Bericht zum Spiel der Frankfurt Universe gegen die Munich Cowboys vom 28.07.20108 – ein Spiel, das wie erwartet verlief und für mich ein kleines Jubiläum bedeutete

Die Zahl „42“ ist sehr bekannt und hat hinlänglich eine sehr große Bedeutung und stellt die Antwort auf fast alle wichtigen Fragen dieser Welt dar. Aber in Bezug auf diesen Bericht ist es die Anzahl der Tage, die man warten musste, bis die Universe wieder ein weiteres Saisonheimspiel bestreiten konnte.

Zu den Bildern der Universe Cheerleader

Zu den Bildern des Spiels

Abgesehen davon sollte das Spiel eigentlich vor der Sommerpause stattfinden, aber die Mitarbeiter der europäischen Zentralbank feierten an dem Tag ihr Bestehen oder einen guten Zinssatz oder sonst etwas dergleichen. Vermutlich gibt es dann im März 2019 eine erhöhte Geburtenrate der Mitarbeiterinnen der EZB.

Jedenfalls war an diesem Spieltag der Wettergott etwas gnädig und bedachte uns im Frankfurter Raum mit Wasser von oben und nicht ganz extremen Temperaturen. Dies musste ich ausnutzen um meine Wohnung ein paar Grad herunter zu kühlen. Hatte aber den Nachteil, dass ich nicht ganz so früh zum Spiel kam, wie es sonst der Fall ist. Somit habe ich auch das Grillen auf dem Parkplatz verpasst, was für mich persönlich eher weniger dramatisch war. Es soll aber schön gewesen sein und dem Flair des Footballs entsprochen haben. So wurde es mir von einem Fan erzählt.

Nach so viel Zeit war es dennoch wieder schön die liebgewonnenen Näsinnen und Nasen wiederzusehen und sich selbst wieder heimisch zu fühlen. Heimisch in einer Welt bei einer Sportart, die mir vor einem Jahr noch so fremd war. Warum ich dies extra hinzuschreibe? Nun, am 29.07.2017 war ich das allererste Mal überhaupt beim American Football. Es war das Spiel der Universe gegen die Marburg Mercenaries. Hier nachlesbar: Das erste Mal beim American Football

SFUMC28072018-3Seit diesem Tag hat sich sehr viel für mich verändert. Nicht nur, dass ich Football besser verstehe, es ist auch zu einem sehr festen Bestandteil meiner Freizeitgestaltung geworden. Ohne Football und ganz besonders ohne die Menschen, die die Universe aus Frankfurt ausmachen, inklusive dem Drumherum (dazu zählen auch die Sicherheitsbediensteten), könnte ich mir mittlerweile mein Leben wirklich nicht mehr vorstellen. Es ist nicht nur, dass ich so viele Mannschaften in den unterschiedlichen Ligen besucht und gesehen habe, sondern auch die Tatsache, dass man einen tollen taktischen Ballsport und auch fast überall einen sehr hochwertigen Tanzsport der Cheerleader präsentiert bekommt. Aber das wohl allerwichtigste Detail ist so ziemlich überall wiederzufinden. Ob nun erste oder fünfte Liga, nirgendwo lässt man sich die vergrößerte familiäre Grillfeier mit Sportangebot nehmen. Man muss nur aufpassen, dass man bei den ganzen leckeren Burgerangeboten nicht in die Breite wächst.

Es ist aber auch so, dass ich dieses Gefühl des Willkommen Seins in dieser Form so bisher auch nicht kannte. Jeder Zuschauer, jeder Gast, jeder Medienvertreter etc. ist willkommen und Vereine als auch Spieler (oder auch Cheerleader) freuen sich, wenn über sie berichtet wird, Bilder veröffentlicht werden, um damit diesen tollen Sport noch mehr Menschen zugänglich zu machen. Insbesondere in Frankfurt und Marburg, als auch in Darmstadt, bin ich aufgrund dessen sehr gerne. Und dann gibt es noch die Menschen, die man auch überall findet. Olli und seine Crew – sage ich einfach mal dazu (hey, das reimt sich).

Apropos Cheerleader. Um die Mädels auch mal ein wenig mehr hervorzuheben und ihre Leistungen auch zu honorieren, bin ich momentan dabei, mir etwas auszudenken. So eine Idee, die mir da durch den Kopf schwebt. Nein, die ist weder, dass ich für die Mädels tanze, noch mir ein Outfit anziehe und mit ihnen – das will niemand sehen, glaubt mir. Aber zu dieser Idee ein anderes Mal mehr, wenn sie etwas ausgereifter ist.SFUCheers280718-42

Nun habe ich schon viel geschrieben und was weiß man von dem Spiel? Noch nichts. Nun denn: die Ausgangslage war vor dem Spiel eigentlich ganz eindeutig, denn alles andere als ein Sieg der Frankfurter Mannschaft käme einem kleinen Weltwunder gleich.

Nicht unwichtig ist es auch zu erwähnen, dass 1.625 Zuschauer im Stadion waren, was eine leichte Steigerung zu den vergangenen beiden Spielen entspricht, bei denen der Trend eher rückläufig war.

Bevor ich von einem Spiel schreibe, das über weite Strecken gleich aussah, fasse ich es lieber in aller Kürze zusammen, denn die Gäste aus München, hatten bis auf zwei, drei gute Szenen kaum eine Chance gegen Frankfurts Defensive. Oftmals verliefen die Offensivbemühungen in die falsche Richtung. Dafür war der einzige Touchdown, den die Gäste erzielen konnten, wirklich sehr gut herausgespielt und durchaus sehenswert. Mehr aber eben auch nicht.SFUMC28072018-44

Der Klassenunterschied war insbesondere im Laufspiel der Frankfurter zu erkennen, die ein ums andere Mal sehr viele Yards machen und damit auch Punkte holen konnten. Nach drei von vier Vierteln stand es sogar 38:0, ehe es am Ende mit 45:6 ausging.

Eine sehr positive Entwicklung war aber bei den Kickern der Universe zu sehen. Da erinnere ich mich an die letzten Spiele, in denen der Extrapunkt häufig ausgelassen wurde, weil Snap oder Kick eher mit den Schulnoten 5 oder 6 zu bewerten waren.

Schön ist an dieser Stelle auch, dass mehrere (ehemalige) Jugendspieler ihre Chance auf einen Einsatz in der ersten Mannschaft bekamen. Darunter ein Kicker, der zwar in Fußballer Manier die Kicks ausführt, aber diese auch ins Ziel bringen konnte.SFUMC28072018-30

Ein nicht unwichtiger Faktor, denn bereits am kommenden Sonntag kommen die Einhörner aus Schwäbisch Hall in die PSD Bank Arena und da braucht man jeden Punkt, den man kriegen kann. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass bei einem Sieg, der höher als 10 Punkte ausfällt, durchaus Platz 1 in der Südgruppe winken kann. Ich hoffe, dass ich jetzt nicht irre mit meiner Aussage, aber das Spiel in Schwäbisch Hall wurde 7:17 verloren. Ach wisst ihr, habt einfach mehr als 10 Punkte Vorsprung zu Spielende.

Werbeanzeigen

Ein Spiel auf Augenhöhe. Marburg Mercenaries gegen die Munich Cowboys vom 20.05.2018. Bericht zum Spiel.

Sonniges Pfingstwetter am Pfingstsonntag und wieder stand American Football auf dem Plan. Dieses Mal in Marburg. Mit Christian Roth von american-sports.info ging es vom Frankfurter Hauptbahnhof nach Marburg. Die Fahrt dauerte gerade etwas mehr als eine Stunde und wir sprachen selbstverständlich über Football. Unter Anderem natürlich auch über meine Feststellung vom Vortag in Sachen Kicker.

Er hat durchaus etwas eingeworfen, das mir gar nicht so sehr bewusst gewesen ist, denn es ist schließlich nicht alleine der Kicker, mit dem ein Field Goal stehen und fallen kann, sondern auch der Snapper und auch derjenige Spieler, der den Ball fangen und platzieren muss. Dieser Vorgang ist durchaus nicht einfach, denn da gehört schon ein höheres Maß an Koordination dazu. Wieder etwas bewusster gemacht, das man eigentlich immer vor den Augen hat.

Kaum in Marburg angekommen hieß es noch einen kleinen Spaziergang zum Stadion unternehmen. Es ist zum Glück gut ausgeschildert, so dass Christian den Weg im besten sächsischen Dialekt erklären konnte.

MarburgMünchen20052018 (2 von 88)Gutes Essen, Getränke und Fanartikel waren nach dem Einlass auf dem Vorplatz zu entdecken und viele Menschen es sich mit Speis und Trank gut gehen lassen. Das Aufwärmen beider Mannschaften war leider schon vorüber, so dass ich dies nicht mehr anschauen und festhalten konnte. Aber wir trafen noch Marc Junge (all-about-football.de) und Peter Koch (auch american-sports.info) und das war wieder einmal sehr erfreulich und schön. Das ist es eigentlich immer, wenn man mit Bekannten unterwegs ist. Schnell verquatschten wir uns und haben auch mehr oder weniger die Show der Cheerleader verpasst, obwohl wir in unmittelbarer Nähe zu ihnen standen.

Und wie das so mit der Zeit ist, war es ziemlich schnell so weit, dass die Mannschaften einliefen und sich aufstellten. Kurz darauf hieß es ab an die Sideline, Kamera zücken und Vitamin D in der Sonne tanken.

Zu den Bildern des Spiels: -hier klicken-

Das Spiel begann mit den Münchenern in der Offensive, die sich Stück für Stück nach vorne arbeiten konnten und schließlich auch mit dem ersten Touchdown des Spiels die ersten schnellen Punkte erzielen konnten. Den Extrapunkt machten sie zwar auch, aber hierbei nahmen sie ein paar Strafen aber das hinderte sie nicht den Ball durch die schiefe Stimmgabel zu bekommen.MarburgMünchen20052018 (23 von 88)

Erstaunlich fand ich, dass in der Folgezeit überhaupt nicht gepuntet wurde. Die Angriffe gingen stets vorwärts und führten indes weiter zu neuen 1st Downs. So kamen auch die Marburger ihrerseits mit ihrem Angriff bis in die Endzone der Münchener und erzielten ebenfalls einen Touchdown und verwandelten auch den Extrapunk. Bis dahin ein ansehnliches und sehr ausgeglichenes Spiel. Man konnte nicht sagen, dass bis hierhin eine Mannschaft größere Vorteile hatte.

Beim Kick der Marburger fiel der Ball aufgrund des starken Windes um, sodass der Kick wiederholt werden musste. Das war schon irgendwie eine amüsante Situation, die ich so auch nicht gesehen habe. Aber am Ende hat es dann doch funktioniert und die Münchener konnten nun ihren nächsten Angriff starten. Aber dieses Mal hatte die Defensive der Marburger etwas dagegen, so dass es für die Münchener nur zu einem Field Goal reichte.

Nun kamen die Marburger besser ins Spiel und konnten mit Beginn des zweiten Viertels den nächsten Touchdown erzielen, den folgenden Münchener Angriff abwehren und ihrerseits den nächsten Angriff erneut in Punkte mit einem Touchdown erzielen. Die Münchener Defensive schien insbesondere mit dem Marburger Silas Nacita die größten Probleme zu haben, der immer wieder lange Läufe ansetzen und großartige Catches zeigen konnte.MarburgMünchen20052018 (45 von 88)

Nun aber wendete sich das Blatt und es folgte sozusagen die Spiegelung dessen, was Marburg gerade getan hatte. Die Cowboys aus München kamen zum Touchdown, wehrten den nächsten Angriff der Marburger ab, so dass diese punten mussten und konnten mit ihrem nächsten Angriff erneut weitere Punkte erzielen. Das Spiel wurde also bis zur Halbzeit ein weiteres Mal gedreht. So stand es zur Pause 21:24.MarburgMünchen20052018 (65 von 88)

Zu dem Zeitpunkt ein unerwartetes ausgeglichenes Spiel, bei dem sich beide Teams nichts schenken wollten. Im dritten Viertel kam keine Mannschaft zu Punkten, dafür wurde es etwas hektischer auf dem Platz, denn es flogen viele Flaggen und dementsprechend gab es auch Strafen auf beiden Seiten. Angriffsversuche endeten dadurch und wurden mit einem Punt beendet. Erst im vierten Quarter ging es mit den Punkten weiter und das Spiel wurde so richtig interessant und spannend.

Zunächst konnten die Münchener mit einem Angriff ein weiteres Field Goal erzielen, das den Spielstand auf 21:27 stellte. Aber die Marburger steckten nicht auf und kamen ihrerseits zu einem weiteren Touchdown ca. sieben Minuten vor Schluss. Doch der Extrapunkt war nicht gut, denn der Ball flog an den linken Pfosten und kam wieder zurück ins Feld. 27:27 stand es und nun waren die Cowboys wieder an der Reihe.MarburgMünchen20052018 (86 von 88)

Es wurde erneut hektischer auf dem Platz. München nahm Strafen und kam so nur schwer in Richtung der Marburger Endzone. Für einen Touchdown reichte es nicht, aber ein weiteres Field Goal konnten sie erzielen. 27:30. Nun waren nur noch 1:28 zu spielen, was im Football aber durchaus noch eine lange Zeit ist.

Die ersten Angriffsversuche der Marburger konnten die Münchener noch unterbinden, so dass die Marburger gezwungen waren den vierten Versuch auszuspielen. Das gelang sogar und wie das gelang! Aber die Zeit lief runter und so waren es nur noch 38 Sekunden, als die Marburger an der gegnerischen 16 Yard Linie standen.

Timeouts auf beiden Seiten, hektische Anweisungen des Münchener Trainers. Seine Defensive schien überfordert. Marburg schaffte es tatsächlich noch an die 3 Yard Linie. Die Spannung im Stadion war nahezu greifbar. Sowohl die heimischen Fans als auch die Gäste aus München waren nun gespannt und aufgeregt.

Ein Lauf der Marburger, der gestoppt werden konnte. Aber wo war der Ball? War er vor der Linie oder berührte er schon die Linie der Endzone. Die Spannung steigerte sich beinahe ins Unermessliche. Die Schiedsrichter diskutierten und zeigten schlussendlich Touchdown an. Marburg hat das Spiel erneut gedreht. 33:30. Der Wahnsinn und die Fans kamen aus dem Jubeln nicht mehr heraus, während die Münchener die Köpfe hängen ließen. Der anschließende Versuch der Marburger zwei weitere Punkte mit einem Lauf zu erzielen blieb erfolglos. 10 Sekunden Zeit für die Münchener und keine Auszeiten mehr übrig. Der letzte Angriffsversuch wurde gestoppt. Die Zeit war abgelaufen. Kurz diskutierten die Schiedsrichter noch eine Situation aber beendeten das Spiel mit dem Ergebnis 33:30.MarburgMünchen20052018 (87 von 88)

Marburg gewann ein Spiel, das auf Augenhöhe geführt wurde. Man könnte aber auch sagen, dass Silas Nacita gegen die Munich Cowboys 33:30 gewonnen hat. Er war der überragendste Mann auf dem Platz. Läufe, Catches, Punts und Kicks. Er macht wirklich alles und kann auch alles. Dieser Mann lebt Football. Selbst angeschlagen ist er eine Waffe, gegen die die Münchener an diesem Tag kein probates Mittel finden konnten.

Wow, also so ein Spiel wie dieses war schon sehr interessant. Gut, dass ich nicht Fan von einer dieser beiden Mannschaften bin, denn ansonsten wäre ich in den letzten Sekunden vor Aufregung und Anspannung in Ohnmacht gefallen. Eventuell wie diese Herren hier:MarburgMünchen20052018 (51 von 88)