Playoff-Halbfinale in Braunschweig Teil 2

Da stand ich nun also in der Nähe der Seitenlinie, nahe der Teamzone von Frankfurt. Etwas verunsichert, ob dessen, was ich da eigentlich nun tun sollte, wirkte ich wahrscheinlich auf andere Menschen wie bestellt und nicht abgeholt. Also fing ich an mit sicherem Abstand ein paar Bilder zu machen. Nach und nach wagte ich mich auch ein wenig näher an die Seitenlinie heran, dorthin wo auch die anderen Fotografen standen. Eine bessere Sicht auf das Spiel hatte ich jedenfalls von dieser Position und ich wirkte nicht mehr so ganz verloren mit meiner knallgelben Sicherheitsweste. Während andere Fotografen nach rechts und wieder zurück nach links und um die Teamzone der Frankfurter herum auf die andere Seite zur anderen Endzone liefen, blieb ich erstmal rechts neben der Frankfurter Teamzone und hielt mich dort auf. Natürlich wollte ich das Spiel schließlich auch sehen.NYLSFUHF (12 von 120)

In der Frankfurter Teamzone sah ich dann auch Randie Agnew. Bis dahin hatte ich ihn anscheinend übersehen. Also schnell mal hin und begrüßen. Er fragte mich tatsächlich wie es mir geht. Dabei ist er doch verletzt und nicht ich.

Die meiste Zeit stand ich vor den Fans der Frankfurter, die durchaus sehr laut waren. Lauter als zuletzt die Dresdner in Frankfurt. Das dürfte aber auch daran gelegen haben, dass ziemlich viele Fans der Universe den Weg von Frankfurt nach Braunschweig auf sich genommen haben. Apropos laut: wenn man selbst auf der Tribüne ist, kann man das gar nicht wirklich einschätzen, wie laut die Anfeuerungen bei den Spielern ankommen. Ich sage euch: sehr laut. Natürlich waren nicht nur die Gästefans aus Frankfurt sehr laut, nein auch die Fans der Braunschweiger machten deutlich bemerkbar, dass sie hier das Sagen haben.NYLSFUHF (93 von 120)

Während es als Fan auf der Tribüne schon recht emotional ist, ist es doch kein Vergleich, wenn man so nah an den Spielern ist. Diese fiebern mit ihren Teamkollegen mit, feuern sie an, jubeln und rufen sich gegenseitig etwas zu. Das ist sogar noch emotionaler. Hat man diese beiden Emotionswelten; also eine vor sich, bzw. neben sich und die andere hinter sich, dann wächst die Anspannung um ein Vielfaches. So war es zumindest bei mir. Da gibt es doch so einen schönen Slogan eines TV-Senders: „Mittendrin statt nur dabei“. Treffender kann ich das wirklich nicht formulieren. Diese ganzen Eindrücke, Emotionen, die Fotografen und Spieler, die Sicht auf das Spiel – es ist beim ersten Mal da unten, als würde man erschlagen werden von alledem.

Beim Fotografieren von Spielzügen ist mir aufgefallen, dass es gar nicht mal so leicht ist das richtige im richtigen Moment zu erwischen. So kam ich bei diesem Spiel zu derart vielen Bildern, dass es mich davor gegraust hat, die alle zu selektieren und ggf. zu bearbeiten. Aber nichts desto trotz war es interessant sich mal als Fotograf zu üben. Wenn auch eher amateurhaft; aber das mit der Fotografie habe ich gerade erst begonnen, sodass ich mein Hauptaugenmerk weiterhin bei diesen Berichten belassen werde.

Apropos Fotografen: ich habe nun einen sehr großen Respekt vor dem was die ganzen Fotografen während dem Spiel leisten. Sie sind ständig in Bewegung und ebenfalls sehr konzentriert. Ich war selbst nach dem Spiel ziemlich erschöpft von dem hin und her Laufen und der ständigen Konzentriertheit. Ich ziehe meinen Hut vor euch Fotografen. Naja okay, meine Kappe.

CHiBS (25 von 67)Aber nicht nur die Spieler, Fotografen und Zuschauer waren interessant zu beobachten, auch die Cheerleader beider Seiten leisteten eine Knochenarbeit. Es mag tatsächlich nicht besonders auffallen, aber wenn ich schon erschöpft bin von ein wenig Laufen, wie geht es dann den Damen, die fast während dem ganzen Spiel tänzerisch in Bewegung sind? Dazu muss ich auch sagen, dass das Training, welches ich gesehen habe, durchaus harter Tobak ist. Das sind schon tänzerische Hochleistungen, die die Mädels darbieten. Auch mal einen besonderen Dank für euren Einsatz. Auch vor euch und eurem Engagement ziehe ich meine Kappe.

Je länger das Spiel dauerte umso spannender wurde es, da die Frankfurter dabei waren den Rückstand aufzuholen und beinahe auch in eine Führung umzuwandeln. Es wurde lauter und intensiver. In der Teamzone und auch auf den Tribünen. Die Spieler Frankfurts forderten durch Gesten noch mehr Unterstützung, die sie auch bekamen. Anspannung, Aufregung, Nervosität. Alles war nun stärker denn je da. Definitiv viel ausgeprägter als auf einem Tribünenplatz. Ich habe sogar, und das ist wirklich besonders erwähnenswert, vergessen zu dampfen (E-Zigarette). Während ich bei Spielen von der Tribüne aus immer genug Zeit und Luft für ein paar Züge habe, vergaß ich es einfach. Nicht mal das Verlangen überkam mich, da es so aufregend war. Zeitweise habe ich auch das Fotografieren eingestellt, da ich sowas von „drin“ war. Selten habe ich dermaßen innerlich mit einer so faszinierenden Gefühlsmischung mitgefiebert.

NYLSFUHF (76 von 120)Ich wäre am Liebsten in die Teamzone gesprungen und hätte jedem Spieler persönlich gesagt, dass sie es schaffen können. Natürlich ist das nicht erlaubt; aber getan hätte ich es. Durch diese Euphorie hatte sich nach und nach auch Energie angesammelt, die raus wollte. Aber die musste ich dann natürlich anderweitig loswerden. Wie zum Beispiel beim lautstarken Bejubeln eines wunderschönen Touchdowns der Frankfurter oder beim erneuten Herumlaufen. Natürlich habe ich auch in eurem Interesse ein Objektivauge auf die Cheerleader beider Seiten geworfen und von ihnen Bilder gemacht. Das hat mich immer wieder etwas abgelenkt und wieder ein klein bisschen runtergefahren.

Diese Eindrücke und Erlebnisse sind einfach nur der pure Wahnsinn, wenn ich das mal so schreiben darf. Gefühlt kam es mir so vor, als würden diese für ein ganzes Leben ausreichen.

Frankfurt hatte das Spiel noch einmal spannend gemacht aber dennoch mit 21:23 verloren. Gewiss ließen sie nach Abpfiff die Köpfe hängen, was auch verständlich ist. Aber mit dieser Leistung und diesem Ergebnis können sie hoch erhobenen Hauptes zurück nach Frankfurt reisen und positiv auf die nächste Saison schauen.

Nach dem Spiel gab es noch den ein oder anderen Schulterklopfer für ein paar Spieler und auch das faire Abklatschen mit einigen Braunschweigern gehörte für mich selbstverständlich dazu.NYLSFUHF (104 von 120)

Bei all diesen Erlebnissen und Emotionen, die am Ende kraftraubender waren, als ich es jemals vermutet hätte, wäre ich am Liebsten einfach in den Tiefschlaf gefallen. Das musste aber noch ein wenig warten. Zunächst hieß es runterfahren und langsam den Weg ins Hotel angehen. Nach der Verabschiedung von Peter, Marc und Christian wartete ich an der Straßenbahnhaltestelle und kam mit ein paar sehr freundlichen Braunschweiger Fans ins Gespräch. In dem Gespräch ging es um das tolle Spiel und generelle Dinge um und über Football. Dies zeigte und bestätigte mir, dass Footballfans insgesamt sehr sympathische und freundliche Menschen zu sein scheinen.

Die Saison mag für Frankfurt nun zu Ende sein, aber ich hoffe doch noch auf eine Saisonabschlussfeier oder etwas Vergleichbares. Fehlen wird mir dieser Sport und die Universe schon jetzt. Aber die nächste Saison kommt bestimmt und bis dahin kann ich ja noch NFL schauen oder Madden NFL spielen.

Den Braunschweigern wünsche ich viel Glück bei der Titelverteidigung. Ausser ihr wollt das zerbeulte Ding loswerden, dann dabei viel Erfolg. (Spaß muss sein)

Wir lesen uns!

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Playoff-Halbfinale in Braunschweig Teil 1

Nachdem ich bereits von mehreren Spielen und meinen Erlebnissen in Frankfurt berichtet hatte, bot sich mit dem Halbfinale der Playoffs in Braunschweig eine Möglichkeit das erste Auswärtsspiel der Frankfurter zu begleiten und von meinen Erlebnissen dort zu berichten.

Aufgrund meiner Erkrankung war ich mir nicht sicher, ob ich dies bereits zu diesem Zeitpunkt schaffen würde, aber den Versuch wollte ich unbedingt wagen. Und wie man feststellen kann, war ich in Braunschweig und kann mit diesem Artikel mein fast unbeschreibliches Erlebnis in Braunschweig doch irgendwie beschreiben.

Eigentlich weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll, da mir gerade zu Beginn des Schreibens bei diesem Erlebnisbericht so viele Dinge und Eindrücke vom Spiel und dem Drumherum durch den Kopf gehen, dass ich mich tatsächlich ein weiteres Mal sortieren musste.

Wo fange ich denn an? Am Besten ganz vorne! In der Nacht vor dem Spiel war ich schon etwas aufgeregt und konnte erstmal nicht einschlafen. Am Morgen war es nicht anders. Und die Aufregung wurde sogar noch größer, als es endlich mit der Straßenbahn in Richtung Hauptbahnhof ging. Die Fahrt nach Braunschweig war sehr entspannt und als ich ankam bezog ich Residenz im Intercity Hotel, in dem auch die Mannschaft der Samsung Frankfurt Universe untergebracht war. Übrigens ein sehr schönes und sauberes Hotel.

Nun aber los mit der Straßenbahn in Richtung Stadion. Einige Stationen saß ich noch alleine auf einem von vier Plätzen. Doch dann, welch eine Überraschung, wurden die restlichen drei Plätze dieser Sitzgruppe von hübschen, sehr jungen Damen in Beschlag genommen, die ganz offensichtlich zur Cheerleadergruppe der New Yorker Lions Braunschweig gehörten. Sehr freundlich und sympathisch wurde einander gegrüßt.

Am Stadion wäre ich beinahe an Marc Junge (http://all-about-football.de) vorbeigelaufen, wurde aber gerade noch rechtzeitig abgefangen. Wir begrüßten uns und trafen kurz darauf auch auf Christian Roth und Peter Koch (beide von http://american-sports.info) und begaben uns in den Innenbereich des Stadions. Dass ich dies auch durfte verdanke ich Herrn Holger Fricke, der mir damit etwas ermöglicht hat, was ich absolut nicht für möglich gehalten und schon gar nicht erwartet hatte. Vielen lieben Dank Herr Fricke!

VdSiBS (1 von 60)Aber der Reihe nach, sonst bringe ich noch etwas durch einander. Das Stadion hatte ich nun von innen bewundert; mich interessierte nun aber was vor dem Stadion passiert, da eine Party zwei Stunden vor Spielbeginn begonnen hatte. Dort gab es lecker duftende Pizza und noch etwas vom Grill. Natürlich gab es auch Getränke und sogar die Pokale waren zu bewundern. Wobei ich sagen muss, dass der GFL Meisterpokal schon etwas arg zerbeult und geschunden aussieht. Kann man hier nicht mal einen neuen und schöneren machen lassen, liebe GFL? Jedenfalls standen da noch ein paar schicke Autos und auf der Bühne gab es eine Ansprache zum Spiel. Des Weiteren gab es natürlich auch Merchandise, das faszinierend günstig war. Zwei oder drei kleine Spielereien, an denen vor Allem Kinder ihren Spaß hatten, gab es auch. Was aber durchaus zu merken war, ist das familiäre Flair, das ich aus Frankfurt sehr gut kenne. Gewiss fühlte ich mich in Braunschweig nicht wie zu Hause, aber das ganze Ambiente und die positive Stimmung insgesamt erscheinen mir so, als ob es diese Art Familienfeier auch in Braunschweig gibt.

Mit Christian, Peter und etwas später auch Marc, gingen wir eine Runde auf der blauen Laufbahn um das Stadion herum. Ein durchaus interessanter Anblick. Einige Spieler warfen sich bereits Bälle zu oder machten sich anderweitig warm und auch sämtliche Cheerleader beider Teams waren sich ebenfalls am Aufwärmen.

VdSiBS (21 von 60)Zusammen mit Peter ging es über das Spielfeld quer hinüber zum Eingangsbereich. Es ist schon ein merkwürdiges, schönes und aufregendes Gefühl nicht nur im Stadion zu sein, sondern auch an der Stelle zu stehen oder zu gehen, an der auch die Teams später ihr Spiel absolvieren würden. Während Christian zu einem persönlichen Termin verschwunden ist, beobachteten wir nun das tatsächliche Aufwärmprogramm beider Mannschaften im Stadion. In Braunschweig gibt es also keine Aussenplätze hierfür. Die Spannung des Halbfinals war doch schon irgendwie zu spüren.

Pat mit WesteAls Christian wieder zurückkam, hatte er auch noch eine ganz besondere Neuigkeit für mich: ich durfte mir ein Leibchen besorgen – so eine knallgelbe Sicherheitsweste – und damit den Einlauf beider Teams auf dem Feld beiwohnen und auch fotografieren. Himmel, dachte ich, das ist mehr als abgefahren und aufregender als alles was bisher gewesen ist. Darauf musste ich mir zunächst eine Cola und ein Snickers besorgen. Nervennahrung eben.

Dann wurde es allmählich ernst, denn die Stadionuhr tickte unaufhörlich herunter und es waren nur noch gut 15 Minuten bis zum Spielbeginn. Zeit für den Einlauf beider Mannschaften. Ich stand bereits in der Nähe des Mittelkreises und sah die Frankfurter Spieler mit ihren Cheerleadern bereits in den Startlöchern stehen. Auch auf der anderen Seite standen zumindest schon Cheerleader der New Yorker Lions bereit.

VdSiBS (35 von 60)Leicht zittrig vor Aufregung hielt ich meine Kamera fester als sonst in meinen Händen und dann kamen sie heraus und beinahe direkt auf mich zu. Bloß nicht bewegen, bloß keinen Fehler machen, dachte ich mir. Aber es lief gut und ich stand immer noch auf meinen Beinen. Nach dem Einlaufen der Frankfurter war eine kurze Aufführung einer Musik- und Tanzgruppe dran. Eine interessante Darbietung für die ich gerade gar nicht den Kopf hatte und dennoch musste ich sie einfach fotografieren. Alles ging so schnell hintereinander weg, dass ich beinahe das Einlaufen der Braunschweiger ein wenig verpasst hätte. Aber ich eilte schnell zu den anderen Fotografen und konnte doch noch alles von Beginn an miterleben. Ganz viele Cheerleader standen schon Spalier als zunächst ein paar Jugendteams einliefen, bevor dann die eigentliche Mannschaft auf das Feld stürmte. Nachdem alles überstanden war, wollte ich nur schnell runter vom Feld. So eilte ich an die Seitenlinie, an der auch die Frankfurter Mannschaft ihre Teamzone hatte.VdSiBS (53 von 60)

Eigentlich hätte ich zu diesem Zeitpunkt einen Sitzplatz auf der Tribüne aufsuchen können. Doch das war alles so faszinierend und überwältigend, dass ich es einfach nicht konnte. Diese unmittelbare Nähe zu Allem. Fast wie festgewurzelt und mit einem leichten Gefühl einer Trance blickte ich in die Mitte des Spielfelds, auf die Teamzone, die Spieler und auf die mittlerweile gut gefüllten Tribünen. Beinahe unwirklich und doch real. Kurzerhand entschloss ich mich, in einem sicheren Abstand zu alles und jedem in der Nähe des Spielfeldrands zu bleiben. Nachdem mir auch meine drei Bekannten gut zugesprochen hatten, dass ich durchaus auch dort bleiben durfte, konnte ich einfach nicht widerstehen, dies auch zu tun.

Wie es weitergeht, erfahrt ihr im zweiten Teil dieses Berichts, der morgen hier erscheint. Dann wird es auch die Bilder von mir in meiner Galerie geben.