Lovebites – Japanische Power Metal-Newcomer auf ihrer ersten Clubtour in Deutschland!

Diese Mädels wissen, wie man rockt! Und zwar so gut, dass sie in diesem Sommer, nur zwei Jahre nach Gründung ihrer Band, nicht nur den „Metal Hammer Golden Gods Award 2018“ als „Best New Band“ gewonnen haben, sondern auch in Wacken von den Metalfans gefeiert wurden. Derart gestärkt machen sich Asami, Midori, Miho, Haruna und Miyako nun auf ihre erste Europatour.

Aufgewachsen mit der Musik all der Heavy Metal Größen aus Übersee, haben die fünf Mädels in Sachen Songwriting und Technik ihre Hausaufgaben gemacht und den Pflichtteil mit Bravour bestanden. In der Kür faszinieren sie mit einem eigenen Sound, den sie umschreiben als „Deep Heavy Metal mit kraftvollen Twin Guitars, kristallklarem Gesang und einer knackigen Rhythmus-Section“.

Die Initialzündung zur Gründung der Lovebites gab das Rhythmusteam, bestehend aus der Bassistin und der jetzigen Bandleaderin Miho und Schlagzeugerin Haruna. Mit dem Gesangsstil von Asami kam ein Element hinzu, das den speziellen Lovebites-Sound prägte. Dazu gesellen sich Midori und Miyako, zwei Gitarristinnen. Ein erstes Album, „Awakening From Abyss“, entstand 2017. Keine Geringeren als Mikko Karmila und Mika Jussila, die Bands wie Nightwish, Children Of Bodom oder Amorphis produziert haben, legten dabei Hand an. Wenn das mal kein Bekenntnis zu den Qualitäten der Lovebites ist …

Heavy Metal ohne Netz und doppelten Boden gibts im Vorprogramm von Dragonsfire, einem Sextett aus dem Hessenland, das mit drei Gitarren powert.

14.11.2018 – Essen – Zeche Carl
16.11.2018 – Hamburg – LOGO Hamburg
19.11.2018 – Aschaffenburg – Colos-Saal

Pressematerial: Colos – Saal Aschaffenburg

Werbeanzeigen

Die Stadthalle in Langen bebte unter dem melodischen Sound von Axel Rudi Pell am 30.10.2018

Da war ich also in Langen, das zwischen Frankfurt und Darmstadt liegt, um eine meiner musikalischen Favoriten endlich einmal zu sehen. Seit wie vielen Jahren höre ich eigentlich Axel Rudi Pell? Tatsächlich seit 2004 und nun, 14 Jahre später, kam ich endlich in den Genuss diese Band auch einmal live zu sehen mit dem Großmeister selbst an der Gitarre.

Zu den Bildern des Abends

Zum Glück war es nicht so kompliziert die Stadthalle in Langen zu finden. Dafür war es zunächst ein wenig irritierend. Nun gut, ich war noch nie dort gewesen und habe zunächst einmal den Weg nach unten Richtung Garderobe und Toiletten gewählt. Danach hinten herum, nach oben und siehe da, dort muss es sein. In der Räumlichkeit selbst war ich überrascht, dass der Raum insgesamt kleiner wirkte und war, als ich annahm. Dafür gab es weiter hinten leckeren Currywurst-Duft und Getränke. Die Cola für 3,50 € ohne Pfand – das ist mal ein fairer Preis. Aber noch wollte ich gar nichts trinken, ich bewunderte erstmal die schöne Bühne, die schon fein hergerichtet auf die Action wartete.

Und die ließ auch nicht lange auf sich warten: zwei Herren mit Akustikgitarren betraten die Bühne und das war auch der Start in den Abend. Chris Bay heißt der Künstler, der einen gewissen Surfer-Charme ausstrahlt und mit der Akustik-Gitarre zwar eher ruhigere Rockmusik spielt, diese aber mit Gefühl und Ausstrahlung. Okay, vielleicht liegt das mit dem Surfer-Charme auch daran, dass ich vor dem Konzert sein Video „Flying Hearts“ gesehen habe, in dem er an einem Strand ist.

[amazon_link asins=’B0753QGJXR‘ template=’ProductAd‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’0de0892f-dd19-11e8-b6c0-999052b6a4d0′]In einer guten halben Stunde verführte er das Publikum in der Stadthalle bereits zum Mitmachen und spielte einige Songs von der Band „Freedom Call“, bei der er vorher aktiv war, in der Akustik-Variante. Aber mit Misty Rain und Radio Starlight präsentierte und spielte er auch zwei Eigenkompositionen von seinem Album Chasing the Sun.

Die Songs strahlen eine gewisse Freude und irgendwie auch, ich kann es nicht anders als mit dem Wort Sonne beschreiben, aus. Deswegen vielleicht auch die Antizipationen des Surfers. Aber er kommt auf der Bühne auch freudig und mit Spaß bei seinem Tun herüber.

Zwar war es ein eher, im Verhältnis zu dem was noch kam, ruhigerer Start in den Abend, dafür jedoch ein gutes Aufwärmprogramm, bei dem er schon Erfolg dabei hatte, das Publikum mitzunehmen. Man sah ihn häufig lächeln und mit offenem Blick ins Publikum schauen. Sein Partner an der zweiten Gitarre, war eher etwas zurückhaltender, wenn ich das so sagen kann, erledigte seine Aufgabe aber auch sehr gut und spielte die zweite A-Gitarre mit leicht versteckter Leidenschaft.

Nach ihnen gab es keine große Pause. Es reichte gerade aus, um die gekaufte Cola auszutrinken. Die folgende Band durfte ich nun ein zweites Mal sehen. Bereits im Jahr 2017 waren The Unity in der Batschkapp im Vorprogramm von Edguy zu sehen. Damals haben sie mir schon sehr gut gefallen, denn mit ihrem Hard Rock und Metal, der kraftvoll und melodisch ist, treffen sie meinen Geschmack sehr genau.

Das war dieses Mal nicht anders. Es ging direkt knallhart los. Schlagzeug und schöne Gitarrenriffs zu Beginn, das ist mal eine Ansage und Gianba Manenti, der die Kraft durch seine Stimme repräsentiert, war nicht minder mit Energie aufgeladen.

Wieder brachten sie ein gutes Set mit, das mit Krachern und auch gefühlvolleren ruhigeren Passagen in den Songs gespickt war. Freude, Spaß und Leben auf der Bühne war von Beginn bis Ende zu sehen. Ob an den Bewegungen oder der Mimik der Musiker, man sah es ihnen einfach an, dass sie auf der Bühne zu Hause sind.

[amazon_link asins=’B07FJ9ZR85′ template=’ProductLink‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’8936a242-dd19-11e8-9fb1-2f178e5b3135′]So war es auch kein Wunder, dass die Fans mitklatschten und teilweise auch mitsangen. Mir persönlich hat der Song „The Storm“ von ihrem neuen Album „Rise“ am besten gefallen. Nicht zu hart, schön melodisch, gute Riffs und ein durchweg eingehender Sound mit klasse Gesang. Das war nur einer von neun Songs, die die Band zum Besten gaben.

Mit „Never Forget“ beendeten sie ihren Auftritt, was durchaus sehr passend war, denn der Song ist, ähnlich wie The Storm, sehr melodisch gehalten und vergessen kann ich The Unity jedenfalls nicht. Es ist einfach meine Musik und ich glaube, dass das Album bald auch den Weg in mein Wohnzimmer finden wird. Die Musik ist einfach stark. Ob sie im kommenden Jahr vielleicht schon ihre eigene Tour machen werden? Genial wäre es definitiv.

Nach dem gelungenen Auftritt gab es dann doch mal eine längere Umbaupause auf der Bühne, die man gut für Gespräche, Getränke und das ein oder andere Laster nutzen konnte. Ein wenig den Merchandise-Stand betrachten gehörte auch dazu.

Die Zeit verging dann aber doch recht schnell und es wurde Zeit für den Hauptakt des Abends. Ich war innerlich ganz schön aufgeregt und habe mich tierisch darauf gefreut, Axel Rudi Pell live sehen zu können. Dazu muss ich aber auch sagen, dass so etwas immer ein gewisses Risiko birgt. Ist die Band auch live so gut, wie auf den CDs? Werde ich womöglich entzaubert? Werde ich enttäuscht? Ich sage es direkt vorweg: nein ich wurde nicht enttäuscht und auch nicht entzaubert. Die Band und natürlich Axel Rudi Pell selbst, sind live mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser, als auf CD. Das ist meine persönliche Einschätzung.

Es ging also los, die Medieval Overture lief an, nach und nach kamen die Musiker auf die Bühne. Selbstverständlich unter Jubel und Applaus. Kaum waren alle da, ging es auch richtig los mit The Wild and the Young.

Natürlich war mein Fokus zu Beginn auf Axel Rudi Pell gelegt, schließlich mag ich sein besonderes Gitarrenspiel sehr. Man hört nicht nur auf CD, sondern auch live, sehr gut heraus, wie er „arbeitet“. Wenn man das auch noch sehen kann, ist das eine Art Fest für die Sinne. Dazu noch der super Gesang von Johnny Gioeli, der die Bühne komplett ausnutzte und bis zum Ende scheinbar keinen Energieverlust hatte.

Fantastisch ist es, wenn man fast alle Songs kennt und diese bereits mit den ersten Klängen erkennt und zu einem Großteil mitsingen könnte. Vom aktuellen Album gab es gerade einmal drei Titel, dafür aber eine bunt durchgemischte Liederpalette aus vielen Alben. Beim Song Oceans of time, der ruhiger ausfällt, konnte man durchaus ins Träumen verfallen. Fans der Band wissen ohnehin, dass gerade solche ruhigeren Songs auch sehr gut ankommen. Sie liegen ihnen und es ist auch nicht verwunderlich, dass Balladen eine Beständigkeit bei Axel Rudi Pell haben. Insbesondere finde ich seine Solos in diesen Songs atemberaubend. Die Melodie erzählt so viel mehr, als es Worte manchmal könnten.

Später lief er selbst sogar von der Bühne herunter und begrüßte die erste Reihe, während er von der einen zur anderen Seite ging und auch weiterspielte. Ja, der Mann hat es drauf.

Aber nicht nur er hatte seine besonderen Auftritte, auch der Drummer Bobby durfte bei einem Solo sein Können zeigen. Dies tat er während des Songs Mystica, als die Band die Bühne für seinen Auftritt räumte und ihn machen ließ. Sehr zur Freude der Fans, die nach Aufforderung auch klatschten und das „Hey“ zum Rhythmus riefen.

[amazon_link asins=’B078XGY4QG‘ template=’ProductLink‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’d59fca51-dd19-11e8-9a5d-8f0f84293220′]Das Mitsingen klappte manchmal besser, manchmal weniger gut und das ließ Johnny sogar einmal zu Boden sinken, aber mit einem riesigen Grinsen – er hatte dennoch Spaß und wollte natürlich weitermachen und die Fans erfreuen.

Ferdy am Keyboard hatte auch sein Solo als Intro für die Songs Game of Sins / Tower of Babylon. Die Zeit rannte bei der tollen Musik einfach nur so davon und nach einem Medley, das mit einem Ausschnitt des Songs „Carousel“ endete, war das Hauptprogramm vorbei.

Doch was wäre ein sehr guter musikalischer Abend ohne die Aufforderung der Fans, dass eine Zugabe unabdingbar ist? Einfach nur ein sehr guter und kein gelungener Abend. Aber es wurde zu einem gelungenen Abend, denn die Zugabe gab es natürlich.

Mit dem Masquerade Ball und Casbah ging es weiter, ehe mit Rock the Nation ein passender Abschluss, fast eine Message, der Abschluss gefunden wurde.

Metal a capella mit Van Canto in der Batschkapp Frankfurt – gute Laune, viel Rakka-Takka und Partystimmung inklusive

Auf diesen Abend hatte ich mich schon länger gefreut, denn seit einigen Jahren höre ich die Musik von Van Canto doch sehr gerne. Sie ist schon allein deswegen anders, weil es bis auf das Schlagzeug keine anderen Instrumente gibt. Die werden von den Bandmitgliedern eingesungen, wenn man so will.

Zur Bildergalerie des Abends

Doch bevor es mit dem A Capella Hauptakt losging, durften sich zwei weitere Bands präsentieren. Die erste davon, ein Duo aus Kaiserslautern mit dem Namen „MoonSun“, waren auch gleich voll dabei.

Direkt mit dem Publikum interagieren, begrüßen und zum Mitmachen auffordern. Insbesondere die junge Dame, gleichzeitig die Stimme und Sängerin des Duos, schien einen ganz besonders großen Bewegungsdrang zu haben. Meine Güte was lief sie hin und her, hüpfte und tanzte förmlich über die Bühne, während sie auch das Singen nicht vernachlässigte. So kann man sich das Fitnessstudio auch sparen.

Anfangs fand ich es doch ein wenig irritierend, dass nur zwei Personen auf der Bühne standen, denn ich hatte zuvor auf dem YouTube Kanal der beiden Mal reingehört, kurz für ein einziges Video und dachte es wären mehr Personen. Doch im Nachhinein, bei genauerer Betrachtung, fällt auf, dass die Instrumente gänzlich von Thomas Kolbin eingespielt und wohl auch gemischt wurden.

Doch wie macht er das auf der Bühne? Schließlich kann er kaum an den Drums und der Gitarre und dem Keyboard usw. gleichzeitig sein?! Nun, er stand mit einer Akustik Gitarre auf der Bühne, hatte aber auch ein Gerät dabei, das Loops aufnimmt (ich komme nicht auf den Namen). So konnte er auf der Gitarre Drums nachahmen, diese aufnehmen und abspielen lassen. Dies machte er auch mit anderen musikalischen Passagen, so dass doch der Eindruck einer ganzen Band entstand.

Sie spielen eine Art Mischung aus den Elementen Pop / Rock und Metal. Haben dabei eigene Songs als auch Coversongs im Repertoire. Am ehesten passt ihr Stil vom Auftritt und auch vom Großteil der Musik an sich in den Symphonic Metal Bereich.

Susannes Stimme ist sehr angenehm aber hat meines Erachtens noch nicht dieses kleine gewisse Etwas, das sie unverkennbar einzigartig macht. Aber gesanglich ist sie sehr gut. Sie könnte bestimmt ohne Probleme den Platz der Sängerin bei den Bands einnehmen, die sie covern. Darunter Nightwish, Within Temptation oder Evanescence.

[amazon_link asins=’B075BGRZ9T‘ template=’ProductAd‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’dc05e5ff-cab7-11e8-9665-1daefc5c0890′]Dafür ist sie, wie bereits erwähnt, sehr aktiv mit einem hohen Bewegungs-  und Tanzdrang. Das wiederum würde sie bei Live-Auftritten doch schon mit einem höheren Wiedererkennungswert auszeichnen, wenn das generell so ist.

Die beiden haben bei ihren 30 Minuten, die sie hatten, einen guten Start in den Abend geliefert, bei dem sie den Großteil des Publikums in der halben Batschkapp durchaus mitnehmen konnten.

Nach einer kurzen Pause, in der ich mir natürlich das Dampfen nicht verkneifen konnte, ging es auch relativ zügig weiter. Nun gut, viel zum Aufräumen gab es ohnehin nicht.

Mit Evertale kam eine Band auf die Bühne, die ich zwar vom Namen her nicht kannte oder es mir nicht bewusst war, dass sie zu den Songs gehören, die ich hin und wieder auf einem Internetstream eines Power Metal Radios höre.

Oh ja, Power Metal ist absolut mein Fall und genau diesen spielen die Offenburger auch sehr gut. Tolle Riffs an der Gitarre, feine Solos, klarer und starker Gesang, der energiegeladen wirkt und ein Bass, der mit den Drums einhergeht.

Auch sie hatten einen gewissen Unterhaltungswert zwischen den Songs. Es wurde zum Beispiel die Frage gestellt, wer denn Gamer sei und da haben sich ganz schön viele gemeldet und ich natürlich auch. Aber mit dem Spiel, worauf sie einen Song bezogen, habe ich persönlich nicht so viel am Hut. Ging es um Warhammer? Ich meine schon, denn das würde zumindest zu dem Song passen. „Chapter 666 (We are the Hammer)

Die Songs waren aber insgesamt lang und in gewisser Weise auch episch, möchte ich doch meinen. Gerade der Gesang von Matthias Graf passt wirklich perfekt. Nicht zu hoch, nicht zu tief, aber klar und mit Kraft. Genau, wie es im Power Metal meiner Meinung nach sein muss.

Die Bandmitglieder haben auch gerne posiert. Also ich meine jetzt nicht, dass es Poser sind, nein sicher nicht. Aber sie haben bestimmte Positionen, Stellungen, wie auch immer (ich kann mich gerade nur noch um Kopf und Kragen reden) eingenommen, die in gewisser Weise zu diesem Genre und der musikalisch mitgelieferten Kraft, sowie Energie, passten.

Waren es fünf oder sechs Songs, die sie spielen durften? Ich bin mir da nicht sicher, aber im Endeffekt waren es für mich persönlich ein paar zu wenig. Aber nun gut, sie waren nicht der Hauptakt des Abends. Vielleicht ändert sich das irgendwann einmal, dann gäbe es mehr von dem guten Power Metal auf die Ohren.

[amazon_link asins=’B0756SGKYF‘ template=’ProductAd‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’2411ce33-cab8-11e8-8f92-576008b0b844′]Es war aus meiner Sicht übrigens eine gute Wahl zuerst mit MoonSun zu beginnen und dann mit Evertale das Tempo und die musikalische Härte etwas zu steigern. Erst die sanftere Sympho Stimme, im Anschluss die etwas rauere Power Stimme.

Das musikalische Level wurde dadurch gesteigert und damit konnte es nach der zweiten Pause auch zum Höhepunkt mit Van Canto selbst kommen.

Total blau kamen sie auf die Bühne. Blau als Lichtfarbe, nicht als Zustand. Jubel, lauter Applaus und auch hysterisches Kreischen waren zu hören, kaum, dass alle auf der Bühne waren.

Mit „If I die in battle“ machten sie exakt dort weiter, wo Evertale aufgehört hatten. Es war schon spannend für mich die Band live zu sehen und zu hören, denn durch das a capella, was die Gitarren ersetzt, hätte es auch durchaus schlimm werden können. Aber nun, die Wahrscheinlichkeit hierfür war eher gering. Schließlich ist die Band mit ihrem siebten Album auf der siebten Tour unterwegs und sie waren nun auch schon das siebte Mal in Frankfurt.

Wieso hat es eigentlich so lange gedauert, bis ich mir dann ein Konzert angesehen habe? Sehr merkwürdig, da ich die Band nun auch schon seit mehreren Jahren kenne und dies hätte eigentlich früher mitbekommen können. Wie dem auch sei, nun waren sie da und ich auch.

Irgendwie ist es sehr interessant und faszinierend – insbesondere live bei einem Konzert – sich das anzuhören und anzusehen, denn es fällt wirklich kaum auf, dass da keine Instrumente vorhanden sind; abgesehen vom Schlagzeug natürlich. Klar erkennt man, dass es sich nicht um E-Gitarren handelt oder einen Bass, aber andersrum gesehen fällt es wiederum nicht besonders ins Gewicht. Es gab sogar das ein oder andere „Gitarrensolo“ – oder wie soll man das nennen? Dafür waren diese aber so gut am Mikro eingesungen, dass es durchaus schwierig war, die Stimme vom Klang einer E-Gitarre zu unterscheiden. Da steckt viel Können dahinter.

Fast durchgehend haben die Musiker die Fans in miteinbezogen. Sei es durch das Auffordern zum Klatschen oder auch mitzusingen. Es war aber auch so, dass eigentlich nach jedem Song eine kurze Geschichte erzählt wurde, bzw. eine Mitmachstory erzählt wurde. Letzteres zog sich circa fünf Songs lang. Bei Rebellion ging es praktisch darum, dass die Schotten, also die Gäste der Batschkapp, die Engländer vertreiben sollten. Natürlich aus Offenbach und das ginge natürlich nur mit purer Lautstärke. Das Publikum hat geliefert. Im Anschluss ging es mit „To the Mountains“ zum Whiskey Sau… ich meine Trinken, in die Berge. Das half aber auch nicht so ganz bei der Selbstfindung, also blieb nichts anders übrig als den Bildungsweg einzuschlagen, nachdem man sich zwar gut, aber in Bezug auf die Selbstfindung eher mäßig beim Bardcall geschlagen hatte. Also Bücher lesen und den Drachen wecken gehen.

Dabei wurde wirklich viel gelacht und mitgemacht. Von der Stimmung her war es, wie ich fand, oberes Level. Immer wieder hat sich auch der Fanclub gemeldet, der ein „Rakka-Takka“ einstimmte, was dazu führte, dass sehr viele im Publikum mit dem folgenden Wort antworteten: Motherfu****

Unabhängig davon, dass es immer wieder angestimmt wurde, fand es immer seine Personen, die mitgemacht haben. Auch die Band hatte nichts dagegen und stimmte mit ein, dirigierte und fand es einfach toll. War es auch, schließlich hatte dieser Spaß seine ganz eigene Dynamik.

Auch als es kurze Zeit später schon Richtung Abschluss ging, war der Fanclub wieder hellwach. Es hieß, dass der Zettel, auf dem die Setliste stand, besagt, dass es kurz vor Ende ist. Da so etwas eher weniger populär ist, wurde spontan der „Lügenzettel“ eingestimmt. Und so gab es nach dem Song „Heading Home“ selbstverständlich noch eine Zugabe, die genauso frenetisch gefeiert wurde, wie der Hauptteil zuvor.

Zusammenfassend kann man durchaus sagen, dass der Abend für Musik, Unterhaltung und Spaß sorgte. Das ist ein großes Plus für die Band, die es zu jedem Zeitpunkt sehr gut verstanden hatte, die Fans zum Mitmachen zu bringen. Ich meine sehr viele erfreute und strahlende Gesichter gesehen zu haben, die in der Batschkapp einen tollen Abend erleben durften.

Ich wette, dass sich alle schon auf das achte Album mit der achten Tour freuen.

Ally the Fiddle & Canterra im Nachtleben Frankfurt. Zwei Bands mit interessantem Kontrast. Konzertbericht vom 30.08.2018

Es wurde mal wieder Zeit für Live Musik und der Kellerclub Nachtleben in der Frankfurter City eignet sich für den Einstieg in die neue Clubkonzertesaison hervorragend.

Gegen 20:30 angekommen hatte ich erstmal das Vergnügen mit Bekannten zu sprechen und so verstrich die Zeit bis zum Konzertbeginn doch recht schnell. Voll war es gegen 21 Uhr nicht, als Canterra aus Leipzig den Abend einläuteten.

Bilder: Ally the Fiddle & Canterra am 30.08.2018 – Nachtleben Frankfurt

Obwohl die Band bereits im Jahr 2006 gegründet wurde und schon zwei Mal zu Gast in Frankfurt war, kannte ich sie bisher nicht. So ließ ich mich also überraschen, was mich musikalisch erwarten würde.

Eine ganze Stunde durften sich Canterra auf der Bühne austoben. Sie spielen Symphonic Gothic Metal und haben mit Korinna eine Sängerin, die die harten Riffs und Klänge der Musik etwas entkräftet und teilweise eine vergleichsweise sanfte Art in die Musik hineinbringt. Dies wurde insbesondere beim Song „My Heart“ sehr eindrucksvoll präsentiert. Dieser ist insgesamt etwas ruhiger und eher eine Ballade.Canterra30082018-4

Ihr Stil hat mich durchaus an das frühere Nightwish erinnert. Zu den harten Riffs und Solos wirkt ihr Gesang beinahe operngleich. Der Kontrast ist also gegeben und macht Canterra, meines Erachtens nach, zu einer sehr guten Band in diesem Genre, denn man kann die Lead Guitar und auch Korinnas Stimme gut wiedererkennen.

Auch wenn es nicht voll war im Nachtleben, war es zu Beginn gut gefüllt mit knapp 100 Menschen. Die Bandmitglieder haben durchaus Vollgas gegeben. Man konnte ihnen das insbesondere daran ansehen, dass sie häufig ihre Positionen wechselten, die Nähe zum Publikum suchten und einfach mal auf der Bühne an ihren Instrumenten abgingen.

[amazon_link asins=’B01BKPHM8Q‘ template=’ProductAd‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’47768df0-ad2f-11e8-a864-fdc262c2b0ab‘]Mitmachen war aber auch im Programm vorgesehen. Mitklatschen und die Arme in die Höhe werfen klappte doch ganz gut. Hin und wieder gibt es sogar ein paar „Worte“ zur Musik im gutturalem Stil. Da das eher selten ist, aber in den Musikstil gut hineinpasst, unterstreicht es den kontrastreichen Stil doch noch ein weiteres Mal.

Für mich persönlich ist die Musik von Canterra genau mein Fall. Sehr guter und harter Metal mit schönen Riffs und gelungenen Solo Einlagen, sehr gutem Gesang, der den Symphostil unterstreicht und Kontrast hineinbringt. Dazu kommt, dass es sehr melodisch ist, was für mich ein sehr wichtiger Faktor im Metal allgemein ist. Canterra bringen genau das mit und so kam ich nicht drum rum mir ihr Album „First Escape“ zu kaufen.

Die Stunde verging übrigens recht schnell und ich war auch überrascht, dass sie so lange spielen durften. Aber umso besser, so gab es den Abend mehr Live Musik – sehr gut.

Eine wirkliche Umbaupause war es im Anschluss nicht, da die meisten Sachen auf der Bühne geblieben sind. So war die Unterbrechung auch nicht besonders lange. Es war aber schon abzusehen, dass die angekündigte Eventdauer, die bis 23 Uhr vorgesehen war, definitiv überschritten werden würde.

AllytheFiddle30082018-1So dauerte es nicht lange, vielleicht 15 Minuten, ehe die fünf Herren und die bezaubernde Dame mit den endlos langen Haaren auf die Bühne kamen. Die Länge der Haare von Ally ist wirklich beeindruckend. Gedanklich hatte ich direkt hunderte von Fragen parat, wie man mit solch langen Haaren… aber das ist nicht das Thema.

Zu Beginn gab es ein paar kleine technische Schwierigkeiten, die aber ausgemerzt werden konnten. Die Besonderheit bei dieser Gruppe sind nicht im Speziellen die langen Haare, sondern die Art, wie die Violine in den progressiven Metal eingepflegt wird. Das habe ich so auch noch nicht gesehen und gehört.

Überwiegend ist es melodisch und von wenig Gesang geprägt, was Ally the Fiddle mit ihrer Band präsentiert. Aber ihre Einsätze an der Violine ersetzen diesen fast, denn der Fokus beim Zuhören bewegt sich sehr schnell auf den Klang dieses Instruments. Sie kann aber auch singen und das wirklich nicht schlecht.

AllytheFiddle30082018-10Ein anderes Instrument, das ich auch immer wieder bestaunte, war der Chapman Stick, den Rouven spielte. Dieses habe ich zum ersten Mal gesehen und gehört und auch das klingt sehr interessant. Rouven durfte auch ein kurzes Solo präsentieren, ehe es zu einem sehr späten Zeitpunkt an diesem Abend zu einem Duett mit ihm und Ally kam, die bei der Ballade überwiegend gesungen hat und einen sehr guten Abschluss dabei fand, da sie die Violine zum Einsatz brachte.

Viele Stücke waren vom neuen Album „Up“, das am 14. September erscheinen wird. Doch auch auf ältere Lieder wurde zurückgegriffen und dabei gab es auch ein wundervolles ausgedehntes Gitarrensolo.

Die gespielten Songs wirkten generell relativ lang – oder kam es mir nur so vor? Sie werden jedenfalls mal kräftiger und energischer, aber auch mal ruhiger und einfühlsamer gespielt. Somit kann ich aus meiner subjektiven Sicht durchaus sagen, dass die Musik sehr abwechslungsreich gestaltet ist. Natürlich zeichnet sich progressive Metal ohnehin durch die entsprechend längeren Gitarrenriffs aus, die aber bei Ally the Fiddle häufige Unterstützung durch die Violine erhalten.

Durch diese Kombination erfährt man praktisch eine ganz eigene und sehr individuelle Interpretation dieses Musikstils. Dies gefiel den anwesenden Zuschauern und Fans sehr gut. Die Zeit verflog dabei abermals schneller als man hören und sehen konnte.

[amazon_link asins=’B07GFKKXX4′ template=’ProductAd‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’6da0d9d9-ad35-11e8-8e52-8dd7b8e6d4ef‘]Zwischendurch wurde noch eine aktuelle CD verlost. In der Verlosung standen jene Gäste, die ihr Ticket auf Facebook gepostet hatten. Dem glücklichen Gewinner war es absolut zu gönnen.

Wann endete der ausgeschweifte Abend eigentlich? Irgendwann gegen Mitternacht war es wohl – ich habe da nicht auf die Uhr gesehen. So endete ein langer Abend mit zwei sympathischen Bands, die musikalisch einiges anzubieten und ganz unterschiedliche Interpretationen ihrer Musik haben.

Mr. Big und Fozzy machen aus dem ausverkauften Colos-Saal einen gut gelaunten Sauna Club bei hervorragender Musik. Konzertbericht vom 07.08.2018

Vielen Dank an Jan Heesch und das Rock Genuine Magazin für die Erlaubnis der Bildernutzung

Eigentlich meide ich an den heißen tagen Clubbesuche aber bei Fozzy und Mr. Big kann auch ich mal eine Ausnahme machen. Schließlich ist das eine Kombination, die definitiv etwas für die Ohren ist. So ging es nach vorheriger Stärkung ab zum Colos-Saal in Aschaffenburg und nach kurzer Wartezeit auch hinein.

Drinnen war es zunächst noch recht angenehm und kühl, aber das sollte nicht von langer Dauer sein. Nach und nach strömten die Menschen hinein und ich genoss mein erstes kühles Malz an diesem Abend. Da aber noch genügend Zeit war, sah ich mir den Merchandise Stand im Nebenraum an und wurde auch fündig. Was auch sonst, als eine Kappe der Band Fozzy hätte ich mir nehmen sollen? So las Kappensammler, meine ich.

Nachdem der erste Andrang vorbei war, ging ich nochmal vor die Tür um ein wenig zu dampfen und habe dort auch ein kurzes Fachgespräch über E-Zigaretten geführt. Die Zeit verging und bald hieß es auch schon Bühne frei für Fozzy.

Es ist gar nicht so lange her, als ich Fozzy das erste Mal im Colos-Saal gesehen habe. Es war am 08.11.2017 und auch von diesem Konzert habe ich bereits berichtet. Hardcore Superstar + Fozzy – 08.11.2017 – Colos-Saal Aschaffenburg

[amazon_link asins=’B075CLLFXS‘ template=’ProductAd‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’1c31c7e4-9b30-11e8-83eb-bfd6e1b3d95f‘]Applaus, Jubel und die pure Begeisterung brachen los, als Fozzy auf die Bühne kamen. Und sie verloren auch keine Zeit, legten mit Vollgas los und Chris Jericho präsentierte sich, wie beim letzten Mal auch, in seiner typischen Glitzermode.

Singen kann er immer noch hervorragend und er zeigte sich häufig sehr nahe an den Fans. Doch sein Gitarrist machte es direkt beim zweiten Song noch etwas besser und sprang einfach mal hinab in die Zuschauer. Dort spielte er weiter, drehte sich im Kreis, lehnte am ein oder anderen Fan und genoss das Bad in der Menge.

Kaum war er wieder oben, wurde der Spieß umgedreht und ein paar Fans auf die Bühne geholt, die ihr Glück kaum fassen konnten – so sah es zumindest aus. Eine Dame hatte besonderen Spaß dabei, denn sie stand auf einmal Arm in Arm mit Chris auf der Bühne. Das Strahlen hättet ihr mal sehen sollen.

Fozzy

Musikalisch war der Auftritt aber so ziemlich exakt derselbe, wie im November. Es waren nur weniger Songs, die Fozzy spielen durften. Ich meine es waren lediglich neun, die die Band präsentierte. Ob es auch noch die gleiche Reihenfolge war, kann ich so nicht sagen. Aber im Endeffekt spielte das für mich auch keine Rolle, denn die Band hatte Spaß an der Musik, Spaß am Entertainen und gute Laune verbreiten. Das machte den Fans natürlich besonders Spaß und auch die Aktion mit einem. Selbstverständlich gab es erneut den kühlen Dampf, der in die Menge geblasen wurde. Eine kurze Wohltat, denn so langsam wurde es wärmer und wärmer im Colos-Saal.

Kurz darauf war aber leider schon Schluss mit Fozzy und ich stelle erneut fest, dass die Band live wirklich sehr gut ist und demnächst mal eine eigene Headliner Tour machen sollte.

Eine halbe Stunde Pause gab es im Anschluss an Fozzy. So konnte sich jeder mit frischer Luft und Getränken versorgen. Das wurde auch immer nötiger, denn die Wärme im Saal wurde spürbar mehr.

[amazon_link asins=’B071NVFNYM‘ template=’ProductAd‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’42cf3068-9b30-11e8-a2cb-318c1df51f47′]Nun wurde es Zeit für etwas Großes, für Mr. Big. Hard Rock aus den USA. Da kamen sie ebenfalls unter großem Applaus und Jubel auf die Bühne. Und warum Zeit verschwenden? Direkt mit Vollgas loslegen hieß es beim Song Daddy, Brother, Lover, Little Boy. Dabei gingen die Massen schon gut mit, aber auch die Band zelebrierte diesen ersten Song so richtig und setzten daran auch an. Mit Rock n Roll Over und Alive and Kicking, also Songs, die man durchaus kennen kann, hielten sie den Pegel hoch, wenngleich die Songs ein wenig das Tempo verlangsamten.

Dabei blieben jedoch die klangvollen Riffs der Gitarre und die einprägsame Stimme des Sängers in den Ohren hängen. Doch auch die ein oder andere Ballade war im Set dieses abends und kam genauso gut bei den Fans an, wie auch die rockigeren Songs.

Die Wechsel zwischen schnelleren und kraftvolleren Songs und den eher ruhigeren fand ich sehr gelungen. Nicht nur deswegen sind Mr. Big durchaus ein Klassiker in ihrem Genre und darüber hinaus. Man muss dabei auch bedenken, dass sie – mit einer kleinen Auszeit – nun gut knapp 30 Jahre Bandbestehen hinter sich haben.

Doch davon merkt man bei ihrem Auftritt nicht viel. Sie spielen mit dem Publikum, haben Spaß an ihrer Musik und lieben es förmlich zu unterhalten. Dabei ließen sie es sich auch nicht nehmen sowohl ein ausführliches Gitarren- als auch Bass Solo zu spielen.

Mr. Big

Dass es dabei schon saunaähnliche Zustände im Colos-Saal hatte, war schlichtweg Nebensache. Die Zeit rannte einfach nur dahin und das angesprochene Bass Solo läutete die letzten drei Lieder des Sets an diesem Abend ein.

Mit Addicted to that Rush, To be with you und Colorado Bulldog präsentierten sie nochmals Klassiker, die kraft- und gefühlvoll waren und den Fans in der Sauna wohlbekannt waren und euphorisch mitgesungen wurden.

Dass insgesamt 90 Minuten des heißen Auftritts vergangen waren, konnte ich fast gar nicht glauben, aber es war tatsächlich der Fall. Es war ein toller Auftritt einer Band, die genau meinem Geschmack in Sachen Hard-Rock entspricht.

Body Count in der Großen Freiheit 36 in Hamburg. Ein super Auftritt, eine tolle Show, perfekte Stimmung und klasse Musik. Bericht zur Zusatzshow vom 05.06.2018

Auch in diesem Beitrag möchte ich erwähnen, dass es von mir keine Bilder zum Bericht gibt. Die DSGVO bietet keine großen Spielräume dies noch zu tun. Für akkreditierte Fotografen, bzw. Pressevertreter, sieht dies anders aus. Wenn ihr also Bilder von der Großen Freiheit und von Body Counts Auftritt sehen möchtet, dann bleibt nur der Weg über gängige Suchmaschinen. Das Beitragsbild ist aus dem offiziellen Pressematerial von Body Count. Dieses Bild wurde udn wird so ziemlich überall für Konzertpromos genutzt. Zumindest glaube ich das, denn das Bild taucht wirklich sehr häufig auf.

Große Freiheit 36

Nun aber zum Eigentlichen, dem Konzert. In Hamburg war ich ja schon seit Montag und hatte am Vortag das Konzert von Jonathan Davis im Gruenspan gesehen und erlebt. Das war schon gut gewesen. Aber bei Body Count war ich mir erstmal nicht sicher. Schließlich spielten sie zwei Konzerte an diesem Abend hintereinander weg. Und ich hatte nun mal eine Karte für die zweite Show. Konnte sie gut werden? Hatten die Musiker noch Lust? Wie wird das Konzert überhaupt werden? Nur einige der Fragen, die ich mir stellte, bevor wir kurz vor Konzertbeginn um 23:30 Uhr in die Große Freiheit gingen.

Dort war es schon sehr voll und am Fanartikelstand war so ziemlich die Hölle los. Wirklich weit kam man auf der unteren Ebene nicht. Aber die Große Freiheit hat auch noch eine obere Etage, die wie ein Balkon in U-Form verläuft. Also dorthin und siehe da, dort gab es mittig noch einige gute Plätze von denen man perfekt auf die Bühne schauen konnte. Ich war also schon mal mit meinem Platz zufrieden und schon ging auch das Licht aus und die Massen riefen im Chor „Body Count, Body Count“. Es war also angerichtet.

[amazon_link asins=’B01N9ZI6X2,B00JQYUXTE,B07C4YT62D‘ template=’ProductGrid‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’cb7d87a5-6b2a-11e8-bed5-fd6137bc9c60′]

Schließlich kamen sie auf die Bühne und ohne großes Drumherum wurde sofort losgelegt und zwar mit dem Slayer Cover Raining Blood / Postmortem. Das knallte schon mal ordentlich und die Fans vor der Bühne waren schon kräftig am Pogen.

Aber richtig laut, musikalisch wie auch von den Fans, wurde es beim bekannten Song „Manslaughter“, der als drittes gespielt wurde. Da ging so richtig die Post ab. Auf der Bühne als auch bei fast allen Fans. Da sag mal einer, dass kurz vor Mitternacht keine Stimmung aufkommen kann. Das Pogen und Mitsingen hat per se wunderbar geklappt und auch ich konnte nicht ganz stillhalten und zumindest das Manslaughter konnte wirklich jeder brüllen.

Zwischendurch stellte Ice-T die Band und sich selbst vor. Interessant war natürlich dabei, dass sein Sohnemann ebenfalls dabei ist und ebenfalls Gesangsparts einnimmt. Teilweise im Wechsel und teilweise mit Ice-T zusammen. Jedes Bandmitglied wurde vorgestellt und der Vorgestellte gab auch gleich ein kurzes Solo. Applaus und Jubel für jeden Einzelnen waren selbstverständlich. Aber auch Ice-T stellte sich selbst vor. Dabei erwähnte er, dass sein Name ab nun „Ice motherfucking T, biatch“ sei.

Überhaupt gab es sehr viele dieser Wörter wie Motherfucker oder Fuck usw. Ihr wisst schon. Das deckt die nächsten Konzerte definitiv ab.

Ich muss schon sagen, dass die Musik von Body Count viele verschiedene Metal Genres beinhaltet. Von Hard Rock bis Thrash Metal ist so ziemlich alles dabei. Was für Body Count typisch ist und eher in der Metalszene insgesamt eine Seltenheit darstellt, ist der Gesangspart, der sich seit Jahren im Rap, bzw. Hip Hop Bereich befindet. Es ist einfach etwas Anderes und Eigenes, wenn man so will und dadurch erkennt man die Marke „Body Count“ sehr gut. Die Songs und Texte beschreiben insbesondere das Leben auf der Straße, in Gangs und deren Konflikte untereinander und mit der Polizei. Das sind so die Hauptthemen.

Sie spielten fast im progressive Metal Stil ohne Unterbrechungen durch. Dabei wirkten die Musiker keineswegs müde oder kaputt vom ersten Auftritt. Ganz im Gegenteil hat man ihnen überhaupt nicht angesehen oder angemerkt, dass sie schon 90 Minuten Bühnenarbeit hinter sich hatten.

Immer wieder schütteten sie Wasser ins Publikum. Das war vor der Bühne bestimmt auch nötig, denn die Fans sind auch weiterhin abgegangen. Pogen, Moshpit und die Wall, die von Ice-T eingeleitet wurde, funktionierten problemlos.

Das Drumsolo, das im Song „There goes the neighbourhood“ enthalten ist, wurde so richtig abgefeiert und auch länger gespielt, als es auf CD der Fall ist. An Energie fehlte es wahrlich niemandem an diesem Abe… in dieser Nacht.

[amazon_link asins=’B07CF483SM,B00JQYUXTE,B01N9ZI6X2′ template=’ProductGrid‘ store=’padmanpl-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’2a474724-6b2b-11e8-8ddb-27be141224fd‘]

Auf der einen Seite war es tatsächlich so, dass Body Count ihr Programm runtergespielt und durchgezogen haben. Aber sie haben stets das Publikum mit einbezogen und viel Leben auf der Bühne gehabt. Es gab auch die Frage von Ice-T wer denn der oder die jüngste Besucher/in an diesem Abend war. Ich habe zwar nicht genau gesehen ob ein er oder eine sie, aber 17 Jahre soll das Alter gewesen sein. Kurz darauf präsentierte Ice-T seine kleine Tochter, die vielleicht gerade einmal drei Jahre alt ist und sie kam auf die Bühne.

Das ist zwar eigentlich keine Uhrzeit mehr für ein Kind in diesem Alter, aber sehen wir mal den Jetlag, dann passt es schon noch. Während eines Songs stand sie auf der Bühne. Ich weiß leider nicht mehr welcher Song das war. Aber ihr großer Bruder stand bei ihr, tanzte mit ihr und passte auf sie auf, ehe sie nach dem Song die Bühne verließ.

Die Zeit rannte förmlich weg während des Konzerts, es war einfach klasse. Nach dem bekanntesten Song der Band „Cop Killer“ war Schluss. Naja mehr oder weniger. Die Zugabe sollte es noch geben, aber Ice-T hatte keine Lust die Bühne zu verlassen und dann wiederzukommen. Er sagte, dass er dafür schon zu alt und zu faul ist, also drehen sich die Bandmitglieder um, das Licht wird ausgemacht und die Fans sollen so tun, als wäre die Band weg und machen das, was sie sonst machen würden.

Gesagt getan, es wurde wieder „Body Count..“ skandiert und dann ging das Licht an und Ice-T hat einen eher schlechten Witz erzählt und die Frage nachgeschoben „What did you expect?!“ Drei Songs gab es noch als Zugabe und den Abschluss machte „This is why we ride“ einer meiner Lieblingssongs vom aktuellen Album.

Danach war endgültig Schluss und die 90 Minuten vergingen rasend schnell. Das Konzert war der Hammer. Das beste Konzert, auf dem ich bisher gewesen bin und da mache ich keine Witze, wirklich nicht. Die Band war, trotz oder wegen, der zweiten Runde immer noch heiß darauf ein Konzert zu geben und das war absolut klasse. Respekt an Body Count.