WWE Live – mit dem Smackdown Kader in der König Pilsener Arena in Oberhausen – 10.05.2018

Die Showstars der Wrestling Liga „WWE“ waren erneut in Deutschland für ein paar Shows. Dieses Mal wollte ich jedoch nicht erst am dritten oder vierten Tag zu einer Show gehen, sondern direkt am ersten Tag. Dieses hat durchaus seine Gründe, wie ich es bei meinem letzten Besuch in Mannheim bereits erleben durfte. Dort war die Show mehr eine Comedy-Veranstaltung als eine Wrestling Bühne.

Es sei den Akteuren aber verziehen, denn ihr Programm sieht prinzipiell an vier Tagen das gleiche Match Setup vor, was in der Kürze der Zeit sicherlich auch Langeweile bei den Wrestlern hervorruft.

Dennoch freute ich mich schon sehr auf diesen Tag und den Smackdown Kader, denn die Ankündigungen waren durchaus interessant.

Kaum in Oberhausen angekommen, traf ich einen guten Freund und gemeinsam begaben wir uns auf den Weg zur König Pilsener Arena, in welcher das Event stattfand.

Wir und viele andere Menschen mussten einige Zeit vor dem Eingang warten, bis der Einlass losging. Nach den üblichen Sicherheitskontrollen fanden wir schnell den Weg zu unseren Plätzen im Oberrang und sahen uns die interessanten Einspieler auf dem Videobildschirm beim Entrance an. Dort gab es einige Top 10 zu bewundern, auf die ich hier aber nicht näher eingehe.

Der Oberrang ist zwar schön steil und man kann auch gut auf den Ring schauen, dennoch empfehle ich, dass man sich einen Platz im Unterrang gönnen sollte, wenn man die Superstars besser sehen möchte. Von ganz oben ist das schon ein wenig schwierig. Das ist übrigens auch der Grund, warum es von mir nur das Titelbild zu diesem Beitrag gibt. Die Aufnahmen aus der Ferne sind einfach nicht besonders gut.

Die Preise für ein Menü waren erstaunlich hoch. Für 11,50 € hätte es einen Burger und Pommes mit Getränk gegeben. So entschied ich mich dem Haribostand einen Besuch abzustatten und ein paar der verschiedenen Leckereien mit an den Platz zu nehmen.

Nach gut 45 Minuten war es dann so weit: der Wrestling Abend konnte beginnen.

3 Way Tag Team Title Match: The New Day vs. The Usos vs. the Bludgeon Brothers

Zunächst kamen the New Day in den Ring und ließen sich gehörig feiern. Dass sie in Deutschland sehr beliebt sind, konnte man durchaus an den Reaktionen der Zuschauer entnehmen. Ihnen folgten die Usos, die trotz ihres Imagewechsels ebenfalls einen hohen Grad an Beliebtheit erfahren durften. Weniger beliebt sind die derzeitigen Titelträger „The Bludgeon Brothers“.

Das Match begann mit einigen Spielereien zwischen the New Day und den Usos, die sich auch gerne mit ein paar lustigen Aktionen im Ring zeigten. Dies honorierten die Zuschauer mit Applaus. Die Bludgeon Brothers hielten sich jedoch erst vornehm zurück und spielten dann sozusagen die Partycrasher und räumten den Ring auf. An ihrer Überlegenheit ließen sie auch im Verlaufe des Matches keinerlei Zweifel. Auch dann nicht, als die Usos oder the New Day mit guten Aktionen gegen die Bludgeon Brothers konterten. Letztlich verteidigten sie ihre Titel erfolgreich und gingen mehr unter Buh Rufen in den Backstage Bereich zurück.

Sin Cara vs. Shelton Benjamin

Der Auftakt war gelungen und es folgten Sin Cara und Shelton Benjamin. Es war zu Beginn ein eher langsam geführtes Match, in dem sich Sin Cara mit seiner Beweglichkeit zeigte und dafür Applaus vom Publikum erhielt. Während Shelton „nur“ mit einem mittelmäßigen Purzelbaum dagegenhalten konnte. Jedoch gab es auch hierfür Applaus. Das Match wurde in der Folge schneller und auch technischer, wobei deutlich wurde, dass es sich hierbei um eine Begegnung zwischen Technik und Kraft handelte. Sin Cara, der Techniker, der sich häufig mit seinen eingesprungenen Manövern zu wehren musste, konnte jedoch nicht jede kraftvolle Aktion von Benjamin abwehren, was am Ende auch den Sieg für Benjamin einbrachte. Dennoch gab es Applaus für beide und insbesondere Sin Cara bekam einen Extra Applaus.

Naomi / Becky Lynch / Asuka vs. The Iconics (Billie Kay & Peyton Royce) / Lana

Es folgten gleich sechs Damen, die in einem Tag Team Match gegeneinander antraten. Während insbesondere Becky Lynch und Asuka sehr viel Zuspruch vom Publikum erhielten, glänzten die Iconics in ihrer Rolle als eher böses Duo mit einem lauten Mundwerk sehr gut. Sie hatten sich auf Becky Lynch eingeschossen und machten daraus keinen Hehl. Beim Einlauf von Lana schien das Publikum ein wenig gespalten. Es gab einige Jubler aber auch das Gegenteil war zu vernehmen.

Im Ring selbst präsentierten sich alle Damen von einer sehr guten Seite. Technische Aktionen, schmutzige Aktionen, Sprünge und auch Aufgabegriffe waren an der Tagesordnung. Das Momentum wechselte hierbei oft und es entwickelte sich insgesamt ein sehr ansehnlicher Kampf, der mit der Aufgabe Lanas endete, die sich in einem Aufgabegriff Asukas befand. Die drei Siegerinnen ließen sich ausgiebig feiern.

Tag Team Match: The Miz & Big Cass vs. “Perfect Ten” Tye Dillinger & Daniel Bryan

Während The Miz einen eher unspektakulären Einlauf hatte, wurde bei Big Cass gebuht was das Zeug hielt. Seine Vorgeschichte hallt ihm auch in Deutschland noch nach. Es folgte Tye Dillinger, der vom Publikum schon freundlicher begrüßt wurde, ehe die Halle mit dem Entrance von Daniel Bryan den Siedepunkt in Sachen Stimmung erreichte. Fast jeder Anwesende jubelte, applaudierte und riss die Arme mit dem bekannten „Yes“ in die Höhe. Es war schon eine Art Gänsehautgefühl, das sich in diesem Moment einschlich. Die Jubelstürme für Daniel Bryan ließen kaum nach. Er selbst musste praktisch für Ruhe sorgen, nahm das Momentum aber für seinen Tag Team Partner noch einmal auf und aus der „Yes“ Bewegung wurde nun die „Ten“ Bewegung. Weiterhin machten alle mit. Es war, meines Erachtens, das absolute Highlight des Abends, ohne dass bisher gekämpft wurde. Es dauerte auch ein wenig bis der Kampf begann. The Miz und Daniel Bryan standen sich gegenüber. Aber begonnen haben Big Cass und Daniel Bryan, da es Miz vorzog, erst einmal in Ruhe zuzusehen.

Übrigens weigerte sich The Miz davor noch in den Ring zu steigen, bis Daniel Bryan ihm die Seile aufhielt, damit er besser hindurch in den Ring kommen konnte.

In diesem Match gab es wechselnde Höhen und Tiefen. Das Momentum wechselte oft und daraus ergab sich ein sehr interessanter Kampf, bei dem insbesondere Daniel Bryan immer wieder für ein neues Aufkochen der Stimmung sorgen konnte. Mal hatte Tye Dillinger die Oberhand gegen Miz, Mal Big Cass gegen Tye Dillinger und am Ende war es Daniel Bryan, der Big Cass mit seinem Yes-Lock zur Aufgabe zwang. Die Partystimmung ebbte nicht ab und Daniel Bryan wurde weiter gefeiert, als gäbe es kein Morgen mehr. Kurz darauf war erstmal Pause. Diese Dauerte ca. 15 bis 20 Minuten. Diese Zeit konnte ich wunderbar nutzen, um ein wenig zu dampfen und angenehme frische Luft zu schnappen.

United States Champion Titel Match: Jeff Hady vs. Rusev mit Aiden English

Nach der Pause ging es direkt weiter mit Aiden English, der in seiner bekannten Art Rusev ankündigte. Es ist interessant zu beobachten, dass Rusev im Laufe der Zeit immer mehr an Beliebtheit hinzugewinnt. Doch gegen die Jubelstürme für Jeff Hardy, war es dann doch nicht angekommen. Rusev war es auch, der zu Beginn das Heft in die Hand nahm und nur selten von Jeff Hardys Kontern aus dem Gleichgewicht gebracht wurde. Doch dann ging es schnell und Jeff Hardy zeigte seine tollen Sprung- und Flugkünste, bis auch die Swanton Bomb saß und er das Match erfolgreich für sich beenden konnte. Somit blieb auch dieser Titel bei seinem Träger.

Smackdown Womens Champion Titel Match: Carmella vs. Charlotte

Bei diesen beiden Damen waren die Sympathien von Beginn an klar verteilt: Charlotte bekam Applaus und die Fans schienen sich sehr auf sie zu freuen. Beinahe bedächtig still ging es hingegen bei Carmellas Entrance zu, den sie dennoch zelebrierte.

Der Beginn des Matches war schon recht amüsant. Eine weglaufende und schreiende Carmella, die eindeutig vor Charlotte flüchten wollte. Dennoch trafen sich beide im Ring und Carmella ging in die Offensive. Dies aber nur von kurzer Dauer, denn Charlotte konterte und zeigte stets, wer im Ring das Sagen hat. Jedoch blieben ihre Versuche den Figure 4 Leg Lock anzusetzen, erfolglos, da sich Carmella stets gut herauswinden konnte. Zwar zeigten die Aktionen von Charlotte mehr Wirkung, doch zum Schluss konnte Carmella den Vorteil der Ecke für sich nutzen und Charlotte, kopfüber in der Ringecke hängend, bearbeiten. Dabei ignorierte sie das Anzählen des Ringrichters und machte einfach weiter. Dies führte zur Disqualifikation von Carmella, was automatisch den Sieg von Charlotte bedeutete. Doch der Titel wechselt bei diesem Ausgang nicht. Carmella behielt ihn trotz Niederlage.

6 Man Tag Team Match: Shinsuke Nakamura & The Bar vs. AJ Styles & Luke Gallows & Karl Anderson

Der Main Event des Abends. Das vermutlich interessanteste und spektakulärste Match, das auf der Karte stand, wurde spontan geändert. Aus einem Titelmatch zwischen Shinsuke Nakamura und AJ Styles wurde ein 6 Mann Tag Team Match.

Lag das an der verbliebenen Zeit, die noch zur Verfügung stand? Lag es möglicherweise an den negativen Kritiken, die es zum Titelmatch zwischen Shinsuke und AJ bei Backlash gab? Ich persönlich weiß es nicht und war, wie auch viele andere Zuschauer, von dieser Ansetzung irritiert. Auf die Irritation folgte, bei mir zumindest, ein wenig Enttäuschung. Natürlich hätte ich gerne das angekündigte Tam Team Match zwischen The Bar und Luke Gallows und Karl Anderson als solches gerne gesehen, aber auch das Titelmatch zwischen Shinsuke und AJ hätte ich gerne gesehen. (Auch wenn klar ist, dass bei einer Houseshow keine gewollten Titelwechsel erfolgen).

Für einen Main Event war das Match in dieser Konstellation etwas zu schwach. Das ist meine subjektive Meinung zum Gesehenen. Zwar war es amüsant Herrn Sheamus in Lederhosen kämpfen zu sehen, doch die Qualität war im Verhältnis zum Match mit Daniel Bryan etc. deutlich darunter. Und ich meine wirklich nur die Qualität des Matches an sich. An die Stimmung konnte selbst der Main Event absolut nicht herankommen.

Es waren insbesondere die nominellen Tag Teams, die im Ring standen oder gegen Shinsuke oder AJ antraten. Ein direktes Aufeinandertreffen von Shinsuke und AJ war nur von kurzer Dauer und wurde eher von Shinsuke gemieden. Das fand ich besonders schade. Zwar konnten Cesaro, Sheamus, Luke und Karl gute Aktionen abliefern und auch damit ein wenig an Stimmung erzeugen, doch der Funke sprang erst gegen Ende des Matches über, als in kurzer Abfolge alle Teilnehmer des Matches im Ring waren und sich gegenseitig wieder hinausbeförderten. Dann war es AJ, der mit einem phenomenal Forearm gegen Sheamus die Entscheidung herbeiführte.

Insgesamt war es aber ein guter Wrestling Abend. Besser als beim letzten Mal, aber lange nicht der beste Abend, den ich bisher erleben durfte. Da ist also noch Luft nach oben. Was ich persönlich nicht so ganz verstehe, ist die Änderung des Main Events, der dadurch meines Erachtens an Qualität verloren hatte. Durch die Änderung hätten sie auch den Main Event mit dem Match um Daniel Bryan besetzen können. Das wäre ein besseres und deutlich genialeres Finale geworden. So wurde der Matchplan bis zur Pause sehr gut umgesetzt, ließ aber danach qualitativ doch sehr nach.

Meine Rangliste der Matches, sortiert nach deren Qualität und Stimmung. Selbstverständlich kann dies jeder, der dabei war, anders beurteilen. Aber so war mein persönlicher Eindruck.

  1. The Miz & Big Cass vs. “Perfect 10” Tye Dillinger & Daniel Bryan
  2. Naomi / Becky Lynch / Asuka vs. The Iconics & Lana
  3. The New Day vs-. The Usos vs. The Bludgeon Brothers
  4. Rusev vs. Jeff Hardy
  5. Shinsuke Nakamura & The Bar vs. AJ Styles & Luke Gallows & Karl Anderson
  6. Sin Cara vs. Shelton Benjamin
  7. Charlotte vs. Carmella

Im November wird die WWE wieder in Deutschland sein. Zwei Termine in Köln und Frankfurt, am 7. Und 8. November, wurden dabei verkündet.

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Wrestling in der Batschkapp Frankfurt: die wXw (westside Xtreme Wrestling) war am 21.04.2018 zu Gast mit der „We love Wrestling Tour“

Es ist nun schon über ein halbes Jahr her, als die wXw das letzte Mal zu Gast in Frankfurt war. Es war der 30.09.2017, und auch dort war ich vor Ort und habe davon berichtet. Hier geht es zum Artikel -> wXw Batschkapp 30.09.2017

Schon damals war ich begeistert und freute mich umso mehr auf diesen Abend, der mich auch nicht enttäuschen sollte. Die Batschkapp war ausverkauft und mein Sitzplatz in der ersten Reihe war ein klein wenig suboptimal, aber immer noch sehr gut. Ausverkauft bedeutet übrigens 450 Zuschauer.

Es gibt 72 Bilder von mir zu diesem Event – Klicke –>> H I E R <<–

Der Event aus Frankfurt wird ab dem 24.04.2018 auf dem offiziellen Videoportal der wXw zu sehen sein. Hier gelangt ihr dahin: Offizielle Video-Website: wXw now

IMAG1159Vielen ist die wXw vielleicht noch kein Begriff und ich erwähne es, so wie in meinem damaligen Bericht, gerne erneut: die deutsche Organisation „wXw“ also Westside Xtreme Wrestling, mit ihrem Sitz in Essen, ist die größte dieser Art Deutschlands. Aus dieser sind sogar bereits einige Wrestler hervorgetreten, die nun in der WWE ihre Brötchen und Hamburger verdienen.

Auch das hier erwähne ich sicherheitshalber auch nochmal: die Sitzreihen sind nicht durch eine Barriere vom Ringbereich getrennt. Dadurch ist man sehr nahe am Geschehen und wenn es passiert, auch Teil davon. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Wrestler in die Zuschauer geschubst wird oder vor ihnen liegt. Deswegen sollte man immer ein Auge auf das Geschehen haben, damit man weder sich noch einen Wrestler verletzten könnte.

Dann ging der Abend auch schon los und das mit einem sehr interessanten Match sogar. Gleich vier Wrestler durften sich in einem „Fatal4-Way“ Match messen. Gut, okay, in der wXw wird diese Matchart anders genannt, aber der Begriff aus der WWE dürfte hier gängiger sein. Eigentlich sollte es erst ein „Triple Threat Match“ sein, aber dies wurde kurzfristig geändert.

Der Erfurter Marius Al-Ani, besser bekannt als „Ninja Warrior“, Ivan Kiev und David Starr waren ohnehin für dieses Match angekündigt. Der vierte Mann im Ring wurde niemand Geringeres als Emil Sitoci, der dienstälteste Wrestler in der wXw.

IMAG1170Während zu Beginn noch alle im Ring standen und sich unkoordiniert prügelten, dauerte es auch nicht lange, bis die ersten aus dem Ring geworfen wurden. So ergaben sich sehr ansehnliche und technisch versierte Kämpfe, die oftmals von einem Rückkehrer unterbrochen wurden. Zwischenzeitlich gab es sogar eine „Headlock-Kette“ – ein sehr interessanter Anblick. Dieses Match der Vier kam sehr gut beim Frankfurter Publikum an. Die Wechsel der Ringhoheit waren schneller passiert, als man schauen konnte, bis ein weiteres Mal zwei der vier Akteure außerhalb des Rings waren. Es standen sich nun Ninja Warrior und Ivan Kiev gegenüber. Ein paar schöne Moves von beiden, doch dann packte Ninja einen Aufgabegriff aus, dem Ivan in der Mitte des Rings nichts entgegenzusetzen hatte und aufgeben musste. So gewann der Erfurter dieses aufregende erste Match und das Publikum jubelte.

Das war mal ein Auftakt nach Maß. Sehr wünschenswert. Das Publikum war da und wurde mitgerissen. So konnte und sollte es auch weitergehen.

Es folgte ein Match, das eine gewisse Ungleichheit in sich trug. „Dirty Dragan“ musste gegen den Adler der wXw „Absolute Andy“ antreten. Letzterer wird, bzw. wurde von Samoa Joe trainiert. Der Name kommt euch bekannt vor? Zurecht, er ist derzeit aktiver Wrestler der WWE.

IMAG1175Bevor dieses Match so richtig losging, war schon allein durch die Optik der beiden zu erkennen, wer die Vorteile auf seiner Seite haben sollte. So war es auch nicht verwunderlich, dass Andy in seiner dominanten Art und Weise Dragan aufforderte sich einfach hinzulegen und sich pinnen zu lassen. So käme dieser schmerzfrei davon. Doch weder Dragan noch das Publikum wollten das. Wenn auch Dragan so aussah, als wüsste er nicht so richtig, ob er nicht vielleicht doch darauf eingehen sollte. Letztlich begann dieses Match dann doch und Dragan musste sehr viel einstecken. Sowohl im Ring als auch außerhalb des Rings. Dabei bewies er aber Nehmerqualitäten und wehrte sich mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln. Nur hatten diese gegen die dominante Art von Andy kaum Wirkung. Dafür hatte er den Zuspruch und die Fans in Frankfurt hinter sich, die ihm zujubelten. Die Sympathien konnten nicht klarer verteilt sein. Doch am Ende musste er sich geschlagen geben und Andy gewann das Match nach einer Serie von kraftvollen Moves. Das Match war entschieden, aber Andy noch nicht fertig. Es gab somit also noch einen „Nachschlag“ für Dragan; im wahrsten Sinne des Wortes. Aber Emil Sitoci eilte seinem Zögling(?) zur Hilfe und musste selbst noch einstecken. Letztlich änderte dies aber nichts daran, dass es für Dragan vom Frankfurter Publikum Sonderapplaus gab.

Die Stimmung hielt sich also und das Publikum war weiterhin dabei. Der Spaß ging auch direkt weiter mit dem Match einer Veteranin gegen eine Dame, die von ihr als „Rookie“ betitelt wird. Melanie Gray gegen „Killer“ Kelly aus Portugal. Kelly ist erst rund ein halbes Jahr in der wXw, mischt aber schon gut auf.

IMAG1192War es vor rund einem halben Jahr noch mehr ein eher lustiges und spaßiges Match zwischen Melanie Gray und Session Moth Martina, wurde dieses Duell auf einem ganz anderen Level und Niveau ausgetragen. Beide Damen scheuten nicht davor, sich im Ring und außerhalb des Rings zu profilieren. Dabei war es insbesondere Melanie, die das Heft wutentbrannt in die Hand nahm und Kelly aufzeigen wollte, wer Chefin im Ring ist. Aber Kelly wusste sich zur Wehr zu setzen und es entwickelte sich ein sehr ansehnliches Match, das sehr viele technische und kraftvolle Elemente enthielt. Das Momentum wechselte sogar, aber Kelly hatte am Ende nicht das Glück auf ihrer Seite und musste sich Melanie an diesem Abend geschlagen geben.

Respekt an beide Damen, da ziehe ich meinen Hut vor der Leistung, die gezeigt wurde. Bitte zukünftig mehr davon.

IMAG1212Danach wurde es mal Zeit für einen Titelkampf an diesem Abend in Frankfurt. Es ging um die wXw Shotgun Championship. Titelverteidiger Bobby Gunns, der sogar dort raucht, wo es verboten ist, stellte sich seinem Herausforderer „Dunkzilla“ Mark Davis. Dieses Match hatte nicht so ganz das Flair der vorhergehenden gehabt. Das lag auch mitunter daran, dass Bobby so seine Schwierigkeiten mit dem bulligen Mark Davis hatte. Mehrere Clotheslines hintereinander weg und Dunkzilla stand immer noch recht unbeeindruckt auf den Beinen. Die körperlichen Vorteile machte sich Mark Davis des Öfteren zu Nutze und demonstrierte sie häufig. Um dem zu entgehen änderte Bobby seine Taktik und begann den linken Arm Dunkzillas zu bearbeiten. Vorwiegend mit Armbars und Aufgabegriffen. Diese zeigten auch Wirkung. Dennoch schien das Match lange offen, bis es Bobby gelang einen Superplex vom zweiten Ringseil zu zeigen, der dem Kampf das Ende setzte. So blieb und bleibt Bobby weiterhin der wXw Shotgun Champion.

Anschließend kam Alexander James in den Ring und redete, erzählte und sprach von der großen Gelegenheit, die ihm zustünde, gegen Ilja Dragunov um den wXw Unified World Wrestling Championship anzutreten. Dabei verhöhnte er Ilja mehrere Male und sagte, dass Ilja Angst vor ihm habe und deswegen nicht antreten kann oder will und aufgrund dessen eine „Verletzung“ vortäuscht. Dabei muss man sagen, dass Ilja anscheinend tatsächlich mit einer Verletzung zu tun hat, denn die wXw erlaubt es ihm nicht mit dieser Verletzung ein Match zu bestreiten.

IMAG1234Aber Ilja wäre nicht Ilja, wenn er das einfach auf sich sitzen lassen würde. Selbstverständlich kam er unter großem Jubel heraus und stellte sich Alexander. Dabei mussten ihn aber zwei Offizielle zurückhalten, denn wie erwähnt, wrestlen darf er nicht. Während ihn also zwei Offizielle zurückhielten, machte Alexander mit seinen Sticheleien weiter und kratzte an der Ehre des Russen. Dieser hatte schwer damit zu kämpfen, sich unter Kontrolle zu halten. Aber sein Temperament ging mit ihm durch, er schoss so schnell aus der Ringecke hervor, dass nicht nur die beiden Offiziellen, sondern auch Alexander überrascht waren und machte seinen bekannten „Torpedo“ – einen Shoulder block, der Alexander zu Boden warf. Dies feierten die Fans lautstark.

IMAG1259Ein weiterer Titelkampf stand an und da ging es um die wXw World Tag Team Championship. Die Titelträger „Monster Consulting“ bestehend aus Avalanche und Julian Nero trafen dabei auf die Arrows of Hungary. Beide Teams arbeiteten jeweils gut zusammen und hatten dadurch jeweils ihre Momente. Zu Beginn waren es Monster Consulting, die Oberwasser hatten. Nachdem außerhalb des Rings Avalanche gegen die Ringtreppe gedonnert worden war, konnten die Pfeile aus Ungarn Julian Nero bearbeiten und waren dem Titelgewinn schon sehr nahe. Aber Julian Nero wehrte sich, so gut er konnte. Doch die Tag Team Moves der Ungarn haben schon ihre Wirkung gezeigt. Nur gut, dass sich Avalanche wieder aufrappeln konnte und dann seinem Namen alle Ehre machte. Wie eine Lawine kam er über die Ungarn und begrub sie unter sich. Das war der Beginn vom Ende der Titelträume für die Ungarn, die sich im Anschluss an die Naturgewalt geschlagen geben mussten. Auch hier blieb der Titel bei seinen Besitzern und wechselte nicht.

Kurz vor dem Hauptkampf des Abends rief Pete Bouncer im Ring Da Mack aus, der sich weder zeigte, noch anderweitig darauf reagierte. Wer weiß, was da im Busch ist.

IMAG1288Jedenfalls kamen nun Zack Sabre Jr., der sein Comeback feierte, und Lucky Kid in den Ring, um das Hauptmatch zu bestreiten. Es war ein sehr technisch versierter Kampf zwischen beiden, der von den Fans auch entsprechend honoriert wurde. Kraftaktionen gab es wenige zu sehen, dafür interessante und lustige Einlagen von Lucky Kid, der damit seinem Gimmick und seiner Rolle absolut gerecht wurde und einigen abwechselnden Schlägen auf die Brust, bei dem einer so laut Klatschte, dass die Fans „Holy Shit“ riefen. Zu all diesen Spielereien und anderen technischen Aktionen wurden auch etliche Submissions gezeigt. Einige sahen irgendwie so aus, als würde es sich um eine Verknotung der beiden Kontrahenten handeln. In dieser Form schenkten sich beide wenig und ein normaler Pin schien unmöglich, da sich keiner die Blöße geben wollte. So war es am Ende ein Aufgabegriff von Zack, bei dem Lucky Kid nicht abklatschte, sondern so langsam verblasste; also drohte ohnmächtig zu werden. Das sah der Ringrichter und beendete das Match, welches Zack Sabre Jr. Somit für sich entschied.

Es war ein großartiger Wrestlingabend. Es wurde viel geboten und die Fans honorierten dies mit Jubel und Applaus. Es wird wohl keine Frage sein, dass ich das nächste Mal am 02.09.2018 wieder vor Ort sein werde.

Offizielle Website: wXw-Wrestling

Offizielle Video-Website: wXw now