Ein knappes Ding zwischen der Frankfurter Universe und dem amtierenden deutschen Meister aus Schwäbisch Hall. Hitze und Spannung – mein Bericht zum Spiel vom 05.08.2018

Wieder ein heißer Tag, wieder ein Footballspiel. Es war zwar nicht ganz so heiß, wie noch einen Tag zuvor in Mannheim, aber alles über 30 Grad ist für mich Hitze. Aber so ein Spiel darf man sich nicht entgehen lassen, denn es war DAS Spiel der GFL Süd. Die beiden Top Teams trafen aufeinander. Wen interessiert da noch das Wetter, wenn es um Platz 1 in der Gruppe geht?

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Universe Cheerleader 05.08.2018

Frankfurt Universe vs. Schwäbisch Hall Unicorns 05.08.2018

Aber zuerst hieß es ankommen und die gewohnte Begrüßungsorgie abhalten. Mittlerweile, nach einem Jahr, kennt man doch mehr Leute, als man glaubt. Immer die gleichen Nasen. Aber es gibt dann doch immer wieder etwas Neues, auch wenn man meinen könnte, dass dies gar nicht möglich ist.

Zunächst fiel mir eine Person auf, neben der ich bereits am Vortag in Mannheim häufiger stand. Ebenfalls auch mal kurz „Hallo“ sagen und feststellen, dass es sich um einen Spieler der Unicorns handelt. Leider konnte ich ihn nirgendwo im Roster der Unicorns finden, deswegen weiß ich einfach nicht, wer er ist. Die Nummer, die er mir nannte, passt laut Roster auch nicht. Vielleicht löst sich dieses Rätsel noch mit der Zeit auf.

Das war aber noch nicht alles, was vor dem Spiel passierte. An diesem Spieltag war ich früh genug zugegen, um mir auch die Show der Cheerleader anzusehen, die wirklich toll aussah. Aufführung und Mädels natürlich gleichermaßen. Es ist schon bemerkenswert, dass sie für jedes Spiel etwas Neues auf Lager haben. „Standard“ gibt es nur an der Sideline, aber selbst da sind ihre einstudierten Choreos sehr abwechslungsreich.SFUCheers050818-9

In diesem Beitrag steht Cheerleaderin Sonja stellvertretend für die große Truppe, die die Universe Cheerleader sind. Wie viele sind es eigentlich mittlerweile? Um die 50? Wenn mal wirklich alle da wären, käme das wahrscheinlich hin. Jedenfalls ist Sonja keine der jüngsten der Damen und ihr tatsächliches Alter hätte ich auch nie erraten, nicht mal im Ansatz geschätzt. Nein, ich verrate es nicht, selber erfragen (was man als Gentleman aber nicht macht). Dass sie in den Fokus rückt, hat eine kleine Vorgeschichte. Es ging dabei um Bilder und das Dasein einer Cheerleaderin, nicht mehr und nicht weniger. Vielleicht noch den ein oder anderen Schminktipp von ihr für mich, aber das vertiefen wir mal nicht.

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Sonja

Sonja, wie auch alle anderen Damen, haben an Spieltagen natürlich viel zu tun. Vom Styling bis hin zur Autogrammstunde über eine kleine Aufführung und dem Bereitstehen für Bilder mit großen und kleinen Fans, muss alles untergebracht werden. Und dabei beginnt ein Spieltag für die Damen sehr früh, so zumindest mein Informationsstand.

Aber trotz der relativ wenigen Zeit, sind die Damen zumeist guter Laune und freuen sich, dass ihnen auch außerhalb der Tanzaktivität viel Aufmerksamkeit zu Teil wird. Ich persönlich meine, dass das Lächeln, was alle beim Schreiben der Autogramme zeigen, nicht gespielt ist. Und wenn gerade kein allzu großer Andrang herrscht, kann man auch mit ihnen ein paar nette Worte wechseln. Das kurze Gespräch über Frisuren, Styling, Make-Up, sowie dies und jenes war schon sehr angenehm und bestätigte meinen Eindruck, den ich von ihr hatte: sympathisch, freundlich und offen.

Dann gab es noch ein kleines Highlight, denn bisher hatte ich noch keine einzige Autogrammkarte der Damen. Bis jetzt. Natürlich war nun jene von Sonja die allererste Cheerleader Autogrammkarte meines Lebens. Fantastisch! Aber auch von Astrik, Anna, Vinni und Anja ließ ich mir welche geben.

Man könnte wohl jetzt behaupten, dass ich mir nur jene meiner persönlichen „Favoritinnen“ habe geben lassen, aber nein. Alle Mädels sind toll. Aber auf der anderen Seite möchte man(n) auch nicht zu aufdringlich wirken. Ich bin doch schließlich schüchtern.

Erkennt man anhand der Autogrammkarten, welche der Damen meinen Blog (PadmanPL) kennt?Autogrammkarten-1

Anschließend war ich dann auch mal auf meinem Plätzchen und habe mich eingerichtet. Schön im Schatten auf der Tribüne. Von dort aus konnte ich mir dann die Pre Game Show der Massen an Cheerleadern ansehen, denn nicht nur die Universe Cheerleader und die Stunt Cheerleader waren zugegen, es gab auch Gastdamen, wenn man so sagen möchte, aus Wölfersheim. Die Red Angels Cheerleader wurden integriert und es sah, auch aus der Ferne, wirklich toll aus.SFUCheers050818-27

Normalerweise geht es im Anschluss direkt weiter mit der Vorstellung und dem Einlauf der Gäste, aber an diesem Tag war noch so viel Betrieb an der Tageskasse, dass der Spielstart um 15 Minuten nach hinten verlegt wurde. Insgesamt kamen 3.017 Zuschauer zu diesem Spitzenspiel und darunter auch sehr viele Fans aus Schwäbisch Hall. Das ist doch eher etwas selten, dass mehr als nur eine Handvoll Gäste für ein Spiel mitreisen.

Es gab zwischendurch noch eine interessante Information, die der Stadionsprecher erzählte. Die Spieler verlieren an einem Tag mit solchen hohen Temperaturen bis zu sechs Liter Flüssigkeit und dabei ist es unter dem Helm gut und gerne auch mal bis zu 80 Grad(!) heiß. Hirn Medium sage ich da mal.

Dann ging es aber auch mal los und das Spiel konnte beginnen. Der erste Frankfurter Drive endete tatsächlich mit einem Touchdown. Timothy Thomas konnte den Ball auf der rechten Seite fangen und in die Endzone bringen. Doch der Zusatzpunkt wurde vergeben, da die Haller Verteidigung blocken konnte.SFUSHU05082018-17

In der Folge sah man, dass sich beide Mannschaften sehr gut aufeinander eingestellt haben und insbesondere das Laufspiel unterbinden konnten. Wenn es dann mal doch klappte, ging es aber nicht weit. Das galt für beide Seiten.

Insbesondere die Defense der Universe zeigte sich hellwach und ließ auch Pässe nicht ankommen. Ein hoher Kraftaufwand, der sich bis dahin aber lohnte. Doch wieder gab es, wie zuletzt beim Eurobowl, ganz unnötige Strafen bei eigenem Ballbesitz. Dies hatte in der ersten Hälfte des Spiels zwar keine Folgen, aber anstelle von möglichen Punkten endete dieser Drive mit einem Punt.SFUSHU05082018-31

Etwas später, bereits im zweiten Viertel, gab es die Chance für einen Touchdown, dem eine Interception vorausging. Doch es gelang der Offensive nicht den Ball in die Endzone zu bringen und das bei nur einem Yard bis in selbige. Es ging sogar zurück, denn Halls defensive ließ sich davon nicht beeindrucken. So kam es, dass es nur für ein Field Goal zur 9:0 Pausenführung reichte.

Bis hier hin kamen die Gäste kaum zur Geltung und hatten noch keine Lösung für die überragend geführte Verteidigungsarbeit der Hausherren.

Doch in der zweiten Hälfte wendete sich das Blatt völlig. Entweder hatte die erste Halbzeit zu viel Kraft bei den Frankfurtern gekostet oder die Trainer der Gäste hatten sehr gut analysiert und ihr Spiel umgestellt.

Es waren gerade einmal 1:15 im dritten Viertel gespielt, als die Haller mit einem sehr guten Pass auf den freistehenden Jannis Fiedler zum Touchdown kamen. Da war die Defensive aus Frankfurt nicht mehr auf der Höhe und konnten die Punkte nicht verhindern. Schnell stand es 9:7 und das Spiel wurde nun so richtig spannend.SFUSHU05082018-47

Durch einen weiteren individuellen Fehler auf Frankfurter Seite, mussten sie den Ball aus der eigenen Endzone heraus punten, was für die Gäste ein gefundenes Fressen war. Schwupps standen sie wieder nahe an der Endzone, doch mehr als ein Field Goal sprang nicht dabei heraus. 9:10 war nun der Spielstand. Die Gäste hatten das Spiel gedreht und nun Oberwasser.

Mit weiteren Punts verlief das Spiel bis in das vierte Viertel. Ein verunglückter Punt brachte die Gäste erneut kurz vor die Endzone. Nun wurde es taktisch und es gab viele Auszeiten. Die Gäste wollten das Spiel nun entscheiden, aber kamen nicht zum erhofften Touchdown. Auch der erneute Versuch eines Field Goals schlug fehl. Es blieb beim 9:10 aus Frankfurter Sicht, die nun ihre Offensive zum Laufen bringen mussten, wollte man nochmal punkten.

Aber auch dieser Angriff wurde sehr gut verteidigt, sodass wieder einmal ein Punt herhalten musste. Die Zeit lief dabei gnadenlos herunter und ich fragte mich, ob der vergebene Extrapunkt nun zum Zünglein an der Waage werden sollte. Dieser eine Punkt.SFUSHU05082018-53

Gerade einmal 66 Sekunden vor Spielende bekamen die Frankfurter den Ball für einen weiteren Drive, welchen sie aber fast aus der eigenen Endzone heraus beginnen mussten. Dies lief aber mehr als unglücklich ab, denn die Gäste aus Schwäbisch Hall verteidigten so druckvoll, dass es zu einer Safety und zwei weiteren Punkten für sie kam. 9:12 und Frankfurt musste auch noch den Ball abgeben.

Dass der Meister die letzten Sekunden herunterlaufen ließ, war reine Formsache. Und so gewannen sie dieses denkbar knappe Spiel mit 12:9. Dabei wird das Geheimnis für diesen Sieg in der Kabinenansprache zur zweiten Halbzeit zu finden gewesen sein.

Wieder war es ein Spiel auf Augenhöhe mit dem schlechteren Ausgang für die Universe. Es sind immer noch die Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen. Viel fehlt nicht mehr und noch ist genügend Zeit, dieses letzte Bisschen aus der Mannschaft heraus zu kitzeln.

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Hitze pur beim Spitzenspiel der Bezirksliga Baden-Württemberg zwischen den Mannheim Bandits und der zweiten Mannschaft der Schwäbisch Hall Unicorns. Spiel- und Erlebnisbericht vom 04.08.2018

Auch bei diesen Temperaturen kann man sich auf den Weg machen, um ein Footballspiel zu schauen. Und genau das habe ich diesen Samstag getan. Ohne Auto aber mit Bahn ging es zum MTG Sportplatz nach Mannheim, denn dort empfingen die heimischen Banditen die zweite Mannschaft der Einhörner aus Schwäbisch Hall.

Zu den Bildern geht es hier:

Mannheim Umgebung, Aufwärmen, Einlauf und Banditaz 04.08.2018

Cheerleader Mannheim „Six Shooters“ 04.08.2018

Mannheim Bandits vs. Schwäbisch Hall Unicorns 2 – 04.08.2018

Der Weg zum Stadion war für mich als ortsfremde Person etwas irritierend. Ich stieg zwar an der entsprechenden Haltestelle aus, aber fand zunächst nur einen Sportplatz vor, auf dem zwar die gewohnten Feldlinien für Football waren, aber mehr auch nicht. Etwas ratlos irrte ich um diesen Platz bis ich einer Dame hinterher eilte, die eindeutig wissen musste, wo das Spiel stattfand. Mit ihrer Banditskappe und einem entsprechend roten T-Shirt führte sie mich, wenn auch unbewusst, in die richtige Richtung.

Hurra, ich hatte das Stadion gefunden, perfekt. Es wirkte für die Liga entsprechend. Ein schöner Sportplatz mit einer ausreichend großen Tribüne, die mit einem Sommerdach Schatten spendete. Doch zu allererst fielen mir die Schiedsrichter auf. Diese trugen doch tatsächlich kurze Hosen. Das war absolut empfehlenswert bei diesen Temperaturen und hatte ich bis dato auch noch bei keinem Spiel gesehen.MBSHU2040818-3

Nebst dem Umfeld, auf dem es Essen und Getränke, sowie eine Hüpfburg für Kinder und einen kleinen Pool gab, hat mich insbesondere die Masse an möglichen Fanartikeln beeindruckt. Ich wusste wirklich nicht, welche der vielen angebotenen Kappen ich mir zulegen sollte. Am Ende habe ich mich für die rote entschieden, die das schicke Vereinslogo vorne draufhat. Ich persönlich finde aber, dass das Logo der Banditaz, also der Damenmannschaft, noch einen Tick besser aussieht. Das liegt wohl am farblichen Kontrast zwischen Haaren und Hut beim Logo.

Nun konnte ich bereits das Aufwärmen der beiden Mannschaften verfolgen. Zu beneiden waren sie wirklich nicht bei diesen Temperaturen in voller Montur in der prallen Sonne. Da mussten sie nun aber durch. In der Zwischenzeit habe ich mich auf der Tribüne im Schatten aufgehalten und kurze schöne Gespräche mit den sympathischen Menschen dort geführt. So ziemlich alle Besucher, und es waren geschätzt zwischen 300 und 500, ächzten ob der Hitze.

Dem Treiben habe ich noch ein wenig zugesehen, ehe sich die Mannschaften so langsam bereitmachten, das Spiel zu beginnen. Ein schicker Helm wurde aufgeblasen, durch den die Spieler der Bandits hindurch aufs Feld liefen. Kurz vorher gab es ein bisschen Leben auf der Tribüne, denn einige Damen zogen sich auf einmal Trikots an. Zunächst dachte ich, dass es die Fantrikots sein mussten, aber weit gefehlt. Es war die Damenmannschaft, die Mannheim Banditaz, die ihre Jerseys überstreiften, um für die Herrenmannschaft Spalier zu stehen. Das hatte durchaus seinen Charme, muss ich sagen. Kurz darauf folgten die Schiedsrichter auf das Feld und wenige Momente, nach dem Münzwurf, konnte das Spiel auch losgehen. Mir haben diese paar Minuten in der prallen Sonne schon ausgereicht, um mich dafür zu entscheiden, dass ich die Bilder vom Spiel von der Tribüne aus machen würde, um keinen Hitzschlag zu riskieren. Für mich Weißbrot ist das mit der Sonne ja so eine Sache.

Auf dem Weg dorthin kam ich noch an den Cheerleadern vorbei, die ebenfalls in der prallen Sonne ihren Platz bezogen hatten, um dort für Stimmung zu sorgen. Auch nicht gerade beneidenswert, aber sie haben ihre Aufgabe mit Bravour gelöst. Sie hatten auch immer die Möglichkeit für eine Abkühlung, denn auf der Laufbahn war ein Wasservernebler aufgestellt. Und wenn das Lüftchen die richtige Richtung nahm, bekam man sogar auf der Tribüne etwas davon ab. MBSHU2040818-28Dass das Spiel von Beginn an schwierig und zäh werden würde, war ohnehin klar bei diesen Temperaturen, aber es bot sich auf beiden Seiten eine sehr ansehnliche Partie zweier in etwa gleichstarker Mannschaften. Dass sie sich mittlerweile gut kennen und aufeinander eingestellt sind, war ebenfalls zu erkennen. Zudem wollten die Mannheimer das Ergebnis aus dem Hinspiel, das sie mit 0:27 verloren, egalisieren.

Doch es lief zunächst überhaupt nicht nach Plan. Zumindest nicht nach dem Plan der Bandits. Die ersten Angriffsversuche verliefen im Sand und hinzukam, dass die Ballübergabe an den Running Back auch nicht gut funktionierte und damit die Gäste in die Offensive durften.

Diese hätte auch fast einen Touchdown produziert, doch ein Mannheimer war nicht nur zur Stelle, sondern hätte auch, mit ein bisschen mehr Glück beim Fangen, für eine Interception sorgen können. So nahmen die Gäste aus Hall die Chance für ein Field Goal und machten die ersten drei Punkte des Spiels. Nun waren es für Mannheim schon 31 Punkte, die sie machen mussten, um Platz 1 zu erobern. Keine leichte Aufgabe bei dem Gegner und den äußeren Bedingungen.MBSHU2040818-14

Man konnte sehen, dass sie Mannheimer dieses Spiel unbedingt gewinnen wollen, denn ihre Offensive kam nah an die Endzone, musste den Ball aber abgeben. Warum es im Anschluss keine 2 Punkte für eine mögliche Safety gab, habe ich nicht gesehen und die Erklärung des Schiedsrichters akustisch nicht verstanden.

Für mich hieß es derweil immer wieder trinken, laufen, fotografieren, das Spiel beobachten und wieder von vorne. Die Spielzeit verlief übrigens recht schnell, denn beide Mannschaften wollten über das Laufspiel kommen und geizten mit dem Passspiel. Nun gut, wer will schon bei solchen Temperaturen weite Wege laufen?

Im zweiten Viertel war das Bild des Spiels sehr ähnlich. Gerade die Banditen legten noch einen höheren Fokus auf das Laufspiel mit ihrer Nummer 45. Ein Mann wie ein Bär, dem ich definitiv nicht im Weg stehen wollte, wenn dieser samt Ball in meine Richtung käme. Er war es auch, der sich durch die Abwehrreihe Halls durchkämpfen und für einen Touchdown sorgen konnte. Auch der Extrapunkt war gut und somit ging die Heimmannschaft mit 7:3 in Front.MBSHU2040818-33

Viel mehr passierte nicht in diesem Viertel und es ging mit dem 7:3 in die Pause. In dieser versorgten sich sehr viele Menschen mit noch mehr Flüssigkeit, was auch nötig war. Ich übrigens auch. Hunger hatte ich nicht, obwohl alles, was angeboten wurde, auch sehr lecker aussah. Vielleicht nächstes Mal. Unterdessen haben ein paar junge Damen versucht einen Gutschein einer Tanzschule zu ergattern. Dafür mussten sie nur den Football durch die Stimmgabel befördern. Oder anders gesagt: ein Field Goal schießen. Ein paar knappe Kicks gab es, doch der Gutschein wurde nicht vergeben. Vielleicht beim nächsten Heimspiel in der Aufstiegsrelegation.

Ab der zweiten Halbzeit sah man den Spielern auch die Belastungen durch die Hitze an. Das Spiel wurde deutlich langsamer und behäbiger. Zwar gab es immer wieder einzelne Aktionen, die schnellere Spielzüge beinhalteten, aber zu einem sehr großen Teil verlief sich das Spiel auf Augenhöhe. Dennoch blieb es qualitativ durchaus ein gutes Spiel für diese Temperaturen.  MBSHU2040818-50

Mal hatten die Mannheimer ein wenig die Nase vorne und scheiterten an der guten Defensive der Haller, mal waren es die Gäste, die sich nach vorne arbeiteten. Diese konnten mit einem guten Pass in die Endzone für ihren ersten Touchdown sorgen. Weitere 6 Punkte standen nun auf der Anzeigetafel, während der Extrapunkt abgeblockt wurde.

Die heimischen Banditen mühten sich und hatten entweder Pech oder eine Strafe gegen sich, die sie wieder zurückwarfen. Einige Male sah es gut aus, aber dann fehlte auch ein bisschen die Konzentration. Die Spielzeit lief herunter und wir befanden uns schon im letzten Viertel, als die Gäste aus Schwäbisch Hall für die Entscheidung sorgen konnten: ein schnelles Laufspiel führte zu einem Touchdown, der den Sieg in diesem Spiel und gleichzeitig auch den ersten Platz in der Tabelle bedeutete.MBSHU2040818-58

Kurz darauf war auch Spielende und die Unicorns feierten ihren ersten Platz und damit den direkten Aufstieg in Liga 5 in Baden-Württemberg. Doch die Banditen haben noch die Chance ihnen mit in die höhere Spielklasse zu folgen, denn sie treten in der Aufstiegsrelegation gegen die Offenburg Miners an. Es scheint auch schon so zu sein, dass die Spiele bereits terminiert sind. 09.09.2018 in Mannheim und 16.09.2018 in Offenburg. Ob das so schon stimmt, weiß ich nicht. Ich habe diese Spielansetzungen jedenfalls auf einer namhaften deutschen Footballseite gefunden.

Mir hat es übrigens auch sehr viel Spaß gemacht in Mannheim beim Football zu sein. Freundlichkeit wird auch dort großgeschrieben und auch die Qualität des Spiels war sehr in Ordnung. Wahrscheinlich ist diese bei angenehmeren Temperaturen noch besser.

Auch nach Mannheim würde ich gerne wiederkommen. Meine Güte, wo ich überall nochmal hinmöchte und zu manchen Teams überhaupt einmal hinmöchte. Viel vor die nächsten Jahre, viel vor.

Löwen Frankfurt – Bietigheim Steelers – 19.12.2017

Das Topspiel zwischen dem Zweiten und dem Ersten fand an einem Dienstagabend statt. Eigentlich sehr unvorteilhaft, aber das ließ sich anderweitig nicht lösen, da am Freitag und Samstag zuvor die Deutsche Meisterschaft im Eiskunstlaufen stattfand. Dennoch waren insgesamt 4.584 Zuschauer gekommen, die sich das Spitzenspiel der DEL2 ansehen wollten.LFBS191217 (1 von 31)

Wobei ich schon einige Bedenken hatte, was das Spiel betraf, denn die zuletzt gezeigten Leistungen der Löwen in den letzten Wochen waren doch sehr unterdurchschnittlich.

Doch bevor das Spiel losgehen konnte, mussten erstmal die Tore ausgewechselt werden. Ein paar Minuten stand der Gästetorwart zwar in seinem Arbeitsbereich, aber ohne Gehäuse hinter sich. Da bekam der Spruch „Dem Spiel würde ein Tor gut tun“ direkt eine neue Bedeutung.LFBS191217 (6 von 31)

Zum ersten Drittel:

Die Löwen können es doch noch: von Beginn an konzentriert spielen. Dementsprechend zeigten sich die Frankfurter offensiv und angriffslustig. Auch die Defensive wirkte deutlich stabiler. Zugegeben: es gab keine Experimente auf der Torhüterposition, denn mit Hannibal Weitzmann stand der derzeit formstärkste Torhüter im Kasten der Löwen.

Es entwickelte sich ein sehr ansehnliches spiel zweier Topmannschaften, die auf Augenhöhe agierten. Es gab Chancen auf beiden Seiten, die jedoch ungenutzt blieben. Die Löwen wollten unbedingt in Führung gehen und so spielten sie druckvoll und zielgerichtet nach vorne. Sogar neue Spielzüge sah man, die nicht mehr an das zuletzt eher behäbige Spiel erinnerten. Selbst in Überzahl agierten sie mit frischen Wind und wirbelten in der Offensive, doch ohne Torerfolg.

Das Spiel war schnell und auf beiden Seiten von Intensität und kleinen Nicklichkeiten geprägt. Die erste Strafe gegen die Frankfurter war aus einer dieser Nicklichkeit heraus passiert. Übertrieben Härte wurde durch die Schiedsrichter angegeben. Das war auch in Ordnung aber irgendwie auch unnötig. Sicher muss man sich nicht alle Provokationen, die in so einem Spiel vorkommen, gefallen lassen; aber man muss nicht die Hutschnur verlieren und seine Mannschaft unnötig schwächen. Die Quittung gab es lediglich sechs Sekunden später, als Bietigheim mit dem ersten Schuss in Überzahl das 1:0 erzielte. Das war effektiv.LFBS191217 (15 von 31)

Kurz darauf gab es eine weitere Strafe gegen die Frankfurter, welche sich aber in die Drittelpause retten konnten.

 

Zum zweiten Drittel:

Kaum war die mitgenommene Strafe vorüber, gab es auch schon die nächste. Und das Spiel wurde nun insgesamt von beiden Seiten härter geführt. In diesem Drittel gerieten immer wieder Spieler aneinander und die Schiedsrichter hatten ihre liebe Mühe das alles unter Kontrolle zu halten. Das gelang ihnen aber nicht wirklich gut. Während die eine Szene noch mit einer Strafe bewertet wurde, so war die andere Szene keine zwei Minuten wert. Diese, nun, „Linie“, zogen sie bis Spielende durch. Gleichermaßen auf beiden Seiten, wobei aber auffällig war, dass Unsportlichkeiten überhaupt keine Bewertung fanden.

Zurück zum Spiel an sich. Durch die Strafen und die nicht geahndeten Vorfälle wurde das Spiel etwas zäher und auch die Stimmung in der Halle richtete sich durchaus gegen die Herren in Streifenhemden. Dennoch kamen die Frankfurter nun ihrerseits zu den nächsten Überzahlspielen, welche sie auch nutzen konnten. Zunächst bei 5auf3 und später bei 5auf4 erzielten sie Tore, so dass sie das Spiel drehen konnten. Und auch das 3:1 bei numerischer Gleichheit ließ nicht lange auf sich warten. Binnen sechs Minuten wurde aus einem 0:1 ein 3:1.LFBS191217 (19 von 31)

Dennoch hätten die Schiedsrichter bei den vielen Situationen etwas besseres Fingerspitzengefühl zeigen können, wenn nicht sogar müssen. Manchmal wäre es einfach besser, wenn man zwei Spielern die Chance gibt, ihre Meinungsverschiedenheiten mit den Fäusten zu klären. Dann bekommt jeder seine 2+2 Strafminuten, von mir aus noch 10 weitere als Disziplinarstrafe, aber dann ist es auch gut. Einmal geklärt, hören diese Sticheleien usw., erfahrungsgemäß auch auf.

Während sich die Löwen in der Defensive sehr häufig bei ihrem Schlussmann bedanken konnte, gab es kurz vor Ende des Drittels noch eine recht unübersichtliche Szene vor dem Frankfurter Tor. Dort gab es ein wildes Herumgestochere, bis der Puck zum vermeintlichen 3:2 im Netz lag. Zunächst entschieden die Schiedsrichter sofort auf Tor, doch nach vehementen Protesten der Löwen, wurde der Videobeweis zur Aufklärung herangezogen.LFBS191217 (23 von 31)

Das Tor wurde gegeben und so stand es dann auch tatsächlich 3:2 und die Spieler Frankfurts schien das doch mehr zu beschäftigen, als gut für sie war. Bietigheim zog nochmal das Tempo an und die Löwen schwammen in der Defensive. Die Sirene zur Drittelpause rettete das 3:2.

Zum dritten Drittel:

Den Schwung aus den letzten Minuten des zweiten Drittels nahmen die Steelers mit und waren nun ihrerseits in der Offensive. Es dauerte auch nur eine knappe Minute ehe der Ausgleich fiel. Schnörkellos und geradlinig wurde gespielt und mit einem schönen Schuss abgeschlossen, dem auch der Löwen Torhüter nicht abwehren konnte. So gesehen war das Spiel auf Anfang zurückgesetzt. Die Sticheleien, versteckten Fouls usw. waren wieder sehr an der Tagesordnung und das Spiel fast ausgeglichen, wenngleich die Bietigheimer immer wieder in die Offensive gingen.

Während sich die Löwen eine weitere sehr unnötige Strafzeit einhandelten, spielten die Steelers nun mit vollem Druck. Zwar konnten sie während der Überzahlsituation nicht treffen, dafür nur wenige Sekunden später, als die Strafzeit bereits abgelaufen war. Erneut war das Spiel gedreht worden, denn es stand nun 3:4.

Danach wurde es etwas hektischer, denn nach dem Bully lag auf einmal ein Bietigheimer Spieler auf dem Eis. Was passiert war, hatte ich nicht gesehen, denn ich selbst achtete noch auf die beiden Spieler in der Mitte des Eises, die Zärtlichkeiten austauschten. Ich weiß also selbst nicht was da eigentlich passierte, jedoch musste ein Frankfurter Spieler mit Spieldauerdisziplinarstrafe vom Eis und das bedeutete, die Frankfurter musste nun fünf Minuten in Unterzahl überstehen.LFBS191217 (29 von 31)

Das taten sie auch und hatten sogar ein oder zwei gute Chancen den Ausgleich zu erzielen. In diesen fünf Minuten war der Offensivdruck durch die Steelers nicht ganz so stark, aber sie hatten einige Chancen, die sie jedoch nicht nutzten.

Nun lief die Zeit gegen die Löwen, welche aber nochmal die Kräfte sammelten und sogar zu einer weiteren Überzahlsituation kamen. Diese wurde auch prompt genutzt, obwohl das Tor leicht verschoben war. Ein weiterer Videobeweis musste her und dieser war schnell erledigt. Das 4:4 war nun offiziell. Und dies war auch das Ergebnis nach 60 Minuten.

Zur Overtime:

Wie in fast jeder Verlängerung zeigten sich beide Mannschaften vorsichtig. Doch die Löwen hatten durchaus die Chance das Spiel siegreich zu beenden, scheiterten jedoch am Gästetorwart. Es folgte eine Strafzeit gegen die Löwen, welche den Steelers eine Überzahlsituation bescherte. Diese 4auf3 Situation konnten die Bietigheimer ausnutzen und das entscheidende Tor zum Sieg erzielen.LFBS191217 (31 von 31)

Es war ein sehr ansehnliches Spiel zweier Topmannschaften der DEL2, welches leider von überfordert wirkenden Schiedsrichtern etwas an Klasse verlor. Schön war natürlich auch zu sehen, dass die Löwen auch wieder mehr als nur ein gutes Drittel spielen konnten. Bietigheim hat sich mit diesem Sieg auf dem ersten Tabellenplatz festgesetzt.

Löwen Frankfurt – Bietigheim Steelers 4:5 n.V. (0:1 3:1 1:2 0:1)

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