Irish Folk Rock Abend im Frankfurter Nachtleben am 18.10.2018 mit den Paddyhats und den Scarlet Scallywags. Party- und Feierstimmung waren inklusive.

Bereits im Vorjahr war ich bei den Paddyhats im Nachtleben gewesen und da mir das, was sie machen so gut gefallen hat, wollte ich mir den neuerlichen Auftritt absolut nicht entgehen lassen.

Neues Album, neue Tour und immer noch sehr guter Irish Folk Rock. Dass sie damit erfolgreich sind, konnte auch durch die Besucherzahl an diesem Abend belegt werden, denn diese war deutlich größer, als noch vor einem Jahr. Hatte man noch relativ viel Platz im Kellerclub, so war es in diesem Jahr schon kuschliger.

Zu den Bildern des Abends

Doch es gab noch eine weitere Veränderung; besser gesagt Erweiterung, denn dieses Mal gab es eine Vorband. So wie ich mitbekommen hatte, war das sogar relativ spontan organisiert. So bekamen die Gäste im Nachtleben die Möglichkeit eine neue Band, die kurz vor ihrem ersten CD Release stand, also ihrer Debüt EP, zu sehen und zu hören.

Die Scarlet Scallywags eröffneten also den Abend mit etwas ruhigerem und emotionalem Irish Folk, der eine gute Einstimmung auf die Paddyhats darstellte. Und das nicht nur musikalisch. Die Vier, Benedikt, Patrick (der Bruder von John Schnee), Lea und Bianca, präsentierten sich mit ihrer Musik und sie hatten sichtlich Spaß und Freude dabei. Nach und nach tauten sie auch so richtig auf der Bühne auf und zwischen den Songs wurden die Interaktionen und Gespräche zu und mit den Gästen mehr.

Das sorgte hier und da für zusätzlichen Applaus und gemeinsames Lachen. Dabei zeigte sich insbesondere Patrick, als Spaßmacher, der nicht nur auf Kommentare aus dem Publikum einging, sondern auch ein Improvisationstalent ist. Text vergessen? Kein Problem! Einfach sagen und weitermachen. Menschlich, sympathisch, lustig und ehrlich.

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Ich bin froh, dass genau dieser Song auch auf der EP bei den fünf Titeln dabei ist, denn ich habe diesen tatsächlich schon einige Zeit in Schleife gehört. Ja, die EP gab es schon an dem Abend zu kaufen, obwohl sie erst zwei Tage später offiziell veröffentlicht wurde. Super Sache, dass sie die schon dabeihatten, denn so habe ich diese EP direkt mit den Autogrammen der Band bei mir.

Während der Pause hatte ich zudem noch die Möglichkeit kurz mit Benedikt zu sprechen. Leider nicht mit meinem Namensvetter Patrick, aka John Schnees Bruder. Schließlich haben wir Herbst, der Winter kommt also und da hat er bestimmt sehr viel zu tun. Nein, Spaß bei Seite. Benedikt sprach davon, dass sie sehr froh darüber sind, dass es so kurzfristig mit den Paddyhats geklappt hat, denn ein Auftritt wie dieser im Nachtleben Frankfurt wäre schon eine Nummer größer für sie gewesen. Die Band gibt es seit 2016 und sie haben auch schon in mehreren Clubs in NRW gespielt.

Wirklich sehr sympathische Menschen und ich bin froh, dass ich sie hören und sehen durfte. Wer weiß, vielleicht sieht man sich bald wieder mal. Schön wäre das bestimmt.

Viel Zeit blieb nicht, denn schon während des Gesprächs kamen die Paddyhats auf die Bühne und ich war wieder einmal erstaunt darüber, dass sieben Personen auf der kleinen Bühne Platz finden konnten.

Es ging direkt mit Vollgas, Rauch und Irland Flaggen los; keine Zeit für ein weiteres Aufwärmen. Direkt loslegen waren das Motto und die Devise. So war direkt Stimmung und Party auf und vor der Bühne zu sehen. Schnell wurde es dadurch den Musikern warm, aber auch der Kellerclub wurde wieder einmal langsam aber sicher zu einer wohltemperierten Sauna.

Auffällig war wieder einmal Ian Mc Flannigan, denn ich frage mich, wie viele Outfits er auf einer Tour so dabeihat. Bei einem der ersten Songs „Circus of Fools“ eilte er schnell von der Bühne und kam mit einem Mantel im Stil eines Zirkusdirektors, Hut, Gehstock und Megafon wieder zurück. Es gab noch weitere Songs, bei denen er sich ein entsprechendes sinngemäßes Outfit holte. Irgendwann macht er das bestimmt bei jedem Song.

Es wurde getanzt, gelacht, mitgesungen und wenn man nicht aufpasste, war man spontan Teil einer schunkelnden Reihe. So war es mir passiert. Häufig passierten diese Sachen in Eigendynamik bei den Gästen, aber auch die Aufforderungen Seitens der band funktionierten nach ein paar Übungen sehr gut. Arme hoch, mitsingen und den Donnerstagabend zu einem Samstagabend machen.

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Aber Mia durfte beim Song „Rockstar“ auch mal einen längeren Gesangspart einnehmen, bei dem die Herren nur den Refrain sangen. Mal eine schöne und sehr gut klingende Abwechslung.

Irgendwann später flogen auch einige aufgeblasene Wasserbälle durchs Nachtleben. Passend zum Song „Boys on the Green“. Dieser hat natürlich weniger mit Wasserball, dafür mehr mit Fussball zu tun. Irgendeiner der Gäste in meiner Nähe wollte schon „Will Grigg’s on fire“ anstimmen; kam aber nicht so wirklich durch damit. Die Bälle flogen immer wieder zurück auf die Bühne, aber das hatten die Musiker schon erwartet.

Die Zeit verging bei so viel Party und ausgelassener Stimmung, wie vor einem Jahr, viel zu schnell. Zum Abschluss gab es noch den wohl bekanntesten Song der Band „Barrels of Whiskey“, bei dem die Stimmung nochmals so richtig hochkochte und den Ruf nach einer Zugabe in der Folge laut werden ließ.

So gab es die Zugabe selbstverständlich und zwar mit den Songs „Green Blood“, dem Titelsong des aktuellen Albums, sowie einem der ältesten Songs mit „We are the O’reillys and the Paddyhats“. Wer da am Ende noch Energie hatte und nicht bester Stimmung war, hat gewiss irgendetwas falsch gemacht.

Wiederkommen nach Frankfurt ist Pflicht Paddyhats!

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The O’Reillys and the Paddyhats – 10.09.2017 – Nachtleben Frankfurt

Nachtleben 1Nachtleben 2

Das Nachtleben in Frankfurt ist schon ein recht traditioneller kleiner „Konzertkeller“, in dem auch bereits Rammstein, ganz am Anfang ihrer Karriere, aufgetreten sind. Wenn dieser Kellerraum ausverkauft ist, dann sind dort 250 Gäste, Fans und Zuschauer. Viel mehr Platz ist dort auch nicht. Dafür hat es schon eine Art Garagen- oder Keller- bzw. Wohnzimmer-Atmosphäre. Ein Wohnzimmer mit einer Bar, an der es Getränke gibt.

Um 21 Uhr am Sonntagabend kamen die vielen Musiker, die zu dieser Gruppierung gehören, auf die Bühne und legten fulminant los. Irish Folk Punk mit vielerlei piratenangehauchten Texten erwarteten die ungefähr 150 Gäste an diesem Abend.

Keine Vorband, sondern nur die Paddyhats.

Paddyhats 1Von der ersten Minute an war das Feuer angefacht und die Zuschauer zum Mitmachen gezwungen. Also nicht von der Band; bei Irish Folk – ob Rock oder Punk oder beides – völlig egal, man kann einfach nicht anders. Das war schon bei Flogging Molly in der Batschkapp so und hier war es auch nicht anders.

Die Tontechnik hat eine hervorragende Arbeit geleistet, denn man konnte jedes Instrument sehr gut hören und unterscheiden. Auch die Mikrofone waren entsprechend eingestellt, so dass auch jeder, der am Mikrofon was zu sagen, bzw. singen hatte, auch gehört wurde.

Dass auch 150 Menschen ziemlich laut sein können, haben die Gäste praktisch mit und nach jedem Song bewiesen: Applaus, Applaus, Applaus und gejubelt wurde auch lautstark. Den Gästen und Fans hat es also eindeutig gefallen. Aber auch umgekehrt schien es nicht anders, denn auch die Musiker hatten ihren Spaß auf der Bühne. So etwas erkennt man insbesondere daran, dass sehr häufig zum Mitsingen oder Mitklatschen animiert wurde. Es gab sogar eine recht lustige Art um zum Mitsingen zu animieren: Eine überdimensional große (Zitat) „Toblerone“ wurde hochgehalten auf dessen drei Seiten kurze prägnante Texte für einen Refrain zum Mitsingen standen. Das wurde natürlich sehr gerne angenommen. Song und Text unbekannt? Kein Problem, die Toblerone hilft weiter. Aber generell wurde den Gästen etwas unter die Arme gegriffen wenn es ums Mitsingen ging, oder einfach nur um das allseits beliebte „Hey“ mit Fauststoß zu zelebrieren.

Paddyhats 2Zwischen der Band und den Gästen war es also sehr harmonisch. Und je später es wurde, desto ausgelassener wurde im kleinen Keller gefeiert. Es kam immer mehr Bewegung hinein und auch die Band war von dieser Stimmung sehr angetan und hatte sichtlich ihre Freude daran. Das wurde auch zwischen den Songs mitgeteilt. Interaktionen und kleine Späße lockern nicht nur auf, sondern heben die Stimmung. Und das verstehen die Mitglieder dieser Band aus Gevelsberg (das liegt in Nordrhein-Westfalen zwischen Wuppertal und Iserlohn, südlich von Dortmund) sehr gut. Dass es die Band erst seit 2011 gibt, merkt man ihnen jedenfalls nicht an. Mir persönlich kam es so vor, als seien sie schon wesentlich länger aktiv und mit Bühnenerfahrung ausgestattet.

Gute 90 Minuten, ohne wirkliche Pause, wurden die Gäste mit sehr schönem und abwechslungsreichem Irish Folk beschallt. Ja tatsächlich abwechslungsreich, auch wenn man oft der Meinung sein könnte, dass viele Songs ähnlich klingen aus dem Genre. Es mag zwar tatsächlich stimmen, aber die Einflüsse in den einzelnen Songs sind unterschiedlicher Natur, sowie die Vielfalt der Instrumente ebenso unterschiedlich und gewichtet ist. Mal ist es die Geige, die im Vordergrund steht, mal das Banjo, mal die E-Gitarre, mal die A-Gitarre oder sogar die Flöte.

Es war jedenfalls ein toller gemütlicher und auch lauter Abend, der so schnell vorbeiging, dass man gar nicht mitbekam, wie schnell die Zeit doch vergangen ist. Zum Abschluss gab es den bekanntesten Song der Band „Barrels of Whiskey“ bei dem die Stimmung den Höhepunkt erreichte, da dieser Song von praktisch jedem – zumindest im Refrain – mitgesungen wurde. Aber nein, so schnell wurden sie dann doch nicht gehen gelassen. Die lautstarken Rufe nach einer Zugabe wurden erhört und den Gästen dieser Wunsch mit zwei weiteren Songs erfüllt. Danach war aber wirklich Schluss.

Paddyhats 4Irgendwie schade, aber nach 90 wahnsinnig tollen Minuten, die einfach nur Party machen bedeuteten, war es ein gelungener Wochenendabschluss. Ich hoffe sehr, dass diese Band ein weiteres Mal nach Frankfurt kommen wird, denn dieses Feuer, das sie auf die Bühne und von der Bühne ins Publikum projizieren, wird so schnell nicht erlöschen, da bin ich mir sicher. Diese Band ist definitiv ein Tipp für alle, die entweder auf Irish Folk stehen oder aber eine ausgelassene Party mit guter Musik haben wollen.

Nach so viel Irish Folk in einer Woche, hätte ich danach durchaus Lust auf ein Guinness gehabt, aber da ich kein Bier trinke, oder nur sehr selten, habe ich noch ein paar Euros dazugelegt und mir einen tollen Zipper am Merchandise-Stand gekauft. Wird schließlich frischer draußen und das Logo der Band ist doch ganz schick.

Paddyhats 5

Kurze Informationen zu The O’Reillys and the Paddyhats:

Genre:  Irish Folk Punk

Herkunft:  Gevelsberg, Deutschland

Gründung:  2011

Aktuelle Besetzung:

Weil es doch so viele Mitglieder in der Band sind, habe ich dies einfach mal aus Facebook rauskopiert, denn ich wollte niemanden vergessen:

Sean O’Reilly (acoustic guitar, tin whistle, low whistle and vocals)
Dwight O’Reilly (banjo, mandolin, accordeon, acoustic guitar and vocals)
Mia Callaghan (violin)
Connor O’Sullivan (E-Guitar)
Fitzgerald O’Brien (Bass Guitar)
Dr. Bones (drums)
Ian Mc Flannigan „The Chief“ ( Backing Vocals, Blues Harp, Chain, Dashboard)
Ryan O’Leary (Irish Step Dance)
Johnny McNaughty (Roadie, Special Effects, Driver)
Duncan McNaughty (Roadie, Special Effects)
Billy McAnger (Merch)
Angus The Orphan (Roadie), Dobby Fitzpatrick (Light), Tevin McKelly (Sound)

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