Irish Folk Rock Abend im Frankfurter Nachtleben am 18.10.2018 mit den Paddyhats und den Scarlet Scallywags. Party- und Feierstimmung waren inklusive.

Bereits im Vorjahr war ich bei den Paddyhats im Nachtleben gewesen und da mir das, was sie machen so gut gefallen hat, wollte ich mir den neuerlichen Auftritt absolut nicht entgehen lassen.

Neues Album, neue Tour und immer noch sehr guter Irish Folk Rock. Dass sie damit erfolgreich sind, konnte auch durch die Besucherzahl an diesem Abend belegt werden, denn diese war deutlich größer, als noch vor einem Jahr. Hatte man noch relativ viel Platz im Kellerclub, so war es in diesem Jahr schon kuschliger.

Zu den Bildern des Abends

Doch es gab noch eine weitere Veränderung; besser gesagt Erweiterung, denn dieses Mal gab es eine Vorband. So wie ich mitbekommen hatte, war das sogar relativ spontan organisiert. So bekamen die Gäste im Nachtleben die Möglichkeit eine neue Band, die kurz vor ihrem ersten CD Release stand, also ihrer Debüt EP, zu sehen und zu hören.

Die Scarlet Scallywags eröffneten also den Abend mit etwas ruhigerem und emotionalem Irish Folk, der eine gute Einstimmung auf die Paddyhats darstellte. Und das nicht nur musikalisch. Die Vier, Benedikt, Patrick (der Bruder von John Schnee), Lea und Bianca, präsentierten sich mit ihrer Musik und sie hatten sichtlich Spaß und Freude dabei. Nach und nach tauten sie auch so richtig auf der Bühne auf und zwischen den Songs wurden die Interaktionen und Gespräche zu und mit den Gästen mehr.

Das sorgte hier und da für zusätzlichen Applaus und gemeinsames Lachen. Dabei zeigte sich insbesondere Patrick, als Spaßmacher, der nicht nur auf Kommentare aus dem Publikum einging, sondern auch ein Improvisationstalent ist. Text vergessen? Kein Problem! Einfach sagen und weitermachen. Menschlich, sympathisch, lustig und ehrlich.

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Ich bin froh, dass genau dieser Song auch auf der EP bei den fünf Titeln dabei ist, denn ich habe diesen tatsächlich schon einige Zeit in Schleife gehört. Ja, die EP gab es schon an dem Abend zu kaufen, obwohl sie erst zwei Tage später offiziell veröffentlicht wurde. Super Sache, dass sie die schon dabeihatten, denn so habe ich diese EP direkt mit den Autogrammen der Band bei mir.

Während der Pause hatte ich zudem noch die Möglichkeit kurz mit Benedikt zu sprechen. Leider nicht mit meinem Namensvetter Patrick, aka John Schnees Bruder. Schließlich haben wir Herbst, der Winter kommt also und da hat er bestimmt sehr viel zu tun. Nein, Spaß bei Seite. Benedikt sprach davon, dass sie sehr froh darüber sind, dass es so kurzfristig mit den Paddyhats geklappt hat, denn ein Auftritt wie dieser im Nachtleben Frankfurt wäre schon eine Nummer größer für sie gewesen. Die Band gibt es seit 2016 und sie haben auch schon in mehreren Clubs in NRW gespielt.

Wirklich sehr sympathische Menschen und ich bin froh, dass ich sie hören und sehen durfte. Wer weiß, vielleicht sieht man sich bald wieder mal. Schön wäre das bestimmt.

Viel Zeit blieb nicht, denn schon während des Gesprächs kamen die Paddyhats auf die Bühne und ich war wieder einmal erstaunt darüber, dass sieben Personen auf der kleinen Bühne Platz finden konnten.

Es ging direkt mit Vollgas, Rauch und Irland Flaggen los; keine Zeit für ein weiteres Aufwärmen. Direkt loslegen waren das Motto und die Devise. So war direkt Stimmung und Party auf und vor der Bühne zu sehen. Schnell wurde es dadurch den Musikern warm, aber auch der Kellerclub wurde wieder einmal langsam aber sicher zu einer wohltemperierten Sauna.

Auffällig war wieder einmal Ian Mc Flannigan, denn ich frage mich, wie viele Outfits er auf einer Tour so dabeihat. Bei einem der ersten Songs „Circus of Fools“ eilte er schnell von der Bühne und kam mit einem Mantel im Stil eines Zirkusdirektors, Hut, Gehstock und Megafon wieder zurück. Es gab noch weitere Songs, bei denen er sich ein entsprechendes sinngemäßes Outfit holte. Irgendwann macht er das bestimmt bei jedem Song.

Es wurde getanzt, gelacht, mitgesungen und wenn man nicht aufpasste, war man spontan Teil einer schunkelnden Reihe. So war es mir passiert. Häufig passierten diese Sachen in Eigendynamik bei den Gästen, aber auch die Aufforderungen Seitens der band funktionierten nach ein paar Übungen sehr gut. Arme hoch, mitsingen und den Donnerstagabend zu einem Samstagabend machen.

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Aber Mia durfte beim Song „Rockstar“ auch mal einen längeren Gesangspart einnehmen, bei dem die Herren nur den Refrain sangen. Mal eine schöne und sehr gut klingende Abwechslung.

Irgendwann später flogen auch einige aufgeblasene Wasserbälle durchs Nachtleben. Passend zum Song „Boys on the Green“. Dieser hat natürlich weniger mit Wasserball, dafür mehr mit Fussball zu tun. Irgendeiner der Gäste in meiner Nähe wollte schon „Will Grigg’s on fire“ anstimmen; kam aber nicht so wirklich durch damit. Die Bälle flogen immer wieder zurück auf die Bühne, aber das hatten die Musiker schon erwartet.

Die Zeit verging bei so viel Party und ausgelassener Stimmung, wie vor einem Jahr, viel zu schnell. Zum Abschluss gab es noch den wohl bekanntesten Song der Band „Barrels of Whiskey“, bei dem die Stimmung nochmals so richtig hochkochte und den Ruf nach einer Zugabe in der Folge laut werden ließ.

So gab es die Zugabe selbstverständlich und zwar mit den Songs „Green Blood“, dem Titelsong des aktuellen Albums, sowie einem der ältesten Songs mit „We are the O’reillys and the Paddyhats“. Wer da am Ende noch Energie hatte und nicht bester Stimmung war, hat gewiss irgendetwas falsch gemacht.

Wiederkommen nach Frankfurt ist Pflicht Paddyhats!

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Massendefekt und Killerpilze sorgen für Partystimmung in der Frankfurter Batschkapp. Konzertbericht vom 20.04.2018

So langsam wird es wieder Sommer und die möglichen Aktivitäten im Freien kann man nach Belieben wählen. Aber da gibt es noch die Konzerte, die Drinnen stattfinden. So auch an diesem Freitag in der gut klimatisierten Batschkapp.

Noch vor 19 Uhr begann der Spaß und da war die halbe Batschkapp bereits gut gefüllt, als die Killerpilze den Abend eröffneten. Killerpilze? Ja, Killerpilze! Mir war gar nicht bewusst, dass diese Band noch existiert, wobei sie über die Jahre hinweg nie wirklich inaktiv gewesen sind und sogar einen Kinofilm mit dem Titel „Wir sind immer noch jung“ gedreht und herausgebracht haben.IMAG1139

Was bei jedem Song und damit ununterbrochen zu erkennen war, war, dass die Band absolut Lust und Bock auf Musik haben und sich auch so präsentieren. Dabei haben sie die Interaktionen mit den Fans fast durchgehend aufrecht halten können. Es wurde viel geklatscht, applaudiert, getanzt und auch eine Pit und Pogo waren zu sehen. Das Mitsingen wurde auch angestimmt, wobei es auch häufig der Fall war, dass die Gäste von sich aus mitgesungen haben. Was bei deutschen Texten auch nicht besonders schwer fällt. Zumal insbesondere die Refrains schnell aufzugreifen sind.IMAG1147

Das war definitiv ein sehr guter Einstieg in den Abend, der etwas schnell vorbei war, da mir die Band durchaus gut gefallen hat. Auf der Bühne und mit der Stimmung, die sie in die Batschkapp brachten.

Kurze Informationen zu den Killerpilzen:

Genre(s):  Rock, Punkrock

Herkunft:  Dillingen an der Donau, Deutschland

Gründung:  2002

Aktuelle Besetzung:

Gitarre, Gesang:   Johannes ‚Jo‘ Halbig

Gitarre, Gesang:  Maximilian ‚Mäx‘ Schlichter

Schlagzeug, Gesang:  Fabian ‚Fabi‘ Halbig

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Nach einer Pause, die mir nicht besonders lange vorkam, vielleicht rund 20 Minuten, ging es auch schon mit Massendefekt weiter. Und da war die gut klimatisierte Batschkapp auch schon deutlich voller geworden.

Aufgrund der Tatsache, dass an diesem Abend noch eine andere Veranstaltung in der Batschkapp stattfand, hatte es die Band durchaus „eilig“, aber in einem gesunden Maß. Eilig insbesondere dabei, die gute Stimmung fortzuführen und von Beginn an zu toppen. Meiner Meinung nach ist das auch gelungen und die Partystimmung hielt sich von Beginn an bis zum Ende des Auftritts von Massendefekt.

Bereits beim zweiten Song von Massendefekt hieß es hinknien. Das ist eher ungewöhnlich, aber ungewöhnlich war auch die frühe Konzertzeit, also warum nicht mal ein bisschen anders? Bei den Fans kam es dennoch sehr gut an und sorgte dadurch bereits für ein Stimmungshoch. Auch hier wurde mitgeklatscht, applaudiert, gejubelt und auch mitgesungen. Die Fans hatten also durchweg ihren Spaß an diesem Konzert und so soll es doch auch sein.IMAG1152

Die Musik ist eingehend und hat ein gutes Tempo, sowie eine klare durchgängige Linie und Art. Ich persönlich finde das sehr gut, auch wenn es nicht zwingend das Genre ist, was im meisten höre. Dafür sind die Texte gut durchdacht und ebenfalls einfach einzuprägen.

Der Stimmung und der Musik tat auch eine ungestimmte Gitarre keinen Abbruch, dies wurde eher noch mit einem Lachen überspielt. Und ganz nebenbei hatte Schlagzeuger Alexander Wolfart an diesem Tag Geburtstag und die Gäste in der Batschkapp sangen ein Geburtstagsständchen für ihn.

Ein Song, der mir sehr gut gefiel und auch insgesamt sehr gut ankam war „Schlechter Optimist“. Bei diesem kommt die klare temporeiche musikalische Linie der Band sehr gut zum Vorschein. Auch eine etwas ruhigere Passage ist in diesem Song vorhanden. Gepaart mit der sehr guten Akustik und Tonmischung an diesem Abend und den partywütigen Fans in der Batschkapp war dieser Song ein kleines Fest und der ganze Abend eine Party.IMAG1154

Es gab Definitiv keinen Platz für Depressionen und schlechte Laune an diesem Abend in der Batschkapp, der sehr früh begann und etwas zu früh endete. Dafür aber zwei Bands aufbot, die sich das Wort „Partystimmung“ auf die Stirn schreiben können.

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Kurze Informationen zu Massendefekt:

Genre(s):  Rock, Punkrock

Herkunft: Meerbusch / Düsseldorf, Deutschland

Gründung:  2001

Aktuelle Besetzung:

Gitarre, Gesang:  Sebastian Beyer

Gitarre, Gesang:  Claus Pütz

Bass:  Mike Duda

Schlagzeug:  Alexander „Alex“ Wolfart

Let‘s sing 2018 für die Playstation 4

Seit Singstar haben sich in den letzten Jahren mehrere Entwicklerstudios solchen Spielen gewidmet. Mehr Auswahl für die heimischen Karaokeabende.

Ich weiß gar nicht mehr, wie lang es mittlerweile her ist, als ich ein solches Spiel, damals noch auf der Playstation 3, bei mir und genutzt hatte. Viele Jahre bestimmt.

Die grundlegende Basis, also das Spielprinzip hat sich natürlich nicht verändert. Wie denn auch? Singen muss man so oder so. Ob schöner Gesang oder Katzengejammer, war noch nie sonderlich wichtig, sofern die Töne getroffen werden.

So ist es auch bei diesem Titel. Zumindest braucht man sich daher an nichts Neues zu gewöhnen.

Interessant ist aber, dass es mittlerweile, oder zumindest bei diesem Titel, mehrere Spiel- bzw. Gesangsmodi gibt:

Classic:

Der wohl bekannteste Spielmodus seit Singstar. Einen Song auswählen und singen und dabei versuchen die Töne zu treffen, um Punkte zu sammeln. Dass es dabei möglich ist weit über 400.000 Punkte zu erreichen, lässt die Online Rangliste eindrucksvoll sehen.

TV:

Ein schwierigerer Spielmodus, bei dem einige Textpassagen ausgeblendet werden. Ziel ist es hier, diese dennoch mitzusingen und von der Tonlage auch zu treffen. Hier geht es nicht um Punkte, sondern darum, die ausgeblendeten Textpassagen korrekt zu singen. Da ist es natürlich vorteilhaft, wenn man das entsprechende Lied auswendig kennt.

Feat.:

Alleine singen, singen lassen und mit dem gewählten Künstler ein Duett singen. Diese drei Parts sind enthalten. Man muss teilweise schnell umschwenken, habe ich festgestellt. Einige Passagen muss man selbst singen, andere werden von der KI (Künstler) übernommen und weitere werden gemeinsam gesungen. Ziel hierbei ist es, insbesondere bei den Duetten, zu glänzen. Das gibt Punkte, bzw. eine prozentuale Bewertung, des gewählten Songs.

Bei diesen drei Spielmodi lassen sich die Songs für die Jukebox freischalten, so dass man sich diese auch einfach nur ansehen und anhören kann. Dafür muss das jeweilige Ziel der Modi erreicht werden.

Mixtape:

Alleine geht hier nicht. Also schon im Singleplayer-Modus, aber mit mindestens einem KI-Gegner. Es können sogar bis zu vier Spieler daran teilnehmen. Beim Mixtape sucht man sich eine Rubrik aus, aus der insgesamt sieben Ausschnitte aus der gewählten Rubrik gesungen werden. Dabei ist es so, dass die Songs mittendrin irgendwo beginnen. Nach jedem Ausschnitt wird ein Punkt an den Spieler vergeben, der die höchste Punktzahl erreicht hat. Wer also die meisten Ausschnitte gesanglich für sich entscheiden kann, gewinnt dementsprechend. Auch in diesem Modus lassen sich weitere Mixtapes freischalten, da zu Beginn nur eine sehr kleine Auswahl bereitsteht.

Diese Modi schaffen doch insgesamt gesehen ein wenig Abwechslung. Zudem steigt man durch erfüllen der Ziele in den jeweiligen Modi im Level auf. Das bringt einem zusätzliche Avatarbilder und irgendwann auch Trophäen, wenn ich das richtig verstanden habe.

An sich ist dieses Singspiel durchaus okay. Es ist abwechslungsreich gestaltet und in jedem Modus kann man auch gegeneinander antreten.

Lets Sing Songs
Quelle: amazon.de

Man ist dabei auch gar nicht auf die 35 integrierten Titel festgelegt, denn im Onlineshop, der direkt über das Hauptmenü aufgerufen werden kann, lassen sich weitere Bundles kaufen. Diese enthalten jeweils fünf weitere Songs für 4,99 €. Interessant dabei ist, dass Rock-Fans bei den Party-Classics fündig werden können. Dennoch würde ich mir wünschen, dass es ein paar zusätzliche Bundles geben würde, die sich auf Rock und Metal konzentrieren.

Für Partyabende ist das Singspiel sicherlich interessant. Aber auch, wenn man sich alleine die Zeit damit vertreiben möchte, seine Gesangskünste zu verbessern. Für meinen Geschmack ein nettes Spiel, jedoch nicht mehr und nicht weniger.

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WSTR – 12.10.2017 – Nachtleben Frankfurt

Sich nach einem langen Tag auf der Buchmesse mit schönem Punkrock die Birne freipusten zu lassen, kann man mal machen. Im kleinen Keller des Nachtlebens sollte um 21 Uhr der Abend beginnen. Insgesamt standen drei Bands auf dem Plan. Dies waren Weatherstate, Storyteller und natürlich WSTR.

So machte ich mich am Abend auf den Weg, um ein bisschen bei guter Musik zu entspannen. Kurz vor 21 Uhr war ich da, ging hinein und die erste Band spielte bereits. Ich war doch sehr irritiert, schließlich bin ich davon ausgegangen, dass der Abend erst um 21 Uhr beginnen würde. Und es war noch nicht einmal 21 Uhr. Hatte ich etwas verpasst? Ich schaute mir via Handy noch einmal den Event an, aber da standen keine Änderungen. Nun gut, was soll’s.

Leider kann ich zur ersten Band des Abends nicht viel sagen. Weatherstate spielen Punkrock und das recht gut, wie ich finde. Ob sie jetzt ein etwas weiter gefächertes Spektrum anbieten, kann ich aufgrund dessen, dass ich nur drei Songs ansehen / anhören konnte, nicht wirklich sagen. Mir fiel aber auf, dass die Musik dem Genre absolut entspricht und der Sänger eine sehr passende Stimme für die Art der Musik hat. Aus meiner subjektiven Perspektive, kann ich nur darüber urteilen, was ich gesehen und gehört habe. Es ist für mich typischer Punkrock aus Großbritannien, den viele Bands auf diese Art und Weise spielen. Liebhaber dieses Genres werden ihren Ohren mit dieser Band jedoch definitiv etwas Gutes tun, davon bin ich überzeugt.20171012_205449(0)

Kurze Informationen zu Weatherstate:

Genre(s): Punkrock

Herkunft:  Bristol, England

Gründung:  2013 (?)

Aktuelle Besetzung:

Harry Hoskins, Joe Hogan, Toby Wrobel, Callan Milward

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Wirklich schade, dass ich nicht mehr von ihnen hören konnte. Während die Band nach dem Ende des letzten Songs ihre Instrumente, bis auf das Schlagzeug, zusammenpackten, war es absolut Zeit für mich etwas zu trinken. Die kleine Bar im Nachtleben ist gut bestückt, aber mir reicht eine Cola vollkommen aus. Die Umräumphase auf der Bühne dauert jedenfalls nicht sonderlich lange. Vielleicht waren es gerade einmal nur zehn Minuten und dann waren auch schon Storyteller auf der Bühne.

Zuerst dachte ich mir „Hey, da ist ja Leonard Hofstadter als Sänger auf der Bühne.“ Der Nerd aus Big Bang Theory, der mit Penny diese On / Off Beziehung führt. Jedenfalls war er das natürlich nicht, auch wenn eine gewisse Ähnlichkeit zu ihm natürlich nicht zu bestreiten sein dürfte.

Kraftvoll und energiegeladen begannen Storyteller ihre knapp 30 Minuten auf der Bühne. Während viele Fans bereits von sich aus zu pogen begannen, krachte von der Bühne ganz feiner Pop-Punk herunter. Leonard, also nein der Sänger heißt Rico Opitz, war mit ganzer Energie bei der Sache. Er lief von links nach rechts und zurück auf der Bühne herum, machte den Fauststoß passend zum Schlagzeug und stimmte auch gerne das Mitklatschen, Springen und auch das Tanzen an, welches von vielen gerne angenommen wurde. Insbesondere das Tanzen, welches mich an eine Pit erinnerte, aber irgendwo zwischen Pit und Pogo lag, sah schon recht schick aus. Platz war dafür genügend vorhanden, da leider nicht so viele Gäste und Fans anwesend waren. Schätzen ist immer schwierig und auf Durchzählen habe ich nicht wirklich Lust, also sagen wir einfach, dass ca. 100 Menschen da waren.

Die musikalische Qualität, aber auch die gesangliche waren sehr gut. Die Songs bieten ein durchaus interessantes Spektrum an und sind nicht zu eintönig, das gefällt mir als Abwechslung zur Buchmesse und zu anderen Konzerten, auf denen ich dieser Tage unterwegs bin. Es war mal schneller mal langsamer, mal lauter mal leiser (wenn man das überhaupt so sagen kann), aber eindeutig zu schnell vorbei. Die halbe Stunde verflog einfach so dahin, als wären erst ein paar Minuten verstrichen. Ich denke, dass ich mir Storyteller ein weiteres Mal ansehen werde, wenn sie das nächste Mal in der Nähe sind. Die Musik ist gut, die Bühnenarbeit ist klasse und die Energie, die die Musiker in ihre Arbeit legen, überträgt sich definitiv auf das Publikum.20171012_211818

Kurze Informationen zu Storyteller:

Genre(s):  Pop-Punk

Herkunft:  Dessau, Deutschland

Gründung:  2012

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Rico Opitz

E-Gitarre:  Kevin Becker

E-Gitarre:  David Becker

E-Bass:  Nils Sackewitz

Schlagzeug:  Max Sarich

Die nächste Unterbrechung, bzw. Pause dauerte etwas länger. Ungefähr 15 Minuten, in denen ich mir etwas Dampf zuführte, mich entleerte (die Blase, nicht den Magen) und mir einen Eistee gönnte. Kaum war alles erledigt und der Eistee in der Hand, da ging es auch schon weiter.

WSTR waren versammelt auf der Bühne und man spricht diesen Bandnamen „Waster“ aus. Da muss man sich also nicht die Zunge verknoten um den Namen dieser Band zu nennen.

Die Jungs aus Liverpool spielen ebenfalls Pop Punk, aber mit größeren Einflüssen aus dem Rock-Bereich.  Den größten Einfluss auf die Band haben aber Blink 182, sowie New Found Glory. Der Stil, den sie spielen, ähnelt diesen beiden Bands sehr, ist aber nicht 1 zu 1 der selbe. Das ist auch gut, schließlich haben sie trotz der Nähe zu diesen Bands und dem Genre in gewisser Weise einen eigenen Stil. Ich finde diesen schön geradlinig, ähnlich wie es bei Storyteller der Fall ist, mit schnelleren und langsameren Passagen. Auf der anderen Seite kann und möchte ich diese beiden Bands nicht gleichstellen, denn das wäre meines Erachtens nach nicht korrekt. Zwar sind sie nah beieinander aber doch zu unterschiedlich. Ja, das geht wirklich. Ich bin mir nicht sicher, ob es an den Reisestrapazen von WSTR lag, oder Storyteller einfach so sind; aber insgesamt schien mir das Partygen eher bei Storyteller zu sein.20171012_220442

Dennoch gab es genügend Aufforderungen zum Mitklatschen und Mitbewegen, wenn man es denn nicht ohnehin schon aus freien Stücken machte. Die Pogogruppe hatte jedenfalls immer noch ihren Spaß und der schönste Moment war kurz vor Schluss, als das Publikum gebeten wurde sich hinzuknien. Fast alle machten mit und sprangen auf Kommando hoch und feierten den Auftritt, den WSTR an diesem Abend lieferten. Als Zugabe wurde noch ein eher ruhigerer Song gespielt, der dann aber wirklich das Ende des Auftritts nach 50 Minuten war.

Der Abend verlief sicherlich nicht ganz perfekt, aber das zeigt einfach nur, dass wir alle nur Menschen sind und sich auch Reisestrapazen sichtlich auf Musiker auswirken. Auch sie sind keine Maschinen. Mir hat der Abend als Abwechslung zur Buchmesse sehr gefallen. Oh und bevor ich es vergesse liebe Tontechnik: das war ein guter Job!

Kurze Informationen zu WSTR:

Genre(s):  Pop-Punk

Herkunft:  Liverpool, England

Gründung:  2015

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Sammy Clifford

Gitarre:  Danny Swift

Bass:  Alex Tobijanski

Schlagzeug:  Andy Makin

The O’Reillys and the Paddyhats – 10.09.2017 – Nachtleben Frankfurt

Nachtleben 1Nachtleben 2

Das Nachtleben in Frankfurt ist schon ein recht traditioneller kleiner „Konzertkeller“, in dem auch bereits Rammstein, ganz am Anfang ihrer Karriere, aufgetreten sind. Wenn dieser Kellerraum ausverkauft ist, dann sind dort 250 Gäste, Fans und Zuschauer. Viel mehr Platz ist dort auch nicht. Dafür hat es schon eine Art Garagen- oder Keller- bzw. Wohnzimmer-Atmosphäre. Ein Wohnzimmer mit einer Bar, an der es Getränke gibt.

Um 21 Uhr am Sonntagabend kamen die vielen Musiker, die zu dieser Gruppierung gehören, auf die Bühne und legten fulminant los. Irish Folk Punk mit vielerlei piratenangehauchten Texten erwarteten die ungefähr 150 Gäste an diesem Abend.

Keine Vorband, sondern nur die Paddyhats.

Paddyhats 1Von der ersten Minute an war das Feuer angefacht und die Zuschauer zum Mitmachen gezwungen. Also nicht von der Band; bei Irish Folk – ob Rock oder Punk oder beides – völlig egal, man kann einfach nicht anders. Das war schon bei Flogging Molly in der Batschkapp so und hier war es auch nicht anders.

Die Tontechnik hat eine hervorragende Arbeit geleistet, denn man konnte jedes Instrument sehr gut hören und unterscheiden. Auch die Mikrofone waren entsprechend eingestellt, so dass auch jeder, der am Mikrofon was zu sagen, bzw. singen hatte, auch gehört wurde.

Dass auch 150 Menschen ziemlich laut sein können, haben die Gäste praktisch mit und nach jedem Song bewiesen: Applaus, Applaus, Applaus und gejubelt wurde auch lautstark. Den Gästen und Fans hat es also eindeutig gefallen. Aber auch umgekehrt schien es nicht anders, denn auch die Musiker hatten ihren Spaß auf der Bühne. So etwas erkennt man insbesondere daran, dass sehr häufig zum Mitsingen oder Mitklatschen animiert wurde. Es gab sogar eine recht lustige Art um zum Mitsingen zu animieren: Eine überdimensional große (Zitat) „Toblerone“ wurde hochgehalten auf dessen drei Seiten kurze prägnante Texte für einen Refrain zum Mitsingen standen. Das wurde natürlich sehr gerne angenommen. Song und Text unbekannt? Kein Problem, die Toblerone hilft weiter. Aber generell wurde den Gästen etwas unter die Arme gegriffen wenn es ums Mitsingen ging, oder einfach nur um das allseits beliebte „Hey“ mit Fauststoß zu zelebrieren.

Paddyhats 2Zwischen der Band und den Gästen war es also sehr harmonisch. Und je später es wurde, desto ausgelassener wurde im kleinen Keller gefeiert. Es kam immer mehr Bewegung hinein und auch die Band war von dieser Stimmung sehr angetan und hatte sichtlich ihre Freude daran. Das wurde auch zwischen den Songs mitgeteilt. Interaktionen und kleine Späße lockern nicht nur auf, sondern heben die Stimmung. Und das verstehen die Mitglieder dieser Band aus Gevelsberg (das liegt in Nordrhein-Westfalen zwischen Wuppertal und Iserlohn, südlich von Dortmund) sehr gut. Dass es die Band erst seit 2011 gibt, merkt man ihnen jedenfalls nicht an. Mir persönlich kam es so vor, als seien sie schon wesentlich länger aktiv und mit Bühnenerfahrung ausgestattet.

Gute 90 Minuten, ohne wirkliche Pause, wurden die Gäste mit sehr schönem und abwechslungsreichem Irish Folk beschallt. Ja tatsächlich abwechslungsreich, auch wenn man oft der Meinung sein könnte, dass viele Songs ähnlich klingen aus dem Genre. Es mag zwar tatsächlich stimmen, aber die Einflüsse in den einzelnen Songs sind unterschiedlicher Natur, sowie die Vielfalt der Instrumente ebenso unterschiedlich und gewichtet ist. Mal ist es die Geige, die im Vordergrund steht, mal das Banjo, mal die E-Gitarre, mal die A-Gitarre oder sogar die Flöte.

Es war jedenfalls ein toller gemütlicher und auch lauter Abend, der so schnell vorbeiging, dass man gar nicht mitbekam, wie schnell die Zeit doch vergangen ist. Zum Abschluss gab es den bekanntesten Song der Band „Barrels of Whiskey“ bei dem die Stimmung den Höhepunkt erreichte, da dieser Song von praktisch jedem – zumindest im Refrain – mitgesungen wurde. Aber nein, so schnell wurden sie dann doch nicht gehen gelassen. Die lautstarken Rufe nach einer Zugabe wurden erhört und den Gästen dieser Wunsch mit zwei weiteren Songs erfüllt. Danach war aber wirklich Schluss.

Paddyhats 4Irgendwie schade, aber nach 90 wahnsinnig tollen Minuten, die einfach nur Party machen bedeuteten, war es ein gelungener Wochenendabschluss. Ich hoffe sehr, dass diese Band ein weiteres Mal nach Frankfurt kommen wird, denn dieses Feuer, das sie auf die Bühne und von der Bühne ins Publikum projizieren, wird so schnell nicht erlöschen, da bin ich mir sicher. Diese Band ist definitiv ein Tipp für alle, die entweder auf Irish Folk stehen oder aber eine ausgelassene Party mit guter Musik haben wollen.

Nach so viel Irish Folk in einer Woche, hätte ich danach durchaus Lust auf ein Guinness gehabt, aber da ich kein Bier trinke, oder nur sehr selten, habe ich noch ein paar Euros dazugelegt und mir einen tollen Zipper am Merchandise-Stand gekauft. Wird schließlich frischer draußen und das Logo der Band ist doch ganz schick.

Paddyhats 5

Kurze Informationen zu The O’Reillys and the Paddyhats:

Genre:  Irish Folk Punk

Herkunft:  Gevelsberg, Deutschland

Gründung:  2011

Aktuelle Besetzung:

Weil es doch so viele Mitglieder in der Band sind, habe ich dies einfach mal aus Facebook rauskopiert, denn ich wollte niemanden vergessen:

Sean O’Reilly (acoustic guitar, tin whistle, low whistle and vocals)
Dwight O’Reilly (banjo, mandolin, accordeon, acoustic guitar and vocals)
Mia Callaghan (violin)
Connor O’Sullivan (E-Guitar)
Fitzgerald O’Brien (Bass Guitar)
Dr. Bones (drums)
Ian Mc Flannigan „The Chief“ ( Backing Vocals, Blues Harp, Chain, Dashboard)
Ryan O’Leary (Irish Step Dance)
Johnny McNaughty (Roadie, Special Effects, Driver)
Duncan McNaughty (Roadie, Special Effects)
Billy McAnger (Merch)
Angus The Orphan (Roadie), Dobby Fitzpatrick (Light), Tevin McKelly (Sound)

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Flogging Molly – 06.09.2017 – Batschkapp Frankfurt

Schon vor dem Auftritt der irisch US-amerikanischen Band war klar, dass es etwas Großes werden sollte, denn bereits mehrere Tage zuvor hieß es „ausverkauft“. Und das bedeutet im Falle der Batschkapp, dass rund 1.500 Menschen da sein sollten.

20170906-IMG-20170906-WA0015Bereits gut gefüllt startete das Abendprogramm mit der ersten Band „The Krusty Moors“. Nein, da standen keine unlustigen Clowns aus Springfield auf der Bühne, sondern waschechte (jetzt kommt’s) Karlsruher! Auch für mich war diese Information überraschend, denn die Musik und der Sound, der von der Bühne kam, war purer Irish Folk Rock. Und zwar vom Feinsten. Direkt vorweg sei gesagt, dass man diese Band unbedingt anhören muss, wenn man auf Irish Folk Rock steht. Die Party begann also ab 20 Uhr und die zahlreichen Gäste hatten sichtlichen Spaß bei dem Auftritt dieser Band.

20170906-IMG-20170906-WA0018Mal etwas lauter und schneller, mal etwas langsamer und ruhiger aber stets eine gelungene Melodie, ein gelungenes Zusammenspiel der Instrumente, bei der man gar nicht anders kann als sich in irgendeiner Form zu bewegen. Die Herren wussten mit dem Publikum umzugehen: mal mitklatschen im Takt, mal mitsingen, mal grölen – alles dabei. Diese Band hat meiner Meinung nach das Zeug und Potential zum Hauptakt eines Abends zu werden. Sie haben die Zuschauer und Gäste, auch auf der Empore, bereits heiß auf die Hauptband des Abends gemacht. Die richtige Stimmung, die richtige Musik, die sehr gute Tontechnik, die richtige Party. Leider – und das meine ich wirklich so – hatten sie nur begrenzt Zeit auf der Bühne; zu wenig für meinen persönlichen Geschmack. Am besten wäre es gewesen, wenn dieser Stil nahtlos zu Flogging Molly übergegangen wäre. Leider war dem nicht so. Nach gut 30 Minuten endete das Aufwärmprogramm zu Irish Folk und die Bühne wurde für den nächsten Akt vorbereitet.

Kurze Informationen zu The Krusty Moors:

Genre(s): (Irish) Folk Rock

Herkunft:  Karlsruhe, Deutschland

Gründung:  2001

Aktuelle Besetzung:

Gesang, Gitarre:  Paul (Scruffy) Burke

Schlagzeug: Oliver Hofmann

Bass: George Grimm

Geige:  Danny Stöckel

Die kurze Umbau- bzw. Umräumphase dauerte nicht einmal 15 Minuten und dann kamen auch schon die Berliner Jungs von Val Sinestra auf die Bühne, um ihren Hardcore Rock’n‘ Roll zu präsentieren. Genau an diesem Punkt stellen sich ein paar Schwierigkeiten ein, die es mir persönlich nicht so einfach machen den Auftritt zu beschreiben. Daher möchte ich es in diesem Artikel mit zwei Sichtweisen versuchen.

Sichtweise 1 – der Gesamteindruck (Vorbands mit Hauptakt):

Als die Jungs angefangen haben ihre Musik mit voller Energie zu präsentieren, waren meine ersten Gedanken: „das passt heute nicht so ganz“ und „die Tontechnik ist mehr auf den Irish Folk ausgelegt“. Eine Band, die im Sandwich zweier Irish Folk Gruppen steht und selbst Hardcore Rock’n‘ Roll spielt, passt meiner Ansicht nach wirklich nicht in das Gesamtkonzept des Abends. Die Tontechniker haben mit Sicherheit akribisch daran gearbeitet auch dieser Band eine vernünftige Basis zu geben, aber das Hauptaugenmerk lag nun einmal bei Irish Folk. Ich mache keinem hier an der Stelle einen Vorwurf, das möchte ich mir nicht anmaßen. Dennoch kam es mir insgesamt so vor, als sei die bereits angefachte Partystimmung eher verflogen als weiter angefeuert.

Sichtweise 2 – nur die Band ohne das Aussenrum:

Da ich die Band vorher nicht kannte, hörte ich mir über YouTube mehrere Songs an. Dort waren sie kraftvoll, energiegeladen laut und von mehreren Genres beeinflusst. Und genau das haben sie in ihrer Zeit auch auf die Bühne übertragen. Ich möchte behaupten, dass insbesondere der Drummer, der mich irgendwie an Olaf Schubert den Comedian erinnert hat, mit seiner Glitzerhose, seinen Skills und seinen Bewegungen, vollen Einsatz gezeigt hat. Aber auch jeder Andere aus der Gruppierung hat sich über die vielen Zuhörer gefreut und drehte auf. Es scheint mir, dass sie gerne auf der Bühne stehen und dies auch voll auskosten wollen. Jedoch waren die Reaktionen der meisten Gäste eher etwas verhalten, was Christoper Koch (Gesang) leider nicht kitten konnte.

Kurze Informationen zu Val Sinestra:

Genre(s):  Hardcore Rock’n‘ Roll, weitere Einflüsse aus mehreren Genres

Herkunft:  Berlin, Deutschland

Gründung:  2011

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Christopher Koch

Gitarre, Hintergrundgesang:  Sören Diedrich

Bass, Hintergrundgesang:  Max Rogall

Schlagzeug, Hintergrundgesang:  Sascha Höltge

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20170906-IMG-20170906-WA0027Die nächste und letzte Umbauphase dauerte ca. zwischen 30 und 40 Minuten. Ich habe nicht so genau auf die Uhr geschaut, da mich der Hunger zum Essensstand führte. Dort gibt es übrigens eine recht große Auswahl an warmen Essen, wie zum Beispiel Pommes, Brat- und Currywurst; aber auch Flammkuchen, kleine Pizzas, Chicken Nuggets und das für was ich mich entschieden hatte: 20170906-IMG-20170906-WA0029ein Sesambaguette belegt mit Putenbrust und Käse. Dieses wird übrigens, wie andere Speisen auch, im Ofen aufgewärmt. Sehr lecker kann ich euch sagen. Und der Preis ist mit 4,50 € angemessen. Satt und frisch gestärkt musste ich natürlich erstmal meine E-Zigarette auspacken und dampfen, dampfen, dampfen.

Ich stand hinter einer Personengruppe und hätte beinahe einen Arm vor die Nase bekommen. Nichts passiert, keine Sorge. Der Arm wäre auch das kleinere Übel gewesen, denn so eine kleine Brandwunde durch eine Zigarette schmerzt bedeutend mehr.

Aber so kommt man mit freundlichen und sympathischen Menschen ins Gespräch. Warum sympathisch? Sie gehen auf das gleiche Konzert, haben also einen ähnlichen Musikgeschmack – Fazit: sie müssen sympathisch sein!

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Lukas und Niko

In diesem Fall traf das auch zu und so entwickelte sich mit Niko ein längeres Gespräch über die Bands des Abends und über den generellen Musikgeschmack von uns. Hier und da Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede. Lukas kam etwas später ebenfalls hinzu, ein guter Freund von Niko, wie ich feststellen durfte. Sie beide kommen aus Fulda – ein recht beachtlicher Weg von ca. 100 km, wie ich finde. Da wir noch etwas Zeit hatten erzählten sie mir auch, dass sie zur Reisegruppe „Unangenehm“, ebenfalls aus Fulda, angehören. Ihr kommt aus der Gegend um Fulda und möchtet mehr über diese Reisegruppe erfahren, oder euch anschließen? Hier der Link zu Facebook: Reisegruppe Unangenehm

Übrigens gab mir Niko noch einen, ich sage mal, Insidertipp für eine Bar mit schickem Ambiente und guter Musik in Fulda: Doppeldecker. Wer also mal in Fulda ist, sollte hier unbedingt mal reinschauen und vielleicht lernt ihr Niko dort auch kennen. Infos zur Doppeldecker-Bar in Fulda hier: Doppeldecker Fulda

20170906-IMG-20170906-WA0035Die Zeit verging schnell, da waren es nur noch wenige Minuten bis zum Auftritt von Flogging Molly. Nun hieß es: Sardinenfeeling! Viel Platz hatte nun keiner mehr im Saal. Eng an eng, Körper an Körper, kuscheln leichtgemacht. Ich weiß gar nicht, wie viele Menschen sich während des Auftritts von Flogging Molly an mir vorbei „gerieben“ und gedrängt haben, aber es waren sehr viele. Jedenfalls betraten die Herren die Bühne begleitet vom tosenden Applaus der Fans und Gäste. Die Stimmung war schon jetzt perfekt, obwohl noch nicht wirklich etwas passierte. Aber dann ging es los: die Instrumente wurden gespielt, es wurde gesungen und die Fans applaudierten weiter, tobten förmlich und wieder konnte kaum wer stillhalten. Auch wenn der Platz, der einem zur Verfügung stand, sehr spärlich war, irgendwie war es doch möglich verschiedene Körperteile in Schwung zu werfen. Irish Folk ist meiner Meinung nach die reine und perfekte Partymusik. Bei all der Bewegung und Partystimmung vergaß ich sehr schnell die Zeit. Zwar habe ich aufgrund meiner doch eher geringen Körpergröße (172 cm) immer wieder mal Probleme gehabt etwas zu sehen, aber ganz ehrlich: bei so einer Party, die von der Bühne aus fabriziert wurde, war das sch***egal.

Die Bühnenerfahrung dieser Band machte sich über die ganzen 90! Minuten mehr als bemerkbar. Immer wieder wurde das Mitklatschen gefordert und bei manchen Liedern auch zum Mitsingen. Die Fans haben sich, insbesondere im mittleren Teil des Saals, zum Mitspringen und Hüpfen und zum Pogen hinreißen lassen. Das bekam man sogar an den äußeren Bereichen des Saals mit, man konnte gar nicht anders. Das war eine sich automatisierende fließende Bewegung. Aber je länger der Auftritt dauerte umso wärmer wurde es in der Batschkapp. Bei so vielen Menschen, so viel Bewegung, nicht weiter verwunderlich. Ich stand zwar in der Nähe des Ein- und Ausgangs und hatte immer wieder mal einen erfrischenden Luftzug abbekommen, aber das reichte bei weitem nicht um abzukühlen.

20170906-IMG-20170906-WA0037Ein paar kleine Anekdoten über Deutschland, die deutschen Fans und auch Fußball gab Dave King (Gesang und Gitarre) von sich und untermalte diese mit einem Lachen. Das kam sehr gut bei den Gästen an, denn sie applaudierten und jubelten ihm daraufhin jedes Mal zu. Aber auch nach jedem Song stieg die Partystimmung immer wieder an. In etwa 15 Minuten vor Schluss musste ich aber mal raus aus dem Raum. Es war mir einfach zu warm und der aufkommende Durst musste unbedingt gelöscht werden. So habe ich leider die letzten Minuten nur noch hören können, aber das war nicht so schlimm.

So eine heftige, klasse Party mit dieser Art von Stimmung und Eigendynamik habe ich in der Batschkapp bisher noch nicht erlebt. Das war einmalig und spitzenmäßig. Auch die Musik, also der kalibrierte Sound durch die Tontechnik, war optimal.

Kurze Informationen zu Flogging Molly:

Genre(s):  Irish Folk, Folk-Punk

Herkunft:  Los Angeles, USA

Gründung:  1997

Aktuelle Besetzung:

Gesang, Gitarre:  Dave King

Banjo, Mandoline:  Robert Schmidt

E-Bass:  Nathan Maxwell

E-Gitarre:  Dennis Casey

Geige, A-Gitarre, Blechflöte, Uilleann Pipes (irischer Dudelsack): Bridget Regan

Schlagzeug:  Mike Alonso

Akkordeon:  Matthew Hensley

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