Defensiv-, Wind-, Regen- und Wasserschlacht. Frankfurt Universe gewinnt das GFL Playoff Viertelfinale gegen die Berlin Rebels in letzter Minute

Was war das nur für ein denkwürdiger Tag?! Und das meine ich in vielerlei Hinsicht, denn so extrem früh, wie an diesem Tag, war ich auch noch nicht an einem Spieltag vor Ort gewesen. Gute drei Stunden vor Spielbeginn waren Marc Junge und ich schon an der PSD Bank Arena.

Es gab viele Leute zu begrüßen und Hände zu schütteln. Schon erstaunlich, wie viele Menschen mir mittlerweile bekannt sind. Nicht unbedingt immer mit vollem Namen, aber in der Großfamilie „Universe“ kennt man sich, bzw. lernt man sich mit der Zeit eben kennen.

Viertelfinale also und nach den Ergebnissen des Vortags, an dem es absolut keine Überraschung gab, stand auch fest, dass es das letzte Heimspiel in dieser Saison sein würde.

Zu den Bildern der Cheerleader

Zu den Bildern des Spiels

Möglicherweise waren deshalb so viele Wolken am Himmel, die immer wieder tränen weinten. Oder hatte das Unternehmen „Rosbacher“ schon seine Finger im Spiel? Mit ihrer tollen Aktion, die geprellten Dauerkartenbesitzer zu diesem Spiel kostenfrei einzuladen, war es ohnehin das Playoff Spiel von Rosbacher, wenn man so will. Nun ja, wenn man weiß, dass Rosbacher überwiegend für den Verkauf von Mineralwasser bekannt ist, dann könnte man wohl sagen, dass das Wasser von oben auch irgendwie passend dazu war.

Während sich der Vorplatz auch so langsam füllte und die ersten Gästefans ebenfalls eintrafen, gab es auf der LKW Bühne neben der Musik auch schon die ersten Interviews. Eine Cheerleaderin von den Stunt Cheers, Fernando Lowery und der Präsident der Berlin Rebels beantworteten die ihnen gestellten Fragen.

Nach einem kleinen Snack, einer Currywurst, liefen auch schon einige Spieler der Universe auf dem Vorplatz herum und auch ein lange Verschollener war dabei. Niemand geringeres als der zukünftige Profi-Wrestler (hehe) Randie! Einmal vorsichtig herzen, man möchte ihn schließlich nicht vor so einem wichtigen Spiel kaputtmachen, und darüber freuen, dass er zu seinem letzten Heimspiel für die Universe dabei sein konnte. Wohin seine Reise führen wird ist wohl noch offen. Aber ich vermute, dass er dem Football nicht fernbleiben wird.

SFUCheers230918-10Kurz darauf wurde es auch schon Zeit für die erste Darbietung der Cheerleader. Wieder einmal waren ganz viele da, die sich zunächst vor und dann teilweise auf der Ladefläche des LKW aufreihten, um ihre einstudierten Choreographien vorzuführen. Fast wäre ich den Damen noch im Weg gestanden, als sie sich auf ihre Positionen machten. Schnell weg, dachte ich mir, bevor mich noch eine von ihnen umrennt. Nun gut, auf der anderen Seite hätte ich dann wohl sagen können, dass ich von einer Cheerleaderin „flachgelegt“ wurde – kann auch nicht jeder behaupten – aber nein, das ist nicht passiert und ich konnte anschließend auch schon die ersten schönen Bilder des Tages machen.

SFUCheers230918-15Es gab sogar eine Tanzeinlage der Trainerin mit Wolf, die sich wirklich sehen lassen konnte. Wäre jemand so nett die beiden für „Let’s Dance“ anzumelden? Wäre mal ein Grund sich das anzusehen.

Während die Zeit schneller verstrich, als man vermuten konnte, wurde es auch allmählich ernst. Zum letzten Spiel der Saison durfte ich noch einmal Bilder am Spielfeldrand machen. Dafür musste ich natürlich ein schickes und total modisches Presseleibchen ausleihen und anziehen.

Bei weiteren Gesprächen rannte die Zeit weiter und der Wind machte sich deutlich bemerkbar, als dieser die Werbebanner von Rosbacher herumschob. Vermutlich würde jemand aus dem Norden sagen, dass es nur ein leichtes Lüftchen war, aber für die hiesigen geografischen Verhältnisse wurde es dann doch stets stürmischer.

Hatte ich übrigens schon erwähnt, wie toll die Aktion von Rosbacher war, den geprellten Dauerkartenbesitzern freien Eintritt zu diesem Spiel zu ermöglichen? Wirklich eine tolle Aktion!

Nach dem ersten Auftritt der Cheerleader vor der LKW Ladefläche haben sie sich bestimmt mit einem Glas frischem Mineralwasser von (natürlich) Rosbacher gestärkt und sich auch umgezogen. Im Militärlook kamen sie aufs Feld und haben im Anschluss mit dem Stadionsprecher Christian, der ebenfalls als Elite-Soldat gekleidet war und gleichzeitig den „Drill Instructor“ spielte, eine erneut sehr schöne und fein säuberlich einstudierte Pre Game Show.SFUCheers230918-42

Das übliche Prozedere ging von Statten und die Gäste aus Berlin rebellierten auf das Feld. Anschließend die lila Mannen. Anspannung stand in der stark wehenden Luft und es waren die Berliner, die zuerst den Ball bekamen.

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Aber vor dem Kickoff hatte ich noch eine Entdeckung auf der Tribüne gemacht. Ein Banner mit einem Slogan, der in den letzten Wochen immer öfter in den Sozialen Medien zu lesen war. #backtothefansSFUBR230918-4

Ich habe mir sagen lassen, dass eigentlich viele davon und andere, die auch als Danksagung für den Trainer Brian Caler gelten sollten, hochgehalten werden würden. Das wäre sicherlich eine schöne und sichtbare Geste für die Arbeit des Trainers und des Trainerteams gewesen. So beim letzten Saisonheimspiel. Aber es war wohl unnötigerweise gänzlich verboten worden. Warum auch immer. Persönlich finde ich es einfach nur schade, dass den Fans diese Möglichkeit rigoros genommen wurde.

Wie dem auch sei. Die Berliner hatten den Ball und nicht nur sprichwörtlich Rückenwind. Und der erste Drive der Gäste sah auch richtig gut aus, wenngleich die Defensive der Universe kurz vor der eigenen Endzone den Riegel zumachte und das Erzielen von Punkten verhinderte. Im Gegenzug zeigten aber die Gäste, dass auch sie verteidigen können und sehr gut auf das Spiel der Frankfurter eingestellt waren.SFUBR230918-15

Bei ihrem erneuten Angriffsversuch entschieden sich die Rebellen ein Field Goal zu erzielen, was auch gelang. Erneut verhinderte die Frankfurter Defensivabteilung ein besseres Ergebnis, dennoch lag Frankfurt zunächst 0:3 zurück. Kurz nach dem Field Goal war auch schon das erste Viertel vorbei. Das war mal flott, aber auch nicht besonders verwunderlich, denn beide Mannschaften versuchten überwiegend das Laufspiel in Gang zu bringen, denn Passwürfe waren ein kleines Lotteriespiel bei den Windstößen, die immer wieder ganz plötzlich in großer Stärke aufkamen.SFUBR230918-17

Ein paar Strafen hier, ein paar Strafen da. Dies auf beiden Seiten und in einem Rahmen, den man durchaus noch als normal bezeichnen konnte. Auch im zweiten Viertel änderte sich das Spiel nicht großartig. Doch in diesem waren es die Hausherren, die ein Field Goal erzielen konnten. Dieser Ausgleich wurde selbstverständlich gefeiert. Nur wenige Momente später war auch schon Halbzeit. Bei einem Spielstand von 3:3 klang es irgendwie mehr nach einem Fußball Ergebnis, als nach einem Football Halbzeitstand.

In der Halbzeitpause konnte man erkennen, dass es neben dem starken Wind auch immer dunklere Wolken am Himmel waren, die es Minute um Minute dunkler werden ließen. Eine Wetter App versprach ein nahendes Unwetter, das auch pünktlich, kurz nach Wiederbeginn ankam.

Das Spiel hatte kaum fortgesetzt, da öffnete der dunkle Wolkenhimmel seine Pforten und es kamen Wassermengen hinunter, die aus dem kompletten Spielfeld beinahe eine Seenlandschaft machten.SFUBR230918-36

Für mich war es dann mit der Fotografie vorbei gewesen. Mit meiner Anfängerkamera kann man da kaum mehr als Regenfäden fotografieren. Außerdem hatte ich keine Taucherausrüstung für Unterwasserfotografie dabei, die man zu diesem Zeitpunkt durchaus gut hätte gebrauchen können.

Irgendwo musste ich mich unterstellen und da entschied ich mich, die aufgestellten Zelte von Rosbacher zu nutzen. Immerhin war es dort nicht ganz so nass, aber dafür wurde es schon fast kuschlig, denn viele suchten ein Dach über dem Kopf. Abgesehen von dem medizinischen Personal, das dort untergebracht war, fanden sich viele Fotografen und auch Spieler unter diesem Notdach.

Das machte es ein wenig schwierig das Spiel zu verfolgen, aber viel passierte auch im dritten Viertel nicht. Dies war natürlich den Platzverhältnissen zuzuschreiben, die im Prinzip jede Sekunde schlechter wurden.

Vor allem sah man hochspritzendes Wasser und Spielertrauben, die gemeinsam badeten, wenn man so will. Geworfen wurde indes kaum noch und wenn, dann wurde nur selten mal ein Ball gefangen. Häufig flutschte das Bällchen durch die Hände oder wieder heraus. Es fehlte nur noch, dass der Ball dann jedes Mal sowas wie „Ätsch“ gesagt hätte.

Ein qualitativ hochwertiges Footballspiel, bei dem beide Mannschaften hätten brillieren können, war einfach nicht mehr möglich. Es gab nur noch Kampf, Wille und Schwimm- sowie Rutschkünste. Da war auch klar, dass jeder noch so kleine Fehler oder Ausrutscher entscheidend sein konnte.

Während das dritte Viertel ohne Punkte zu Ende ging, wuchs die Spannung im letzten Viertel. Wer würde den entscheidenden Fehler machen? Wer hat noch einen Geistesblitz in der Hinterhand?

Der Regen ließ allmählich nach, aber der Boden war nicht mehr zu retten. Es fühlte sich so an als würde man im Boden einsinken. Ob dies auch der Grund dafür war, dass ein Punt der Frankfurter völlig in die Hose ging und den Berlinern die Möglichkeit gab, kurz vor Frankfurts Endzone zu starten und punkten, kann man nicht so genau sagen.

Aber Frankfurts Verteidigung blieb standfest. Ein Pass wurde sogar abgefangen. Die Gefahr war also zunächst abgewendet. Doch im Gegenzug, als die Offensivabteilung Frankfurts an der Reihe war, funktionierte nicht viel. Überhaupt kein Raumgewinn und ein aus der Ferne betrachtetes klares Foulspiel durch die Berliner blieb ungeahndet. Letztlich musste gepuntet werden und das ging mal wieder nach hinten los. Der Snap zu hoch, der Ball flutscht über die Fingerspitzen und verlässt das Spielfeld. Da waren sie, die möglicherweise spielentscheidenden Punkte. Aber für die Gäste aus Berlin, die mit den zwei Punkten für die Safety kurz vor Schluss mit 5:3 in Führung gingen. Ganz bitter und sehr vermeidbar.

Wer nun dachte, dass die Spieler vielleicht die Köpfe hängen lassen würden, lag falsch. In der Teamzone wurde sich gegenseitig motiviert, die Defense wieder aufgebaut. Und vielleicht kam es auch bei einigen automatisiert in Köpfe, dass Playoffs sind. Nochmal alles geben. Nochmal die letzten Reserven aktivieren und aufs Feld bringen. Was es auch war, es funktionierte.

Während sich die Berliner bei ihrem Drive Zeit ließen und diese runterlaufen ließen, schienen sie in einem recht abgeklärten Modus zu spielen. Doch das, was sie brauchten, konnten sie nicht erreichen. Nämlich ein neues First Down. Das gewährte ihnen Frankfurts Defensive nicht. Dass die Rebellen den Punt auch gründlich vermasselten ließ die Fans im Stadion lautstark jubeln. Auch den Spielern Frankfurts konnte man den erhöhten Adrenalinpegel ansehen.SFUBR230918-38

Eine gute Feldposition nahe der Berliner Endzone und gute zwei Minuten Zeit für die Entscheidung. Um bloß nicht den Ball zu verlieren wurde nur gelaufen. Jedes Yard näher an der Endzone war wichtig. Ebenso wichtig, dass die Spielzeit so weit wie möglich herunterlief.

Einen Touchdown gab es nicht. Dafür war die Berliner Defensive zu gut auf das Laufspiel Frankfurts eingestellt. Es gab also nur magere Raumgewinne und so musste der junge Kicker Marius Duis aufs Feld und versuchen das benötigte Field Goal für drei Punkte zu erzielen.

Nervenflattern? Nervosität? Vielleicht innerlich, aber nach außen machte er einen ruhigen Eindruck. Anspannung pur vor diesem Schuss. Sie ließen sich Zeit, dann lief er an, der Snap war gut, der Ball stand senkrecht, wurde in Richtung der Stimmgabel gekickt. Exakt in diesem Moment hätte man auf der Haupttribüne eine Stecknadel fallen hören, die Fans hielten den Atem an. Nur ganz wenige Sekundenbruchteile später brach riesiger Jubel aus. Jeder konnte sehen, dass der Ball zwischen die Stangen ging und der Universe drei Punkte zur 6:5 Führung einbrachte. Und das 26 Sekunden vor Schluss.SFUBR230918-41

Aber noch war es nicht vorbei. Berlin durfte nochmal, auch wenn sie keine Auszeiten mehr übrighatten. Aber es lief nicht mehr viel zusammen. Zu einem Return kam es nicht, denn der Returner ließ den glitschigen Ballfallen und wurde umgenietet. So blieben den Berlinern nur 12 Sekunden um vom einen bis ans andere Ende des Spielfelds zu kommen. Der erste Passversuch war nicht komplett und so standen für das Vorhaben nur noch vier Sekunden auf der Uhr.

SFUBR230918-48Diese letzten vier Sekunden wurden von den Schiedsrichtern aber nochmal so richtig zelebriert. Zuerst wurde ein False Start für die Offense gegeben. Also wurde es nochmal wiederholt. Direkt im Anschluss gab es Gesprächsbedarf unter den Schiedsrichtern und die Berliner standen mit 12 Mann auf dem Platz und das änderte sich auch nicht. Anscheinend wurde die Uhr auf Ballfreigabe gestartet, das hat aber auch keiner so wirklich mitbekommen. Dann nahm der Hauptschiedsrichter den Ball in die Hand und zeigte das Spielende an. Und mit dieser Aussage brachen Jubelstürme los. Auf dem Spielfeld bei den Universe Spielern und natürlich auch auf den Rängen.

Diese letzten Sekunden seit dem Field Goal Kick zogen sich gefühlt Ewigkeiten in die Länge und ich muss gestehen, dass ich bei den Versuchen Bilder zu machen gezittert habe. Nervosität und Anspannung. Alles war da und fiel mit dem Spielende auch ab. Puh, meine Güte. Ich glaube ich bin am Ende ganz schnell gealtert.

Respekt und Lob an Marius Duis von meiner Seite, der mit seinen zwei sicheren Kicks den Sieg eingefahren hat.

Damit hat genau das funktioniert, was in anderen entscheidenden Spielen nicht so gut funktionierte, gerade wenn man an das Spiel gegen Braunschweig und Extrapunkte oder Field Goals denkt.

Doch an diesem Nachmittag klappte es und die Frankfurt Universe konnte den zweifachen Braunschweigbesieger besiegen. Apropos Braunschweig. Durch den Sieg sind die Frankfurter im Halbfinale und treffen am kommenden Samstag auf Braunschweig. Es wird Zeit für die Revanche und ob diese gelingt, wird sich ab 18 Uhr im Braunschweiger Eintrachtstadion zeigen.

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Rückblick zum DEL 2 Viertelfinale der Löwen Frankfurt gegen die Kassel Huskies – Spannung, Stimmung und mehr und das in sechs Spielen

Anstelle einzelner Spielberichte hatte ich mich bereits vor Beginn dieser Serie dazu entschieden einen gesamten Rückblick zu schreiben. Als Fan mit den entsprechenden Emotionen könnte es nämlich passieren, dass die Berichte während der Serie vielleicht doch nicht so neutral (wie es einem Fan möglich ist) zu betrachten. Ein gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn man seine Objektivität als Berichterstatter verliert, ist der Artikel der HNA vom 17.03.2018 zum zweiten Spiel der Serie. Man muss einen Spieler der gegnerischen Mannschaft nicht unbedingt als „widerlichsten Provokateur“ bezeichnen. Meine Meinung.

Es war also die dritte Auflage dieser Begegnung in den DEL 2 Play-Offs. Die erste Serie gewann Kassel mit 4:0 und wurde in der Folge Meister. Die zweite gewann Frankfurt 4:0 und wurde in der Folge ebenfalls Meister. Dieses Duell bot also genügend Spielraum für Omen und Vorhersagen.

Spiel 1: Zu diesem Spiel an einem Dienstagabend kamen über 5.000 Zuschauer in die Halle, um sich den Auftakt dieser Serie anzusehen. Beide Mannschaften zeigten sich geordnet offensiv und waren auf Sicherheit bedacht. Der Führung in Überzahl folgte das 2:0 für die Löwen. Doch im zweiten Drittel boten die Offensivreihen beider Mannschaften ein kleines Spektakel und wechselten sich brav beim Tore schießen ab. Kassel, Frankfurt, Kassel, Frankfurt und nochmal Kassel. Doch im letzten Drittel war nur noch die Offensive der Gäste aus Kassel erfolgreich, welche ausglichen, in Führung gingen und kurz vor Schluss mit dem Treffer ins leere Tor das erste Spiel für sich entschieden. Die Defensive der Löwen und auch der Goalie waren in dieser Phase leider nicht immer auf der Höhe und das wussten die Stürmer der Huskies auszunutzen.

Serienstand Frankfurt – Kassel 0:1

 

Vor dem zweiten Spiel tauchte ein Artikel in einer Tageszeitung auf, die von Unzufriedenheit in der Frankfurter Mannschaft berichtete. Zudem auch davon, dass Trainer Gardner gehen und durch den neuen Sportdirektor Fritzmeier als Trainer ersetzt werden sollte. Gerüchte? Wahrheiten? Jedenfalls ein ziemlich ungünstiger Zeitpunkt für solche Dinge.

Spiel 2: Das Spiel in Kassel war lange Zeit recht ausgeglichen. Nach den ersten beiden Dritteln stand es 5:4 für Kassel. Die Offensivreihen zeigten erneut ihre Stärken und ließen die Netze zappeln. Man konnte aber erkennen, dass die Körpersprache der Spieler beider Teams nicht unterschiedlicher hätte sein können. Während man den Huskies ansah, dass sie das Spiel gewinnen wollten, fragte man sich bei den Löwen, insbesondere im letzten Drittel, ob sie sich bereits abgeschrieben hatten. Dazu passten die beiden weiteren Treffer Kassels, die das Ergebnis auf 7:4 schraubten. Gegenwehr? Kaum noch vorhanden. In den letzten Minuten waren auch die Reihen experimentell aufgestellt und nur der eingewechselte Goalie, Brett Jäger, konnte ein noch größeres Debakel verhindern. Kassel gewann auch das zweite Spiel verdient.

Serienstand Frankfurt – Kassel 0:2

Dass es direkt nach diesem Spiel enttäuschte und auch wütende Kommentare zu diesem Spiel von Löwenfans gab, war nicht weiter verwunderlich, eher sogar verständlich. Und noch in derselben Nacht nach dem Spiel wurde Gardner entlassen und durch Fritzmeier, dem Sportdirektor, auf der Trainerbank ersetzt. Wie würde sich das auf die Mannschaft und auf das Spiel, die Serie, auswirken?

 

Spiel 3: Oder Spiel 1 unter Fritzmeier. Eine volle Eissporthalle erwartete eine Reaktion der Löwen oder den unsäglichen Untergang. Doch was die Zuschauer zu Beginn sehen konnten, waren defensiv eingestellte Löwen. Kein kopfloser Sturmlauf, keine Konter des Gegners. Zumindest nicht mehr in der Häufigkeit der Hauptrunde. Auch der Gegner aus Kassel musste sich an diese taktisch neu auf und eingestellten Löwen gewöhnen. Das frühe Löwen Tor durch Bindels machte es für den Gegner aus Kassel sicher nicht leichter, die sich immer wieder mit der neuen Defensiveinstellung der Frankfurter auseinandersetzen mussten. Doch der Ausgleich gelang ihnen dann doch, ehe die Frankfurter kurz vor Ende des ersten Drittels in Überzahl mit 2:1 erneut in Führung gingen. Dass dies auch der Endstand des Spiels sein sollte, konnte man eigentlich nicht erwarten nach den ersten beiden Spielen, doch war es tatsächlich nach zwei torlosen Dritteln, in denen sich beide Torhüter auszeichnen konnten, das Ergebnis des Spiels Nummer 3.

Serienstand Frankfurt – Kassel 1:2

 

Spiel 4: Die Huskies schienen immer noch so ihre Probleme mit den neuen Defensivlöwen zu haben, welche sich auf fremden Eis mit einer sehr soliden (neuen) Defensivstärke zeigten und Schüsse auf das Tor zu verhindern wussten. Chancen gab es im ersten Drittel dieses Spiels aber kaum, sodass auch das dritte Drittel in Folge (spielübergreifend) torlos blieb. Moment?! Ein ganzes Spiel ohne Tor zwischen diesen beiden Mannschaften? Tatsächlich war es so. Im zweiten Drittel gelang den heimischen Huskies aber die Führung, welche kurz vor Ende des Drittels egalisiert wurde. Die doppelte Überzahl der Löwen war in diesem Fall ausschlaggebend. Insgesamt gab es nun mehr Schüsse auf beide Tore, wenngleich es nicht unbedingt Großchancen waren. Doch im letzten Drittel wurde es wieder defensiver, obwohl fünf Tore fielen. Frankfurt x2, Kassel und erneut Frankfurt x2 sorgten für den 2:5 Endstand und den Ausgleich in der Serie.

Serienstand Frankfurt – Kassel 2:2

 

Spiel 5: Erneut ein volles Haus in Frankfurt. Nun waren die Frankfurter Fans euphorisiert und die Serie begann wieder bei Null. Nun war es ein Best of Three. Die taktische Grundordnung der Löwen wurde beibehalten und so standen sie, wie zuletzt, solide in der Defensive und setzten mit Nadelstichen in der Offensive ihre Zeichen, die sie zur 2:0 Führung im ersten Drittel nutzen konnten. Kassel fand aber besser ins Spiel und konnte im zweiten Drittel erst den Anschluss und kurz vor Ende in Überzahl sogar den Ausgleich erzielen. So war das letzte Drittel an Spannung, trotz der defensiven Einstellung der Hausherren, nicht zu überbieten. Derbyfeeling pur und als dann das 3:2 direkt nach einem Bully fiel, stand die Eissporthalle Kopf. Kurz vor Ende des Spiels dufte man kein schwaches Herz haben, als die Gäste aus Kassel mit Großchancen an das Tor der Löwen anklopften, welche aber vom immer stärker werdenden Löwen Goalie Karjalainen vereitelt wurden. Das 4:2 eine Sekunde vor Ende sorgte nicht nur für Erleichterung, sondern auch für großen Jubel. Nicht nur das Spiel wurde gewonnen, auch waren die Löwen erstmalig in der Serie in Führung.

Serienstand Frankfurt – Kassel 3:2

 

Spiel 6: Do or die. So war das Motto für die Huskies in diesem Spiel. Oder zu Deutsch: siegen oder fliegen. Aber noch eine kleine Randnotiz zu den Schiedsrichtern bei diesem Spiel: mit Nicole Hertrich war eine Frau dabei, die bereits bei den diesjährigen olympischen Winterspielen Spiele bei den Damen geleitet hatte. Sie und ihr Kollege Marcus Brill spielten aber keine entscheidende Rolle in diesem Spiel, in welchem die Huskies einen richtigen Sturmlauf im ersten Drittel hinlegten. Chancen satt, aber nur ein Tor stand nach dem ersten Drittel auf der Anzeigetafel. Das lag nicht nur an den sehr defensiv eingestellten Löwen, sondern auch am überragenden Torwart, der Schuss um Schuss halten konnte. Aber im zweiten Drittel schalteten die Löwen auf Angriff und schnürten die Hausherren in der Defensive ein, was den Ausgleich zur Folge hatte. Weiterhin auf die Defensive bedacht, nutzten die Frankfurter eine Überzahl zur Führung und gingen mit dieser in den letzten Spielabschnitt. Ein weiterer Sturmlauf der Hausherren blieb aus. Dabei stand die solide Frankfurter Defensive mit ihrem starken Goalie weiterhin sicher und ließ nicht viel zu. Bei eigenen Angriffen waren sie sogar zielstrebiger. Die Zeit verstrich und lief gegen die Huskies, welche das dritte Tor hinnehmen mussten, als dieses bereits verwaist war. Das 1:3 war die Entscheidung in diesem Spiel und dieser Serie.

Serienstand Frankfurt – Kassel 4:2 | Serienstand „Fritzmeier“ Löwen – Kassel 4:0

Der Begriff „Fritzmeier-Sweep“ macht aktuell die Runde. Auf wen die Löwen im Halbfinale treffen werden ist noch offen. Das wird sich erst am späten Dienstagabend entscheiden, wenn der Sieger der Serie SC Riessersee gegen die Eispiraten Crimmitschau feststeht.

Playoffs und das letzte Heimspiel des Jahres

Dieses Mal eine Mischung aus Erlebnis- und Spielbericht.

Wer lieber nur Bilder gucken möchte, klickt >> HIER <<

Anspannung, Aufregung, Nervosität und der Wermutstropfen, dass das kommende Spiel der Frankfurt Universe gegen die Dresden Monarchs das letzte Heimspiel der Saison sein sollte. Also hieß es für mich ganz klar: das Beste aus diesem Tag machen.

Trikot angezogen, Kamera eingepackt und dieses Mal den Haaren einen feinen Ton lila untergemischt. Perfekt! Leider hat sich bei der Hinfahrt zum Stadiongelände mit der Straßenbahn herausgestellt, dass sich nicht alle Umstände beeinflussen lassen. Einen Anschluss verpasst und dann eine halbe Stunde auf den nächsten warten müssen. So kam ich natürlich viel zu spät für den Hauptteil der Power-Party an, die im Prinzip, was das Bühnenprogramm betraf, schon so gut wie vorbei war. Sehr schade, da ich gerne vorab schon ein paar Eindrücke vom Bühnenprogramm aufgenommen hätte. Also gut, positiv sehen, denn zum Spiel war ich selbstverständlich noch überpünktlich. Zunächst hieß es Bekannte begrüßen, also Marc, Christian und Peter und das dieses Mal im Presseraum.

Richtig gelesen: im Presseraum. An dieser Stelle ist als aller Erstes mein Dank an Herrn Uwe Lange gerichtet, der mich bei diesem Spiel in den Pressebereich eingeladen hat. Aber nicht nur den Pressebereich durfte ich mir ansehen, nein, ich hatte auch die Möglichkeit das Spiel von einem der Presseplätze aus zu verfolgen. Dazu gleich mehr.

So ein Presseraum ist schon gemütlich. Für das leibliche Wohl der Fotografen wird gesorgt. Schon mal sehr vorbildlich. Und was gab es da noch großartig zu sehen? Menschen mit Kameras, Fotoequipment, Laptops und auch eine Art Podium, auf dem nach dem Spiel die Pressekonferenz abgehalten wird.

Aber bevor einem noch langweilig wurde in diesem Raum, haben wir uns noch ein wenig unter das Volk gemischt und siehe da, wen haben wir getroffen? Randie Agnew! Sofort gegenseitig erkannt, gegrüßt und leider festgestellt, dass er gar nicht spielen wird können. Eine Verletzung hinderte ihn daran. Wirklich sehr schade für den sehr sympathischen Spieler der Universe. Nachdem wir uns kurz unterhalten haben, musste er auch schon zur moralischen Unterstützung zur Mannschaft. Wir nahmen ebenfalls den gleichen Weg, wenn auch etwas langsamer, und ich sah mir das Aufwärmprogramm beider Teams an. Aber auf einem Nebenplatz war noch etwas zu sehen: die Gäste haben nicht nur Spieler, sondern auch ein paar ihrer eigenen hübschen Cheerleader mitgebracht. Hier und da war auch ein Fan der Monarchs zu sehen, aber die größere Gruppe, die sich angekündigt hatte, konnte ich nicht finden. Wahrscheinlich war ich dafür tatsächlich insgesamt etwas zu spät, wie sich auf der Tribüne bestätigen sollte. Apropos Tribüne und Presseplatz: anstatt ganz unten im Block C, befinden sich diese Plätze im Block D am oberen Rand der Tribüne. Zwar ist der Platz nicht ganz so luxuriös wie im Block C, dafür gibt es aber ein kleines Tischlein, auf dem man seine Utensilien ablegen kann. Zu meiner Rechten saßen anscheinend die Herren vom GFL Radio. Oder doch vom eigenen Livestream? Jedenfalls hatten sie einiges zu erzählen.

Ich muss sagen, dass man von diesem Platz aus eine sehr gute Übersicht auf das Spielfeld hat, sogar deutlich besser als auf einem der Plätze ganz unten. Darf ich diesen Platz für die kommende Saison abonnieren, Herr Lange?20170917-IMG_5594

Immerhin konnte ich mir an diesem Tag die Aufführung der Cheerleader von Beginn an ansehen. Durch den Besuch am davorliegenden Mittwoch beim Training der jungen Damen, wusste ich schon welche Choreographie auf der Tagesordnung stand, aber in ihrer Arbeitskleidung und mit dem dazugehörigen Equipment sah das noch um einiges besser aus. Zu den Cheerleadern gesellte sich noch eine Stepptanzgruppe aus Nürnberg, die wirklich eine laute Sohle auf ihr mitgebrachtes Parkett gelegt haben. Wirklich eine sehr schöne Darbietung von allen. Ach ja, an diesem Spieltag habe ich besonders viele Bilder der Cheerleader gemacht. Eine eigene Galerie gibt es auch als kleine Wiedergutmachung für die eher schwachen Bilder vom Trainingstag. (Anfänger hinter der Kamera)

Zur Galerie der Cheerleader bitte >>HIER<< klicken.

20170917-IMG_5530Nach den hübschen Ladies gab es noch ein paar Takte schöne Punkrockmusik von der Gruppe elfmorgen. Das ging schon mal in die Richtung meines Musikgeschmacks, sehr schön – mehr davon bitte! Den drei Jungs an den Instrumenten hat es ziemlich viel Spaß gemacht vor der gut gefüllten Haupttribüne zu spielen.

Nur noch wenige Minuten, dann sollte es losgehen. Da war sie auch wieder, die Aufregung, die wieder größer wurde. Also ein bisschen ablenken und durch das Stadionrund schauen. Siehe da, quer gegenüber waren sie, die vielen Dresdner Fans. Es waren doch mehr da, als ich dachte. Wenn man bedenkt, dass sie für das Spiel eine Anreise von 5 Stunden oder gar mehr in Kauf genommen haben, gibt es von mir großen Respekt dafür. Das würden nicht viele machen. Schön euch zumindest aus der Ferne gesehen und natürlich auch gehört zu haben.20170917-IMG_5543

Das Einlaufen der Gäste wurde mit einem euphorischen Jubel vom Gästeblock zelebriert. Selbstverständlich gab es auch von den Rängen der Frankfurter Applaus, wenngleich etwas weniger euphorisch. Aber dann wurde es auch hier laut, denn die Spieler der Universe liefen geschlossen aufs Feld. Es ging also los. „Do or die“ – gewinnen oder Saison vorbei. Das galt nun für beide Mannschaften und auch der Takt meines Pulses war höher.

An dieser Stelle überspringe ich mal meine Eindrücke vom Spiel selbst. Schließlich möchte ich dem Presseplatz gerecht werden und so dachte ich mir: „Versuch doch mal einen eigenen, individuell subjektiven Spielbericht zu schreiben.“ Und genau das gibt es weiter unten zu lesen.

Nach dem Spiel stand ich vor dem Presseraum und habe die Spieler beider Teams in die Kabinengänge verschwinden sehen. Einige von ihnen mit enttäuschten Gesichtsausdrücken und andere trugen ihren Schnauzbart mit Stolz. Wobei Letzteres auf so ziemlich alle Spieler der Frankfurter zutraf. Eine kleine Abwandlung des allseits beliebten Playoffbarts in Form eines Schnurrbarts. Steht übrigens nicht jedem. Aber der Zweck heiligt die Mittel, nicht wahr? Und wer weiß wie lang diese Bärtchen noch werden.

20170917-IMG_5939Im Anschluss habe ich mir noch die Pressekonferenz angesehen, in welcher es um das Spiel des Tages ging aber auch schon eine Vorschau auf das nächste Spiel der Frankfurter in Braunschweig gemacht wurde. Einigkeit herrschte bei der Aussage, dass Frankfurt im Spiel gegen Braunschweig nichts zu verlieren hat und das Spiel natürlich gewinnen will, auch wenn es ungemein schwierig wird. An dieser Stelle mal ein kleines Wortspiel für Braunschweig: es wird lila-laut am Samstag – versprochen. (Hoffentlich reiße ich meine schriftliche Klappe nun nicht zu weit auf) Aber ich freue mich schon auf das Spiel in Braunschweig und natürlich auch auf die Veranstaltung und das Drumherum an sich. Drückt mir die Daumen, dass meine Gesundheit mitspielt und ich dort auch ankomme, damit der erste Bericht aus einer anderen Spielstätte geschrieben werden kann.

Zum Abschluss des Tages gab es noch ein weiteres Gespräch mit Randie Agnew, dem ich auf diesem Weg die besten Wünsche zur Genesung ausrichte, damit er vielleicht doch am Samstag einsatzbereit ist. In Braunschweig wird jeder gebraucht.

Mit einem Glücksgefühl ging es dann für mich nach Hause. Nun muss ich herausfinden, wie ich am besten nach Braunschweig und vor Allem wieder zurück von dort nach Hause komme.

 

Mein Spielbericht zum Spiel der Frankfurt Universe gegen die Dresden Monarchs:

Vor dem Spiel war für Dresden die Favoritenrolle schnell geklärt, denn diese wurde nach Frankfurt geschoben, wenngleich die Statistiken durchaus ein recht ausgeglichenes Spiel zweier spielstarker Mannschaften versprach.

Erstes Viertel:

20170917-IMG_5619Dresden durfte den ersten Drive (Bezeichnung für das Angriffsspiel) fahren. Dieser dauerte recht lange und kam nur schleppend voran, da die Defensive der Frankfurter auf der Höhe war und keine großen Raumgewinne zuließ. Die Angriffsbemühungen der Dresdner wurden bei diesem Versuch gänzlich gestoppt, so dass der Ball an die Frankfurter abgegeben werden musste, welche nun ihrerseits den ersten Angriff des Spiels ausführen durften. Die ersten zwei Versuche waren erfolglos. Hatte Jaleel Awini, Quarterback (Bezeichnung des Spielmachers einer Mannschaft) der Frankfurter einen schlechten Tag erwischt? Anscheinend doch nicht, denn im dritten Versuch gelang der Frankfurter Offensive der benötigte Raumgewinn zu einem neuen ersten Versuch. Insgesamt dauerte auch dieser Angriffszug sehr lange, da auch die Defensivabteilung der Dresdner nicht besonders viel zulassen wollte. Dennoch gelang der Frankfurter Offensive der Touchdown in diesem Drive und den Extrapunkt mit dem Schuss durch die „Stimmgabel“ ließ man sich auch nicht nehmen. Somit 7:0 für Frankfurt durch David Giron (Touchdown) und André Feuerherdt (Extrapunkt) und nur noch weniger als zwei Minuten verbleibend in diesem Viertel. Nun bekam natürlich Dresden den Ball und der Return (Ball wird von einem Spieler gefangen, der in Richtung Endzone des Gegners läuft) war hervorragend und brachte die Dresdner Offensive schon recht nah an die Frankfurter Endzone heran. Eine Strafe gegen Frankfurt, die Dresden noch näher an die Endzone brachte, konnte die Dresdner Offensive ausnutzen und ihrerseits mit dem Lauf in die Endzone (Touchdown), sowie dem Extrapunkt abschließen. Da stand es nun 7:7 durch Mike Schallo (Touchdown) und Florian Finke (Extrapunkt) – das erwartet ausgeglichene Spiel war zu diesem Zeitpunkt eingetreten. Da es nur noch wenige Sekunden waren, bekam Frankfurt den Ball für den Return und schon waren die ersten 12 Spielminuten vorüber.

 

Zweites Viertel:

20170917-IMG_5710Mit einem Angriff der Frankfurter Offensive begann dieses Viertel. Dieser lief wesentlich besser als der erste Drive und konnte recht zügig mit einem Touchdown abgeschlossen werden. 14:7 für Frankfurt durch Silas Nacita (Touchdown) und André Feuerherdt (Extrapunkt). Nun konnten die Dresdner ihrerseits den Angriff starten um den Rückstand zu egalisieren. Und dieser Angriff lief gut, sehr gut, viel zu gut aus Sicht der Frankfurter, die den Offensivdrang der Gäste nicht eindämmen konnten. So gab es die Auszeit der Frankfurter. Neue taktische Anweisungen oder Umstellungen? Jedenfalls half dies nicht und beinahe wäre Dresden auch der Touchdown gelungen. Nur wenige Zentimeter vor der Endzone konnte der angreifende Spieler Dresdens gestoppt werden. Aber jetzt zeigte sich die Stärke der Frankfurter Defensive, die nicht nur den möglichen Touchdown verhinderten, sondern im zweiten Versuch Dresdens sogar deren Quarterback Garrett Safron am Pass oder Lauf hinderten und ihn zu Boden brachten. (Quarterback Sack). Raumverlust für Dresden und der dritte Versuch bei diesem Angriffsversuch blieb ebenfalls erfolglos. So entschieden sich die Dresdner für ein Field Goal Versuch (3 mögliche Punkte) durch die „Stimmgabel“ und waren damit auch erfolgreich. Spielstand 14:10 durch Florian Finke. Erneut durfte sich die Frankfurter Offensivabteilung beweisen. Aber dieser Drive stotterte ganz schön, denn es gab viele Unterbrechungen und Strafen gegen Frankfurt, die unnötiger nicht hätten sein können. Viele Raumverluste, die den Weg zu einem neuen ersten Versuch nach Raumgewinn erschwerten. Aber auch die Dresdner zogen Strafen, wie zum Beispiel durch Abseits (Spieler startet zu früh in seiner Bewegung). Dadurch gab es wiederum Raumgewinne für Frankfurt. Jedoch gab es mehr Strafen gegen Frankfurt als gegen Dresden. Dennoch konnte Jaleel Awini, der Quarterback Frankfurts, mit seinen Läufen sehr häufig große Raumgewinne erzielen. Dennoch machten es die Strafen für Frankfurt nicht leicht und sogar ein schön herausgelaufener Touchdown wurde durch eine solche unnötige Strafe zu Nichte gemacht. Keine weiteren Punkte und nur noch wenige Sekunden auf der Uhr. Passend zu dieser Situation war auch der Field Goal Versuch erfolglos. Somit stand es zur Halbzeit 14:10 für Frankfurt.

 

Zum dritten Viertel:

In diesem Viertel waren beide Defensivreihen sehr stark und ließen nur sehr wenig zu. Das Spiel fand überwiegend im mittleren Bereich des Spielfelds statt. Während der erste Angriff der Frankfurter bereits an der Mittellinie zum Erliegen kam, endete der gute Angriff der Dresdner mit einer Interception (Der Ball wird vom Gegenspieler gefangen und nicht vom eigenen Spieler) an der 21 Yard Linie der Frankfurter. Diese konnten jedoch abermals ihren Angriff nicht erfolgreich ausspielen. Die Verteidigung der Dresdner ließ wenig zu und die unnötigen Strafen gegen Frankfurt halfen der eigenen Offensive ebenfalls nicht weiter. Dieses Viertel ging schnell vorbei und brachte keinem Team Punkte ein. Somit hielt sich der Halbzeitstand von 14:10 für Frankfurt weiter.

 

Zum vierten Viertel:

20170917-IMG_5782Die letzten 12 Minuten des Spiels. In diesem Viertel sollte sich nun entscheiden, wer ins Halbfinale nach Braunschweig fahren darf (oder muss). Die Frankfurter haben sich wohl einiges vorgenommen und konnten in Form von Jaleel Awini durch einen grandiosen langen Lauf große Raumgewinne erzielen. Da sah die Verteidigung der Dresdner nicht besonders gut aus. Mit diesem Drive holten sich die Frankfurter ihre nächsten Punkte, obgleich die Verteidigung Dresdens alles versuchte dies zu verhindern. Zwar war es fraglich gewesen, ob es überhaupt ein Touchdown war, da die Situation unübersichtlich wurde. Die Schiedsrichter hatten viel zu besprechen wo sich nun Spieler und Ball unter dem Haufen Menschen befanden. Hauptschiedsrichter Sauer bestätigte aber das, was die Spieler Frankfurts schon gesehen haben wollen: Touchdown und ein neuer Spielstand von 21:10 für Frankfurt durch Jaleel Awini (Touchdwon) und André Feuerherdt (Extrapunkt). Jetzt hieß es für Dresden unbedingt punkten, da sonst Gegner und Spielzeit davonlaufen würden. Aber die Offensive der Dresdner schien ob des Drucks punkten zu müssen gehemmt und der Angriff lief in die falsche Richtung, die eigene Endzone. Die Defensive der Frankfurter war ein Bollwerk, dass die Dresdner bis kurz vor die eigene Endzone drängte. Es gelang sogar den ballträger der Dresdner in ihrer Endzone samt Ball zu Boden zu bringen. Dies war eine hervorragende Safety und brachte Frankfurt zwei weitere Punkte und den nächsten Angriffsversuch ein. Spielstand 23:10 für Frankfurt durch die Safety von Tyler Stoddard. Der Druck auf Dresden wurde nun knapp acht Minuten vor Ende größer während sich die Frankfurter bei ihren eigenen Angriffsbemühungen recht viel Zeit ließen um die Uhr runterlaufen zu lassen. Aber die Dresdner Verteidigung stemmte sich leidenschaftlich gegen weitere mögliche Punkte Frankfurts und drängte die sehr weit Offensive zurück. 20170917-IMG_5904Aber eine unglückliche Aktion, die vielleicht durch fehlende Konzentration oder Frust zu erklären ist, brachte Frankfurt zurück ins Spiel und durch die Strafe gegen Dresden für das zu späte Angehen des Quarterbacks zu einem neuen ersten Versuch. Kurz darauf wurden der Frankfurter Offensive weitere Yards und Raumgewinne geschenkt. Straftatbestand: unsportliches Verhalten. Hier war nun definitiv Frust im Spiel. Weitere Zeit verstrich und Frankfurt entschied sich dafür ein Field Goal zu erzielen um weitere drei Punkte auf die Anzeigetafel zu bringen. Dieser Versuch war erfolgreich und erhöhte den Spielstand auf 26:10 durch André Feuerherdt. Lediglich vier Minuten und elf Sekunden blieben den Dresdnern um das Spiel zu drehen. Eine kolossale Aufgabe bei der Frankfurter Defensive. Diese lud die Dresdner aber geradezu zum Punkten ein und zog erneut mehrere unnötige Strafen. Den Touchdown zum 26:16 erzielte Joseph Bergeron. Aber mehr war nicht drin. Nun durfte Frankfurt wieder und hatte erneut alle Zeit der Welt bei gerade einmal noch 1:31 zu spielen. Ball halten, Uhr runterlaufen lassen und selbst nichts mehr zulassen. So lief die Uhr auf Null runter und Frankfurt steht das erste Mal in seiner Vereinsgeschichte im Halbfinale und trifft dort auf Braunschweig in Braunschweig.