Ein langes Set und viele Songs von Lord of the Lost beim Thornstar Tourauftakt in der Frankfurter Batschkapp am 04.10.2018 – supported by Scarlet Dorn

Einen Abend in der Batschkapp bei guter Musik zu verbringen, war das Ziel an diesem Abend, denn das ist auch schon ein Weilchen her, als ich das letzte Mal vor Ort war.

Zwar kannte ich Lord of the Lost nicht wirklich, eher nur zwei Songs, aber die gefielen mir. Und wenn sie schon mal in Frankfurt sind, dann kann ich auch mal eben mit dem Bus hin und mir die Band auch live ansehen. So mein Gedanke und genau das habe ich an diesem Abend auch getan.

Es war zwar nur die halbe Batschkapp geöffnet, aber dafür war es doch gut gefüllt gegen halb 8, als ich ankam. Natürlich war es vorne an der Bühne enger und voller, als es weiter hinten der Fall war, aber das ist einfach normal.

Zur Bildergalerie des Abends

Nachdem ich ein paar Bekannte getroffen habe, darunter Jan Heesch vom Rock Genuine Magazin, warteten wir auf den Beginn des Abends, der von der Band Scarlet Dorn eingeläutet wurde.

Wirklich bekannt war mir diese im Jahr 2016 gegründete Band nicht, dafür machten sie optisch auf der Bühne schon sehr viel her. Etwas dunkler angehaucht und mit emotionalen Liedern brachten sie die erste angenehme und gute Stimmung in die Batschkapp hinein.

Dass die Frontfrau „Scarlet Dorn“ die Blicke auf sich zog, ließ sich kaum vermeiden, schließlich gibt sie ihre Stimme zu der Musik, die sich im Bereich Dark Pop / Dark Rock ansiedeln lässt. Gefühl- und kraftvoll, klar und emotional brachte sie die Stimmung zur Musik mit ein. Natürlich war sei auch aufgrund ihres Outfits ein absoluter Hingucker, das möchte ich nicht unter den Tisch kehren.

Man sah den Musikern auf der Bühne an, dass sie sich auf diesen Auftritt freuten, denn sie hatten auch ein neues Bandmitglied dabei. Mir persönlich fiel das im musikalischen Sinne nicht auf, also ist die Integration wunderbar gelungen.

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So war es der angenehme Auftakt in einen Abend interessanter Musik und die Band aus Hamburg, Scarlet Dorn, hat ihre Aufgabe gemeistert. Nicht zu soft, nicht zu hart und an den richtigen Stellen emotional – das hat gefallen.

Nach der Umbaupause, die ungefähr 15 bis 20 Minuten dauerte, ging es auch schon weiter mit dem Hauptakt des Abends. Lord of the Lost kamen und der Jubel, als auch der Applaus kannten fast keine Grenzen. Ereignisreiche zwei Stunden konnten also beginnen.

Tatsächlich waren es zwei Stunden, in der die Band ihre Fans mit Klassikern und neuen Songs versorgte. Ein typischer Tour Start also, bei dem die Künstler noch voller Energie sind und durchaus auch mal länger machen, als eigentlich vorgesehen.

Es gab ganze 23 Songs zu sehen und zu hören und es begann mit „On This Rock I Will Build My Church“ – ein sehr guter, energiegeladener und eingehender Song der Band, der mir übrigens beim wiederholten Anhören immer noch gefällt.

Chris Harms verstand es von Anfang an das Publikum mitzunehmen. Sei es durch Gesten, Expressionen oder dem Auffordern des Mitklatschens gewesen. Die Fans waren jedenfalls von Beginn an – und auch über die gesamte Zeit hinweg – voll bei der Sache.

Anfangs stand ich noch sehr weit vorne, aber da es zunehmend enger wurde, habe ich mich in der Nähe des Fanartikelstands aufgehalten. Dort war Platz und Luft zum Atmen und die Sicht auf der Bühne immer noch gut. Der Platz wurde aber auch von anderen Gästen ausgenutzt, insbesondere um zu tanzen. Eine junge Dame vor mir war immer wieder dabei einen sehr expressionistischen Tanz aufzuführen. Sie hatte sichtlich Spaß und brachte das dadurch zum Ausdruck – sympathisch, nicht? Und nein, davon gibt es kein Bild; ich sage nur: DSGVO.  

Jedenfalls wurde auch viel mitgesungen. Größtenteils unaufgefordert, aber wenn dazu aufgefordert wurde, dann war es schon eine recht ordentliche Laustärke, die die Fans da rausbrachten. Mitsingen konnte ich jetzt nicht wirklich, denn wie erwähnt, kannte ich kaum Songs. Bei „Blood for Blood“, was relativ spät gespielt wurde, war es mir zumindest möglich ein paar Textbrocken herauszubekommen.

Dafür war aber auf der Bühne deutlich mehr los. Viel Rauch und Nebel, Lichteffekte, bei denen ich Epileptikern empfehle doch lieber zu Hause zu bleiben, Bewegung und Interaktionen.

Man kann also von einer sehr guten Bühnenperformance und Show sprechen, bei der sich die Musiker mit Lust auf das Spielen und Singen zeigten. Diese Kombination aus der Show, der Musik (Dark, bzw. Goth Rock) war sehr gut und kam an; selbst bei mir, der eher weniger aus dieser Richtung hört.

Wenngleich ich diese Art der Musik im Privaten eher seltener höre, darf ich nicht unerwähnt lassen, dass mir dieses Gesamtpaket, was Lord oft he Lost auf der Bühne anbieten, sehr gefallen hat und ich mir vorstellen kann, dieses auch noch einige weitere Male bei zukünftigen Shows anzusehen. Auch wenn ich weder tanze noch mitsinge, so hat dieser Stil bei einem Liveauftritt schon seinen Reiz und seinen Charme.

Auch das Akustiksolo von Chris beim Song „Cut me out“ ging sprichwörtlich unter die Haut. Seine kraftvolle und klare Stimme, gepaart mit Emotionen untermalten sein Können am Mikrofon sehr gut.

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Die Zeit verflog bei diesem Konzert ziemlich schnell und zum Abschluss passierte etwas eher Unübliches: für Gewöhnlich verlassen die Künstler die Bühne, lassen sich noch einmal ordentlich abfeiern, kommen wieder zurück und spielen die Extrasongs.

Nicht bei Lord oft he Lost. Warum von der Bühne gehen und nochmal zurückkommen? Das wäre doch unnötig, schließlich sind die Fans wegen der Band und die band wegen der Fans da. Dann doch lieber gemeinsam abfeiern und genau das passierte auch. Es gab viel Applaus und Jubel und die Band blieb da. Es gab als Zugabe noch drei weitere Songs: „La Bomba“, Forevermore und „Lighthouse“. Letzterer Song war übrigens ein sehr toller und gelungener Abschluss für den Abend, da dieser eher etwas langsamer und ruhiger ist. Eine tolle Wahl.

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Ally the Fiddle & Canterra im Nachtleben Frankfurt. Zwei Bands mit interessantem Kontrast. Konzertbericht vom 30.08.2018

Es wurde mal wieder Zeit für Live Musik und der Kellerclub Nachtleben in der Frankfurter City eignet sich für den Einstieg in die neue Clubkonzertesaison hervorragend.

Gegen 20:30 angekommen hatte ich erstmal das Vergnügen mit Bekannten zu sprechen und so verstrich die Zeit bis zum Konzertbeginn doch recht schnell. Voll war es gegen 21 Uhr nicht, als Canterra aus Leipzig den Abend einläuteten.

Bilder: Ally the Fiddle & Canterra am 30.08.2018 – Nachtleben Frankfurt

Obwohl die Band bereits im Jahr 2006 gegründet wurde und schon zwei Mal zu Gast in Frankfurt war, kannte ich sie bisher nicht. So ließ ich mich also überraschen, was mich musikalisch erwarten würde.

Eine ganze Stunde durften sich Canterra auf der Bühne austoben. Sie spielen Symphonic Gothic Metal und haben mit Korinna eine Sängerin, die die harten Riffs und Klänge der Musik etwas entkräftet und teilweise eine vergleichsweise sanfte Art in die Musik hineinbringt. Dies wurde insbesondere beim Song „My Heart“ sehr eindrucksvoll präsentiert. Dieser ist insgesamt etwas ruhiger und eher eine Ballade.Canterra30082018-4

Ihr Stil hat mich durchaus an das frühere Nightwish erinnert. Zu den harten Riffs und Solos wirkt ihr Gesang beinahe operngleich. Der Kontrast ist also gegeben und macht Canterra, meines Erachtens nach, zu einer sehr guten Band in diesem Genre, denn man kann die Lead Guitar und auch Korinnas Stimme gut wiedererkennen.

Auch wenn es nicht voll war im Nachtleben, war es zu Beginn gut gefüllt mit knapp 100 Menschen. Die Bandmitglieder haben durchaus Vollgas gegeben. Man konnte ihnen das insbesondere daran ansehen, dass sie häufig ihre Positionen wechselten, die Nähe zum Publikum suchten und einfach mal auf der Bühne an ihren Instrumenten abgingen.

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Für mich persönlich ist die Musik von Canterra genau mein Fall. Sehr guter und harter Metal mit schönen Riffs und gelungenen Solo Einlagen, sehr gutem Gesang, der den Symphostil unterstreicht und Kontrast hineinbringt. Dazu kommt, dass es sehr melodisch ist, was für mich ein sehr wichtiger Faktor im Metal allgemein ist. Canterra bringen genau das mit und so kam ich nicht drum rum mir ihr Album „First Escape“ zu kaufen.

Die Stunde verging übrigens recht schnell und ich war auch überrascht, dass sie so lange spielen durften. Aber umso besser, so gab es den Abend mehr Live Musik – sehr gut.

Eine wirkliche Umbaupause war es im Anschluss nicht, da die meisten Sachen auf der Bühne geblieben sind. So war die Unterbrechung auch nicht besonders lange. Es war aber schon abzusehen, dass die angekündigte Eventdauer, die bis 23 Uhr vorgesehen war, definitiv überschritten werden würde.

AllytheFiddle30082018-1So dauerte es nicht lange, vielleicht 15 Minuten, ehe die fünf Herren und die bezaubernde Dame mit den endlos langen Haaren auf die Bühne kamen. Die Länge der Haare von Ally ist wirklich beeindruckend. Gedanklich hatte ich direkt hunderte von Fragen parat, wie man mit solch langen Haaren… aber das ist nicht das Thema.

Zu Beginn gab es ein paar kleine technische Schwierigkeiten, die aber ausgemerzt werden konnten. Die Besonderheit bei dieser Gruppe sind nicht im Speziellen die langen Haare, sondern die Art, wie die Violine in den progressiven Metal eingepflegt wird. Das habe ich so auch noch nicht gesehen und gehört.

Überwiegend ist es melodisch und von wenig Gesang geprägt, was Ally the Fiddle mit ihrer Band präsentiert. Aber ihre Einsätze an der Violine ersetzen diesen fast, denn der Fokus beim Zuhören bewegt sich sehr schnell auf den Klang dieses Instruments. Sie kann aber auch singen und das wirklich nicht schlecht.

AllytheFiddle30082018-10Ein anderes Instrument, das ich auch immer wieder bestaunte, war der Chapman Stick, den Rouven spielte. Dieses habe ich zum ersten Mal gesehen und gehört und auch das klingt sehr interessant. Rouven durfte auch ein kurzes Solo präsentieren, ehe es zu einem sehr späten Zeitpunkt an diesem Abend zu einem Duett mit ihm und Ally kam, die bei der Ballade überwiegend gesungen hat und einen sehr guten Abschluss dabei fand, da sie die Violine zum Einsatz brachte.

Viele Stücke waren vom neuen Album „Up“, das am 14. September erscheinen wird. Doch auch auf ältere Lieder wurde zurückgegriffen und dabei gab es auch ein wundervolles ausgedehntes Gitarrensolo.

Die gespielten Songs wirkten generell relativ lang – oder kam es mir nur so vor? Sie werden jedenfalls mal kräftiger und energischer, aber auch mal ruhiger und einfühlsamer gespielt. Somit kann ich aus meiner subjektiven Sicht durchaus sagen, dass die Musik sehr abwechslungsreich gestaltet ist. Natürlich zeichnet sich progressive Metal ohnehin durch die entsprechend längeren Gitarrenriffs aus, die aber bei Ally the Fiddle häufige Unterstützung durch die Violine erhalten.

Durch diese Kombination erfährt man praktisch eine ganz eigene und sehr individuelle Interpretation dieses Musikstils. Dies gefiel den anwesenden Zuschauern und Fans sehr gut. Die Zeit verflog dabei abermals schneller als man hören und sehen konnte.

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Wann endete der ausgeschweifte Abend eigentlich? Irgendwann gegen Mitternacht war es wohl – ich habe da nicht auf die Uhr gesehen. So endete ein langer Abend mit zwei sympathischen Bands, die musikalisch einiges anzubieten und ganz unterschiedliche Interpretationen ihrer Musik haben.

Pictures of you – eine The Cure Tribute Band beim STOFFEL – Stalburg Theater offen Luft. So stelle ich mir The Cure live vor – Bericht vom 10.08.2018

Erneut war ich beim STOFFEL – Stalburg Theater offen Luft im Günthersburgpark in Frankfurt um einen weiteren musikalischen Act zu sehen. Was das STOFFEL ist habe ich bereits vor einigen Tagen beschrieben, als ich Fee dort live sah, deswegen kürze ich das in diesem Bericht ein bisschen ab.

Das STOFFEL (Stalburg Theater OFFEn Luft) ist in seinem 15. Jahr und für alle Besucher kostenlos. Es gibt Essen und Getränke, einige Sitzplätze, die unter einem gespannten Dach sind und natürlich tolle Acts auf der Bühne. Lesungen, Theateraufführungen und selbstverständlich auch Musik.

Zu den Bildern des Auftritts:

Pictures of you – STOFFEL FFM 10.08.2018

Früh war ich da und habe aus der Ferne bereits gehört, dass Musik von der Bühne kommt. Das war glücklicherweise erst der Soundcheck der Band. Es klang aber schon mal gut und es waren auch schon viele Menschen da, die sich entweder sonnten oder einen Platz im Schatten für sich beanspruchten.

Während die Musiker der Band noch hier und da ein bisschen herumliefen, ihre Bekannten und Freunde begrüßten, hatte auch ich kurz die Gelegenheit Hallo zu sagen und freute mich schon auf den Auftritt, der um 18 Uhr begann.

PoYStoffel100818-3Eine Coverband von The Cure. Vielleicht sollte man an dieser Stelle kurz erwähnen, wer The Cure eigentlich sind, obwohl sie doch einen sehr hohen Bekanntheitsgrad haben. Jedenfalls sind The Cure in den frühen 80er Jahren zum Vorreiter des Genres Gothic Rock geworden. Einer ihrer bekanntesten Songs ist „Boys don’t cry“. Vielleicht geht spätestens hier bei der ein oder anderen Person ein Lichtlein auf.

The Cure kenne ich persönlich nur von den YouTube Videos, daher war es für mich durchaus spannend zu erleben, wie nah die Coverband an dieses Original herankommen würde. Und bereits von Anfang an war es musikalisch als auch gesanglich sehr nah an dem, was ich von den YouTube Videos kannte. Diese Coverband war also nicht schlecht, sogar echt gut. Das ist bei Coverbands immer so eine Sache, aber Pictures of you haben einen sehr guten Weg gefunden sehr nah am Original zu sein. Klar kann ich nicht sagen, dass The Cure live auch so klingen, dafür fehlt mir die Expertise die Band mal live gesehen zu haben, aber so in etwa stelle ich mir das schon vor. Abgesehen von der Bühnenshow, die bei der originalband gewiss vorhanden sein wird. Aber das ist nicht ausschlaggebend. Es muss klingen und das tat es.

PoYStoffel100818-40Auch bei der Optik ist der Sänger nahe am Original dran. Es fehlt vielleicht noch ein wenig der Lippenstift, um auszusehen wie Robert James Smith, aber das ist nur ein kleines Detail. Singen kann er jedenfalls sehr gut. Er bringt meines Erachtens das Melancholische in den Liedern auch sehr gut rüber, kann aber auch die kraftvolleren Varianten sehr gut.

Zur Musik an sich und zum Musikalischen muss ich nicht viel sagen, denn die Herren auf der Bühne setzen diesen Part sehr gut um. Es wird nicht irgendwie gecovert, sondern (ich wiederhole mich) sehr nahe am Original.

Zu Beginn wurden einige Songs gespielt, die ich persönlich nicht so gut kannte. Vielleicht habe ich diese mal gehört, aber die bekannteren Songs waren, wie üblich, für später vorgesehen.

Was ich sehr schön fand, war, dass die Musiker Spaß an ihrer Arbeit haben. Manch einer sogar so viel, dass er seine Rolle so gut interpretierte und mit Leidenschaft beim Gitarrenspiel zu erkennen war. Sowas sieht immer schön aus. Auch der Bassist hatte keine eingefrorene Miene und lächelte hier und da ein wenig.

PoYStoffel100818-33Vorurteile der Goth-Szene sind bekanntermaßen, dass ein permanent depressiv melancholischer Gesichtsausdruck vorhanden ist und Witze eher selten auf der Tagesordnung stehen. Vorurteile eben, die mit der Realität wenig zu tun haben; auch wenn es sicherlich Menschen gibt, die das 1 zu 1 umsetzen können.

Dennoch verging die Zeit sehr schnell, denn mir gefiel, was ich hören und sehen durfte. Die Band musste auch, der Anwohner wegen, eine Zwischenpause einlegen. In dieser wurde ich von der Band eingeladen, nach hinten zu kommen. Also in den Bereich „hinter“ der Bühne sozusagen. Das nahm ich natürlich an, war aber gleichermaßen sehr überrascht deswegen.

Dort hatte ich in der Pause die Gelegenheit mit den einzelnen Mitgliedern der Band zu sprechen und muss sagen, dass es sehr sympathische und freundliche, und keinesfalls traurig depressive, Menschen sind. Eine wirklich sehr offene Gruppe, das gefällt mir.

Einige Minuten später ging ihr Auftritt weiter und ich hatte nun die Gelegenheit diesen aus einer mir völlig neuen Position auf Bild festzuhalten. Dafür bedanke ich mich wirklich sehr bei der Gruppe, denn das war, ob STOFFEL oder nicht – völlig egal, ein sehr interessantes und tolles Erlebnis. Das wird mir wohl definitiv in Erinnerung bleiben, so als kleine Premiere für mich.PoYStoffel100818-44

So konnte ich in der Folge auch drei meiner Lieblingssongs von The Cure als Cover mitverfolgen und auch diese klangen fast wie die Originale, die ich von YouTube kenne. Die Songs sind übrigens „Pictures of you“, „Friday, I’m in love“ und natürlich „Boys don’t cry“. Der letztgenannte Song war auch gleichermaßen der Abschluss ihres Auftritts, der sich zeitlich etwas in die Länge zog. Ungewollt natürlich, denn zwischendurch passierte etwas, das sich kein Musiker, insbesondere kein Gitarrist bei einem Auftritt wünscht: eine Saite seiner Gitarre riss und bis das wiederhergerichtet war, vergingen ein paar Minuten. Die Ersatzgitarre war für ihn auch nicht das Wahre. Es klappte mit der fixen Reparatur, da die Menschen hinter der Bühne fleißig operierten.

Eine Zugabe durften, bzw. mussten sie noch spielen, ehe sie sich von den vielen Zuschauern verabschiedeten. Wieder ist es schwierig gewesen zu schätzen, wie viele Menschen dort waren, aber ich denke mit der Zahl 400 kann man sehr gut leben.

Nachdem ich mich von der Band verabschiedete, erfreute ich mich noch an einem T-Shirt der Band, das sich wunderbar in meine Band T-Shirt Sammlung einreihen und beim nächsten Auftritt der Band getragen wird – versprochen!

Facebook Seite der Band: Pictures of You

Paradise Lost – 19.10.2017 – Batschkapp Frankfurt

Nach einem finnischen Hard Rock Abend durfte es am Donnerstagabend in der Batschkapp in Frankfurt ruhig eine Spur härter werden mit Paradise Lost. Viele Gäste waren bereits anwesend, als die Band Sinistro aus Portugal auf die Bühne kam.

Der Stil den diese Band spielt ist gewöhnungsbedürftig. Es ist schon Metal, keine Frage. Erinnert mich an Ambience mit chaotisch klingenden Zwischenstellen. Von der Geschwindigkeit, die gespielt wird, könnte es auch in die Richtung von Doom Metal gehen. Etwas schwierig einzuordnen.

Die vorgestellten Songs dauerten zwischen sechs und acht Minuten, so dass die Band bei ihrem Auftritt ganze vier Lieder spielen konnte. In den Liedern gibt es immer wieder sehr ruhige Passagen, die vor Allem durch den Bass bestimmt werden. Dennoch könnte man zu träumen beginnen, wären da nicht die abrupten lauten und schnellen Passagen, die einen je aus der Träumerei rausholen. Gesanglich kann man sich jedenfalls nicht beklagen, denn singen kann Patricia Andrade definitiv. Ob es nun ruhiger Gesang, der fast romantisch klingt, oder auch mal lautes brüllen und Schreien, gar Sprechgesang ist, sie beherrscht diese Wechsel.20171019_200322

Die Songs sind wohl zum größten Teil in portugiesischer Sprache. Gewiss konnte ich die Sängerin verstehen, aber den Inhalt der Texte nun weniger. Vielleicht lag es an dieser Kombination aus sehr gewöhnungsbedürftigem Genre und fehlendem Textverständnis, dass es insgesamt eher eine verhaltene Stimmung bei den Gästen in der Batschkapp blieb. Daran konnte auch die schauspielerische Leistung der Sängerin nicht viel ändern, die eine sehr dramatische Inszenierung auf der Bühne vollzog. Gute 30 Minuten waren Sinistro auf der Bühne.

Kurze Informationen zu Sinistro:

Genre(s):  Metal, Doom Metal, Ambience, Soundtrack

Herkunft:  Lissabon, Portugal

Gründung:  2011 (?)

Aktuelle Besetzung:

Rick Chain
Fernando Matias
Paulo Lafaia
Ricardo Matias
Patricia Andrade

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Nach einer kurzen Umbaupause, die nicht länger als 15 bis 20 Minuten dauerte, gab es für die Gäste der Batschkapp die zweite Vorband des Abends. Dies waren Pallbearer. Auch diese Gruppierung war mir kein Begriff bis dato und bereits nach zwei Songs, die gespielt wurden, wusste ich auch warum. Sie spielen basslastigen Doom Metal. Also langsamer Metal mit harten Riffs aber gutem Gesang.

Im Vergleich zu Sinistro war es jedoch weniger abwechslungsreich. Zudem ist Doom Metal kein Genre, das mir persönlich zusagt. Vielleicht wenn ich schwermütig, melancholisch oder müde bin. Für Konzerte und Auftritte dieses Genres muss man es wirklich schon mögen. Immerhin ist der Gesang eher normal bis hoch, so dass sich das Ganze nicht permanent trist und dunkelgrau anhört. Hin und wieder gab es aber dann doch ein schönes Gitarrenriff, das den sehr dunklen Charakter dieses Genres etwas abmilderte.20171019_204845

Auch die Songs von Pallbearer sind eher lang als kurz. Wenn mich nicht alles täuscht waren es sechs Lieder innerhalb der 40 Minuten. Ausserdem war die Resonanz der Gäste in der Batschkapp doch schon etwas größer. Wobei mitklatschen oder andere Dinge bei diesem Genre eher kaum möglich sind.

Was mir aber bei beiden Vorbands aufgefallen war, ist die Übersteuerung beim Bass. Ich bin mir nicht sicher, ob das so sein sollte oder eventuell doch ein wenig zu viel des Guten war. Gewiss waren beide Bands aufgrund ihrer Genres sehr basslastig, aber es übertönte oftmals doch die anderen Instrumente sehr. Ausgenommen vom Schlagzeug.

Kurze Informationen zu Pallbearer:

Genre(s):  Doom Metal

Herkunft:  Little Rock – Arkansas, USA

Gründung:  2008

Aktuelle Besetzung:

Gesang, E-Gitarre:  Brett Campbell

E-Gitarre:  Devon Holt

E-Bass:  Joseph D. Rowland

Schlagzeug:  Mark Lierly

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Die folgende Pause dauerte ca. 40 Minuten, in der ich mir ein paar leckere Fritten und einen Kirschsaft und natürlich ein bisschen Dampf gönnte. Und dann waren sie endlich auf der Bühne: Paradise Lost.

Das Publikum, das im Laufe der Zeit größer geworden ist, wachte nun auf und begrüßte die Band entsprechend. Nun wurde es abwechslungsreicher und auch die Tonabmischung war nun um ein Vielfaches besser.

Der Sänger Nick Holmes präsentierte sich dabei in Bestform. Ob nun normaler Gesang, tiefer Gesang, der mich an die Band Type O Negative erinnerte, oder gutturaler Gesang; alles klang hervorragend. Zwar wirkte das Mikrofon zu Beginn etwas zu leise, aber das wurde nach kurzer Zeit korrigiert.20171019_220350

Gelegentlich animierte er auch zum Mitklatschen, wenn die Fans es nicht von selbst taten. Im Verhältnis zu anderen Bands, die ich bereits sehen durfte, war dies dann aber doch seltener der Fall.

Der Auftritt war energiegeladen und weniger basslastig. Mir schien es so, als wäre der Fokus auf Gesang und Leadgitarre gelegt, was mir persönlich deutlich besser gefällt. Die Vielseitigkeit der Musik zeigte sich insbesondere bei den Songs „Beneath Broken Earth“ und „Blood and Chaos“. Diese Songs könnten unterschiedlicher nicht sein. Während der erste Song in die Kategorie Doom Metal fällt ist Blood and Chaos kraftvoller (Gothic) Metal, in dem starke Riffs und die unterschiedlichen Gesangsinterpretationen des Sängers sehr gut zur Geltung kommen. Übrigens ist Blodd and Chaos nun mein Lieblingssong von Paradise Lost.20171019_220352

Die meisten Songs an diesem Abend kamen vom aktuellen Album „Medusa“. Es waren derer fünf von insgesamt 16 Liedern, die gespielt wurden.

Es hat mir jedenfalls sehr gut gefallen. Insbesondere der Wechsel durch die Genres, die die Band beherrscht, war eine Wohltat für die Ohren und mein Gemüt. Auch die kraftvollen Klänge und Riffs der Leadgitarre sind genau mein Ding. Da kam mir das ein oder andere Solo innerhalb der Songs sehr gelegen.

Kurze Informationen zu Paradise Lost:

Genre(s):  Death Doom, Doom Metal, Gothic Metal, Dark Metal, Dark Rock

Herkunft:  Halifax (West Yorkshire), England

Gründung:  1988

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Nick Holmes

Gitarre:  Gregor Mackintosh

Gitarre:  Aaron Aedy

Bass:  Steve Edmondson

Schlagzeug:  Waltteri Väyrynen

The Crüxshadows – 20.09.2017 – Das Bett Frankfurt

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Das Bett in Frankfurt, welches nicht weit von der Galluswarte entfernt ist, zählt eher zu den kleineren Musikclubs in Frankfurt. Rein von der mir gebotenen Optik hätte ich die Kapazität dem Nachtleben gleichgesetzt. Aber tatsächlich können hier bis zu 450 Menschen Platz finden. Demnach passen hier 200 mehr hinein als in das Nachtleben. Bislang war mir aber auch dieser Club nicht von innen bekannt. Das sollte sich aber ändern.

Zu Beginn, als ich an den Menschen vorbeiging, die vor dem Eingang standen, dachte ich mir, dass ich womöglich nicht ganz zu diesem Klientel, das sich mir optisch darbot, dazupasse. Auch bei der Kartenkontrolle und dem Blick hinein fühlte es sich erst Recht so an. Aber nach und nach gesellten sich auch Menschen in das Bett, die Alltagskleidung, wie Jeans und Hemd, trugen, die nicht die Farbe schwarz hatten. Aber direkt vorweg sei gesagt, dass ich positiv überrascht war, wie freundlich und auch durchaus höflich die am stärksten gekleideten Goths waren.

So gesellte ich mich unter das „dunkle“ Volk nah an die Bühne und durfte ab 20 Uhr die Vorband des Abends hautnah erleben, hören und sehen. Bekannt war mir die Band mit dem Namen „Godex“ nicht. Dies ist aber nicht wirklich verwunderlich, da Goth Rock eher weniger mein Genre ist, das ich höre. Jedoch ist Abwechslung immer etwas Gutes; ständig das Gleiche auf Dauer ist auch nicht unbedingt schön.IMG-20170920-WA0021

Bemerkenswert fand ich persönlich, dass die Sprech- und Gesangsstimme von Tommy Tom wirklich sehr unterschiedlich war. Er mag zwar etwas mager wirken, aber seine Gesangsstimme ist dunkel und durchaus kraftvoll. Die Songs schienen mir durchaus basslastig, haben aber ebenfalls sehr schöne Passagen, in welchen die E-Gitarre zum Tragen kommt.

IMG-20170920-WA0023Lange musste ich überlegen an wen mich die Band vom Stil her erinnerte. Das war natürlich etwas schwierig für mich, da ich, wie bereits erwähnt, eher weniger aus der Szene kenne. Aber nach und nach hatte ich den Eindruck, dass die Melodie und auch Teile des Gesangs in die Richtung von „The 69 Eyes“ gehen. Nur sicher war ich mir da absolut nicht. Interessanterweise ergab sich in einem spontanen Gespräch nach dem Auftritt von Godex mit einem anderen Gast, dass auch er den Eindruck hatte, die Band sei nahe an „The 69 Eyes“. Okay, also so falsch lag ich dann doch nicht mit meinem Eindruck. Sicherheitshalber habe ich eine Bekannte von mir gebeten, sich die Band einmal anzuhören und ihre Vergleichsmeinung zu erfahren. Corinna meinte, dass es eine Mischung aus HIM, The 69 Eyes aber vor Allem Type O‘ Negative sei, die sie da raushört. Dazu muss ich sagen, dass Corinna eine deutlich größere Tiefe zu dieser Szene und Musikrichtung hat, als ich sie habe.

IMG-20170920-WA0026In ihren 30 Minuten haben Godex sehr schöne melodische Stücke gespielt, bei denen die Tiefe des Gesangs von Tommy sehr gut passte. Leider schien mir, dass insbesondere das Mikro mit der Zeit immer schwächer wurde. So war es gegen Ende des 30minütigen Auftritts für mich eher schwieriger ihn deutlich zu hören. Die anderen Instrumente waren hingegen gut abgestimmt, sodass ich nicht behaupten möchte, die Tontechnik hätte hier fehlerhaft gearbeitet. Für mich war es jedenfalls ein sehr angenehmes Aufwärmprogramm. Ausserdem bin ich der Überzeugung, dass Fans des Goth Rock und insbesondere solcher Bands wie „HIM“, „Type O‘ Negative“ und „The 69 Eyes“ mit Godex eine weitere auf ihre Liste hinzufügen können, wenn noch nicht geschehen.

Kurze Informationen zu Godex:

Genre(s):  Alternative, Gothic, Rock

Herkunft:  Bochum, Deutschland

Gründung:  2009

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Tommy Tom

Bass:  Ingo Hey

Gitarre:  Alexander Leu

Schlagzeug:  Dirk Hartel

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Während der Umräumphase auf der Bühne, die ebenfalls ca. 30 Minuten dauerte, ging ich hinaus um frische Luft zu schnappen. Dort traf ich auf jemanden, der ebenfalls eine E-Zigarette hatte und wir kamen ins Gespräch. Themen wie die E-Zigarette, die Vorband Godex und ein kleiner Erfahrungsaustausch ließen die Wartezeit kürzer erscheinen. Rund 10 Minuten, bevor sich die Crüxshadows auf die Bühne begeben würden, war ich wieder drinnen und sucht mir ein nettes Plätzchen. Aber es war schon ein wenig los auf der Bühne: die weiblichen Mitglieder der Crüxshadows waren bereits eifrig dran ihren Instrumente den letzten Feineinstellungsschliff zu geben und verschwanden dann auch wieder hinter der Bühne.

Licht aus – Spot ähm, okay, noch nicht an. Aber man sah die Bandmitglieder schon auf die Bühne spazieren. Sie nahmen ihre Positionen ein und dann kam auch endlich das Licht hinzu. Flackerndes rotes Licht; aber da fehlte noch jemand. Der Sänger selbst war noch nicht auf der Bühne. Dennoch erklangen die ersten Töne des Songs „Helios“ und siehe da, Rogue ist nun auch auf der Bühne und hat in seinen halben Handschuhen auch zwei Lampen eingearbeitet. Großer Applaus und ganz viel Jubel waren zu hören.

Die ersten Songs kamen definitiv vom neuen Album „Astromythology“ und wurden hintereinander weg von der Band performt. Nur wenige Sekunden trennten die Songs, welche vom Beifall und Jubel begleitet wurden. 20170920-20170920_212515

Während des ganzen Auftritts war permanent Leben auf der Bühne. Bis auf die beiden Damen, die am Keyboard und den Perkussions war, wanderten die anderen vier immer hin und her und stellten sich auch einmal auf eine kleine Empore. Während Johanna Moresco (E-Violine) sehr verführerische Blicke in Richtung Kameras machte, war Rogue ständig unterwegs. Von links nach rechts, auf die kleine Empore und wieder runter. Aber er kletterte auch am Bühnengerüst nach oben. Zwar nicht sehr hoch, aber er machte es einfach. Genauso sah man ihn auch von der Bühne hinunterspringen und einmal quer durch das Publikum laufen während er weitergesungen hat. Das machte er übrigens öfter. Wirklich genial war dabei, dass er zwischen zwei Songs einfach mal hinter die Bar gegangen ist und sich einen Hocker geholt hat. Diesen stellte er recht mittig zwischen die Gäste, sprang hinauf und verbrachte den kompletten nächsten Song singend auf dem Barhocker. 20170920-20170920_214309

Es besteht jedenfalls kein Zweifel daran, dass er und die Band sehr großen Spaß daran haben auf der Bühne zu stehen und ihre Musik live zu performen. Bis dahin fehlte mir aber ein wenig die Aufforderung durch die Band zumindest mitzuklatschen. Bewegung war bei den Fans ohnehin schon da. Jedoch war ich es bisher von den anderen Konzerten gewohnt, dass diese Aufforderungen schon recht früh kamen. Das änderte sich aber nachdem Rogue eine Pause zwischen den Liedern ausnutzte um die Band vorzustellen und etwas über sie und das neue Album zu erzählen. Er machte das sogar auf deutsch und erntete dafür sehr viel Applaus der Zuschauer.

Rogue hat eine sehr sympathisch charismatische Art. Ob dies beim Reden oder während der Songs ist, bei welchen er sich durch das Publikum drängelt. So sprach er davon, dass das aktuelle Album das beste sei, das sie gemacht haben. Natürlich verwies er auch auf all das schöne Merchandise und sagte zum Abschluss „…alles kaufen heute“. Insgesamt war sein nicht ganz perfektes Deutsch und die Art und Weise wie er sich, die Band und das Drumherum präsentierte, sympathisch und lustig.

Nach dieser Ansage ging es auch musikalisch weiter. Sogar meine Lieblingssongs, die mich damls überhaupt auf diese Band gebracht haben, welche eigentlich so gar nicht mein Genre ist, wurden gespielt. Und ab dieser Zeit wurde auch häufig von mehreren Bandmitgliedern das Mitklatschen angestimmt. Die Zeit verflog wirklich sehr schnell bei diesem Konzert. Rogue kam noch einige Male hinunter ins Publikum und auf der Bühne war immer noch sehr viel Bewegung. Und auf einmal war Schluss. Da gehen sie einfach hinter die Bühne. Sollte es das wirklich gewesen sein? Die Gäste im Bett applaudierten nun ununterbrochen, gefühlt über mehrere Minuten und da kann die Band doch nicht anders, als wieder hervorkommen und noch zwei weitere ihrer Stücke zum Besten geben. 20170920-20170920_220858

Den Stimmungshöhepunkt setzte die Band beim letzten Song selbst, als sie die Zuschauer aus den vorderen Reihen nach und nach auf die Bühne holten, die dort mit der Band zusammen tanzten. Nach Abschluss des Songs, der auch das Ende des Konzerts nach gut 80 Minuten darstellte, gab es auf der Bühne noch viele Umarmungen mit der Band, Selfies und kurze Gespräche.

Im Übrigen war die Tontechnik so genial eingestellt gewesen, dass man durchaus hätte denken können, dass da auf der Bühne Playback stattfindet. Es war weder zu laut noch zu leise und jedes Instrument war deutlich und gut hörbar; ebenso der Gesang. Großes Lob von mir an die Tontechnik – das wurde super gemacht.

Das ganze Paket, das die Crüxshadows geliefert haben, hat mich sehr beeindruckt, mir sehr gefallen und sehr viel Spaß gemacht, sodass ich definitiv sagen kann, dass ich diese Band mit Sicherheit nicht das letzte Mal live gesehen habe und dass mir diese Band noch besser gefällt als vorher.

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Kurze Informationen zu The Crüxshadows:

Genre(s):  Synth-Rock, Electro-Pop, Dark-Wave

Herkunft:  Florida, USA

Gründung:  1992

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Rogue

Keyboard, Gesang:  Jen Jawidzik

Gitarre, Hintergrundgesang:  Victoria Whitford

E-Violine:  Johanna Moresco

E-Violine:  David Russell Wood

Perkussion, Hintergrundgesang:  Jessica Lackey