Frankfurts Überzahlspiel maßgebend für den 5:2 Erfolg im ersten Derby der Löwen im Spiel gegen die Kassel Huskies

Die Saison ist gerade erst ein paar Tage jung, da stand schon das erste Derby auf dem Plan. Für Kassel sogar schon das zweite Hessenderby in Folge.

Dementsprechend war die Stimmung auf den Rängen bereits vor dem Spiel sehr gut. Auch die Gästefans waren zahlreich erschienen, um ihre Farben zu unterstützen.

Es war also alles für ein Derby angerichtet. Die insgesamt 5.675 Zuschauer konnten das Eröffnungsbully kaum abwarten.

Einige Bilder zum Spiel gibt es hier

Zum ersten Drittel:

Das Spiel begann mit zwei Mannschaften auf einem Level, bei dem die heimischen Löwen erste Akzente setzen konnten. Doch auf beiden Seiten endeten jegliche Offensivaktionen bei den Defensivreihen oder spätestens bei den Torhütern. Es dauerte etwas mehr als 11 Minuten, ehe ein Fehler im Spielaufbau der Löwen zu einem Fehlpass führte, der mit einem Konter Kassels aus dem eigenen Drittel heraus, zum ersten Tor und der Führung für die Gäste aus Nordhessen führte.

Bis dahin vermieden es beide Teams auch Strafen zu ziehen, jedoch war es kurz nach dem Führungstreffer der Gäste auch damit vorbei. Aber noch war das Überzahlspiel der Löwen nicht zwingend genug und Kassel konnte sich mehrmals befreien.

Das Drittel war auch schon fast vorbei, ehe Lukas Koziol den Ausgleich für die Löwen erzielen konnte. 11 Sekunden waren noch zu spielen, als die Frankfurter ein Bully links vor dem Kasseler Tor gewannen und Lukas Koziol einfach mal abzog und den Puck ins Tor hämmerte. Das sogar bei eigener Unterzahl. Mit dem Unentschieden ging es auch in die erste Pause.

 

Zum zweiten Drittel:

Druckvoll und mit viel Offensivdrang begannen die Löwen das zweite Drittel, doch erneut waren es die Gäste, die das Tor machten. Die zweite Führung an diesem Abend für die Schlittenhunde, die mit einem schönen Pass auf die linke Seite vor dem Tor aufgelegt und vollendet wurde.

Aber keine Minute nach dieser Führung fand sich Kassel in einer 5minütigen Unterzahl wieder. Was war passiert?

Andre Reiß (Kassel) zeigte sich völlig übermotiviert und checkte Frankfurts Cornett zu Boden. Dieser konnte gar nicht sehen, was da auf ihn zugekommen war und folgerichtig gaben die Schiedsrichter hierfür die Spieldauerdisziplinarstrafe. Diese Aktion brachte die Eissporthalle zum Kochen. Emotionen auf und neben dem Eis. Dass es dabei ebenfalls zu einer größeren Rangelei kam, bei der einige fauststarke Argumente verteilt wurden, blieb nicht aus. Damit war aus dem eher ruhigen Spiel ein Derby geworden und hätte Reiß gewusst, dass er mit dieser Aktion einen Bärendienst für seine Farben erweist, hätte er sich womöglich zurückgehalten.

Die anschließende lange Überzahlsituation war für die Löwen wichtig und wurde spielentscheidend. Sie ließen den Gegnern wenig Freiräume und übten großen Druck auf das Gästetor aus. Zu großen, wie es aus Sicht der Gäste schien, denn innerhalb dieser fünf Minuten kassierten sie drei Tore, bei denen sich Frankfurts Überzahlspieler nicht zwei Mal bitten ließen. Zwei Mal netzte Lewandowski ein und einmal legte er auf. Der Name Lewandowski steht also nicht nur im Fußball für Tore.

So machten die Hausherren unter dem immer lauter werden Jubel der Fans aus einem 1:2 ein 4:2.

Nach dieser Unterzahlsituation der Gäste, konnten sie sich nur kurz an ihrer Vollzähligkeit erfreuen, ehe erneut ein Spieler seine Zeit auf der Strafbank absitzen musste. Wieder Überzahl für die Löwen und wieder ein Tor. Tousignant wollte vor dem Tor noch einen Querpass spielen, der aber von einem Verteidiger unhaltbar ins Tor abgefälscht wurde.

Nun brannte die Eissporthalle förmlich ob dieser starken Offensivleistung und Tore im Überzahlspiel.

Die Stimmung war nun am Siedepunkt und Kassel stehend KO. Ob es die Ermüdung oder Kopfsache war, kann man nur mutmaßen. Es lief in diesem Drittel bei Kassel nichts mehr zusammen. In der Offensive waren sie förmlich abgemeldet und da half selbst ein eigenes Überzahlspiel nicht. Hier zeigte auch die Defensive der Löwen, dass auch sie ihre Qualität hat.

Es waren vielmehr die Löwen, die den Spielstand noch weiter nach oben hätten schrauben können. So ging es aber mit dem 5.2 in die zweite Pause.

 

Zum dritten Drittel:

Die Gäste kamen mit dem Willen auf das Eis, das Ergebnis zu verbessern, doch wenn es nicht die gute Defensivarbeit der Hausherren war, dann hatte Torwart Bick etwas dagegen. Er hielt die Schlittenhunde ein ums andere Mal davon ab jubeln zu dürfen.

Insgesamt wirkte das Spiel um einige Gänge zurückgefahren. Zwar gab es Chancen auf beiden Seiten, doch nach dem zweiten Drittel schien das Spiel bereits entschieden gewesen zu sein.

Viel passierte also nicht, abgesehen von einer kleinen Rauferei nach Spielende, bei der sich der Frust der Gäste nochmal entlud.

Löwen Frankfurt – Kassel Huskies 5:2 (1:1 4:1 0:0)

0:1  Adriano Carciola ( Richard Mueller , Marco Müller ) – EQ 11:24
1:1 Lukas Koziol – SH1 19:51
1:2 Matthew Neal ( Nick Walters , Richard Mueller ) – EQ 23:56
2:2 Eduard Lewandowski ( Adam Mitchell , Mathieu Tousignant ) – PP1 25:28
3:2 Eduard Lewandowski ( Maximilian Faber , Adam Mitchell ) – PP1 26.12
4:2 Maximilian Faber ( Eduard Lewandowski , Mathieu Tousignant ) – PP1 29:04
5:2 Mathieu Tousignant ( Adam Mitchell , Daniel Spang ) – PP1 31:13

Zuschauer: 5.675

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Rückblick zum DEL 2 Viertelfinale der Löwen Frankfurt gegen die Kassel Huskies – Spannung, Stimmung und mehr und das in sechs Spielen

Anstelle einzelner Spielberichte hatte ich mich bereits vor Beginn dieser Serie dazu entschieden einen gesamten Rückblick zu schreiben. Als Fan mit den entsprechenden Emotionen könnte es nämlich passieren, dass die Berichte während der Serie vielleicht doch nicht so neutral (wie es einem Fan möglich ist) zu betrachten. Ein gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn man seine Objektivität als Berichterstatter verliert, ist der Artikel der HNA vom 17.03.2018 zum zweiten Spiel der Serie. Man muss einen Spieler der gegnerischen Mannschaft nicht unbedingt als „widerlichsten Provokateur“ bezeichnen. Meine Meinung.

Es war also die dritte Auflage dieser Begegnung in den DEL 2 Play-Offs. Die erste Serie gewann Kassel mit 4:0 und wurde in der Folge Meister. Die zweite gewann Frankfurt 4:0 und wurde in der Folge ebenfalls Meister. Dieses Duell bot also genügend Spielraum für Omen und Vorhersagen.

Spiel 1: Zu diesem Spiel an einem Dienstagabend kamen über 5.000 Zuschauer in die Halle, um sich den Auftakt dieser Serie anzusehen. Beide Mannschaften zeigten sich geordnet offensiv und waren auf Sicherheit bedacht. Der Führung in Überzahl folgte das 2:0 für die Löwen. Doch im zweiten Drittel boten die Offensivreihen beider Mannschaften ein kleines Spektakel und wechselten sich brav beim Tore schießen ab. Kassel, Frankfurt, Kassel, Frankfurt und nochmal Kassel. Doch im letzten Drittel war nur noch die Offensive der Gäste aus Kassel erfolgreich, welche ausglichen, in Führung gingen und kurz vor Schluss mit dem Treffer ins leere Tor das erste Spiel für sich entschieden. Die Defensive der Löwen und auch der Goalie waren in dieser Phase leider nicht immer auf der Höhe und das wussten die Stürmer der Huskies auszunutzen.

Serienstand Frankfurt – Kassel 0:1

 

Vor dem zweiten Spiel tauchte ein Artikel in einer Tageszeitung auf, die von Unzufriedenheit in der Frankfurter Mannschaft berichtete. Zudem auch davon, dass Trainer Gardner gehen und durch den neuen Sportdirektor Fritzmeier als Trainer ersetzt werden sollte. Gerüchte? Wahrheiten? Jedenfalls ein ziemlich ungünstiger Zeitpunkt für solche Dinge.

Spiel 2: Das Spiel in Kassel war lange Zeit recht ausgeglichen. Nach den ersten beiden Dritteln stand es 5:4 für Kassel. Die Offensivreihen zeigten erneut ihre Stärken und ließen die Netze zappeln. Man konnte aber erkennen, dass die Körpersprache der Spieler beider Teams nicht unterschiedlicher hätte sein können. Während man den Huskies ansah, dass sie das Spiel gewinnen wollten, fragte man sich bei den Löwen, insbesondere im letzten Drittel, ob sie sich bereits abgeschrieben hatten. Dazu passten die beiden weiteren Treffer Kassels, die das Ergebnis auf 7:4 schraubten. Gegenwehr? Kaum noch vorhanden. In den letzten Minuten waren auch die Reihen experimentell aufgestellt und nur der eingewechselte Goalie, Brett Jäger, konnte ein noch größeres Debakel verhindern. Kassel gewann auch das zweite Spiel verdient.

Serienstand Frankfurt – Kassel 0:2

Dass es direkt nach diesem Spiel enttäuschte und auch wütende Kommentare zu diesem Spiel von Löwenfans gab, war nicht weiter verwunderlich, eher sogar verständlich. Und noch in derselben Nacht nach dem Spiel wurde Gardner entlassen und durch Fritzmeier, dem Sportdirektor, auf der Trainerbank ersetzt. Wie würde sich das auf die Mannschaft und auf das Spiel, die Serie, auswirken?

 

Spiel 3: Oder Spiel 1 unter Fritzmeier. Eine volle Eissporthalle erwartete eine Reaktion der Löwen oder den unsäglichen Untergang. Doch was die Zuschauer zu Beginn sehen konnten, waren defensiv eingestellte Löwen. Kein kopfloser Sturmlauf, keine Konter des Gegners. Zumindest nicht mehr in der Häufigkeit der Hauptrunde. Auch der Gegner aus Kassel musste sich an diese taktisch neu auf und eingestellten Löwen gewöhnen. Das frühe Löwen Tor durch Bindels machte es für den Gegner aus Kassel sicher nicht leichter, die sich immer wieder mit der neuen Defensiveinstellung der Frankfurter auseinandersetzen mussten. Doch der Ausgleich gelang ihnen dann doch, ehe die Frankfurter kurz vor Ende des ersten Drittels in Überzahl mit 2:1 erneut in Führung gingen. Dass dies auch der Endstand des Spiels sein sollte, konnte man eigentlich nicht erwarten nach den ersten beiden Spielen, doch war es tatsächlich nach zwei torlosen Dritteln, in denen sich beide Torhüter auszeichnen konnten, das Ergebnis des Spiels Nummer 3.

Serienstand Frankfurt – Kassel 1:2

 

Spiel 4: Die Huskies schienen immer noch so ihre Probleme mit den neuen Defensivlöwen zu haben, welche sich auf fremden Eis mit einer sehr soliden (neuen) Defensivstärke zeigten und Schüsse auf das Tor zu verhindern wussten. Chancen gab es im ersten Drittel dieses Spiels aber kaum, sodass auch das dritte Drittel in Folge (spielübergreifend) torlos blieb. Moment?! Ein ganzes Spiel ohne Tor zwischen diesen beiden Mannschaften? Tatsächlich war es so. Im zweiten Drittel gelang den heimischen Huskies aber die Führung, welche kurz vor Ende des Drittels egalisiert wurde. Die doppelte Überzahl der Löwen war in diesem Fall ausschlaggebend. Insgesamt gab es nun mehr Schüsse auf beide Tore, wenngleich es nicht unbedingt Großchancen waren. Doch im letzten Drittel wurde es wieder defensiver, obwohl fünf Tore fielen. Frankfurt x2, Kassel und erneut Frankfurt x2 sorgten für den 2:5 Endstand und den Ausgleich in der Serie.

Serienstand Frankfurt – Kassel 2:2

 

Spiel 5: Erneut ein volles Haus in Frankfurt. Nun waren die Frankfurter Fans euphorisiert und die Serie begann wieder bei Null. Nun war es ein Best of Three. Die taktische Grundordnung der Löwen wurde beibehalten und so standen sie, wie zuletzt, solide in der Defensive und setzten mit Nadelstichen in der Offensive ihre Zeichen, die sie zur 2:0 Führung im ersten Drittel nutzen konnten. Kassel fand aber besser ins Spiel und konnte im zweiten Drittel erst den Anschluss und kurz vor Ende in Überzahl sogar den Ausgleich erzielen. So war das letzte Drittel an Spannung, trotz der defensiven Einstellung der Hausherren, nicht zu überbieten. Derbyfeeling pur und als dann das 3:2 direkt nach einem Bully fiel, stand die Eissporthalle Kopf. Kurz vor Ende des Spiels dufte man kein schwaches Herz haben, als die Gäste aus Kassel mit Großchancen an das Tor der Löwen anklopften, welche aber vom immer stärker werdenden Löwen Goalie Karjalainen vereitelt wurden. Das 4:2 eine Sekunde vor Ende sorgte nicht nur für Erleichterung, sondern auch für großen Jubel. Nicht nur das Spiel wurde gewonnen, auch waren die Löwen erstmalig in der Serie in Führung.

Serienstand Frankfurt – Kassel 3:2

 

Spiel 6: Do or die. So war das Motto für die Huskies in diesem Spiel. Oder zu Deutsch: siegen oder fliegen. Aber noch eine kleine Randnotiz zu den Schiedsrichtern bei diesem Spiel: mit Nicole Hertrich war eine Frau dabei, die bereits bei den diesjährigen olympischen Winterspielen Spiele bei den Damen geleitet hatte. Sie und ihr Kollege Marcus Brill spielten aber keine entscheidende Rolle in diesem Spiel, in welchem die Huskies einen richtigen Sturmlauf im ersten Drittel hinlegten. Chancen satt, aber nur ein Tor stand nach dem ersten Drittel auf der Anzeigetafel. Das lag nicht nur an den sehr defensiv eingestellten Löwen, sondern auch am überragenden Torwart, der Schuss um Schuss halten konnte. Aber im zweiten Drittel schalteten die Löwen auf Angriff und schnürten die Hausherren in der Defensive ein, was den Ausgleich zur Folge hatte. Weiterhin auf die Defensive bedacht, nutzten die Frankfurter eine Überzahl zur Führung und gingen mit dieser in den letzten Spielabschnitt. Ein weiterer Sturmlauf der Hausherren blieb aus. Dabei stand die solide Frankfurter Defensive mit ihrem starken Goalie weiterhin sicher und ließ nicht viel zu. Bei eigenen Angriffen waren sie sogar zielstrebiger. Die Zeit verstrich und lief gegen die Huskies, welche das dritte Tor hinnehmen mussten, als dieses bereits verwaist war. Das 1:3 war die Entscheidung in diesem Spiel und dieser Serie.

Serienstand Frankfurt – Kassel 4:2 | Serienstand „Fritzmeier“ Löwen – Kassel 4:0

Der Begriff „Fritzmeier-Sweep“ macht aktuell die Runde. Auf wen die Löwen im Halbfinale treffen werden ist noch offen. Das wird sich erst am späten Dienstagabend entscheiden, wenn der Sieger der Serie SC Riessersee gegen die Eispiraten Crimmitschau feststeht.

Hessenderby in der DEL2 zwischen den Löwen Frankfurt und den Kassel Huskies vom 19.01.2018

Vor diesem Derby war nicht klar, was die Zuschauer sehen werden würden, denn beide Teams hatten eine Negativphase in den letzten Wochen und siegten zuletzt vergangenen Sonntag. Die Formkurve zeigte bei beiden also nach oben, zumindest, wenn man die reinen Ergebnisse betrachtet.

Dennoch fanden sich 6.706 Zuschauer in der Eissporthalle ein, um sich dieses Spiel nicht entgehen zu lassen. Dabei war zu sehen, dass weniger Fans aus Kassel angereist waren, als sonst üblich.

Zum ersten Drittel:

Die Löwen begannen druckvoll und generierten mit ihrer Offensive, die zielstrebiger und wacher erschien als in den letzten Wochen, einige gute Chancen. Doch das erste Tor an diesem Abend machten die Gäste aus Kassel nach einem schönen Konter, dessen Abschluss von halblinker Position im Tor einschlug.LFKH190118 (11 von 51)

Anscheinend haben die Huskies die letzten Löwenspiele sehr gut analysiert, denn solche Gegentore sind viel zu oft gefallen.

Die kurz darauffolgende Überzahl der Löwen sah zwar gut aus, ergab Chancen, blieb aber ohne Erfolg. Bis zur Mitte des ersten Drittels kam es mir gefühlt so vor, als würden die Löwen einen Sturmlauf auf das Gästetor ausüben, sich Chance um Chance erspielen, aber das Tor nicht machten während die Schlittenhunde eine Chance hatten und diese eiskalt nutzten. Die Crux ist, dass es nicht nur gefühlt so war, denn die Schussstatistik des ersten Drittels steht mit einem Schussverhältnis 16 zu 5 für Frankfurt.

Die folgende Überzahl für Frankfurt sah gar nicht aus wie eine überzahl für Frankfurt. Das hat selbst die Linienrichter irritiert, die einfach mal auf Icing entschieden haben, als Kassel eine lange Befreiung aus dem eigenen Drittel schoss. Die Situation war irgendwie amüsant, schien der Linienrichter doch selbst irritiert.

Was folgte war zunächst aus Frankfurter Sicht nicht so amüsant. Die überzahl lief nicht. Dafür funktionierte Kassels Unterzahl in der Offensive so gut, dass das 0:2 ohne Bedrängnis fiel.

LFKH190118 (21 von 51)Immer noch in der gleichen Phase des Spiels, in derselben Überzahlsituation. Jetzt funktionierte sie besser und der Druck nahm auch zu, welcher mit dem 1:2 aus Frankfurter Sicht (endlich) belohnt wurde. Bis zum Ende des Drittels wirkte Frankfurt überlegen und ließ auch in der Defensive nicht mehr viel zu. Aber der Ausgleich fiel nicht und so ging es mit dem 1:2 in die Drittelpause.

Zum zweiten Drittel:

Es waren keine zwei Minuten in diesem Drittel gespielt, als sich Frankfurts Torwart vor Schmerzen auf dem Eis wandte. Es gab hierbei kein vorangehendes Foul, gänzlich keine Fremdeinwirkung. Dieser Anblick war nicht schön. Brett Jaeger, der in dieser Saison bereits eine lange Verletzungspause überstanden hatte, brauchte lange, bis er wieder auf den Beinen stand und weiterspielen konnte. Er wäre aktuell der dritte Torwart der Löwen, der mit einer Verletzung ausfallen würde. Vorsichtshalber machte sich der Ersatztorhüter, der 18jährige Jascha Strobel, neben dem Eis warm.LFKH190118 (30 von 51)

Apropos junges Gemüse. Auch neu auf dem Eis, mit der Rückennummer 77, war Dani Bindels. Der gebürtige Niederländer mit deutschen Pass spielte zuletzt für die DNL Mannschaft der Kölner Haie. Mit seinem Geburtsdatum hatte er eigentlich auch keine andere Wahl als bei den Kölner Haien unterzukommen. (11.11.1998).

Es dauerte nur wenige Sekunden ehe Kassel aus der sich bietenden Chance Kapital schlug und das 1:3 erzielte. Frankfurts Goalie sah nicht gut bei dem Gegentreffer aus und wirkte auch nicht so beweglich wie sonst. Man sah ihm an, dass er noch Schmerzen hatte. Doch er hat auf die Zähne gebissen und blieb im Tor, zeigte im späteren Verlauf sogar tolle Paraden und Saves. Den Schmerz schluckte er scheinbar herunter.

Es dauerte lange bis sich die Löwen aus ihrer Verunsicherung lösten, aber dann richtig. Es waren 34:22 Minuten gespielt als das 2:3 fiel und die Halle jubelte. Die Zuschauer bejubelten noch diesen Treffer, als nur wenige Sekunden, genauer gesagt 38 Sekunden, der Ausgleich erarbeitet wurde und fiel. Die Mannschaft der Löwen zeigte nun ein Feuer, das sie lange Zeit vermissen ließen. Kassel hingegen mühte sich in Defensivarbeit und kam nur noch selten aus dem eigenen Drittel.LFKH190118 (37 von 51)

Kurz vor Ende des Drittels nahmen sich die Huskies gleich zwei Strafzeiten, die zweite davon bei einer kleinen Meinungsverschiedenheit vor dem Tor. Die Zeit reichte aber nicht aus für Frankfurt um daraus noch in diesem Drittel Kapital zu schlagen. So ging es mit dem 3:3 in die zweite Pause.LFKH190118 (41 von 51)

Zum dritten Drittel:

Kassel verteidigte zu dritt mit Herz und sehr aufopferungsvoll. Den Löwen gelang es nicht aus den vielen sehr guten Chancen ein Tor zu erzielen. So verstrich die doppelte Überzahl ohne Torerfolge.

Ansonsten blieb dieses Drittel sehr ausgeglichen. Beide Mannschaften waren darauf bedacht keinen Fehler zu machen und ich hatte den Eindruck, dass auch das nächste Tor das Spiel entscheiden würde. Es gab jeweils eine weitere Überzahlsituation für beide Mannschaften, doch auch diese wurden sehr gut verteidigt, sodass es mit dem 3:3 in die Overtime gehen musste. Immerhin der erste Punkt auf heimischem Eis in diesem Kalenderjahr.

Zur Overtime:

Die Löwen kamen in dieser Overtime nicht wirklich zum Zug. Dafür aber Kassel. Und die Huskies nutzten auch den zweiten Schuss auf das Löwentor und beendeten das Spiel mit 3:4 nach Verlängerung.  LFKH190118 (51 von 51)

Löwen Frankfurt – Kassel Huskies 3:4 n.V. (1:2 2:1 0:0 0:1)

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Löwen Frankfurt – Kassel Huskies – 20.10.2017

Das erste Hessenderby in dieser Spielzeit stand bevor. Wie es bei einem Derby üblich ist, spielt es keine Rolle, wie die Statistiken beider Mannschaften vor dem Spiel waren, denn diese Spiele können durchaus ihre eigenen Regeln schreiben.
Etwas spät kam ich zur Eissporthalle, die an diesem Abend mit 6.770 Zuschauern ausverkauft war. Dementsprechend war es bereits so voll auf den Stehplätzen, dass ich mich da nicht unbedingt durchkämpfen wollte. Also schaute ich mich überall einmal um und bin schließlich in knieender Position unter der Videoleinwand hinter Block B zum Schauen des ersten Drittels gekommen. Es ist zwar für die Knie etwas schmerzhaft, aber ansonsten hatte ich eine perfekte Sicht auf das Spiel. Erst nach der ersten Drittelpause bin ich zu meinem gewohnten Stehplatz.
Zum ersten Drittel:
Zwischen beiden Mannschaften war zunächst eine Art des Abtastens zu bemerken. Keines der beiden Teams wollte zu früh in die Offensive gehen aber auch sicher in der Verteidigung stehen. Natürlich steht die Heimmannschaft in der Pflicht und dem wurden die Löwen auch gerecht, in dem sie die ersten Akzente und Offensivaktionen des Spiels zeigten. LFKH201017 (7 von 47)
Für ein Derby war es auf dem Eis aber noch sehr ruhig. Die Frankfurter machten das Spiel und standen in der Defensive gut, so dass Kassels Offensivbemühungen zunächst hängen blieben. Aber auch die Frankfurter bissen sich noch an der starken Defensiver der Huskies die Zähne aus.
Während also Frankfurt das Spiel machte, gelang es Kassel sich zu befreien und einen Angriff zu fahren, der auch gleich das 0:1 aus Frankfurter Sicht bedeutete. Frankfurt machte das Spiel und Kassel das Tor. Der Gästeblock war natürlich aus dem Häuschen. Nur kurze Zeit später ergab sich durch eine Überzahl für Frankfurt die Chance zum Ausgleich. Aber ein Fehler beim Abspiel innerhalb des Angriffsdrittels brachte nicht nur einen schnellen Konter für Kassel, sondern auch das 0:2 in Unterzahl. Die Frankfurter Fans waren zum Schweigen gebracht, während der Anhang aus Kassel feierte.
Die restliche Zeit des Überzahlspiels, als auch ein weiteres konnten die Frankfurter nicht in ein Tor verarbeiten und so ging es mit einem 0:2 aus Frankfurter Sicht in die erste Drittelpause.

Zum zweiten Drittel:
Im zweiten Drittel wurde das Spiel ruppiger und emotionaler. Endlich hatte es den Derbycharakter, den es haben sollte. Viele Strafzeiten und sogar eine kleine Boxeinlage, sowie eine Fulminante Frankfurter Offensive bestimmten das Bild des Spiels in diesem Drittel.
Dass die Angriffsbemühungen der Frankfurter nun zunahmen und ernster wurden, konnte auch die Hintermannschaft der Huskies deutlich spüren. Doch zunächst blieb ein Torerfolg noch aus. Eine schöne Einzelaktion brachte den Löwen endlich den Anschlusstreffer zum 1:2, der frenetisch gefeiert wurde.
Kurz darauf gab es die erwähnte Boxeinlage, die viel zu früh von den Schiedsrichtern unterbrochen wurde. Einen Sieger konnte man also nicht ausmachen, wenngleich beide Spieler auf die Strafbank mussten. Nur wenige Sekunden später gesellte sich ein weiterer Spieler Frankfurts hinzu und Kassel durfte in Überzahl spielen. Aber die Unterzahlformation der Löwen hielt stark dagegen und eroberten sogar den Puck für einen Konter, der mit dem 2:2 in Unterzahl eingenetzt werden konnte. Jedoch sahen sich die Schiedsrichter diesen Treffer nochmal per Videobeweis an, kamen aber zu keiner anderen Entscheidung.LFKH201017 (17 von 47)
Nun war Leben in der Eissporthalle. Die Fans wurden wach und unterstützten ihre Mannschaft nach Kräften. Nach diesem Ausgleich war der Gästeblock zum Schweigen gebracht worden. Frankfurt überstand diese Unterzahl und durfte wenige Minuten später bei doppelter Überzahl agieren. Zwar hielten die drei Kasseler nach Kräfte dagegen, konnten aber die 3:2 Führung für Frankfurt nicht verhindern. Spiel gedreht und die Frankfurter Fans waren kaum zu bändigen.
Den Huskies gelang in diesem Drittel nicht viel. Sie schienen schockiert zu sein. Nur wenige Angriffe kamen auch bis zum Tor der Löwen, welches aber sauber blieb. Dafür hatten die Frankfurter eine weitere Chance in Überzahl, die sie auch dieses Mal nutzen konnten und den Spielstand auf 4:2 erhöhen konnten. Großer Jubel auf dem Eis und bei den Fans der Löwen, welche aber eine Unterzahl ihrer Mannschaft kurz vor Drittelende mit ansehen mussten. Diese wurde mit in der letzte Drittel mitgenommen. So ging es mit dem Zwischenstand von 4:2 in die Drittelpause.

Zum dritten Drittel:
Kassel kam sichtlich motiviert und mit dem Vorteil einer Überzahl in dieses Drittel hinein. Gerade als diese Auslief konnte Kassel eine Großchance erarbeiten und diese auch zum 4:3 Anschluss im Netz unterbringen. Nun war das Finale des Spiels eröffnet. Beide Mannschaften spielten stark und erarbeiteten sich viele Chancen. Aber auch Strafen gab es und eine davon gegen die Löwen.

Die Special Teams waren an diesem Abend auf beiden Seiten gut eingestellt und dieses Mal konnte erneut die Unterzahlformation der Löwen einen abgefangenen Pass in einen Konter umwandeln, der zum 5:3 führte. Dieses Hin und Her in diesem Drittel setzte sich fort als Kassel einige Minuten später erneut in Überzahl agieren durfte und dieses Mal keinen Konter zuließ, sondern das 5:4 erzielte. Das Spiel war nun an Spannung nicht mehr zu überbieten. Die Offensive beider Seiten wollten entweder das Spiel endgültig entscheiden oder den Ausgleich erzielen. LFKH201017 (47 von 47)

So gab es vor beiden Toren tolle Chancen, die aber vergeben wurden. Dies hielt bis kurz vor Ende, als sich Kassel dafür entschied das Tor leer zu lassen und mit sechs Feldspielern zu agieren. Doch auch das brachte nicht mehr als ein oder zwei gute Chancen. Der Torwart musste wieder zurück, als das Bully vor dem Kasseler Tor gespielt wurde. Zwar hatte auch Frankfurt noch zwei Großchancen zur Entscheidung, aber auch die blieben ungenutzt. So lief die Spielzeit runter und am Ende blieb es beim 5:4 für Frankfurt, die einen starken Gegner aus Kassel bezwungen haben.
Löwen Frankfurt – Kassel Huskies 5:4 (0:2 4:0 1:2)

 

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