Lacuna Coil – 24.11.2017 – Colos-Saal Aschaffenburg

Direkt vorne weg: der Abend war super! Beide Bands haben die Aschaffenburger City richtig gerockt und auch das Publikum war begeistert. Aber der Reihe nach.

Um exakt 20 Uhr betrat die Vorband des Abends die Bühne. Cellar Darling aus der Schweiz waren, es die unter Applaus des Publikums, den musikalischen Abend eröffneten. Die Band mag zwar namentlich noch relativ unbekannt sein, dafür sind die Mitglieder aber durchaus bekannt.

Alle drei waren lange Zeit bei Eluveitie aktiv, ehe sie gemeinsam Eluveitie verließen und ein eigenes Projekt unter dem Namen „Cellar Darling“ starteten.

Mit ihrem eigenen Musikstil, der zwar immer noch in das Genre des Folk Rock einzuordnen, aber deutlich moderner und abwechslungsreicher ist, wussten sie das Publikum sehr zu begeistern. Nach jedem Song gab es lang anhaltenden Applaus und Jubel für die Musiker.

Eigentlich sollte man denken, dass sie so etwas durch ihre Zeit bei Eluveitie gewohnt sein müssten, doch Anna schien davon sehr gerührt und beeindruckt gewesen zu sein, dass das Aschaffenburger Publikum mit solchen Reaktionen auf die Musik reagierte.

Insgesamt waren es, aus meiner Sicht, beeindruckende 40 Minuten. Anna kann wundervoll singen. Mal lauter und kraftvoller aber auch leiser und gefühlvoller. Ich meine doch tatsächlich den ein oder anderen Jodler gehört zu haben?! Was mich auch sehr fasziniert hat, war die Tatsache, dass ich zum ersten Mal sehen konnte, wie eine Drehleier gespielt wird. Das ist schon etwas Besonderes.

Doch auch die Musik im Gesamten war sehr schön und ergänzte sich prima mit dem Gesang. Auch die Tonabstimmung war sehr gut, so dass die rund 500 begeisterten Zuschauer ihre Freude an diesem doch zu kurzen Auftritt hatten. Selten hört man das Publikum bei einer Vorband nach einer Zugabe rufen. Aber das war hier der Fall – und das zurecht!

Kurze Informationen zu Cellar Darling:

Genre(s): New Wave of Folk Rock

Herkunft: Schweiz

Gründung: 2016

Aktuelle Besetzung:

Gesang, Drehleier:  Anna Murphy

Gitarre, Bass:  Ivo Henzi

Schlagzeug:  Merlin Sutter

[amazon_link asins=’B071Z8R4XL,B0719KH266,B072FJ1KNX‘ template=’ProductGrid‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’1543f832-d10f-11e7-9ddd-057d053eb1a1′]

Die Umbaupause war lediglich 20 Minuten. Das reichte um ein wenig zu dampfen und mir ein Karamalz besorgen. Erstaunlicherweise erntete ich an diesem Abend keine fragenden, irritierten und mitleidigen Blicke. Dafür danke ich herzlichst.

Dann betraten auch schon Lacuna Coil die Bühne und viele überraschte Gesichter waren zu sehen, da das Bühnenoutfit der Italiener doch sehr mörderisch gut war.

Aber nicht nur diese Outfits waren großartig, sondern auch die Musik und der Gesang, den Lacuna Coil an diesem Abend präsentierte. Mitsingen und Mitklatschen waren durchaus Gang und Gebe, so wie es schon bei der Vorband der Fall war.

Es war schon sehr fantastisch zu beoachten wie Cristina Scabbia, die Sängerin, beim Gesang mit dem Mikrofon umgegangen ist, sodass bestimmte Nuancen noch deutlicher zur Geltung kamen. Auch der Kontrast zur gutturalen Gesangsstimme von Adrea Ferro (männlich) ist hervorragend.

Auch bei Lacuna Coil war die gesamte Tonabmischung perfekt, sodass es ohne Probleme möglich war, jedes Instrument zu hören und zu unterscheiden. Außerdem war es weder zu laut, noch zu leise. Es hat sehr viel Spaß gemacht den Musikern auf der Bühne zuzusehen. Ob es beide Sänger waren, oder der Bassist, der Drummer und der Gitarrist, alle hatten sichtlich Spaß und und das Publikum zahlte es ihnen mit großem Applaus und viel Jubel zurück.

Der musikalische Stil war insgesamt sehr abwechslungsreich gehalten. Neuere Songs, aber auch ältere Lieder der Band wurden aus dem Repertoire gezaubert. Zwischendurch wurde nicht unerwähnt gelassen, dass die band ein Buch veröffentlicht hat, das einen Blick auf die 20jährige Bandgeschichte wirft. Es trägt den Titel „Nothing stands in our way“ und enthält viele ungezeigte Bilder und Aufzeichnungen der Bandmitglieder. Für Fans bestimmt ein „Must-Have“.

Insgesamt ist der Abend so schnell vergangen, dass auch die ca. 80 Minuten des Auftritts von Lacuna Coil einfach verflogen sind. Nicht nur mir, sondern so ziemlich allen hat es sichtlich Spaß gemacht. Eine sehr tolle Kombination aus zwei Bands, die man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man die Möglichkeit dazu hat.

Kurze Informationen zu Lacuna Coil:

Genre(s): Rock, Metal, Alternative Metal

Herkunft: Mailand, Italien

Gründung: 1994 als Sleep of Right, seit 1996 Lacuna Coil

Aktuelle Besetzung:

Gesang: Cristina Scabbia

Gesang:  Andrea Ferro

Bass:  ???

Gitarre: ???

Schlagzeug:  Ryan Blake Folden

[amazon_link asins=’B01DQE64YW,B0069K3IOA,B00IERJQE2′ template=’ProductGrid‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’6ec5f16d-d10f-11e7-a0ff-adbc722d3afe‘]

Werbeanzeigen

Schandmaul – 12.11.2017 – Batschkapp Frankfurt

Eine lange Schlange vor den Türen überraschte mich an diesem Abend, als ich an der Batschkapp eintraf. Dass diese so lang war, dass sie eine Kurve machte und man das Ende nicht wirklich einsehen konnte, hatte ich wahrlich nicht erwartet. Immerhin war mein Timing so gut, dass ich drinnen war, mir einen Platz suchen und dem Beginn um 19:45 beiwohnen konnte. Es standen bestimmt noch viele vor der Tür, die dieses glückliche Timing nicht hatten. Dafür wurde es recht voll, so dass ich an diesem Abend von 1.300 bis 1.400 Gästen in der Batschkapp ausgehe.

Begonnen hat der Abend mit der Band „Krayenzeit“. Die Ludwigsburger waren, meiner Ansicht nach, der perfekte Einstieg in den Abend und sehr passend zum Hauptakt Schandmaul. Ich muss gestehen, dass dieses Genre, das geprägt von Mittelalter und Folk ist, für mich mehr eine Abwechslung darstellt. Aber die Band hat durchaus auch sehr moderne Elemente in den Songs, so dass es eigentlich kein typisches Mittelalter und Folk mehr darstellt. Das wird insbesondere beim Klang der E-Gitarre deutlich, die in manchen Liedern in den Vordergrund gestellt ist.SCHMA121117 (2 von 12)

Sie kamen beim Publikum sehr gut an und somit war von Beginn an Feuer in der Batschkapp und die Stimmung war schon sehr gut. Es wurde auch ganz oft zum Mitklatschen und Mitsingen aufgefordert, was die Gäste gerne annahmen. Mich selbst haben sie auch sehr positiv überrascht, da diese musikalische Mischung mittelalterlich und doch modern wirkt. Die vielen Instrumente, die sich wiederfinden, waren auch sehr gut hörbar. Man kann sich schnell in den Klang der Instrumente verlieben. Vor Allem die Violine und auch die Drehleier sind sehr einprägend. Gewiss auch die E-Gitarre. Jedoch kam es mir so vor, dass die Akustik-Gitarre häufig untergeht. Ich musste mich übrigens erstmal im Nachhinein darüber informieren, was genau die Drehleier eigentlich an Musik macht. Wieder etwas für die Allgemeinbildung getan. Es ist ein Saiteninstrument.

Die Partystimmung, die sich bereits nach wenigen Minuten einstellte, wurde nur durch technische Probleme kurz gestört. Es gab einen Schlag, den jeder hören konnte, und plötzlich war es so gut wie leise. Das passierte mehrere Male und man konnte den Musikern ansehen, dass dieses unangenehme Geräusch auch durch das Knöpfchen in den Ohren ging. Ich hatte schon die Befürchtung, dass irgendetwas Wichtiges kaputtgegangen sei. Glücklicherweise war das nicht der Fall, auch wenn es einige Momente dauerte, bis dieses Problem von der Technik behoben wurde.SCHMA121117 (3 von 12)

Der Band muss man jedoch ein Lob aussprechen. Die Motivation weiterzumachen und sich nicht von dieser technischen Panne aus dem Konzept bringen zu lassen, war weiter da. Ihre positive Stimmung konnte nicht gebrochen werden, und so vergingen die insgesamt 45 Minuten ihres Auftritts viel zu schnell. Ich war durchaus überrascht, dass mir die Musik in Kombination mit diesem Auftritt so gut gefallen haben.

Übrigens ist die Band am 19.01.2018 erneut in Frankfurt im Club „Das Bett“. Da es die Karten auch direkt zu kaufen gab, habe ich mir zu einem späteren Zeitpunkt direkt eine besorgt, damit ich mir die Band nochmal ansehen kann. Dann hoffentlich ohne technische Pannen. Aber ich bin da guter Dinge. Sie haben mich wirklich begeistert und ich lasse dafür sogar ein Eishockeyspiel sausen. Das will schon etwas heißen.

Kurze Informationen zu Krayenzeit:

Genre(s):  Metal, Mittelalter Rock, Folk Rock, Folk

Herkunft:  Ludwigsburg und Stuttgart, Deutschland

Gründung:  2011

Aktuelle Besetzung:

Gesang, Rauschpfeifen, Flöten, Cister:  Markus Engelfried

Bass:  Joachim Lappel

Gitarre, Cister, Gesang:  Alexander Reichert

Schlagzeug:  Martin Daniel

Drehleier, Flöten, Gesang:  Jessica Kondermann

Violine:  Shir-Ran Yinon

A und E Gitarre:  Marc „Micki“ Richter

[amazon_link asins=’B0767PRVGT,B00XZLSIXW,B01J6M9WK6′ template=’ProductGrid‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’18bec80f-cd85-11e7-a407-13d56c43b288′]

Die Pause dauerte gut 30 Minuten und dieses Mal habe ich mein Plätzchen nicht verlassen. Ich stand gut, hatte eine recht schöne Sicht auf die Bühne und es war auch noch keine Stunde vergangen, seit ich in der Batsckapp war. So harrte ich der Dinge…. So harrte ich des Schandmauls, das da um 22 Uhr auf die Bühne kam.SCHMA121117 (5 von 12)

Wenn die Stimmung bisher schon sehr gut war, wurde diese nun noch besser. Applaus und Jubel, die so laut waren, dass ich kurz überlegen musste, wann es das letzte Mal so euphorisch und laut in der Batschkapp zugegangen war. Da fiel mir Flogging Molly ein. (Den Konzertbericht zu Flogging Molly gibt es HIER)

Jedenfalls hatte ich mich durch die Vorband schon an die Art der Musik gewöhnt und wurde auch durch Schandmaul nicht enttäuscht. Gewiss klingt es ähnlich aber doch auch etwas anders als bei Krayenzeit. Es ist insbesondere der Gesang, der beide Bands deutlich voneinander unterscheidet. Stimmen können doch sehr viel ausmachen.

Die musikalische Bandbreite von Schandmaul war mir durchaus schon bekannt. Schnelle kraftvolle Lieder, bei denen ebenfalls sämtliche Instrumente sehr gut zu hören sind. So war es auch in der Batschkapp. Wobei ich persönlich finde, dass mir die Band live deutlich besser gefällt als auf CD, MP3, usw. das hatte ich wahrlich nicht erwartet.SCHMA121117 (8 von 12)

Auch wenn die schnelleren Songs, die automatisch zum Mitklatschen und Mitbewegen einluden, waren es doch die Balladen, die mich am meisten fasziniert und berührt haben. Tjark Evers und zum Geleit waren die Titel. Ebenfalls wunderschön, traurig und bedächtig. Dabei empfand ich die Stimme des Sängers, Thomas Lindner, wirklich sehr passend. Also insgesamt, nicht nur bei den Balladen.

Es wurde zudem sehr häufig zum Mitklatschen und Mitsingen und sogar zum Tanzen animiert, wenn es nicht sogar schon von selbst aufgekommen war. In den insgesamt zwei Stunden, die Schandmaul auf der Bühne waren, und wovon Thomas Lindner bestimmt gut 20 Minuten geredet hat, durften die Fans auch einige Textpassagen alleine singen. Das klang durchaus sehr gut; viele waren sehr textsicher.SCHMA121117 (11 von 12)

Aber auch der Kanon von Bruder Jakob, den die Gäste der Batschkapp beherrschten, klang fantastisch. Das hatte zwar nicht wirklich etwas mit dem Konzert zu tun, wie Thomas Lindner auch meinte, und dafür Applaus und ein paar positiv gemeinte Lacher erntete, aber es war schon schick.

Ich glaube, wenn ich gewusst hätte, wie lange Schandmaul auf der Bühne verbringen würden, hätte ich für mich Skepsis gehabt, ob mir so eine lange Zeit denn gefallen könnte. Erstaunt war ich dann aber doch, als ich kurz auf die Uhr blickte und sah, dass es schon halb 11 war. Die Zeit rannte auch dieses Mal weg. Das spricht natürlich für die Band und die Musik, die sie machen.SCHMA121117 (12 von 12)

Im Nachhinein war ich doch froh, dass ich diese Skepsis gar nicht haben konnte, sonst wäre mir ein wirklich schöner musikalischer Abend entgangen.

Kurze Informationen zu Schandmaul:

Genre(s):  Folk-Rock, Mittelalter-Rock

Herkunft:  Gröbenzell / München, Deutschland

Gründung:  1998

Aktuelle Besetzung:

Gesang, Akkordeon, Akustik-Gitarre:  Thomas Lindner
Violine, Gesang:  Saskia Forkert (Gastmusikerin)
Drehleier:  Jessica Kondermann (Gastmusikerin)
Schlagzeug:  Stefan Brunner
A und E Gitarre:  Martin Christoph „Ducky“ Duckstein
Pfeifen, Schalmeien, Flöten, Dudelsack, Gesang:  Birgit Muggenthaler-Schmack
Bass:  Matthias „Hiasl“ Richter

[amazon_link asins=’B01H735POS,B00V435PN4,B00H30FRYO‘ template=’ProductGrid‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’3920e111-cd85-11e7-8bf7-df6e4a37cc6f‘]

Hardcore Superstar + Fozzy – 08.11.2017 – Colos-Saal Aschaffenburg

Ich war zum ersten Mal im Colos-Saal in Aschaffenburg. Ein schöner, recht gemütlicher Club für Live-Konzerte, der nicht zu klein und nicht zu groß ist und eine angenehme Atmosphäre hat. Ich habe mir sagen lassen, dass bis zu 700 Menschen Platz finden können, aber dann wird es sehr kuschelig für alle Anwesenden.

An diesem Abend gab es im Colos-Saal gleich vier Bands zu hören und zu bestaunen und weil ich ungewohnter Weise in der ersten Reihe an der Bühne stand, gibt es auch sehr viele Bilder von diesem Abend und deshalb die erste Galerie von einem Konzert auf meinem Blog. Die Bilder kann man sich hier ansehen -> Galerie Colos-Saal 08.11.2017 (Madame Mayhem, The Last Band, Fozzy und Hardcore Superstar)

Begonnen hat der Abend um 18:45 mit der Band „Madame Mayhem“. Der Name dieser Band aus den USA ist gleichermaßen der Künstlername der Sängerin. Im Heimatland ist die Gruppe durchaus bekannt, aber in Europa ist der Durchbruch noch nicht gelungen. Noch nicht; ich bin mir aber sicher, dass das noch kommen wird, denn das musikalische Angebot, das die Band mitgebracht hat ist wundervoll und super.

Sie spielen eine Mischung aus Rock, Hard Rock und Alternative Rock. Die Musik ist geradlinig und sehr melodisch und vor Allem durch die zarte, hohe Stimme der Sängerin und kraftvollen Gitarrenriffs geprägt. Die Songs sind mal härter und schneller, aber es gibt auch langsamere und ruhigere, bei der die sanfte Stimme der Sängerin sehr besticht.

HSFTLBMM081117 (63 von 78)Zwar war die Lautstärke etwas zu hoch beim Auftritt eingestellt, jedoch war die Abmischung der Instrumente und Mikrofone sehr gut, so dass der Stil dieser Band hervorragend zu hören war.

Es war übrigens der erste Auftritt von Madame Mayhem in Deutschland und diese Premiere ist wirklich gelungen. Mir hat die Band sehr gut gefallen und es machte nicht nur Spaß zuzuhören, sondern auch zuzusehen. Gerade die Frontfrau überträgt Kraft und Energie in ihre Stimme und Bewegungen, dass man ihr ansehen kann, dass sie mit ihren 27 Jahren durchaus Bühnenerfahrung hat und weiß, wie man eine gute Show abliefert. Aber auch die Jungs an den Instrumenten stehen ihr in nichts nach.

HSFTLBMM081117 (65 von 78)Madame Mayhem ist eine Live-Band durch und durch. Die Musiker haben Spaß an ihrer Arbeit, was man ihnen auch ansehen kann und lieferten einen tollen Auftritt ab. Es mag durchaus mehrere Bands in diesem Genre geben die stilistisch ähnlich sind, jedoch finde ich persönlich, dass es gerade durch die Sängerin einen ganz besonderen und eigenen Charme mit Wiedererkennungswert hat. Die 30 Minuten waren leider etwas wenig, aber haben doch einen tollen Eindruck von dieser Band geschaffen. Ich hoffe, dass sie sehr bald erneut auf einer Tour in Deutschland sind – schon wieder eine Band, die ich unbedingt nochmal sehen möchte.

Fange ich gerade an zu schwärmen? Irgendwie schon, denn die Bandmitglieder machen nicht nur tolle Musik, sondern sind auch noch sehr sympathisch. Das habe ich am Merchandise-Stand feststellen dürfen. Gerade die Sängerin freut sich wirklich und ehrlich über jeden, der sich für die Gruppe und die angebotenen Artikel interessiert. Meine Güte, was sie lächeln und strahlen kann. Hinreißend. Jedenfalls habe ich mir ihr neuestes Album “Ready for more“ gekauft. Dieses kostet auf der Tour nur 10 €. Doch nicht nur der Preis für ein neues Album mit 13 Songs ist beinahe unschlagbar, noch viel besser ist es, dass das Heftchen der CD von ihr und zwei weiteren Bandmitgliedern signiert wurde. Diese CD ist für mich nun etwas Besonderes, da es die erste signierte CD überhaupt ist, die ich im Besitz habe.

Kurze Informationen zu Madame Mayhem:

Genre(s):  Rock, Hard Rock, Alternativ Rock

Herkunft:  New York, USA

Gründung:  2012 (?)

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Madame Mayhem (Bürgerlich: Natalie Ann Cohen)

E-Gitarre:  Clint Lowery

E-Gitarre:  Troy McLawhorn

E-Bass:  Corey Lowery

Schlagzeug:  Ryan Bennett oder Beavan Davies

[amazon_link asins=’B074RCV7RY,B01H80236S,B009SG1IU8′ template=’ProductGrid‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’916bcbdd-cd83-11e7-95c3-29ae16a10c97′]

Die Pause dauerte gerade einmal 20 Minuten und wäre wohl noch etwas kürzer ausgefallen, wenn es nicht Schwierigkeiten mit der Feineinstellung einer Gitarre gegeben hätte. Zwei Zwischenrufe von einem Gast waren dabei doch sehr amüsant. Der erste war „Also, ich hör die Gitarre“. Ja, wir haben sie alle gehört, aber wenn die Einstellung nicht stimmt, dann ist es eben nicht perfekt. Der nächste war etwas später, wahrscheinlich von der gleichen Person „Sagt mal, kennt ihr euch überhaupt?!“. Das hatte zwar nichts mit der Gitarre direkt zu tun, aber die Vorstellung, dass sich wildfremde Menschen erst auf der Bühne zusammenfinden, ist schon recht lustig.

Es hatte dann aber doch geklappt die Gitarreneinstellung zu perfektionieren und schon konnte die Gruppe aus Schweden mit dem Namen „The Last Band“ auch mit ihrem Auftritt loslegen.HSFTLBMM081117 (12 von 78)

Was direkt zu hören war, war, dass die Soundeinstellung nicht mehr so laut war, wie noch bei Madame Mayhem. Selbstverständlich war es noch laut, aber nicht mehr so übertrieben. Weiterhin waren die Instrumente und der Gesang gut zu hören und zu unterscheiden, so dass es auch bei dieser Band Spaß machte zuzuhören und zuzusehen. Wenngleich man sich an den Stil dieser Band erstmal gewöhnen muss.

Die noch sehr unbekannte Gruppierung spielt eine Mischung aus Hard Rock, Hardcore und Punk. Ich muss sagen, dass ich diese Mischung bisher noch nicht gehört oder live in Aktion gesehen habe. Der Sänger hat einen Hang zum Schreigesang, der aber noch Vergleichsweise angenehm zum Hören ist.

HSFTLBMM081117 (15 von 78)Insgesamt wirken die Instrumente dabei sehr kraftvoll und dunkel. Tiefe Töne bestimmen den Sound überwiegend. So kam es mir zumindest vor. Es ist aber gleichermaßen festzustellen, dass die melodischen Parts und auch die Solos an der Gitarre hervorragend sind. Sowas mag ich sehr. Insbesondere der Gitarrist, vor dem ich stand, hatte sichtlich Spaß daran. Zudem sind die Gitarristen auch für die guturral gesungenen Hintergründe verantwortlich. Und das kommt in Verbindung mit der Musik ganz dazu ganz gut.

Das Publikum hat sich sichtlich schwer getan mit dieser Band auf eine Wellenlänge zu kommen. Zwar wurde versucht zum Mitklatschen zu animieren, aber das hat nur durchwachsen Anklang gefunden. Applaus gab es dennoch für die Jungs.

Mir persönlich hat insbesondere die Leistung des Gitarristen sehr gefallen, wenngleich ich mich an diese Art der Musik doch noch gewöhnen muss. Hardcore ist in dem Fall nicht wirklich meine Musikrichtung und insgesamt betrachtet war eine halbe Stunde Programm auch in Ordnung.

Kurze Informationen zu The Last Band:

Genre(s):  Hard Rock, Hardcore, Punk

Herkunft:  Göteborg, Schweden

Gründung:  2011

Aktuelle Besetzung:

Normalerweise würde ich gerne an dieser Stelle Namen auflisten, aber die einzige Information, die ich finden konnte, war folgende:

People with instruments (Leute mit Instrumenten)

[amazon_link asins=’B072BBG8QH,B075NSTRX8′ template=’ProductGrid‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’ddbf96c4-cd83-11e7-a7fe-515cbfa64445′]

Die folgende Pause war dann eine etwas länge von knapp 30 Minuten. Die Vorbereitungen für den ersten Hauptakt des Abends liefen auf Hochtouren. Während ich mir ein weiteres Karamalz zum Trinken geholt und dafür mitleidige und verständnislose Blicke abgeholt habe (Willkommen in Bayern), freute ich mich schon sehr darauf Fozzy mit dem Frontmann Chris Jericho (bekannt aus der WWE als Wrestler) live zu sehen.

Und dann kamen sie auch auf die Bühne unter großem Jubel und Applaus. Als Letzter kam Chris jericho, der Sänger, auf die Bühne und der Applaus wurde noch ein Stück lauter. Dass gerade er zu entertainen weiß, dürfte Wrestlinginteressierten durchaus bekannt sein. Aber es ging nicht um Wrestling an diesem Abend, sondern um Musik. Und ich war doch sehr überrascht, wie gut Chris Jericho singen kann. Die Kombination aus starkem Entertainment und Gesang von seiner Seite zogen sich durch den ganzen Auftritt und machten daraus ein kleines Spektakel.HSFTLBMM081117 (20 von 78)

Wie man es von ihm kennt, trug er einen Schal und seine „Glitzer-Glitzer-Jacke“, die er im Verlauf des Abends aber ablegte. Die anderen Mitglieder der Band sahen im Vergleich dazu recht normal aus; bis auf den Drummer, der mit schwarzem Hemd und weißer Krawatte seiner Arbeit nachging.

Dass der Großteil der Gäste wegen Fozzy da war, machte sich doch sehr deutlich bemerkbar, denn der Applaus und Jubel nach jedem Song war großartig. Zudem wurde sehr häufig zum Mitklatschen und Mitsingen aufgefordert, was das begeisterte Publikum im Colos-Saal mehr als gerne angenommen hat.

HSFTLBMM081117 (70 von 78)Auch bei Fozzy waren die Toneinstellungen gelungen, sodass der Gesang und die Instrumente sehr gut zu unterscheiden und rauszuhören waren. Die musikalischen Aspekte und Parts waren sehr gelungen und auch das ein oder andere Solo an der Gitarre sah nicht nur hervorragend aus, sondern hörte sich genauso an.

Wie schnell die Zeit doch vergeht, wenn man bei allem, was gefordert wird, mitmacht und fast permanent am Headbangen ist, dass man sich im Anschluss fühlt, als hätte man ein Schleudertrauma. Aber es war nun mal großartig. Auch als eine Nebelkanone von Chris in die Luft gehalten wurde und er damit ein wenig Nebel frabrizierte, der schnell verflog, war es ein angenehmes Erlebnis. Das war ganz kühl und eine kleine Erfrischung, die sehr gut getan hat.

Toll war auch die Aktion eines Gitarristen, der sich spontan dazu entschied in die Menge der Fans hinunter zu springen und dort ein kleines Bad in der Menge zu nehmen und dabei weiter Gitarre zu spielen. Eine sehr sympathische Aktion und zum Glück ließ man ihm genug Platz um das zu tun und den Weg zur Bühne zurückzugehen.

HSFTLBMM081117 (71 von 78)Insgesamt war ich von Fozzy sehr positiv überrascht und begeistert. Ich hatte nicht erwartet, dass Musik und insbesondere der Gesang live auch so gut, wenn nicht sogar besser, als auf den CDs sind. Rock und Metal, weder zu soft noch zu hart. Der ideale Mittelweg mit Melodie und tollem Gesang. So kann ich das in Kürze beschreiben. Sie sind eine Band, die definitiv und absolut Hauptakt und Headliner-Charakter haben.

Es gab sogar noch eine Zugabe, da die Fans lautstark nach mehr von Fozzy skandierten. Während sich Chris jericho das Handtuch übers Gesicht legte, wartete er nur darauf, dass die Lautstärke noch ein wenig höher wird. Als das geschah nahm er es herunter und warf es in die Menge. Das war der Zeitpunk, als Jubel und Beifall am größten waren.

Die Extraportion Fozzy, die den Gesamtauftritt auf eine knappe Stunde erhöhte, hat noch einmal gut getan. Es war einfach viel zu schnell rum.

Kurze Informationen zu Fozzy:

Genre(s):  Rock, Metal, Heavy Metal

Herkunft:  Atlanta, USA

Gründung:  1999

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Chris Jericho

Gitarre:  Rich Ward

Gitarre:  Billy Grey

Bass:  Jeff Rouse

Schlagzeug:  Frank Fontsere

[amazon_link asins=’B074CTW54K,B008DS0CLS,B01662MOH2′ template=’ProductGrid‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’f9e3434d-cd83-11e7-92a7-d5c83939da47′]

Ein letztes Mal ein Päuschen und das war auch nötig. Ich bin hinaus und musste etwas dampfen und mir erneut ein Karamalz holen, bei dem mir abermals mitleidige und Blicke des vollsten Unverständnisses zugeworfen wurden. Leider verließen schon recht viele Menschen das Konzert, was ich nicht verstehen konnte, denn es gab noch eine weitere Band an diesem Abend. Die Pause war dieses Mal ca. 25 Minuten lang und währenddessen wurde die Bühne für Hardcore Superstar vorbereitet.

Wer jetzt vermutet, dass diese schwedische Band Hardcore spielt, der täuscht sich. Sie spielen nämlich eine Mischung aus Hard Rock und Sleaze Rock. Von der Optik der Musiker könnte man auch auf Glam Rock schließen, wenngleich natürlich Sleaze die eher ungepflegt wirkende Variante darstellt. Zerrissene Kleidung, lange unsortierte Haare usw.

HSFTLBMM081117 (53 von 78)Als die Schweden auf die Bühne kamen, gab es Applaus und vereinzelte laute Jubler. Auch das Publikum hatte sich etwas gewandelt. Von jungen, zumeist Damen, zu älteren Herren in Kutte, bzw. Weste.

Das entspricht dem musikalischen Stil der Band, der durchaus abwechslungsreich aber geradlinig ist. Ein wenig hat es mich auch an Rock’n roll erinnert.

HSFTLBMM081117 (68 von 78)Der Sänger Joakim Berg konnte keine Minute stillstehen. Er wanderte auf der Bühne stets von links nach rechts und zurück, vor die Fans und spulte bestimmt viele Kilometer während des Auftritts ab. Zudem versuchte er oft das Publikum vor allem zum Mitklatschen zu animieren, was auch recht gut funktionierte.

Gesang und Musik waren weiterhin sehr gut aufeinander abgestimmt, so dass man den Sänger gut verstehen und den Instrumenten lauschen konnte. Dieser musikalische Stil war irgendwie neu für mich und irgendwie auch nicht. Ich weiß, dass das komisch klingt, aber so war es nun mal.

Die Musik schien mir sehr basslastig, was mir durchaus gefiel. Auch der klang der Gitarre war sehr auf tiefe Töne ausgelegt und dennoch sehr einprägsam. Es war interessant und gut, lebhaft und meiner Meinung nach mal etwas Anderes. Melodie und Solos gefielen mir sehr gut. Auch auf das Publikum wurde eingegangen.

Was ich persönlich sehr schön fand, war, dass Sänger und Gitarrist die beiden kleinen Mädels, die mittlerweile mit ihrer Mutter ganz vorne standen, häufig einbezogen haben. Sei es, dass der Sänger mal zu ihnen kam, sie drückte oder als der Gitarrist den beiden jeweils eines seiner Plektren gegeben hatte. Die zwei waren wirklich happy zu der späten Stunde.

Apropos Plektren. Eines wurde in die erste Reihe geworfen und verschwand auf kuriose Art und Weise. Zwei Menschen haben danach gesucht, es aber nicht gefunden. Auf dem Boden war es nicht und ich hatte da eine Vermutung, die sich bestätigen sollte: es lag in einem meiner leeren Karamalzbecher. Tatsächlich hat es dann jemand bemerkt und gesehen und sich genommen. Ein zweites wurde einige Zeit später ebenfalls unter die Leute geworfen. Insbesondere die Gruppe neben mir war an einem interessiert. Und wo landete es? Auf meinem linken Arm. Ich stand nämlich für eine Weile mit verschränkten Armen da. Da ich diese Plektren aber nicht sammle, habe ich dieses meinem Kollegen gegeben, da er sowas sehr gerne sammelt.

So viel Energie hatte ich während dem Auftritt dieser Band leider nicht mehr. Fozzy hatte schon sehr viel davon für sich beansprucht. Dennoch waren das Mitklatschen und Headbangen noch drin. So verging eine weitere Stunde Live-Musik einer interessanten Band.

Kurze Informationen zu Hardcore Superstar

Genre(s):  Hard Rock, Sleaze Metal

Herkunft:  Göteborg, Schweden

Gründung:  1997

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Joakim „Jocke“ Berg

Gitarre:  Vic Zino

Bass:  Martin Sandvick

Schlagzeug:  Magnus „Adde“ Andreasson

Summa Summarum war ich von dem gesamten Abend sehr begeistert und sehr zufrieden, wenn auch erschöpft. Aber das ist okay, denn es hat sehr viel Spaß gemacht. Madame Mayhem und Fozzy kommen auf meine Wiedersehensliste. Das war großartig.

[amazon_link asins=’B000BYYJ6Q,B00BJ8EGCA,B000WPNL2W‘ template=’ProductGrid‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’1794bc08-cd84-11e7-ab26-0ff52e3083e3′]

Nicht vergessen: Zur Bildergalerie HIER klicken.