wXw – Fight Forever Tour – 30.09.2017 – Batschkapp Frankfurt

Wrestling in der Batschkapp? Ja, auch das gibt es! Es muss nicht immer die weltweit größte Organisation WWE sein, um gute Showkämpfe zu sehen. Die deutsche Organisation „wXw“ also Westside Xtreme Wrestling, mit ihrem Sitz in Essen, ist die größte dieser Art Deutschlands. Aus dieser sind sogar bereits einige Wrestler hervorgetreten, die nun in der WWE ihre Brötchen und Hamburger verdienen.

Die Batschkapp an sich sah noch ungewohnter aus als sonst. Ein Ring, Stühle, eine Rampe auf die Bühne. Das war auch für mich mal etwas Neues. Aber gut, hinein in die mir gut bekannte Stube und meinen Platz in der vordersten Reihe beziehen. Wenn schon, denn schon, hatte ich mir bei der Kartenbestellung gedacht. Das erste Mal live bei der wXw und in der ersten Reihe. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Wer nicht so viel lesen möchte, kann sich in der Galerie 199 Bilder vom Event ansehen. Einfach >> HIER << klicken.

Mal ganz wichtig vorab: die Sitzreihen sind nicht durch eine Barriere vom Ringbereich getrennt. Dadurch ist man sehr nahe am Geschehen und wenn es passiert, auch Teil davon. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Wrestler in die Zuschauer geschubst wird oder vor ihnen liegt. Deswegen sollte man immer ein Auge auf das Geschehen haben, damit man weder sich noch einen Wrestler verletzten könnte.

Die Aufregung wurde größer als die Lichter ausgingen und der Ringsprecher in den Ring stieg um das erste Match des Abends anzukündigen. Es wurde also Zeit für Ringaction mit Jay Skillet aus Deutschland, der gegen den wXw Veteran Emil Sitoci aus den Niederlanden antrat. Die Sympathien waren dabei ganz klar auf der Seite von Jay zu finden, welchem das Publikum während des Kampfes stets mit Sprechchören und Klatschen Unterstützung zuwendete.

Beim Einlauf kamen sie schon nahe am Publikum vorbei. Jeder mit seinem nominellen Tag-Team-Partner, die sich zumeist ausserhalb des Rings aufhielten. Diese hatten zwischendurch ebenfalls eine kleine Meinungsverschiedenheit, bei der selbst ich aufpassen musste, dass von beiden keiner auf mir landete oder Ähnliches. Näher als nah am Geschehen sage ich mal dazu. Aber es hat auch seine Reize. Im Ring war die Action klasse. Schöne Aktionen und Moves, sogar von den Seilen, waren zu sehen. Interaktionen mit dem Publikum gab es von beiden Wrestlern, wenngleich sich Emil über die Unterstützung für Jay etwas brüskierte. Beide Kontrahenten zeigten einen sehr guten Showkampf, bei dem durchaus jeder die Chance auf den Sieg hatte. Aber Emil war am Ende doch etwas erfahrener um den Kampf für sich zu entscheiden.20170930_181951

Dieser erste Kampf war schon mal sehr gut und machte mir Lust auf mehr davon. Mein Eindruck war jedenfalls, dass das Können der Wrestler aus der wXw dem Können der WWEler in nicht viel nachsteht. So hoffte ich, dass sich dieser Eindruck auch bei den restlichen Kämpfen weiter bestätigen sollte.

Weiter ging es schon direkt mit dem nächsten Kampf, den zwei Herren aus den USA bestritten. Alexander James gegen Timothy Thatcher. Dass gerade diese beiden Wrestler noch etwas mehr zu bieten hatten als reine Kraft, wurde im Verlauf des Kampfes deutlich sichtbar. Viele technisch geprägte Moves und Aufgabegriffe waren an der Tagesordnung. Beide schenkten sich nichts und so ging es immer wieder hin und her. Ein wahrlich spannendes Match, bei dem sich keiner der beiden so richtig profilieren konnte. Dennoch gelang es am Ende Timothy das Match für sich zu entscheiden.20170930_183300(0)

Zu diesem Zeitpunkt war ich schon sehr begeistert ob dessen, was im Ring angeboten wurde. Es ist definitiv keine Amateurliga, sondern ein professioneller Ablauf. Das gefiel mir sehr gut. Weiter, weiter und mehr davon.

Der folgende Kampf sollte schon von Beginn an mit einem gewissen Ungleichgewicht starten. Während „The Avalanche“, ein Österreicher, mit Masse und Kraft daherkam, war sein Gegner eher ein Leichtgewicht. Der Luswigshafener „Da Mack“ musste sich ihm gegenüberstellen. Doch war es nicht nur ein Kampf des Kampfes wegen, nein es ging auch darum, wer Herausforderer Nummer 1 um den wXw Shotgun Title werden sollte. Nach einem kurzen Abtasten zu Beginn zeigte The Avalanche seine Kraftvorteile und konnte Da Mack bei Sprungtrittversuchen abfangen. Sogar ausserhalb des Rings war dies der Fall. Zwar konnte sich Da Mack sehr häufig  aufgrund seiner Geschwindigkeit und Wendigkeit beweisen, aber am Ende war er leider doch der Kraft seines Gegners unterlegen. Da Mack landete übrigens einmal in den Zuschauern, als er vom Ringrand geschubst wurde. Seine technische Basis ist sehr solide und ich glaube, wenn er darauf weiter aufbaut, wird er noch sehr weit kommen.20170930_184454

Das Match war jedenfalls sehr spannend durch die gegensätzlichen Charaktere und brachte viele Elemente in den Kampf hinein. Es war sehr schön anzuschauen und bei manch einer Aktion war mitfühlen für Da Mack unausweichlich. Er hat mit mir definitiv einen neuen Fan gewonnen.

Vor der Pause gab es noch einen Kampf, bei dem schon im Vorfeld die Sympathien erneut eindeutig verteilt waren. Der „Ring-General“ Walter aus Österreich traf auf Bobby Gunns, der trotz Rauchverbots in der Batschkapp mit einer angezündeten Zigarette, rauchend, den Ring betrat. So einem Frevel musste mal gezeigt worden, wo der Hammer hängt. Während sich Bobby zu Beginn des Kampfes überwiegend mit weglaufen beschäftigte, wartete Walter nur darauf ihn packen zu können. Und wenn er ihn hatte, dann klatschte es meist ziemlich laut durch die Batschkapp, denn die Schläge oder Chops auf die Brust von Bobby waren mehr als nur deutlich zu hören. Sehr zur Freude der Zuschauer in der Batschkapp, die fast jeden dieser Schläge bejubelten. Aber auch die Missgunst gegenüber Bobbys flüchtende Art war durch Schmährufe und entsprechende Betitelungen zu hören. Man muss ihm aber eingestehen, dass seine Idee, sich auf den rechten Arm und die rechte Hand von Walter zu fixieren nicht verkehrt war. Jedoch gelang es ihm nicht den entscheidenden Vorteil daraus zu erzielen. Zum Ende hin war Walters Ringerfahrung und Kraft siegriech. Walter bot Bobby nach dem Kampf noch den Handschlag an, welcher von Bobby mit dem Zeigen seiner Mittelfinger verwehrt wurde.20170930_190339

Dann hieß es erst einmal Pause und durchatmen. Während dieser Pause sah ich mich ein wenig bei dem zahlreichen Merchandise um, das nicht nur von der wXw, sondern auch von der WWE war. Viele tolle Artikel von T-Shirts über Figuren bis hin zu Champions-Titeln. Leider gab es das T-Shirt mi der Aufschrift „Suplex City“, das Brock Lesnar zuzuordnen ist, nicht mehr in meiner Größe. Schade, aber na gut, das Internet wird schon weiterhelfen.

Nach der Pause standen noch zwei weitere Kämpfe auf dem Programm. Und den ersten davon durften zwei Ladies bestreiten. Bei diesem Match ging es um Punkte für das in Kürze anstehende wXw Women’s Title Tournament. Melanie Gray, gekleidet als Schneewittchen, trat dabei gegen die aus Irland stammende Martina an. Letztere feierte ihren Einzug so sehr, dass sie zu Kampfbeginn schon ein wenig erschöpft wirkte. Oder vielleicht auch schon zu sehr angetrunken. Ihr enormer Drang nach Bier wurde aber vom Publikum unterstützt. Die Anfeuerungsrufe für Martina waren schlicht und ergreifend „Beer, Beer, Beer…“ Jedenfalls war das Match sehr unterhaltsam und bot neben dem Unterhaltungswert durch das Bier auch tolle Szenen im Ring mit interessanten Moves und Aufgabegriffen an. Melanie hätte sich aber vielleicht doch nicht am Bier von Martina vergreifen sollen. Dies weckte bei der erschöpften Irin ungeahnte Kräfte, die mit dem Sieg einhergingen. Danach wurde wieder wild gefeiert und Bier getrunken.20170930_195645

Das war mal etwas Anderes, aber Spaß hat es definitiv gemacht. Die beiden Damen haben gezeigt, dass ihr Unterhaltungswert auch im Ring zu finden ist. Eine sehr gute Sache, da Frauenwrestling doch sehr oft zu kurz kommt und viel zu oft unterschätzt wird.

Dann war es endlich so weit. Der Hauptkampf des Abends stand an und es war ein 5 gegen 5 Eliminierungsmatch. Auf der einen Seite stand die Truppe des Teams „Rise“ während sich auf der anderen Seite das „Team wXw“ befand. Wie es bei solchen Ansetzungen üblich ist, gab es erstmal ein riesen Chaos, ein riesengroßes Durcheinander. Es wurde einfach überall gekämpft. Ob im Ring, oder Ausserhalb oder sogar bis hin zur Bühne. Ich wusste gar nicht wo ich hingucken soll. Wobei es doch am Besten war das Geschehen vor mir zu beachten, denn hier hätte es auch für die Zuschauer der ersten Reihe ein wenig gefährlich werden können. Bis sich dieses Chaos einigermaßen auflöste, dauerte es doch sehr lange. Zwischendurch wurde schon mal ein Tisch aufgebaut, mit dem Titelgürtel zugeschlagen, eine Rohrzange und ein Klappstuhl hervorgeholt, mit denen auch schon eingedroschen wurde. Der Ringrichter hatte in der Folge einiges zu tun und sprach vier Disqualifizierungen wegen der Verwendung dieser Gegenstände aus. Irgendwann fiel dann auch jemand von Rise durch den Tisch und war minutenlang mit träumen beschäftigt. Nach und nach wurden weitere Wrestler eliminiert bis sich am Ende beide Anführer der jeweiligen Gruppierung gegenüberstanden. Von Rise war es „Bad Bones“ John Klinger und vom Team wXw der bisher ungeschlagene Ilja Dragunov. Beide boten ein hart umkämpftes Match, bei dem John mehrere erfolglose Pin-Versuche nach großartigen Moves zeigte. Während er fassungslos wirkte, forderte Ilja permanent weitere Schläge, die er auch bekam. Aber dies schien ihm irgendwie Energie zu geben, die er dazu nutzen konnte den Kampf für sich und sein Team zu entscheiden.20170930_201512

Das war ein fantastisches Hauptmatch. Ich kann jedem Wrestlingfan nur empfehlen sich dieses am dem 03.10.2017 auf der offiziellen Website der wXw anzusehen. Es lohnt sich auf jeden Fall. Ich war definitiv so sehr von diesem ganzen Event begeistert, dass ich mir zukünftig mit Sicherheit noch mehrere Shows dieser Liga ansehen werde.

Offizielle Website: wXw-Wrestling

Offizielle Video-Website: wXw now

Anmeldung zum Newsletter und zur Benachrichtigung neuer Beiträge ausschließlich aus der Kategorie „Events“:

Ein Kommentar

Kommentar verfassen