Body Count in der Großen Freiheit 36 in Hamburg. Ein super Auftritt, eine tolle Show, perfekte Stimmung und klasse Musik. Bericht zur Zusatzshow vom 05.06.2018

Auch in diesem Beitrag möchte ich erwähnen, dass es von mir keine Bilder zum Bericht gibt. Die DSGVO bietet keine großen Spielräume dies noch zu tun. Für akkreditierte Fotografen, bzw. Pressevertreter, sieht dies anders aus. Wenn ihr also Bilder von der Großen Freiheit und von Body Counts Auftritt sehen möchtet, dann bleibt nur der Weg über gängige Suchmaschinen. Das Beitragsbild ist aus dem offiziellen Pressematerial von Body Count. Dieses Bild wurde udn wird so ziemlich überall für Konzertpromos genutzt. Zumindest glaube ich das, denn das Bild taucht wirklich sehr häufig auf.

Große Freiheit 36

Nun aber zum Eigentlichen, dem Konzert. In Hamburg war ich ja schon seit Montag und hatte am Vortag das Konzert von Jonathan Davis im Gruenspan gesehen und erlebt. Das war schon gut gewesen. Aber bei Body Count war ich mir erstmal nicht sicher. Schließlich spielten sie zwei Konzerte an diesem Abend hintereinander weg. Und ich hatte nun mal eine Karte für die zweite Show. Konnte sie gut werden? Hatten die Musiker noch Lust? Wie wird das Konzert überhaupt werden? Nur einige der Fragen, die ich mir stellte, bevor wir kurz vor Konzertbeginn um 23:30 Uhr in die Große Freiheit gingen.

Dort war es schon sehr voll und am Fanartikelstand war so ziemlich die Hölle los. Wirklich weit kam man auf der unteren Ebene nicht. Aber die Große Freiheit hat auch noch eine obere Etage, die wie ein Balkon in U-Form verläuft. Also dorthin und siehe da, dort gab es mittig noch einige gute Plätze von denen man perfekt auf die Bühne schauen konnte. Ich war also schon mal mit meinem Platz zufrieden und schon ging auch das Licht aus und die Massen riefen im Chor „Body Count, Body Count“. Es war also angerichtet.

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Schließlich kamen sie auf die Bühne und ohne großes Drumherum wurde sofort losgelegt und zwar mit dem Slayer Cover Raining Blood / Postmortem. Das knallte schon mal ordentlich und die Fans vor der Bühne waren schon kräftig am Pogen.

Aber richtig laut, musikalisch wie auch von den Fans, wurde es beim bekannten Song „Manslaughter“, der als drittes gespielt wurde. Da ging so richtig die Post ab. Auf der Bühne als auch bei fast allen Fans. Da sag mal einer, dass kurz vor Mitternacht keine Stimmung aufkommen kann. Das Pogen und Mitsingen hat per se wunderbar geklappt und auch ich konnte nicht ganz stillhalten und zumindest das Manslaughter konnte wirklich jeder brüllen.

Zwischendurch stellte Ice-T die Band und sich selbst vor. Interessant war natürlich dabei, dass sein Sohnemann ebenfalls dabei ist und ebenfalls Gesangsparts einnimmt. Teilweise im Wechsel und teilweise mit Ice-T zusammen. Jedes Bandmitglied wurde vorgestellt und der Vorgestellte gab auch gleich ein kurzes Solo. Applaus und Jubel für jeden Einzelnen waren selbstverständlich. Aber auch Ice-T stellte sich selbst vor. Dabei erwähnte er, dass sein Name ab nun „Ice motherfucking T, biatch“ sei.

Überhaupt gab es sehr viele dieser Wörter wie Motherfucker oder Fuck usw. Ihr wisst schon. Das deckt die nächsten Konzerte definitiv ab.

Ich muss schon sagen, dass die Musik von Body Count viele verschiedene Metal Genres beinhaltet. Von Hard Rock bis Thrash Metal ist so ziemlich alles dabei. Was für Body Count typisch ist und eher in der Metalszene insgesamt eine Seltenheit darstellt, ist der Gesangspart, der sich seit Jahren im Rap, bzw. Hip Hop Bereich befindet. Es ist einfach etwas Anderes und Eigenes, wenn man so will und dadurch erkennt man die Marke „Body Count“ sehr gut. Die Songs und Texte beschreiben insbesondere das Leben auf der Straße, in Gangs und deren Konflikte untereinander und mit der Polizei. Das sind so die Hauptthemen.

Sie spielten fast im progressive Metal Stil ohne Unterbrechungen durch. Dabei wirkten die Musiker keineswegs müde oder kaputt vom ersten Auftritt. Ganz im Gegenteil hat man ihnen überhaupt nicht angesehen oder angemerkt, dass sie schon 90 Minuten Bühnenarbeit hinter sich hatten.

Immer wieder schütteten sie Wasser ins Publikum. Das war vor der Bühne bestimmt auch nötig, denn die Fans sind auch weiterhin abgegangen. Pogen, Moshpit und die Wall, die von Ice-T eingeleitet wurde, funktionierten problemlos.

Das Drumsolo, das im Song „There goes the neighbourhood“ enthalten ist, wurde so richtig abgefeiert und auch länger gespielt, als es auf CD der Fall ist. An Energie fehlte es wahrlich niemandem an diesem Abe… in dieser Nacht.

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Auf der einen Seite war es tatsächlich so, dass Body Count ihr Programm runtergespielt und durchgezogen haben. Aber sie haben stets das Publikum mit einbezogen und viel Leben auf der Bühne gehabt. Es gab auch die Frage von Ice-T wer denn der oder die jüngste Besucher/in an diesem Abend war. Ich habe zwar nicht genau gesehen ob ein er oder eine sie, aber 17 Jahre soll das Alter gewesen sein. Kurz darauf präsentierte Ice-T seine kleine Tochter, die vielleicht gerade einmal drei Jahre alt ist und sie kam auf die Bühne.

Das ist zwar eigentlich keine Uhrzeit mehr für ein Kind in diesem Alter, aber sehen wir mal den Jetlag, dann passt es schon noch. Während eines Songs stand sie auf der Bühne. Ich weiß leider nicht mehr welcher Song das war. Aber ihr großer Bruder stand bei ihr, tanzte mit ihr und passte auf sie auf, ehe sie nach dem Song die Bühne verließ.

Die Zeit rannte förmlich weg während des Konzerts, es war einfach klasse. Nach dem bekanntesten Song der Band „Cop Killer“ war Schluss. Naja mehr oder weniger. Die Zugabe sollte es noch geben, aber Ice-T hatte keine Lust die Bühne zu verlassen und dann wiederzukommen. Er sagte, dass er dafür schon zu alt und zu faul ist, also drehen sich die Bandmitglieder um, das Licht wird ausgemacht und die Fans sollen so tun, als wäre die Band weg und machen das, was sie sonst machen würden.

Gesagt getan, es wurde wieder „Body Count..“ skandiert und dann ging das Licht an und Ice-T hat einen eher schlechten Witz erzählt und die Frage nachgeschoben „What did you expect?!“ Drei Songs gab es noch als Zugabe und den Abschluss machte „This is why we ride“ einer meiner Lieblingssongs vom aktuellen Album.

Danach war endgültig Schluss und die 90 Minuten vergingen rasend schnell. Das Konzert war der Hammer. Das beste Konzert, auf dem ich bisher gewesen bin und da mache ich keine Witze, wirklich nicht. Die Band war, trotz oder wegen, der zweiten Runde immer noch heiß darauf ein Konzert zu geben und das war absolut klasse. Respekt an Body Count.

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Jonathan Davis lässt den Hamburger Club Grünspan zur Sauna werden. Bericht zum Konzert vom 04.06.2018

Vorweg möchte ich sagen, dass ich keine Bilder in diesen Artikel nehmen kann, da die DSGVO in diesem Punkt leider keine größeren Spielräume zulässt. Schließlich war ich nur privat bei diesem Konzert und nicht als akkreditierter Fotograf. Das Titelbild ist aus der Facebook Veranstaltung genommen und stammt von Karsten Jahnke Konzerte Hamburg.

Wenn ihr mehr über den Club Grünspan an sich erfahren wollt und auch über den Veranstalter, dann schaut hier:

Gruenspan Hamburg

Karsten Jahnke Konzertdirektion GmbH Hamburg

Dass mich die Wege mal nach Hamburg in den Kiez führen und das wegen zwei Konzerten, hätte ich vor einiger Zeit nicht für möglich gehalten. Aber so passierte es am Anfang dieser Woche. Mit einem guten Freund ging es mit dem ICE von Frankfurt nach Hamburg, in dem exakt der Wagen gesperrt war, in dem sich die 1. Klasse Sitzplatzreservierung befand. Nach ein paar Beschwerden mehrerer Fahrgäste und einer Reparatur durften die Reisenden dann doch in diesen Wagen und wir konnten endlich bequem sitzen. Ich überspringe mal die Fahrt und gehe über zum Appartement, das wir für unseren Aufenthalt gebucht hatten. In der Holstenstraße, unweit der Clubs und unweit der Reeperbahn – praktisch genau am Kiez, wenn man so will. Besser ging es wirklich nicht. Kurz ein paar wichtige Einkäufe erledigt und dann kam auch schon Person Nummer drei zur geselligen Runde hinzu. Nun waren wir also zu dritt und dann ging es auch schon ab zum Gruenspan.

Keine zwei Minuten und wir waren vom Appartement vor dem Gruenspan. Dort ging es hinein und erstmal umschauen. Sollten wir nach oben oder doch unten bleiben? Es ist ein eher mittelgroßer Club, der jetzt nicht unbedingt große Massen erlaubt, aber Platz für bis zu 1.000 Menschen (wenn alle stehen) bietet.

Warm war es schon da drin, obwohl noch nicht wirklich was passierte und oben war es noch ein Stück unangenehmer. Gut, über die Belüftung reden wir mal lieber nicht, aber egal drum. Kultclub ist und bleibt Kultclub. Es dauerte auch zum Glück nicht lange, bis die Vorband des Abends Pyogenesis aus Stuttgart begann.

Ich kannte sie bisher nicht und so konnte ich mir bei der Musik, die sie spielen einen ersten Eindruck verschaffen und der war meines Erachtens nach nicht schlecht. Sie spielen eine Mischung aus Death und Gothic Metal, können aber durchaus auch etwas ruhigere Töne an den Tag legen.

Wenn ich mich recht entsinne, haben sie bei ihrem Auftritt ein durchaus gutes Spektrum ihrer musikalischen Fähigkeiten gezeigt. Von purem Death Metal mit stimmigem gutturalen Gesang bis hin zu einer eher ruhigen Songvariante, brachten sie schon die erste Hitzewelle in den Gruenspan.

Vom Stil her haben sie mich an etwas zwischen Trivium und Heaven Shall Burn erinnert. Mir gefiel hierbei, dass Sänger Flo V. Schwarz die unterschiedlichen Gesangslagen wirklich gut zu beherrschen scheint. Musikalisch, und das lag mit Sicherheit auch an der sehr erfahrenen Bühnencrew, die den Sound wirklich hervorragend kalibrierten, waren die Instrumente doch sehr gut herauszuhören. Das ist bei dieser Musikrichtung nicht immer so einfach, aber bei der Einstellung kein Problem, wie ich fand.

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Auf die Zeit habe ich nicht wirklich geachtet. Da war der Auftritt von Pyogenesis schon vorbei und ja, es war schon sehr warm. Also hinaus und ein bisschen dampfen. Das Standardprogramm bei mir eben. Auch meine beiden Kollegen waren dort und wir standen etwas versetzt neben dem Gruenspan vor einem anderen Club, der an diesem Abend nicht geöffnet hatte. Es handelte sich um den „Indra Club 64“. Einige werden jetzt sofort wissen, warum das so erwähnenswert ist. Aber viele wohl nicht.

Eine Tafel an der Wand erklärt auch schon warum. Denn die Beatles haben dort bereits im Jahr 1960 gespielt. Der erste Auftritt in Deutschland, bevor sie ihre große Bekanntheit erlangten. Sozusagen eine heilige Stätte.

Nachdem wir uns satt gequalmt hatten, gingen wir wieder hinein und warteten auf den Hauptakt des Abends, der nicht lange auf sich warten ließ.

Jonathan Davis betrat mit seinen Musikern die Bühne und schon gab es Applaus und großen Jubel für ihn. Der Sänger von Korn, dessen Soloprojekt wenig bis gar nichts mit Korn zu tun hat, stellte dies auch zu Beginn klar. Korn ist Korn und Jonathan Davis ist Jonathan Davis.

Das merkt man auch schon bei den ersten Songs, die gespielt wurden. Sie sind ruhiger und atmosphärischer aber sehr melodisch und eingängig. Dabei stechen die Texte sehr deutlich hervor, die durchaus zum Nachdenken anregen können.

Den Anwesenden gefiel der Auftritt definitiv, denn es wurde sichtlich viel getanzt, so gut es der Platz eben zuließ. Ich für meinen Teil hatte ein bisschen Platz links hinten und durchaus noch eine gute Sicht nach vorne. Beklagen konnte ich mich an diesem Abend also was die Sicht betraf nicht. Und auch nicht, was den Sound betraf, denn der war weiterhin super.

Einer der Songs, Basic Needs, war rockig und gleichermaßen orientalisch angehaucht. Ein sehr interessantes Musikerlebnis, muss ich sagen. Mehrere ruhige Passagen, in denen es rein instrumental zugeht und wenn sich Jonathan mit Gesang einschaltet, dann passt dieser stimmlich und auch von der Kraft, die er für den entsprechenden Part einsetzt.

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Es gibt immer wieder Songs, die eine gewisse orientalische Atmosphäre einbringen. Dabei verlieren sie ihren rockigen Charakter jedoch nicht. Wenn man sich darauf einlässt und vielleicht auch einmal die Augen dabei schließt und genau hinhört, kann man sich bei dieser Mischung, die Jonathan Davis mit seiner Band anbietet, sehr gut verlieren. Diese Musik ist also nicht nur zum Mitrocken, sondern auch in gewisser Form zum Abschalten gemacht. Also abschalten im Sinne von innerer Entspannung.

Mir kam es so vor, dass sich positive Stimmung im ganzen Gruenspan verbreitete und durch die vielen Menschen auch angenommen wurde, die sich in rhythmischen Bewegungen an der Musik erfreuten und stets mit Applaus und Jubel nach den Songs die Leistung der Musiker honorierten. Dass es immer wärmer und wärmer wurde, ließ sich kaum verhindern. Aber auch die Zeit rannte unaufhörlich davon und plötzlich war es vorbei. Nein, natürlich nicht. Denn der viele Applaus brachte die Musiker zurück für eine Zugabe, die aus zwei Songs bestand. Einer davon war „What it is“ und ich muss sagen, dass mir dieser Song neben „Basic Needs“ am besten gefallen hat.

Kurz danach war auch Schluss und die Menschen drängten hinaus an die frische Luft. Sehr nachvollziehbar. Aber der Abend hatte mit diesen beiden Auftritten richtig gut begonnen. Und so konnten wir nach diesem tollen Konzert eine Tour über den Kiez machen und kamen irgendwann mitten in der Nacht völlig erschöpft, aber glücklich und zufrieden in das naheliegende Appartement und sammelten Energie für den kommenden Tag.