Mr. Big und Fozzy machen aus dem ausverkauften Colos-Saal einen gut gelaunten Sauna Club bei hervorragender Musik. Konzertbericht vom 07.08.2018

Vielen Dank an Jan Heesch und das Rock Genuine Magazin für die Erlaubnis der Bildernutzung

Eigentlich meide ich an den heißen tagen Clubbesuche aber bei Fozzy und Mr. Big kann auch ich mal eine Ausnahme machen. Schließlich ist das eine Kombination, die definitiv etwas für die Ohren ist. So ging es nach vorheriger Stärkung ab zum Colos-Saal in Aschaffenburg und nach kurzer Wartezeit auch hinein.

Drinnen war es zunächst noch recht angenehm und kühl, aber das sollte nicht von langer Dauer sein. Nach und nach strömten die Menschen hinein und ich genoss mein erstes kühles Malz an diesem Abend. Da aber noch genügend Zeit war, sah ich mir den Merchandise Stand im Nebenraum an und wurde auch fündig. Was auch sonst, als eine Kappe der Band Fozzy hätte ich mir nehmen sollen? So las Kappensammler, meine ich.

Nachdem der erste Andrang vorbei war, ging ich nochmal vor die Tür um ein wenig zu dampfen und habe dort auch ein kurzes Fachgespräch über E-Zigaretten geführt. Die Zeit verging und bald hieß es auch schon Bühne frei für Fozzy.

Es ist gar nicht so lange her, als ich Fozzy das erste Mal im Colos-Saal gesehen habe. Es war am 08.11.2017 und auch von diesem Konzert habe ich bereits berichtet. Hardcore Superstar + Fozzy – 08.11.2017 – Colos-Saal Aschaffenburg

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Singen kann er immer noch hervorragend und er zeigte sich häufig sehr nahe an den Fans. Doch sein Gitarrist machte es direkt beim zweiten Song noch etwas besser und sprang einfach mal hinab in die Zuschauer. Dort spielte er weiter, drehte sich im Kreis, lehnte am ein oder anderen Fan und genoss das Bad in der Menge.

Kaum war er wieder oben, wurde der Spieß umgedreht und ein paar Fans auf die Bühne geholt, die ihr Glück kaum fassen konnten – so sah es zumindest aus. Eine Dame hatte besonderen Spaß dabei, denn sie stand auf einmal Arm in Arm mit Chris auf der Bühne. Das Strahlen hättet ihr mal sehen sollen.

Fozzy

Musikalisch war der Auftritt aber so ziemlich exakt derselbe, wie im November. Es waren nur weniger Songs, die Fozzy spielen durften. Ich meine es waren lediglich neun, die die Band präsentierte. Ob es auch noch die gleiche Reihenfolge war, kann ich so nicht sagen. Aber im Endeffekt spielte das für mich auch keine Rolle, denn die Band hatte Spaß an der Musik, Spaß am Entertainen und gute Laune verbreiten. Das machte den Fans natürlich besonders Spaß und auch die Aktion mit einem. Selbstverständlich gab es erneut den kühlen Dampf, der in die Menge geblasen wurde. Eine kurze Wohltat, denn so langsam wurde es wärmer und wärmer im Colos-Saal.

Kurz darauf war aber leider schon Schluss mit Fozzy und ich stelle erneut fest, dass die Band live wirklich sehr gut ist und demnächst mal eine eigene Headliner Tour machen sollte.

Eine halbe Stunde Pause gab es im Anschluss an Fozzy. So konnte sich jeder mit frischer Luft und Getränken versorgen. Das wurde auch immer nötiger, denn die Wärme im Saal wurde spürbar mehr.

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Dabei blieben jedoch die klangvollen Riffs der Gitarre und die einprägsame Stimme des Sängers in den Ohren hängen. Doch auch die ein oder andere Ballade war im Set dieses abends und kam genauso gut bei den Fans an, wie auch die rockigeren Songs.

Die Wechsel zwischen schnelleren und kraftvolleren Songs und den eher ruhigeren fand ich sehr gelungen. Nicht nur deswegen sind Mr. Big durchaus ein Klassiker in ihrem Genre und darüber hinaus. Man muss dabei auch bedenken, dass sie – mit einer kleinen Auszeit – nun gut knapp 30 Jahre Bandbestehen hinter sich haben.

Doch davon merkt man bei ihrem Auftritt nicht viel. Sie spielen mit dem Publikum, haben Spaß an ihrer Musik und lieben es förmlich zu unterhalten. Dabei ließen sie es sich auch nicht nehmen sowohl ein ausführliches Gitarren- als auch Bass Solo zu spielen.

Mr. Big

Dass es dabei schon saunaähnliche Zustände im Colos-Saal hatte, war schlichtweg Nebensache. Die Zeit rannte einfach nur dahin und das angesprochene Bass Solo läutete die letzten drei Lieder des Sets an diesem Abend ein.

Mit Addicted to that Rush, To be with you und Colorado Bulldog präsentierten sie nochmals Klassiker, die kraft- und gefühlvoll waren und den Fans in der Sauna wohlbekannt waren und euphorisch mitgesungen wurden.

Dass insgesamt 90 Minuten des heißen Auftritts vergangen waren, konnte ich fast gar nicht glauben, aber es war tatsächlich der Fall. Es war ein toller Auftritt einer Band, die genau meinem Geschmack in Sachen Hard-Rock entspricht.

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Jonathan Davis lässt den Hamburger Club Grünspan zur Sauna werden. Bericht zum Konzert vom 04.06.2018

Vorweg möchte ich sagen, dass ich keine Bilder in diesen Artikel nehmen kann, da die DSGVO in diesem Punkt leider keine größeren Spielräume zulässt. Schließlich war ich nur privat bei diesem Konzert und nicht als akkreditierter Fotograf. Das Titelbild ist aus der Facebook Veranstaltung genommen und stammt von Karsten Jahnke Konzerte Hamburg.

Wenn ihr mehr über den Club Grünspan an sich erfahren wollt und auch über den Veranstalter, dann schaut hier:

Gruenspan Hamburg

Karsten Jahnke Konzertdirektion GmbH Hamburg

Dass mich die Wege mal nach Hamburg in den Kiez führen und das wegen zwei Konzerten, hätte ich vor einiger Zeit nicht für möglich gehalten. Aber so passierte es am Anfang dieser Woche. Mit einem guten Freund ging es mit dem ICE von Frankfurt nach Hamburg, in dem exakt der Wagen gesperrt war, in dem sich die 1. Klasse Sitzplatzreservierung befand. Nach ein paar Beschwerden mehrerer Fahrgäste und einer Reparatur durften die Reisenden dann doch in diesen Wagen und wir konnten endlich bequem sitzen. Ich überspringe mal die Fahrt und gehe über zum Appartement, das wir für unseren Aufenthalt gebucht hatten. In der Holstenstraße, unweit der Clubs und unweit der Reeperbahn – praktisch genau am Kiez, wenn man so will. Besser ging es wirklich nicht. Kurz ein paar wichtige Einkäufe erledigt und dann kam auch schon Person Nummer drei zur geselligen Runde hinzu. Nun waren wir also zu dritt und dann ging es auch schon ab zum Gruenspan.

Keine zwei Minuten und wir waren vom Appartement vor dem Gruenspan. Dort ging es hinein und erstmal umschauen. Sollten wir nach oben oder doch unten bleiben? Es ist ein eher mittelgroßer Club, der jetzt nicht unbedingt große Massen erlaubt, aber Platz für bis zu 1.000 Menschen (wenn alle stehen) bietet.

Warm war es schon da drin, obwohl noch nicht wirklich was passierte und oben war es noch ein Stück unangenehmer. Gut, über die Belüftung reden wir mal lieber nicht, aber egal drum. Kultclub ist und bleibt Kultclub. Es dauerte auch zum Glück nicht lange, bis die Vorband des Abends Pyogenesis aus Stuttgart begann.

Ich kannte sie bisher nicht und so konnte ich mir bei der Musik, die sie spielen einen ersten Eindruck verschaffen und der war meines Erachtens nach nicht schlecht. Sie spielen eine Mischung aus Death und Gothic Metal, können aber durchaus auch etwas ruhigere Töne an den Tag legen.

Wenn ich mich recht entsinne, haben sie bei ihrem Auftritt ein durchaus gutes Spektrum ihrer musikalischen Fähigkeiten gezeigt. Von purem Death Metal mit stimmigem gutturalen Gesang bis hin zu einer eher ruhigen Songvariante, brachten sie schon die erste Hitzewelle in den Gruenspan.

Vom Stil her haben sie mich an etwas zwischen Trivium und Heaven Shall Burn erinnert. Mir gefiel hierbei, dass Sänger Flo V. Schwarz die unterschiedlichen Gesangslagen wirklich gut zu beherrschen scheint. Musikalisch, und das lag mit Sicherheit auch an der sehr erfahrenen Bühnencrew, die den Sound wirklich hervorragend kalibrierten, waren die Instrumente doch sehr gut herauszuhören. Das ist bei dieser Musikrichtung nicht immer so einfach, aber bei der Einstellung kein Problem, wie ich fand.

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Auf die Zeit habe ich nicht wirklich geachtet. Da war der Auftritt von Pyogenesis schon vorbei und ja, es war schon sehr warm. Also hinaus und ein bisschen dampfen. Das Standardprogramm bei mir eben. Auch meine beiden Kollegen waren dort und wir standen etwas versetzt neben dem Gruenspan vor einem anderen Club, der an diesem Abend nicht geöffnet hatte. Es handelte sich um den „Indra Club 64“. Einige werden jetzt sofort wissen, warum das so erwähnenswert ist. Aber viele wohl nicht.

Eine Tafel an der Wand erklärt auch schon warum. Denn die Beatles haben dort bereits im Jahr 1960 gespielt. Der erste Auftritt in Deutschland, bevor sie ihre große Bekanntheit erlangten. Sozusagen eine heilige Stätte.

Nachdem wir uns satt gequalmt hatten, gingen wir wieder hinein und warteten auf den Hauptakt des Abends, der nicht lange auf sich warten ließ.

Jonathan Davis betrat mit seinen Musikern die Bühne und schon gab es Applaus und großen Jubel für ihn. Der Sänger von Korn, dessen Soloprojekt wenig bis gar nichts mit Korn zu tun hat, stellte dies auch zu Beginn klar. Korn ist Korn und Jonathan Davis ist Jonathan Davis.

Das merkt man auch schon bei den ersten Songs, die gespielt wurden. Sie sind ruhiger und atmosphärischer aber sehr melodisch und eingängig. Dabei stechen die Texte sehr deutlich hervor, die durchaus zum Nachdenken anregen können.

Den Anwesenden gefiel der Auftritt definitiv, denn es wurde sichtlich viel getanzt, so gut es der Platz eben zuließ. Ich für meinen Teil hatte ein bisschen Platz links hinten und durchaus noch eine gute Sicht nach vorne. Beklagen konnte ich mich an diesem Abend also was die Sicht betraf nicht. Und auch nicht, was den Sound betraf, denn der war weiterhin super.

Einer der Songs, Basic Needs, war rockig und gleichermaßen orientalisch angehaucht. Ein sehr interessantes Musikerlebnis, muss ich sagen. Mehrere ruhige Passagen, in denen es rein instrumental zugeht und wenn sich Jonathan mit Gesang einschaltet, dann passt dieser stimmlich und auch von der Kraft, die er für den entsprechenden Part einsetzt.

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Es gibt immer wieder Songs, die eine gewisse orientalische Atmosphäre einbringen. Dabei verlieren sie ihren rockigen Charakter jedoch nicht. Wenn man sich darauf einlässt und vielleicht auch einmal die Augen dabei schließt und genau hinhört, kann man sich bei dieser Mischung, die Jonathan Davis mit seiner Band anbietet, sehr gut verlieren. Diese Musik ist also nicht nur zum Mitrocken, sondern auch in gewisser Form zum Abschalten gemacht. Also abschalten im Sinne von innerer Entspannung.

Mir kam es so vor, dass sich positive Stimmung im ganzen Gruenspan verbreitete und durch die vielen Menschen auch angenommen wurde, die sich in rhythmischen Bewegungen an der Musik erfreuten und stets mit Applaus und Jubel nach den Songs die Leistung der Musiker honorierten. Dass es immer wärmer und wärmer wurde, ließ sich kaum verhindern. Aber auch die Zeit rannte unaufhörlich davon und plötzlich war es vorbei. Nein, natürlich nicht. Denn der viele Applaus brachte die Musiker zurück für eine Zugabe, die aus zwei Songs bestand. Einer davon war „What it is“ und ich muss sagen, dass mir dieser Song neben „Basic Needs“ am besten gefallen hat.

Kurz danach war auch Schluss und die Menschen drängten hinaus an die frische Luft. Sehr nachvollziehbar. Aber der Abend hatte mit diesen beiden Auftritten richtig gut begonnen. Und so konnten wir nach diesem tollen Konzert eine Tour über den Kiez machen und kamen irgendwann mitten in der Nacht völlig erschöpft, aber glücklich und zufrieden in das naheliegende Appartement und sammelten Energie für den kommenden Tag.