Kleine Bühne, voller Club: Erdling und AnnA Lux boten den Gästen im Elfer Club Frankfurt Grund zum Feiern am 27.12.2018

Im Elfer Club, der sich im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen befindet, war ich bislang auch noch nicht gewesen. Jedoch gegenüber im Ponyhof. Der Elfer ist jedoch etwas größer und dazu geht es hinunter in den Keller. Dort findet sich ein Raum, der mit 100 Gästen gefüllt werden kann, eine Bar und natürlich die Bühne, auf der die Künstler kuscheln können.

Das Ambiente hat etwas. Schon aufgrund der Nähe zu den Musikern und dem Flair, den nur eine solche kleine Location bieten kann. Es war zwar nicht ganz ausverkauft aber ordentlich gefüllt, als AnnA Lux zur Bühne kamen und den musikalischen Abend starteten.

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Bereits vor neun Monaten hatte ich schon einmal das Vergnügen dieses Trio aus der Schweiz sehen und hören zu können. Damals noch im Vorprogramm von Megaherz. Damals gefiel mir ihr Stil schon und genau diesen haben sei auch erneut gezeigt.

In schwarzer Kleidung und kargem Licht war es schwierig die Gitarristin Lara überhaupt richtig zu erkennen, dafür stand Anna, die Dame für den schönen Gesang, sprichwörtlich im Rampenlicht während sie immer wieder ein paar Schritte auf der kleinen und vollgestellten Bühne umherging.

Wie schon damals in der Batschkapp empfand ich ihren Dark Rock Stil sehr angenehm. Absolut melodisch, gut gespielte Riffs, sehr gute Arbeit an den Drums und die Einflüsse aus dem Dark Wave in Verbindung mit dem klaren und gefühlvollen Gesang von Anna, welcher hin und wieder von Lara begleitet wird, runden das Konzept „AnnA Lux“ immer noch sehr gut ab.

Im Nachhinein und rückblickend betrachtet finde ich, dass die Drei ihr Niveau absolut gehalten und sogar verbessert haben. So eine Entwicklung ist wirklich schön zu sehen zumal bei den Songs auch Abwechslung vorhanden war. Zwischen relativ harten Klängen, gab es auch eine Ballade und ein Cover des Ärzte Songs „Wie es geht“. Das Cover hatte wirklich was, insbesondere dann, wenn man dies mit dem Original vergleichen kann. Letztlich hat Annas Stimme tatsächlich einen sehr guten Wiedererkennungswert.

Das Trio kam insgesamt gut an bei den Gästen, welche applaudierten und sich sichtbar über die Musik und den kleinen Interaktionen mit sich erfreuten. Leider gab es nur etwas mehr als eine gute halbe Stunde an Musik, aber für den Start in den Abend konnte es, aus meiner subjektiven Sicht, keine bessere Wahl als AnnA Lux gegeben haben.

Während der folgenden Pause nutzte ich die Zeit, um aus dem Keller zu gehen und meinem Dampfbedürfnis zu folgen, ehe ich mich einem kurzen und sehr angenehmen Gespräch mit Anna am kleinen Fanartikeltisch widmete. Übrigens spricht sie fast akzentfreies Deutsch, was doch sehr überraschend ist, wechselt aber genauso schnell ins Schweizerdeutsch oder in andere Sprachen. War es Französisch? Ich glaube schon, bin mir aber nicht ganz sicher. Bei Lara und auch Rico hingegen hört man sofort heraus: das sind Schweizer. Aber letztlich finde ich das doch sehr sympathisch, muss ich sagen. Selbstverständlich habe ich mir auch das aktuelle Album zugelegt, schließlich war die Gelegenheit da, dass sich das Trio auf selbigem mit Autogrammen verewigt. Sehr schön.

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Nach ein wenig Umbauzeit und dementsprechend noch einigen Minuten an Wartezeit kamen auch schon Erdling auf die Bühne. Sie kamen übrigens von der rechten Seite auf die Bühne. Dort stand ich auch und wäre beinahe von einer 8-saitigen schwarz-weißen Gitarre erschlagen worden. Es war knapp.

Aber nur wenige Momente später konnte es dann auch schon, ganz unfallfrei, losgehen. Den Fans war sofort anzumerken, dass sie absolut Lust darauf hatten, denn gejubelt wurde schon recht laut.

Die Münchener spielen ebenfalls Dark Rock und NDH, haben ihre zusätzlichen Einflüsse aus dem Industrial Bereich und einen Sänger, der stimmlich und vom Gesang her sehr gut zu dem Ganzen passt.

Mitklatschen, den Fauststoß mit „Hey“, sowie Arme ausbreiten und Flügelschläge imitieren waren häufig an der Tagesordnung, wurden mehrfach eingefordert und von den Gästen angenommen. Das Spiel zwischen Musikern und den Gästen funktionierte tadellos.

Hinzu kam der Einsatz von Nebel auf der Bühne, der selbige fast unsichtbar machte. Aber auch ein kleiner Schaumwerfer wurde eingesetzt und erfreute insbesondere eine schwarzhaarige Dame, die vorn an der Bühne stand und auf einmal eine recht wilde Frisur mit weißen Schaumsträhnen hatte.

Einige Songs vor Schluss wurden die Gäste gebeten sich zu setzen und auf Kommando hochzuspringen. Bis auf einige wenige Ausnahmen machten alle mit und zum Kommando flogen noch glitzernde Schnipsel durch die Luft, die dem Treiben noch das besondere Krönchen aufsetzte.

Die Show von Erdling hatte nebst der Musik absoluten Unterhaltungswert und kam dementsprechend in dieser Form sehr gut an. Es gab sogar, ungefähr zur Hälfte des Auftritts, noch ein Drum Solo, das sich durchaus hören und sehen lassen konnte. Das hatte ich nun so nicht erwartet, fand es aber sehr cool, dass auch so ein Part in der Show seinen Platz hat.

Ich muss gestehen, dass ich von der band selbst noch gar nicht viel kannte. Gerade einmal drei oder vier Songs, die ich auf YouTube gesehen und gehört habe. Dennoch war das Gesamtpaket auf musikalischer Ebene für dieses Genre sehr gut. Nicht zu extrem aber auch nicht zu wenig. Also nicht zu sehr in diesem dunklen Bereich angesiedelt, sodass auch Nicht-Goths ihre Freude an der Musik haben können. Es ist sicherlich nicht einfach diese Mitte zu finden, aber ich empfand, dass sich Erdling auf dieser Ebene befindet.

Es machte Spaß, die Zeit verging relativ schnell, irgendwo kreischten ein paar Mädels herum, die sich anscheinend ein paar Piccolos gönnten und Ups, da wurde ich auch einmal erwischt, als ich mit verschränkten Armen an der Wand lehnte und einfach nur genießen wollte. Da wollte ich einfach nur entspannt genießen und wurde also vom Gitarristen ertappt. Denn beim Song „Phoenix“ sollten die Gäste ihre Arme hochreißen und mit der Musik bewegen. Bei dem Blick, der mir zuteilwurde, blieb mir schon aus reinem Selbsterhaltungstrieb gar nichts anderes übrig, als mitzumachen.

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Ein legendärer Abend in der Batschkapp Frankfurt mit Bonfire und ihren Freunden am 05.11.2018

Es gibt Konzertabende, die unvergessen bleiben werden, und dieser gehört für mich definitiv dazu. Nicht nur, dass ich Bonfire sehen konnte, sondern auch weil Musiker und Sänger auftraten, die Musikgeschichte geschrieben haben und so auch nicht mehr zu sehen sind.

Ungefähr 400 Menschen hatten sich an diesem Abend versammelt, darunter einige VIPs, um sich Bonfire und die Rocklegenden anzusehen. Möglicherweise lag das wohl am Wochentag und dem veranschlagten Preis, dass es für mein Empfinden bei dieser Veranstaltung so wenige Menschen waren.

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Dies hinderte Bonfire jedoch nicht mit ihren Hits zu starten. Darunter mit der bekannten Ballade „You make me feel“. Sänger Alex schien manchmal etwas verwirrt, bzw. irritiert zu sein, da er Songs ankündigte, die nicht zu der aktuellen Setlist passten. Seine Erklärung hierfür war, dass sie diese so oft geändert haben, dass er einfach durcheinandergekommen ist. Einfach menschlich, kann vorkommen.

Lange dauerte es dann auch nicht, bis die erste Legende auf die Bühne kam und das war der Keyboarder Paul Morris, der trotz einer kürzlich vorgenommenen Operation dabei war. Er blieb auch den ganzen Abend an den Keys und bereicherte Bonfire um diese Komponente.

Mit James Christian von der Band „House of Lords“ ging es mit den Rocklegenden weiter. Die Band gibt es bereits seit 1988. Zwar kannte ich ihn von seiner Optik her nicht, aber die Stimme kam mir sehr bekannt vor. Sie hat eindeutig Wiedererkennungswert. Es war ein wirklich interessanter Beginn mit ihm und er versuchte auch schon das Publikum zu animieren, welches noch etwas verhalten reagierte.

Nach ihm folgte Dieter Hertrampf, der lange Zeit bei den Puhdys aktiv war. Wow, jemand von den Puhdys, dass ich das nochmal erleben durfte, war schon ein Knaller. Drei Songs lang war er mit auf der Bühne und beim Song „Alt wie ein Baum“ wurde sogar mitgesungen. Vermutlich bin ich für diese Songs dann doch etwas zu jung. Aber gerockt hat es und das gefiel auch mir.

Nach ihm durfte sich die einzige Dame die Ehre geben und es war Robin Beck, die man durchaus kennen kann, schließlich hat sie den bekannten Coca-Cola-Song Ende der 80er Jahre gesungen. Dieser hat übrigens den Titel „First Time“. Dass sie immer noch eine wirkungsvolle Bühnenpräsenz hat, zeigte sie sehr eindrucksvoll. Passend zu ihrem bekanntesten Song verschenkte sie auch eine Flasche Cola an eine Dame. Aber wo wäre der Spaß gewesen, wenn die Flasche nicht vor der Übergabe noch einmal richtig durchgeschüttelt würde? Genau das machte sie nämlich.

Es folgte ein weiterer Bonfire Song und eine kurze Pause, in der ich eine leckere Currywurst aß und anschließend etwas trinken wollte. Doch leider war an der Getränkeausgabe in der Batschkapp, im Konzertraum, nur eine Dame, die zu viele durstige Gäste bedienen musste. Vielleicht hätte man wenigstens in der Pause jemanden dazubeordern sollen, die Schlange war doch recht lang.

Schnell war die Pause auch wieder vorbei und bevor die nächste Legende auf die Bühne kam, wurde ein legendärer Song gecovert. „Child in Time“ von Deep Purple war der gewählte Titel und dieser war wirklich hervorragend gespielt. Ganze zehn Minuten wurde dieser klasse Song gespielt und dafür gab es auch den berechtigten Applaus. Ein kleiner Faux-Pas passierte Alex bei dem Song, als er einmal zu spät für seinen Part ansetzte, aber es fiel kaum auf.

Weiter ging es mit dem nächsten Großen aus der Rock und Metal-Szene und es kam mit ihm richtig Leben auf die Bühne. Johnny Gioeli, derzeit bei Axel Rudi Pell als Sänger aktiv, animierte mit seiner Art auch die Zuschauer zum Mitmachen, mitklatschen und auch zum Mitsingen. Nun waren die Gäste auch nicht mehr so zurückhaltend, wie noch zu Beginn. Auch er war für drei Songs auf der Bühne und das Highlight war das Cover von „Halleluja“, das er gemeinsam mit Alex sang und dabei, bestimmt nicht nur bei mir, Gänsehaut erzeugte.

Nach ihm wurde es mit Chris Boltendahl (Grave Digger) noch eine Spur härter und metallischer. Mit „The Clans are marching“ und „Heavy Metal Breakdown“ konnte er die Gäste erstmalig so richtig aus der Reserve locken. Party pur und mein Geschmack war das ohnehin. Typisch für ihn war natürlich das Tragen des Rocks und seine außergewöhnlich geniale Art zu singen. Fantastisch war es und die Zeit rannte förmlich davon. Aber das Ende war noch nicht in Sicht.

Auch Toto ist in der Musikwelt bis heute ein Begriff. Dass man mit Bobby Kimball den originalen Sänger von der Anfangszeit sehen und hören durfte war schon der Wahnsinn, schließlich ist er schon länger nicht mehr aktiver Sänger der Band. Mit Bonfire zusammen sang er natürlich den bis heute bekanntesten Song „Africa“, aber auch „Hold the line“. Erneut feierten die Gäste, klatschten, applaudierten und sangen mit. Bobby erzählte auch ein wenig von seiner Zeit in Deutschland, wie sehr sie im gefallen hat und hatte sichtlichen Spaß daran auf der Bühne zu sein.

Ihm folgte Geoff Tate auf die Bühne, der mit der Band „Queensryche“ bekannt wurde. Seine kraftvolle und zugleich gefühlvolle Stimme gaben der Musik eine besondere Note, die auch sehr gut bei den Zuschauern ankam. Von der guten Stimmung getragen war auch er mit Elan dabei und schenkte dem Publikum mehrere Male ein Lächeln, während er beim Singen hochkonzentriert in seiner Welt war.

Fast schon gegen 23 Uhr kam auch die letzte Legende des Abends auf die Bühne. Dave Bickler war es, der noch einige Survivor Songs, darunter „Eye oft he Tiger“, präsentieren konnte. Man sah ihm sein Alter schon an, aber textsicher und stilvoll mit seiner Mütze war er allemal. Ihn zu sehen war ein absolutes Highlight. Schließlich beherrscht er die Bühnenarbeit noch immer sehr gut und konnte damit zeigen, dass er dort zu Hause ist.

Nach ihm versammelten sich alle Legenden zum Abschlusssong auf der Bühne und verabschiedeten sich nach einem legendären Abend in die Nacht.

Bonfire and Friends – Batschkapp Frankfurt – 05.11.2018

Bonfire

mit James Christian – House of Lords

mit Dieter Hertrampf – Puhdys

mit Robin Beck

mit Johnny Gioeli – Axel Rudi Pell

mit Chris Boltendahl – Grave Digger

mit Bobby Kimball – Toto

mit Geoff Tate – Queensryche

mit Dave Bickler – Survivor

Die Stadthalle in Langen bebte unter dem melodischen Sound von Axel Rudi Pell am 30.10.2018

Da war ich also in Langen, das zwischen Frankfurt und Darmstadt liegt, um eine meiner musikalischen Favoriten endlich einmal zu sehen. Seit wie vielen Jahren höre ich eigentlich Axel Rudi Pell? Tatsächlich seit 2004 und nun, 14 Jahre später, kam ich endlich in den Genuss diese Band auch einmal live zu sehen mit dem Großmeister selbst an der Gitarre.

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Zum Glück war es nicht so kompliziert die Stadthalle in Langen zu finden. Dafür war es zunächst ein wenig irritierend. Nun gut, ich war noch nie dort gewesen und habe zunächst einmal den Weg nach unten Richtung Garderobe und Toiletten gewählt. Danach hinten herum, nach oben und siehe da, dort muss es sein. In der Räumlichkeit selbst war ich überrascht, dass der Raum insgesamt kleiner wirkte und war, als ich annahm. Dafür gab es weiter hinten leckeren Currywurst-Duft und Getränke. Die Cola für 3,50 € ohne Pfand – das ist mal ein fairer Preis. Aber noch wollte ich gar nichts trinken, ich bewunderte erstmal die schöne Bühne, die schon fein hergerichtet auf die Action wartete.

Und die ließ auch nicht lange auf sich warten: zwei Herren mit Akustikgitarren betraten die Bühne und das war auch der Start in den Abend. Chris Bay heißt der Künstler, der einen gewissen Surfer-Charme ausstrahlt und mit der Akustik-Gitarre zwar eher ruhigere Rockmusik spielt, diese aber mit Gefühl und Ausstrahlung. Okay, vielleicht liegt das mit dem Surfer-Charme auch daran, dass ich vor dem Konzert sein Video „Flying Hearts“ gesehen habe, in dem er an einem Strand ist.

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Die Songs strahlen eine gewisse Freude und irgendwie auch, ich kann es nicht anders als mit dem Wort Sonne beschreiben, aus. Deswegen vielleicht auch die Antizipationen des Surfers. Aber er kommt auf der Bühne auch freudig und mit Spaß bei seinem Tun herüber.

Zwar war es ein eher, im Verhältnis zu dem was noch kam, ruhigerer Start in den Abend, dafür jedoch ein gutes Aufwärmprogramm, bei dem er schon Erfolg dabei hatte, das Publikum mitzunehmen. Man sah ihn häufig lächeln und mit offenem Blick ins Publikum schauen. Sein Partner an der zweiten Gitarre, war eher etwas zurückhaltender, wenn ich das so sagen kann, erledigte seine Aufgabe aber auch sehr gut und spielte die zweite A-Gitarre mit leicht versteckter Leidenschaft.

Nach ihnen gab es keine große Pause. Es reichte gerade aus, um die gekaufte Cola auszutrinken. Die folgende Band durfte ich nun ein zweites Mal sehen. Bereits im Jahr 2017 waren The Unity in der Batschkapp im Vorprogramm von Edguy zu sehen. Damals haben sie mir schon sehr gut gefallen, denn mit ihrem Hard Rock und Metal, der kraftvoll und melodisch ist, treffen sie meinen Geschmack sehr genau.

Das war dieses Mal nicht anders. Es ging direkt knallhart los. Schlagzeug und schöne Gitarrenriffs zu Beginn, das ist mal eine Ansage und Gianba Manenti, der die Kraft durch seine Stimme repräsentiert, war nicht minder mit Energie aufgeladen.

Wieder brachten sie ein gutes Set mit, das mit Krachern und auch gefühlvolleren ruhigeren Passagen in den Songs gespickt war. Freude, Spaß und Leben auf der Bühne war von Beginn bis Ende zu sehen. Ob an den Bewegungen oder der Mimik der Musiker, man sah es ihnen einfach an, dass sie auf der Bühne zu Hause sind.

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Mit „Never Forget“ beendeten sie ihren Auftritt, was durchaus sehr passend war, denn der Song ist, ähnlich wie The Storm, sehr melodisch gehalten und vergessen kann ich The Unity jedenfalls nicht. Es ist einfach meine Musik und ich glaube, dass das Album bald auch den Weg in mein Wohnzimmer finden wird. Die Musik ist einfach stark. Ob sie im kommenden Jahr vielleicht schon ihre eigene Tour machen werden? Genial wäre es definitiv.

Nach dem gelungenen Auftritt gab es dann doch mal eine längere Umbaupause auf der Bühne, die man gut für Gespräche, Getränke und das ein oder andere Laster nutzen konnte. Ein wenig den Merchandise-Stand betrachten gehörte auch dazu.

Die Zeit verging dann aber doch recht schnell und es wurde Zeit für den Hauptakt des Abends. Ich war innerlich ganz schön aufgeregt und habe mich tierisch darauf gefreut, Axel Rudi Pell live sehen zu können. Dazu muss ich aber auch sagen, dass so etwas immer ein gewisses Risiko birgt. Ist die Band auch live so gut, wie auf den CDs? Werde ich womöglich entzaubert? Werde ich enttäuscht? Ich sage es direkt vorweg: nein ich wurde nicht enttäuscht und auch nicht entzaubert. Die Band und natürlich Axel Rudi Pell selbst, sind live mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser, als auf CD. Das ist meine persönliche Einschätzung.

Es ging also los, die Medieval Overture lief an, nach und nach kamen die Musiker auf die Bühne. Selbstverständlich unter Jubel und Applaus. Kaum waren alle da, ging es auch richtig los mit The Wild and the Young.

Natürlich war mein Fokus zu Beginn auf Axel Rudi Pell gelegt, schließlich mag ich sein besonderes Gitarrenspiel sehr. Man hört nicht nur auf CD, sondern auch live, sehr gut heraus, wie er „arbeitet“. Wenn man das auch noch sehen kann, ist das eine Art Fest für die Sinne. Dazu noch der super Gesang von Johnny Gioeli, der die Bühne komplett ausnutzte und bis zum Ende scheinbar keinen Energieverlust hatte.

Fantastisch ist es, wenn man fast alle Songs kennt und diese bereits mit den ersten Klängen erkennt und zu einem Großteil mitsingen könnte. Vom aktuellen Album gab es gerade einmal drei Titel, dafür aber eine bunt durchgemischte Liederpalette aus vielen Alben. Beim Song Oceans of time, der ruhiger ausfällt, konnte man durchaus ins Träumen verfallen. Fans der Band wissen ohnehin, dass gerade solche ruhigeren Songs auch sehr gut ankommen. Sie liegen ihnen und es ist auch nicht verwunderlich, dass Balladen eine Beständigkeit bei Axel Rudi Pell haben. Insbesondere finde ich seine Solos in diesen Songs atemberaubend. Die Melodie erzählt so viel mehr, als es Worte manchmal könnten.

Später lief er selbst sogar von der Bühne herunter und begrüßte die erste Reihe, während er von der einen zur anderen Seite ging und auch weiterspielte. Ja, der Mann hat es drauf.

Aber nicht nur er hatte seine besonderen Auftritte, auch der Drummer Bobby durfte bei einem Solo sein Können zeigen. Dies tat er während des Songs Mystica, als die Band die Bühne für seinen Auftritt räumte und ihn machen ließ. Sehr zur Freude der Fans, die nach Aufforderung auch klatschten und das „Hey“ zum Rhythmus riefen.

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Ferdy am Keyboard hatte auch sein Solo als Intro für die Songs Game of Sins / Tower of Babylon. Die Zeit rannte bei der tollen Musik einfach nur so davon und nach einem Medley, das mit einem Ausschnitt des Songs „Carousel“ endete, war das Hauptprogramm vorbei.

Doch was wäre ein sehr guter musikalischer Abend ohne die Aufforderung der Fans, dass eine Zugabe unabdingbar ist? Einfach nur ein sehr guter und kein gelungener Abend. Aber es wurde zu einem gelungenen Abend, denn die Zugabe gab es natürlich.

Mit dem Masquerade Ball und Casbah ging es weiter, ehe mit Rock the Nation ein passender Abschluss, fast eine Message, der Abschluss gefunden wurde.

Poets of the Fall begeistern internationales Publikum in der Frankfurter Batschkapp am 24.10.2018

Es war schon erstaunlich, dass eine Band, wie die Poets, so ganz ohne Vorband anreisten und dementsprechend um 20:30 höchstpersönlich selbst in den Abend starteten.

Das hatte mich genauso überrascht, wie die Kontrolle am Einlass, die von zwei jungen gutaussehenden Damen vorgenommen wurde. Sonst ist es doch in political gender correctness getrennt. Ich glaube nicht, dass es deswegen Beschwerden gab. Wie dem auch sei, das vertiefen wir mal nicht.

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So gab es an diesem Abend also nur die Poets zu sehen und zu hören. Sie starteten mit einem älteren Song, gefolgt von einem aktuellen des Albums „Ultraviolet“. Diese Mischung hielten sie auch den Rest des Abends bei.

Vom Stil her war und ist es alternativer Rock mit einem ansprechenden Anteil des Keyboards, das auch Synth Einflüsse mitlieferte. Einen vergleichbaren Stil hatte ich zuletzt bei Sunrise Avenue gehört. Mir kam es aber so vor, dass die Anteile an Gitarrensolos bei den Poets deutlich größer sind. Dabei haben sich beide Gitarristen nichts geschenkt. Mir persönlich gefallen solche Einlagen wirklich sehr, weil sie nicht nur zeigen, dass die Künstler auf der Bühne ihre Musik spielen, sondern auch leben.

Die Wechsel zwischen den etwas schnelleren und etwas langsameren, gefühlvolleren Songs, verlief wie ein Faden, der nicht unterbrochen wurde; also sehr harmonisch.

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Später gab es auch Songs, bei denen die A-Gitarre ihre Einsätze fand. Dennoch zeigten die Musiker, dass sie ihre Musik leben und dementsprechend lebhaft zeigten sie sich fast durchgängig auf der Bühne. Dazu waren die Lichteffekte stets passend gewählt. Mal warm und hell, mal eher etwas dunkler und kälter und häufig schimmerte es Lila-Violett.

Auch die Interaktionen mit den Fans funktionierten. Sei es das Mitklatschen oder Mitsingen gewesen; beides klappte sehr gut und es gab von Marko auch Lob dafür. Eine besondere Erwähnung fanden jene Fans, die scheinbar während der Ultraviolet Tour auf ständiger Mitreise sind. Die Gruppe applaudierte und jubelte schon beinahe frenetisch, als sie erwähnt wurden.

So gab es dieses Gegenseitige im Prinzip den ganzen Abend, was sich schlussendlich auch bei der Zugabe zeigte. Es war rückblickend ein angenehmer Abend, der an den richtigen Stellen rockig und emotional von der Band geführt wurde.

Irish Folk Rock Abend im Frankfurter Nachtleben am 18.10.2018 mit den Paddyhats und den Scarlet Scallywags. Party- und Feierstimmung waren inklusive.

Bereits im Vorjahr war ich bei den Paddyhats im Nachtleben gewesen und da mir das, was sie machen so gut gefallen hat, wollte ich mir den neuerlichen Auftritt absolut nicht entgehen lassen.

Neues Album, neue Tour und immer noch sehr guter Irish Folk Rock. Dass sie damit erfolgreich sind, konnte auch durch die Besucherzahl an diesem Abend belegt werden, denn diese war deutlich größer, als noch vor einem Jahr. Hatte man noch relativ viel Platz im Kellerclub, so war es in diesem Jahr schon kuschliger.

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Doch es gab noch eine weitere Veränderung; besser gesagt Erweiterung, denn dieses Mal gab es eine Vorband. So wie ich mitbekommen hatte, war das sogar relativ spontan organisiert. So bekamen die Gäste im Nachtleben die Möglichkeit eine neue Band, die kurz vor ihrem ersten CD Release stand, also ihrer Debüt EP, zu sehen und zu hören.

Die Scarlet Scallywags eröffneten also den Abend mit etwas ruhigerem und emotionalem Irish Folk, der eine gute Einstimmung auf die Paddyhats darstellte. Und das nicht nur musikalisch. Die Vier, Benedikt, Patrick (der Bruder von John Schnee), Lea und Bianca, präsentierten sich mit ihrer Musik und sie hatten sichtlich Spaß und Freude dabei. Nach und nach tauten sie auch so richtig auf der Bühne auf und zwischen den Songs wurden die Interaktionen und Gespräche zu und mit den Gästen mehr.

Das sorgte hier und da für zusätzlichen Applaus und gemeinsames Lachen. Dabei zeigte sich insbesondere Patrick, als Spaßmacher, der nicht nur auf Kommentare aus dem Publikum einging, sondern auch ein Improvisationstalent ist. Text vergessen? Kein Problem! Einfach sagen und weitermachen. Menschlich, sympathisch, lustig und ehrlich.

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Ich bin froh, dass genau dieser Song auch auf der EP bei den fünf Titeln dabei ist, denn ich habe diesen tatsächlich schon einige Zeit in Schleife gehört. Ja, die EP gab es schon an dem Abend zu kaufen, obwohl sie erst zwei Tage später offiziell veröffentlicht wurde. Super Sache, dass sie die schon dabeihatten, denn so habe ich diese EP direkt mit den Autogrammen der Band bei mir.

Während der Pause hatte ich zudem noch die Möglichkeit kurz mit Benedikt zu sprechen. Leider nicht mit meinem Namensvetter Patrick, aka John Schnees Bruder. Schließlich haben wir Herbst, der Winter kommt also und da hat er bestimmt sehr viel zu tun. Nein, Spaß bei Seite. Benedikt sprach davon, dass sie sehr froh darüber sind, dass es so kurzfristig mit den Paddyhats geklappt hat, denn ein Auftritt wie dieser im Nachtleben Frankfurt wäre schon eine Nummer größer für sie gewesen. Die Band gibt es seit 2016 und sie haben auch schon in mehreren Clubs in NRW gespielt.

Wirklich sehr sympathische Menschen und ich bin froh, dass ich sie hören und sehen durfte. Wer weiß, vielleicht sieht man sich bald wieder mal. Schön wäre das bestimmt.

Viel Zeit blieb nicht, denn schon während des Gesprächs kamen die Paddyhats auf die Bühne und ich war wieder einmal erstaunt darüber, dass sieben Personen auf der kleinen Bühne Platz finden konnten.

Es ging direkt mit Vollgas, Rauch und Irland Flaggen los; keine Zeit für ein weiteres Aufwärmen. Direkt loslegen waren das Motto und die Devise. So war direkt Stimmung und Party auf und vor der Bühne zu sehen. Schnell wurde es dadurch den Musikern warm, aber auch der Kellerclub wurde wieder einmal langsam aber sicher zu einer wohltemperierten Sauna.

Auffällig war wieder einmal Ian Mc Flannigan, denn ich frage mich, wie viele Outfits er auf einer Tour so dabeihat. Bei einem der ersten Songs „Circus of Fools“ eilte er schnell von der Bühne und kam mit einem Mantel im Stil eines Zirkusdirektors, Hut, Gehstock und Megafon wieder zurück. Es gab noch weitere Songs, bei denen er sich ein entsprechendes sinngemäßes Outfit holte. Irgendwann macht er das bestimmt bei jedem Song.

Es wurde getanzt, gelacht, mitgesungen und wenn man nicht aufpasste, war man spontan Teil einer schunkelnden Reihe. So war es mir passiert. Häufig passierten diese Sachen in Eigendynamik bei den Gästen, aber auch die Aufforderungen Seitens der band funktionierten nach ein paar Übungen sehr gut. Arme hoch, mitsingen und den Donnerstagabend zu einem Samstagabend machen.

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Aber Mia durfte beim Song „Rockstar“ auch mal einen längeren Gesangspart einnehmen, bei dem die Herren nur den Refrain sangen. Mal eine schöne und sehr gut klingende Abwechslung.

Irgendwann später flogen auch einige aufgeblasene Wasserbälle durchs Nachtleben. Passend zum Song „Boys on the Green“. Dieser hat natürlich weniger mit Wasserball, dafür mehr mit Fussball zu tun. Irgendeiner der Gäste in meiner Nähe wollte schon „Will Grigg’s on fire“ anstimmen; kam aber nicht so wirklich durch damit. Die Bälle flogen immer wieder zurück auf die Bühne, aber das hatten die Musiker schon erwartet.

Die Zeit verging bei so viel Party und ausgelassener Stimmung, wie vor einem Jahr, viel zu schnell. Zum Abschluss gab es noch den wohl bekanntesten Song der Band „Barrels of Whiskey“, bei dem die Stimmung nochmals so richtig hochkochte und den Ruf nach einer Zugabe in der Folge laut werden ließ.

So gab es die Zugabe selbstverständlich und zwar mit den Songs „Green Blood“, dem Titelsong des aktuellen Albums, sowie einem der ältesten Songs mit „We are the O’reillys and the Paddyhats“. Wer da am Ende noch Energie hatte und nicht bester Stimmung war, hat gewiss irgendetwas falsch gemacht.

Wiederkommen nach Frankfurt ist Pflicht Paddyhats!