Metal a capella mit Van Canto in der Batschkapp Frankfurt – gute Laune, viel Rakka-Takka und Partystimmung inklusive

Auf diesen Abend hatte ich mich schon länger gefreut, denn seit einigen Jahren höre ich die Musik von Van Canto doch sehr gerne. Sie ist schon allein deswegen anders, weil es bis auf das Schlagzeug keine anderen Instrumente gibt. Die werden von den Bandmitgliedern eingesungen, wenn man so will.

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Doch bevor es mit dem A Capella Hauptakt losging, durften sich zwei weitere Bands präsentieren. Die erste davon, ein Duo aus Kaiserslautern mit dem Namen „MoonSun“, waren auch gleich voll dabei.

Direkt mit dem Publikum interagieren, begrüßen und zum Mitmachen auffordern. Insbesondere die junge Dame, gleichzeitig die Stimme und Sängerin des Duos, schien einen ganz besonders großen Bewegungsdrang zu haben. Meine Güte was lief sie hin und her, hüpfte und tanzte förmlich über die Bühne, während sie auch das Singen nicht vernachlässigte. So kann man sich das Fitnessstudio auch sparen.

Anfangs fand ich es doch ein wenig irritierend, dass nur zwei Personen auf der Bühne standen, denn ich hatte zuvor auf dem YouTube Kanal der beiden Mal reingehört, kurz für ein einziges Video und dachte es wären mehr Personen. Doch im Nachhinein, bei genauerer Betrachtung, fällt auf, dass die Instrumente gänzlich von Thomas Kolbin eingespielt und wohl auch gemischt wurden.

Doch wie macht er das auf der Bühne? Schließlich kann er kaum an den Drums und der Gitarre und dem Keyboard usw. gleichzeitig sein?! Nun, er stand mit einer Akustik Gitarre auf der Bühne, hatte aber auch ein Gerät dabei, das Loops aufnimmt (ich komme nicht auf den Namen). So konnte er auf der Gitarre Drums nachahmen, diese aufnehmen und abspielen lassen. Dies machte er auch mit anderen musikalischen Passagen, so dass doch der Eindruck einer ganzen Band entstand.

Sie spielen eine Art Mischung aus den Elementen Pop / Rock und Metal. Haben dabei eigene Songs als auch Coversongs im Repertoire. Am ehesten passt ihr Stil vom Auftritt und auch vom Großteil der Musik an sich in den Symphonic Metal Bereich.

Susannes Stimme ist sehr angenehm aber hat meines Erachtens noch nicht dieses kleine gewisse Etwas, das sie unverkennbar einzigartig macht. Aber gesanglich ist sie sehr gut. Sie könnte bestimmt ohne Probleme den Platz der Sängerin bei den Bands einnehmen, die sie covern. Darunter Nightwish, Within Temptation oder Evanescence.

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Die beiden haben bei ihren 30 Minuten, die sie hatten, einen guten Start in den Abend geliefert, bei dem sie den Großteil des Publikums in der halben Batschkapp durchaus mitnehmen konnten.

Nach einer kurzen Pause, in der ich mir natürlich das Dampfen nicht verkneifen konnte, ging es auch relativ zügig weiter. Nun gut, viel zum Aufräumen gab es ohnehin nicht.

Mit Evertale kam eine Band auf die Bühne, die ich zwar vom Namen her nicht kannte oder es mir nicht bewusst war, dass sie zu den Songs gehören, die ich hin und wieder auf einem Internetstream eines Power Metal Radios höre.

Oh ja, Power Metal ist absolut mein Fall und genau diesen spielen die Offenburger auch sehr gut. Tolle Riffs an der Gitarre, feine Solos, klarer und starker Gesang, der energiegeladen wirkt und ein Bass, der mit den Drums einhergeht.

Auch sie hatten einen gewissen Unterhaltungswert zwischen den Songs. Es wurde zum Beispiel die Frage gestellt, wer denn Gamer sei und da haben sich ganz schön viele gemeldet und ich natürlich auch. Aber mit dem Spiel, worauf sie einen Song bezogen, habe ich persönlich nicht so viel am Hut. Ging es um Warhammer? Ich meine schon, denn das würde zumindest zu dem Song passen. „Chapter 666 (We are the Hammer)

Die Songs waren aber insgesamt lang und in gewisser Weise auch episch, möchte ich doch meinen. Gerade der Gesang von Matthias Graf passt wirklich perfekt. Nicht zu hoch, nicht zu tief, aber klar und mit Kraft. Genau, wie es im Power Metal meiner Meinung nach sein muss.

Die Bandmitglieder haben auch gerne posiert. Also ich meine jetzt nicht, dass es Poser sind, nein sicher nicht. Aber sie haben bestimmte Positionen, Stellungen, wie auch immer (ich kann mich gerade nur noch um Kopf und Kragen reden) eingenommen, die in gewisser Weise zu diesem Genre und der musikalisch mitgelieferten Kraft, sowie Energie, passten.

Waren es fünf oder sechs Songs, die sie spielen durften? Ich bin mir da nicht sicher, aber im Endeffekt waren es für mich persönlich ein paar zu wenig. Aber nun gut, sie waren nicht der Hauptakt des Abends. Vielleicht ändert sich das irgendwann einmal, dann gäbe es mehr von dem guten Power Metal auf die Ohren.

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Das musikalische Level wurde dadurch gesteigert und damit konnte es nach der zweiten Pause auch zum Höhepunkt mit Van Canto selbst kommen.

Total blau kamen sie auf die Bühne. Blau als Lichtfarbe, nicht als Zustand. Jubel, lauter Applaus und auch hysterisches Kreischen waren zu hören, kaum, dass alle auf der Bühne waren.

Mit „If I die in battle“ machten sie exakt dort weiter, wo Evertale aufgehört hatten. Es war schon spannend für mich die Band live zu sehen und zu hören, denn durch das a capella, was die Gitarren ersetzt, hätte es auch durchaus schlimm werden können. Aber nun, die Wahrscheinlichkeit hierfür war eher gering. Schließlich ist die Band mit ihrem siebten Album auf der siebten Tour unterwegs und sie waren nun auch schon das siebte Mal in Frankfurt.

Wieso hat es eigentlich so lange gedauert, bis ich mir dann ein Konzert angesehen habe? Sehr merkwürdig, da ich die Band nun auch schon seit mehreren Jahren kenne und dies hätte eigentlich früher mitbekommen können. Wie dem auch sei, nun waren sie da und ich auch.

Irgendwie ist es sehr interessant und faszinierend – insbesondere live bei einem Konzert – sich das anzuhören und anzusehen, denn es fällt wirklich kaum auf, dass da keine Instrumente vorhanden sind; abgesehen vom Schlagzeug natürlich. Klar erkennt man, dass es sich nicht um E-Gitarren handelt oder einen Bass, aber andersrum gesehen fällt es wiederum nicht besonders ins Gewicht. Es gab sogar das ein oder andere „Gitarrensolo“ – oder wie soll man das nennen? Dafür waren diese aber so gut am Mikro eingesungen, dass es durchaus schwierig war, die Stimme vom Klang einer E-Gitarre zu unterscheiden. Da steckt viel Können dahinter.

Fast durchgehend haben die Musiker die Fans in miteinbezogen. Sei es durch das Auffordern zum Klatschen oder auch mitzusingen. Es war aber auch so, dass eigentlich nach jedem Song eine kurze Geschichte erzählt wurde, bzw. eine Mitmachstory erzählt wurde. Letzteres zog sich circa fünf Songs lang. Bei Rebellion ging es praktisch darum, dass die Schotten, also die Gäste der Batschkapp, die Engländer vertreiben sollten. Natürlich aus Offenbach und das ginge natürlich nur mit purer Lautstärke. Das Publikum hat geliefert. Im Anschluss ging es mit „To the Mountains“ zum Whiskey Sau… ich meine Trinken, in die Berge. Das half aber auch nicht so ganz bei der Selbstfindung, also blieb nichts anders übrig als den Bildungsweg einzuschlagen, nachdem man sich zwar gut, aber in Bezug auf die Selbstfindung eher mäßig beim Bardcall geschlagen hatte. Also Bücher lesen und den Drachen wecken gehen.

Dabei wurde wirklich viel gelacht und mitgemacht. Von der Stimmung her war es, wie ich fand, oberes Level. Immer wieder hat sich auch der Fanclub gemeldet, der ein „Rakka-Takka“ einstimmte, was dazu führte, dass sehr viele im Publikum mit dem folgenden Wort antworteten: Motherfu****

Unabhängig davon, dass es immer wieder angestimmt wurde, fand es immer seine Personen, die mitgemacht haben. Auch die Band hatte nichts dagegen und stimmte mit ein, dirigierte und fand es einfach toll. War es auch, schließlich hatte dieser Spaß seine ganz eigene Dynamik.

Auch als es kurze Zeit später schon Richtung Abschluss ging, war der Fanclub wieder hellwach. Es hieß, dass der Zettel, auf dem die Setliste stand, besagt, dass es kurz vor Ende ist. Da so etwas eher weniger populär ist, wurde spontan der „Lügenzettel“ eingestimmt. Und so gab es nach dem Song „Heading Home“ selbstverständlich noch eine Zugabe, die genauso frenetisch gefeiert wurde, wie der Hauptteil zuvor.

Zusammenfassend kann man durchaus sagen, dass der Abend für Musik, Unterhaltung und Spaß sorgte. Das ist ein großes Plus für die Band, die es zu jedem Zeitpunkt sehr gut verstanden hatte, die Fans zum Mitmachen zu bringen. Ich meine sehr viele erfreute und strahlende Gesichter gesehen zu haben, die in der Batschkapp einen tollen Abend erleben durften.

Ich wette, dass sich alle schon auf das achte Album mit der achten Tour freuen.

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Ein langes Set und viele Songs von Lord of the Lost beim Thornstar Tourauftakt in der Frankfurter Batschkapp am 04.10.2018 – supported by Scarlet Dorn

Einen Abend in der Batschkapp bei guter Musik zu verbringen, war das Ziel an diesem Abend, denn das ist auch schon ein Weilchen her, als ich das letzte Mal vor Ort war.

Zwar kannte ich Lord of the Lost nicht wirklich, eher nur zwei Songs, aber die gefielen mir. Und wenn sie schon mal in Frankfurt sind, dann kann ich auch mal eben mit dem Bus hin und mir die Band auch live ansehen. So mein Gedanke und genau das habe ich an diesem Abend auch getan.

Es war zwar nur die halbe Batschkapp geöffnet, aber dafür war es doch gut gefüllt gegen halb 8, als ich ankam. Natürlich war es vorne an der Bühne enger und voller, als es weiter hinten der Fall war, aber das ist einfach normal.

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Nachdem ich ein paar Bekannte getroffen habe, darunter Jan Heesch vom Rock Genuine Magazin, warteten wir auf den Beginn des Abends, der von der Band Scarlet Dorn eingeläutet wurde.

Wirklich bekannt war mir diese im Jahr 2016 gegründete Band nicht, dafür machten sie optisch auf der Bühne schon sehr viel her. Etwas dunkler angehaucht und mit emotionalen Liedern brachten sie die erste angenehme und gute Stimmung in die Batschkapp hinein.

Dass die Frontfrau „Scarlet Dorn“ die Blicke auf sich zog, ließ sich kaum vermeiden, schließlich gibt sie ihre Stimme zu der Musik, die sich im Bereich Dark Pop / Dark Rock ansiedeln lässt. Gefühl- und kraftvoll, klar und emotional brachte sie die Stimmung zur Musik mit ein. Natürlich war sei auch aufgrund ihres Outfits ein absoluter Hingucker, das möchte ich nicht unter den Tisch kehren.

Man sah den Musikern auf der Bühne an, dass sie sich auf diesen Auftritt freuten, denn sie hatten auch ein neues Bandmitglied dabei. Mir persönlich fiel das im musikalischen Sinne nicht auf, also ist die Integration wunderbar gelungen.

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So war es der angenehme Auftakt in einen Abend interessanter Musik und die Band aus Hamburg, Scarlet Dorn, hat ihre Aufgabe gemeistert. Nicht zu soft, nicht zu hart und an den richtigen Stellen emotional – das hat gefallen.

Nach der Umbaupause, die ungefähr 15 bis 20 Minuten dauerte, ging es auch schon weiter mit dem Hauptakt des Abends. Lord of the Lost kamen und der Jubel, als auch der Applaus kannten fast keine Grenzen. Ereignisreiche zwei Stunden konnten also beginnen.

Tatsächlich waren es zwei Stunden, in der die Band ihre Fans mit Klassikern und neuen Songs versorgte. Ein typischer Tour Start also, bei dem die Künstler noch voller Energie sind und durchaus auch mal länger machen, als eigentlich vorgesehen.

Es gab ganze 23 Songs zu sehen und zu hören und es begann mit „On This Rock I Will Build My Church“ – ein sehr guter, energiegeladener und eingehender Song der Band, der mir übrigens beim wiederholten Anhören immer noch gefällt.

Chris Harms verstand es von Anfang an das Publikum mitzunehmen. Sei es durch Gesten, Expressionen oder dem Auffordern des Mitklatschens gewesen. Die Fans waren jedenfalls von Beginn an – und auch über die gesamte Zeit hinweg – voll bei der Sache.

Anfangs stand ich noch sehr weit vorne, aber da es zunehmend enger wurde, habe ich mich in der Nähe des Fanartikelstands aufgehalten. Dort war Platz und Luft zum Atmen und die Sicht auf der Bühne immer noch gut. Der Platz wurde aber auch von anderen Gästen ausgenutzt, insbesondere um zu tanzen. Eine junge Dame vor mir war immer wieder dabei einen sehr expressionistischen Tanz aufzuführen. Sie hatte sichtlich Spaß und brachte das dadurch zum Ausdruck – sympathisch, nicht? Und nein, davon gibt es kein Bild; ich sage nur: DSGVO.  

Jedenfalls wurde auch viel mitgesungen. Größtenteils unaufgefordert, aber wenn dazu aufgefordert wurde, dann war es schon eine recht ordentliche Laustärke, die die Fans da rausbrachten. Mitsingen konnte ich jetzt nicht wirklich, denn wie erwähnt, kannte ich kaum Songs. Bei „Blood for Blood“, was relativ spät gespielt wurde, war es mir zumindest möglich ein paar Textbrocken herauszubekommen.

Dafür war aber auf der Bühne deutlich mehr los. Viel Rauch und Nebel, Lichteffekte, bei denen ich Epileptikern empfehle doch lieber zu Hause zu bleiben, Bewegung und Interaktionen.

Man kann also von einer sehr guten Bühnenperformance und Show sprechen, bei der sich die Musiker mit Lust auf das Spielen und Singen zeigten. Diese Kombination aus der Show, der Musik (Dark, bzw. Goth Rock) war sehr gut und kam an; selbst bei mir, der eher weniger aus dieser Richtung hört.

Wenngleich ich diese Art der Musik im Privaten eher seltener höre, darf ich nicht unerwähnt lassen, dass mir dieses Gesamtpaket, was Lord oft he Lost auf der Bühne anbieten, sehr gefallen hat und ich mir vorstellen kann, dieses auch noch einige weitere Male bei zukünftigen Shows anzusehen. Auch wenn ich weder tanze noch mitsinge, so hat dieser Stil bei einem Liveauftritt schon seinen Reiz und seinen Charme.

Auch das Akustiksolo von Chris beim Song „Cut me out“ ging sprichwörtlich unter die Haut. Seine kraftvolle und klare Stimme, gepaart mit Emotionen untermalten sein Können am Mikrofon sehr gut.

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Die Zeit verflog bei diesem Konzert ziemlich schnell und zum Abschluss passierte etwas eher Unübliches: für Gewöhnlich verlassen die Künstler die Bühne, lassen sich noch einmal ordentlich abfeiern, kommen wieder zurück und spielen die Extrasongs.

Nicht bei Lord oft he Lost. Warum von der Bühne gehen und nochmal zurückkommen? Das wäre doch unnötig, schließlich sind die Fans wegen der Band und die band wegen der Fans da. Dann doch lieber gemeinsam abfeiern und genau das passierte auch. Es gab viel Applaus und Jubel und die Band blieb da. Es gab als Zugabe noch drei weitere Songs: „La Bomba“, Forevermore und „Lighthouse“. Letzterer Song war übrigens ein sehr toller und gelungener Abschluss für den Abend, da dieser eher etwas langsamer und ruhiger ist. Eine tolle Wahl.

Konzertbericht zu Sunrise Avenue vom 05.03.2018 aus der Festhalle Frankfurt. Ob Jung, ob Alt, ob Groß oder Klein, die Begeisterung der Fans war nicht zu überhören.

Die Frankfurter Festhalle war bereits sehr gut gefüllt als ich ankam. Ob Innenraum, erster Rang oder zweiter Rang, überall waren Menschen. Das war schon ein sehr schönes Bild. Wie viele wohl insgesamt an diesem Abend anwesend waren? Das lässt sich wohl nur schätzen, aber, wenn man die Ränge und den Innenraum zusammennimmt, dann könnten es um die 9.000 bis 10.000 Menschen gewesen sein, die sich versammelt hatten um der finnischen Band zuzujubeln.

Doch zunächst stand jemand anderes auf der Bühne. Tim Kamrad mit seiner Band war es, der den Abend schon vor 20 Uhr eröffnete. Wann genau er begonnen hat, kann ich nicht sagen, da er schon aktiv auf der Bühne war, als ich die Festhalle betrat.

Stilistisch waren die drei Songs, die ich noch hören konnte auch in Richtung Pop-Rock, so dass es sich sehr gut als Aufwärmprogramm zu Sunrise Avenue geeignet hat. Nun gehöre ich doch eher zu den Menschen, die es einige Spuren härter mögen. Zur Abwechslung darf es aber auch gerne mal ein bisschen ruhiger zugehen. Dem Großteil der Anwesenden gefiel die Darbietung von Tim Kamrad sehr gut, was durch den großen Applaus nach seinem Auftritt, bestätigt wurde.

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Ich habe mir zu Hause das ein oder andere YouTube Video von Tim Kamrad angesehen und angehört, um mir nochmal einen anderen Eindruck zu verschaffen. Dabei muss ich wirklich sagen, dass es bei dem Live Auftritt doch etwas peppiger und rockiger zugeht, als bei den Videos. Allein durch das Ansehen der Videos würde ich eher nicht zu einem Konzert von Tim Kamrad gehen, da es mehr Pop als Rock ist. Hingegen war der der Live Auftritt mit den Songs, die ich hören konnte, deutlich rockiger und lässt mich durchaus überlegen, ob ich nicht im September zu seinem Konzert in der Batschkapp gehe.

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Nach dem Auftritt von Tim Kamrad begann das große Warten auf die Finnen um Frontmann Samu Haber, der in Deutschland insbesondere durch seine Jurorentätigkeit bei „The Voice of Germany“ große Bekanntheit genießt.

Ich nutzte die Zeit um mich ein wenig in der Festhalle umzusehen, herumzulaufen und eine Cola zu trinken. In der Festhalle ist das immer recht einfach und sehr gut möglich sich außerhalb des Gedränges in der Mitte vor der Bühne aufzuhalten. Die Zeit verging allmählich und es war gegen 20:45 als die Lichter in der Festhalle erloschen und sich sämtliche Augen auf die Bühne richteten.

Der erste Lichtkegel fiel auf Samu Haber und schon gab es Jubel, Geschrei, Gekreische und sehr viel Applaus. Vorwiegend von den weiblichen Fans, versteht sich. Begonnen hat der musikalische Abend mit „Prisoner in Paradise“. Das war eine gute Wahl aus meiner Sicht, denn dieser Song beginnt eher ruhig und steigert sich allmählich in den typischen Pop-Rock Stil, den Sunrise Avenue haben. Was mir persönlich aber schon von Beginn an auffiel, war die Parallele zu Tim Kamrad. Denn die ersten Songs sind live deutlich rockiger und knackiger als es auf YouTube oder im Radio ist. Und das ist etwas, das mir durchaus gefällt.

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Den Fans gefiel es sowieso und so war es auch nicht weiter verwunderlich, dass stets von selbst mitgesungen und mitgeklatscht wurde. Selbst ich, der die Texte kaum kennt, konnte mir die Refrains recht schnell merken und mitsingen. Insbesondere beim Song „I help you hate me“ war aus meiner Wahrnehmung am meisten Mitsingen zu hören.

Aber auch auf der Bühne gab es immer wieder Bewegung und Leben. Natürlich haben hier die Lichteffekte und die fünf Bildschirme ihren Teil dazu beigetragen. Dort lief entweder das entsprechende Musikvideo im Hintergrund, oder auch mal ein schönes Karussell. Die meiste Zeit aber wurden die Musiker in schöner Großaufnahme gezeigt und selbstverständlich war Samu am meisten zu sehen. So hatten auch die Menschen weiter hinten etwas zu sehen und das sogar in sehr groß. Das empfinde ich als eine schöne und gut gemachte Lösung.

Samu war es übrigens auch, der immer wieder zu den Fans sprach und damit stets für Applaus, Jubel und natürlich weiteres Geschrei der Damenwelt entlockte.SunriseAvenue05032018 (9 von 11)

Während es weiter vorne eher fast nur das Mitklatschen war, bei dem mitgemacht wurde, war es weiter hinten, wo es etwas mehr Platz gab, auch so, dass sich die Fans tänzerisch gaben. Vielleicht konnte ich es weiter vorne auch nur nicht so genau sehen.

Jedenfalls ist mir durchaus aufgefallen, dass die Band einen gewissen Stil hat, den sie in fast jedem Song haben. Zumeist beginnt es eher etwas ruhiger, um sich dann nach und nach zu steigern und richtig rockig zu werden. Dabei ist es aber stets melodisch und sehr gut aufeinander abgestimmt, sodass auch ruhigere Passagen während der Songs durchaus oft vorkommen. Untermalt werden sie dann vom energiegeladenen Gesang Samus. Wie häufig er seine Gitarre gewechselt hat, konnte ich nicht mitzählen, es war aber sehr oft. Mal akustisch, mal elektrisch und von jeder Sorte auch noch mehrere Varianten. Auch nicht schlecht.

SunriseAvenue05032018 (10 von 11)Die Songs und auch der Auftritt machen als Zuschauer Spaß und Freude, denn Interaktionen mit den Fans gibt es viele. Ich empfand es nicht langweilig, sondern war von der wirklich sehr guten und überzeugenden live Performance überrascht und gleichermaßen beeindruckt. Klar, war ich mal näher an der Bühne um mehr zu sehen oder auch weiter hinten um von der tollen Akustik in der Festhalle zu zehren. Und so verging die Zeit überraschend schnell.

Das Konzert endete mit dem Titel „Fairytale gone bad“. Durchaus passend, da die ersten Worte im Text „This ist he end“ sind. Aber was wäre ein Konzert ohne Zugabe? Nachdem sich die Fans in Jubel und Applaus übertrafen, wurden noch zwei weitere Songs gespielt und so die gut 100 Minuten des Auftritts von Sunrise Avenue erreicht.

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Kurze Informationen zu Sunrise Avenue:

Genre(s):  Soft Rock, Pop Rock

Herkunft:  Espoo, Finnland

Gründung:  2002

Aktuelle Besetzung:

Gesang, Gitarre:  Samu Haber

Gitarre:  Riku Rajamaa

Bass:  Raul Ruutu

Keyboard:  Osmo Ikonen

Schlagzeug:  Sami Osala

Konzertbericht zu Sweet Alibi mit Jadea Kelly in der Brotfabrik in Frankfurt vom 23.01.2018 – kanadisch rockige Klänge und toller Gesang

Ein weiterer Club in Frankfurt, den ich nun das erste Mal aufgesucht habe. Etwas abseits vom Schuss im Stadtteil Hausen, aber gut erreichbar und ein interessantes Ambiente. Mir wurde gesagt, dass im großen Saal durchaus 400 Menschen Platz finden können, wenn keine Bestuhlung im Raum ist. Geschätzt waren an diesem Abend jedoch nur ca. 100 Gäste anwesend, die sich großzügig im Raum verteilten und ihn so etwas voller aussehen ließen.

Der musikalische Abend begann pünktlich um 20 Uhr als Jadea Kelly aus Toronto mit ihrem E-Gitarristen Ryan O‘Reilly die Bühne betrat. Nicht nur, dass sie das Gitarrenspiel beherrscht, nein, sie hat auch eine vorzügliche Gesangsstimme, mit der sie nicht nur laute und leise Töne einschlagen, sondern auch sehr viel Gefühl hineinlegen kann. Ihre Songs sind eine ruhige Mischung aus Gefühl und Emotion, die aus dem Leben genommen sind.

SABF230118-2 (6 von 47)So kann sie einen mit dem Klang ihrer Gitarre, der Begleitung durch die E-Gitarre und insbesondere durch den Gesang gefühlvoll abholen und zum Träumen einladen. Es war für mich tatsächlich so, dass ich in den Momenten, als ich die Augen schloss, ein Gefühl von Zeitlosigkeit hatte. Die Zeit blieb sprichwörtlich unter ihrem Gesang stehen.

Was mir persönlich auch sehr sympathisch auffiel, war die Tatsache, dass Jadea durchaus noch etwas schüchtern wirkt. Insbesondere nach dem großen Applaus, den die Gäste ihr zukommen ließen, leuchteten ihre Augen sehr und das Bedanken fiel deutlich leiser aus als ihr Gesang. Die Schüchternheit verfliegt jedoch, sobald sie mit dem Singen beginnt. Dann ist sie voll in ihrem Element.

Insgesamt ist ihre Musik sehr gefühlvoll und mit der Begleitung durch Ryan O’Reilly kam es mir durchaus so vor, als wäre die Brotfabrik, der große Saal, in eine andere Atmosphäre gewandert. Und zwar in eine wunderschöne, emotionale Atmosphäre, die jeden berührt, der sich in ihr befindet. Ihr 30minütiger Auftritt war jedenfalls eine Spur zu kurz.SABF230118-2 (5 von 47)

Kurze Informationen zu Jadea Kelly:

Genre(s):  Folk, Country, Rock, Pop

Herkunft:  Toronto, Kanada

Aktiv seit:  2005 (Gesang bei der Band „Protest the hero“)

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Die Pause war relativ kurz, denn Umbauarbeiten gab es auf der Bühne nicht wirklich zu machen; es stand bereits alles dort, was dort sein musste.

Und da kamen sie schon auf die Bühne, die drei jungen Damen aus Winnipeg, Kanada. Nacheiner kurzen Begrüßung mit einem strahlenden Lächeln der drei jungen hübschen Damen ging es auch schon musikalisch los. Dabei ist es nicht ganz so einfach den abwechslungsreichen und variablen Musikstil einer bestimmten Kategorie zuzuordnen.SABF230118-2 (36 von 47)

So gibt es rockige Balladen, sehr ruhige Balladen aber auch richtig schöne Rocksongs, die stets melodisch sind. Immer wieder kommt dabei auch ein gewisser Country Teil zum Vorschein, der sich gerne mit Folk vermischt. Aber nicht nur musikalisch sind die drei Damen auf einem sehr hohen Niveau, schließlich kann jede von ihnen auch sehr gut singen.

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Jess Rae Ayre

Ihre Songs sind ebenfalls sehr emotional und gefühlvoll und können einen sehr schnell in ihren Bann ziehen. Schon allein deswegen war die Kombination dieser Band mit Jadea Kelly wirklich sehr gelungen, denn sie ergänzen sich wundervoll. Während man als Gast bei Jadea in eine andere Atmosphäre getragen wurde, so kann man definitiv sagen, dass Sweet Alibi durch mehrere Gefühlswelten führen. Es ist mal etwas trauriger und ruhiger, aber dafür auch mal schnelllebiger und fröhlicher.

Das spiegelt nicht nur die Musik wieder, die passend zu den Songs komponiert wurde, sondern natürlich auch die Texte, die mehr als nur das Leben beschreiben.

 

 

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Amber Rose

Dass die Musik die Herrschaften auch zum Mitbewegen und gemeinsamen Tanzen einlud, war im Saal nicht zu übersehen. Ich darf ruhig dazu sagen, dass das Durchschnittsalter wohl 45+ gewesen sein dürfte. Ich persönlich finde es an dieser Stelle, wo ich das nun erwähne, sehr schade, dass sich so wenige Jugendliche, bzw. jüngere Menschen, für diese ehrliche Art der Musik begeistern können. Gewiss sind Sweet Alibi, oder auch Jadea Kelly, eher etwas für Insider, wenn man das so sagen darf, da keine große Promotion zu ihrer Tour erfolgte. Dennoch sollten Menschen, die ehrliche gefühlvolle Musik mögen, mal in die Lieder reinhören, denn ich bin mir sicher, dass es sehr vielen gefallen wird.

 

 

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Michelle Anderson

Man konnte den Damen auf der Bühne wirklich ansehen, dass sie Freude und Spaß an ihrer Musik haben. Und so ließ ich mich auch von dieser durchdringen Musik, die den ganzen Abend vorherrschte, anstecken und versuchte mich – so unauffällig und „grazil“ wie möglich – mitzubewegen.

Die Stunde verging viel zu schnell und da war der Auftritt schon vorbei. Doch nein, nicht ganz: es gab noch eine wundervolle Zugabe, die den Abend abrunden konnte. Vermutlich konnte jeder mit einem Lächeln die Heimreise antreten.

 

 


Aber bevor auch ich dies tat, habe ich mir dann noch die aktuelle CD von Jadea Kelly gegönnt, die sie mir auch signierte. Eine sehr sympathische junge Frau, muss ich sagen. Von Sweet Alibi hätte ich dem Grunde nach auch gerne eine CD gekauft, aber ihre CDs hatte ich schon über Amazon geordert und als MP3 vorliegen. Diese Art Künstler/innen unterstütze ich von Herzen gern, denn was sie den Zuhörern geben können, ist kaum zu beschreiben.SABF230118-2 (25 von 47)

Es bleibt zu hoffen, dass sie bald mal wieder durch Deutschland touren werden und dann eine etwas größere Resonanz erleben können.

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Kurze Informationen zu Sweet Alibi:

Genre(s):  Rock, Folk, Country, Soul, Roots

Herkunft:  Winnipeg, Kanada

Gründung:  2009

Aktuelle Besetzung:

Jess Rae Ayre:  Gesang, Gitarre, Mundharmonika

Michelle Anderson:  Gesang, E-Gitarre, Banjo

Amber Rose:  Gesang, Gitarre, Ukulele

Konzertbericht zu L’Ame Immortelle vom 20.01.2018 in Das Bett Frankfurt

Für mich als Hard Rock und Metal Liebhaber war der Besuch eines solchen Konzerts schon eine große Ausnahme. Abgesehen davon, dass ich an diesem Samstagabend ohnehin nichts Anderes vorhatte, und in der Batschkapp die Bühne und Elektronik missbraucht wurden, war dies die bessere Alternative. Mir wurde im Vorfeld auch gesagt, dass die Band gar nicht mal so schlecht sei und insbesondere vom Gesang etwas für mich sein könnte, trotz des vollkommen anderen Genres.

Nun kam ich also kurz nach 20 Uhr im Bett (ja, ich weiß wie das klingt) an und trat in den mir nicht mehr so ganz fremden Club hinein. Dort war bereits Action auf der Bühne. Es befanden sich zwei Schweizer Herren auf selbiger, die mit Industrial, EBM bzw. Synth-Pop den Abend einläuteten. Ich muss gestehen, dass mir dies als sehr selten gelegentliche Abwechslung durchaus gefällt. Hierbei gefiel mir jedoch der Gesangspart, den mein Namensvetter Patrick übernahm, am besten. Meiner Meinung nach hat er mit seinem Gesang und der Stimme durchaus auch andere Möglichkeiten. Die Kombination war aus meiner Sicht aber wirklich in Ordnung.LAI200118 (2 von 7)

Was mir bei Dunkelsucht, aber auch den meisten anderen Gruppen in diesen Genres, sehr positiv auffällt, sind die durchdachten Texte, die zumeist einen traurigen Beigeschmack haben.

In Sachen Stimmung war, von außen betrachtet, noch viel Luft nach oben. Zwar hatten sich schon einige zur Musik bewegt, aber das waren doch relativ wenige. Den standesgemäßen Applaus nach den vorgetragenen Stücken gab es aber selbstverständlich. Gut, was nicht ist, kann ja noch werden, dachte ich mir und habe die ersten musikalischen Eindrücke des Abends noch auf mich wirken lassen.

Kurze Informationen zu Dunkelsucht:

Genre(s):  Industrial, EBM, Synth-Pop, Gothic

Herkunft:  Zürich, Schweiz

Gründung:  2016

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Patrick Näf

Live Synths:  Tim Lindner

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Elektronisch ging es natürlich weiter. Und als sich die Band Versus vorstellte und dabei erwähnt wurde, dass nun „Ahoi-Pop“ ansteht, war mein erster Gedanke „Bitte, was? Wie Matrosen seht ihr nicht aus…“ Dass es sich dabei um größtenteils EBM und Darkwave handelte, war mir nach einiger Zeit dann schon klar. Aber zur genauen Beschreibung, was Ahoi-Pop eigentlich ist, greife ich auf die Beschreibung der Gruppe zurück, die sich auf ihrer Webseite befindet (http://www.versus-music.de): „AhoiPop steht für eingängige Melodien, epische Hymnen, fesselnde Balladen und intelligente Clubhits. AhoiPop steht für ehrliche, ergreifende und tiefgründige Texte. AhoiPop steht einfach formuliert für elektronische Popmusik.LAI200118 (3 von 7)

Mir gefiel durchaus was die Gruppe auf der Bühne präsentierte. Insbesondere André, der Sänger, war mit vollem Einsatz und großer Energie dabei. Nach einiger Zeit habe ich mich gefragt, ob vielleicht eine Duracell-Batterie irgendwo bei ihm eingebaut wurde, denn Stillstehen konnte oder wollte er beinahe überhaupt nicht. Zudem versuchte er immer wieder Stimmung unter die Gäste zu bringen, was nur sporadisch funktionierte.

Mal ein Beispiel hierfür, was noch recht zu Beginn des Auftritts gewesen war: Ich stand halblinks hinten und es wurde zum Mitklatschen aufgefordert. Da habe ich doch glatt mitgemacht – warum auch nicht? Soll doch Spaß machen der Abend. Einige andere Gäste haben ebenfalls mitgemacht; aber viele Personen um mich herum überhaupt nicht. Das Mitklatschen verstummte leider auch sehr schnell wieder und das fiel auch André auf der Bühne auf, der sofort eingriff und das Mitklatschen wieder aufleben lassen wollte.

Sicher kann ich nicht behaupten, dass es alle Gäste und Zuschauer betraf, aber so war es aus meiner Sicht – ganz subjektiv betrachtet. Ich fand es schade, denn Versus waren melodisch und gesanglich ganz gut – und das sage ich als Metalhead. Es war dann doch etwas ungewohnt, wenn ich das mit den Konzerten vergleiche, auf denen ich sonst bin. So habe ich anschließend weniger auf andere geachtet und mich der Melodie und dem Gesang einfach hingegeben und siehe da, auch ein Metalhead kann dieses Genre durchaus (begrenzt) genießen. Auch hier waren es insbesondere die Texte, die mir sehr gut gefallen haben.LAI200118 (4 von 7)

Eine kleine Anekdote am Rande, die so typisch für mich ist, dass ich sie einfach loswerden muss: Als ich gegangen bin, stand ich draußen an einem Rauchertisch, um meine E-Zigarette aufzufüllen. Da standen noch ein paar Personen, denen ich zunächst keine allzu große Beachtung schenkte, schließlich wollte ich meine E-Zigarette auffüllen. Aber dann dämmerte es mir; die Gesichter kamen mir doch bekannt vor. Ich brauchte ein paar Momente um zu erkennen, dass ich da mit den Herrschaften von Versus stand. Zugegeben, mit Jacke und Kapuze, dazu im Dunkeln, war es nicht ganz so einfach sie zu erkennen.

Kurze Informationen zu Versus:

Genre(s):  Ahoi-Pop, Darkwave, EBM, Synth-Pop, Gothic

Herkunft:  Dresden, Deutschland

Gründung:  2001

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  André

Keyboard, Hintergrundgesang:  Roman

Synths, Hintergrundgesang:  Daniel

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Eine lange Pause gab es nicht, bis der Hauptakt des Abends begann. Und schließlich kamen sie auf die Bühne: L’Âme Immortelle. Applaus und Jubel begleitete die Künstler beim Gang auf die Bühne. Da dachte ich mir doch, dass endlich auch bei den Gästen die Stimmung aufkommt, die ich so lange vermisst hatte. Tatsächlich wurde es insgesamt gesehen besser. Viel mehr Gäste bewegten sich zur Musik und auch beim Mitklatschen zeigten viele, dass sie doch gerne mitmachten. Wenngleich es hier und da noch etwas verhalten aussah.

Auch bei dieser Gruppe waren es mehr Gesang und Texte, die ich durchaus sehr gut fand; während es bei der zum Großteil elektrolastigen Musik weniger der Fall war. Aber nun, das ist insgesamt betrachtet Geschmackssache. Darauf war ich aber eingestellt, obgleich ich festhalten muss, dass es für mich wesentlich elektronischer war als erwartet.LAI200118 (6 von 7)

Was aber wirklich gut rüberkam, war der Gesang von beiden. Dieser ist, wie ich finde, live sogar noch um einiges besser, als man dies auf YouTube Videos erahnen kann. Sonjas Stimme ist hell und sie bringt damit trotz der traurig düster wirkenden Texte durchaus Licht in die Melodien. Mit diesem Licht scheinen die Texte ihre Wirkung nicht zu verfehlen, da ihr Gesang durchdringend ist. Thomas hingegeben bringt die eher düstere kraftvolle Stimme, die bei anderen Liedern genauso wirkungsvoll ist, wie Sonjas Stimme. Es kam mir so vor, dass die beiden in einer gewissen Form Licht und Schatten bilden.LAI200118 (5 von 7)

Ich konnte mich auch bei ihnen auf das angebotene einlassen und vergaß die Zeit, was mir beinahe zum Verhängnis geworden wäre. Leider musste ich früher gehen, da der Heimweg lang und die Nacht von kurzer Dauer sein sollten.

Dennoch war es recht interessant und wirklich etwas ganz Anderes für mich. Ich denke aber, dass dieser Abend meine Lust auf etwas komplett Anderes auf lange Sicht gestillt hat.

Kurze Informationen zu L’Âme Immortelle:

Genre(s):  Elektro-Rock, Elektro-Pop, Darkwave, Industrial

Herkunft:  Wien, Österreich

Gründung:  1996

Aktuelle Besetzung:

Gesang, Keyboard:  Thomas Rainer

Gesang:  Sonja Kraushofer

Schlagzeug:  Chris Fox

Keyboard:  Gregor Beyerle

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WSTR – 12.10.2017 – Nachtleben Frankfurt

Sich nach einem langen Tag auf der Buchmesse mit schönem Punkrock die Birne freipusten zu lassen, kann man mal machen. Im kleinen Keller des Nachtlebens sollte um 21 Uhr der Abend beginnen. Insgesamt standen drei Bands auf dem Plan. Dies waren Weatherstate, Storyteller und natürlich WSTR.

So machte ich mich am Abend auf den Weg, um ein bisschen bei guter Musik zu entspannen. Kurz vor 21 Uhr war ich da, ging hinein und die erste Band spielte bereits. Ich war doch sehr irritiert, schließlich bin ich davon ausgegangen, dass der Abend erst um 21 Uhr beginnen würde. Und es war noch nicht einmal 21 Uhr. Hatte ich etwas verpasst? Ich schaute mir via Handy noch einmal den Event an, aber da standen keine Änderungen. Nun gut, was soll’s.

Leider kann ich zur ersten Band des Abends nicht viel sagen. Weatherstate spielen Punkrock und das recht gut, wie ich finde. Ob sie jetzt ein etwas weiter gefächertes Spektrum anbieten, kann ich aufgrund dessen, dass ich nur drei Songs ansehen / anhören konnte, nicht wirklich sagen. Mir fiel aber auf, dass die Musik dem Genre absolut entspricht und der Sänger eine sehr passende Stimme für die Art der Musik hat. Aus meiner subjektiven Perspektive, kann ich nur darüber urteilen, was ich gesehen und gehört habe. Es ist für mich typischer Punkrock aus Großbritannien, den viele Bands auf diese Art und Weise spielen. Liebhaber dieses Genres werden ihren Ohren mit dieser Band jedoch definitiv etwas Gutes tun, davon bin ich überzeugt.20171012_205449(0)

Kurze Informationen zu Weatherstate:

Genre(s): Punkrock

Herkunft:  Bristol, England

Gründung:  2013 (?)

Aktuelle Besetzung:

Harry Hoskins, Joe Hogan, Toby Wrobel, Callan Milward

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Wirklich schade, dass ich nicht mehr von ihnen hören konnte. Während die Band nach dem Ende des letzten Songs ihre Instrumente, bis auf das Schlagzeug, zusammenpackten, war es absolut Zeit für mich etwas zu trinken. Die kleine Bar im Nachtleben ist gut bestückt, aber mir reicht eine Cola vollkommen aus. Die Umräumphase auf der Bühne dauert jedenfalls nicht sonderlich lange. Vielleicht waren es gerade einmal nur zehn Minuten und dann waren auch schon Storyteller auf der Bühne.

Zuerst dachte ich mir „Hey, da ist ja Leonard Hofstadter als Sänger auf der Bühne.“ Der Nerd aus Big Bang Theory, der mit Penny diese On / Off Beziehung führt. Jedenfalls war er das natürlich nicht, auch wenn eine gewisse Ähnlichkeit zu ihm natürlich nicht zu bestreiten sein dürfte.

Kraftvoll und energiegeladen begannen Storyteller ihre knapp 30 Minuten auf der Bühne. Während viele Fans bereits von sich aus zu pogen begannen, krachte von der Bühne ganz feiner Pop-Punk herunter. Leonard, also nein der Sänger heißt Rico Opitz, war mit ganzer Energie bei der Sache. Er lief von links nach rechts und zurück auf der Bühne herum, machte den Fauststoß passend zum Schlagzeug und stimmte auch gerne das Mitklatschen, Springen und auch das Tanzen an, welches von vielen gerne angenommen wurde. Insbesondere das Tanzen, welches mich an eine Pit erinnerte, aber irgendwo zwischen Pit und Pogo lag, sah schon recht schick aus. Platz war dafür genügend vorhanden, da leider nicht so viele Gäste und Fans anwesend waren. Schätzen ist immer schwierig und auf Durchzählen habe ich nicht wirklich Lust, also sagen wir einfach, dass ca. 100 Menschen da waren.

Die musikalische Qualität, aber auch die gesangliche waren sehr gut. Die Songs bieten ein durchaus interessantes Spektrum an und sind nicht zu eintönig, das gefällt mir als Abwechslung zur Buchmesse und zu anderen Konzerten, auf denen ich dieser Tage unterwegs bin. Es war mal schneller mal langsamer, mal lauter mal leiser (wenn man das überhaupt so sagen kann), aber eindeutig zu schnell vorbei. Die halbe Stunde verflog einfach so dahin, als wären erst ein paar Minuten verstrichen. Ich denke, dass ich mir Storyteller ein weiteres Mal ansehen werde, wenn sie das nächste Mal in der Nähe sind. Die Musik ist gut, die Bühnenarbeit ist klasse und die Energie, die die Musiker in ihre Arbeit legen, überträgt sich definitiv auf das Publikum.20171012_211818

Kurze Informationen zu Storyteller:

Genre(s):  Pop-Punk

Herkunft:  Dessau, Deutschland

Gründung:  2012

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Rico Opitz

E-Gitarre:  Kevin Becker

E-Gitarre:  David Becker

E-Bass:  Nils Sackewitz

Schlagzeug:  Max Sarich

Die nächste Unterbrechung, bzw. Pause dauerte etwas länger. Ungefähr 15 Minuten, in denen ich mir etwas Dampf zuführte, mich entleerte (die Blase, nicht den Magen) und mir einen Eistee gönnte. Kaum war alles erledigt und der Eistee in der Hand, da ging es auch schon weiter.

WSTR waren versammelt auf der Bühne und man spricht diesen Bandnamen „Waster“ aus. Da muss man sich also nicht die Zunge verknoten um den Namen dieser Band zu nennen.

Die Jungs aus Liverpool spielen ebenfalls Pop Punk, aber mit größeren Einflüssen aus dem Rock-Bereich.  Den größten Einfluss auf die Band haben aber Blink 182, sowie New Found Glory. Der Stil, den sie spielen, ähnelt diesen beiden Bands sehr, ist aber nicht 1 zu 1 der selbe. Das ist auch gut, schließlich haben sie trotz der Nähe zu diesen Bands und dem Genre in gewisser Weise einen eigenen Stil. Ich finde diesen schön geradlinig, ähnlich wie es bei Storyteller der Fall ist, mit schnelleren und langsameren Passagen. Auf der anderen Seite kann und möchte ich diese beiden Bands nicht gleichstellen, denn das wäre meines Erachtens nach nicht korrekt. Zwar sind sie nah beieinander aber doch zu unterschiedlich. Ja, das geht wirklich. Ich bin mir nicht sicher, ob es an den Reisestrapazen von WSTR lag, oder Storyteller einfach so sind; aber insgesamt schien mir das Partygen eher bei Storyteller zu sein.20171012_220442

Dennoch gab es genügend Aufforderungen zum Mitklatschen und Mitbewegen, wenn man es denn nicht ohnehin schon aus freien Stücken machte. Die Pogogruppe hatte jedenfalls immer noch ihren Spaß und der schönste Moment war kurz vor Schluss, als das Publikum gebeten wurde sich hinzuknien. Fast alle machten mit und sprangen auf Kommando hoch und feierten den Auftritt, den WSTR an diesem Abend lieferten. Als Zugabe wurde noch ein eher ruhigerer Song gespielt, der dann aber wirklich das Ende des Auftritts nach 50 Minuten war.

Der Abend verlief sicherlich nicht ganz perfekt, aber das zeigt einfach nur, dass wir alle nur Menschen sind und sich auch Reisestrapazen sichtlich auf Musiker auswirken. Auch sie sind keine Maschinen. Mir hat der Abend als Abwechslung zur Buchmesse sehr gefallen. Oh und bevor ich es vergesse liebe Tontechnik: das war ein guter Job!

Kurze Informationen zu WSTR:

Genre(s):  Pop-Punk

Herkunft:  Liverpool, England

Gründung:  2015

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Sammy Clifford

Gitarre:  Danny Swift

Bass:  Alex Tobijanski

Schlagzeug:  Andy Makin