Die alte Heimat: Football in Köln bei den Crocodiles, die von den Gästen aus Dresden zu Schuhen und Handtaschen verarbeitet wurden. Bericht zum GFL Nord Spiel der Cologne Crocodiles gegen die Dresden Monarchs vom 01.07.2018

Das war mal ein Football-Wochenende gewesen. Am Samstag noch von Frankfurt nach Schwäbisch Hall und wieder zurück, um am Sonntag nach Köln zu fahren. Natürlich auch wieder mit Rückfahrt nach Frankfurt. Oder anders gesagt: ca. 800 Kilometer und zwei Footballspiele. Aber gelohnt hatte sich diese Strecke allemal.

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Auch am Sonntag war es sonnig und heiß und Wolken gab es irgendwie überhaupt nicht am Himmel. Nach gut zwei Stunden Fahrt kamen wir am Stadion an und schon ging es auch durch die Tore hinein. Die große Haupttribüne warf einen leichten Schatten auf den Rand des Spielfelds und direkt am Eingang kam schon ein leckerer Duft entgegen, denn genau dort gibt es das leckere Essen. Aber auch Getränke und noch andere Kleinigkeiten lassen sich finden. Gefallen haben mir auch die beiden Fanartikelstände. Bei einem gab es Trikots und mehr und bei dem anderen eher kleinere Sachen, wie Kappen, T-Shirts, Schlüsselbänder usw. Nun, ich mag Kappen, also schaute ich mal, ob ich da eine finden kann. Und tatsächlich gab es da eine schicke für gerade einmal neun Euro. Na das ist mal ein Schni- Schna- Schnäppchen. (Na, wer versteht diese Anspielung? Hehe)

Nun hatte ich etwas Grünes auf dem Kopf, das mich vor einem möglichen Hitzschlag schützen konnte und mit Football zu tun hat. Perfekt. Währenddessen füllte sich die große Tribüne auch und sah dadurch sehr voll aus. Es waren 1.535 Zuschauer im Stadion, doch es wirkte nach mehr. Eine Trommlergruppe von Fans der Crocodiles machte schon lautstark Stimmung, aber es waren auch viele Fans aus Dresden mit angereist. Das ist nicht nur erwähnenswert, sondern auch lobenswert. Schließlich ist das nicht gerade ein Kurztrip.

KCCDM010718-1Ich fühlte mich schnell wohl in Köln und in diesem Stadion, zumal Köln durchaus meine zweite Heimat sein könnte, wen ich dort öfter wäre. Jedenfalls zeigten die Cheerleader zunächst ihr Können auf dem Feld ehe wenige Momente später beide Mannschaften einliefen. Die Dresdner kamen aus der Mitte der Haupttribüne heraus und die Kölner durch eine Ecke aus einem Helm. Genauso wie die Frankfurter, nur in anderen Farben.KCCDM010718-4

Nach dem Einlauf beider Mannschaften wurde eine Deutschlandflagge auf den Platz gebracht. Nanu? Und was passiert nun? Oh, die Nationalhymne wird gesungen. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet, aber sehr interessant, dass das in Köln so gehandhabt wird.

KCCDM010718-6Das hatte irgendwie was, aber ich war dann doch auch froh, als die Mannschaften den Platz betraten, damit das Spiel losgehen konnte. Und das ging auch ziemlich schnell los. Die Dresdner bekamen den Ball und peilten schnurstracks die Endzone der Kölner an. Es war gerade einmal eine Spielminute vorbei, als der erste Touchdown für die Gäste auf der Anzeigetafel stand. Das ging schnell. Immerhin wurde der Versuch eines Extrapunktes geblockt, sodass es nur 0 zu 6 stand. Aber offensiv waren die Krokodile recht zahnlos und bissen sich ohne Zähne an der Defensive der Gäste aus, die ein ums andere Mal jegliche angriffsversuche unterbinden konnte.

Diese Dominanz der Gäste zeigte sich insbesondere im Laufspiel, gegen das die Kölner nur sehr selten ein Mittel fanden. So zog sich das erste Viertel mit der Dominanz Dresdens bis zu einem Punktestand von 0 zu 20. Und so, wie das Spiel auf dem Feld aussah, musste man schon besorgt um die Kölner sein, dass dies am Ende keine wolkenkratzerhohe Niederlage werden würde.KCCDM010718-11

Im zweiten Viertel wechselte der Ballbesitz zunächst nur zwei Mal, da sich die Angriffsreihen mühsam mit Yards ernährten. Die heimischen Krokodile wollten gewiss nicht sang- und klanglos untergehen und stemmten sich gegen die Offensive der Gäste aus Dresden. Es gelang den Kölnern schließlich die Offensive auf den Platz zu bekommen und die ersten Punkte zu erzielen. Knapp drei Minuten vor der Halbzeitpause konnten sie auf 7 zu 20 verkürzen. Doch was in der Folge geschah, ließ die Kölner Fans bis zur Halbzeitpause verstummen und die Gästefans euphorisch jubeln.

Was passierte denn? Nun, die Gäste aus Dresden schafften es tatsächlich binnen dieser kurzen Zeit drei Touchdowns zu erzielen. Jedes Mal mit dem Extrapunkt und sie eilten damit auf 41 zu 7 davon. Das war schon eine überragende Darbietung aller Spieler der Monarchs, wogegen man sich fragen musste, wo die Spieler Kölns in diesen drei Spielminuten gedanklich waren.

CheersCC010718-17Zwischendurch gab es immer wieder mal eine Auszeit und damit die Gelegenheit, sich die hübschen Damen von Cologne Cheerdance anzusehen, die selbst schon feststellten, dass es an diesem Tag nicht viel zu lachen gab. Zumindest nicht für die Fans der Heimmannschaft. Während einer Auszeit tanzten sie ausnahmsweise Mal nicht und da rief schon ein Dresdner Fan, dass es doch die Zeit für die Cheerleader sei. Es half leider nicht, die Mädels erholten sich noch etwas.

KCCDM010718-26Auch half das Kölner Maskottchen noch nicht, auch wenn das Krokodil immer wieder versuchte die Stimmung trotz des trüben Spielstandes bei heiterem Sonnenschein zu verbessern. Immerhin versuchte er sein Bestes.

Die Pause verging sehr schnell und ich fragte mich, ob es noch eine Reaktion von den Kölnern geben würde. Noch einmal rankommen, das Spiel in die Hand nehmen und zeigen, dass auch ihre Offensive punkten kann. Und genau das passierte erstmal auch. Die Kölner bekamen den Ball und brauchten drei Minuten für die nächsten sieben Punkte. Der Punkteabstand war zwar noch groß, aber der Start in die zweite Halbzeit schien gelungen. 14 zu 41.

Aber auch die Defensive zeigte sich besonnen und ließ die Dresdner nicht weit kommen. Dafür war der anschließende Punt nahe an der Endzone, wo die Kölner ihren Drive starten mussten. Das machte aber nichts, denn sie brauchten nur exakt einen Spielzug, einen Pass und einen Lauf über 97 Yards für die nächsten sieben Punkte. Da hatte auch die Defensive der Gäste absolut nicht damit gerechnet. 21 zu 41 stand es dadurch. Sollte sich da etwa etwas anbahnen?KCCDM010718-52

Erstmal nicht, denn die Dresdner zeigten mit ihrer mittlerweile zweiten Garnitur auf den Schlüsselpositionen, dass auch diese Spieler durchaus für einen schnellen Drive auf dem Platz gut sind und Punkte machen können. 21 zu 48, doch ans Aufgeben dachten die Kölner noch nicht. Die Kölner spielten den nächsten Angriff sehr gut aus und kamen direkt zu Beginn des letzten Viertels zu weiteren Punkten, aber ließen mögliche Extrapunkte liegen.

Nach dem Free Kick durch Köln konnte der Return nicht gestoppt werden. So passierte es tatsächlich, dass der direkte Gegenzug ebenfalls zu Punkten führte und binnen weniger Sekunden die gute Arbeit in der Offensive wieder zunichtegemacht wurde. 27 zu 55 stand es da und das Spiel war spätestens mit diesem Touchdown entschieden.

In der Folge ließen es die Dresdner auch etwas ruhiger angehen, kamen aber noch zu einem Field Goal, das den Endstand von 27 zu 58 auf die Anzeigetafel brachte.KCCDM010718-36

Auffallend war, dass dieses Spiel von beiden Mannschaften durchaus schneller war, als die meisten Spiele in der GFL Süd. Ist die GFL im Norden immer noch stärker einzuschätzen als der Süden? Schade irgendwie, dass es keine Quervergleiche unter der Saison gibt. Das könnte durchaus für die Top Teams in beiden Gruppen zu Stolpersteinen werden. Das wäre vermutlich eine Überlegung wert, aber ob das finanziell und organisatorisch realisierbar wäre steht auf einem anderen Papier.

Aber in Köln ist es schön. Das Stadion ist gut erreichbar, die Stadt immer wieder sehenswert und auch der Football macht Spaß. Und beim nächsten Mal ist die Tribüne hoffentlich bis zum letzten Platz gefüllt. Ich werde wiederkommen und vielleicht erneut im Anschluss an das Spiel einen Kurzbesuch bei Verwandten unternehmen.

Ach ja, wenn man Zeit hat und mit der bahn in Richtung Frankfurt fahren muss, dann nehmt bei gutem Wetter doch eine, die am Rhein entlangfährt. Die Ausblicke, die man auf der Rheinseite genießen kann, sind immer wieder schön.

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Ein heißer Tag und ein Footballspiel bei den Einhörnern in Schwäbisch Hall. Bericht zum Spiel zwischen den Schwäbisch Hall Unicorns und den Marburg Mercenaries vom 30.06.2018

Kaum Wolken am Himmel aber dafür Sonne satt. Hitze pur in der Sonne und doch machten wir uns in einem klimatisierten Auto auf den Weg nach Schwäbisch Hall. Wir, das sind Marc Junge (https://all-about-football.de/) und Christian Roth (https://american-sports.info/), wollten uns an diesem Tag das GFL Süd Spiel zwischen Schwäbisch Hall und den Mercenaries aus Marburg ansehen. Zwar liegt der Ort nicht gerade um die Ecke, aber den aktuellen Meister der GFL sollte man sich doch schon mal angesehen haben.

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Vor Ort angekommen, nach einer Fahrt mit einigen Umwegen, gestaltete sich zunächst die Suche nach einem Parkplatz als ein interessantes Unterfangen. Aber nur eine Nebenstraße weiter hatten wir das Glück parken zu können. Also auf zum Stadion, auf zum Meister. Endlich angekommen wurden wir schon freundlich empfangen und überhaupt sind die Menschen aus der Gegend scheinbar generell sehr freundlich. Dieser Eindruck bestätigte sich am Eingang, im Fanshop und auch sonst überall.

Nun mussten wir unser Equipment irgendwo abstellen und haben dafür einen Platz auf der Seite der Marburger gefunden, die langsam aber sicher zu einem sehr festen Bestandteil unserer Spielbesuche werden. In Gesprächen mit den Betreuern der Mannschaft als auch einigen Fans, kam der Begriff „Multifans“ in unsere Richtung. Der Begriff kann einen schon zum Schmunzeln bringen, denn es ist wahrlich so, dass wir Sympathien für mehrere Vereine im American Football hegen. In dieser Sportart ist das auch ohne weiteres möglich, schließlich steht der Sport im Vordergrund.

SHUMM300618-3So verging die Zeit bis zum Einlauf beider Mannschaften, denn Cheerleader kann man in Schwäbisch Hall nicht mehr bewundern, da diese abgeschafft worden sind. Irgendwie schade, schließlich gehören sie doch absolut zum Football dazu. Doch dann kamen beide Mannschaften auf das von der Sonne geflutete Spielfeld. Applaus und Jubel waren bei den knapp 2.000 Zuschauern schon groß und unter ihnen befanden sich auch viele Marburger. Man hatte das Gefühl, dass in Schwäbisch Hall der ganze Ort im Stadion versammelt sein könnte. Aber nun, der Ort ist dann doch noch einiges größer als es Platz im Stadion gibt.SHUMM300618-9

Das Spiel konnte nun losgehen und zu beneiden waren die Spieler definitiv nicht. Die Sonne brannte geradezu vom Himmel herunter und ich fühlte mich auch nicht besonders wohl in dieser brütenden Hitze.

Zu Anfang ging es noch und ich sah ein Spiel, das schleppend begann. Die Offensivbemühungen dauerten lange. Marburg hatte dabei den ersten Angriff im Spiel, der mit einem Punt beendet werden musste, da sich die Verteidigung der Unicorns nicht überlisten ließ. Im Gegenzug führte der erste Angriffsversuch der Hausherren auch gleichzeitig zu den ersten Punkten. Aber auch dieser Drive dauerte seine Zeit. Erst gut drei Minuten vor Ende des ersten Viertels kamen die ersten sieben Punkte auf die Anzeigetafel. Ob es der Hitze geschuldet war, oder den beiden Verteidigungsreihen, kann ich nicht genau sagen.

Während sich die Marburger im Gegenzug wieder nach vorne arbeiteten, bin ich von der Sonnenseite auf die Schattenseite des Spielfelds entschwunden. Die große Tribüne warf glücklicherweise genügend Schatten, der bis an den Spielfeldrand reichte. Auf meinem Weg dorthin bot mir ein Fan sogar Sonnencreme an. Nun, im Schatten brauchte ich diese dann nicht, aber schon sehr nett die Footballfreunde überall.

Im Schatten fühlte ich mich gleich besser und konnte die kämpfenden Marburger sehen, die ihrerseits zu Beginn des zweiten Viertels zu einem Touchdown kamen. Aber der Extrapunkt wurde geblockt, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Jedenfalls war das Spiel zunächst eng und das spiegelte sich auch auf dem Feld bisher so wieder.SHUMM300618-25

Doch nun kam die Zeit der Hausherren, deren Offensive sich beinahe fehlerlos zeigte und nur wenige Pass- und Laufversuche brauchte, um zwei weitere Touchdowns mit dem jeweiligen Extrapunkt auf das Tableau zu bringen. Zwischendurch zeigte auch die Defensive erneut, dass sie durchaus ein Mittel gegen Silas Nacita gefunden hatten. Beziehungsweise gegen seine Lauf- und Passversuche. So zeigte sie sich auch im folgenden Angriffsversuch als standhaft.

Nicht ganz so standhaft, besser gesagt ballsicher, zeigte sich Halls Quarterback für einen Moment, der den Ball bei einem Laufversuch verlor und damit den Weg für einen weiteren Marburger Touchdown ebnete. Erneut war aber der Extrapunkt nicht gut, womit die marburger nur die 12 Punkte für beide Touchdowns auf der Anzeigetafel hatten. Kurz darauf war dann auch Halbzeit und aus der Sicht der Heimmannschaft stand es 21 zu 12.

Während der Pause wollte ich mir dann etwas zu trinken holen. Das läuft in Schwäbisch Hall etwas anders ab, als zum Beispiel in Frankfurt. Denn hier muss man zunächst an eine Kasse, damit man das, was man haben möchte, bereits bezahlen kann. Dafür erhält man einen Bon, den man an der entsprechenden Ausgabe – also ob Essen oder Getränke – einlösen kann. Ein bisschen umständlich, wenn viel los ist, wie ich finde. Aber auf der anderen Seite erhält man tatsächlich Glasflaschen, bzw. Gläser, ausgehändigt. Das ist durchaus nicht Gang und Gebe. Schon dann nicht, wenn man an die Sicherheit denkt und an das, was man damit anstellen könnte. Es ist aber auch gleichzeitig ein sehr großer Vertrauensbeweis in die Fans des Sports, denn bisher habe ich noch nicht gehört, dass in Schwäbisch Hall Flaschen geflogen wären. Also wirklich ein sehr großer Vertrauensbeweis von Seiten des Vereins. Dafür sind die Getränke gekühlt und gut, auch das Essen war sehr lecker. Ich selbst habe zwar nicht gegessen, aber Christian hat sich doch einen Burger gegönnt, den man selbst belegen kann. Das hat er auch gemacht und nach seiner Aussage war dieser vorzüglich – also eine klare Essensempfehlung von ihm hierfür. Übrigens sind die Fleischerzeugnisse, die zum Verkauf angeboten werden, von heimischen Erzeugern. Daume hoch hierfür.

Anschließend ging auch schon das Spiel weiter. Die kurze Halbzeitpause verflog einfach. Zwar brannte die Sonne mittlerweile nicht mehr ganz so extrem, aber ich blieb dann doch lieber auf der Schattenseite. Ich wollte nach dem Spiel nicht unbedingt „gut durch“ sein.

Schwäbisch Hall startete gut in die zweite Hälfte und sie kamen auch direkt wieder nahe an die Endzone. Doch dieses Mal hielten die Marburger gut dagegen und erlaubten lediglich die Chance auf ein Field Goal, das die Unicorns zur 24 zu 12 Führung nutzen konnten. Doch aufgeben liegt den Marburgern nicht und sie spielten ihre Offensive gut aus und profitierten von einem kleinen Stellungsfehler der Haller Hintermannschaft und kamen tatsächlich mit einem weiteren Touchdown und dem ersten verwandelten Extrapunkt auf 19 zu 24 heran. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, dass die Marburger durchaus eine Chance haben könnten, wenn keine Fehler passieren würden.SHUMM300618-21

Der folgende Angriffsdrive der Unicorns konnte aber nicht gestoppt werden, sodass sie zu Beginn des vierten Quarters einen weiteren Touchdown zum 31 zu 19 erzielen konnten. Die nächste Szene im Angriffsspiel der Marburger wurde zur Schlüsselsituation in diesem Spiel. Ein langer Pass von Nacita erreichte seinen Receiver, der den Ball auch fing. Doch als alle Spieler wieder mit den Füßen auf dem Boden waren, hatte auf einmal ein Haller den Ball in seinen Händen und konnte sogar noch ein gutes Stück in Richtung der Marburger Endzone laufen. Der folgende Touchdown war dann reine Formsache. 38 zu 19 stand es nun und in der Folge sah man, dass bei den Marburgern die Luft draußen war. Sie wehrten sich noch tapfer und verhinderten sogar noch einen weiteren Touchdown, während der Versuch eines weiteren Field Goals der Haller misslang. Den letzten Angriff, gut zwei Minuten vor Ende, knieten die Marburger bis zum Auslaufen der Uhr ab. Und damit endete auch das Spiel mit 38 zu 19 für Schwäbisch Hall.SHUMM300618-53

Es war ein gutes Spiel, das steht außer Frage. Sicherlich hat die Hitze ihren Teil dazu beigetragen, dass das Spiel hier und da ein bisschen Träge verlief. Doch die von Verletzungen und Ausfällen geplagten Marburger haben gut gekämpft und durchaus ein akzeptables Ergebnis erzielen können. Vielleicht haben sie Glück, dass zur entscheidenden Phase wieder einige Spieler an Bord sind.

Nach dem Spiel durften wir uns sogar noch die kleine Pressekonferenz mit beiden Trainern in der Business Lounge ansehen und anhören. Es gab aber meines Erachtens nichts Besonderes bei den Aussagen. Es wurde sich beglückwünscht, das Spiel analysiert und festgestellt, dass Schwäbisch Hall noch eine Nummer zu groß für Marburg war, die aufgrund ihrer Ausfälle auch nicht in Bestbesetzung antreten konnten. Für mich ist Silas Nacita übrigens noch immer der MVP dieser Saison.

Es war ein schöner Spätnachmittag im Schwabenland mit einem guten Footballspiel. Der Spielort ist jedenfalls sehr angenehm für ein diesen Sport. Die Tribünen sind nicht zu groß oder zu klein und auch die freundliche Atmosphäre lädt für einen weiteren Besuch bei den Einhörnern ein.

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Silas Nacita macht den Unterschied. Bericht zum GFL Süd Spiel der Marburg Mercenaries gegen die Ingolstadt Dukes vom 24.06.2018

Es war ein regenfreier aber kühler Sonntag. Mittlerweile komme ich seit fast einem knappen Jahr nicht mehr um American Football herum. Sei es im Fernsehen, über einen Stream oder am liebsten vor Ort. Und vor Ort wollte ich dieses Mal bei den Marburg Mercenaries auch wieder sein. Das Spiel gegen die Dukes aus Ingolstadt versprach durchaus ein gleichwertiges Spiel mit offenem Ausgang.

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Tatsächlich muss ich mittlerweile gestehen, dass mir mehrere Mannschaften sympathisch geworden sind. Klar bin ich Fan der Frankfurter, das steht außer Frage und dieses Team unbedingt auf meinem persönlichen Platz 1. Aber auch die Braunschweiger haben meine Sympathien, genauso wie Marburg und auch Darmstadt. In anderen Sportarten wäre und ist sowas nahezu undenkbar. Heute eine Kappe der Universe und am nächsten Tag jene der Marburger auf dem Kopf. Oder den Rockets aus Offenbach, oder, oder, oder. Schon mal einen Bayern Fan mit Dortmund Kappe und Bayern Trikot (oder umgekehrt) gesehen? Noch krasser wäre die Vorstellung von einem Eintracht Frankfurt Fan, der freiwillig eine Kickers Offenbach Kappe… lassen wir das. Im American Football steht vor allem der Sport im Vordergrund und das soll auch so bleiben.

In Marburg ist so eine unbeschwerte Stimmung in der Luft und obwohl sichtbar weniger Zuschauer als beim letzten Mal da waren, gab es durchaus auch ein bisschen Stimmung auf den Rängen. Der Stadionsprecher musste da auch mal mithelfen, aber in erster Linie waren es die Cheerleader, die den Takt vorgaben.CheersMarburg240618-10

Im Übrigen sind die Cheerleaderinnen in Marburg durchaus noch sehr jung. Damit meine ich nicht den Nachwuchs, sondern die erste Garde. Das ist für mich immer wieder ein Punkt, an dem ich mich manchmal schwertue, Bilder der Cheerleader, die auch in Marburg sehr viel Einsatz zeigen, zu machen und sie dann auch online zu stellen. Das ist nicht nur in Marburg der Fall. Auf der anderen Seite gehören sie jedoch eindeutig zum American Football dazu und haben, so wie ich finde, definitiv ein Anrecht darauf, dass auch ihre Leistungen honoriert werden. Auch mit Bildern ihrer Arbeit, sozusagen. Daher: sollten Bilder dabei sein, die nicht erwünscht sind, bitte kurz via Mail oder Facebook melden.

Apropos Cheerleaderinnen in Marburg. Das bekannte „Defense Go“ wurde auch von ihnen angestimmt, aber sie schienen vorher noch etwas zu rufen. Ich habe nur nicht verstanden, was es genau war. Es klang wie eine Aufforderung an die Zuschauer, aber auf Englisch. Weiß da jemand mehr?

Jedenfalls waren die Zuschauer, es waren so zwischen 700 und 800, bereit für das Spiel, nachdem die Ingolstädter vorgestellt und die Mercenaries eingelaufen waren. Münzwurf, Seitenwahl und schon ging es auch los.

MMID24062018-9Aus Marburger Sicht ging es auch sehr gut los und die ersten Punkte, der erste Touchdown, war so schnell erledigt, dass sich die Dukes gewiss noch umgesehen haben, wie das passieren konnte. Der Versuch des Extrapunkts wurde zwei Mal wiederholt und war dann in Ordnung, aber ging nicht durch die Stimmgabel. Zu Beginn gab es einiges an Flaggen und ich befürchtete schon ein weiteres Flag Footballspiel, das es glücklicherweise nicht geben sollte.

In der Folge verspielten die Gäste aus Ingolstadt ihre Möglichkeiten und gaben den heimischen Söldnern mehrmals die Möglichkeit zu punkten. Im ersten Viertel reichte es aber nur zu einem Field Goal, dafür gab es direkt zum Auftakt des zweiten Viertels den nächsten Touchdown. Das war dann auch der zweite schöne Pass vom Ersatzquarterback Silas Nacita, der damit zum 16:0 Zwischenstand stellte. Der Extrapunkt war gut und das ist auf der Seite, rechts von der Haupttribüne, nicht ganz so einfach, denn diese Stimmgabel scheint mit dem schiefen Turm von Pisa in einem Verwandtschaftsverhältnis zu stehen.

Wie im Spiel gegen Frankfurt fingen die Ingolstädter erst nach diesem Rückstand an, das Spiel selbst zu gestalten und in Richtung Endzone zu gehen. Aber die Verteidigung der Marburger stand und erlaubte nicht mehr als ein Field Goal zum 16:3. Schnell wurden die Dukes aber auf den Boden der Tatsachen geholt, denn der nächste Touchdown Marburgs folgte. 23:3 war nun der Zwischenstand und es sah bis hierhin nicht so aus, als ob die Ingolstädter großartig etwas entgegenzusetzen hatten. Schließlich war es aber der eigene Quarterback, der den ersten Touchdown mit einem kurzen Lauf machen konnte und den Halbzeitstand von 23:10 setzen konnte. Diese Offensivaktion der Ingolstädter sah schon besser aus und machte den Gästen sicherlich noch Hoffnung für die zweite Halbzeit.MMID24062018-41

In dieser sollte sich zunächst die Hoffnung der Gäste bestätigen, denn sie kamen besser aus der Kabine, bzw. zurück aufs Feld, und konnten nach einem langen Angriff den nächsten Touchdown erzielen. Nur noch 23:17. Sollte sich da etwas anbahnen?

Zunächst sah es tatsächlich danach aus, denn Marburg kam nicht vorwärts. Durch Strafen ging es sogar nah an die eigene Endzone heran. Das hätte die Chance für Ingolstadt sein können, wäre da nicht zum einen Silas Nacita und zum anderen sein dazugehöriger Wide Receiver mit der Nummer 82 (Hendrik Schwarz), der sich aus der Bewachung und den Augen der Ingolstädter Verteidiger schlich und perfekt angespielt wurde. Den Spaziergang zum Touchdown über knapp die Hälfte des Spielfelds erledigte er problemlos und damit wurde der Zwischenstand auf ein etwas beruhigenderes 30:17 gestellt.

Zwar gaben sich die Ingolstädter nicht geschlagen, kamen aber nicht mehr heran. Die Marburger Verteidigung, aber auch die Offensivabteilung machten ihre Aufgaben gut, ließen nur noch einen Touchdown zu und am Ende die Uhr herunterlaufen. So endete das Spiel mit 30:24 Sieg für Marburg, die damit ihre Ambitionen auf den dritten Platz in der GFL Süd unterstrichen haben.

Der alles entscheidende Faktor in diesem Spiel hatte meines Erachtens nach einen Namen: Silas Nacita. Er spielt nicht nur Football; er lebt Football. Zwar ist er eigentlich kein hauptberuflicher Quarterback, aber seine Pässe, die zu den Touchdowns geführt haben, waren schon sehr genau gespielt und sprechen absolut für seine Übersicht auf dem Feld.MMID24062018-14

Aber nicht nur das. Nein, er läuft auch gerne und schnell und ist dabei nicht wirklich oft schnell aufzuhalten. Dazu kommt, dass er auch als Wide Receiver fungieren kann, der teilweise die unmöglichsten Pässe fängt.

Zwischendurch ist er auch „Holder“ für den Kicker der Extrapunkte oder Field Goals, sofern er das nicht auch selbst übernimmt. Kicken und Punten und selbige des Gegners zurücktragen macht er auch noch. Möglicherweise trainiert er auch die Mannschaft, man weiß es nicht genau. Auch angeschlagen spielt er noch und liefert.

Die Marburger sollten diesen Mann unbedingt in Watte einpacken, pflegen und jeden seiner Wünsche erfüllen. Einen besseren Allrounder dürfte es auf diesem Kontinent nicht geben. Man könnte sagen, dass er so wichtig für Marburg, wie Messi für Argentinien (wenn dieser mal funktioniert) oder Ronaldo für Portugal, ist.MMID24062018-36

Die Top Vereine aus Hall, Braunschweig und auch Frankfurt, dürften sich weiterhin die Finger nach ihm lecken. Aber auf der anderen Seite kann ich persönlich seine Entscheidung pro Marburg und gegen Frankfurt vor der Saison verstehen. Abgesehen von der finanziellen Situation zu dieser Zeit bei der Universe, kann Silas weder bei Hall, noch bei Braunschweig und Frankfurt so eine wichtige Rolle und viele Positionen spielen, da sich dort höherwertiges Spielermaterial tummelt.

Ob Silas Nacita läuft, wirft, passt, hält oder fängt; er kann einfach alles in diesem Sport und lebt diese Passion. Mich wundert nur, dass seine Ehefrau keine Ähnlichkeit mit einem Football hat, aber das ist auch schon das Einzige, was mich an ihm wundert. Es ist schließlich nicht nur so, dass er sportlich glänzt, sondern auch charakterlich ein ganz toller Mensch ist.

MVP der Saison 2018? Egal was noch kommen wird, es kann nur einen geben: Silas Nacita.

Flag Football mal anders und aus einer anderen Perspektive. Bericht zum Spiel der Frankfurt Universe gegen die Ingolstadt Dukes vom 16.06.2018

Nein, es war natürlich kein wirkliches Flag-Football, aber da es so viele auf dem Feld gab im Verlauf des Spiels, habe ich den Einfall von Christian Roth als Beitragstitel dann doch übernommen. Die Idee kam schon im dritten Viertel, aber da es mit den Flaggen kaum ein Ende nahm, steht das also tatsächlich für das Universe Spiel vom Samstag.

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Doch bevor es an das Spiel selbst geht, war es gestern vor dem Spiel doch ein wenig anders als sonst. Auf den Trainingsplätzen am Stadion fand zuvor ein Amateur Cup der vermutlich falschen Sportart statt und dort wurde noch fleißig gearbeitet und abgebaut. Somit war der Zugang zu Teilen der Haupttribüne nicht erreichbar. Zudem gab es ein paar organisatorische Problemchen, die aber sehr gut gelöst wurden. Da darf und muss man auch mal den Mitarbeitern der Security und allen anderen, die dazugehören, sowie den Betreuern der Mannschaft, ein großes Lob aussprechen. Auch wenn manches durch den Abbau des Amateur Cups anders lief, war doch alles easy.

Ansonsten war bis dahin noch alles wie gewohnt. Menschen hier, Gespräche da, gutes Wetter und eine leckere Currywurst. Eigentlich alles, wie immer. Mit der Ausnahme, dass ich an diesem Tag nicht auf der Tribüne sitzen, sondern mit einem kleidsamen orangenen Leibchen und Kamera am Spielfeldrand mein Unwesen treiben durfte. Ein bisschen aufgeregt war ich ob dieser Tatsache schon. Man mag zwar nun denken, dass das kaum noch der Fall sein dürfte und schon gar nicht mehr so extrem, wie damals beim Halbfinale in Braunschweig, aber es ist doch schon etwas ganz anderes, das erste Mal bei seiner Lieblingsmannschaft mit auf dem, bzw. am Feld zu stehen.CheersSFU16062018-3

Es war schon ein merkwürdiges Gefühl die Heimstätte, das Stadion, von innen zu sehen, zu fühlen. Da wirken die Tribünen und das Spielfeld schon anders. Die Mannschaften waren gerade dabei ihr Aufwärmprogramm zu beenden. Dieses fand tatsächlich auf dem Spielfeld statt, denn die Außenflächen waren noch weiter belegt. Ein Spielgerät, ein Football, verirrte sich in meine Nähe. Grundsätzlich hatte ich aus früheren Tagen, als ich noch aktiv im Vereinsfußball war (lange her), das Bedürfnis, diesen aufzunehmen und weg zu kicken. Aber nein, lieber dem Spieler zurückgeben, der auf diesen wartet. Joa, so kam es, dass ich meinen allerersten Football geworfen habe. 32,5 Lebensjahre habe ich dafür gebraucht, Wahnsinn, oder? Der „Pass“ auf Johannes Rübsamen war sogar vollständig, auch wenn er sich ein bisschen strecken musste. Es hätte peinlicher enden können.

Nach dem Aufwärmen war noch ein wenig Zeit, bis die Cheerleader, die an diesem Tag ihre schönsten Dirndl aus dem Schrank geholt hatten, und wirklich hinreißend darin aussahen, von der Tribüne herunter auf das Spielfeld kamen, um ihre Choreographie vorzuführen. Diese war, wie immer, wirklich hervorragend. Auch ihnen darf und muss man ein Lob aussprechen. Es sind immer so viele von ihnen da, die vor und während des Spiels mit ihren Auftritten, Choreos und Anfeuerungen nicht nur etwas fürs Auge bieten. Dass das kein Gehopse ist, was sie machen, konnte ich bereits im letzten Jahr bestaunen, als ich mir ein Training der Cheerleader angesehen hatte. Konzentration, Kondition und Ausdauer, Beweglichkeit und vor allem immer das schönste Lächeln zu zeigen, das ist bemerkenswerter und toller Tanzsport. Ich persönlich finde, dass Moni, Tinchen, Anna, Verena, Vanessa, Bianca, Astrik und all die anderen Damen definitiv eine Bereicherung bei jedem Spiel sind. Schließlich gehören Cheerleader einfach zum Football dazu. Meinen Respekt haben die Damen absolut.CheersSFU16062018-28

Nach den Damen stieg bei mir die Anspannung und auch die Aufregung. Zunächst liefen die Ingolstädter ein. Auch das war ein ganz anderes Gefühl. Obwohl es für mich gar nicht mehr so fremd ist, die Spieler so aufzunehmen, während sie an einem vorbeirennen, nahm ich das schon bei den Spielern der Gäste ganz anders wahr, als es zum Beispiel in Gießen der Fall war.SFUID16062018-3 Und wer kommt nach den Gästen? Richtig! Die Heimmannschaft. Die Mannen in lila der Universe. Glaubt ihr mir, dass ich innerlich noch aufgeregter war? Glaubt ihr mir, dass die Kamera in meiner Hand zu Beginn des Einlaufs leicht wackelte? Das könnt ihr ruhig, denn es war tatsächlich so.  Diese Aufregung ebbte zwar nach und nach ab, hielt sich aber noch eine Zeit lang.SFUID16062018-5

Das waren die schönen Dinge, nun komme ich zum Spiel des Abends. Ich weiß, wie das klingt und das ist auch bewusst so gewählt. Es dauerte etwas, bis das Spiel in die Gänge kam. Zunächst verloren die Frankfurter den Ball, stoppten im Gegenzug aber die Ingolstädter und konnten, nachdem schon einige Zeit verstrichen war, den ersten Touchdown im Spiel setzen. David Giron stand frei, fing und punktete. Der Extrapunkt wurde vergeben. Gut, kann passieren.

SFUID16062018-32Die Ingolstädter wollten den folgenden Kickoff zurücktragen, aber dann kam Randie. Randie schnappte sich den Ballträger und ich dachte schon, dass er zu einem German Suplex ansetzt, die Bewegung war dafür jedenfalls da. Vielleicht ist ihm dann eingefallen, dass er sich seine Wrestlingmoves für den Ring aufheben sollte. Aber er stoppte seinen Gegenspieler sehr gut und damit konnte die Defense aufs Feld kommen. Frankfurts Defensive war auf der Höhe und ließ die Ingolstädter nicht gewähren, so dass bei einem weiteren Angriff der Universe Andreas Betza (ich nenne ihn Mr. Running Back to Back seit dem marburg Spiel) in die Endzone für einen weiteren Touchdown laufen konnte. Aber erneut gab es keine Extrapunkte für Frankfurt. Das wollte noch nicht laufen, ob Kick oder Passversuch.SFUID16062018-38

Dafür zeigte sich Frankfurts Verteidigung erneut sehr stark zu Beginn des zweiten Viertels und konnte die fehlenden Punkte mit einer Safety reinholen. Ingolstadts Quarterback hatte auf einmal zwei große lila Mannen vor sich, die ihn nicht mehr aus der Endzone herausließen.

Im Anschluss begann das Flaggenspektakel. Frankfurts Offensive zeigte einige Unkonzentriertheiten und nahm sich ein ums andere Mal die Möglichkeit eine gute Offensive zu spielen. So endete der Angriffsversuch mit einem Punt. Immerhin funktionierte das Punten an diesem Abend sehr gut. Insgesamt kamen dadurch aber die Gäste aus Ingolstadt besser in dieses Spiel. Sie wurden praktisch durch die Fehler der Frankfurter aufgebaut. So war es fast eine logische Konsequenz, dass die Dukes ihrerseits zu einem Touchdown und damit auch zu den ersten Punkten des Spiels kamen. Dass hierbei Anthony Mella einmal das halbe Feld ablaufen konnte, war schon bezeichnend. Im Gegensatz zu Frankfurt gelang ihnen aber der Extrapunkt zum 14:7, was auch gleichzeitig der Halbzeitstand war, denn viel Erwähnenswertes passierte in der Folge nicht mehr. Höchstens noch ein paar Flaggen oder so.SFUID16062018-51

Für das dritte und vierte Viertel habe ich mir das Spiel nochmal in der Wiederholung angesehen, denn den offiziellen Spielberichtsbogen gab es noch nicht, oder ich bin zu doof diesen zu finden. Normalerweise konnte ich diesen bei vorherigen Spielen direkt auf der GFL Seite aufrufen. Alles halb so wild, ich habe schließlich Zeit.

Deswegen sieht das nun so in meinem Bericht aus (so lässt sich am besten darstellen, wie sich das ganze Spiel mit den Strafen verhalten hat):

  1. Viertel:

Kickoff Ingolstadt

Flagge 9 Sekunden: 15 Yards

23 Yards bis Endzone

– Toochdown – Flagge

Flagge bei 1:28 – 10 Yards – illegaler Receiver Downfield

  1. und 10 an der 13

Flagge bei 2:24

Halten 10 Yards

Flagge bei 3:36

Frühstart Offensive 5 Yards

Flagge bei 3:53

Frühstart Offensive 5 Yards

Pass in die Endzone – kein Touchdown

laut TV Bild wäre es aber okay gewesen – hatte ich auch am Feld so gesehen

Field Goal verpasst rechts vorbei

Ingolstadt durch Turnover an der eigenen 21 Yard Linie

Flagge bei 5:16 (Ingolstadt)

Block in den Rücken 10 Yards

Sack an der 10 Yard Linie Ingolstadt

Punt Ingolstadt – Return Touchdown Giron – FlaggeSFUID16062018-59

Flagge bei 6:29 Block in den Rücken? 10 Yards

  1. und 10 eigene 42 Yard Linie

Punt bis an Ingolstadts 11 Yard Linie

Safety Frankfurt SuleymanovSFUID16062018-61

16:7

Free Kick Ingolstadt

Frankfurt 1. und 10 eigene 43 Yard Linie

  1. und 10 Ingolstadts 38 Yard Linie
  2. und 10 ingolstadts 22 Yard Linie

Sack Ingolstadt – 32 Yard Linie

Flagge bei 9:22

Halten 10 Yards – abgelehnt

  1. und 20

Punt bis an Ingolstadts 4 Yard Linie

10:24 Boom – Spear! Suleymanov haut Ingolstadts QB mustergültig aus den Latschen. Ich stand bei dieser Situation ziemlich nahe dran und hörte, wie zwei Mal aus dem armen Ingolstädter Quarterback die Luft aus den Lungen gepresst wurde. Einmal beim Tackle selbst und das zweite Mal beim Aufprall auf den Boden. Gewiss hat er Sternchen gesehen und war kurz weggetreten. Positiv war aber, dass er nach kurzer Zeit schon wieder auf den Beinen stand und selbst hinauslaufen konnte.

Flagge bei 10:32

Horse Collar Tackle 15 Yards Strafe

  1. und 10 an der eigenen 30 Yard Linie Ingolstadt

Flagge bei 10:55

Face Mask 15 Yards

  1. und 10 an der eigenen 45 Yard Linie Ingolstadt
  2. und 10 an der gegnerischen 43 Yard Linie Frankfurt

Flagge bei 11:33

Halten 10 Yards Strafe (Ingolstadt)

  1. und 20 eigene 47 Yard Linie Ingolstadt

Trickspielzug mit Touchdown Ingolstadt, welcher aber nicht hätte gegeben werden dürfen. Da war schon ein Ingolstädter, der den Ball hatte, mit dem Knie am Boden.

Flagge bei 11:59

Auswechselfehler – Halbe Distanz Goal Line (5 Yards)

Kick gut

16:14

Frankfurt 3 Touchdowns verschenkt – insgesamt 21 Punkte

Strafen:

Frankfurt – 60 Yards

Ingolstadt – 20 Yards

  1. Viertel:

Free Kick Ingolstadt

Flagge bei 00:10

Face Mask 15 Yards (Ingolstadt)

Frankfurt startet an eigener 42 Yard Linie

  1. und 10 an Ingolstadts 45 Yard Linie
  2. und 10 an Ingolstadts 28 Yard Linie

Flagge bei 1:48

Intentional Grounding? wird von den Refs aber zurückgenommen

  1. und 10 an Ingolstadts 16 Yard Linie

Touchdown und dieses Mal zählt der auch. Hatte schon beinahe Seltenheitswert.SFUID16062018-64

Flagge bei 2:57

Frühstart 5 Yards

Snap zu hoch und die 2 Punkte wurden auch nichts.

22:14

Free Kick Frankfurt und Return an Ingolstadts 13 Yard Linie gestoppt. Randie will wrestlen, die Griffe sitzen schon sehr gut.

  1. und 10 an der eigenen 36 Yard Linie

Flagge bei 4:25

Persönliches Foul 15 Yards

  1. und 10 an der eigenen 47 Yard Linie

Flagge bei 5:11

Halten 10 Yards (Ingolstadt)

  1. und 18

Punt und Start Frankfurt an eigener 29 Yard Linie

  1. und 10 eigene 40 Yard Linie
  2. und 10 gegnerische 40 Yard Linie

Flagge bei 8:20

Face Mask 15 Yards

  1. und 16

Punt Frankfurt bis an Ingolstadts 18 Yard LinieSFUID16062018-68

Flagge bei 9:05

Halten (Ingolstadt) – Strafe abgelehnt

Flagge bei 9:26

Halten (Ingolstadt) – angenommen -> Safety

24:14

Free Kick Ingolstadt

Frankfurt startet an eigener 30 Yard Linie

Punt bis an Ingolstadts 42 Yard Linie

Ingolstadt kam nochmal heran mit Trickspielzügen, aber am Ende reichte es nicht mehr für Punkte.SFUID16062018-69

Strafen:

Frankfurt – 35 Yards

Ingolstadt – 25 Yards

Somit endete das Spiel 24:14 für Frankfurt. Wenn man die Strafen aus der ersten Halbzeit noch dazunimmt, dann wird deutlich, wie viel Raumverlust die Frankfurter an diesem Abend durch Unkonzentriertheiten und den daraus resultierenden Strafen produziert hat. Zwar hat Ingolstadt relativ gut und konstant gespielt, konnte sich aber gegen Frankfurts Defensive nicht durchsetzen, ansonsten wären mehr als die erzielten 14 Punkte möglich gewesen.

Für die Frankfurter heißt es in der nun folgenden Zeit, dass viel gearbeitet werden muss. Jeder Mannschaftsteil kann sich noch verbessern, sowie jeder einzelne Spieler. Vielleicht war die ein oder andere Strafe Seitens der Schiedsrichter unnötig gewesen, aber bei derart vielen persönlichen Fouls, muss einfach hinterfragt werden, woher dieses übermotivierte Verhalten kommt, dass alles andere als mannschaftsdienlich ist.

Auch letzte Woche beim Spiel gegen Braunschweig waren es solche Situationen, die die Gäste zum Punktemachen eingeladen haben. Ein spielstarker Gegner weiß das dann eben zu nutzen. Die Mannschaft kann in diesem Jahr gewiss sehr weit kommen und sich auch ohne Weiteres mit den Großen messen. Doch hierfür wird jeder einzelne Spieler in Bestform benötigt. Doch nicht nur die Bestform, sondern auch eine innere Ruhe und Beherrschtheit sind von Nöten, damit die Mannschaft nicht an oder durch das Fehlverhalten einzelner Spieler im Spiel zerbricht.

 

Eine Halbzeit in Gießen beim Spiel der Golden Dragons gegen die Nürnberg Rams am 27.05.2018

Es ist nicht die Regel, sondern eine Ausnahme, dass ich mir nur eine Halbzeit eines Footballspiels ansehe. Dies war aber bereits im Vorfeld so eingeplant gewesen. Mit Marc Junge, Peter Koch und Christian Roth – ja, wir sind des Öfteren im Quartett unterwegs – enterten wir, mit unseren Kameras bewaffnet, das Waldstadion in Gießen, in dem an diesem Tag ein schickes GFL 2 Spiel stattfinden sollte. Übrigens waren die Fahrtwege und die Arbeitszeiten des folgenden Montags der Grund für das frühere Abreisen vom Spiel.

Soweit mir bekannt ist, spielen die Golden Dragons eher unregelmäßig in diesem Stadion, das optisch wohl schon seine besten Zeiten lange hinter sich hat. Dafür passt die Tribüne aber sehr gut, denn dort scheint genügend Platz für die anwesenden Zuschauer zu sein. Dafür sind die sanitären Anlagen top, das muss man auch mal sagen.

Zu den Bildern vor dem Spiel in Gießen: hier klicken

Zu den Bildern vom Spiel (1. Halbzeit): hier klicken

GGDVdS27052018-1Für das Wohl der Gäste ist in Gießen ausreichend gesorgt. Ein Stand mit Kaffee und ganz viel Kuchen erreichte mein vom Pollenflug geplagtes Näschen (von mir aus auch Rüssel oder Zinken) als erstes und es sah auch wirklich überragend lecker aus. Und nur ein paar Schritte weiter gab es dann die nächsten Leckereien und den Getränkestand. Interessant fand ich den Stand mit Popcorn, Slush Getränken und solchen langen Gummischnuren. Selbstverständlich gab es auch den Stand für Bratwürste, Fritten und natürlich auch Burger. Letztere konnte man nach seinem Geschmack selbst belegen. Ob man sich daraus auch einen Salat zusammenstellen kann? Ich hätte mal fragen sollen. Jedenfalls erkennt man, dass die zur Verfügung stehenden Zutaten frisch sind.GGDVdS27052018-4

Selbst gegessen habe ich keinen Burger, da mir so eine saure Cola Gummischnur mehr zusagte, aber dafür hat sich C.R. daran bedient und war zunächst ganz zufrieden. Frisch und lecker, das Brötchen etwas weich aber ansonsten ganz okay. Später beklagte er sich nur darüber, dass ihm dieser Burger doch etwas schwer im Magen lag. Ein Fernurteil verbiete ich mir, denke aber, dass man schon selbst probieren muss, um ein Urteil fällen zu können. Ach ja, das Pattie war wohl aus gemischtem Hack. So viel zur Verpflegung.

Der Fanartikelstand der Dragons bietet wirklich viele Artikel an. Das ist schon sehr schick, aber die Kappe für einen Spontankauf doch etwas teuer. Auch wenn sie qualitativ echt gut aussah. Aber ganz ohne eine Kleinigkeit wollte ich nicht von Dannen ziehen und nahm zwei Trinkbecher mit, die das Logo der Dragons tragen. Hat auch was, auch wenn ich als alleinstehende Person so langsam nicht mehr weiß, warum ich jeweils mehr als 10 Tassen und mehr als 10 Becher bei mir im Schrank habe.

GGDVdS27052018-13In der prallen Sonne ging es dann auch mal so langsam auf das Feld, denn der Kickoff sollte in wenigen Minuten erfolgen. Und zuvor muss doch noch festgelegt werden, wer diesen überhaupt durchführen wird. Aber der Reihe nach, denn zuerst wurden die Gäste aus Nürnberg begrüßt, ehe die Heimmannschaft unter dem Applaus der Zuschauer auf das Feld lief und sich im Spielerkreis (Huddle) einschwor.

Ich weiß gar nicht, wer den Münzwurf gewonnen hat, aber am Ende führten die Gießener den Kick aus und Nürnberg war das erste Mal im Angriff. Doch dieser endete mit einem Fumble, also einem Ballverlust und schon war Gießen im Angriff. Aber auch hier ging der Versuch nach hinten los, denn der pass landete beim Gegenspieler. Also wieder Nürnberg dran, die aber an der gut verteidigenden Defensive der Gießener scheiterten und den Ball abgeben mussten mit einem Punt.GGDNR27052018-4

Der Beginn war also mehr ein Abtasten beider Seiten.

Die Dragons pirschten sich nach und nach an die Endzone der Nürnberger heran. Etwas mühsam aber am Ende stand der erste Tocuchdown des Spiels auf der Anzeigetafel, welche übrigens von einem jungen Mann per Hand „bedient“ wurde. Die Freude über die sieben Punkte sollte aber nicht von langer Dauer sein, denn ein langer Pass in die Endzone beim direkten Gegenangriff fand sein Ziel und so kamen die Nürnberger auch zu ihren ersten Punkten, verpassten es aber auszugleichen, da der Kick für den Extrapunkt rechts vorbeiging.

Kurz darauf war auch schon das erste Viertel vorbei und es war bis dahin ein eher schwaches Spiel beider Mannschaften, aber das sollte sich im kommenden Viertel ändern.

GGDNR27052018-25Kurz nach Wiederbeginn waren es die Gießener, die ihre Führung per Touchdown und Extrapunkt auf 14:6 ausweiten konnten. Erneut dauerte es nicht lange, bis auch die Gäste einen weiteren Touchdown erzielen konnten. Wenn ich mich recht entsinne, war das sogar im vierten Versuch. Wer braucht schon Field Goals?! Aber es gelang ihnen wieder nicht, den Zusatzpunkt, bzw. in dieser Situation die 2 Punkte für die 2pt Conversion zu erzielen.GGDNR27052018-29

Nun durfte Gießen wieder, kam aber nicht zu einem neuen ersten Versuch. Es folgte der Punt und was nun passierte, hätte ich in einer GFL 2 wirklich nicht erwartet. Der Punt war okay, recht weit und wurde von keinem Nürnberger Spieler berührt, dafür aber wollte ein Gießener den Ball einfrieren, nahm ihn auf und legte ihn wieder hin. Erstmal passierte nicht viel mehr als das, auch ich war gedanklich eigentlich schon bei der nächsten Offensivaktion der Nürnberger. Doch dann kamen laute Rufe aus der Nürnberger Teamzone. Zunächst Verwirrung, doch dann schaltete ein Spieler der Nürnberger ganz schnell und nahm den Ball auf, rannte damit relativ ungehindert bis in die Endzone und erzielte einen weiteren Touchdown. Wie war das passiert? Nun, ich habe jetzt nicht das genaue Regelwerk vor der Nase, aber den Ball wieder hinzulegen gleicht einem Fumble, also einem freien Ball. So zumindest das, was ich nach Rücksprache mit dem Expertentrio herausbekommen habe. Eine wirklich unnötige Situation, die dazu führte, dass die Gäste auf einmal mit 14:19 in Front lagen. Der Extrapunkt klappte im dritten Anlauf dann auch endlich mal.

Die Blicke und Gesten der Trainer in der Teamzone der Gießener sprachen Bände. Da musste man nicht einmal verstehen, über was sie sprachen. Aber noch war der Schlusspunkt in der ersten Halbzeit gar nicht gesetzt, schließlich wollten die heimischen Dragons diese Lappalie nicht auf sich sitzen lassen. Während des Angriffs wurde das Spiel durch mehrere Auszeiten unterbrochen, aber dann kam der lange Pass in Richtung der Endzone. Dieser kam auch an und die letzten Meter waren für Gießens Nummer 6 keine Hürde mehr. Den Extrapunkt machten sie auch, sodass sie das Spiel wieder mit 21:19 anführten. Viel passierte anschließend nicht mehr und der Zwischenstand war auch gleichzeitig der Pausenstand.GGDNR27052018-38

Ein Hochkaräter war das Spiel bis dahin immer noch nicht, aber durch den knappen Spielstand und die Führungswechsel hielt sich das Spiel sozusagen von selbst spannend.

Schade, dass ich den Rest des Spiels nicht erleben konnte, aber der Endstand war 27:34. Die Gäste aus Nürnberg wurden ihrer Favoritenrolle dann doch noch gerecht und das Team aus Gießen wartet auch nach dem vierten Saisonspiel weiter auf die ersten Punkte.

Ein Spiel mit fadem Beigeschmack. Frankfurt Universe gegen die Stuttgart Scorpions vom 26.05.2018. Bericht zum Spiel

Am Samstag war es sonnig und heiß. Zwar erreichte das Thermometer nur knapp die 30 Grad, aber in der Sonne fühlte man sich förmlich wie auf einem Grill. Kühle Getränke waren an diesem Tag ein wahrer Kassenschlager. Aber nicht nur Getränke waren an diesem Tag gefragt, nein auch die neuen Fanartikel am Fanartikelstand zogen die Besucher an.

Zu den Bildern des Spiels: hier klicken

Zu den Bildern der Cheerleader: hier klicken

Zu den Bildern vor dem Spiel mit Einlauf: hier klicken

Trotz der Hitze war es wieder sehr schön, nach diversen Ausflügen zu anderen Mannschaften, wieder an „heimischer“ Stätte zu sein. Es lag ein leichter Duft von gegrilltem Essen in der Luft. Auch für die Ohren gab es an diesem Tag etwas, da das Maskottchen „Franky“ und die Firma Moses eine kleine Power Party organisiert haben. Wirklich eine tolle Sache, die durchaus gut ankam.

Als wäre es an diesem Tag noch nicht heiß genug gewesen, kamen unzählige hübsche junge Damen des Weges lang, um Autogramme zu geben. Die Universe Cheerleader natürlich, die in ihren feinsten Outfits und schönsten Lächeln für noch mehr erwärmende Strahlung sorgten.

SMFSSVdS26052018-1Kurz darauf wurden auf dem bereitgestellten Truck, der die Bühne symbolisierte, Frankfurts Trainer zu einem kurzen Interview empfangen. Kurz zusammengefasst wurde gesagt, dass ein Sieg auf dem Plan steht und auch möglichst alle Spieler zum Einsatz kommen sollen.

Anschließend haben auch einige Cheerdamen auf ihrer improvisierten Bühne ihr Können zum Besten gegeben. Wie bereits erwähnt, war es sehr heiß, und aus diesem Grund habe ich mir das Aufwärmprogramm beider Mannschaften auch nur kurz angesehen. Schatten war mir lieber und da ließ es sich auch einfacher mit Bekannten sprechen.Cheers26052018-1

In einem etwas kühleren Raum war es deutlich angenehmer und so konnte auch die Zeit bei Gesprächen vergehen, ehe ich mich auf den Weg zu meinem Platz machte, der auf der Haupttribüne im Schatten lag. Ein dezenter Wind und ein kühles Getränk rundeten diese angenehme Sitzgelegenheit ab.

Ich möchte an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass viele Helfer mit bereits abgefüllten Getränken im Bauchladen herumliefen, um die Zuschauer mit Getränken zu versorgen. Danke an die jungen Herren, die das machen, schließlich ist das auch kein leichter Job bei solchen Temperaturen.

Cheers26052018-13Beneiden konnte ich die Cheerleader aber auch nicht, die in der prallen Sonne wieder einmal eine sehr schöne Choreographie zeigten., ehe sie sich für den Empfang der Spieler aufstellten. Doch zunächst und ganz selbstverständlich wurden die Gäste unter Applaus empfangen. Lauter war es natürlich, als die heimische Universe den Platz stürmte.SMFSSVdS26052018-7

Das Spiel begann und es war, wie zu erwarten, eine sehr einseitige Begegnung. Auch dieses Mal genügt eine grobe Zusammenfassung, um das Spielgeschehen wiederzugeben.

Die Frankfurter hatten ihre Vorteile im Laufspiel, gegen das die Stuttgarter zu keinem Zeitpunkt ein adäquates Gegenmittel gefunden haben. Joe Bergeron aber auch Andreas Betza und Justin Rodney konnten die Verteidigungslinie der Stuttgarter ein ums andere Mal durchbrechen und so Yards und Punkte sammeln. Aber auch das Passspiel funktionierte wieder einmal sehr gut.SFUStSc26052018-45

Weiterhin war es aber insbesondere die Defensive Frankfurts, die kaum Raumgewinne zuließ und aus Stuttgarter Sicht viel zu oft an den Quarterback rankam, um diesen entscheidend zu stören oder gleich zu Boden zu bringen.

Es war kein Punktefeuerwerk, wie zuletzt gegen Marburg. Vielleicht lag dies auch an den Temperaturen, dass teilweise nur das Nötigste gemacht wurde. Aber es gab auch ein paar Entscheidungen der Schiedsrichter, die ich, sagen wir mal, interessant fand. Der nichtgegebene Touchdown zum Beispiel. Vielleicht war der Ball tatsächlich zuvor auf dem Boden, vielleicht auch nicht. Letztlich spielte das für das Endresultat aber keine gewichtige Rolle.

SFUStSc26052018-10
Nicht der angesprochene Touchdown, aber irgendwie hat das was

Gewichtiger ist leider eine andere Szene gewesen, bei der sich Frankfurts Quarterback Steve Cluley möglicherweise ernsthaft verletzt haben könnte. Er bekam während eines Laufs bei einem Tackle den Helm seines Gegenspielers an das Knie. Zwar konnte er noch selbst vom Spielfeld laufen, dies aber sehr langsam und in einer Art Schongang. Ich wünsche ihm alles Gute und eine schnelle Genesung, damit er schnell wieder auf dem Platz stehen kann.

Zwei Punkte habe ich aber noch, die ich einfach erwähnen muss.

Einer ist der Kicker Max Siemssen. In der letzten Woche habe ich in meinen Berichten häufiger dieses Thema in meinem Berichten aufgeführt. Erst mit etwas Verwunderung und dann mit etwas genauerer Betrachtung, dass nicht nur der Kicker selbst die Thematik bei möglichen Field Goal oder Extrapunkt-Versuchen darstellt. Vielmehr sind es Snapper, der Ballhalter und erst am Schluss der Kicker, der aus dem was Snapper und Halter anstellen, das Beste daraus machen muss. Für meine Begriffe haben die Frankfurter eine sehr gute Truppe, die das wirklich gut umsetzen kann. Es steckt doch mehr dahinter, als man auf den ersten Blick meint sehen zu können.

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Max Siemssen bei der Arbeit

Der zweite Punkt geht an die Ehrenrunde der Spieler mit dem Abklatschen der Fans. Nun, an sich ist das jetzt nicht weiter spektakulär, wäre da nicht Jean-Richard Wohi (Nummer 75) gewesen, der sich zu mir drehte und nicht abklatschte, sondern sagte „come on, gimme a hug“. Äh joa, gesagt, getan. Ja, das war so unerwartet wie überraschend aber wieder einmal ein Erlebnis, das sich eingebrannt hat. Selbstverständlich im positiven Sinn. Und so ging der Abend zu Ende und ich freue mich schon auf das nächste Heimspiel, das anders sein wird am 9. Juni. Eurobowl Finale gegen Braunschweig.

Bis dahin, euer Pat.

Ein Spiel auf Augenhöhe. Marburg Mercenaries gegen die Munich Cowboys vom 20.05.2018. Bericht zum Spiel.

Sonniges Pfingstwetter am Pfingstsonntag und wieder stand American Football auf dem Plan. Dieses Mal in Marburg. Mit Christian Roth von american-sports.info ging es vom Frankfurter Hauptbahnhof nach Marburg. Die Fahrt dauerte gerade etwas mehr als eine Stunde und wir sprachen selbstverständlich über Football. Unter Anderem natürlich auch über meine Feststellung vom Vortag in Sachen Kicker.

Er hat durchaus etwas eingeworfen, das mir gar nicht so sehr bewusst gewesen ist, denn es ist schließlich nicht alleine der Kicker, mit dem ein Field Goal stehen und fallen kann, sondern auch der Snapper und auch derjenige Spieler, der den Ball fangen und platzieren muss. Dieser Vorgang ist durchaus nicht einfach, denn da gehört schon ein höheres Maß an Koordination dazu. Wieder etwas bewusster gemacht, das man eigentlich immer vor den Augen hat.

Kaum in Marburg angekommen hieß es noch einen kleinen Spaziergang zum Stadion unternehmen. Es ist zum Glück gut ausgeschildert, so dass Christian den Weg im besten sächsischen Dialekt erklären konnte.

MarburgMünchen20052018 (2 von 88)Gutes Essen, Getränke und Fanartikel waren nach dem Einlass auf dem Vorplatz zu entdecken und viele Menschen es sich mit Speis und Trank gut gehen lassen. Das Aufwärmen beider Mannschaften war leider schon vorüber, so dass ich dies nicht mehr anschauen und festhalten konnte. Aber wir trafen noch Marc Junge (all-about-football.de) und Peter Koch (auch american-sports.info) und das war wieder einmal sehr erfreulich und schön. Das ist es eigentlich immer, wenn man mit Bekannten unterwegs ist. Schnell verquatschten wir uns und haben auch mehr oder weniger die Show der Cheerleader verpasst, obwohl wir in unmittelbarer Nähe zu ihnen standen.

Und wie das so mit der Zeit ist, war es ziemlich schnell so weit, dass die Mannschaften einliefen und sich aufstellten. Kurz darauf hieß es ab an die Sideline, Kamera zücken und Vitamin D in der Sonne tanken.

Zu den Bildern des Spiels: -hier klicken-

Das Spiel begann mit den Münchenern in der Offensive, die sich Stück für Stück nach vorne arbeiten konnten und schließlich auch mit dem ersten Touchdown des Spiels die ersten schnellen Punkte erzielen konnten. Den Extrapunkt machten sie zwar auch, aber hierbei nahmen sie ein paar Strafen aber das hinderte sie nicht den Ball durch die schiefe Stimmgabel zu bekommen.MarburgMünchen20052018 (23 von 88)

Erstaunlich fand ich, dass in der Folgezeit überhaupt nicht gepuntet wurde. Die Angriffe gingen stets vorwärts und führten indes weiter zu neuen 1st Downs. So kamen auch die Marburger ihrerseits mit ihrem Angriff bis in die Endzone der Münchener und erzielten ebenfalls einen Touchdown und verwandelten auch den Extrapunk. Bis dahin ein ansehnliches und sehr ausgeglichenes Spiel. Man konnte nicht sagen, dass bis hierhin eine Mannschaft größere Vorteile hatte.

Beim Kick der Marburger fiel der Ball aufgrund des starken Windes um, sodass der Kick wiederholt werden musste. Das war schon irgendwie eine amüsante Situation, die ich so auch nicht gesehen habe. Aber am Ende hat es dann doch funktioniert und die Münchener konnten nun ihren nächsten Angriff starten. Aber dieses Mal hatte die Defensive der Marburger etwas dagegen, so dass es für die Münchener nur zu einem Field Goal reichte.

Nun kamen die Marburger besser ins Spiel und konnten mit Beginn des zweiten Viertels den nächsten Touchdown erzielen, den folgenden Münchener Angriff abwehren und ihrerseits den nächsten Angriff erneut in Punkte mit einem Touchdown erzielen. Die Münchener Defensive schien insbesondere mit dem Marburger Silas Nacita die größten Probleme zu haben, der immer wieder lange Läufe ansetzen und großartige Catches zeigen konnte.MarburgMünchen20052018 (45 von 88)

Nun aber wendete sich das Blatt und es folgte sozusagen die Spiegelung dessen, was Marburg gerade getan hatte. Die Cowboys aus München kamen zum Touchdown, wehrten den nächsten Angriff der Marburger ab, so dass diese punten mussten und konnten mit ihrem nächsten Angriff erneut weitere Punkte erzielen. Das Spiel wurde also bis zur Halbzeit ein weiteres Mal gedreht. So stand es zur Pause 21:24.MarburgMünchen20052018 (65 von 88)

Zu dem Zeitpunkt ein unerwartetes ausgeglichenes Spiel, bei dem sich beide Teams nichts schenken wollten. Im dritten Viertel kam keine Mannschaft zu Punkten, dafür wurde es etwas hektischer auf dem Platz, denn es flogen viele Flaggen und dementsprechend gab es auch Strafen auf beiden Seiten. Angriffsversuche endeten dadurch und wurden mit einem Punt beendet. Erst im vierten Quarter ging es mit den Punkten weiter und das Spiel wurde so richtig interessant und spannend.

Zunächst konnten die Münchener mit einem Angriff ein weiteres Field Goal erzielen, das den Spielstand auf 21:27 stellte. Aber die Marburger steckten nicht auf und kamen ihrerseits zu einem weiteren Touchdown ca. sieben Minuten vor Schluss. Doch der Extrapunkt war nicht gut, denn der Ball flog an den linken Pfosten und kam wieder zurück ins Feld. 27:27 stand es und nun waren die Cowboys wieder an der Reihe.MarburgMünchen20052018 (86 von 88)

Es wurde erneut hektischer auf dem Platz. München nahm Strafen und kam so nur schwer in Richtung der Marburger Endzone. Für einen Touchdown reichte es nicht, aber ein weiteres Field Goal konnten sie erzielen. 27:30. Nun waren nur noch 1:28 zu spielen, was im Football aber durchaus noch eine lange Zeit ist.

Die ersten Angriffsversuche der Marburger konnten die Münchener noch unterbinden, so dass die Marburger gezwungen waren den vierten Versuch auszuspielen. Das gelang sogar und wie das gelang! Aber die Zeit lief runter und so waren es nur noch 38 Sekunden, als die Marburger an der gegnerischen 16 Yard Linie standen.

Timeouts auf beiden Seiten, hektische Anweisungen des Münchener Trainers. Seine Defensive schien überfordert. Marburg schaffte es tatsächlich noch an die 3 Yard Linie. Die Spannung im Stadion war nahezu greifbar. Sowohl die heimischen Fans als auch die Gäste aus München waren nun gespannt und aufgeregt.

Ein Lauf der Marburger, der gestoppt werden konnte. Aber wo war der Ball? War er vor der Linie oder berührte er schon die Linie der Endzone. Die Spannung steigerte sich beinahe ins Unermessliche. Die Schiedsrichter diskutierten und zeigten schlussendlich Touchdown an. Marburg hat das Spiel erneut gedreht. 33:30. Der Wahnsinn und die Fans kamen aus dem Jubeln nicht mehr heraus, während die Münchener die Köpfe hängen ließen. Der anschließende Versuch der Marburger zwei weitere Punkte mit einem Lauf zu erzielen blieb erfolglos. 10 Sekunden Zeit für die Münchener und keine Auszeiten mehr übrig. Der letzte Angriffsversuch wurde gestoppt. Die Zeit war abgelaufen. Kurz diskutierten die Schiedsrichter noch eine Situation aber beendeten das Spiel mit dem Ergebnis 33:30.MarburgMünchen20052018 (87 von 88)

Marburg gewann ein Spiel, das auf Augenhöhe geführt wurde. Man könnte aber auch sagen, dass Silas Nacita gegen die Munich Cowboys 33:30 gewonnen hat. Er war der überragendste Mann auf dem Platz. Läufe, Catches, Punts und Kicks. Er macht wirklich alles und kann auch alles. Dieser Mann lebt Football. Selbst angeschlagen ist er eine Waffe, gegen die die Münchener an diesem Tag kein probates Mittel finden konnten.

Wow, also so ein Spiel wie dieses war schon sehr interessant. Gut, dass ich nicht Fan von einer dieser beiden Mannschaften bin, denn ansonsten wäre ich in den letzten Sekunden vor Aufregung und Anspannung in Ohnmacht gefallen. Eventuell wie diese Herren hier:MarburgMünchen20052018 (51 von 88)