Buch-Rezension zu „Neanderthal“

Ich hatte mich auf dieses Buch gefreut, weil es ein Thriller sein sollte und mir der Heyne Verlag dieses Rezensionsexemplar zukommen ließ. Vielen Dank hierfür an dieser Stelle. Doch dieser Thriller stellte sich für mich doch sehr ernüchternd dar.

Neanderthal“ von Jens Lubbadeh aus dem Heyne Verlag der Random House Verlagsgruppe.

Genre: Thriller, Roman

Dieses Büchlein, mit seinen insgesamt 526 Seiten, erschien am 13.11.2017. Meine Lesezeit muss tatsächlich mehr als 20 Stunden betragen haben. Warum und wieso erkläre ich noch. Dieser Thriller aka Roman ist kein einfaches Buch mit tiefgründiger Thematik.

Klappentext:

Waren sie die besseren Menschen?

Deutschland in naher Zukunft. Krankheiten, Schönheitsfehler und Suchtprobleme sind abgeschafft. Gesundheit ist das höchste Ideal, wofür sogar in das menschliche Erbgut eingegriffen wird. Eine Welt, in der sich Kommissar Nix nur schwer zurechtfindet. Als er eines Tages auf eine merkwürdig aussehende Leiche stößt, steht er vor einem Rätsel. Die Ähnlichkeiten des Toten mit Neandertalern sind einfach zu groß – diese aber sind seit Zentausenden Jahren ausgestorben. Oder doch nicht? Schon bald machen Nix und seine Kollegen eine grausige Entdeckung: Kann es sein, dass man Neandertaler geklont hat, um damit den Menschen zu optimieren? Und dass alle, die davon wissen, beseitigt werden sollen?

Die Jagd ist eröffnet.

Ich muss gestehen, dass mich dieser Klappentext sehr angesprochen hat und insbesondere die letzten vier Wörter, die sich auch auf dem Cover befinden: „Die Jagd ist eröffnet“. An diesen Worten hatte ich mich sozusagen aufgehangen und eine rasante Geschichte in Manier eines Thrillers erwartet. Doch das war dann nicht wirklich der Fall.

Zunächst ist der Leser mit Kommissar Nix unterwegs. Zum einen wegen der Leiche, die sich nach und nach als Neandertaler entpuppt, zum anderen um die utopische nahe Zukunft in Deutschland kennen zu lernen. Der gesellschaftliche Wandel mit dem Fokus, der bereits im Klappentext Erwähnung findet, der Genetik und Erbguteingriffe zur Optimierung der Menschen, wird einem sehr ausführlich erklärt.

Dieser Part ist natürlich nicht besonders spannend, aber dient natürlich dem Zweck diese nahe Zukunft verstehen zu können. Doch je weiter sich die Geschichte zieht, umso mehr begegnen einem Fremdwörter und Fachbegriffe aus der Genetik und Anthropologie. Für jemanden wie mich, der sich nur sporadisch mit den Themen auskennt und nur dadurch in Kontakt kam, dass es solche Serien wie „Autopsie – Mysteriöse Todesfälle“ und Dokumentationen über Knochenfunde gibt, ein schwerer Stoff. Es gab tatsächlich Wörter, die ich nachschlagen musste, da mir deren Bedeutung nicht auf Anhieb geläufig war.

Das spricht aber für die sehr gute Recherche des Autors Jens Lubbadeh, der seines Zeichens Wissenschaftsjournalist ist, was man durchaus sehr gut in diesem Buch erkennen kann. Für mich war es jedoch schon zu viel des Guten an Fachbegriffen.

Diese Komplexität in der Geschichte ist daher von Anfang bis zum Schluss gegeben. Denn neben dem Kommissar dürfen auch Wissenschaftler und – nennen wir sie mal Geheimdienstmitarbeiter, sowie Politiker vor.

Ich glaube, dass dieses Buch eine Nische füllt und gerade für jene Personen interessant ist, die sich für Genetik, Anthropologie und Urmenschen, wie den Neandertaler, interessieren. Für jeden anderen wird es schwierig, denn einen Thriller konnte ich über sehr lange Strecken nicht erkennen. Die Bezeichnung „Roman“ wäre deutlich angebrachter. Die erste richtige Spannung schleicht sich Seite 400 und folgende ein, was doch reichlich spät für ein Buch mit dem Genre „Thriller“ ist.

Die „Jagd“ erscheint mir mehr als eine Aufklärung dessen, was unter dem Projektnamen „Neanderthal“ passiert ist. Dort wurden tatsächlich Neandertaler geklont und erforscht. Eine Hetzjagd, wie ich es mir dachte, auf die Klone und Forscher, gab es zu keinem Zeitpunkt.

Auch das sind Gründe, warum ich sehr lange für dieses Buch brauchte, denn ich konnte nicht wirklich am Stück lesen. Es war mir einfach zu trocken und auch sehr langwierig. Sicher, die Story ist in sich interessant, jedoch wenn man einen Thriller erwartet und eigentlich nur eine längere Erzählung zu der gesellschaftlichen Entwicklung der nahen Zukunft in Deutschland erhält, doch eher schwere Kost. Unabhängig davon, dass dieses Gesellschaftsgebilde, in welcher jedes Laster wie Alkohol trinken und Rauchen zum Beispiel, verpönt ist und die genetische Struktur der Menschen schon vor der Geburt abgeändert wird um Krankheiten auszumerzen, dann erinnert mich das an eine dunkle Zeit der deutschen Geschichte, die in den 1930er Jahren begann. Interessant war dann zu lesen, dass dieser Vergleich auch durch Politik und Presse innerhalb des Buches aufgegriffen wird.

Eine andere Sache, die mich sehr enttäuscht hatte war, als eine Hauptfigur in der Geschichte ums Leben gekommen ist. Ich frage mich, wie man auf die Idee kommt, einen Absatz zu beginnen, in dem direkt steht, dass diese Person sterben wird und danach der Absatz fortgeführt wird, um die Geschichte bis zu dem Ereignis zu beschreiben. Das ist für mich übrigens das beste Beispiel dafür, wie man aus einer möglichen spannenden Passage eine doch sehr enttäuschende machen kann. Das entzieht sich meinem Verständnis von einem Thriller.

Wie dem auch sei, mein Fazit zu diesem Buch zusammengefasst:

Es ist eine interessante Geschichte mit einer nicht ganz unwahrscheinlichen Idee der nahen Zukunft in Deutschland. Dieses Gesellschaftskonstrukt, das sich um Gesundheit und Genetik, sowie deren Anpassungen dreht, ist eine makabre aber durchaus realistische Utopie.

Ein Thriller ist es für Normalsterbliche wohl eher weniger. Wissenschaftler oder Anthropologen, sowie Hobbywissenschaftler usw. werden sich hier in dieser Geschichte sicher sehr zu Hause fühlen. Jeder andere dürfte sich wahrscheinlich mit einigen Schwierigkeiten bis zum Ende durchkämpfen müssen, wobei es sich dann aber wieder lohnt.

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Autoren im Interview: Nicole Schuhmacher

Das erste Interview auf meinem Blog, das ich schriftlich mit Debütautorin Nicole Schuhmacher geführt habe. Ihr Urban Fantasy Roman „Jägerseele“ wurde am 31.10.2017 veröffentlicht und ist eine tolle, etwas andere Geschichte. Da ich auch selbst ein paar Fragen hatte, nahm ich das zum Anlass, direkt ein Interview daraus zu machen.

Wer das Buch noch nicht kennt, kann sich auch die Rezension von mir dazu durchlesen. Einfach hier klicken.

jägerseele titel

Werte Nicole, würdest Du Dich kurz vorstellen, damit auch Menschen, die dich oder Dein Buch noch nicht kennen, etwas zu Dir erfahren?

Guten Tag! ^^
Mein Name ist Nicole, Freunde nennen mich Nie Kohle oder Rand (Ja, wie der Pizzarand) xDD, ich bin 30 (Oh mein Gooooott, mein Leben ist vorbei, VORBEI!!!) und lebe in einer kleinen Stadt in Ostsachen. Beruflich mache ich »irgendwas mit Medien« und habe Ende Oktober mein Debüt »Jägerseele«, einen Urban Fantasy Roman, im Selbstverlag herausgebracht.

Das Schreiben hast Du bereits relativ früh entdeckt, und einige Fanfiktionen hast Du auch geschrieben. Was hat Dich dazu veranlasst einen eigenen Roman zu schreiben?

Ich denke, das waren tatsächlich die unzähligen positiven Rückmeldungen im Laufe der Jahre zu meinen bereits angesprochenen Fanfiktions. Die Idee zu »Jägerseele« spukte mir bereits Ewigkeiten im Kopf herum und irgendwann dachte ich dann einfach, hey, warum eigentlich nicht?

Wie viel Zeit hast Du in Deinen ersten, aktuellen Roman „Jägerseele“ gesteckt, bzw. stecken müssen?

Richtig intensiv habe ich etwa ein halbes Jahr daran gearbeitet. Und davor habe ich etwa fünf Jahre (!!!) Pause gemacht. Bis dato hatte ich nur die ersten 1 1/2 Kapitel.

Blieb da noch Zeit für andere Freizeitaktivitäten? Schließlich machst Du das nicht hauptberuflich. Noch nicht.

Hehe, »noch nicht« xD
Aber das stimmt schon. Wenn man berufstätig ist und dann außerdem noch in einem Schreibprojekt steckt, muss man sich genaue Zeiten festlegen, wann man was machen möchte. Zumindest muss ich das so machen. Ich gehe außerdem täglich mit meiner vierbeinigen Mitbewohnerin spazieren, versuche immer ein paar Seiten meines aktuellen »currently read« zu lesen und suchte diverse Fernsehserien. Ich bin auch ein kleines Gamergirl, aber zum Zocken bin ich schon ewig nicht mehr gekommen, wäääh!!!

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Dass Du Fantasiefiguren magst, kann man in Deinem Autorenportrait lesen. Was war ausschlaggebend dafür, dass Du Dich nicht auf eine bestimmte Gruppe (Vampire, Werwölfe etc.) festgelegt hast?

Eine reine Geschichte über Vampire, Werwölfe etc. ist irgendwann so festgefahren, finde ich. Also… so ganz ohne Abwechslung… Und die hat man in einer Welt in der alle Fantasiegestalten ein Zuhause haben ja wohl umso mehr, oder? 😀

 

In „Jägerseele“ kommen die unterschiedlichsten Fantasiefiguren vor. Wer davon, außer Tess, ist dein persönlicher Liebling? Und warum?

Das ist einfach =) Danial ist mein Liebling. Ihn kann ich einfach alle unmöglichen Dinge machen lassen, weil er es aufgrund seiner… Herkunft eben einfach drauf hat ^^ Und das ist sooooo cool.

Du hast Dir sehr viel Mühe gegeben allen Figuren einen speziellen Charakter und eigene Wesenszüge zu geben. Wie viel Zeit hast Du damit im Durchschnitt pro Figur verbracht?

Ich muss gestehen, dass ich das nicht mehr richtig weiß, da diese Arbeit bereits die oben angesprochenen fünf Jahre zurückliegt. Aber ich kann mich erinnern, dass definitiv mehrere Tage ins Land gegangen sind, bis jede Figur in ihren Grundzügen existierte. Einiges fällt einem natürlich auch erst beim Schreiben direkt ein. Chris zum Beispiel… Vorsicht Spoiler! Er war anfangs gar nicht darauf ausgelegt »der Böse« zu sein. Erst als ich die Jahrmarkt-Szene schrieb, kam es so über mich, dass ich mich dazu entschloss, dass er der Kopf Rund um Gemma und Coral ist.

nicoleschuhmacher02Du und Tess – ein Herz und eine Seele? Wie viel Tess steckt in Dir und wie viel von Dir in Tess?

Ach ja… es ist schon nicht zu verleugnen. Ich wäre gern wie Tess ^//^ Und deswegen habe ich ihr viele Eigenschaften angedichtet, die ich sehr gern hätte, aber ich verrate nicht welche das sind xD Außerdem sind es so Kleinigkeiten die uns verbinden. Sie fährt (oder fuhr, dudumm…) einen Honda, ich fahre einen Honda. Tess liebt Lederjacken, ich liebe Lederjacken. Tess schießt gern mit Elektroschockern auf Ganoven, ich schieße gern – Nein, Quatsch! Spaß! 😀

Hast Du eine persönliche Lieblingsstelle im Buch, auf die Du besonders stolz bist?

Es gibt ein paar Szenen, die mir besonders gut gefallen, ja. Aber auch einfach deswegen, weil sie so abstrus und skurril sind. Die Szene mit Miller im Auto zum Beispiel. Ich mag auch die Beschwörung (zwinker, zwinker) und bin froh, dass die Szenen mit dem Schweinchen so gut angekommen sind. Das war mir irgendwie wichtig 🙂

War Dir von vornherein klar, dass Du den Weg des Selfpublishing gehst oder hattest Du doch Kontakte zu Verlagen? Und wenn ja, was sprach gegen eine Zusammenarbeit mit Verlagen?

Nein, ich hatte keinerlei Kontakt, habe ihn nicht einmal gesucht. Ich war mir einfach viel zu unsicher, ob aus »Jägerseele« etwas werden könnte, bzw. ob es auf dem Markt nicht total zerrissen wird etc. Jetzt rede ich mir ein, dass ich so viel mehr Freiheiten genießen kann, auch wenn alle Arbeit an mir selbst hängen bleibt xD

Gesetz dem Fall, ein Verlag käme jetzt, also nach der Veröffentlichung, auf Dich zu. Würdest Du Dich ggf., wenn alles passt, auf eine Zusammenarbeit einlassen oder steht das für Dich grundlegend außer Frage?

Oh, wow, das wäre natürlich ein Traum! Ich würde mich mega geehrt fühlen und sofort rufen: »Wo muss ich unterschreiben?« =)

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Du schreibst nicht nur, Du liest auch viel. Aber kamst Du in der letzten Zeit überhaupt dazu?

Nicht wirklich -.- In Schreibphasen sowieso nicht, und jetzt, da das Buch ja beworben werden möchte etc. nur sehr selten. Aber ich gebe mir wie gesagt Mühe, jeden Tag ein paar Seiten, meistens vor dem Schlafengehen, in andere Welten abzutauchen.

 

 

Welches war das letzte Buch, das Dich richtig fesseln konnte und warum?

Das war glaube ich »Abgeschnitten« von Sebastian Fitzek. Seine Thriller sind einfach die besten! So spannend, dass man gar nicht anders kann, als zu lesen und zu lesen und zu lesen und zu lesen und zu lesen und zu… ach ja… lesen!

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Du bist auch Cosplayerin. Welches war bisher Dein bestes Cosplay?

Ja, das stimmt, aber da müsste ich mich ja selber loben ^//^ Aber… die meisten positiven Rückmeldungen habe ich zu meiner Catwoman (Michelle Pfeiffer Version) und zu meiner Leeloo (Das fünfte Element) erhalten <3

 

 

Die Fortsetzung „Jägernacht“ hast Du bereits angekündigt. Schon eine Idee, wann das Buch veröffentlicht werden kann? (Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt darauf)

Definitiv 2018! Angepeilt ist Sommer… aber wir werden sehen xD

Bekommt eine weitere Figur, abgesehen von Tess natürlich, eine besondere Aufmerksamkeit in „Jägernacht“?

Das will ich ehrlich gesagt noch nicht verraten. Überraschung! 😉

Ist das Projekt um Tess Carlisle ein „Open-End-Projekt“ oder ist es nach drei, vier Büchern zu Ende?

Das steht tatsächlich noch in den Sternen ^//^

Hast Du schon einmal darüber nachgedacht auch ein „Spin-Off“ zu schreiben, das einen anderen Charakter in den Vordergrund rückt, um seine / ihre Geschichte zu vertiefen? Nehmen wir als Beispiel Fin oder Danial. Ich persönlich würde eines über Fin interessant finden.

Darüber habe ich ehrlich gesagt noch gar nicht nachgedacht. Aber eine durchaus in Erwägung zu ziehende Idee! Vielleicht auch nur als kleiner Zusatz am Ende? Mal schauen.

Ein paar Worte von Dir an die Leser:

Hallöchen liebe Leser! *wink*
Ich freue mich wirklich, wirklich sehr, wenn  ihr jetzt ein bisschen neugierig auf »Jägerseele« geworden seid. Tess und ihre Freunde erwarten euch schon im magischen New Orleans! Schaut doch mal vorbei =) Und an alle, die das Abenteuer bereits bestritten haben: Ihr seid so lieb! <3 Ich freue mich, dass ich euch ein paar Stunden Freude, Spaß und Spannung bringen konnte! Schreibt mir doch auch weiterhin fleißig eure Meinungen, Anregungen, Wünsche, Nöte und trotzigen Kommentare xDD Ohne euch wäre »Jägerseele« nichts! DANKE! <3

Jägerseele breit

Liebe Nicole, vielen Dank für Deine Antworten und die Zeit, die Du Dir genommen hast.

Hier gehts zu meiner Rezension von „Jägerseele“: klick mich

Hier gehts zur Facebook-Seite von Nicole Schuhmacher: Nicole Schuhmacher – Autorin

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Buch-Rezension zu „Knochenjob!“

Nach der Frankfurter Buchmesse habe ich immer noch so viele tolle Bücher, dass mir die Wahl sehr schwer fiel, zu welchem Buch ich nun greifen sollte.

Da stand ich vor meinem Schrank und siehe da, dieses Buch hat mich an jenem Abend am meisten angesprochen und so nahm ich es in die Hand.

Knochenjob!“ von Sarah Adler aus dem Drachenmond Verlag in Leverkusen.

Genre: Roman / Fantasy

Das Buch erschien bereits am 08.10.2016 mit 267 Seiten. Meine Lesedauer betrug ca. 6 Stunden. Es ist eine in sich abgeschlossene Geschichte, die dadurch interessant wird, da sie anders ist.

Klappentext:

Drei wissenswerte Tatsachen

1. Dies ist eine Geschichte über den Tod.
2. Dies ist eine Geschichte über den Tod, der das Nasenbein gestrichen voll hat von rostigen Sensen und kratzigen Umhängen.
3. Dies ist eine Geschichte über den Tod, die folgende Dinge beinhaltet:
Das Leben
Das Schicksal
Eine Reise zur Zeit
Den todesmutigen Versuch, ein paar Menschen zu retten
Und ein zufällig gelüftetes Geheimnis, das alles über den Haufen wirft.

Aber lest selbst.

Vorweg möchte ich erklären, warum diese Geschichte „anders“ ist. Sie behandelt nämlich Themen, die in der heutigen Zeit ein ziemliches Tabu geworden sind, obwohl sie täglich überall auf der Welt zugegen sind. Die Themen sind Tod und Sterben. Aber in einer Art und Weise, die spannend und interessant zu lesen ist.

Wichtig ist auch zu sagen, dass die Geschichte voll von schwarzem Humor, Sarkasmus, Ironie und Selbstironie ist. Wer sowas mag, so wie ich, wird oft und viel zu lachen haben.

Die Tatsache, dass der Tod personifiziert wurde und dieses Buch von seinen Erlebnissen im Laufe der Jahrmilliarden „selbst“ geschrieben worden ist, stellt sich wahrlich als grandios heraus.

In der Geschichte selbst erfährt man viel über die Arbeit und das Leben von Tod und wie er nach und nach genug davon hat. Durch die Erzählung lässt Tod viel in seine Gedanken blicken und sozusagen auch hinter seine Kulissen. Diese Seite vom Tod ist eine, die eher nur sehr selten betrachtet wird. Mit der Zeit wird auch verständlich, warum er nicht mehr der Tod in dieser Form sein möchte. Sein Ruf ist einfach nicht der beste und daran möchte er unbedingt etwas ändern.

Seine Versuche sind herzallerliebst aber leider nicht mit Erfolg versehen. Diese sind sogar gut beschrieben, denn er versucht sich in Erster Hilfe. Man kann ihm jedenfalls nicht vorwerfen, dass er es nicht versucht hätte.

So muss er sich stets neue Dinge einfallen lassen und probiert diese auch aus. Irgendwann beschließt er eine Reise zur Zeit zu unternehmen um seinen Unmut zu äußern.

Seine Erzählung ist dabei jedoch nicht geradlinig, da häufig ein Rückblick oder Erklärungen zu Situationen mit unter Anderem weiteren Personifizierungen, wie zum Beispiel Leben, Zufall, Glück und weiteren, eingeschoben werden. Diese eingeschobenen Anekdoten bieten Abwechslung und machen meiner Meinung nach die Gesamtgeschichte verständlicher.

Man merkt insgesamt in diesem Buch, dass sich die Autorin ausführlich mit dieser Thematik beschäftigt hat. Schließlich werden auch die kulturell unterschiedlichen Vorstellungen beschrieben, welche Erscheinung der Tod hat. Denn er tritt nicht überall auf der Welt als der bekannte „Sensenmann“ auf. Zudem ist die Idee, wie es sich mit dem Sammeln der Seelen verhält, schön durchdacht.

Die Vorstellung, dass Tod ein ganz angenehmer Zeitgenosse ist und wie er die Seelen der Verstorbenen abholt und diese sich ihm gegenüber verhalten, bieten eine neue, recht positive Sichtweise zum Tod und Sterben. Darüber muss man erstmal nachdenken, finde ich.

Der Charakter von Tod ist in diesem Buch sehr gut getroffen. Genau so stellt man ihn sich vor, wenn es um Charaktereigenschaften geht. Auch der Schreibstil passt und ist nicht zu kompliziert, so dass sich diese Geschichte sehr gut lesen lässt.

Die Idee und die Umsetzung, sowie die Darstellung vom Tod als Person, haben mich an dieses Buch gefesselt. Obwohl es kein spezielles Spannungshoch gibt, wollte ich dranbleiben um diese Geschichte weiterzulesen. Das ist wirklich nicht die Norm bei mir. Aber es machte Spaß zu lesen und der besondere Humor, der passend zum Tod ist, sind das entsprechende Tüpfelchen auf dem „i“.

Kurzum kann ich das Buch insbesondere jenen empfehlen, die sich ohnehin mit dem Tod als solchen beschäftigen und / oder eine Affinität zum schwarzen Humor besitzen. Für diese Menschen ist das Buch geradezu perfekt.

Bildquelle: https://www.drachenmond.de/

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