seine Reise führen wird ist wohl noch offen. Aber ich vermute, dass er dem Football nicht fernbleiben wird.

SFUCheers230918-10Kurz darauf wurde es auch schon Zeit für die erste Darbietung der Cheerleader. Wieder einmal waren ganz viele da, die sich zunächst vor und dann teilweise auf der Ladefläche des LKW aufreihten, um ihre einstudierten Choreographien vorzuführen. Fast wäre ich den Damen noch im Weg gestanden, als sie sich auf ihre Positionen machten. Schnell weg, dachte ich mir, bevor mich noch eine von ihnen umrennt. Nun gut, auf der anderen Seite hätte ich dann wohl sagen können, dass ich von einer Cheerleaderin „flachgelegt“ wurde – kann auch nicht jeder behaupten – aber nein, das ist nicht passiert und ich konnte anschließend auch schon die ersten schönen Bilder des Tages machen.

SFUCheers230918-15Es gab sogar eine Tanzeinlage der Trainerin mit Wolf, die sich wirklich sehen lassen konnte. Wäre jemand so nett die beiden für „Let’s Dance“ anzumelden? Wäre mal ein Grund sich das anzusehen.

Während die Zeit schneller verstrich, als man vermuten konnte, wurde es auch allmählich ernst. Zum letzten Spiel der Saison durfte ich noch einmal Bilder am Spielfeldrand machen. Dafür musste ich natürlich ein schickes und total modisches Presseleibchen ausleihen und anziehen.

Bei weiteren Gesprächen rannte die Zeit weiter und der Wind machte sich deutlich bemerkbar, als dieser die Werbebanner von Rosbacher herumschob. Vermutlich würde jemand aus dem Norden sagen, dass es nur ein leichtes Lüftchen war, aber für die hiesigen geografischen Verhältnisse wurde es dann doch stets stürmischer.

Hatte ich übrigens schon erwähnt, wie toll die Aktion von Rosbacher war, den geprellten Dauerkartenbesitzern freien Eintritt zu diesem Spiel zu ermöglichen? Wirklich eine tolle Aktion!

Nach dem ersten Auftritt der Cheerleader vor der LKW Ladefläche haben sie sich bestimmt mit einem Glas frischem Mineralwasser von (natürlich) Rosbacher gestärkt und sich auch umgezogen. Im Militärlook kamen sie aufs Feld und haben im Anschluss mit dem Stadionsprecher Christian, der ebenfalls als Elite-Soldat gekleidet war und gleichzeitig den „Drill Instructor“ spielte, eine erneut sehr schöne und fein säuberlich einstudierte Pre Game Show.SFUCheers230918-42

Das übliche Prozedere ging von Statten und die Gäste aus Berlin rebellierten auf das Feld. Anschließend die lila Mannen. Anspannung stand in der stark wehenden Luft und es waren die Berliner, die zuerst den Ball bekamen.

SFUBR230918-1SFUBR230918-6

Aber vor dem Kickoff hatte ich noch eine Entdeckung auf der Tribüne gemacht. Ein Banner mit einem Slogan, der in den letzten Wochen immer öfter in den Sozialen Medien zu lesen war. #backtothefansSFUBR230918-4

Ich habe mir sagen lassen, dass eigentlich viele davon und andere, die auch als Danksagung für den Trainer Brian Caler gelten sollten, hochgehalten werden würden. Das wäre sicherlich eine schöne und sichtbare Geste für die Arbeit des Trainers und des Trainerteams gewesen. So beim letzten Saisonheimspiel. Aber es war wohl unnötigerweise gänzlich verboten worden. Warum auch immer. Persönlich finde ich es einfach nur schade, dass den Fans diese Möglichkeit rigoros genommen wurde.

Wie dem auch sei. Die Berliner hatten den Ball und nicht nur sprichwörtlich Rückenwind. Und der erste Drive der Gäste sah auch richtig gut aus, wenngleich die Defensive der Universe kurz vor der eigenen Endzone den Riegel zumachte und das Erzielen von Punkten verhinderte. Im Gegenzug zeigten aber die Gäste, dass auch sie verteidigen können und sehr gut auf das Spiel der Frankfurter eingestellt waren.SFUBR230918-15

Bei ihrem erneuten Angriffsversuch entschieden sich die Rebellen ein Field Goal zu erzielen, was auch gelang. Erneut verhinderte die Frankfurter Defensivabteilung ein besseres Ergebnis, dennoch lag Frankfurt zunächst 0:3 zurück. Kurz nach dem Field Goal war auch schon das erste Viertel vorbei. Das war mal flott, aber auch nicht besonders verwunderlich, denn beide Mannschaften versuchten überwiegend das Laufspiel in Gang zu bringen, denn Passwürfe waren ein kleines Lotteriespiel bei den Windstößen, die immer wieder ganz plötzlich in großer Stärke aufkamen.SFUBR230918-17

Ein paar Strafen hier, ein paar Strafen da. Dies auf beiden Seiten und in einem Rahmen, den man durchaus noch als normal bezeichnen konnte. Auch im zweiten Viertel änderte sich das Spiel nicht großartig. Doch in diesem waren es die Hausherren, die ein Field Goal erzielen konnten. Dieser Ausgleich wurde selbstverständlich gefeiert. Nur wenige Momente später war auch schon Halbzeit. Bei einem Spielstand von 3:3 klang es irgendwie mehr nach einem Fußball Ergebnis, als nach einem Football Halbzeitstand.

In der Halbzeitpause konnte man erkennen, dass es neben dem starken Wind auch immer dunklere Wolken am Himmel waren, die es Minute um Minute dunkler werden ließen. Eine Wetter App versprach ein nahendes Unwetter, das auch pünktlich, kurz nach Wiederbeginn ankam.

Das Spiel hatte kaum fortgesetzt, da öffnete der dunkle Wolkenhimmel seine Pforten und es kamen Wassermengen hinunter, die aus dem kompletten Spielfeld beinahe eine Seenlandschaft machten.SFUBR230918-36

Für mich war es dann mit der Fotografie vorbei gewesen. Mit meiner Anfängerkamera kann man da kaum mehr als Regenfäden fotografieren. Außerdem hatte ich keine Taucherausrüstung für Unterwasserfotografie dabei, die man zu diesem Zeitpunkt durchaus gut hätte gebrauchen können.

Irgendwo musste ich mich unterstellen und da entschied ich mich, die aufgestellten Zelte von Rosbacher zu nutzen. Immerhin war es dort nicht ganz so nass, aber dafür wurde es schon fast kuschlig, denn viele suchten ein Dach über dem Kopf. Abgesehen von dem medizinischen Personal, das dort untergebracht war, fanden sich viele Fotografen und auch Spieler unter diesem Notdach.

Das machte es ein wenig schwierig das Spiel zu verfolgen, aber viel passierte auch im dritten Viertel nicht. Dies war natürlich den Platzverhältnissen zuzuschreiben, die im Prinzip jede Sekunde schlechter wurden.

Vor allem sah man hochspritzendes Wasser und Spielertrauben, die gemeinsam badeten, wenn man so will. Geworfen wurde indes kaum noch und wenn, dann wurde nur selten mal ein Ball gefangen. Häufig flutschte das Bällchen durch die Hände oder wieder heraus. Es fehlte nur noch, dass der Ball dann jedes Mal sowas wie „Ätsch“ gesagt hätte.

Ein qualitativ hochwertiges Footballspiel, bei dem beide Mannschaften hätten brillieren können, war einfach nicht mehr möglich. Es gab nur noch Kampf, Wille und Schwimm- sowie Rutschkünste. Da war auch klar, dass jeder noch so kleine Fehler oder Ausrutscher entscheidend sein konnte.

Während das dritte Viertel ohne Punkte zu Ende ging, wuchs die Spannung im letzten Viertel. Wer würde den entscheidenden Fehler machen? Wer hat noch einen Geistesblitz in der Hinterhand?

Der Regen ließ allmählich nach, aber der Boden war nicht mehr zu retten. Es fühlte sich so an als würde man im Boden einsinken. Ob dies auch der Grund dafür war, dass ein Punt der Frankfurter völlig in die Hose ging und den Berlinern die Möglichkeit gab, kurz vor Frankfurts Endzone zu starten und punkten, kann man nicht so genau sagen.

Aber Frankfurts Verteidigung blieb standfest. Ein Pass wurde sogar abgefangen. Die Gefahr war also zunächst abgewendet. Doch im Gegenzug, als die Offensivabteilung Frankfurts an der Reihe war, funktionierte nicht viel. Überhaupt kein Raumgewinn und ein aus der Ferne betrachtetes klares Foulspiel durch die Berliner blieb ungeahndet. Letztlich musste gepuntet werden und das ging mal wieder nach hinten los. Der Snap zu hoch, der Ball flutscht über die Fingerspitzen und verlässt das Spielfeld. Da waren sie, die möglicherweise spielentscheidenden Punkte. Aber für die Gäste aus Berlin, die mit den zwei Punkten für die Safety kurz vor Schluss mit 5:3 in Führung gingen. Ganz bitter und sehr vermeidbar.

Wer nun dachte, dass die Spieler vielleicht die Köpfe hängen lassen würden, lag falsch. In der Teamzone wurde sich gegenseitig motiviert, die Defense wieder aufgebaut. Und vielleicht kam es auch bei einigen automatisiert in Köpfe, dass Playoffs sind. Nochmal alles geben. Nochmal die letzten Reserven aktivieren und aufs Feld bringen. Was es auch war, es funktionierte.

Während sich die Berliner bei ihrem Drive Zeit ließen und diese runterlaufen ließen, schienen sie in einem recht abgeklärten Modus zu spielen. Doch das, was sie brauchten, konnten sie nicht erreichen. Nämlich ein neues First Down. Das gewährte ihnen Frankfurts Defensive nicht. Dass die Rebellen den Punt auch gründlich vermasselten ließ die Fans im Stadion lautstark jubeln. Auch den Spielern Frankfurts konnte man den erhöhten Adrenalinpegel ansehen.SFUBR230918-38

Eine gute Feldposition nahe der Berliner Endzone und gute zwei Minuten Zeit für die Entscheidung. Um bloß nicht den Ball zu verlieren wurde nur gelaufen. Jedes Yard näher an der Endzone war wichtig. Ebenso wichtig, dass die Spielzeit so weit wie möglich herunterlief.

Einen Touchdown gab es nicht. Dafür war die Berliner Defensive zu gut auf das Laufspiel Frankfurts eingestellt. Es gab also nur magere Raumgewinne und so musste der junge Kicker Marius Duis aufs Feld und versuchen das benötigte Field Goal für drei Punkte zu erzielen.

Nervenflattern? Nervosität? Vielleicht innerlich, aber nach außen machte er einen ruhigen Eindruck. Anspannung pur vor diesem Schuss. Sie ließen sich Zeit, dann lief er an, der Snap war gut, der Ball stand senkrecht, wurde in Richtung der Stimmgabel gekickt. Exakt in diesem Moment hätte man auf der Haupttribüne eine Stecknadel fallen hören, die Fans hielten den Atem an. Nur ganz wenige Sekundenbruchteile später brach riesiger Jubel aus. Jeder konnte sehen, dass der Ball zwischen die Stangen ging und der Universe drei Punkte zur 6:5 Führung einbrachte. Und das 26 Sekunden vor Schluss.SFUBR230918-41

Aber noch war es nicht vorbei. Berlin durfte nochmal, auch wenn sie keine Auszeiten mehr übrighatten. Aber es lief nicht mehr viel zusammen. Zu einem Return kam es nicht, denn der Returner ließ den glitschigen Ballfallen und wurde umgenietet. So blieben den Berlinern nur 12 Sekunden um vom einen bis ans andere Ende des Spielfelds zu kommen. Der erste Passversuch war nicht komplett und so standen für das Vorhaben nur noch vier Sekunden auf der Uhr.

SFUBR230918-48Diese letzten vier Sekunden wurden von den Schiedsrichtern aber nochmal so richtig zelebriert. Zuerst wurde ein False Start für die Offense gegeben. Also wurde es nochmal wiederholt. Direkt im Anschluss gab es Gesprächsbedarf unter den Schiedsrichtern und die Berliner standen mit 12 Mann auf dem Platz und das änderte sich auch nicht. Anscheinend wurde die Uhr auf Ballfreigabe gestartet, das hat aber auch keiner so wirklich mitbekommen. Dann nahm der Hauptschiedsrichter den Ball in die Hand und zeigte das Spielende an. Und mit dieser Aussage brachen Jubelstürme los. Auf dem Spielfeld bei den Universe Spielern und natürlich auch auf den Rängen.

Diese letzten Sekunden seit dem Field Goal Kick zogen sich gefühlt Ewigkeiten in die Länge und ich muss gestehen, dass ich bei den Versuchen Bilder zu machen gezittert habe. Nervosität und Anspannung. Alles war da und fiel mit dem Spielende auch ab. Puh, meine Güte. Ich glaube ich bin am Ende ganz schnell gealtert.

Respekt und Lob an Marius Duis von meiner Seite, der mit seinen zwei sicheren Kicks den Sieg eingefahren hat.

Damit hat genau das funktioniert, was in anderen entscheidenden Spielen nicht so gut funktionierte, gerade wenn man an das Spiel gegen Braunschweig und Extrapunkte oder Field Goals denkt.

Doch an diesem Nachmittag klappte es und die Frankfurt Universe konnte den zweifachen Braunschweigbesieger besiegen. Apropos Braunschweig. Durch den Sieg sind die Frankfurter im Halbfinale und treffen am kommenden Samstag auf Braunschweig. Es wird Zeit für die Revanche und ob diese gelingt, wird sich ab 18 Uhr im Braunschweiger Eintrachtstadion zeigen.

Der erwartete Sieg gegen die Wildkatzen aus Kirchdorf. Bericht zum Spiel der Frankfurt Universe gegen die Kirchdorf Wildcats vom 19.08.2018

Es ist immer wieder schön an einem Wochenende, vorzugsweise einem Sonntag, zu einem Heimspiel der Universe zu gehen. Mittlerweile kann ich durchaus ein paar vorsichtige Vergleiche zu anderen Mannschaften und deren Heimspielangebote ziehen, aber bisher gab es bei noch keiner anderen Mannschaft eine so umfangreiche Aufstellung, wie es hier der Fall ist.

Versteht mich da bitte nicht falsch, denn bei Mannschaften, die in unteren Ligen spielen, ist das schlichtweg auch gar nicht in dem Umfang möglich. Willkommen ist man jedoch stets und ein Grundangebot an Verpflegung / Fanartikeln ist doch überall vorhanden.

Bilder: Frankfurt Universe Cheerleader vom 19.08.2018

Bilder: Frankfurt Universe vs. Kirchdorf Wildcats 19.08.2018

Aber ich meine durchaus auch andere GFL Mannschaften, bei denen es in der Theorie zumindest möglich wäre. Nur gibt es an manchem Standort nicht mal Cheerleader, da sie abgeschafft worden sind. (Liebe Grüße nach Schwäbisch Hall) Das finde ich persönlich sehr schade, denn gerade bei uns in Frankfurt sind sie eine sehr große Bereicherung vor und während des Spiels. Sicherlich gibt es auch noch an einer Vielzahl anderer Orte Cheerleader, aber die Masse, die die Universe Cheerleader vorweisen können, ist bisher unerreicht.

Es sind aber auch die Fans selbst, die dafür Sorge tragen, dass mehr als nur ein paar Imbissbuden herumstehen. Das Ganze ist also ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, die zueinanderkommen. Ist es vielleicht genau das, was es in Frankfurt ausmacht? Unabhängig davon, dass es für den Verein eine schwierige Situation ist. Ich denke schon.

Zwar werde ich in dieser Saison noch den ein oder anderen Standort besuchen, daher ist das kein endgültiges „Urteil“ meiner persönlichen Erlebnisse und Wahrnehmungen, aber es dürfte schwierig werden, einen vergleichbaren Standort zu finden.

Das Gefühl unter Gleichgesinnten zu sein, die diesen Sport genauso lieben und sich von der selbst herbeigeführten schwierigen Lage des Vereins nicht davon abbringen lassen herzukommen, ist einfach ein schönes. Hier duftet es nach Würstchen und Burgern, dort sammeln sich Menschen um zu fachsimpeln und für das Auge sind die Cheerleader auch dabei, strahlen mit der Sonne um die Wette und geben freudig Autogramme oder tanzen auf, bzw. vor einem polnischen LKW Anhänger.SFUCheers190818-17

Es passt so wunderbar zusammen. Und dann wird einem bewusst, dass sich die Saison bald dem Ende nähert und nur noch ein reguläres Heimspiel auf dem Plan steht, ehe die Playoffs beginnen. Sehr wahrscheinlich gibt es da noch ein Heimspiel für Frankfurt. Also mindestens eines. Maximal zwei, wenn es zu Überraschungen kommen sollte. Da wird einem klar, dass man bald wieder sehr lange warten muss, bis es wieder losgehen wird. Ein Grund mehr solche Spieltage zu genießen.

Während die Zeit verstrich, konnte ich mir auch beide Mannschaften beim Aufwärmprogramm ansehen. Dabei fragte ich mich, ob alle Spieler aus Kirchdorf „Tom“ heißen. Eine kleine gedankliche Anspielung an das Logo des Vereins. (Welches ich übrigens bis zur nächsten Saison ändern würde, denn das wäre mir persönlich ein zu heißes Eisen, wenn ich an gewisse Rechteinhaber und solche Späße denke.) Ein guter Zeichner oder Photoshopkünstler bekommt da sicherlich etwas Tolles hin, das weniger nach bekanntem Cartoon aussieht. Bei der Ideensuche hilft es auch bei Google einmal „Wildcats Football“ in der Bildersuche einzugeben. Aber bitte kein „copy & paste“ veranstalten.

SFUCheers190818-20Nun ging es aber für mich auch langsam auf meinen Tribünenplatz, um mich ausbreiten zu können. Laptop, Kamera, E-Zigarette – was man eben so braucht.

Kaum waren ein paar Minuten vergangen, stand da ein Cheerleader auf dem Feld. Mit Mikrofon. Aber der Kleidung nach zu urteilen, war es eindeutig ein Cheerleader. Jedenfalls kamen anschließend die Massen an Cheerleaderdamen aufs Feld und zeigten wieder einmal eine tolle Pre-Game Show. Sie sind schon wirklich faszinierend aber kein Freiwild, das möchte auch mal gesagt sein.SFUCheers190818-53

Kaum war dies vorbei, kamen schon die Gäste aus Kirchdorf auf das Feld. Ganz wie gewohnt unter dem Applaus der Zuschauer. Im Anschluss natürlich die Mannschaft der Universe, für die die vielen Cheerleader Spalier standen.

Ich wünsche mir übrigens mal, dass zum Einlauf der Mannschaft, besser gesagt kurz davor, ein Song von Motörhead eingespielt wird. Titel „The Game“. Wenn dann noch ein großer muskulöser Mann (also nicht ich – aber ich wüsste da eine Person, die bestimmt jemanden kennt, auf den das Aussehen wohl passen könnte) auf das Feld kommen würde im Stil von Wrestler „Triple H“, dann wäre ich sowas von abgedreht glücklich, das könntet ihr euch gar nicht vorstellen.

Aber vor 1.409 Zuschauern (mit den ganzen Cheerleadern dazugerechnet bestimmt knapp 2.000) ging das Spiel auch mal los. Die Wildkatzen aus Kirchdorf durften zuerst einige Versuche wagen, die ersten Punkte zu erzielen. Aber es lief nicht so gut und das bedeutete sogar die erste Auszeit des Spiels, nach nicht einmal 90 Sekunden. Diese brachte auch nicht das gewünschte Ergebnis und so wurde gepuntet.

Die Frankfurter machten es ihrerseits etwas besser, kamen aber nicht an den wachen Kirchdorfern vorbei und mussten mit einem Field Goal Versuch abschließen, der erfolgreich die ersten Punkte auf die Anzeigetafel brachte. 3:0.FU-KW190818-17

Auch der zweite Angriffsversuch der Gäste blieb erfolglos, dafür zeigten sich die Hausherren nun zu Beginn des zweiten Viertels offensiv stärker und kamen zum ersten Touchdown durch Timothy Thomas, dem ein erfolgreicher Zusatzpunkt folgte. 10:0.FU-KW190818-23

Die folgenden Minuten wurden interessant. Zunächst war da der Kick Return von Kirchdorf, der erst in der Endzone Frankfurts endete. Ein toller Lauf, aber doch keine Punkte, weil da ein Block in den Rücken gesehen wurde. Schade für die Gäste, denn der Lauf hätte sich Punkte verdient. Stattdessen mussten sie von sehr weit hinten starten. Aber dieser Angriff endete mit einem Punt.FU-KW190818-25

Doch auch die Frankfurter kamen bei ihrem Angriff nicht über ein Field Goal Versuch hinaus, der aber knapp an der Stimmgabel vorbeiging. Zwischendurch zeigten sich beide Mannschaften auf einem Level in Sachen Fehlstarts.

Also wieder Kirchdorf. Doch bei einem Snap, der völlig in die Hose ging, verliert der Quarterback den Ball – Fumble! Der Ball wird von einem Frankfurter aufgenommen, der einfach in die Endzone spazieren kann. Eigentlich Punkte, wenn die Schiedsrichter nicht abgepfiffen hätten. Was genau da passiert war, dass man abpfeifen musste, war mir nicht ersichtlich. Aus meiner Position von der Tribüne und durch den Zoom meiner Kamera habe ich absolut nichts erkennen können, das ein Abpfeifen gerechtfertigt hätte. Und wenn der Frankfurter Spieler doch schon auf dem Boden gewesen sein sollte, dann wäre der Ballbesitz bei Frankfurt gewesen. Aber statt Punkte oder zumindest Ballbesitz, durfte Kirchdorf punten.FU-KW190818-33

Aus meiner Sicht eine überdeutliche Fehlentscheidung, die noch nicht mal Diskussionen zulässt. Sicher ist das alles für Schiedsrichter kein einfacher Job, aber in dieser Situation…

Nun gut, dann anders, dachte sich wohl auch Justin Rodney. Er bekam den Ball, lief an allen Gegenspielern vorbei, ließ sich nicht aufhalten und spazierte bis in die Endzone. Da waren sie dann doch die Punkte. Und weil es so ein toller Tag und viel Platz in der Endzone war, gab es als Zugabe noch einen Salto von ihm. Sah echt gut aus, aber bitte nicht bei sowas verletzen. Der Zusatzpunkt war Formsache.FU-KW190818-35

Viel passierte in der ersten Halbzeit nicht mehr. Nur der Spielausschluss von Jhonattan Silva Gomez für ein Targeting, das ich nicht als solches gesehen zu haben meine, war leider noch hinzunehmen.

Halbzeitpause. Und es duftete von überall nach leckerem Essen. Und auf dem Feld war eine der Cheerdamen zu sehen, die einen kurzen Beitrag für ihre Social-Media-Kanäle aufgenommen hat.SFUCheers190818-84

Das Spiel ging nur wenige Momente später weiter. Es dauerte auch nicht lange, ehe sich Timothy Thomas ein weiteres Mal in die Punkteliste des Tages eintragen lassen konnte. Freistehend fing er einen Pass und konnte in die Endzone gehen. Wahrscheinlich hätte er unterwegs noch Zeit für ein Instagram Live Video gehabt, oder sowas. Der Zusatzpunkt war auch dieses Mal perfekt.FU-KW190818-45

Für Kirchdorf lief es weiterhin eher mäßig. Der nächste Drive endete erneut mit einem Punt, der sogar von Fernando Lowery bis in die Endzone zurückgebracht werden konnte, aber auch dieser Return konnte nicht gewertet werden, denn es gab einen Block in den Rücken. Eine ähnliche Situation gab es in diesem Spiel schon einmal. Da war es Kirchdorfs Return, der aufgrund eines Blocks in den Rücken, nicht gewertet werden konnte.FU-KW190818-48

Es wurde im Anschluss auf beiden Seiten gepuntet, bis Frankfurt wieder im Ballbesitz war und erneut für Punkte sorgen konnte. Justin Rodney war es, der seinen zweiten Touchdown des Tages erlaufen konnte. Zwar gab es noch Flaggen auf dem Feld, die aber keine Änderung am Ausgang des Spielzuges bewirkten.

Folgend blieb Kirchdorfs Angriffsversuch erneut hängen und den Puntversuch nahmen sie mit in das letzte Viertel. Doch es wurde kein Punt, denn dieser war ein Fake und der Punter versuchte den Überraschungsmoment auszunutzen. Doch so überraschend, wie es erhofft wurde, war es nicht und die Frankfurter Verteidiger stoppten ihn sehr schnell.

Doch trotz der guten Feldposition gab es kein Vorwärtskommen für Sonny „PS4“ Weishaupt und auch der Field Goal Versuch war nicht erfolgreich. Man überließ unverrichteter Dinge erneut den Gästen den Ball, die sich aber selbst in Schwierigkeiten brachten und den Ballbesitz aufgrund eines Ballverlustes (Fumble) abgeben mussten.

Dieses Mal ließen sich die Frankfurter aber nicht die Butter vom Brot nehmen und Mister „Running Back to Back“ Andreas Betza tankte sich in die Endzone für einen weiteren Touchdown, dem ein erfolgreicher Extrapunkt folgte.FU-KW190818-64

Da stand es dann schon 38:0. Das Spiel war schon länger entschieden und man konnte auch sehen, dass sich doch ein gewisser Schlendrian in die Spielweise Frankfurts eingeschlichen hatte. Nicht mehr tun als unbedingt nötig. Und das bekam dann auch Sonny zu spüren, der mehrere Male eingesackt wurde. Da ließ man den Kirchdorfer Verteidigern zu viel Spielraum.

So kam Kirchdorf dann doch nochmal zum Ballbesitz und konnte sich einen Touchdown für die Ehre sichern. Dafür sorgte Clemens Erlsbacher nur wenige Sekunden vor Schluss und nach einer Auszeit, die für den 4. Versuch genommen wurde. Der Extrapunkt wurde genutzt und so kam es zum Endstand von 38:7.FU-KW190818-70

Die Punkte seien den Gästen aus Kirchdorf gegönnt, so ist es nicht. Schade ist nur, dass man die beste Verteidigung der Liga nun nicht mehr in Frankfurt, sondern in Braunschweig vorfindet.

Schluss; Ende und eine Runde abklatschen. Währenddessen habe ich noch ein wenig mit Michael gesprochen, der übrigens ein ausgebildeter Weißkopf, also Schiedsrichter, ist. Wenn also mal jemand einen guten Schiedsrichter braucht, den kann man nehmen!

Hitze pur beim Spitzenspiel der Bezirksliga Baden-Württemberg zwischen den Mannheim Bandits und der zweiten Mannschaft der Schwäbisch Hall Unicorns. Spiel- und Erlebnisbericht vom 04.08.2018

Auch bei diesen Temperaturen kann man sich auf den Weg machen, um ein Footballspiel zu schauen. Und genau das habe ich diesen Samstag getan. Ohne Auto aber mit Bahn ging es zum MTG Sportplatz nach Mannheim, denn dort empfingen die heimischen Banditen die zweite Mannschaft der Einhörner aus Schwäbisch Hall.

Zu den Bildern geht es hier:

Mannheim Umgebung, Aufwärmen, Einlauf und Banditaz 04.08.2018

Cheerleader Mannheim „Six Shooters“ 04.08.2018

Mannheim Bandits vs. Schwäbisch Hall Unicorns 2 – 04.08.2018

Der Weg zum Stadion war für mich als ortsfremde Person etwas irritierend. Ich stieg zwar an der entsprechenden Haltestelle aus, aber fand zunächst nur einen Sportplatz vor, auf dem zwar die gewohnten Feldlinien für Football waren, aber mehr auch nicht. Etwas ratlos irrte ich um diesen Platz bis ich einer Dame hinterher eilte, die eindeutig wissen musste, wo das Spiel stattfand. Mit ihrer Banditskappe und einem entsprechend roten T-Shirt führte sie mich, wenn auch unbewusst, in die richtige Richtung.

Hurra, ich hatte das Stadion gefunden, perfekt. Es wirkte für die Liga entsprechend. Ein schöner Sportplatz mit einer ausreichend großen Tribüne, die mit einem Sommerdach Schatten spendete. Doch zu allererst fielen mir die Schiedsrichter auf. Diese trugen doch tatsächlich kurze Hosen. Das war absolut empfehlenswert bei diesen Temperaturen und hatte ich bis dato auch noch bei keinem Spiel gesehen.MBSHU2040818-3

Nebst dem Umfeld, auf dem es Essen und Getränke, sowie eine Hüpfburg für Kinder und einen kleinen Pool gab, hat mich insbesondere die Masse an möglichen Fanartikeln beeindruckt. Ich wusste wirklich nicht, welche der vielen angebotenen Kappen ich mir zulegen sollte. Am Ende habe ich mich für die rote entschieden, die das schicke Vereinslogo vorne draufhat. Ich persönlich finde aber, dass das Logo der Banditaz, also der Damenmannschaft, noch einen Tick besser aussieht. Das liegt wohl am farblichen Kontrast zwischen Haaren und Hut beim Logo.

Nun konnte ich bereits das Aufwärmen der beiden Mannschaften verfolgen. Zu beneiden waren sie wirklich nicht bei diesen Temperaturen in voller Montur in der prallen Sonne. Da mussten sie nun aber durch. In der Zwischenzeit habe ich mich auf der Tribüne im Schatten aufgehalten und kurze schöne Gespräche mit den sympathischen Menschen dort geführt. So ziemlich alle Besucher, und es waren geschätzt zwischen 300 und 500, ächzten ob der Hitze.

Dem Treiben habe ich noch ein wenig zugesehen, ehe sich die Mannschaften so langsam bereitmachten, das Spiel zu beginnen. Ein schicker Helm wurde aufgeblasen, durch den die Spieler der Bandits hindurch aufs Feld liefen. Kurz vorher gab es ein bisschen Leben auf der Tribüne, denn einige Damen zogen sich auf einmal Trikots an. Zunächst dachte ich, dass es die Fantrikots sein mussten, aber weit gefehlt. Es war die Damenmannschaft, die Mannheim Banditaz, die ihre Jerseys überstreiften, um für die Herrenmannschaft Spalier zu stehen. Das hatte durchaus seinen Charme, muss ich sagen. Kurz darauf folgten die Schiedsrichter auf das Feld und wenige Momente, nach dem Münzwurf, konnte das Spiel auch losgehen. Mir haben diese paar Minuten in der prallen Sonne schon ausgereicht, um mich dafür zu entscheiden, dass ich die Bilder vom Spiel von der Tribüne aus machen würde, um keinen Hitzschlag zu riskieren. Für mich Weißbrot ist das mit der Sonne ja so eine Sache.

Auf dem Weg dorthin kam ich noch an den Cheerleadern vorbei, die ebenfalls in der prallen Sonne ihren Platz bezogen hatten, um dort für Stimmung zu sorgen. Auch nicht gerade beneidenswert, aber sie haben ihre Aufgabe mit Bravour gelöst. Sie hatten auch immer die Möglichkeit für eine Abkühlung, denn auf der Laufbahn war ein Wasservernebler aufgestellt. Und wenn das Lüftchen die richtige Richtung nahm, bekam man sogar auf der Tribüne etwas davon ab. MBSHU2040818-28Dass das Spiel von Beginn an schwierig und zäh werden würde, war ohnehin klar bei diesen Temperaturen, aber es bot sich auf beiden Seiten eine sehr ansehnliche Partie zweier in etwa gleichstarker Mannschaften. Dass sie sich mittlerweile gut kennen und aufeinander eingestellt sind, war ebenfalls zu erkennen. Zudem wollten die Mannheimer das Ergebnis aus dem Hinspiel, das sie mit 0:27 verloren, egalisieren.

Doch es lief zunächst überhaupt nicht nach Plan. Zumindest nicht nach dem Plan der Bandits. Die ersten Angriffsversuche verliefen im Sand und hinzukam, dass die Ballübergabe an den Running Back auch nicht gut funktionierte und damit die Gäste in die Offensive durften.

Diese hätte auch fast einen Touchdown produziert, doch ein Mannheimer war nicht nur zur Stelle, sondern hätte auch, mit ein bisschen mehr Glück beim Fangen, für eine Interception sorgen können. So nahmen die Gäste aus Hall die Chance für ein Field Goal und machten die ersten drei Punkte des Spiels. Nun waren es für Mannheim schon 31 Punkte, die sie machen mussten, um Platz 1 zu erobern. Keine leichte Aufgabe bei dem Gegner und den äußeren Bedingungen.MBSHU2040818-14

Man konnte sehen, dass sie Mannheimer dieses Spiel unbedingt gewinnen wollen, denn ihre Offensive kam nah an die Endzone, musste den Ball aber abgeben. Warum es im Anschluss keine 2 Punkte für eine mögliche Safety gab, habe ich nicht gesehen und die Erklärung des Schiedsrichters akustisch nicht verstanden.

Für mich hieß es derweil immer wieder trinken, laufen, fotografieren, das Spiel beobachten und wieder von vorne. Die Spielzeit verlief übrigens recht schnell, denn beide Mannschaften wollten über das Laufspiel kommen und geizten mit dem Passspiel. Nun gut, wer will schon bei solchen Temperaturen weite Wege laufen?

Im zweiten Viertel war das Bild des Spiels sehr ähnlich. Gerade die Banditen legten noch einen höheren Fokus auf das Laufspiel mit ihrer Nummer 45. Ein Mann wie ein Bär, dem ich definitiv nicht im Weg stehen wollte, wenn dieser samt Ball in meine Richtung käme. Er war es auch, der sich durch die Abwehrreihe Halls durchkämpfen und für einen Touchdown sorgen konnte. Auch der Extrapunkt war gut und somit ging die Heimmannschaft mit 7:3 in Front.MBSHU2040818-33

Viel mehr passierte nicht in diesem Viertel und es ging mit dem 7:3 in die Pause. In dieser versorgten sich sehr viele Menschen mit noch mehr Flüssigkeit, was auch nötig war. Ich übrigens auch. Hunger hatte ich nicht, obwohl alles, was angeboten wurde, auch sehr lecker aussah. Vielleicht nächstes Mal. Unterdessen haben ein paar junge Damen versucht einen Gutschein einer Tanzschule zu ergattern. Dafür mussten sie nur den Football durch die Stimmgabel befördern. Oder anders gesagt: ein Field Goal schießen. Ein paar knappe Kicks gab es, doch der Gutschein wurde nicht vergeben. Vielleicht beim nächsten Heimspiel in der Aufstiegsrelegation.

Ab der zweiten Halbzeit sah man den Spielern auch die Belastungen durch die Hitze an. Das Spiel wurde deutlich langsamer und behäbiger. Zwar gab es immer wieder einzelne Aktionen, die schnellere Spielzüge beinhalteten, aber zu einem sehr großen Teil verlief sich das Spiel auf Augenhöhe. Dennoch blieb es qualitativ durchaus ein gutes Spiel für diese Temperaturen.  MBSHU2040818-50

Mal hatten die Mannheimer ein wenig die Nase vorne und scheiterten an der guten Defensive der Haller, mal waren es die Gäste, die sich nach vorne arbeiteten. Diese konnten mit einem guten Pass in die Endzone für ihren ersten Touchdown sorgen. Weitere 6 Punkte standen nun auf der Anzeigetafel, während der Extrapunkt abgeblockt wurde.

Die heimischen Banditen mühten sich und hatten entweder Pech oder eine Strafe gegen sich, die sie wieder zurückwarfen. Einige Male sah es gut aus, aber dann fehlte auch ein bisschen die Konzentration. Die Spielzeit lief herunter und wir befanden uns schon im letzten Viertel, als die Gäste aus Schwäbisch Hall für die Entscheidung sorgen konnten: ein schnelles Laufspiel führte zu einem Touchdown, der den Sieg in diesem Spiel und gleichzeitig auch den ersten Platz in der Tabelle bedeutete.MBSHU2040818-58

Kurz darauf war auch Spielende und die Unicorns feierten ihren ersten Platz und damit den direkten Aufstieg in Liga 5 in Baden-Württemberg. Doch die Banditen haben noch die Chance ihnen mit in die höhere Spielklasse zu folgen, denn sie treten in der Aufstiegsrelegation gegen die Offenburg Miners an. Es scheint auch schon so zu sein, dass die Spiele bereits terminiert sind. 09.09.2018 in Mannheim und 16.09.2018 in Offenburg. Ob das so schon stimmt, weiß ich nicht. Ich habe diese Spielansetzungen jedenfalls auf einer namhaften deutschen Footballseite gefunden.

Mir hat es übrigens auch sehr viel Spaß gemacht in Mannheim beim Football zu sein. Freundlichkeit wird auch dort großgeschrieben und auch die Qualität des Spiels war sehr in Ordnung. Wahrscheinlich ist diese bei angenehmeren Temperaturen noch besser.

Auch nach Mannheim würde ich gerne wiederkommen. Meine Güte, wo ich überall nochmal hinmöchte und zu manchen Teams überhaupt einmal hinmöchte. Viel vor die nächsten Jahre, viel vor.

Batman was coming home. Ein seltener Besuch einer Fledermaus, die mir ein besonderes Erlebnis bescherte.

Manchmal passieren Dinge, von denen man nie erwartet, dass sie passieren könnten. So war es auch in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli, als ich gerade bequem auf der Couch saß und auf das Beenden der Uploads einiger Bilder vom Footballspiel aus Rüsselsheim wartete.

Alle Bilder „meiner“ Fledermaus „Neymar“ 15.07.2018

Ich schaue irgendeine Verbrechensdokumentation, als auf einmal ein relativ großes Etwas durch mein Wohnzimmer kreiste. Zunächst hatte ich keine Ahnung, was sich da in meine Wohnung geschlichen hatte und rätselte, leicht schockiert, was es sein könnte. Für eine überdimensionierte Motte war der Körper aber zu groß, so viel konnte ich erkennen.

Doch was war es dann? Ich rätselte und meine Katze hatte ihren Jagdtrieb bereits gefunden und saß hochkonzentriert auf ihrem Kratzbaum. Aber das fliegende Etwas war clever genug, um genügend Abstand zwischen sich und dem Feind zu halten. So sah meine Katze nur hinterher und hatte keine Chance, das unbekannte Flugobjekt zu erwischen.

Okay, dann passierte etwas, das die Lage aufklärte, denn das fliegende Etwas wurde müde und wollte sich wohl ausruhen und setzte sich kopfüber an meine Lampe und kurz darauf ebenfalls kopfüber an meine Gardinenstange.

Da ging mir ein Licht auf. Welche Tiere setzen sich freiwillig kopfüber zum Abhängen hin? Richtig! Fledermäuse. Ich hatte also eine Fledermaus in meinem Wohnzimmer. Ich fragte mich, wie sie hereinkam und noch wichtiger: wie ich sie wieder unverletzt in die Freiheit bekomme.

Fledermaus-15

Nun bin ich auch kein Fledermausexperte und wusste mir zunächst nicht zu helfen. Aber eine Bekannte konnte mir eine Hilfe sein und so rief ich sie an. Mein Glück, dass sie noch wach war und mir ein paar gute Ratschläge geben konnte.

Die Katze musste raus, die Tür des Wohnzimmers geschlossen werden. Das war relativ einfach. Abgesehen davon, dass es meiner Katze nicht so sehr gefiel, gerade wo es spannend wurde, das Zimmer verlassen zu müssen. Aber die Fledermaus sollte schließlich kein Snack werden.

Es hieß dann erstmal zu schauen, wo sich die Fledermaus befindet, nicht dass sie vielleicht doch irgendwo leicht verletzt auf dem Boden lag. So habe ich Gardinen und Vorhänge hin und her geschoben, bis sie irgendwann, zu meinem Schreck, über mich hinweg flog. Heiliger…, dachte ich. Aber gut, sie fliegt und scheint unverletzt. So öffnete ich das Fenster und hoffte, dass sie schnell den Weg in die Freiheit findet.

Wenn das mal so einfach wäre. Gekonnt kreiste sie im Wohnzimmer herum, immer wieder knapp über mich hinweg, aber mied das geöffnete Fenster. Nicht ganz so gut. Geduld wurde mir gesagt. Kurz darauf wurde sie erneut etwas müde und fand ein Versteck hinter dem Bild der Frankfurter Skyline. Fledermaus-23

Das war mal ein richtig gutes Versteck, denn sie zeigte sich nur wenig. Meistens war sie kaum zu sehen. Auf dem Bild hier hat sie gerade geprüft, ob die Lage für sie sicher ist. Zunächst versuchte ich sie dazu zu bewegen auf meinen handschuh zu krabbeln, damit ich sie ans Fenster bringen konnte, doch sie zog es vor rückwärts zu krabbeln und so hinter dem Bild zu verschwinden. Auch das Angebot auf einen Stock zu krabbeln, von dem sie hätte abhängen können, lehnte sie dezent ab.

So hieß es warten. Und ganz nebenbei zu hoffen, dass das geöffnete Fenster keine Einladung für weiteres Fliegevieh bedeutet.

Aber es kamen keine weiteren Tiere herein. Dafür aber flog die (oder der) kleine Flatter wieder muner durch die Wohnung. Gutes zureden half auch nicht. Das schien auch ignoriert zu werden. Aber ich glaube, dass diese kleine Fledermaus noch relativ jung und mit der Situation total überfordert gewesen war.

Ich öffnete zusätzlich zum Fenster noch die Balkontür und ging auch auf die andere Seite des Zimmers. Vielleicht stand ich ihr einfach im Weg. Zunächst schien das auch zu helfen, aber sie zog es vor, den Vorhang als möglichen Erholungsplatz zu benutzen, nachdem ihr die Gardine nicht besonders gefiel.

Irgendwie war ich schon dabei mich damit abzufinden, dass ich ein neues Haustier habe, aber da war schließlich noch meine Leah, die davon nicht besonders viel halten würde. Okay, also den Vorhang leicht bewegen, damit sie dort nicht einschläft und siehe da, nun kam sie tatsächlich in die Nähe der geöffneten Fenster. Fledermaus-18

Aber hindurch wollte sie noch nicht. Wieder suchte sie eher einen Platz zum Erholen, krabbelte erneut auf der Gardine herum, ehe sie am Fensterrahmen des geöffneten Fensters Halt machte und… wieder in der Wohnung kreiste.

Plötzlich, ganz unerwartet, nahm sie den direkten Weg hinaus in die Freiheit. Ich dachte erst, dass ich nicht richtig gesehen habe und schloss zuerst die Balkontür. Das wäre ja noch was gewesen: auf der einen Seite raus und auf der anderen wieder herein. Aber nein, sie war tatsächlich hinaus in die Freiheit geflogen.

Ich prüfte noch, ob sie sich nicht irgendwo am Fensterrahmen befand, aber da war keine Feldermaus mehr. Fenster zu und nach guten zwei Stunden war dieses Erlebnis, dieses kleine Spektakel vorbei.

Neymar habe ich sie im Nachhinein getauft. Besser als „Flattermann“, oder? ich hoffe, dass sie den Weg nach Hause gefunden hat und nun recht stressfrei ihre Runden dreht.

Jonathan Davis lässt den Hamburger Club Grünspan zur Sauna werden. Bericht zum Konzert vom 04.06.2018

Vorweg möchte ich sagen, dass ich keine Bilder in diesen Artikel nehmen kann, da die DSGVO in diesem Punkt leider keine größeren Spielräume zulässt. Schließlich war ich nur privat bei diesem Konzert und nicht als akkreditierter Fotograf. Das Titelbild ist aus der Facebook Veranstaltung genommen und stammt von Karsten Jahnke Konzerte Hamburg.

Wenn ihr mehr über den Club Grünspan an sich erfahren wollt und auch über den Veranstalter, dann schaut hier:

Gruenspan Hamburg

Karsten Jahnke Konzertdirektion GmbH Hamburg

Dass mich die Wege mal nach Hamburg in den Kiez führen und das wegen zwei Konzerten, hätte ich vor einiger Zeit nicht für möglich gehalten. Aber so passierte es am Anfang dieser Woche. Mit einem guten Freund ging es mit dem ICE von Frankfurt nach Hamburg, in dem exakt der Wagen gesperrt war, in dem sich die 1. Klasse Sitzplatzreservierung befand. Nach ein paar Beschwerden mehrerer Fahrgäste und einer Reparatur durften die Reisenden dann doch in diesen Wagen und wir konnten endlich bequem sitzen. Ich überspringe mal die Fahrt und gehe über zum Appartement, das wir für unseren Aufenthalt gebucht hatten. In der Holstenstraße, unweit der Clubs und unweit der Reeperbahn – praktisch genau am Kiez, wenn man so will. Besser ging es wirklich nicht. Kurz ein paar wichtige Einkäufe erledigt und dann kam auch schon Person Nummer drei zur geselligen Runde hinzu. Nun waren wir also zu dritt und dann ging es auch schon ab zum Gruenspan.

Keine zwei Minuten und wir waren vom Appartement vor dem Gruenspan. Dort ging es hinein und erstmal umschauen. Sollten wir nach oben oder doch unten bleiben? Es ist ein eher mittelgroßer Club, der jetzt nicht unbedingt große Massen erlaubt, aber Platz für bis zu 1.000 Menschen (wenn alle stehen) bietet.

Warm war es schon da drin, obwohl noch nicht wirklich was passierte und oben war es noch ein Stück unangenehmer. Gut, über die Belüftung reden wir mal lieber nicht, aber egal drum. Kultclub ist und bleibt Kultclub. Es dauerte auch zum Glück nicht lange, bis die Vorband des Abends Pyogenesis aus Stuttgart begann.

Ich kannte sie bisher nicht und so konnte ich mir bei der Musik, die sie spielen einen ersten Eindruck verschaffen und der war meines Erachtens nach nicht schlecht. Sie spielen eine Mischung aus Death und Gothic Metal, können aber durchaus auch etwas ruhigere Töne an den Tag legen.

Wenn ich mich recht entsinne, haben sie bei ihrem Auftritt ein durchaus gutes Spektrum ihrer musikalischen Fähigkeiten gezeigt. Von purem Death Metal mit stimmigem gutturalen Gesang bis hin zu einer eher ruhigen Songvariante, brachten sie schon die erste Hitzewelle in den Gruenspan.

Vom Stil her haben sie mich an etwas zwischen Trivium und Heaven Shall Burn erinnert. Mir gefiel hierbei, dass Sänger Flo V. Schwarz die unterschiedlichen Gesangslagen wirklich gut zu beherrschen scheint. Musikalisch, und das lag mit Sicherheit auch an der sehr erfahrenen Bühnencrew, die den Sound wirklich hervorragend kalibrierten, waren die Instrumente doch sehr gut herauszuhören. Das ist bei dieser Musikrichtung nicht immer so einfach, aber bei der Einstellung kein Problem, wie ich fand.

[amazon_link asins=’B01MUCGM6Z,B00ZQ8FZAG,B0030I6B3E‘ template=’ProductGrid‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’6b3ef7ab-6a65-11e8-9b0a-537d36ef10fb‘]

Auf die Zeit habe ich nicht wirklich geachtet. Da war der Auftritt von Pyogenesis schon vorbei und ja, es war schon sehr warm. Also hinaus und ein bisschen dampfen. Das Standardprogramm bei mir eben. Auch meine beiden Kollegen waren dort und wir standen etwas versetzt neben dem Gruenspan vor einem anderen Club, der an diesem Abend nicht geöffnet hatte. Es handelte sich um den „Indra Club 64“. Einige werden jetzt sofort wissen, warum das so erwähnenswert ist. Aber viele wohl nicht.

Eine Tafel an der Wand erklärt auch schon warum. Denn die Beatles haben dort bereits im Jahr 1960 gespielt. Der erste Auftritt in Deutschland, bevor sie ihre große Bekanntheit erlangten. Sozusagen eine heilige Stätte.

Nachdem wir uns satt gequalmt hatten, gingen wir wieder hinein und warteten auf den Hauptakt des Abends, der nicht lange auf sich warten ließ.

Jonathan Davis betrat mit seinen Musikern die Bühne und schon gab es Applaus und großen Jubel für ihn. Der Sänger von Korn, dessen Soloprojekt wenig bis gar nichts mit Korn zu tun hat, stellte dies auch zu Beginn klar. Korn ist Korn und Jonathan Davis ist Jonathan Davis.

Das merkt man auch schon bei den ersten Songs, die gespielt wurden. Sie sind ruhiger und atmosphärischer aber sehr melodisch und eingängig. Dabei stechen die Texte sehr deutlich hervor, die durchaus zum Nachdenken anregen können.

Den Anwesenden gefiel der Auftritt definitiv, denn es wurde sichtlich viel getanzt, so gut es der Platz eben zuließ. Ich für meinen Teil hatte ein bisschen Platz links hinten und durchaus noch eine gute Sicht nach vorne. Beklagen konnte ich mich an diesem Abend also was die Sicht betraf nicht. Und auch nicht, was den Sound betraf, denn der war weiterhin super.

Einer der Songs, Basic Needs, war rockig und gleichermaßen orientalisch angehaucht. Ein sehr interessantes Musikerlebnis, muss ich sagen. Mehrere ruhige Passagen, in denen es rein instrumental zugeht und wenn sich Jonathan mit Gesang einschaltet, dann passt dieser stimmlich und auch von der Kraft, die er für den entsprechenden Part einsetzt.

[amazon_link asins=’B078Z9ZN7V,B07BLJ1PD5,B00YOA7PU0′ template=’ProductGrid‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’a44d9917-6a65-11e8-bf10-35c5cbbfb42f‘]

Es gibt immer wieder Songs, die eine gewisse orientalische Atmosphäre einbringen. Dabei verlieren sie ihren rockigen Charakter jedoch nicht. Wenn man sich darauf einlässt und vielleicht auch einmal die Augen dabei schließt und genau hinhört, kann man sich bei dieser Mischung, die Jonathan Davis mit seiner Band anbietet, sehr gut verlieren. Diese Musik ist also nicht nur zum Mitrocken, sondern auch in gewisser Form zum Abschalten gemacht. Also abschalten im Sinne von innerer Entspannung.

Mir kam es so vor, dass sich positive Stimmung im ganzen Gruenspan verbreitete und durch die vielen Menschen auch angenommen wurde, die sich in rhythmischen Bewegungen an der Musik erfreuten und stets mit Applaus und Jubel nach den Songs die Leistung der Musiker honorierten. Dass es immer wärmer und wärmer wurde, ließ sich kaum verhindern. Aber auch die Zeit rannte unaufhörlich davon und plötzlich war es vorbei. Nein, natürlich nicht. Denn der viele Applaus brachte die Musiker zurück für eine Zugabe, die aus zwei Songs bestand. Einer davon war „What it is“ und ich muss sagen, dass mir dieser Song neben „Basic Needs“ am besten gefallen hat.

Kurz danach war auch Schluss und die Menschen drängten hinaus an die frische Luft. Sehr nachvollziehbar. Aber der Abend hatte mit diesen beiden Auftritten richtig gut begonnen. Und so konnten wir nach diesem tollen Konzert eine Tour über den Kiez machen und kamen irgendwann mitten in der Nacht völlig erschöpft, aber glücklich und zufrieden in das naheliegende Appartement und sammelten Energie für den kommenden Tag.

Kleinstadt Football. Nauheim Wildboys gegen die Fulda Saints vom 19.05.2018. Spiel- und Erlebnisbericht

Wochenende und Sonnenschein. Wieder war es perfektes Wetter für einen schönen Footballnachmittag. Und dieses Mal machte ich mich auf den Weg nach Nauheim. Nicht Bad Nauheim, sondern Nauheim bei Groß-Gerau. Man kann auch sagen, dass dieses beschauliche Örtchen in einem Dreieck zwischen Frankfurt, Mainz und Darmstadt liegt.

Zu den Bildern des Spiels: hier klicken

Zu den Bildern der Umgebung, vom Aufwärmen und „Einlauf“: hier klicken

Kaum war ich dort gegen 14 Uhr angekommen, lief ich durch das Örtchen in Richtung des Sportplatzes, auf dem das Spiel stattfinden sollte. Irgendwie typisch für eine Kleinstadt, dass es sich auch schon zu dieser Uhrzeit so anfühlt, als wären die Bürgersteige schon hochgeklappt. Also immer der Lautstärke nach, denn dort wo am lautesten gebrüllt wird, muss Football sein. Und so war es auch. Die Mannschaften waren schon dabei sich aufzuwärmen.

Ein typischer kleiner Sportplatz mit Aschenbahn und einer kleinen Tribüne, die schattige Plätzchen anbot, waren vorhanden. Die Fußballtore wurden einfach umfunktioniert und so war schon alles angerichtet für den Footballnachmittag. So habe ich mich ein wenig umgesehen und bin einmal um den Platz gelaufen, um alles auf mich wirken zu lassen.NWBFSvdS19052018 (8 von 26)

Angerichtet war übrigens nicht nur der Platz, sondern auch die Verpflegung in Form von leckeren Burgern und Würstchen, dampften schon genüsslich auf einem kleinen Grill.

Schnell fanden sich auch Gesprächspartner und das Gefühl eines Familiennachmittags stellte sich recht zügig ein. In Nauheim wird man willkommen geheißen. Das war ein erneut schönes Erlebnis und Gefühl. Es bestätigte einmal mehr, dass Football eine große Familie ist.NWBFSvdS19052018 (12 von 26)

Bis zum Spielbeginn füllte sich die Tribüne mit Zuschauern und es waren definitiv mehr als 100 gekommen, um das Spiel an diesem schönen Nachmittag anzusehen. Für Football in der fünften Liga in einer Kleinstadt keine schlechte Kulisse, wie ich finde.

Langsam wurde es auch ernst und der Kickoff stand bevor. Einen Einlauf, wie es andernorts gemacht wird, gab es nicht. Aber die Nauheimer haben da so ihren eigenen Weg gefunden, sich auf das Spiel einzustimmen. Den üblichen Münzwurf kurz darauf, gab es selbstverständlich auch und die Gäste aus Fulda eröffneten anschließend das Spiel mit dem Kickoff.NWBFSvdS19052018 (17 von 26)

Eigentlich hätte Nauheim in der Offensive sein sollen, aber durch eine Strafe gegen Nauheim, den Grund habe ich nicht genau mitbekommen, durften die Saints auch gleich ihrerseits versuchen, die ersten Punkte zu erzielen. Aber das gelang nicht, vielmehr wechselte der Ballbesitz durch eine Interception an die Nauheimer.

In der Folge wechselte der Ballbesitz mehrmals durch erfolglose Angriffsversuche mit anschließenden Punts und Interceptions auf beiden Seiten. Die Mannschaften schenkten sich nichts und es wirkte auf dem Feld relativ ausgeglichen. Die ersten Punkte konnten dann die Gäste für sich verbuchen. Die Wildboys waren in der Offensive, mussten aber aufgrund einer Strafe sehr nahe an die eigene Endzone zurück. In dieser hatte Nauheims Quarterback keine Chance gegen den blitzschnellen Gegenspieler, der ihn in der Endzone samt Ball zu Boden brachte und damit eine Safety verursachte. Die ersten zwei Punkte für den Gast aus Fulda.

An dieser Stelle muss man dazu erwähnen, dass der Stamm Quarterback der Nauheimer verletzt ausgefallen ist und sein Ersatzmann erst seit gerade einmal zwei Wochen die Position des Quarterbacks spielt. Das konnte man nicht nur in dieser Spielsituation erkennen, sondern auch über das ganze Spiel. Es soll kein Vorwurf von meiner Seite sein, denn gerade diese Position kann man nicht einfach mal eben so erlernen und perfekt spielen.

Weiter ging es nach der Safety mit Ballbesitz für Fulda, die in Höhe der Mittellinie ihre Angriffsversuche starten konnten. Mit einer Ballübergabe, sowie einem Lauf, konnten die Saints die Nauheimer komplett aus dem Spiel nehmen und die nächsten Punkte mit einem erlaufenen Touchdown auf die Anzeigetafel bringen. Fuldas Nummer 15 schaltete den Raketenmodus ein und war nicht mehr einzuholen. Der folgende Extrapunkt war ebenfalls gut, sodass die Gäste aus Fulda mit 9:0 in Nauheim führten. Kurz darauf war auch das erste Viertel zu Ende.NWBFS19052018 (26 von 64)

Das zweite Viertel ist schnell erzählt, denn die Mannschaften begannen erneut sich gegenseitig zu egalisieren und mit weiteren Punts und Interceptions das Spiel größtenteils im Mittelfeld zu halten. Somit gab es auch keine weiteren Punkte und der Halbzeitstand hieß 0:9 aus Sicht der Wildboys.

Während der Pause begab ich mich auf die Tribüne und genoss für einige Momente ein schattiges Plätzchen. Einfach auch ein bisschen den angenehmen Wind genießen und in nicht allzu weiter Entfernung die startenden Flugzeuge des Frankfurter Flughafens beobachten.

Auch in der zweiten Hälfte im dritten Viertel änderte sich nicht viel am Bild des Spiels. Viele erfolglose Angriffsversuche auf beiden Seiten, die mit einem Punt oder aber einer Interception endeten. Aber die Nauheimer schafften es bis ganz kurz vor die Endzone der Gäste, nachdem sie einen Pass der Gäste abfangen konnten. Gefühlt war es doch schon ein Touchdown gewesen, aber knappe zwei Yards vor der Endzone konnten die Gäste diesen noch verhindern.NWBFS19052018 (49 von 64)

Die folgenden vier Versuche brachten nicht den gewünschten Erfolg und ich fragte mich, warum man im vierten Versuch nicht wenigstens die drei Punkte für das Field Goal mitnimmt, da die Defensive der Gäste erfolgreich für Raumverlust bei den Nauheimern sorgte. So wechselte der Ballbesitz erneut und Fulda stand kurz vor der eigenen Endzone und durfte nun offensiv werden.

Während der Angriffsversuche Fuldas endete auch das dritte Viertel und sie standen auch schon relativ nah an der Endzone, um weitere Punkte machen zu können. Diese machten sie dann auch direkt zu Beginn des vierten Viertels mit einem Field Goal. Nun stand es 0:12 anstatt 3:9.

Die Wildboys stachelten sich gegenseitig an und sie versuchten weiterhin bei ihren Angriffen nach vorne zukommen. Doch die Ballwechsel durch Punts und Interceptions blieben auch bis zum Schluss an der Tagesordnung, so dass das Spiel mit 0:12 zu Ende ging.NWBFS19052018 (28 von 64)

Selbstverständlich gab es kurz darauf das Händeschütteln zwischen beiden Mannschaften und auch das faire Nauheimer Publikum applaudierte für beide Mannschaften, wenngleich natürlich der Applaus für die eigenen Mannen größer ausfiel.

Insgesamt zeigten die Nauheimer eine gute Leistung in der Defensive während man ihnen ansieht, dass die Offensive mit dem Ausfall des Quarterbacks deutlich geschwächt ist. Die Gäste aus Fulda waren weder dominant, noch hatten sie deutlich mehr Spielanteile. Aber sie hatten in den entscheidenden Szenen die Nase etwas vorne und brachten die Punkte auf die Anzeigetafel und konnten somit die Punkte für den Sieg aus Nauheim entführen.NWBFS19052018 (64 von 64)

Nach dem Spiel hatte ich noch ein wenig Zeit für Gespräche, bevor ich mich in Richtung des Bahnhofs aufmachte, um meine Heimreise anzutreten. Diese aber mit einem guten und freudigen Gefühl, wieder einmal unter Freunden beim Football gewesen zu sein.

Nun aber noch etwas in eigener Sache: ich dachte immer, dass das Kicken, bzw. die Position des Kickers, beim Football doch gar nicht so schwer sein kann. Mich hat es ohnehin schon gewundert, dass bei den letzten Spielen, die ich besucht habe, lieber die vierten Versuche ausgespielt wurden, statt auf drei Punkte für ein Field Goal zu gehen.

Ist es wirklich derart schwierig das Ei zu kicken? Es muss wohl der Fall sein. Ich habe dies gewiss noch nie gemacht und mag wohl eine falsche Vorstellung davon haben, so wie es aussieht. Vielleicht sollte ich Kicker beim Football werden?! Machen würde ich es, selbst dann, wenn es bedeutet, dass ich in Trainings stundenlang kicke und kicke und….