Ein legendärer Abend in der Batschkapp Frankfurt mit Bonfire und ihren Freunden am 05.11.2018

Es gibt Konzertabende, die unvergessen bleiben werden, und dieser gehört für mich definitiv dazu. Nicht nur, dass ich Bonfire sehen konnte, sondern auch weil Musiker und Sänger auftraten, die Musikgeschichte geschrieben haben und so auch nicht mehr zu sehen sind.

Ungefähr 400 Menschen hatten sich an diesem Abend versammelt, darunter einige VIPs, um sich Bonfire und die Rocklegenden anzusehen. Möglicherweise lag das wohl am Wochentag und dem veranschlagten Preis, dass es für mein Empfinden bei dieser Veranstaltung so wenige Menschen waren.

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Dies hinderte Bonfire jedoch nicht mit ihren Hits zu starten. Darunter mit der bekannten Ballade „You make me feel“. Sänger Alex schien manchmal etwas verwirrt, bzw. irritiert zu sein, da er Songs ankündigte, die nicht zu der aktuellen Setlist passten. Seine Erklärung hierfür war, dass sie diese so oft geändert haben, dass er einfach durcheinandergekommen ist. Einfach menschlich, kann vorkommen.

Lange dauerte es dann auch nicht, bis die erste Legende auf die Bühne kam und das war der Keyboarder Paul Morris, der trotz einer kürzlich vorgenommenen Operation dabei war. Er blieb auch den ganzen Abend an den Keys und bereicherte Bonfire um diese Komponente.

Mit James Christian von der Band „House of Lords“ ging es mit den Rocklegenden weiter. Die Band gibt es bereits seit 1988. Zwar kannte ich ihn von seiner Optik her nicht, aber die Stimme kam mir sehr bekannt vor. Sie hat eindeutig Wiedererkennungswert. Es war ein wirklich interessanter Beginn mit ihm und er versuchte auch schon das Publikum zu animieren, welches noch etwas verhalten reagierte.

Nach ihm folgte Dieter Hertrampf, der lange Zeit bei den Puhdys aktiv war. Wow, jemand von den Puhdys, dass ich das nochmal erleben durfte, war schon ein Knaller. Drei Songs lang war er mit auf der Bühne und beim Song „Alt wie ein Baum“ wurde sogar mitgesungen. Vermutlich bin ich für diese Songs dann doch etwas zu jung. Aber gerockt hat es und das gefiel auch mir.

Nach ihm durfte sich die einzige Dame die Ehre geben und es war Robin Beck, die man durchaus kennen kann, schließlich hat sie den bekannten Coca-Cola-Song Ende der 80er Jahre gesungen. Dieser hat übrigens den Titel „First Time“. Dass sie immer noch eine wirkungsvolle Bühnenpräsenz hat, zeigte sie sehr eindrucksvoll. Passend zu ihrem bekanntesten Song verschenkte sie auch eine Flasche Cola an eine Dame. Aber wo wäre der Spaß gewesen, wenn die Flasche nicht vor der Übergabe noch einmal richtig durchgeschüttelt würde? Genau das machte sie nämlich.

Es folgte ein weiterer Bonfire Song und eine kurze Pause, in der ich eine leckere Currywurst aß und anschließend etwas trinken wollte. Doch leider war an der Getränkeausgabe in der Batschkapp, im Konzertraum, nur eine Dame, die zu viele durstige Gäste bedienen musste. Vielleicht hätte man wenigstens in der Pause jemanden dazubeordern sollen, die Schlange war doch recht lang.

Schnell war die Pause auch wieder vorbei und bevor die nächste Legende auf die Bühne kam, wurde ein legendärer Song gecovert. „Child in Time“ von Deep Purple war der gewählte Titel und dieser war wirklich hervorragend gespielt. Ganze zehn Minuten wurde dieser klasse Song gespielt und dafür gab es auch den berechtigten Applaus. Ein kleiner Faux-Pas passierte Alex bei dem Song, als er einmal zu spät für seinen Part ansetzte, aber es fiel kaum auf.

Weiter ging es mit dem nächsten Großen aus der Rock und Metal-Szene und es kam mit ihm richtig Leben auf die Bühne. Johnny Gioeli, derzeit bei Axel Rudi Pell als Sänger aktiv, animierte mit seiner Art auch die Zuschauer zum Mitmachen, mitklatschen und auch zum Mitsingen. Nun waren die Gäste auch nicht mehr so zurückhaltend, wie noch zu Beginn. Auch er war für drei Songs auf der Bühne und das Highlight war das Cover von „Halleluja“, das er gemeinsam mit Alex sang und dabei, bestimmt nicht nur bei mir, Gänsehaut erzeugte.

Nach ihm wurde es mit Chris Boltendahl (Grave Digger) noch eine Spur härter und metallischer. Mit „The Clans are marching“ und „Heavy Metal Breakdown“ konnte er die Gäste erstmalig so richtig aus der Reserve locken. Party pur und mein Geschmack war das ohnehin. Typisch für ihn war natürlich das Tragen des Rocks und seine außergewöhnlich geniale Art zu singen. Fantastisch war es und die Zeit rannte förmlich davon. Aber das Ende war noch nicht in Sicht.

Auch Toto ist in der Musikwelt bis heute ein Begriff. Dass man mit Bobby Kimball den originalen Sänger von der Anfangszeit sehen und hören durfte war schon der Wahnsinn, schließlich ist er schon länger nicht mehr aktiver Sänger der Band. Mit Bonfire zusammen sang er natürlich den bis heute bekanntesten Song „Africa“, aber auch „Hold the line“. Erneut feierten die Gäste, klatschten, applaudierten und sangen mit. Bobby erzählte auch ein wenig von seiner Zeit in Deutschland, wie sehr sie im gefallen hat und hatte sichtlichen Spaß daran auf der Bühne zu sein.

Ihm folgte Geoff Tate auf die Bühne, der mit der Band „Queensryche“ bekannt wurde. Seine kraftvolle und zugleich gefühlvolle Stimme gaben der Musik eine besondere Note, die auch sehr gut bei den Zuschauern ankam. Von der guten Stimmung getragen war auch er mit Elan dabei und schenkte dem Publikum mehrere Male ein Lächeln, während er beim Singen hochkonzentriert in seiner Welt war.

Fast schon gegen 23 Uhr kam auch die letzte Legende des Abends auf die Bühne. Dave Bickler war es, der noch einige Survivor Songs, darunter „Eye oft he Tiger“, präsentieren konnte. Man sah ihm sein Alter schon an, aber textsicher und stilvoll mit seiner Mütze war er allemal. Ihn zu sehen war ein absolutes Highlight. Schließlich beherrscht er die Bühnenarbeit noch immer sehr gut und konnte damit zeigen, dass er dort zu Hause ist.

Nach ihm versammelten sich alle Legenden zum Abschlusssong auf der Bühne und verabschiedeten sich nach einem legendären Abend in die Nacht.

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Lacuna Coil – 24.11.2017 – Colos-Saal Aschaffenburg

Direkt vorne weg: der Abend war super! Beide Bands haben die Aschaffenburger City richtig gerockt und auch das Publikum war begeistert. Aber der Reihe nach.

Um exakt 20 Uhr betrat die Vorband des Abends die Bühne. Cellar Darling aus der Schweiz waren, es die unter Applaus des Publikums, den musikalischen Abend eröffneten. Die Band mag zwar namentlich noch relativ unbekannt sein, dafür sind die Mitglieder aber durchaus bekannt.

Alle drei waren lange Zeit bei Eluveitie aktiv, ehe sie gemeinsam Eluveitie verließen und ein eigenes Projekt unter dem Namen „Cellar Darling“ starteten.

Mit ihrem eigenen Musikstil, der zwar immer noch in das Genre des Folk Rock einzuordnen, aber deutlich moderner und abwechslungsreicher ist, wussten sie das Publikum sehr zu begeistern. Nach jedem Song gab es lang anhaltenden Applaus und Jubel für die Musiker.

Eigentlich sollte man denken, dass sie so etwas durch ihre Zeit bei Eluveitie gewohnt sein müssten, doch Anna schien davon sehr gerührt und beeindruckt gewesen zu sein, dass das Aschaffenburger Publikum mit solchen Reaktionen auf die Musik reagierte.

Insgesamt waren es, aus meiner Sicht, beeindruckende 40 Minuten. Anna kann wundervoll singen. Mal lauter und kraftvoller aber auch leiser und gefühlvoller. Ich meine doch tatsächlich den ein oder anderen Jodler gehört zu haben?! Was mich auch sehr fasziniert hat, war die Tatsache, dass ich zum ersten Mal sehen konnte, wie eine Drehleier gespielt wird. Das ist schon etwas Besonderes.

Doch auch die Musik im Gesamten war sehr schön und ergänzte sich prima mit dem Gesang. Auch die Tonabstimmung war sehr gut, so dass die rund 500 begeisterten Zuschauer ihre Freude an diesem doch zu kurzen Auftritt hatten. Selten hört man das Publikum bei einer Vorband nach einer Zugabe rufen. Aber das war hier der Fall – und das zurecht!

Kurze Informationen zu Cellar Darling:

Genre(s): New Wave of Folk Rock

Herkunft: Schweiz

Gründung: 2016

Aktuelle Besetzung:

Gesang, Drehleier:  Anna Murphy

Gitarre, Bass:  Ivo Henzi

Schlagzeug:  Merlin Sutter

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Die Umbaupause war lediglich 20 Minuten. Das reichte um ein wenig zu dampfen und mir ein Karamalz besorgen. Erstaunlicherweise erntete ich an diesem Abend keine fragenden, irritierten und mitleidigen Blicke. Dafür danke ich herzlichst.

Dann betraten auch schon Lacuna Coil die Bühne und viele überraschte Gesichter waren zu sehen, da das Bühnenoutfit der Italiener doch sehr mörderisch gut war.

Aber nicht nur diese Outfits waren großartig, sondern auch die Musik und der Gesang, den Lacuna Coil an diesem Abend präsentierte. Mitsingen und Mitklatschen waren durchaus Gang und Gebe, so wie es schon bei der Vorband der Fall war.

Es war schon sehr fantastisch zu beoachten wie Cristina Scabbia, die Sängerin, beim Gesang mit dem Mikrofon umgegangen ist, sodass bestimmte Nuancen noch deutlicher zur Geltung kamen. Auch der Kontrast zur gutturalen Gesangsstimme von Adrea Ferro (männlich) ist hervorragend.

Auch bei Lacuna Coil war die gesamte Tonabmischung perfekt, sodass es ohne Probleme möglich war, jedes Instrument zu hören und zu unterscheiden. Außerdem war es weder zu laut, noch zu leise. Es hat sehr viel Spaß gemacht den Musikern auf der Bühne zuzusehen. Ob es beide Sänger waren, oder der Bassist, der Drummer und der Gitarrist, alle hatten sichtlich Spaß und und das Publikum zahlte es ihnen mit großem Applaus und viel Jubel zurück.

Der musikalische Stil war insgesamt sehr abwechslungsreich gehalten. Neuere Songs, aber auch ältere Lieder der Band wurden aus dem Repertoire gezaubert. Zwischendurch wurde nicht unerwähnt gelassen, dass die band ein Buch veröffentlicht hat, das einen Blick auf die 20jährige Bandgeschichte wirft. Es trägt den Titel „Nothing stands in our way“ und enthält viele ungezeigte Bilder und Aufzeichnungen der Bandmitglieder. Für Fans bestimmt ein „Must-Have“.

Insgesamt ist der Abend so schnell vergangen, dass auch die ca. 80 Minuten des Auftritts von Lacuna Coil einfach verflogen sind. Nicht nur mir, sondern so ziemlich allen hat es sichtlich Spaß gemacht. Eine sehr tolle Kombination aus zwei Bands, die man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man die Möglichkeit dazu hat.

Kurze Informationen zu Lacuna Coil:

Genre(s): Rock, Metal, Alternative Metal

Herkunft: Mailand, Italien

Gründung: 1994 als Sleep of Right, seit 1996 Lacuna Coil

Aktuelle Besetzung:

Gesang: Cristina Scabbia

Gesang:  Andrea Ferro

Bass:  ???

Gitarre: ???

Schlagzeug:  Ryan Blake Folden

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