Löwen Frankfurt – ESV Kaufbeuren – 12.01.2018

Bisher waren die Allgäuer aus Kaufbeuren ein Lieblingsgegner der Löwen. Zumindest, wenn man sich die Statistiken ansieht. Aber was sind schon Statistiken? Die derzeitige Form der Frankfurter ist ausbaufähig und seit der ehemalige Sportdirektor Rich Chernomaz freigestellt wurde, ist die Erfolgsspur in sehr weite Ferne gerückt.

Mit der Hoffnung auf ein gutes Spiel und vielleicht auch dem ersten Dreier im Kalenderjahr 2018 machte ich mich auf den Weg in die Eissporthalle, meinem zweiten zu Hause. (Die Stadt Frankfurt lehnte es übrigens ab die Eissporthalle als Nebenwohnsitz anzuerkennen. Natürlich war das damals nur ein Spaß, als ich diese Frage stellte; meinen Personalausweis musste ich dennoch verlängern.)

Zum ersten Drittel:

Das Spiel begann wenig spannend, wenig spektakulär und war insgesamt auch nicht besonders schnell geführt worden. Beide Mannschaften zeigten sich defensiv gut aufgestellt und so sah es zunächst nach einem recht ausgeglichenen Spiel aus. Chancen gab es auf beiden Seiten und optisch sah es zeitweise so aus, als könnten die Frankfurter mit ihrer leichten optischen Überlegenheit auch etwas anfangen. Doch wie zuletzt blieb der zählbare Erfolg auf der Anzeigetafel aus.

Dafür zeigten die Gäste wie einfach das Tore Schießen sein kann. Ein Konter, ein Schuss von der linken Seite und drin war der Puck. Die Löwen versuchten ihrerseits weiterhin auf ein Tor zu drängen. Doch das Spiel der Frankfurter war schon in diesem Drittel von Missverständnissen, Abseitspositionen, Fehlern in der Absprache und technischen Fehlern geprägt.

Auch die sonst starke Überzahl ließ zu wünschen übrig. Dafür konnten die Gäste direkt nach ihrer Unterzahl kontern und vier Sekunden vor Ende des Drittels auf 0:2 stellen. Erneut war es ein sehr einfaches Tor der Gäste, welche die halbherzige Verteidigung der Hausherren nicht verteidigen konnte oder gar wollte.

Zum zweiten Drittel:

Kaum hatte dieses Drittel begonnen, stand es auch schon 0:3. Erneut sehr sinnbildlich, denn die Verteidigung Frankfurts war einfach nicht vorhanden. Es begann ein Offenbarungseid der Frankfurter Mannschaft zu werden.  Zwar fiel nur wenige Momente das 1:3, welches laut bejubelt wurde, doch weitere Großchancen wurden nicht genutzt. Das Paradebeispiel hierfür war der Schuss, der an den Pfosten ging, obwohl das Tor leer war. LFESVK100118 (18 von 29)

Dafür konnten die Gäste weiterhin schier ungehindert ihre Angriffe fahren und profitierten hierbei immer wieder von groben Fehlern der Frankfurter. Dass das 1:4 erst in einer Überzahlsituation der Gäste, und nicht bereits früher fiel, war weniger einer guten Verteidigung, vielmehr der Ungenauigkeit bei den Torschüssen der Gäste, zu verdanken. Wenig später fiel auch noch das 1:5, welches wieder wunderbar herausgekontert und der Puck dieses Mal von der rechten Seite in das linke obere Toreck gedroschen wurde. Stimmung gab es nur noch im Gästeblock. Aber wer könnte den Gästefans das verübeln?LFESVK100118 (22 von 29)

Zum dritten Drittel:

Kaufbeuren verteidigte, setzte ein paar Konter und erzielte das 6:1. Wären sie konsequenter gewesen, hätte sich in Frankfurt auch keiner über ein 1:10 beschweren können. Selbst das heimische Publikum, das sonst hinter der Mannschaft steht, konnte sich in Sarkasmus nicht mehr zurückhalten. Es gab tatsächlich Applaus von den Rängen für das Tor der Allgäuer.

Die Löwen waren zahnlos, wirkten lustlos, planlos und ideenlos. Der Torhüter sogar hilflos. Der unbedingte Wille fehlte gänzlich. Von einer Mannschaft, bzw. einem Team, konnte man nicht mehr sprechen. Die Auflösungserscheinungen, vorne wie hinten, waren zu deutlich zu erkennen.

Das größte „Highlight“ in diesem Drittel für Frankfurt war der gewonnen Faustkampf von Clarke Breitkreuz, der damit ein vergebliches Zeichen setzte. Mehr als das Aufleuchten von ausglimmender kalter Asche, für wenige Momente, war es dann aber auch nicht.LFESVK100118 (24 von 29)

Die Zuschauer und Fans quittierten ihren Frust und ihren Unmut damit, dass sie dem Spieler des Tages der gegnerischen Mannschaft applaudierten, während der eigene Spieler gnadenlos ausgepfiffen wurde. Aber nicht nur dieser musste das gellende Pfeifkonzert hinnehmen. Beim Verlassen des Eises galten die Pfiffe für die gesamte Mannschaft, welche dennoch Andeutungen von Applaus in Richtung der Fans zeigten. Dies war definitiv kein höhnischer Applaus, aber man darf die Frage stellen, was derzeit eigentlich mit dieser Mannschaft los ist.

Löwen Frankfurt – ESV Kaufbeuren 1:6 (0:2 1:3 0:1)

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Quo vadis, Löwen?

Dass die Spieler aus Frankfurt sehr wohl als Mannschaft mit großem Teamgeist auftreten können, haben sie in der ersten Hälfte der Saison eindrucksvoll bewiesen. Es wurden viele Tore geschossen und Spiele gedreht, die eigentlich schon verloren schienen. Wille und Einsatz, sich auch mal in Schüsse zu werfen, waren vorhanden. Davon hat man in den letzten Wochen immer weniger gesehen und bei diesem Spiel überhaupt nicht.

Auf der Facebook-Seite der Löwen Frankfurt hatte ich unter das Posting des Endergebnisses einen Kommentar geschrieben, den ich hier nun fast 1 zu 1 übernehme:

Ein schlimmer Abend, den man erstmal verdauen und sacken lassen muss.
Was wir gesehen haben war keine Mannschaft, kein Team mehr. Teilweise hat es gewirkt, als gäbe es keinerlei Absprachen innerhalb der Reihen, die auf dem Eis standen.
Wille? Vereinzelt ja, aber im Großen und Ganzen nicht vorhanden.
Lust? Zu Hause im Ehebett gelassen.

Die Mannschaft wird bejubelt, wenn sie erfolgreich ist, wenn sie siegen. Aber auch, wenn die Leistung, der Wille, Einsatz usw. stimmen, aber verloren wird.
Man kann verlieren, das ist völlig normal. Aber dann hat es mit Pech, mit unglücklichen Szenen oder ein paar entscheidenden Fehlern zu tun. Damit kann ich als Fan leben, das ist menschlich und normal.
Aber die Niederlagen in der letzten Zeit haben mit den Dingen wenig zu tun. Kollektives Schweigen wäre interessant gewesen. Das Auspfeifen kann man so oder so sehen. Der Frustration, die sich bei den Zuschauern und Fans breitmacht, muss auch irgendwie Luft gemacht werden. Ob die Spieler das wirklich verdient haben, lässt sich nur schwer beurteilen. Betrachtet man nur die Leistung auf dem Eis, dann durchaus. Wenn man aber das große Ganze betrachten könnte, wahrscheinlich nicht.

Was wir aber nicht wissen ist, was hinter den Kulissen abläuft. Was brodelt denn da so sehr, dass die Spieler nicht gewillt sind eine ehrgeizige Einstellung zu zeigen? Was läuft so sehr schief, dass sich ein Profisportler lieber in Alibiarbeit übt, statt Erfolg zu wollen?
Es fällt mir schwer zu glauben, dass die Spieler bewusst in Kauf nehmen, ihren Marktwert durch diese Auftritte massiv zu reduzieren. Es muss schon ziemlich gravierend sein, was sich im Hintergrund abspielt, dass eine solche Reaktion auf dem Eis erfolgt.

Falls sie wirklich gegen jemanden spielen, dann nicht gegen die Fans und Zuschauer, was das angedeutete Applaudieren von den Spielern in Richtung der Stehkurve belegen dürfte.

Für diesen Abend hätte ich mir gewiss Schöneres vorstellen können. Da bin ich sicherlich nicht alleine mit diesem Gedanken (wie ich schon lesen konnte). Mir blutet das Herz, wenn ich das sehe, was mir da auf dem Eis präsentiert wird. Nach dem 0:3 war ich frustriert, schöpfte kurz Hoffnung, welche sich beim 1:4 in Resignation umwandelte.

Aufregen hilft mir persönlich nicht viel. Das würde mir höchstens noch einen Herzinfarkt bescheren (in ein paar Jahren – nicht jetzt sofort). Es bleibt mir nur zu hoffen, dass sich das, was im Hintergrund abspielt, sehr bald auflöst und wir wieder vernünftige Spiele sehen können.

Monsters of Liedermaching – 02.11.2017 – Batschkapp Frankfurt

Die gute Batschkapp, die ich so langsam als mein 3. zu Hause, nach meinem richtigen zu Hause und nach der Eissporthalle, bezeichne, war wieder einmal einen Besuch wert.

Die Monsters of Liedermaching waren in der Stadt und obwohl ich sie bislang noch nicht kannte, war es an der Zeit dies einmal zu ändern. Als ich damals das Ticket gekauft habe, hörte ich mir auf YouTube einige der Songs von ihnen an und fand die Kombination aus stimmiger Gitarrenmusik und Texten zum Lachen einfach klasse.

Die Batschkapp sah an diesem Abend etwas anders aus als gewohnt. Vor der Bühne standen acht Reihen Stühle. Diese boten Platz für ca. 160 Menschen. Sitzen wollte ich jedenfalls nicht, noch kann ich stehen, aber der Blick auf die Bühne und auf die sechs Herren war natürlich frei, was für mich kleinen Menschen sehr gut war. Insgesamt tippe ich auf rund 600 Menschen, die sich versammelt hatten.

Kurz nach 20 Uhr kamen sie dann auch auf die Bühne und Applaus, sowie Jubel waren schon groß. Überraschend laut waren die Gäste. Und auch die Monsters waren gut drauf.

Die ersten Lieder waren bereits sehr gut. Das Lachmuskeltraining konnte beginnen. Nicht nur weil die Texte der Songs ihren lustigen Charakter haben, sondern auch weil die Gitarrenklänge einfach gut dazu passen. Es war auch nicht wirklich entscheidend, ob nur einer oder mehrere im Chor gesungen haben.MoL021117 (3 von 9)

MoL021117 (6 von 9)Es gab sogar eine tolle Einlage mit der Nasenflöte. Ehm, ja, Nasenflöte. Das lässt sich kaum beschreiben. Vielmehr muss man das selbst sehen und hören.

Jedenfalls wurden sehr viele Lieder vom neuen Album „Für alle“ gespielt. Darunter zum Beispiel: Scheiß CD, Das Schaf, Ich Sonnenschein, Photoshop und noch viele andere. Die CD hat übrigens 19 Titel.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, war die Tatsache, dass die sechs Herren sichtlich viel Spaß an ihrem Auftritt haben und nicht nur ihr Programm runterspulen, sondern sich gegenseitig auf der Bühne necken und, was noch wichtiger ist, viel mit dem Publikum interagieren. Ob es nun das Mitklatschen ist, oder bestimmte Rufe aufgegriffen wurden, ließen sie ihren Auftritt dadurch noch lebendiger wirken, als es ohnehin schon der Fall war.

Bei einem Song, ich weiß leider nicht mehr genau welcher, wurde sogar gemeinschaftlich gelacht und dann gab es einen Texthänger, der aber sehr gut wegimprovisiert wurde. Durchaus sehr sympathisch und menschlich.

Zwischendurch gab es eine 30minütige Pause, die auch wirklich nötig war, bevor man vielleicht noch einen Krampf der Lachmuskeln bekommen hätte.

MoL021117 (7 von 9)Aber auch nach der Pause ging es genauso lustig und amüsant weiter, wie zuvor auch. Die Songs, die meines Erachtens nach die meisten Lacher und Reaktionen der Gäste hervorriefen waren Blasenschwäche, Laterne und das Lied über Männer, dessen Titel ich auf die Schnelle nicht finden konnte. Ich erinnere mich aber noch, dass es in diesem Lied irgendwie um Titten ging. In Balladenform.

Was aber auch immer wieder gut ankam war, wenn Offenbach ein wenig durch den Kakao gezogen wurde. Ja, das mögen wir Frankfurter.

Die Kombination aus schöner Gitarrenmusik in Verbindung mit den sehr amüsanten und guten Texten, die das Bild der Monsters wirklich gut abrunden, dauerte tatsächlich insgesamt ca. 150(!) Minuten. Sie haben auf jeden Fall Ausdauer und kamen sogar zu zwei weiteren Zugaben zurück auf die Bühne.

Bei der zweiten wurde ein recht langes Medley gespielt, bei dem viele ihrer bekannten Songs einen Platz fanden. Ach ja, zwischendurch hat immer mal wieder jemand von ihnen „ficken“ gerufen. Das sorgte natürlich auch immer wieder für Gelächter.

Auf jeden Fall war es klasse, lustig und absolut sehenswert. Mir hat es so gut gefallen, dass ich mir die aktuelle CD in MP3 Format auch zugelegt habe.

Kurze Informationen zu den Monsters of Liedermaching:

Genre(s):  „Liedermacher“

Herkunft:  Aus den tiefsten Wäldern und Höhlen Deutschlands

Gründung:   2003

Besetzung:

Rüdiger Bierhorst

Jens Burger alias Burger (deutsch ausgesprochen)

Peer Jensen alias Pensen Paletti

Jan Labinski alias Labörnski oder Lambada

Frederik Timm

Torsten Kühn alias Der flotte Totte oder Tottovic Kalkül

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