Die Stadthalle in Langen bebte unter dem melodischen Sound von Axel Rudi Pell am 30.10.2018

Da war ich also in Langen, das zwischen Frankfurt und Darmstadt liegt, um eine meiner musikalischen Favoriten endlich einmal zu sehen. Seit wie vielen Jahren höre ich eigentlich Axel Rudi Pell? Tatsächlich seit 2004 und nun, 14 Jahre später, kam ich endlich in den Genuss diese Band auch einmal live zu sehen mit dem Großmeister selbst an der Gitarre.

Zu den Bildern des Abends

Zum Glück war es nicht so kompliziert die Stadthalle in Langen zu finden. Dafür war es zunächst ein wenig irritierend. Nun gut, ich war noch nie dort gewesen und habe zunächst einmal den Weg nach unten Richtung Garderobe und Toiletten gewählt. Danach hinten herum, nach oben und siehe da, dort muss es sein. In der Räumlichkeit selbst war ich überrascht, dass der Raum insgesamt kleiner wirkte und war, als ich annahm. Dafür gab es weiter hinten leckeren Currywurst-Duft und Getränke. Die Cola für 3,50 € ohne Pfand – das ist mal ein fairer Preis. Aber noch wollte ich gar nichts trinken, ich bewunderte erstmal die schöne Bühne, die schon fein hergerichtet auf die Action wartete.

Und die ließ auch nicht lange auf sich warten: zwei Herren mit Akustikgitarren betraten die Bühne und das war auch der Start in den Abend. Chris Bay heißt der Künstler, der einen gewissen Surfer-Charme ausstrahlt und mit der Akustik-Gitarre zwar eher ruhigere Rockmusik spielt, diese aber mit Gefühl und Ausstrahlung. Okay, vielleicht liegt das mit dem Surfer-Charme auch daran, dass ich vor dem Konzert sein Video „Flying Hearts“ gesehen habe, in dem er an einem Strand ist.

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Die Songs strahlen eine gewisse Freude und irgendwie auch, ich kann es nicht anders als mit dem Wort Sonne beschreiben, aus. Deswegen vielleicht auch die Antizipationen des Surfers. Aber er kommt auf der Bühne auch freudig und mit Spaß bei seinem Tun herüber.

Zwar war es ein eher, im Verhältnis zu dem was noch kam, ruhigerer Start in den Abend, dafür jedoch ein gutes Aufwärmprogramm, bei dem er schon Erfolg dabei hatte, das Publikum mitzunehmen. Man sah ihn häufig lächeln und mit offenem Blick ins Publikum schauen. Sein Partner an der zweiten Gitarre, war eher etwas zurückhaltender, wenn ich das so sagen kann, erledigte seine Aufgabe aber auch sehr gut und spielte die zweite A-Gitarre mit leicht versteckter Leidenschaft.

Nach ihnen gab es keine große Pause. Es reichte gerade aus, um die gekaufte Cola auszutrinken. Die folgende Band durfte ich nun ein zweites Mal sehen. Bereits im Jahr 2017 waren The Unity in der Batschkapp im Vorprogramm von Edguy zu sehen. Damals haben sie mir schon sehr gut gefallen, denn mit ihrem Hard Rock und Metal, der kraftvoll und melodisch ist, treffen sie meinen Geschmack sehr genau.

Das war dieses Mal nicht anders. Es ging direkt knallhart los. Schlagzeug und schöne Gitarrenriffs zu Beginn, das ist mal eine Ansage und Gianba Manenti, der die Kraft durch seine Stimme repräsentiert, war nicht minder mit Energie aufgeladen.

Wieder brachten sie ein gutes Set mit, das mit Krachern und auch gefühlvolleren ruhigeren Passagen in den Songs gespickt war. Freude, Spaß und Leben auf der Bühne war von Beginn bis Ende zu sehen. Ob an den Bewegungen oder der Mimik der Musiker, man sah es ihnen einfach an, dass sie auf der Bühne zu Hause sind.

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Mit „Never Forget“ beendeten sie ihren Auftritt, was durchaus sehr passend war, denn der Song ist, ähnlich wie The Storm, sehr melodisch gehalten und vergessen kann ich The Unity jedenfalls nicht. Es ist einfach meine Musik und ich glaube, dass das Album bald auch den Weg in mein Wohnzimmer finden wird. Die Musik ist einfach stark. Ob sie im kommenden Jahr vielleicht schon ihre eigene Tour machen werden? Genial wäre es definitiv.

Nach dem gelungenen Auftritt gab es dann doch mal eine längere Umbaupause auf der Bühne, die man gut für Gespräche, Getränke und das ein oder andere Laster nutzen konnte. Ein wenig den Merchandise-Stand betrachten gehörte auch dazu.

Die Zeit verging dann aber doch recht schnell und es wurde Zeit für den Hauptakt des Abends. Ich war innerlich ganz schön aufgeregt und habe mich tierisch darauf gefreut, Axel Rudi Pell live sehen zu können. Dazu muss ich aber auch sagen, dass so etwas immer ein gewisses Risiko birgt. Ist die Band auch live so gut, wie auf den CDs? Werde ich womöglich entzaubert? Werde ich enttäuscht? Ich sage es direkt vorweg: nein ich wurde nicht enttäuscht und auch nicht entzaubert. Die Band und natürlich Axel Rudi Pell selbst, sind live mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser, als auf CD. Das ist meine persönliche Einschätzung.

Es ging also los, die Medieval Overture lief an, nach und nach kamen die Musiker auf die Bühne. Selbstverständlich unter Jubel und Applaus. Kaum waren alle da, ging es auch richtig los mit The Wild and the Young.

Natürlich war mein Fokus zu Beginn auf Axel Rudi Pell gelegt, schließlich mag ich sein besonderes Gitarrenspiel sehr. Man hört nicht nur auf CD, sondern auch live, sehr gut heraus, wie er „arbeitet“. Wenn man das auch noch sehen kann, ist das eine Art Fest für die Sinne. Dazu noch der super Gesang von Johnny Gioeli, der die Bühne komplett ausnutzte und bis zum Ende scheinbar keinen Energieverlust hatte.

Fantastisch ist es, wenn man fast alle Songs kennt und diese bereits mit den ersten Klängen erkennt und zu einem Großteil mitsingen könnte. Vom aktuellen Album gab es gerade einmal drei Titel, dafür aber eine bunt durchgemischte Liederpalette aus vielen Alben. Beim Song Oceans of time, der ruhiger ausfällt, konnte man durchaus ins Träumen verfallen. Fans der Band wissen ohnehin, dass gerade solche ruhigeren Songs auch sehr gut ankommen. Sie liegen ihnen und es ist auch nicht verwunderlich, dass Balladen eine Beständigkeit bei Axel Rudi Pell haben. Insbesondere finde ich seine Solos in diesen Songs atemberaubend. Die Melodie erzählt so viel mehr, als es Worte manchmal könnten.

Später lief er selbst sogar von der Bühne herunter und begrüßte die erste Reihe, während er von der einen zur anderen Seite ging und auch weiterspielte. Ja, der Mann hat es drauf.

Aber nicht nur er hatte seine besonderen Auftritte, auch der Drummer Bobby durfte bei einem Solo sein Können zeigen. Dies tat er während des Songs Mystica, als die Band die Bühne für seinen Auftritt räumte und ihn machen ließ. Sehr zur Freude der Fans, die nach Aufforderung auch klatschten und das „Hey“ zum Rhythmus riefen.

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Ferdy am Keyboard hatte auch sein Solo als Intro für die Songs Game of Sins / Tower of Babylon. Die Zeit rannte bei der tollen Musik einfach nur so davon und nach einem Medley, das mit einem Ausschnitt des Songs „Carousel“ endete, war das Hauptprogramm vorbei.

Doch was wäre ein sehr guter musikalischer Abend ohne die Aufforderung der Fans, dass eine Zugabe unabdingbar ist? Einfach nur ein sehr guter und kein gelungener Abend. Aber es wurde zu einem gelungenen Abend, denn die Zugabe gab es natürlich.

Mit dem Masquerade Ball und Casbah ging es weiter, ehe mit Rock the Nation ein passender Abschluss, fast eine Message, der Abschluss gefunden wurde.

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Edguy – 19.09.2017 – Batschkapp Frankfurt

Mehr als überpünktlich gingen die Lichter in der Batschkapp aus. Nanu?! Auf meiner Uhr war es erst 19:58 – das ist mal ein Frühstart von der Band „The Unity“. Aber ein Frühstart, der lauter und direkter mit dem Schlagzeug nicht hätte sein können. Der Drummer hatte jedenfalls sehr viel Energie mitgebracht, die er anscheinend unbedingt an diesem Abend loswerden wollte.

Fulminanter Metal begrüßte die bereits zahlreichen Gäste in der Batschkapp, die ein weiteres Mal an diesem Abend ausverkauft war. Meiner Empfindung nach waren auch schon fast alle zur Vorband da. Zwar ist der Bandname „The Unity“ gewiss noch nicht weitläufig bekannt, da sich diese erst im Jahr 2016 zusammengestellt hat; jedoch dürften die Namen „Henjo Richter“ (Gitarre) und „Michael Ehré“ (Schlagzeug) in der Szene durch die Band „Gamma Ray“ ein Begriff sein. Diese beiden Herren haben „The Unity“ gegründet um ihrer Vision nachzugehen.20170919-IMG-20170919-WA0031

Der italienische Frontmann mit energiegeladener Stimme, Gianba Manenti, heizte den Gästen, Fans und Zuschauern schon richtig gut ein, in dem er sehr häufig zum Mitklatschen und zum Fauststoß aufforderte. Aber auch der Rest der Band war voll dabei und die Tontechnik hatte ganze Arbeit geleistet, denn alle Instrumente waren meiner Meinung nach sehr gut zu hören. Sehr viele der Gäste hatten sichtlich ihre Freude an dieser Gruppe und es wurde viel applaudiert und zugejubelt.

Hard Rock, Metal, Power Metal – das sind die Richtungen, die diese Band beherrscht und sehr schön interpretiert. Die Songs sind natürlich laut und kraftvoll, aber auch melodisch. Innerhalb der Lieder wechseln sich schnelle und ruhigere Passagen ab, wobei gelegentlich wunderbare lange, rein instrumentale Bereiche den Gesamteindruck abrunden. Insgesamt trifft die Band exakt meinen Geschmack und durfte sich ganze 45 Minuten lang auf der Bühne austoben. Insbesondere Michael Ehré nahm das mit dem Austoben sehr wörtlich.20170919-IMG-20170919-WA0033

Kurze Informationen zu The Unity:

Genre(s):  Hard Rock, Metal, Power Metal

Herkunft:  Dortmund, Deutschland

Gründung:  2016

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Gianba Manenti

Gitarre:  Henjo Richter

Gitarre:  Stef E

Bass:  Jogi Sweers

Keyboard:  Sascha Onnen

Schlagzeug:  Michael Ehré

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Zeit für eine Atempause und Umbauphase der Bühne. Wobei es beinahe so aussah, als sollte die Bühne einmal komplett renoviert werden in den gut 30 Minuten, die es dauerte. Während dieser Zeit konnte ich die Gesellschaft zweier alter Bekannter genießen – schöne Grüße an Christiane und Michael an dieser Stelle; es war sehr schön euch nach sehr langer Zeit mal wiedergesehen und gesprochen zu haben. So verging die Wartezeit doch recht schnell.

Die Uhr zeigte 21:20 an, als die Lichter der Batschkapp ein weiteres Mal ausgingen und somit den Hauptakt des Abends einläuteten: Edguy.

25 Jahre Power-Metal aus Fulda und eine ausverkaufte Batschkapp mit 1.500 Gästen, die sich drängten und (un)freiwillig mit einander kuschelten, um mit der Band zusammen einen tollen Abend zu verbringen. Die Stimmung war dementsprechend von Beginn an großartig und hielt auch tatsächlich bis zum Ende des Konzerts an.

Im Vergleich zu einer internationalen Band ist es gewiss einfacher für eine deutsche Gruppe mit dem Publikum zu interagieren. Und das machte Tobias Sammet (Gesang) sehr häufig. Insbesondere der Hinweis an das Publikum, dass möglicherweise ein Bootleg aufgenommen werden könnte, machte die Sache spannender. Denn er wollte unbedingt, dass die Anwesenden der Batschkapp jedes Mal, wenn das Wort „Frankfurt“ fällt, sehr lautstark jubeln; oder wie er es sagte „ausrasten“. Auch das funktionierte über den Abend hinweg hervorragend.

Ob die Band nun ältere oder neuere Songs spielte, wurde fast immer mitgesungen. Mitklatschen und Fauststoß, aber auch das alleinige Singen der Fans wurde oft angestimmt und sehr gerne angenommen. Während der Songs erzählte Tobias immer wieder kurze Geschichten über die Band von früher bis heute und prüfte gleichermaßen, ob die Stimmung noch da ist und fachte sie immer wieder neu an. Insbesondere das Wort „Frankfurt“ glitt ihm doch sehr häufig an diesem Abend über die Lippen. Hier und da aber auch ein paar lustige Erzählungen und ein paar Lacher waren garantiert. Er war aber nicht nur beim Erzählen und Anfachen der Stimmung auf der Höhe, sondern war ebenso gesanglich in Höchstform.20170919-IMG-20170919-WA0035

Es wäre aber nicht einmal im Ansatz die halbe Miete gewesen, wäre nur er in Höchstform gewesen. Auch der Rest der Band arbeitete und spielte voller Elan auf der Bühne. Schweißtreibende lange Songs, die melodisch und gesanglich im Einklang standen und dazu führten, dass die ersten Handtücher bei den Musikern nach nur zwei Songs benötigt wurden. Die Batschkapp war heiß. Metaphorisch und wörtlich gesprochen. Jeder Song wurde mit langem Applaus und großem Jubel gefeiert.

Zu Gute kam der Band natürlich auch, dass die Einstellungen des Sounds weiterhin großartig abgestimmt waren, so dass Gitarren, Schlagzeug, Bass und Gesang sehr gut zu differenzieren und hören waren. Abgesehen vom Ton war die Lichtanlage ein schönes Extraspielzeug der Band. Viele Farben und helle Lichter, die zusätzlich zur Standardbeleuchtung für ein wenig mehr an Effekten sorgten.

Ungefähr zur Halbzeit des Auftritts durfte Schlagzeuger Felix Bohnke ein Solo spielen. Dabei demonstrierte er seine Fähigkeiten und erntete großen Beifall nach seiner Aufführung, die definitiv durch Mark und Bein ging.

Die Herren auf der Bühne zeigten sich in ihrem insgesamt gut 90minütigen Auftritt von einer ihrer besten Seiten. So zumindest mein subjektiver Eindruck. Man mag vielleicht über die Auswahl der Songs diskutieren, aber das ist meines Erachtens nicht nötig. Wichtig ist, dass die Band auch nach 25 Jahren zeigt, dass sie Lust darauf haben auf der Bühne zu stehen und ihre Songs mit Freude spielen. Und genau das haben sie getan. Da war es nur selbstverständlich, dass es bei der großartigen Stimmung die gewünschte Zugabe zum Schluss gab.20170919-IMG-20170919-WA0037

Es war ein sehr gelungener Abend mit zwei tollen Bands, die Leidenschaft und Metal im Herzen und Geiste tragen.

Kurze Informationen zu Edguy:

Genre(s):  Power Metal

Herkunft:  Fulda, Deutschland

Gründung:  1992

Aktuelle Besetzung:

Gesang:  Tobias Sammet

Gitarre:  Jens Ludwig

Gitarre:  Dirk Sauer

Bass:  Tobias Exxel

Schlagzeug:  Felix Bohnke